In den Nachrichten
Smom­bies (Ü18)

Die­ses dau­ern­de Ver­lan­gen nach mobi­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on selbst im Unter­richt ist wirk­lich ein Zei­chen von Cha­rak­ter­schwä­che der Jugend Erwach­se­nen:

Das fran­zö­si­sche Par­la­ment hat­te Ende Juli 2018 ein erwei­ter­tes Han­dy- und Smart­phone-Ver­bot in Schu­len beschlos­sen. (…) Von Schü­ler­pro­te­sten in Frank­reich habe er nicht gehört, sag­te Fischer. Eltern aber sei­en besorgt gewe­sen, ihre Kin­der nicht stän­dig errei­chen zu kön­nen. Daher blei­ben in Frank­reich ein­fa­che Han­dys ohne Inter­net­an­bin­dung wei­ter­hin erlaubt.

Das muss die­se Sucht sein, von der immer alle reden.

In den NachrichtenMontagsmusik
Umphrey’s McGee – Whist­le Kids

Auf diesem Bild hat sich eine Eule versteckt.Es ist Mon­tag. Ver­ein­zelt kann es zu Stern­schnup­pen kom­men. Zwei­er­lei möch­te man sich wün­schen, erstens näm­lich einen Pan­da­bä­ren und zwei­tens einen ande­ren Wochen­tag, aber Aber­glau­be ist sel­ten rat­sam.

Apro­pos Aber­glau­be: Die wei­ße Autorin Robin DiAn­ge­lo hat auf „ZEIT ONLINE“ bekun­det, als Ange­hö­ri­ger der rich­ti­gen Eth­nie (näm­lich der ihren) sei man nolens volens ein Ras­sist. Ich erwä­ge inso­fern künf­tig von „ZEIT ONLINE“ nur noch als dem Ras­si­sten­blatt zu spre­chen, all­zu vie­le eth­ni­sche Unter­schie­de kann ich in der Redak­ti­on näm­lich nicht aus­ma­chen. – NetzDG-Vor­tur­ner Hei­ko Maas freut sich der­weil über die Mei­nungs­frei­heit und behaup­tet, das Grund­ge­setz sei sein „Kom­pass“. Ich bin erstaunt, dass er sich trotz­dem nicht unent­wegt ver­läuft.

Im Online­an­ge­bot des „Han­dels­blatts“ las ich vor­ge­stern, der Ber­li­ner Nicht­flug­ha­fen sei nun ein Park­platz für Volks­wa­gen. Aller­dings wird es ver­mut­lich noch eini­ge Jah­re dau­ern, bevor die ersten Autos dort abflie­gen kön­nen. Der Brand­schutz, man kennt das. Anders­wo in Ber­lin wer­den auch schon mal Zivil­strei­fen abge­schleppt, weil sie sich nicht an die Regeln hal­ten. Das muss die­se deut­sche Gründ­lich­keit sein, von der immer alle reden.

Ganz woan­ders, näm­lich in Karls­ru­he, woll­te die­ser Tage ein Herr von der Poli­zei vor einem Eich­hörn­chen beschützt wer­den, das zu anhäng­lich war. Es soll­te mich nicht im Gering­sten wun­dern, wenn sich noch heu­te her­aus­stellt, dass Chem­trails wirk­lich exi­stie­ren.

Was zu mei­ner Freu­de zwei­fel­los exi­stiert: Musik.

Umphrey’s McGee per­form Whist­le Kids from their album It’s Not Us

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Árstí­ðir – Niva­lis

Árstíðir - NivalisLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Aus dem Lan­de Sigur Rós‘ stammt das Trio Árstí­ðir, des­sen Namen ich man­gels Sprach­kennt­nis­sen des Islän­di­schen nicht mal aus­spre­chen kann, aber das macht nichts. Anfang Juli 2018 erschien ihr drit­tes Voll­zeit­al­bum „Niva­lis“ (Amazon.de, TIDAL).

