In den NachrichtenNerdkrams
Als „ZEIT ONLINE“ ein­mal nicht ver­stand, wie Such­ma­schi­nen funk­tio­nie­ren

Und dann war da noch das ehe­mals in euro­päi­schem, inzwi­schen jedoch US-ame­ri­ka­ni­schem Sin­ne libe­ra­le Online­ma­ga­zin „ZEIT ONLINE“, das sich über den US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten fol­gen­der­ma­ßen beöm­mel­te:

US-Prä­si­dent Donald Trump wirft dem Inter­net­kon­zern Goog­le vor, kon­ser­va­ti­ve Medi­en und damit posi­ti­ve Berich­te über ihn zu unter­drücken. (…) Bewei­se für sei­ne Vor­wür­fe nann­te Trump nicht. (…) Goog­le demen­tier­te die Anga­ben des Prä­si­den­ten. „Wir stu­fen Such­ergeb­nis­se nie­mals ein, um die poli­ti­sche Stim­mung zu mani­pu­lie­ren“, teil­te der im kali­for­ni­schen Moun­tain View ansäs­si­ge Kon­zern mit. (…) Exper­ten leg­ten nahe, dass Trump mög­li­cher­wei­se nicht ver­ste­he, wie Such­ma­schi­nen funk­tio­nie­ren.

Haha, die­ser Trot­tel. Der ver­steht ein­fach nicht, dass Goog-

Eric Schmidt, Chef der Goog­le-Hol­ding Alpha­bet, möch­te auf das zu häu­fi­ge Auf­tau­chen der rus­si­schen News-Sei­ten Rus­sia Today (RT) und Sput­nik bei Such­an­fra­gen mit einem nied­ri­ge­ren Ran­king ant­wor­ten.

Das ist aber dumm jetzt.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Wer hat sich auf der Uhr gedreht?

Ach, „Cos­mo­po­li­tan“!

Cosmopolitan September 2018

Ich bin dir und dei­ner Redak­ti­on (14 Insta­gram­fo­tos in den letz­ten zwei Tagen) sehr dank­bar für den von dir zitier­ten Hin­weis von Chri­sti­an Weil­mei­er („Social-Media-Exper­te“, hat also wahr­schein­lich ein Kon­to bei Face­book oder so), wer Zeit habe, „15 Insta-Sto­rys zu machen“ (was immer das jetzt wie­der ist), kön­ne „kei­nen ech­ten Spaß haben“ (Sei­te 40). Auch habe ich herz­lich über den Arti­kel „Well­ness für die Vagi­na“ (Sei­ten 93 bis 95) gelacht, denn nicht nur die Über­schrift ist lächer­lich, auch die vor­ge­schla­ge­nen Übun­gen erschei­nen mir als Nicht­va­gi­na­be­sit­zer wie ein absur­des Thea­ter­stück:

Auf dem Bauch lie­gend eine gemüt­li­che Posi­ti­on fin­den und sich vor­stel­len, dass die Hüf­te auf einer Uhr liegt. Dann geht’s im Uhr­zei­ger­sinn zur Eins, Zwei, Drei, (sic! A.d.V.) usw. Danach gegen den Uhr­zei­ger­sinn.

Bzw.:

„Das Pro­gramm mit ‚Pus­sy füh­len‘ star­ten“, rät Coco Ber­lin. Also gemüt­lich hin­le­gen, Moment genie­ßen und mit etwas Gleit­gel oder Öl den Zei­ge­fin­ger in Ihre Vagi­na füh­ren. Spü­ren, was sich im Inne­ren tut und wie man sich dabei fühlt. Nach 10 bis 15 Minu­ten (erst dann!) raus­neh­men.

Und über­haupt:

Beim Vaja­cial han­delt es sich um ein Facial für die Vagi­na. Die Beau­ty-Behand­lung beinhal­tet Rei­ni­gung, Pee­ling und Mas­ke. Optio­nal gibt’s eine Bleich­creme auf die dunk­le Par­tie der Scham­lip­pen.

Aber ist es dann noch son­der­lich klug von dir, dei­nen Autor Max König (Sei­te 104) vor­schla­gen zu las­sen, man sol­le, statt „den Kin­dern“ die „Sache mit dem Sex“ zu erklä­ren, dies doch lie­ber die (womög­lich dich, „Cos­mo­po­li­tan“, lesen­de) Mut­ter erle­di­gen las­sen?

