Kühe machen „muuuuuuuuh“, Enten machen „naaaaaaak“, Pinguine machen „quäääääk“.
Und Sterne?
Richtig, „SPIEGEL“ (7/2016):
Brummmm!
(Abt.: „Was kennt ihr für Sternbilder?“ – „Großer Bär!“ – „Perfekt!“)
Und dann war da noch Twitter.
Das damalige Nebenprodukt einer eigentlich ganz anderen Software, das 2006 als eine Art „SMS fürs Web“ entwickelt wurde, fand mit seinem simplen Konzept sehr schnell Abnehmer, also Nutzer; dies wohl auch, weil es ein einigermaßen eigenständiges Ziel verfolgte und nicht versuchte, ein besseres MySpace, StudiVZ, Friendster oder mittlerweile Facebook zu sein. Offene APIs sorgten für eine ungeahnte Vielzahl an „alternativen“ Twitterclients (zum Beispiel für meinen), das Echtzeitmodell ließ Twitter mitunter zu einem wichtigeren Nachrichtenportal werden als Nachrichtenportale selbst.
Ärgerlich am „Wachstum“ eines solchen Dienstes aber sind, von den Folgen für potenzielle Konkurrenz wie GNU Social – Kennt ihr nicht? Seht ihr! – einmal abgesehen, für ihn selbst zwei Faktoren: Zum Einen ist exponenzieller Zuwachs an Benutzern irgendwann unrealistisch bis unmöglich, was ein Problem ist, das sich Twitter immerhin mit den Herstellern von Mobiltelefonen teilt, es hat eben kaum ein Mensch mehr als nur zwei Ohren; zum Anderen kann ein Unternehmen mit solchem Personal und solcher technischer Infrastruktur nicht beliebig lange damit rechnen, dass man von gutgläubigen Investoren leben kann. Gerade, wenn man wie Twitter ohne ein funktionierendes Geschäftsmodell den Börsengang wagt, wird die Lage mit der Zeit selten entspannter.
Nun hätte Twitter einfach den logischen Schritt vollziehen und bezahlte Konten einführen können, die dann zum Beispiel animierte Avatare oder sonstige für die meisten Menschen völlig egale Extras als Belohnung bekommen hätten. Stattdessen hat man sich bei Twitter angesehen, was (erster Fehler) der Marktführer Facebook so anders macht als man selbst, und (zweiter Fehler) beschlossen, dass einiges dort genau das ist, was Twitter, das überhaupt nicht versucht hatte, ein „soziales Netzwerk“ zu sein, dringend brauche. Anstupsen war es bedauerlicherweise nicht.
Twitter bekam also ein neues Aussehen, geschwätzigere Benutzerprofile, die Möglichkeit, sich in Direktnachrichten ohne die übliche Begrenzung auf 140 Zeichen auszudrücken, und nun endlich auch die Funktion, kein Echtzeitmedium mehr zu sein: Man kann Tweets jetzt nach Relevanz sortieren, wohlgemerkt: nach der von Twitter geschätzten Relevanz, was ungefähr „je mehr Leute einem Benutzer folgen, desto relevanter ist sein Sermon“ bedeutet. Dass diese Option nicht nur abschaltbar, sondern auch standardmäßig deaktiviert ist, sich für bestehende Nutzer also bis auf Weiteres nichts ändert, milderte die Protestwelle kaum ab. Wieder einmal ist Twitter „endgültig“ gestorben, wieder einmal werden obskure Alternativen als die künftige Heimat ganz Twitters angepriesen; beginnend mit nächster Woche werden diese Alternativen dann allesamt wieder Staub ansetzen, weil ein Nichttwitter eben keinen Spaß macht, wenn man dort ganz allein lustig ist.
Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Die Nutzerzahl von Twitter stagniert, und das hat durchaus Gründe, die nichts damit zu tun haben, dass Twitternutzer eigentlich lieber bei Facebook wären.
Warum führt Twitter nicht endlich auch Glücksnüsse ein?
Apropos :motz::
Computer sind prima, weil sie binär funktionieren und es nur richtig und falsch gibt, richtig?
Ein Programm hat, grob zusammengefasst, zwei mögliche Zustände beim Beenden, nämlich true (alles hat funktioniert) oder false (irgendwas lief beim Ausführen schief), dabei entspricht der Rückgabewert 0 oder „gar nichts“ in der Regel true und jede größere Zahl false. Das true-Programm (true.c) aus dem GNU-Projekt – das ist das, mit dem sich Linuxnutzer angeblich herumärgern müssen – lässt das aber offen:
#ifndef EXIT_STATUS # define EXIT_STATUS EXIT_SUCCESS #endif #if EXIT_STATUS == EXIT_SUCCESS # define PROGRAM_NAME "true" #else # define PROGRAM_NAME "false" #endif // ... return EXIT_STATUS;
true ist unter handelsüblichem Linux also entweder true oder false, das ist Definitionssache.
