In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Caspian – The Raven

Ein paar Mil­lio­nä­re haben ein Stück Kunst­stoff ein biss­chen treff­si­che­rer als ein paar ande­re Mil­lio­nä­re über einen gro­ßen grü­nen Platz getre­ten und wer­den seit Stun­den pau­sen­los behupt und betrö­tet. Wenn eines Tages Archäo­lo­gen anhand von zeit­ge­nös­si­schen Auf­zeich­nun­gen ver­su­chen, unser Leben zu ergrün­den, wäre ich wirk­lich gern dabei.

Aber was soll’s, es ist Mon­tag. Den See­lenka­ter noch nicht ver­daut, gibt’s Kopf­hö­rer und Gitar­ren, um nicht voll­ends den Ver­stand zu ver­lie­ren.

Cas­pian – The Raven (Live on KEXP)

Es ist zu spät. Die Welt ist kaputt. Isra­el und Palä­sti­na beschie­ßen ein­an­der seit Tagen mit Rake­ten. 70.000 Haus­hal­te dort ohne Strom. Der letz­te Ori­gi­nal-Ramo­ne ist tot. Ich bin kein Welt­mei­ster und ich möch­te es auch nicht wer­den.

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medienkritik extern: ZDFs Beste

Dass das ZDF in Koope­ra­ti­on mit dem furcht­ba­ren Johan­nes B. Ker­ner, der im Juli die Sen­dung „Deutsch­lands Beste“ weg­mo­de­rier­te, eine bewor­be­ne Abstim­mung des Stra­ßen­pu­bli­kums nicht nur igno­riert, son­dern sogar die ander­wei­tig beschaff­ten Zah­len umge­deu­tet zu haben zugibt, wird nur durch die Annah­me noch beschä­men­der, dass irgend­je­mand das ZDF für einen Sen­der hält, der sei­nen Zuschau­ern und nicht nur sei­nen Eig­nern Freu­de berei­ten soll.

Bezie­hungs­wei­se:

Pro­gramm­di­rek­tor Nor­bert Himm­ler kün­dig­te Stra­fen an[.]

Doch nicht etwa eine wei­te­re Sen­dung mit Johan­nes B. Ker­ner?


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Spi­on soll Spi­on ent­tar­nen, spio­niert statt­des­sen. So ein Geheim­dienst ist schon eine pri­ma Sache.

Persönliches⁠In den Nachrichten
Torheit und Tore

Ich habe es wirk­lich ver­sucht, mich in euch hin­ein­zu­den­ken, ihr Pas­siv­sport­ver­rück­ten, die ihr jedes Tor sei­tens einer Mann­schaft, deren Spie­ler mit euch nichts außer der Staats­an­ge­hö­rig­keit ver­bin­det, mit einem fre­ne­ti­schen Jubel ver­bin­det und wenig­stens dafür eure wir­ren Gesän­ge („Super­deutsch­land, léo­lé“, alter­na­tiv „super­deutsch, olé olé“, alter­na­tiv „ääääööööääääööööääää“) kurz­zei­tig unter­brecht.

Ich habe in der ver­rück­ten Annah­me, mir wür­de irgend­ein gro­ßer Spaß ent­ge­hen, wirk­lich ver­sucht zu ver­ste­hen, was dar­an so reiz­voll ist, von einem „Wir“ zu spre­chen, wenn irgend­wo in Süd­ame­ri­ka, umge­ben von aller­lei Armuts­vier­teln, in denen Kin­der ver­hun­gern, ein knap­pes Dut­zend an Her­ren, deren Schul­bil­dung sie offen­bar nicht zu einem anstän­di­gen Beruf ver­lei­ten konn­te, hin­ter einem Ball her­rennt, dafür pro Per­son und Spiel meh­re­re Jah­res­ge­häl­ter eines Durch­schnitts­mit­glieds eurer Gemein­schaft erhält und hin­ter­her mit dum­men Fra­gen kon­fron­tiert wird, die etwa zum Inhalt haben, wie sie es denn fän­den, gewon­nen zu haben, also men­tal und so. „Wir“ haben gewon­nen. „Wir“ expor­tie­ren Pan­zer und schie­ßen im Aus­land auf Men­schen. Tor!

