Wenigstens haben bei all dem Wahnsinn in den Nachrichten ein paar Leute noch den Überblick behalten und wissen, wo die wirklich wichtigen Probleme liegen:
im teeladen “caliban” frankfurter allee (fhain, berlin) hatten se ne teesorte “M*kopf”. ich hab d. angesprochen (erfolglos) noch wer bock?
Gemeint ist natürlich “Mohrenkopf”, ein Wort, das man als aufrechter Linker natürlich nicht schreiben darf, auch nicht als Zitat, und wer es trotzdem tut, der ist mindestens ein Verharmloser des Holocausts oder was eben gerade so in ist im rotierenden Beleidigungsfundus der Sprachweltverbesserer. (Ich würde ja gern mal einen von ihnen zum Bäcker begleiten. “Hallo, ich hätte gern einen… äh… einen schönen Tag noch!”)
Mohrenkopftee, dies sei kurz erläutert, ist — hihi, haha, hoho — ein Schwarztee, der geschmacklich wohl an die gleichnamige Süßspeise erinnern soll. Dass der Tee so heißt, hat also eher mit dem Gebäck als mit dem dunkelhäutigen Zeitgenossen unklarer aktuell zu bevorzugender Fremdbezeichnung zu tun, besagtes Teegeschäft (“Caliban”) deshalb nun zu behelligen halte ich für nicht zielführend. Erschießt den Boten! Dass der Name “Mohrenkopf” ungefähr so viel mit Rassismus zu tun hat wie der Name “Schwarzer” (i.e. Alice), könnte zwar eine bedenkenswerte Information sein, aber der deutsche Michel empört sich eben gern.
Die Frage “Noch wer Bock?” ist insofern auch eine recht interessante. Wie läuft das empörte “Ansprechen” dann eigentlich ab — zahlreiche smartphonebewehrte Twitterer scharen sich um das Geschäft und verlangen eine Umbenennung oder sortimentsweiter Entfernung besagten Tees und werfen bei Zuwiderhandlung und/oder Nichtbeachtung Tomaten und/oder Eier ans Eingangsportal? So ähnlich läuft das doch bei Klamottenläden ab, sofern mich entsprechende Berichte in den Medien nicht völlig fehlinformierten. (Ich nehme an, ein Aufruf zum gleichzeitigen Boykott von Amazon ist auch bereits im Internet zu finden.) “Nie wieder darf etwas Leckeres einen politisch nicht korrekten Namen tragen.”
Ein Mohrenkopf ist — in manchen Regionen vielleicht anders bezeichnet — ein Gebäck, das mehr oder weniger wie ein Kopf geformt und mit Pudding gefüllt ist. Ich überlege gerade, woran mich das erinnert.

…na ja, ich bestelle auch immer nur ein “Sinti-und Roma-Schnitzel”…
1A-Schlusssatz *verneig
Danke!
de Nööögerkuss!