Dass für eine derartige Aufgabe 80 Zeilen nötig sind, erklärt sich überwiegend daraus, dass ja Versions- und Hilfeausgaben nötig sind, falls der Benutzer mal nicht weiß, welche Version von „gib 0 zurück“ er nun eigentlich verwendet.
Falls sich das mal ändert oder so.
(teilweise via @ixception)
Erinnert sich noch jemand an das witzige Komikerduo „Erkan und Stefan“, das vor nicht besonders langer Zeit – also vor ungefähr 34 Jugendsprachen – die so genannte „Kanak-Sprak“ zum witzigen Stilmittel erhob und damit durchaus vergleichsweise erfolgreich war?
Florian „Stefan“ Simbeck macht inzwischen etwas Seriöseres, er regt sich zum Beispiel im Web über Karnevalswagen auf:
Der Faschingsumzug im oberbayerischen Steinkirchen beschäftigt nun auch die Ermittlungsbehörden in Oberbayern: Sie ermitteln wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Bei dem Umzug fuhr auch ein als Panzer dekorierter Wagen mit den Aufschriften „Ilmtaler Asylabwehr“ und „Asylpaket III“.
Die Botschaft hinter dem Wagen wie auch hinter vielen ähnlichen – Mario Sixtus, der vom Charliesein nichts hält, verteilte erstaunlich wenig wortreich Inflektive darüber – ist offensichtlich eine Satire auf die gegenwärtige Entwicklung hin zu einer restriktiveren Asylpolitik. Das hätte Mario Sixtus und den Ermittlungsbehörden natürlich mal jemand sagen können, dass Karnevalsumzüge oftmals bissige Kritik an der Politik des Landes thematisieren und nicht nur allenfalls für sehr betrunkene Menschen gerade noch mittellustige Furzwitzfeiern sind. Was Satire davor schützt, zum Instrument irgendeiner Herrschaft zu werden, ist ja gerade ihr pubertär-anarchistischer Geist, der über alles seine Witze reißen will. Ein anderes Medium empfiehlt scheinironisch die Einrichtung eines Satireministeriums, um erlaubte (also solche, an der sich niemand stößt) von unerlaubter Satire zu trennen, was es immerhin von der Ägide des bisher letzten Reichspropagandaministers („Der politische Witz wird ausgerottet“, Februar 1939) unterscheidet, der das offensichtlich auch nicht besonders ironisch gemeint hat.
Nein, vom Terrorismus lassen „wir“ – der Westen – uns die Späße nicht verbieten. Wir bringen die Späße schon vorher in Sicherheit.
Es ist Montag und so fühlt er sich auch an, was aber nicht so sehr ins Gewicht fällt, da man seinen Sonntag schon am Sonnabend hatte und überhaupt gerade alles durcheinander scheint, insbesondere der Kopf. Visionen retten nicht alles, oft nicht einmal ihren Besitzer. Letzte Ausfahrt: Anschmiegen mit Fingerspitzen(-)gefühl. (Und dann: Wohnmobil einparken und nicht mehr wegfahren.) Welch feine Narretei. Alaaf, helau!
Aus der Welt der Computerei gibt es derweil Folgendes zu vermelden: In einen Lenovo-Laptop einen Drittanbieter-Akku einzubauen ist nur so lange eine gute Idee, bis man ihn laden möchte; das geht nämlich nicht, ohne den Akkucontroller zu patchen. Offensichtlich werfen Lenovo-Akkus derart hohe Gewinne ab, dass eine Aufrechterhaltung der Verkaufszahlen auch zu Ungunsten der bereits zahlenden Kunden geboten ist. Vielleicht sollte man sich von Lenovo sowieso fernhalten. Wer nun aber stattdessen zu einem Apple-Gerät greifen möchte, der sollte auch lieber spendabel sein: Nicht autorisierte Reparaturen werden bestraft.
Anderes bestraft indes der Weltgeist: In Pisa starb der Schauspieler Raphael („Michael“, faz.net) Schumacher, indem er sich in einer inszenierten Erhängen-Szene tatsächlich selbst erhängte. Es hätte schlimmer kommen können: Das ursprüngliche Skript sah Tod durch Erschießen vor.
