Es ist Montag. Der elende Idealismus treibt auch einen Freund der Ruhe gelegentlich unter Menschen, um nämlich, eine Fahne schwenkend (denn ein politisches Ziel, das sich nicht parteipolitisch vereinnahmen lässt, scheint eines zu sein, das nicht gewollt ist), Grünen und “Linken” bei der Selbstdemontage zuzusehen, während man mit Augenmaß und Schalk im Nacken genau das rechte Maß an Zwietracht sät. Es wurde also sonntags vor einem weitgehend verlassenen Verlagsgebäude in Berlin, einer schrecklich anstrengenden Stadt, dagegen demonstriert, dass in Brüssel und Straßburg ein Gesetz erlassen werden soll. Haare sind DSGVO-relevant. Die Zukunft der Politik ist eine Zukunft der Enttäuschung. Eine Pandabärenpartei würde ich freilich wählen, aber Pandabären bewerben sich so selten als Kandidaten.
Überraschung: Auch Tesla baut keine fehlerfreien Autos, sondern welche mit Softwareproblemen. Jemand sollte mal einwandfreie Software entwickeln. Der Papst, Arbeitgeber ungezählter Herren mit Pädophilehintergrund, tut derweil endlich was gegen den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche: Er belästigt eine Heilige damit. Gedanken und Gebete, Kinder. Gedanken und Gebete.
Apropos Einwände: Während in Deutschland die Strompreise begrünt werden, sind andere Länder nicht mehr allzu weit von einem eigenen Kernkraftwerk im Garten entfernt. Die haben bestimmt nur keine Ahnung. — Andere US-Amerikaner aber auch nicht: “An der Universität Wisconsin gilt die Aussage „Ich finde, dass die qualifizierteste Person den Job bekommen sollte“ als rassenbezogene Mikroaggression und damit als rassistischer Übergriff.”
In Berlin soll entgegen früherer Planung jetzt doch keine gute Musik dazu missbraucht werden, Obdachlosen das Leben noch ein wenig schwerer zu machen. Geräusche als Waffe zu benutzen bleibt aber im Gespräch. Aus jahrelanger, schmerzvoller Erfahrung möchte ich hierzu anregen, dass sich Musik von Phil Collins als Folter durchaus eignet.
Ich selbst höre aber lieber etwas anderes und lasse gern daran teilhaben.
Guten Morgen.