Ich habe mir das bizar­re Halb­fi­nal­spiel zwi­schen Deutsch­land und Bra­si­li­en tat­säch­lich teil­wei­se ange­se­hen. Ken­ne dei­nen Feind. Zum Glück wird im Fuß­ball nie­mand besto­chen, sonst wäre ich ein wenig skep­tisch bezüg­lich der Sta­ti­stik in der ersten Halb­zeit gewe­sen, aber ich habe auch kei­ne Ahnung von die­sem Sport. Da bekommt also ein mehr­ma­li­ger Welt­mei­ster der­ma­ßen eins auf die Müt­ze, dass die Anhän­ger der bra­si­lia­ni­schen Mann­schaft zum Ende hin groß­teils dazu über­ge­hen, die deut­schen Spie­ler zu beju­beln und die eige­nen aus­zu­pfei­fen, und ich habe euch immer noch nicht ver­stan­den.

Wor­um geht es euch, wenn ihr vor dem Fern­se­her oder in der Knei­pe laut­stark einer Zeit­ver­schwen­dung zuseht, anschlie­ßend die Nach­bar­schaft stun­den­lang mit eurem Gegrö­le von sinn­vol­le­ren Tätig­kei­ten abhal­tet und der­art laut hupend durch die gro­ßen Städ­te kor­sot, dass ich mich sogar dar­über freu­en kann, in einem idyl­li­schen stink­lang­wei­li­gen Städt­chen zu hau­sen? Pro­test gegen die Ben­zin­prei­se wird’s nicht sein. Ist es das Gemein­schafts­ge­fühl, das man ent­wickelt, wenn man einer gro­ßen Grup­pe von Men­schen (denen, die sich aus Pas­siv­sport nichts machen) gemein­schaft­lich auf die Ner­ven fällt? Agie­ren bra­si­lia­ni­sche fans, die die Mann­schaft, denen beim Lau­fen zuzu­se­hen sie teu­er erkauft haben, im Kri­tik­fall auch mal aus­pfei­fen, so völ­lig anders als ihr?

Ich habe wirk­lich ver­sucht euch zu ver­ste­hen. Erklärt mir, was den Reiz des­sen aus­macht, gemein­sam mit ande­ren Betrun­ke­nen eine Mann­schaft anzu­feu­ern, die man danach aus­wählt, wel­che Hym­ne sie schief mit­grölt. Ich wei­ge­re mich anzu­neh­men, dass die nahe lie­gen­de Ant­wort, dass ihr so wenig­stens kurz­zei­tig nicht dar­über nach­den­ken müsst, dass eure erschrecken­de Pas­si­vi­tät eine Ursa­che für den Zustand eures Lebens ist, die ein­zi­ge Begrün­dung lie­fert. Wür­det ihr auf das, was euer Leben bestimmt, wenig­stens fast so viel ach­ten wie auf ein paar schlecht geklei­de­te Mil­lio­nä­re, die­ses Land wäre ein bes­se­res. Wir haben das mit der Revo­lu­ti­on bis­her offen­bar völ­lig falsch gemacht. Viel­leicht funk­tio­niert es ja so: He, Fuß­ball­fans, der Bun­des­prä­si­dent hat viel­leicht heim­lich auf 2:0 für Bra­si­li­en getippt!

Mei­ne Arbeit hier ist getan.

Montagsmusik
Her Name is Calla – Ragman Roll

Es ist ein Mon­tag der lei­sen Töne.

Die groß­ar­ti­gen Her Name is Cal­la, die das Jahr 2014 mit einer Kol­lek­ti­on von bis­lang unbe­kann­ten Stücken berei­chern (mehr dazu dem­nächst), berei­chern auch den Mor­gen des geneig­ten Hörers.

Ganz nach hin­ten geneigt, die Augen geschlos­sen.

Her Name is Cal­la – Rag­man Roll

Guten Mor­gen.

Politik⁠In den Nachrichten
Heute geht’s ohne Abendessen ins Bett!