Draußen und in Livemedien tobt der Karneval, aber das Alternativangebot für diejenigen, die nicht mittoben möchten, könnte gar nicht groß genug sein. Ich trage mein Scherflein bei. Die Kopfhörer auf dem Kopf, den Partner zur Seite, die Augen geschlossen und die Klappe einfach auch mal.
Guten Morgen.
Das hat Allzwecklosminister Schäuble schon richtig erkannt: Wer in diesem Land trotz der horrenden Steuern, der Inflation und der Mietpreise noch über eine nennenswerte Summe Bargeldes verfügt, der macht bestimmt was Anrüchiges.
Nur solle die Geldwäsche besser bekämpft werden. Und deshalb erwägt das Ressort von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), eine Obergrenze für Bargeldgeschäfte von 5.000 Euro einzuführen. (…) Bei dem Vorstoß, Zahlungen oberhalb einer gewissen Grenze verpflichtend per Überweisung vorzunehmen, gehe es nicht um die Abschaffung des Bargeldes, sondern um die Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerbetrug im großen Stil.
Geldtransfers mit größeren Beträgen sind also künftig bevorzugt virtuell vorzunehmen. Angst vor Überwachung? So ein Quatsch. Die USA haben doch versprochen, in Zukunft ein bisschen reuiger zu gucken, wenn ihre Geheimdienste bei der Arbeit ertappt werden. Auch eine Art von Moral.
Seid erkennbar; wichtiger noch: seid verfolgbar! Es ist ja zu unser aller Wohl. Es wird die meisten Verbrechen effizient verhindern, wenn etwa durch unsaubere Geschäfte erworbenes Geld nur noch in Koffern ausgetauscht werden kann, die höchstens 5.000 Euro beinhalten. Mehr geht nicht, mehr ist ja verboten.
So viel Geld lässt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem verdienen.
Friedrich Schiller: „Kabale und Liebe“
Im Forum von „heise online“ vermeldete heute ein pseudonymer Nutzer, es brauche eine Alternative zur Suchmaschine von Google, denn „wir“ könnten nicht „unser“ gesamtes Wissen durch Google „vorfiltern“ lassen. Wenn doch nur jemand eine zweite Suchmaschine und ein unabhängiges Nachschlagewerk erfände!
Einen zweiten Browser könnten „wir“ übrigens auch mal brauchen. Bei Mozilla, einem der früher offensichtlichen Werbekunden von Google, hat man schon seit längerer Zeit ein gespaltenes Verhältnis zu Privatsphäre und Datenschutz; bei der Entscheidung zwischen letzteren Dingen und einer möglichst deppensicheren user experience fallen diese Kriterien mitunter auch völlig aus der Planung.
Ein häufiges Problem von Webnutzern ist es, sich all die komplizierten Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern zu merken. Nicht jeder möchte eine separate Passwortverwaltung nutzen. Hierfür gibt es zum Beispiel den etablierten Dienst OpenID, der von vielen Websites unterstützt wird; viele Menschen besitzen bereits eine OpenID-Kennung, ohne es zu wissen. Mozilla aber fand, es sei den Benutzern nicht zuzumuten, Anmeldedaten über einen Server ihrer Wahl verifizieren zu lassen, und ersann Mozilla Persona, dessen einziger nennenswerter Unterschied zu OpenID darin besteht, dass es die Passwörter für 24 Stunden im Browser speichert, was für den Datenschutz sicherlich prinzipiell sehr hilfreich ist.
Nachdem Mozilla bekanntgegeben hatte, Persona wegen mangelnden Zuspruchs im November dieses Jahres einzustellen, musste natürlich eine selbstgestrickte Alternative her, deren schnelle Verbreitung von vornherein sichergestellt sein sollte. Das neue große Dingsbums nennt sich Firefox-Accounts, es wurde bisher vorrangig für den Dienst „Firefox Sync“ verwendet und soll künftig die einzige Anmeldemethode für alles sein, was mit Mozilla zu tun hat. Verhindert wird damit die Trennung zwischen mehreren Pseudonymen (ein einzelner Benutzer von Mozilla-Produkten wird damit leichter identifizierbar), ebenso wird es nicht mehr möglich sein, sich mit einer beliebigen, nicht eindeutig zuordenbaren E‑Mail-Adresse zum Beispiel auf der Addons-Seite anzumelden.