Die Tex­te zum Album sind im Blog der Band zu fin­den, was aber nur bedingt hilft, denn „Þar Sem Enginn Fer (Sjálf­vil­ju­gur)“ und das mit sei­nem stamp­fen­den Rhyth­mus tat­säch­lich sigur­ró­ses­que, jedoch instru­men­ta­le „Órói“ tra­gen einen Titel und im erste­ren Fall auch lyrics, die den mei­sten Men­schen fremd sein dürf­ten. Das macht aber fast nichts.

Árstí­ðir – Thar sem enginn fer

Zu hören näm­lich gibt es schö­nen Kam­mer-Post­rock mit zumeist sogar radio­taug­li­chem, kei­nes­wegs aber grau­en­haft schmal­zi­gem, Gesang und groß­ar­tig brum­men­dem Bass zu ele­gi­schen Strei­chern, manch­mal etwas här­ter („Þar Sem Enginn Fer (Sjálf­vil­ju­gur)“), meist aber vor allem aus­la­dend und nicht unge­eig­net, um einen Tag – etwa den heu­ti­gen – bei einem küh­len Getränk aus­klin­gen zu las­sen.

Árstí­ðir – Ent­an­gled (offi­ci­al pre­mie­re)

Ab mor­gen darf wie­der gefuzzt wer­den, heu­te ist Urlaub für die Ohren dran. Man gönnt sich ja sonst nichts.

PolitikIn den Nachrichten
Soli­da­ri­tät gegen India­ner

Es weht eine Wel­le der „Soli­da­ri­tät“ durch das Netz, denn offen­bar strei­tet sich Sau­di-Ara­bi­en mit Kana­da über Twit­ter. Weil Twit­ter aber, wie regel­mä­ßi­ge Leser mei­ner Aus­füh­run­gen sicher­lich bereits bemerkt haben, ein Boll­werk der guten Demo­kra­tie ist, sind die Rol­len klar ver­teilt. Das sieht sogar jemand von der CDU so:

Rött­gen sag­te dem „Tages­spie­gel“, die west­li­chen Demo­kra­tien sei­en eine Wer­te­ge­mein­schaft und müss­ten zusam­men­ste­hen, wenn Sau­di-Ara­bi­en Kri­tik an der Men­schen­rechts­la­ge im eige­nen Land zu unter­drücken ver­su­che.

Was für west­li­che Wer­te sind das denn? Dar­über gab die „lin­ke“ „taz“ schon 2012 gern Aus­kunft:

Spence sitzt auf einer schlich­ten Holz­bank in ihrem Tipi mit Fami­lie und Freun­den und sagt: „Die kana­di­sche Regie­rung behan­delt uns wie Skla­ven und miss­ach­tet unse­re tra­di­tio­nel­len Rech­te.“ Damit spricht sie aus, was vie­le India­ner in Kana­da emp­fin­den.

Zwar soll­te sich unter der Regie­rung von Justin Tru­deau dies­be­züg­lich alles ändern, aber noch 2016 konn­te davon kei­ne Rede sein:

Kana­da schei­tert an vie­len Fron­ten damit, sozia­le Gleich­heit und Gerech­tig­keit vor­an­zu­brin­gen, sagt ein neu­er Bericht der Ver­ein­ten Natio­nen.

(Freie Über­set­zung von mir.)

Aber Haupt­sa­che, den wei­ßen Frau­en­recht­le­rin­nen geht es gut. :ja:

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Fehlt Jil­li­an York der Durch­blick?

Im Mai 2018 blogg­te die EFF-Akti­vi­stin Jil­li­an York über Wael Abbas, der von der „Platt­form“ Twit­ter aus­ge­schlos­sen wor­den war, unter ande­rem dies:

Wenig­stens ein Lokal­me­di­um berich­tet, dass Abbas‘ Twit­ter­kon­to – das im Dezem­ber 2017 gesperrt wor­den war – wegen Anstif­tung zur Gewalt abge­schal­tet wur­de.