Ihr USA könnt euch ein­fach nicht beneh­men! Jetzt habt ihr mit eurem Dop­pel­agen­ten sogar Opa auf­ge­weckt! :motz:

Gauck über US-Spio­na­ge: „Jetzt reicht’s auch ein­mal“ (…) Soll­te sich der Ver­dacht bewahr­hei­ten, sei es Zeit für kla­re Wor­te Rich­tung Washing­ton.

Eure Eltern bekom­men einen beson­ders böse for­mu­lier­ten Brief von Opa, viel­leicht sogar ohne „Sehr geehr­te“ in der Anre­de, wenn ihr euch nicht sofort zusam­men­reißt! Jetzt reicht’s aber auch ein­mal, ihr Laus­bu­ben!

(mit Dank an L.!)

Netzfundstücke⁠In den Nachrichten
Werbung von Google, Werbung von O₂

Goog­le, Markt­füh­rer in mobi­ler Wer­bung, wur­de 1998 als aka­de­mi­sche Such­ma­schi­ne vor­ge­stellt. Was Goog­le ande­ren Such­ma­schi­nen vor­aus hat­te? Nun, unter Ande­rem kei­ne Wer­bung:

The goals of the adver­ti­sing busi­ness model do not always cor­re­spond to pro­vi­ding qua­li­ty search to users.

Aber wen inter­es­siert schon Qua­li­tät?

(via @hakantee)


Apro­pos Spam­mer:

Ich habe heu­te einen Tele­fon­an­ruf von #Emnid auf eine Tele­fon­num­mer bekom­men, die in kei­nem Tele­fon­buch steht, nir­gends sonst ver­öf­fent­licht ist, nie­mals von mir ange­ge­ben wird und die anson­sten nur sechs Men­schen bekannt ist.

Mei­ner Mei­nung nach gibt es nur eine Erklä­rung dafür, wie die­se Tele­fon­num­mer in den Daten­be­stand von Emnid kom­men konn­te: Indem #O2 in gro­ßen Pake­ten Tele­fon­num­mern (und wer weiß schon: viel­leicht auch wei­te­re Kun­den­da­ten) an der­ar­ti­ge Fäkal­ma­den ver­kauft. Das ist ver­mut­lich das, was man bei O2 unter dem Dienst am zah­len­den Kun­den ver­steht: Dass die­se »PENETRANT WIEDERHOLTE, STÖRENDE UND SINNLOSE ANRUFE« auf ihrem Hän­di bekom­men. Ich hof­fe, dass der Insol­venz­ver­wal­ter sich bald die­ses Ladens annimmt und kann bis dahin nur vor O2 war­nen.

O₂ – wir erin­nern uns – war der Laden, der Men­schen kei­nen Ver­trag geben möch­te, wenn sie am fal­schen Ort woh­nen. Da wächst zusam­men, was zusam­men gehört.

In den Nachrichten⁠Piratenpartei
Was auf dem #aBPT geschah (eine Zusammenfassung)

Am Wochen­en­de traf sich ein Teil der Pira­ten­par­tei Deutsch­land in einer Hal­le in Hal­le, um dem kom­mis­sa­ri­schen Bun­des­vor­stand einen Nach­fol­ger zusam­men­zu­wäh­len. Die bei­den Flü­gel der Par­tei hat­ten sich längst ver­här­tet, zur Wahl stan­den Ver­tre­ter des „pro­gres­si­ven Flü­gels“ (also der Par­tei­lin­ken) eben­so wie Ver­tre­ter des „kon­ser­va­ti­ven“ Kern­pi­ra­ten­tums (also der Netz­po­li­ti­ker und Daten­schüt­zer).

‘Was auf dem #aBPT geschah (eine Zusam­men­fas­sung)’ wei­ter­le­sen »

Netzfundstücke
Alles nur Schall und Niederschlag

Habt ihr schon mal eine Wet­ter­sta­ti­on für das hei­mi­sche Wohn­zim­mer geba­stelt?

Falls nicht: Wisst ihr, was ihr dafür braucht?

Rich­tig: Unter Ande­rem Einen Schall­mes­ser.