Demnächst wird dann ein Mozilla-Entscheider vielleicht diese neue, hippe Funktion „Anmelden mit Facebook“ entdecken. Das würde das Problem ja ein für allemal…
Es ist Montag, ab jetzt geht’s bergab. Das Sonntagsmiteinander erinnert stets daran, wie sehr es das Leben aufwertet und sich dadurch unverzichtbar macht. Stand up, stand up, stand up. Das Dasein als Aphorismus, man wollte es nicht anders. Attraktion macht Sprachgefühl kaputt und das ist eigentlich nur ein bisschen furchtbar.
Man könnte es ja auch schlimmer haben, man könnte stattdessen Staatsbesuch aus dem Iran bekommen. Erst mal die beschniedelten Statuen verstecken. Sonst glaubt der noch, Italiener hätten eine aufgeklärte Gesellschaft.
Darf man 2016 eigentlich noch von einer aufgeklärten Gesellschaft reden? Da fliegen immerhin Handgranaten auf Flüchtlingsheime, was ja nun nicht besonders zivilisiert wirkt; aber keine Sorge, die Schuldige ist vom Föjetong schon ermittelt worden: Frauke Petry (AfD) befürwortet bewaffneten Grenzschutz, was natürlich kontrovers diskutiert („AfD verbieten! Nazis auf’s Maul!“ usw.) wird, denn die Deutschen sollen bitteschön nett zu Leuten sein, die hier reinwollen. Anderen geht das ja auch immer noch nicht schnell genug: Der offensichtlich nicht mehr völlig dichte Nato-Generalsekretär, ein Herr Stoltenberg, fordert mehr deutsche Berufsmörder beim Einsatz gegen das Böse. Irgendwo mehr Soldaten hinzuschicken war bekanntlich schon immer ein Garant für ein friedliches Miteinander.
Frieden ohne staatlich geförderte Gewalttäter können oder wollen sie nicht, aber „organisieren können die Deutschen“ (Traudl Junge, 2001) allerdings, und dafür reicht es allemal: Hitler ist nun kein Ehrenbürger von Uetersen mehr. Das hat er nun davon.
Wir hingegen haben von diesem Montag auch Musik.
Guten Morgen.
Es ist kurz vor sechs Uhr, als Beamte des Bielefelder Spezialeinsatzkommandos (SEK) und ihre Kollegen einer Hundertschaft an einem Mehrfamilienhaus an der Gütersloher Diekstraße vorfahren, sich schusssichere Westen und Sturmhauben überstreifen und ihre Waffen in Anschlag nehmen. (…) Mit den Worten: „Das ist die falsche Wohnung“, verschwinden sie so schnell, wie sie gekommen waren. An der Tür zur Nachbarwohnung setzt die vermummte Eingrifftruppe erneut den Rammbock an. Wieder wird ein Mann im Schlaf überwältigt, wieder ist es der Falsche. Auch beim dritten Vorstoß eine Etage tiefer sind die Polizisten an der falschen Adresse. Erst der vierte Anlauf gelingt.
Wenn schon sonst nicht mehr auf vieles Verlass ist, so hat doch wenigstens der Volkswagen-Konzern endlich eine Antwort auf die Frage gefunden, wie man wieder zu einer beliebteren Automarke wird. Dafür hat Markenchef Herbert Diess kürzlich ein „Zwölf-Punkte-Programm“ vorgestellt, das alles besser machen soll.
Nämlich so (Quelle: Internet):
1. Weltweite Positionierung
Die verfügbaren Automarken des Konzerns sollen an die jeweiligen Märkte „angepasst“ werden. Einige Automarken werden in bestimmten Ländern also wegen geringer Verkaufszahlen vermutlich eingestellt werden.
Vermutung: Damit werden auch weniger Mitarbeiter benötigt.
2. Kosten und Aufwand
Durch geringere Kosten soll mehr Gewinn erzielt werden.
Vermutung: Übermäßig teure Posten, zum Beispiel zu viele Mitarbeiter, werden reduziert.
3. Regionssteuerung
Regionsmanager von Volkswagen sollen mehr Einfluss erhalten, um mehr Kontrolle über „ihr“ Gebiet zu haben.
Vermutung: Mit mehr Verantwortung geht auch mehr Gehalt für Manager einher.
4. Neue Unternehmenskultur
Bei Volkswagen soll ein regerer Austausch zwischen den verschiedenen Unternehmensebenen stattfinden. Worin das resultieren wird, bleibt abzuwarten.
5. Zukunft durch Effizienz
Es sollen unter anderem Unternehmensprozesse beschleunigt und entfehlert werden, unnötige und potenziell Fehler machende Zwischenglieder zwischen Führungsebene und Belegschaft und damit Mitarbeiter oder ganze Abteilungen entfernt werden. Wachstum ist alles.
