In den Nachrichten
Christ­li­che Papp­na­sen (Nach­trag): Nous som­mes le car­na­val!

Erin­nert sich noch jemand an das wit­zi­ge Komi­ker­duo „Erkan und Ste­fan“, das vor nicht beson­ders lan­ger Zeit – also vor unge­fähr 34 Jugend­spra­chen – die so genann­te „Kanak-Sprak“ zum wit­zi­gen Stil­mit­tel erhob und damit durch­aus ver­gleichs­wei­se erfolg­reich war?

Erkan und Ste­fan – Respek­ti­ve Beru­fe – Tür­ste­her

Flo­ri­an „Ste­fan“ Sim­beck macht inzwi­schen etwas Seriö­se­res, er regt sich zum Bei­spiel im Web über Kar­ne­vals­wa­gen auf:

Der Faschings­um­zug im ober­baye­ri­schen Stein­kir­chen beschäf­tigt nun auch die Ermitt­lungs­be­hör­den in Ober­bay­ern: Sie ermit­teln wegen des Ver­dachts der Volks­ver­het­zung. Bei dem Umzug fuhr auch ein als Pan­zer deko­rier­ter Wagen mit den Auf­schrif­ten „Ilm­ta­ler Asyl­ab­wehr“ und „Asyl­pa­ket III“.

Die Bot­schaft hin­ter dem Wagen wie auch hin­ter vie­len ähn­li­chen – Mario Six­tus, der vom Char­lie­s­ein nichts hält, ver­teil­te erstaun­lich wenig wort­reich Inflek­ti­ve dar­über – ist offen­sicht­lich eine Sati­re auf die gegen­wär­ti­ge Ent­wick­lung hin zu einer restrik­ti­ve­ren Asyl­po­li­tik. Das hät­te Mario Six­tus und den Ermitt­lungs­be­hör­den natür­lich mal jemand sagen kön­nen, dass Kar­ne­vals­um­zü­ge oft­mals bis­si­ge Kri­tik an der Poli­tik des Lan­des the­ma­ti­sie­ren und nicht nur allen­falls für sehr betrun­ke­ne Men­schen gera­de noch mittel­lu­sti­ge Furz­witz­fei­ern sind. Was Sati­re davor schützt, zum Instru­ment irgend­ei­ner Herr­schaft zu wer­den, ist ja gera­de ihr puber­tär-anar­chi­sti­scher Geist, der über alles sei­ne Wit­ze rei­ßen will. Ein ande­res Medi­um emp­fiehlt schei­niro­nisch die Ein­rich­tung eines Sati­re­mi­ni­ste­ri­ums, um erlaub­te (also sol­che, an der sich nie­mand stößt) von uner­laub­ter Sati­re zu tren­nen, was es immer­hin von der Ägi­de des bis­her letz­ten Reichs­pro­pa­gan­da­mi­ni­sters („Der poli­ti­sche Witz wird aus­ge­rot­tet“, Febru­ar 1939) unter­schei­det, der das offen­sicht­lich auch nicht beson­ders iro­nisch gemeint hat.

Nein, vom Ter­ro­ris­mus las­sen „wir“ – der Westen – uns die Spä­ße nicht ver­bie­ten. Wir brin­gen die Spä­ße schon vor­her in Sicher­heit.