Chi­le hat die lau­te­sten Fuß­ball­fans. Zu die­sem Ergeb­nis kommt eine Aus­wer­tung der Geräusch­da­ten aus den Wohn­zim­mern, die welt­weit durch das in die Netat­mo-Wet­ter­sta­ti­on inte­grier­te Sono­me­ters erfasst wer­den.

:-?

(via Schwerd­fe­gr)

In den Nachrichten⁠Politik
Amerika kann man auch nicht mehr so hassen wie damals.

Dass die Sprin­ger-Pres­se, die in der Geschmacks­rich­tung WELT ONLINE unlängst einen völ­lig uniro­ni­schen Text namens „Ame­ri­kas Ein­sät­ze sind gut für die gan­ze Welt“ publi­zier­te, wie auch die FAZ mit­un­ter eine sehr auf’s Gestern bedach­te Ein­stel­lung zum Welt­ge­sche­hen hat, ist nun nichts, was noch irgend­je­man­den ernst­haft empö­ren soll­te.

Dass die sich gern als „libe­ral“ sehen­de Wochen­zei­tung DIE ZEIT aber die­sem Zeit­geist anschließt und unter der viel­ver­spre­chen­den Über­schrift „Macht Ame­ri­ka end­lich platt!“ einen halb­ga­ren Arti­kel ins Web stellt, des­sen Haupt­aus­sa­ge ist, dass die Deut­schen doch btte end­lich auf­hö­ren soll­ten zu jam­mern, ver­ste­he ich nicht ein­mal unter der Prä­mis­se, dass der Autor Eric T. Han­sen selbst US-Ame­ri­ka­ner ist und sich – haha, das Kli­schee – auf sei­ner Web­site mit einem Cow­boy­hut zeigt. So was von 19. Jahr­hun­dert!

In Deutsch­land begeg­net man ihm offen­bar meist feind­se­lig:

In den 30 Jah­ren [seit mei­ner Ankunft] ver­ging kaum ein Tag, an dem ich nicht erfuhr, wie die USA bald zusam­men­bre­chen wür­den, wie Ame­ri­ka bald den drit­ten Welt­krieg aus­lö­sen wür­de, wie Deutsch­land nur eine Kolo­nie der USA sei und wie Ame­ri­ka die deut­sche Kul­tur und Moral rui­nie­re.

Natür­lich hat sich nichts davon anschlie­ßend bewahr­hei­tet: Den Ver­ei­nig­ten Staa­ten geht es finan­zi­ell her­vor­ra­gend, ihr Mili­tär hält sich aus jedem inter­na­tio­na­len Kon­flikt her­aus, Deutsch­land wird von ihnen als sou­ve­rä­ner Staat akzep­tiert, aus des­sen Ange­le­gen­hei­ten sich ihr Geheim­dienst her­aus­hält, und die deut­sche Kul­tur und Moral haben durch den Ein­fluss US-ame­ri­ka­ni­scher Fern­seh­se­ri­en deut­lich an Reich­tum gewon­nen. Schwe­ster, mei­ne Pil­len!

Was ist zu tun? Na ja:

Jagt das ame­ri­ka­ni­sche Mili­tär aus dem Lan­de, kauft ame­ri­ka­ni­sche Fir­men auf und schmeißt alle Amis, die ihr in die Fin­ger kriegt, aus dem Land. Sam­melt Ver­bün­de­te in ganz Euro­pa und in der ara­bi­schen Welt, bom­bar­diert Washing­ton und die Wall Street, mar­schiert ein und schenkt das Land wie­der den India­nern. Die Geschich­te wird es euch dan­ken!

Das wäre die ame­ri­ka­ni­sche Lösung, und in ande­ren Län­dern funk­tio­niert sie ja vor­treff­lich. Aber weil wir Deut­schen ein fried­lie­ben­des Volk sind und auch blei­ben wol­len, müs­sen wir anders vor­ge­hen:

Falls die Deut­schen dazu aller­dings doch (noch) nicht bereit sind, habe ich eine Alter­na­ti­ve: Lernt end­lich, als selbst­be­wuss­te und gleich­wer­ti­ge Nati­on mit Ame­ri­ka auf Augen­hö­he zu leben. Und hört auf zu quen­geln!