6. Kommunikation
Es soll eine vom Konzern unabhängige Markenkommunikation bei Volkswagen geben.
Vermutung: Was immer damit gemeint sein mag, es resultiert doch letztendlich in outsourcing und damit weniger Bedarf an Mitarbeitern.
7. Effiziente Prozesse, schlanke Strukturen
Vermutung: Habe ich eigentlich schon über Entlassungen spekuliert?
8. New Volkswagen
Bereits jetzt beschäftigt der Volkswagen-Konzern unzählige externe Dienstleister, die als Zulieferer die „Digitalisierung“ der Automobile vorantreiben. Künftig soll diese „Digitalisierung“ noch etwas mehr Gewicht bekommen.
Vermutung: Da die externen Dienstleister die entsprechenden Entwicklungen bereits beitragen, sind weniger interne Mitarbeiter notwendig.
9. Exzellente Führung
Die Wirksamkeit von Führung soll im Mittelpunkt stehen.
Vermutung: Mehr Geld für effiziente Manager.
10. Strategiehaus
Es soll mit zusätzlichem Personal eine Markenstrategie entworfen werden. (Ach so, das ist noch gar keine Strategie?)
Vermutung: Das zusätzliche Personal wird, wie so oft, vorübergehend extern angemietet. Das Gehalt wird durch Entlassungen finanziert.
11. Unternehmerische Ziele und Strukturen
Die unternehmerische Verantwortung soll gestärkt werden.
Vermutung: Gehaltserhöhungen für Manager.
12. Erschließung Chancenmärkte
Volkswagen möchte auch in Ländern, in denen es bisher nicht sonderlich erfolgreich ist, „starke Teams“ etablieren.
Vermutung: Mehr Manager ins Ausland, dort gibt es auch preiswerte Arbeitskräfte.
Zur weitgehenden Umsetzung des 12-Punkte-Programms würden also zwei Änderungen genügen:
Ich bin davon überzeugt, dass es so oder so ähnlich kommen wird. Und ich bin davon überzeugt, dass die Börse das goutieren wird.
Montag, du Ekel! Er kommt auch jede Woche früher und kälter daher, diesmal allerdings unter wirklich guten Voraussetzungen. Öfter mal was ausprobieren, zu zweit kann nichts schiefgehen. Ein angemessener Dank kennt keine Worte.
Andere Leute reden zu viel: 93 von 150 Dresdnern sind rechtsohrig. Darf man 2016 noch Witze über Dresden und Richtungen machen? Dabei sind doch „Links“ und „Rechts“ mal wieder so aktuell wie selten zuvor: 36 politisch oft weniger nützliche Angehörige des eher am linken Rand fischenden Berliner Piratenumfelds, darunter natürlich Julia Schramm, betreiben jetzt Werbung für die „LINKE“. Postwendend hätte die Berliner Piratenpartei beinahe beschlossen, für die diesjährige Neuwahl des Abgeordnetenhauses nur mehr Parteimitglieder zuzulassen, was zu erstaunlichen Diskussionen führte. Natürlich lehne man die Piratenpartei ab, aber man wolle doch trotzdem für sie antreten dürfen, das habe man doch immer schon so gemacht. So ein Futtertrog lockt eben nicht immer nur die Elfen an. Anderswo greift man zumindest zu hemdsärmeligen Lösungen: Auf AfD-Wahlwerber wird mitunter scharf geschossen. Und Ihre Demokratie so?
Ebenfalls nicht zu den Elfen gehört die Telekom: Für 20 Euro im Monat kann man sich dort von der Störerhaftung freikaufen (natürlich mit Cisco-Routern, denn mit Cisco-Routern ist es selten ein Problem, vor Gericht den Übeltäter in Filesharingfällen nachzuweisen), womit die Abschaffung der Störerhaftung wohl bis auf Weiteres politisch erschwert sein dürfte. Der befreundeten Firma T‑Systems nebst Mutterkonzern macht man doch als Staat nicht das Geschäft kaputt. Es gibt noch viel zu tun.
Aber vorher: Musik. Es ist Montag, da können Herz und Hirn einen kleinen Anschubser vertragen.
Guten Morgen.
Man kann gegen Fasching, Fastnacht, Karneval eine Menge einwenden: Die Musik ist scheiße, die Witze sind dämlich, das Publikum würde unter allen anderen Umständen samt und sonders notgeschlachtet werden und die immergleichen Verkleidungen als Cowboy, „sexy“ Prinzessin/Hexe oder Batman möchte man ja eigentlich auch nicht jedes Jahr an Kindern sehen müssen.