Die­sel­be Jil­li­an York gast­blogg­te gestern auf dem schrä­gen Per­so­na­li­ty­b­log „Netzpolitik.org“ (Link für star­ke Mägen) unter der gewohnt­qua­li­ta­ti­ven Über­schrift „Mei­nungs­frei­heit: Fehlt Twit­ter der Durch­blick?“ vol­ler Bedau­ern, dass es dar­um inkon­se­quent sei, dass Alex Jones, ein US-ame­ri­ka­ni­scher Unter­neh­mer und talen­tier­ter Troll, der die­ser Tage diver­se „Platt­for­men“ ver­las­sen muss­te, wei­ter­hin auf Twit­ter sein dür­fe.

Der zustän­di­ge Twit­ter­vor­sit­zen­de habe dies in fol­gen­den Wor­ten kom­men­tiert:

Wir wis­sen, dass das für vie­le Leu­te hart ist, aber der Grund ist ein­fach: er hat nicht gegen unse­re Regeln ver­sto­ßen.

Das, fin­det Jil­li­an York, sei selbst­ver­ständ­lich unan­ge­bracht, dass die Regeln von Twit­ter Gewalt­auf­ru­fe durch einen Jour­na­li­sten nicht im eige­nen Haus dul­den, sehr wohl jedoch „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“, als deren Ver­ge­hen es ange­se­hen wird, öffent­lich zu lügen. Gewalt­auf­ru­fe – sei’s drum; im Inter­net die Unwahr­heit zu sagen aber bedarf des har­ten Durch­grei­fens der Exe­ku­ti­ve im nicht rechts­frei­en Raum.

Einen mün­di­gen Leser setzt man in gewis­sen Krei­sen offen­bar nicht vor­aus. In die­sel­be Ker­be schlägt im Kom­men­tar­be­reich auch der Berufs­laut­spre­cher und Haus­herr Mar­kus Becke­dahl, der gewohnt unre­flek­tiert daher­quatscht, als Autor tra­ge „man trotz­dem Ver­ant­wor­tung dafür, wie was von wem auf­ge­nom­men wird“, was im Prin­zip bedeu­tet, dass Sati­re (oder auch nur ein­fa­che Iro­nie) eben­so ver­bo­ten wer­den muss, denn es könn­te sie ja jemand nicht ver­ste­hen und sich dann auf­ge­sta­chelt füh­len.

Dar­über könn­te ich jetzt noch etwas mehr schrei­ben, aber dann müss­te ich mich sper­ren.

NetzfundstückeNerdkrams
Lei­der gedul­dig.

Bezie­hungs­wei­se:

Wir haben uns selbst dar­auf abge­rich­tet, zu mei­nen, dass 30 oder mehr Sekun­den War­te­zeit, bevor eine App gela­den wur­de, oder das stän­di­ge Unter­bre­chen unse­rer Arbeit, um tau­send­mal am Tag halb­se­kün­di­ge Ani­ma­tio­nen anzu­schau­en, völ­lig in Ord­nung sind.

Es war ein Feh­ler, Desi­gnern einen Com­pu­ter zu kau­fen.

MusikNetzfundstücke
Dum-dum-da-da-da-da, dum-dum-da-da-da.

Zu den nur schwer zu leug­nen­den Vor­tei­len des akti­ven Wert­schät­zens guter Musik mit damit ver­bun­de­ner weit­ge­hen­der Ver­mei­dung des auch ver­se­hent­li­chen Radio­hö­rens zählt eine mit „Freu­de brin­gend“ nur unzu­rei­chend beschrie­be­ne Unkennt­nis aktu­el­ler „Som­mer­hits“.