KaufbefehleMontagsmusik
Kurz­kri­tik: Cojo­nes – Sun­ri­se

Cojones - SunriseLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Cojo­nes, wir brau­chen Cojo­nes! Trotz des Namens stam­men Cojo­nes aus Kroa­ti­en und haben mit dem Jah­res­be­ginn 2010 ihr Voll­zeit­de­büt „Sun­ri­se“ (Bandcamp.com) vor­ge­legt. Mitt­ler­wei­le sind sie mit „Reso­na­te“ (2016) beim drit­ten Album ange­kom­men, aber dar­um soll es gera­de mal nicht gehen. Es scheint sich um ein Quar­tett mit wech­seln­den Mit­glie­dern – ledig­lich Sän­ger Bojan Koci­jan und Gitar­rist Nenad Man­dić schei­nen seit 2006 dabei zu sein – zu han­deln. Bas­sist Gor­dan Tomić ist sonst unter ande­rem bei den ungleich bekann­te­ren Seven That Spells, eben­falls aus Kroa­ti­en, am Werk. Das klingt, als wüss­te die Band, was sie tut.

Und das scheint sie tat­säch­lich zu wis­sen: Unpein­li­cher, obwohl eng­lisch­spra­chi­ger Gesang – etwas rauh, auch mal gebrüllt („Dream­lounge“) – beglei­tet vor­an­stre­ben­den Stoner Rock mit ange­nehm brum­men­den Gitar­ren und selbst­re­dend nur schwer zu bemän­geln­der Bass­ar­beit.

Cojo­nes – Supers­kunk

So lan­ge es noch küh­ler wer­den kann, so lan­ge ist es für eine Por­ti­on Stoner Rock noch nicht zu spät. Die beste Zeit ist jetzt.

PolitikIn den Nachrichten
Recht­fer­ti­gen­de Abgrün­de

Über den Fakt, dass in Chem­nitz seit gestern offen­sicht­lich man­ches nicht beson­ders fried­lich bleibt, lie­ße sich sicher­lich man­ches böse und nicht so böse Wort schrei­ben. Lei­der über­neh­men dies zur­zeit ande­re Medi­en schon in mehr als hin­rei­chen­dem Umfang. Mir also bleibt ein­zig eine Fra­ge zur Reu­ters-Mel­dung:

Den bei­den Män­nern wer­de vor­ge­wor­fen, in der Nacht zum Sonn­tag “ohne recht­fer­ti­gen­den Grund” mehr­fach auf einen 35 Jah­re alten Deut­schen ein­ge­sto­chen zu haben, teil­te die Behör­de am Mon­tag mit.

Wie sieht denn in Chem­nitz ein recht­fer­ti­gen­der Grund für der­lei Tun aus? Gibt es da einen Kata­log? Ich mei­ne, manch­mal möch­te man ja schon mal nach Chem­nitz oder muss da durch­fah­ren, da bie­tet es sich an, alles zu ver­mei­den, was ein Ein­ge­sto­chen­wer­den recht­fer­tigt.

Wer weiß etwas?

In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
There’s A Light – We Choo­se To Go To The Moon // #SaveY­ourIn­ter­net

Manchmal hat man eine Frisur. Es ist Mon­tag. Der elen­de Idea­lis­mus treibt auch einen Freund der Ruhe gele­gent­lich unter Men­schen, um näm­lich, eine Fah­ne schwen­kend (denn ein poli­ti­sches Ziel, das sich nicht par­tei­po­li­tisch ver­ein­nah­men lässt, scheint eines zu sein, das nicht gewollt ist), Grü­nen und „Lin­ken“ bei der Selbst­de­mon­ta­ge zuzu­se­hen, wäh­rend man mit Augen­maß und Schalk im Nacken genau das rech­te Maß an Zwie­tracht sät. Es wur­de also sonn­tags vor einem weit­ge­hend ver­las­se­nen Ver­lags­ge­bäu­de in Ber­lin, einer schreck­lich anstren­gen­den Stadt, dage­gen demon­striert, dass in Brüs­sel und Straß­burg ein Gesetz erlas­sen wer­den soll. Haa­re sind DSGVO-rele­vant. Die Zukunft der Poli­tik ist eine Zukunft der Ent­täu­schung. Eine Pan­da­bä­ren­par­tei wür­de ich frei­lich wäh­len, aber Pan­da­bä­ren bewer­ben sich so sel­ten als Kan­di­da­ten.