„Auf Augen­hö­he“, also doch das mit dem Mili­tär. Alles klar.

Ach nein, gemeint ist natür­lich eine Part­ner­schaft, und wer das nicht will, der ist ein Faschist:

Die künst­lich über­zo­ge­ne Empö­rung gegen­über Ame­ri­ka ist dabei Teil eines zuneh­men­den Natio­na­lis­mus, der sich auch gegen die EU und damit gegen Deutsch­lands Nach­barn rich­tet. (…) 1933 sah sich der durch­schnitt­li­che Bür­ger als Opfer der Juden; heu­te sehen sich vie­le als Opfer ame­ri­ka­ni­scher Ban­ken, Kon­zer­ne und Poli­tik.

Wenn US-Ame­ri­ka­ner sich dar­in ver­su­chen, deut­sche Geschich­te zu erklä­ren, kommt sel­ten etwas Sinn­vol­les dabei her­aus. Das „Ver­ge­hen“ der Juden bestand wei­test­ge­hend dar­in, über Geld zu ver­fü­gen. Ame­ri­ka­ni­sche Ban­ken aber ver­fü­gen nicht nur über Geld, sie ver­ju­beln es auch.

Das, zuge­ge­ben, ist nicht „unser“ Pro­blem, mögen die Ame­ri­ka­ner doch selbst damit zurecht­kom­men. Inter­es­san­ter sind schon ame­ri­ka­ni­sche Kon­zer­ne wie Face­book und Goog­le, die die von ihnen pro­pa­gier­te Frei­heit des Kun­den gern iro­nisch ver­ste­hen und über­dies in regem Aus­tausch mit den Schaf­fern ame­ri­ka­ni­scher Deutsch­land­po­li­tik ste­hen, über die der Schrei­ber die­ser Zei­len zur Scho­nung sei­nes Blut­drucks vor­über­ge­hend lie­ber kein Wort mehr ver­lie­ren möch­te. Sie wol­len ja nur unser Bestes, näm­lich wis­sen, ob wir gera­de zu Hau­se und Ter­ro­ri­sten sind.

Aber viel­leicht ver­ste­he ich hier nur die edlen Absich­ten falsch und es ist ja nicht alles schlecht in den USA:

Wel­che Vor­tei­le, fra­gen Sie? (…) Gleich­zei­tig impor­tiert man hier aus Ame­ri­ka alles, was man selbst nicht pro­du­zie­ren kann oder will – (…) die neu­sten Life­styl­e­trends und natür­lich moder­ne Pop­kul­tur[.]

Denn wo wären wir ohne „die neu­sten Life­styl­e­trends“ (häss­li­che Kla­mot­ten, unbe­que­me Möbel, Apple-Gedöns) und die „moder­ne Pop­kul­tur“ (castings, Coca-Cola, Apple-Gedöns)? Am Ende, sage ich euch! Und dar­um müs­sen wir end­lich ent­schlos­sen han­deln:

Ein gro­ßes Land wie Deutsch­land hat zwei Mög­lich­kei­ten, mit einem noch grö­ße­ren Land wie Ame­ri­ka umzu­ge­hen. Es kann die eige­ne Posi­ti­on in der Welt­ord­nung zu einer uner­träg­li­chen Opfer­rol­le machen und auf höch­stem Niveau so lan­ge lei­den, bis das ein­ge­bil­de­te Lei­den zu einer Psy­cho­se wird. Oder es kann sich – wie alle ande­ren Län­der der Welt – selbst als gleich­wer­ti­gen Part­ner mit Schwä­chen und Sün­den begrei­fen, mit guten und schlech­ten Tagen wie sei­ne Part­ner und die Vor­tei­le sei­ner Part­ner­schaft mit einem noch grö­ße­ren Land genie­ßen.