All das Gerede ist aber offensichtlich nicht zíelführend, also tut endlich mal jemand was:
Im österreichischen Karneval soll es kein „Hohnlachen von Mehrheiten über Minderheiten“ wie Lesben und Schwule mehr geben. (…) Gleichzeitig verbietet die Ethik-Charta für den österreichischen Karneval allerdings auch scharfe Kritik an Religionen: „Fasching und Karneval dürfen niemanden in seinen Gefühlen verletzen. Das gilt in ganz besonderem Maße für den Umgang in religiösen Belangen“, heißt es im dem vierseitigen Papier.
Geboten sind daher Witze, die keine Person – keine Minderheiten, keine religiösen Fanatiker, vermutlich keine Politiker, praktisch also niemanden – dem Spott der Zuhörer aussetzen; es bleiben also nur abstrakte plots übrig. (Zählen eigentlich Städte? Kennt man Hannover in Österreich?) Da es nur zwei oder drei mögliche Pointen dafür gibt, ist Karneval in Österreich damit wohl in diesem Jahr ein sehr kurzes „Vergnügen“.
Auch der deutsche Karneval kennt übrigens eine „Ethik-Charta“, die in vielen Teilen der österreichischen verdächtig ähnlich ist. In beiden Fassungen findet sich folgender Passus:
Ebenso wie die anderen Weltreligionen hat das Christentum als die prägende Kraft europäischer Kultur und als Rahmenbedingung unseres Tuns Anspruch auf gebührenden Respekt.
Es ist gut, dass sich endlich mal wieder jemand auf unsere christlichen Traditionen beruft, das hatten wir bekanntlich schon länger nicht mehr. Das „heilige Buch“ des Christentums, die Bibel, weist an einigen Stellen darauf hin, dass Städte wie Sodom und Gomorra, in denen Homosexualität praktiziert wird, vom christlichen Gott durchaus auch mal zerstört werden. Der „Römerbrief“ wird noch etwas deutlicher:
Darum hat sie auch Gott dahingegeben in schändliche Lüste: denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen; desgleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.
Römer 1, 26–27
Ach, was interessieren uns noch Jahrtausende alte Texte in der heutigen modernen, aufgeklärten Zeit? Nehmen wir ein neueres Beispiel, als 2008 der damalige so genannte Vertreter des christlichen Gottes auf Erden sich zum leidigen Geschlechterthema äußerte:
Die Menschheit solle auf „die Stimme der Schöpfung“ hören, um die vorgegebenen Rollen von Mann und Frau zu verstehen. Alles andere käme „einer Selbstzerstörung des Menschen und der Zerstörung von Gottes Werk selbst“ gleich.
Nur mal so aus Neugier, „Bund Österreichischer Faschingsgilden“, und „Bund Deutscher Karneval e. V.“:
Wenn eure alberne „Feier“ schon jedes Jahr wieder stattfinden muss und die Teilnehmer das Christentum zu respektieren haben – müssen Städte, in denen Homosexuelle leben, jetzt komplett zerstört werden oder reicht es, die Homosexuellen, wie in 3. Mose 20,13 empfohlen, paarweise zu töten?
Ich will das ja gebührend respektieren.
Religion ist kaputt, Religion kann weg:
Wegen des Vorwurfs der Gotteslästerung hat sich in Pakistan ein 15-Jähriger nach Polizeiangaben selbst die Hand abgehackt. (…) In der Predigt hatte der Imam gefragt, ob jemand anwesend sei, der nicht an den Propheten glaube, berichtete die Polizei. Weil er die Frage falsch verstanden habe, soll der Jugendliche seine Hand gehoben und sich gemeldet haben. (…) Anschließend habe sich der Jugendliche zu Hause die Hand abgehackt und sie dem Geistlichen als Symbol seiner Reue präsentiert, heißt es in Meldungen verschiedener Medien. Eltern und Dorfbewohner hätten die Tat des Jugendlichen als Zeichen der Zuneigung zum Propheten gefeiert, erklärte demnach die Polizei.
So ein Feigling. Sein Kopf wäre doch ein viel eindrucksvolleres Symbol gewesen. Allah ist hoffentlich sehr enttäuscht.
Gute Nachrichten: Der Mann, der monatelang in Häuser eingebrochen war, um Männer am Anus zu kitzeln, wurde verhaftet.
Sascha Lobo schreibt:
Vielen Leuten bekommt das Internet einfach nicht.