Über­ra­schung: Auch Tes­la baut kei­ne feh­ler­frei­en Autos, son­dern wel­che mit Soft­ware­pro­ble­men. Jemand soll­te mal ein­wand­freie Soft­ware ent­wickeln. Der Papst, Arbeit­ge­ber unge­zähl­ter Her­ren mit Pädo­phi­le­hin­ter­grund, tut der­weil end­lich was gegen den Kin­des­miss­brauch in der katho­li­schen Kir­che: Er belä­stigt eine Hei­li­ge damit. Gedan­ken und Gebe­te, Kin­der. Gedan­ken und Gebe­te.

Apro­pos Ein­wän­de: Wäh­rend in Deutsch­land die Strom­prei­se begrünt wer­den, sind ande­re Län­der nicht mehr all­zu weit von einem eige­nen Kern­kraft­werk im Gar­ten ent­fernt. Die haben bestimmt nur kei­ne Ahnung. – Ande­re US-Ame­ri­ka­ner aber auch nicht: „An der Uni­ver­si­tät Wis­con­sin gilt die Aus­sa­ge „Ich fin­de, dass die qua­li­fi­zier­te­ste Per­son den Job bekom­men soll­te“ als ras­sen­be­zo­ge­ne Mikro­ag­gres­si­on und damit als ras­si­sti­scher Über­griff.“

In Ber­lin soll ent­ge­gen frü­he­rer Pla­nung jetzt doch kei­ne gute Musik dazu miss­braucht wer­den, Obdach­lo­sen das Leben noch ein wenig schwe­rer zu machen. Geräu­sche als Waf­fe zu benut­zen bleibt aber im Gespräch. Aus jah­re­lan­ger, schmerz­vol­ler Erfah­rung möch­te ich hier­zu anre­gen, dass sich Musik von Phil Coll­ins als Fol­ter durch­aus eig­net.

Ich selbst höre aber lie­ber etwas ande­res und las­se gern dar­an teil­ha­ben.

There’s A Light – We Choo­se To Go To The Moon

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Wahr­heit ist irrele­vant.

Donald Trump, kei­nes­wegs der schlech­te­ste denk­ba­re US-Prä­si­dent, hat fest­ge­stellt, dass in Süd­afri­ka offen­sicht­lich Ras­sis­mus gegen die wei­ße Min­der­heit betrie­ben wird. Deut­sche Medi­en muss man zu so etwas grund­sätz­lich nicht unbe­dingt kon­sul­tie­ren, der öster­rei­chi­sche „Stan­dard“ hat aber einen ange­mes­se­nen Arti­kel dar­über.

Jen­ni­fer Wil­liams vom Incel­b­log „Vox“ fin­det die Sor­ge Donald Trumps jeden­falls eben­so wie die Redak­ti­on der „Huf­fing­ton Post“ („kru­de“, ebd.) ganz schlimm:

Der Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten hat gera­de den Außen­mi­ni­ster ange­wie­sen, sich über eine Ver­schwö­rungs­theo­rie zu infor­mie­ren, die er auf Fox News gese­hen hat – eine Ver­schwö­rungs­theo­rie, die ein wesent­li­cher Gesprächs­punkt für wei­ße Natio­na­li­sten und Neo­na­zis ist.

Ob sie über­haupt wahr ist oder nicht, ist irrele­vant.

(Über­set­zung und Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Ach so, na dann.

MusikNetzfundstücke
Kurz ange­merkt zu Eloy de Jong

Seit der ehe­ma­li­ge Band- und heu­ti­ge Solo­jam­mer­lap­pen Eloy de Jong („Caught in the Act“) sich in ein­schlä­gi­gen Quatsch­heft­chen mit der ori­gi­nel­len Begrün­dung, er sei „seit 25 Jah­ren auf der gan­zen Welt“ unter sei­nem Vor­na­men als Musi­ker bekannt, gegen die deut­sche Psy­che­de­lic-Rock-Band Eloy, die seit 49 Jah­ren auf der gan­zen Welt und bis­lang allein unter die­sem Namen bekannt ist, argu­men­ta­tiv zu weh­ren ver­sucht hat, kann ich es kaum erwar­ten, bis sich end­lich eine mit­tel­mä­ßi­ge Schla­ger­grup­pe namens „Vel­vet Under­ground“, „Rol­ling Stones“ oder wenig­stens „Beat­les“ grün­det, die bereit ist, die­sen Namen vor Gericht ein­kla­gen zu wol­len, denn die all­ge­mei­ne Reak­ti­on auf die zu erwar­ten­de Argu­men­ta­ti­on, man sei immer­hin schon seit drei Mona­ten auf der gan­zen Welt unter die­sem Namen bekannt, wird mich sicher­lich merk­lich amü­sie­ren.

PolitikIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Übler Bote, üble Bot­schaft.

Was von der lin­ken Samm­lungs­be­we­gung „#auf­ste­hen“ im Übri­gen zu hal­ten ist, demon­striert der „Tages­spie­gel“, des­sen Redak­teur Mat­thi­as Meis­ner gestern but­ter­mes­ser­scharf ana­ly­sier­te:

Rus­si­sche Medi­en unter­neh­men der­weil viel, um die Initia­ti­ve von Lafon­taine und Wagen­knecht zu för­dern. Der Pro­pa­gan­da­ka­nal RT Deutsch trom­melt seit Mona­ten für das Pro­jekt. „Poli­tisch viel­ver­spre­chend“ sei die Initia­ti­ve, hieß es dort vor zwei Wochen in einem Kom­men­tar.

Das muss einem deut­schen Online­dings­bums als poli­ti­sche Bericht­erstat­tung halt dann auch mal rei­chen. Rus­si­sche Pro­pa­gan­da­ka­nä­le fin­den etwas gut, damit ist das The­ma aus­rei­chend kri­tisch beglei­tet wor­den. Wagen­knecht, links, Lafon­taine – Putin. Unser letz­ter ver­blie­be­ner poli­ti­scher Part­ner™ Frank­reich soll­te uns drin­gend Trup­pen schicken, bevor es zu spät ist.

Будем здоровы.

(via Fefe)

PolitikIn den Nachrichten
Iro­nisch Tier­leid ver­hin­dern

Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Bun­des­tag, Febru­ar 2016:

Tier­schutz stär­ken, Tier­leid ver­hin­dern! (…) Tier­schutz ist seit 2002 als Staats­ziel im Grund­ge­setz ver­an­kert. Das war ein gro­ßer gemein­sa­mer Erfolg der Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und von Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Bun­des­tag.

Bünd­nis 90/Die Grü­nen, 3. Juli 2017:

Grü­ne kämp­fen für gutes und gesun­des Essen ohne Gift, Gen­tech­nik und Tier­quä­le­rei.

„pro­plan­ta“, 21. August 2018:

Trotz einer Debat­te um ein Ver­bot des betäu­bungs­lo­sen Schlach­tens von Tie­ren nach isla­mi­schem Ritus hat es in Nie­der­sach­sen zum bevor­ste­hen­den Opfer­fest erneut eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung gege­ben. (…) Die AfD hat­te im Land­tag im Febru­ar ein Ende der Aus­nah­me­re­ge­lung aus Tier­schutz­grün­den ver­langt, schließ­lich stimm­ten die Abge­ord­ne­ten aber mehr­heit­lich für den Vor­schlag von Grü­nen und FDP, dar­über zunächst mit den mus­li­mi­schen Ver­bän­den zu bera­ten.

Bünd­nis 90/Die Grü­nen, 21. August 2018:

Wir wün­schen allen, die es fei­ern, ein geseg­ne­tes Opfer­fest!

Mäh!

In den Nachrichten
Ein Auf und Ab: Deut­sche Tou­ri­sten, sturz­be­trun­ken auf Mal­lor­ca.

„Busi­ness Insi­der“, 18. März 2016:

Da eine Berei­che­rung des Lebens­stils eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Erhal­tung der Gehirn­ak­ti­vi­tät spielt, kann Rei­sen sich sehr posi­tiv auf die Gesund­heit des Gehirns aus­wir­ken[.] (…) Wie sich zeig­te, schärft die Kom­ple­xi­tät des Rei­sens den Ver­stand und schützt vor Herz­krank­hei­ten.

„Mal­lor­ca Zei­tung“, 20. August 2018:

Ein deut­scher Mal­lor­ca-Urlau­ber ist am Mon­tag (20.8.) beim Sturz aus einem Hotel an der Playa de Pal­ma ums Leben gekom­men. (…) Ersten Ermitt­lun­gen zufol­ge, hat­te der Mann anschei­nend Klimm­zü­ge am Bal­kon­ge­län­der gemacht, bis ihn die Kräf­te ver­lie­ßen und ihn in die Tie­fe stür­zen lie­ßen. (…) Seit Sai­son­be­ginn sind auf Mal­lor­ca meh­re­re Urlau­ber bei Bal­kon­stürz­ten (sic! A.d.V.) ums Leben gekom­men[.]