Es sei näm­lich Zeit, dass wir erken­nen, dass wir, die wir abge­schla­ge­ne Zwei­te hin­ter dem „grö­ße­ren“ (E. T. Han­sen) Ame­ri­ka sind und blei­ben wer­den, gei­stes­krank sei­en und nur davon geheilt wer­den kön­nen, wenn wir uns den Ver­ei­nig­ten Staa­ten wie die SPD der CDU als gleich­wer­ti­ger Part­ner unter­ord­ne­ten, denn in einer Part­ner­schaft ver­ge­be man dem Ande­ren auch grö­ße­re Fehl­trit­te. Es müs­se ja nicht gleich eine Freund­schaft sein.

Gut, dass uns das mal jemand erklärt hat.

Wenn mir irgend­was nicht passt, steht mir frei, hier wegzugeh’n.
Farin Urlaub: Lie­ber Staat

Nerdkrams
Über Dateimanager und warum ich sie brauche

#foreveralone(Vor­be­mer­kung: Es folgt wie­der ein­mal ein län­ge­rer Text über von mir ver­wen­de­te Soft­ware. Ergän­zun­gen sind gern gese­hen.)

2010 beklag­te ich mich:

Hat­te der Datei­ma­na­ger von Win­dows 3.x (winfile.exe) noch eini­ge wirk­lich nütz­li­che Funk­tio­nen wie etwa den Dual­pa­nel-Modus, den man als Anwen­der heut­zu­ta­ge umständ­lich nach­rü­sten muss, indem man alter­na­ti­ve Datei­ma­na­ger wie den sicher nicht unbe­grün­det belieb­ten Total Com­man­der instal­liert, so besitzt der Explo­rer in Win­dows 7 nicht ein­mal mehr eine Schalt­flä­che, um in das über­ge­ord­ne­te Ver­zeich­nis zu wech­seln.

Das wur­de in Win­dows 8 zwar wie­der­um kor­ri­giert, aber schön ist das nicht. Der Win­dows Explo­rer ist nur mit aller­lei Zusatz­werk­zeu­gen wie Clover und Lista­ry eini­ger­ma­ßen benutz­bar, sta­bi­ler macht ihn das aber mit­un­ter nicht. (Bevor’s wie­der Spott aus ande­ren Lagern hagelt: Der „Fin­der“ von Mac OS X ist in sei­ner Stan­dard­ein­stel­lung auch ein sehr, ähm, rusti­ka­les Werk­zeug; die diver­sen Linux­dis­tri­bu­tio­nen machen es in der Regel kaum bes­ser. Aus­ge­rech­net KDE-basier­te Syste­me wie PC-BSD und SolydK möch­te ich aber aus­drück­lich loben: Dol­phin ist ein Stan­dard-Datei­ma­na­ger, wie ich ihn mir auch in ande­ren Syste­men wün­schen wür­de.)

‘Über Datei­ma­na­ger und war­um ich sie brau­che’ wei­ter­le­sen »

Netzfundstücke⁠In den Nachrichten
Frieden, Liebe und Mitgefühl

Tier­rechts­in­itia­ti­ve Rhein/Main, ca. April 2014:

Wir freu­en uns auf zahl­rei­ches Erschei­nen! (…) Wir akzep­tie­ren aller­dings kei­ne (…) dis­kri­mi­nie­ren­den, grenz­ver­let­zen­den Äuße­run­gen und Ver­hal­tens­wei­sen, (sic!) sowie wei­te­re Unter­drückungs­me­cha­nis­men.

„Psiram“-Blog nach der Ver­an­stal­tung:

[S]elbst ein Schuh­ge­schäft fiel den Rasen­den zum Opfer, hier wur­den Kun­den am Betre­ten gehin­dert. Eier mit der Auf­schrift “Mör­der”; ein Frucht­gum­mi-Laden unter mas­si­vem Poli­zei­schutz – man mag es sich kaum vor­stel­len. (…) Seit ein paar Tagen fürch­te ich mich ein wenig vor der Ent­fes­se­lung die­ser Idea­li­sten, die mit mir über mei­ne Schu­he reden wol­len[.]

„Pro-Vegan“-Blog, Info­thek:

Vegan ist Frie­den, Lie­be und Mit­ge­fühl für alle emp­fin­dungs­fä­hi­gen Lebe­we­sen!

Haupt­sa­che, es wird kei­ne Gren­ze ver­letzt. Man ist ja kein Unmensch.