„Som­mer­hits“, die Älte­ren unter mei­nen Lesern mögen das Wort noch ken­nen und die Jün­ge­ren lei­der sowie­so, sind Lie­der, die tra­di­tio­nell im Spät­früh­ling bis Früh­som­mer in den Han­del (vir­tu­ell oder in echt) kom­men und im Wesent­li­chen den Zweck erfül­len, mit mög­lichst wenig künst­le­ri­schem Auf­wand mög­lichst vie­le Men­schen dazu zu brin­gen, sie zwecks betrun­ke­nen Abdan­cens zu erwer­ben. Oft ist der Sän­ger oder die Sän­ge­rin von süd­ame­ri­ka­ni­scher bzw. ‑euro­päi­scher Abstam­mung oder sieht wenig­stens so aus, denn dort ist es, wie man anschei­nend wis­sen soll­te, immer warm und das ver­lei­tet zur sofor­ti­gen Iden­ti­fi­ka­ti­on. Bes­ser sin­gen als ande­re Men­schen kön­nen sie hin­ge­gen nicht.

Die dies­jäh­ri­gen „Som­mer­hits“ habe ich zu mei­nem aus­blei­ben­den Bedau­ern mit Aus­nah­me der erhei­ternd inef­fi­zi­en­ten Fuß­ball­hym­ne „Zusam­men“ (Die Fan­ta­sti­schen Vier und Clueso) völ­lig ver­passt, auch das Vor­jah­res­lied­lein „Des­pa­ci­to“ („Wer ihn ein­mal hört, ist ver­lo­ren“, Dani­el Ger­hardt, c/o „ZEIT ONLINE“) ist mir erst vor weni­gen Mona­ten iden­ti­fi­zier­bar begeg­net. Mir wur­de zuge­tra­gen, das Kriegs­ge­heul „Bel­la ciao“ sei 2018 zum Som­mer­hit avan­ciert. Ich zie­he, sofern das stimmt, mei­nen Hut vor die­ser Sati­re. Alles Wei­te­re besorgt „Tonight“, anschei­nend das „Event“-Magazin der kras­sen Jugend­po­stil­le „RP ONLINE“, das weiß, was ich ver­pas­se:

Mit die­ser geball­ten Ladung an Hits kommt ihr sicher durch den Som­mer 2018!

Näm­lich?

Par­ty-Urge­stein „Alm­klau­si“ (ali­as Klaus Mei­er) ist seit Jah­ren Stamm­gast auf Par­ty­sam­plern und lie­fert mit „Mama Lau­da­aa“ eine ast­rei­ne Mit­gröl-Hym­ne ab.

Und:

Der per­fek­te Stamp­fer für den som­mer­li­chen Dis­co-Abend!

Und:

Die­ser Jun­ge mit der süßen Stim­me (Shawn Men­des, A.d.V.) hat es ein­fach drauf!

Und:

„Doo wop a doo wop, sho­o­pi doo­bi doo wop“ – Ja, es sind meist die ein­fa­chen Lyrics, die einen gelun­ge­nen Som­mer­track aus­ma­chen.

Und:

(…) mit knapp 370 Mil­lio­nen Views und abso­lu­ter Gar­ten­par­ty-Taug­lich­keit zie­hen uns Bru­no (Mars, A.d.V.) und Car­di bereits jetzt die lan­gen Unter­ho­sen vom Po.

Und:

Mit Mar­tin Gar­rix und David Guet­ta klet­tern gleich zwei Top DJs (sic! A.d.V.) hin­ter die Kulis­sen von „So Far Away“, das (…) zum prä­gnan­ten und Song-bestim­men­den Syn­thie-Gequiet­sche aus­holt (…).

Und:

Ja, Mack­lem­ore-Songs hören sich irgend­wie alle gleich an – was ihrer Taug­lich­keit für den Som­mer kei­nen Abbruch tut.

Und:

Die ein­gän­gi­ge, von tie­fen Bäs­sen getra­ge­ne Melo­die von „Brea­the“, inklu­si­ve herr­lich stu­pi­dem „Dum-dum-da-da-da-da, dum-dum-da-da-da“-Part, ist bei­na­he einen Blau­pau­se für einen gelun­ge­nen Som­mer­hit[.]

Und:

2018 wie­der­ho­len wir uns ger­ne mit dem groo­vi­gen „Cool“, zu dem es sich ent­spannt im Gar­ten auf dem Tram­po­lin in Rich­tung Son­nen­un­ter­gang hüp­fen lässt.

Auf der Liste von „Geheim­tipps“, die lei­der, lei­der noch kei­ne „Som­mer­hits“ sein müs­sen durf­ten, fin­den sich des Wei­te­ren sol­che Lie­der:

Und der neue Remix (feat. NERVO, The Knocks und Ali­sa Ueno) geht sofort so hart ins Ohr, dass man lieb­sten gleich im knap­pen Kleid über den Dance­f­lo­or rol­len will.

Und:

Mit „Inha­le“ lie­fert der bri­ti­sche DJ und Musik­pro­du­zent Duke Dumont genau den rich­ti­gen Som­mer­mix aus süßen Pop-Lyrics, wabern­dem Elek­tro-Sound und einer gehö­ri­gen Por­ti­on Funk.

Kann man Men­schen eigent­lich juri­stisch für musik­un­mün­dig erklä­ren las­sen?

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Tasten­aben­teu­er­lich.

Was ist eigent­lich ein Aben­teu­er, ins­be­son­de­re ein per­sön­li­ches?

Eine Rei­se nach Boli­vi­en oder auf den Hima­la­ya, befin­det der Deutsch­land­funk. Anders­wo kommt eine Welt- oder wenig­stens eine Japan-Rund­rei­se in Fra­ge. Für „Wissensschule.de“ ist es eigent­lich nur wich­tig, dass man über­haupt irgend­wo hin­reist, und sei es nicht weit: „Unser Lern­gang ins Schmet­ter­lings­haus und mein per­sön­li­ches Aben­teu­er“ (Maya Zywo­ro­nek, 3b), auch das ist gege­be­nen­falls immer noch span­nen­der als ein Nach­mit­tag zu Hau­se.

Und dann wäre da noch Oli­ver Nickel von „Golem.de“. Oli­ver Nickel reist augen­schein­lich nicht gern, auch nicht in Schmet­ter­lings­häu­ser und schon gar nicht nach Boli­vi­en. Trotz­dem möch­te auch er sich nicht nach­sa­gen las­sen, er sei nicht wil­lens, etwas zu erle­ben, und hat daher einen muti­gen Schritt getan:

Ein Redak­teur geht auf sein per­sön­li­ches Aben­teu­er und testet das Micro­soft Modern Key­board mit Fin­ger­print ID.

Zum Glück blieb er unver­letzt. :ja:

In den NachrichtenMontagsmusik
Lau­ra Mea­de – Sun­flowers at Cher­no­byl

Was fehlt.Es ist Mon­tag. Cyber! Cyber! Kri­se gefäl­lig? Im 21. Jahr­hun­dert soll­ten wir alle Flug­au­tos haben, statt­des­sen haben wir kaum noch Pan­da­bä­ren. Ich hal­te das für kei­ne gelun­ge­ne Ände­rung.

Ber­lin ist anschei­nend vol­ler Axt­mör­der. Ich fin­de das wit­zig, aber ich woh­ne auch nicht in Ber­lin. – Apro­pos miss­lun­gen auch; den Über­schrif­ten in ARD-Nach­rich­ten war jüngst fol­gen­de Infor­ma­ti­on zu ent­neh­men:

CDU debat­tiert Rück­kehr zur Wehr­pflicht (…) Zustim­mung in der SPD

Da bleibt kein Auge trocken. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Euro­pa, sprach Jean-Clau­de Jun­cker im Sep­tem­ber 2016 in die Pres­se hin­ein, bedeu­te „vor allem Frie­den.“ Si vis pacem, para bel­lum. Bät­schi!

Es ist Mon­tag. Das ist furcht­bar, denn es ist kei­ne Musik. Musik hin­ge­gen ist dies:

Sun­flowers at Cher­no­byl – Lau­ra Mea­de

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
… wenn nicht sogar Zwöl­fen!

Die HAZ „berich­tet“:

Eine „Elfen­be­auf­trag­te“ will die Unfall­se­rie auf der A2 mit spi­ri­tu­el­len Kräf­ten been­den. Sie habe dort Strecken „ener­ge­tisch ver­sie­gelt“. sagt sie. Unter­stützt wur­de sie von der Stra­ßen­bau­be­hör­de. (…) In Island gebe es längst offi­zi­el­le staat­li­che Elfen­be­auf­trag­te, sagt Rüter – so etwas wünscht sie sich auch für Deutsch­land.

Ich bin müde, so müde.

PolitikIn den Nachrichten
#rum­sit­zen

Es ver­kün­det der „SPIEGEL“ mit gewohn­ter Aus­gie­big­keit, dass etwas „an den Start“ gehe, als sei ein blo­ßer Beginn nicht schon bild­lich genug:

Die Samm­lungs­be­we­gung der Lin­ken-Frak­ti­ons­chefin Sahra Wagen­knecht hat einen Namen: „Auf­ste­hen“. Sie geht an die­sem Sams­tag mit der Web­site www.aufstehen.de an den Start. (…)

Dort ist kon­se­quent immer­hin von „#auf­ste­hen“ die Rede. Ohne Hash­tag kei­ne Bewe­gung, schon gar nicht bei dem Wet­ter!

Sahra Wagen­knecht? War das nicht die in ihrer Par­tei eher weni­ger belieb­te Wort­füh­re­rin des küm­mer­li­chen Restes ihres ein­sti­gen gemä­ßig­ten Flü­gels? Ja, aber 2018, meh­re­re Jah­re nach der Ein­füh­rung der in Ber­lin unglaub­lich erfolg­rei­chen „lin­ken“ Koali­ti­on („Rot-Rot-Grün“, kurz „R2G“, sind ja sonst zu vie­le Buch­sta­ben für das zu errei­chen­de Publi­kum), muss man neh­men, was man krie­gen kann:

Auch der Co-Frak­ti­ons­chef der Lin­ken, Diet­mar Bartsch, der sich zuvor noch skep­tisch zu Wagen­knechts Idee geäu­ßert hat­te, zeigt sich nun deut­lich offe­ner: „Es gibt einen Kul­tur­kampf von rechts. Wir soll­ten jede Idee ernst neh­men, die sich dem ent­ge­gen­stellt“, sag­te Bartsch dem SPIEGEL.

Jede, hört ihr? Jede! Im Kul­tur­kampf – daher ver­mut­lich der Drang zum Hash­tag­gen – gegen Rechts kann kei­ne Idee zu dumm sein.

Ich mei­ner­seits habe vor­hin auf dem Klo eine libe­ra­le Sam­mel­be­we­gung namens „Rum­sit­zen“ gegrün­det und bin damit dem Anden­start­ge­hen, das am 4. Sep­tem­ber statt­fin­den soll, zuvor­ge­kom­men. Ich bin – gera­de ange­sichts der der­zei­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren – vor­sich­tig zuver­sicht­lich, dass wir das Ren­nen machen wer­den.

Naja, das Sit­zen.

MusikIn den Nachrichten
„Ent­schul­di­gen Sie, haben Ihre Kopf­hö­rer absicht­lich ein Kabel?“

Im Web­an­ge­bot der „Mit­tel­baye­ri­schen Zei­tung“ – möch­te nicht ver­linkt wer­den (LSR) – bekam ich heu­te Mit­tag einen Arti­kel zu Gesicht, dem zufol­ge die Poli­zei Ober­pfalz am ver­gan­ge­nen Diens­tag mit der Unter­stüt­zung muti­ger Pas­san­ten einem Gefähr­der mal so rich­tig das Hand­werk legen konn­te:

Für einen Groß­ein­satz der Poli­zei hat am Diens­tag­mor­gen ein ver­däch­tig aus­se­hen­der Mann im Bereich des Doms gesorgt. (…) Aus­lö­ser der Akti­on war ein Pas­sant, der der Poli­zei mel­de­te, dass sich im Dom bei der Mor­gen­mes­se eine ver­däch­ti­ge männ­li­che Per­son auf­hält. Aus der Klei­dung des „ara­bisch aus­se­hen­den Man­nes“ rag­ten laut Poli­zei Dräh­te, die zu einer Aus­wöl­bung an der Klei­dung führ­ten.

Dan­ke, lie­ber Pas­sant! Da wur­den die Anwoh­ner und gera­de auch die Kirch­gän­ger vor dem Schlimm­sten bew-

Die Poli­zei stell­te bei der Über­prü­fung des Man­nes fest, dass er Kopf­hö­rer und eine Geträn­ke­fla­sche bei sich hat­te, gefähr­li­che Gegen­stän­de fan­den sich nicht. (…) Zu der Fra­ge, wo genau sich die Kopf­hö­rer, die Kabel und die Was­ser­fal­sche an dem Ver­däch­ti­gen befan­den, mach­te Brück kei­ne Anga­ben. Man wol­le mög­li­chen Nach­ah­mern kei­ne Anhalts­punk­te lie­fern.

Ja, schämt der sich denn nicht? Am hellich­ten Tag mit einer Was­ser­fla­sche und Kopf­hö­rern drau­ßen her­um­zu­lau­fen kann töd­lich enden. Man stel­le sich vor, aus dem Kopf­hö­rer schöl­le plötz­lich etwas von Phil Coll­ins. Da wäre selbst ich zu allem fähig! Die­ser Mei­nung waren auch die Hüter des Rechts, wes­halb sie gei­stes­ge­gen­wär­tig frag­ten:

Der Poli­zei ging es um die Fra­ge, ob der Afgha­ne sein ver­däch­ti­ges Aus­se­hen „bewusst her­bei­ge­führt hat“, oder ob sich selbst gar nicht als ver­däch­tig wahr­ge­nom­men hat.

Das sieht doch jeder, dass so einer was im Schil­de füh­ren muss! :ja:

(via @h4wkey3, dort auch mit Ver­lin­kung)

In den NachrichtenNerdkrams
Chrom­e­fox‘ Offen­ba­rung

Mozil­la, des­sen ster­ben­der Brow­ser ganz bestimmt nicht Chro­me zu sein ver­sucht, hat augen­schein­lich lan­ge dar­über nach­ge­dacht, wie man den wei­te­ren Sie­ges­zug des kei­nes­wegs als Vor­bild anzu­se­hen­den Brow­sers von Goog­le auf­hal­ten kann, berich­tet „hei­se online“:

Mozil­la-Desi­gner ent­wickeln ein neu­es Fire­fox-Logo samt Design-System.

Ein Logo? Ach was, meh­re­re! ‘Chrom­e­fox‘ Offen­ba­rung’ wei­ter­le­sen »

Nerdkrams
Kein Spuk: Tex­te im Web siche­rer tip­pen mit Ghost­Text.

Wenn man den Feh­ler macht, den Heils­ver­spre­chun­gen derer, die am lieb­sten das kom­plet­te Betriebs­sy­stem in den Web­brow­ser schie­ben wür­den, zu glau­ben, wird man grund­sätz­lich im unpas­send­sten Moment dar­an erin­nert, war­um das eine furcht­ba­re Idee ist: Ver­ab­schie­det sich der Web­brow­ser, ver­ab­schie­det sich auch alles, was man gera­de for­mu­liert hat. Wenn sich die eige­nen Bei­trä­ge im Web nicht gera­de auf Hash­tag­wel­len auf Insta­gram oder gram­ma­ti­ka­lisch nicht emp­feh­lens­wer­te Kurz­tex­te auf Twit­ter beschrän­ken, dann könn­te das unter Umstän­den eher unan­ge­nehm wer­den. Wer tippt schon gern über Stun­den – wenn nicht: Tage, gar Wochen – aus­ge­feil­te Tex­te gern ein zwei­tes Mal von vorn?

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