„SPIEGEL ONLINE“, 21. August 2018, erklä­rend:

Beim soge­nann­ten „Bal­co­ning“ han­geln sich Urlau­ber von Bal­kon zu Bal­kon oder sprin­gen von dem Bal­kon aus in den Pool.

Ein Ver­stand, so scharf wie But­ter.

In den NachrichtenMontagsmusik
Far Behind The Sun – Gar­gan­tua // Ey!

Hier findet mich der Montag nicht.Es ist Mon­tag. Das Inter­net ist unauf­ge­räumt und ich bin es auch. Zu nie­man­des Über­ra­schung wird auch in Euro­pa das Web zen­siert, wenn man sich nur auf gro­ße Anbie­ter ver­lässt. Zum Glück sind wenig­stens Pan­da­bä­ren noch nicht ille­gal.

Hin­ge­gen durch­aus ille­gal ist es offen­bar, mit einem Mes­ser Löwen­zahn abzu­schnei­den, wenn man in den USA lebt. Da wird man schlimm­sten­falls abge­knallt. Seit gestern sind anders­wo zahl­rei­che reli­gi­ös ver­wirr­te Men­schen, die mit einem Knall in Ver­bin­dung zu brin­gen sehr gemein und daher unan­ge­bracht wäre, unter­wegs nach Mek­ka, um dort unter stren­gen Sicher­heits­auf­la­gen ein paar­mal um den Block zu lau­fen. Das hät­ten sie auch bil­li­ger haben kön­nen.

Apro­pos „bil­li­ger“: In Nie­der­sach­sen sol­len digi­ta­le End­ge­rä­te als Lern­mit­tel in Schu­len aner­kannt wer­den, bezah­len sol­len die­se aber die Eltern. Das Land hat kein Geld, Pfer­de sind nun mal teu­er. – Im SED-Mit­tei­lungs­blatt „Neu­es Deutsch­land“ fragt sich der­weil Robert D. Mey­er, laut sei­nem Pro­fil­text „links­ver­siff­ter Öko“ mit einem „Fetisch“ für die AfD, ob das Blockie­ren ange­mel­de­ter Demon­stra­tio­nen denn noch sei­nen Zweck erfül­le. Den letz­ten nöti­gen Schritt geht er gedank­lich jedoch nicht, was mich kei­nes­wegs wun­dert.

„Hört doch ma alle auf zu has­sen, ey!“ for­dert eine Post­kar­te, mit der das Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Fami­lie usw. dem­nächst das Saar­land zu belä­sti­gen gedenkt. Ich bin eini­ger­ma­ßen gereizt, ey!

Zum Glück ist mei­ne Haus­apo­the­ke prall gefüllt mit Musik. Run­ter damit!

Far Behind The Sun – Gar­gan­tua – LIVE

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Gue­ril­la Toss – Era­ser Star­ga­zer

Guerilla Toss - Eraser StargazerMusikal­ben. Es gibt sol­che und sol­che. „Era­ser Star­ga­zer“ von Gue­ril­la Toss (Amazon.de, TIDAL, Band­camp) ist ein sol­ches.

Bei Gue­ril­la Toss scheint es sich um ein 2010 gegrün­de­tes Quin­tett aus den USA (einst Mas­sa­chu­setts, heu­te New York) zu han­deln, das seit Bestehen bereits drei Key­boar­der und fünf Bas­si­sten ver­schlis­sen hat. Seit 2012 ist Sän­ge­rin Kas­sie Carl­son dabei, was der Band so wich­tig ist, dass sie in ihre Band­camp­be­schrei­bung „fema­le vocals“ geschrie­ben hat. Gibt es ja sonst noch nicht so oft, also Bands mit ’ner Sän­ge­rin.