Hadmut Danisch ergänzt:
Und wisst Ihr (sic! A.d.V.), was mir aufgefallen ist, nämlich auf den Journalistenkonferenzen, bei denen ich auch Lobo live erlebt habe? Dass wir überschwemmt werden von einer Jungjournalistengeneration, die überhaupt nichts mehr denken und recherchieren kann und sich nur noch in den Social Media bewegt und aus Twitter abschreibt.
Was hat uns denn allen noch gefehlt? Richtig: Noch mehr Geräte mit Internet dran!
(Vorbemerkung: Ich bin zurzeit Mitglied von CCC und Piratenpartei, hoffe aber, deswegen nicht an irgendwas die Schuld zu tragen. Es folgt, da mich einige Geschehnisse der letzten Jahre nicht ganz unbewegt lassen, ein idealistisch motivierter Aufregtext, der keinesfalls zu einer sachlichen Diskussion beitragen soll.)
Felix „Fefe“ von Leitner ist aus dem Chaos Computer Club ausgetreten. Um zu verstehen, warum das ein schlechtes Zeichen ist, ist es ratsam, die Geschichte der Hackerkultur in Deutschland einmal genauer zu betrachten.
In den späten 1990-er Jahren – das „World Wide Web“ war noch nicht ganz so furchtbar wie heute, was wohl auch damit zu tun hatte, dass es mit AOL, CompuServe u.a. starke kommerzielle Konkurrenz hatte – las ich einmal im Kindermagazin „Micky Maus“ eine begeisternde Werbung für den „Online-Auftritt“ des Heftes, das damals natürlich noch über CompuServe abrufbar war. Als ich am vergangenen Wochenende wieder einmal in den Neuerscheinungen am Zeitschriftenkiosk blätterte, fühlte ich mich in diese Zeit zurückversetzt, denn ich sah Ungewohntes:

Das Fachblatt „POPCORN“ – die Website des Magazins datiert gegenwärtig offenbar noch von 2015 – will „fit fürs Internet!“ machen. Das verspricht doch eine Menge Spaß.
Es sind aber leider nur drei Seiten, zusammengefasst unter der Überschrift „Klick dich schlau! – Internet von A‑Z“, es werden also 26 Stichworte über „das Internet“ kurz erklärt. Eins sei vorweg verraten: Es kommt ausschließlich das Web zur Sprache, den Rest „des Internets“ hält man bei „POPCORN“ offensichtlich für nicht bedeutsam. Dass der Anreißertext „Newbie oder Pro – völlig egal!“ lautet, ist allerdings nicht übertrieben; newbies finden das Schlauklicken (wo klickt man in einer Zeitschrift eigentlich hin?) sicherlich lehrreich und pros höchst amüsant.
Aber keine Sorge, werte newbies, es muss euch nicht peinlich sein, denn was ihr seid, erklärt man bei „POPCORN“ unter „N“:
„Du Noob“ oder „Was ein Newbie“! – Könnte als Beleidigung benutzt werden, ist aber meistens nur eine Feststellung. (Das glaube ich gern. A.d.V.) Denn unter „Newbie“ oder „Noob“ wird im Web ein Neuling bezeichnet!
Fein, fein – dass „Web“ und „Internet“ irgendwas miteinander zu tun haben, vermag der unbekannte Verfasser gerade noch zu wissen, aber den Unterschied leider nicht. In dieser durchdigitalisierten Welt ist das aber auch manchmal schwierig, die Internetsprache hält ja Einzug in alle Lebensbereiche. Zum Beispiel das Szenewort „Quelle“:
Im Internet bezeichnet man Seiten, aus denen man Informationen bekommt, als Quelle.
Ulkig, wie diese Jugend heute redet. Noch so ein kompliziertes Wort ist übrigens „Jubiläum“:
Olé. olé, olé! Auch das Internet feiert Feste – und es hatte 2015 allen Grund dazu: Da wurde die erste Website „info.cern.ch“ am 13. November 25 Jahre alt! Kaum zu glauben: Früher gab’s nur Schriften auf einer Website und keinerlei Fotos oder Animationen…
Kaum zu glauben. Warum erfindet denn irgendwer ein System zum Austausch von Nachrichten, bei dem man nicht mal Schmink- oder Katzenvideos sehen kann? Laaaaame!
„Lame“ erklärt „POPCORN“ leider nicht. Leet ist, was nicht lame ist. Was allerdings offensichtlich leet ist: Werbeblocker.
(…) Das Programm (sic! A.d.V.) „Adblock“ blockiert die blöden Popups (…). „Adblock“ gibt’s bei www.chip.de zum Runterladen! Installieren, öffnen – und zack: werbefrei…!
Es ist natürlich möglich, auf einem Portal wie chip.de, das vor potenziell trojanerbefallener Werbung selbst nur so strotzt und dessen Downloads gelegentlich eigens mit Malware angereichert werden, einen Werbeblocker herunterzuladen. Es ist natürlich nur auch keine besonders gute Idee.
Tut man es doch, erkältet sich vielleicht noch der Computer („V“ wie „Virus“):
So wie unser Körper sich einen Virus einfangen kann, kann das unser Computer auch. (…) Das Ziel eines Virus ist es (…), bestimmte Dateien oder gar die komplette Festplatte zu zerstören. (Genau, nur dafür sind Viren da. A.d.V.) (…) Ladet möglichst keine Programme von dubiosen Websites herunter.
Ja, wie denn nun?
Man könnte meinen, der Autor der Internetanleitung leide unter Realitätsverlust; wenn nicht gar unter Realitäts-Verlust („R“):
(…) Internetsüchtige verlieren das „echte“ Leben völlig aus den Augen und leben nur noch in einer „virtuellen Welt“! Tipp: Begrenzt eure Internetzeit auf 1–2 Stunden am Tag – am besten mit einem Wecker, der euch sagt, wann Schluss ist!
Diese 1–2 Stunden kann man dann mit „Whatsapp“ („W“) auf dem „Smarthphone“ (sic! Seite 19), mit „Zocken“ („Z“), „Challenges“ („C“) auf „YouTube“ („Y“), „Facebook“ („F“) oder „Streamen“ („S“) verbringen. Auf YouTube gibt es immerhin spannende Dinge sehen, zum Beispiel – „Witzig!“ – das allererste Video, auf dem der Gründer von YouTube im Zoo vor dem Elefantengehege zu sehen ist. Roffel!
Ob es auch was zu „X“ gibt? Aber natürlich, die essenziell wichtige „X‑Taste“:
Smileys und Abkürzungen mit dem Buchstaben „x“ sind im Web voll trendy. Beispiele: „xoxo“ oder auch der Smiley :x – beides soll Küsse(n) signalisieren!
Zu meiner Zeit wurden Küsse ja noch durch :* ausgedrückt. :x stand für etwas anderes – „meine Lippen sind versiegelt“, „ich sag‘ nix dazu“. Es tut mir wirklich ein bisschen leid, dass der unbekannte Autor es auf diese Weise erfahren muss, aber die Sekretärin hat auf Ihre Liebesschwüre also gar nicht mit einem Kuss reagiert.
Ebenfalls in dieser Ausgabe der „POPCORN“ zu sehen: Die „Blondine“ und „hübsche Düsseldorferin“ (ebd.) „Dagi Bee“ gibt ein doppelseitiges Interview ohne Worte, indem sie dumme Fragen (etwa „Magenknurren! Hunger! Schokolade!“) mit mindestens ebenso dummen („witzigen“) Grimassen beantwortet.
Mir fällt dazu übrigens auch eine witzige Grimasse ein. Leider hat mein Wecker gerade geklingelt.
So mag ich meine Montage, ohne Reue, nicht allein; naja, zumindest nicht allein. Tempora mutantur, irgendwas läuft nicht ganz so falsch. Das muss dieses Altwerden sein, von dem so oft die Rede ist. Ich glaube, ich finde das ganz in Ordnung so.
Im deutschsprachigen Teil Twitters derweil sind Tweets über das Privatleben von Menschen inzwischen ein Trend. Allmählich überrascht es mich kaum noch, dass klassische Medien immer wieder Tendenzen auf Twitter mit „der Stimmung des Volkes“ verwechseln, obwohl das Volk eben auch vieles redet, dessen Kenntnis wohl kaum jemand für eine tatsächliche Bereicherung seines Lebens hielte. Wer sitzt in der Jury einer grauenvollen Sendung, die bereits gescheiterte Existenzen nach kurzem Aufblühen nachhaltig vernichtet? Wie alt ist die gegenwärtige Freundlin eines vor zwanzig Jahren vergleichs- wie überraschenderweise erfolgreichen Musikers? Wie teuer war die Frisur eines austauschbaren Berufsgesichts? Was hat das überhaupt alles zu bedeuten?
„Oh, was nicht wissen find‘ ich toll!“ (Patrick Star, c/o „SpongeBob Schwammkopf“).
ZEIT.de weiß indes: „Vinyl ist was für Hipster“. Es sei unmodern, friste ein Nischendasein und zahle sich kaum aus. Dabei geht es gar nicht immer um’s Geld, sondern um viel mehr.
Aber darauf müsst ihr schon selbst kommen.
Guten Morgen.