Scherz bei­sei­te, Musik ins Gespräch: Wir haben es auf „Era­ser Star­ga­zer“, dem der­zeit vor­letz­ten Stu­dio­al­bum der Grup­pe, mit einer erfreu­lich gen­re­über­grei­fen­den Musi­ka­li­tät zu tun, die den hüp­fen­den Bass guten Jazz­rocks, die Ver­spielt­heit von Can­ter­bu­ry und RIO, die Gitar­ren­flä­chen von Spa­ce­rock sowie die Per­kus­si­on von Welt­mu­sik in ange­neh­mer Qua­li­tät mit­ein­an­der kom­bi­niert.

Gue­ril­la Toss „Mul­ti­beast TV“ (Offi­ci­al Audio)

Dazu erklin­gen Kas­sie Carl­sons ener­gie­rei­che, oft über­dreh­te Post­punk-vocals mal gespro­chen, mal geru­fen, nie aber bloß schön­gei­stig gesun­gen. Man­ches braucht kei­ne Gesangs­me­lo­die. Eine Art Refrain ist mit­un­ter – etwa im abschlie­ßen­den „Doll Face On The Cali­co High­way“ – frei­lich aus­zu­ma­chen, aber für die­je­ni­gen Men­schen, denen das wich­tig ist, ist Gue­ril­la Toss auch die fal­sche Band.

Gue­ril­la Toss „Per­fu­me“ (Offi­ci­al Audio)

Mein ein­zi­ges nen­nens­wer­tes Pro­blem mit „Era­ser Star­ga­zer“ ist sei­ne Län­ge: Nach nicht ein­mal einer hal­ben Stun­de ist der Spaß vor­bei. Ande­rer­seits hat die Band bis­lang fünf Stu­dio­al­ben, sie­ben EPs und ein Live­al­bum ver­öf­fent­licht, man kriegt also durch­aus eine aus­rei­chen­de Dosis Gue­ril­la Toss zusam­men. Sta­ti­stisch gese­hen soll­te es bis zu einem neu­en Album aber nicht mehr lan­ge dau­ern.

NetzfundstückeNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 16. August 2018

2017 haben Wis­sen­schaft­ler über 1.500 gene­ti­sche Unter­schie­de zwi­schen Männ­lein und Weib­lein gefun­den. Zu nie­man­des Über­ra­schung hat Deutsch­land der­weil ein drit­tes Geschlecht erfun­den, falls man sich kei­nem der bei­den Geschlech­ter zuge­hö­rig füh­le. Ich emp­fin­de mich ja grund­sätz­lich als Apa­che-Kampf­hub­schrau­ber, auf eine eige­ne Toi­let­te war­te ich aber noch ver­ge­bens.


Über­ra­schung: Com­pu­ter sind gar kei­ne beson­ders guten Ärz­te.


Neu­es von Twit­ter (1): #MenA­re­Trash sei ein „rechts­extre­mer“ Hash­tag, fin­det die Jour­na­li­stin, die mit aus­gie­bi­gem Geze­ter über die wei­ßen Män­ner für des­sen Ent­ste­hung ver­ant­wort­lich ist.


Neu­es von Twit­ter (2): Ab dem heu­ti­gen Tag ist eine ver­nünf­ti­ge Bedie­nung des Dien­stes nicht mehr vor­ge­se­hen, weil Twit­ter dafür kein Geld bekommt. Sol­len die Benut­zer halt Kuchen (trocken und geschmack­los) essen.


Pro­blem des Tages: Die­se Les­be ist nicht les­bisch genug.


In eige­ner Sache: Im Mai die­ses Jah­res droh­te ich damit, mich spä­ter ein­mal etwas detail­lier­ter zu mei­nen Erfah­run­gen mit dem Text­edi­tor Acme zu äußern. Die­ses Spä­ter ist inzwi­schen ein­ge­tre­ten, wenn auch auf Eng­lisch.

In den Nachrichten
99 Jah­re Frei­heits­ent­zug

Hur­ra:

Der 14. August 1919 war die „Geburts­stun­de der Demo­kra­tie in Deutsch­land“, denn an die­sem Tag trat die Wei­ma­rer Ver­fas­sung in Kraft. Sie for­der­te u.a. die Gleich­be­hand­lung aller Reli­gio­nen und Welt­an­schau­un­gen sowie die Ablö­sung der Staats­lei­stun­gen an die Kir­chen. Die­se For­de­run­gen sind bis zum heu­ti­gen Tag nicht umge­setzt wor­den[.]

Die­se rück­stän­di­gen Got­tes­staa­ten im Nahen Osten soll­ten uns wirk­lich Sor­gen machen. Da machen die Men­schen das frei­wil­lig. :motz: