Netzfundstücke
Drei Links: Abschie­bun­gen / Gefäl­lig­kei­ten / Rück­links

Die US-ame­ri­ka­ni­sche Abschie­be­be­hör­de hat seit Janu­ar 250 Schüler/Studenten in eine Uni­ver­si­täts­fas­sa­de gelockt und von dort abge­scho­ben. Die Aus­re­de: Es sei doch offen­sicht­lich, dass das kei­ne ech­te Uni­ver­si­tät sei! Wann wohl die ersten Abschie­bun­gen aus der Ber­li­ner Hum­boldt-Uni­ver­si­tät bekannt wer­den?


Die Schweiz freut sich: Jemand hat im Inter­net Donald Trump einen Lüg­ner genannt und dafür 204 Däum­chen nach oben bekom­men. Donald Trump hat unter­des­sen eine Foto­mon­ta­ge mit sei­nem Kopf auf dem Kör­per eines bekann­ten Boxer­dar­stel­lers getwit­tert und dafür über 640.000 Däum­chen nach oben bekom­men. Davon spricht die Schweiz aber nicht.


Der Kie Pest­arzt hat mich ver­linkt, ich ver­lin­ke zurück. Er wol­le kei­ne Auf­merk­sam­keit, schrieb er gele­gent­lich, aber ich bin halt ein mis­an­thro­pi­sches Schwein. Kann man nix machen. Bestimmt wächst mir mor­gen ein Ber­lin.

NetzfundstückeComputer
Das Inter­net ver­gisst die Toten nicht (aber Twit­ter schon).

Wäh­rend in der besinn­li­chen Vor­weih­nachts­zeit die anders­wo tref­fend als Norm­co­re-Voll­idio­ten Bezeich­ne­ten ihrer Zukunfts­angst ent­ge­gen­sin­gen, hat Twit­ter beschlos­sen, die Kon­ten von Ver­stor­be­nen künf­tig, falls unge­schützt, aus dem Netz zu til­gen; 2019, Fest­plat­ten voll, muss man ja ver­ste­hen.

Wer liest schon Lei­chen?

Dass sie, die Lei­chen, gele­gent­lich bis heu­te Klü­ge­res in ihrer bis­her unsterb­li­chen time­line ver­ewigt haben als es der durch­schnitt­li­che Leben­de ver­mag, ist hier­bei belang­arm. Die Aktio­nä­re hät­ten gern einen atmen­den Daten­satz.

Das muss die­se Zukunft sein.

NetzfundstückeMontagsmusik
Secret Chiefs 3 – Dan­se Macab­re

O_OEs ist Mon­tag. Vie­le sind es nicht mehr, bis die­ser Weih­nachts­irr­sinn wie­der vor­über ist und alle auf den näch­sten kalen­da­ri­schen Anlass zur Wirr­nis war­ten: Fuß­ball.

Erstaun­lich eigent­lich, dass Fuß­ball trotz sei­ner CO2-Bilanz heut­zu­ta­ge noch umju­belt und nicht kolum­nal zer­schmet­tert wer­den darf. Ande­rer­seits haben die Fri­days-for-Future-Gestal­ten ande­re Gedan­ken als die olle Umwelt: Sie wol­len – wie frü­herdas Olym­pia­sta­di­on zwecks Eigen­lo­bes mie­ten, wäh­rend Gre­ta Thun­berg, der man ihre Kind­heit gestoh­len habe, wie sie sagt, auf einer Kreuz­fahrt Knif­fel spielt. Die Ido­le unse­rer Jugend waren zwar auch gele­gent­lich nicht um eine sau­be­re Umwelt besorgt, aber wenig­stens nicht grö­ßen­wahn­sin­nig.

„ZEIT ONLINE“ berich­tet unter­des­sen von Speed­da­ting mit Robo­tern, selt­sam unbe­glei­tet von gro­ßer Kla­ge dar­über, dass Frau­en damit über­flüs­sig gemacht wer­den sol­len. Die Gesell­schaft lässt echt nach. Kurz dar­auf las ich im sel­ben Medi­um, Bay­ern wol­le den Bil­dungs­rat künf­tig nicht mehr durch Teil­nah­me berei­chern. Die­ses Gefühl, der Intel­li­gen­te­ste im Raum zu sein, ist auf Dau­er wirk­lich bela­stend.

Ein ern­ste­res The­ma: Die Tele­kom, wirt­schaft­li­cher Feind von Netz­neu­tra­li­tät und guter Pro­jekt­füh­rung, wür­de gern Hua­wei aus­sper­ren, denn dass außer BND und NSA auch irgend­wel­che Schlitz­au­gen im eige­nen Netz fischen, geht echt zu weit! Ver­tre­ter der CDU fin­den das gut. War­um genau gilt die AfD eigent­lich als frem­den­feind­lich und die CDU als die Mit­te?

Lau­ne heben mit Musik!

Secret Chiefs 3 – Dan­se Macab­re [URSSS Ver­si­on]

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Wah­len abwäh­len!

Inzwi­schen bei der CDU:

Der Par­tei­tag hat mit 493 zu 134 Stim­men gegen die Anträ­ge gestimmt, die (…) mehr Mit­glie­der­ent­schei­dung durch Abstimm- oder Befra­gungs­ver­fah­ren zur Fol­ge gehabt hät­ten.

In einer Befra­gung auf dem CDU-Par­tei­tag wur­de dage­gen gestimmt, dass künf­tig mehr abge­stimmt wer­den kön­nen soll – war­um soll­te man auch mit­re­den wol­len, bloß weil man in einer Par­tei mit­macht? Die da oben machen das schon! Lästig, wenn dann doch mal eine Abstim­mung kommt. Weg damit. Woll­mer nicht. Stört die Idyl­le, in der man doch nichts als sanft ein­schla­fen möch­te. Für action geht doch nie­mand in die Poli­tik und ande­re Par­tei­en erklä­ren, war­um es bes­ser so ist:

Es tute der Volks­par­tei gut, wenn nicht der­sel­be Weg der SPD gegan­gen wer­den soll­te.

Drum tütet’s nur Pro­ble­me, wenn die Basis sich ein­mi­schen tute­te!

Zum Abschluss des Par­tei­tags sang die Ver­samm­lung die Natio­nal­hym­ne. Mich über­rascht nur noch wenig.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 21. Okto­ber: Femi­nis­mu­sedi­ti­on

Die Grü­nen, ver­läss­li­che Part­ner­par­tei jedes poli­ti­schen Roh­lings, haben neu­lich beschlos­sen, dass im Fall aus­blei­ben­der Rede­bei­trä­ge von „Frau­en“ künf­tig nur noch „Frau­en“ dar­über abstim­men dür­fen, ob trotz­dem wei­ter­hin eine Dis­kus­si­on statt­fin­den soll. War­um „Män­ner“ sich in die­ser Par­tei über­haupt noch als Wäh­ler oder gar Mit­glied sam­meln, bleibt unbe­greif­lich. Liegt es dar­an, dass Aus­peit­schen in ein­schlä­gi­gen Stadt­vier­teln teu­rer ist als der Mit­glieds­bei­trag?

Schön fin­de ich aber, dass zu den Antrag­stel­lern ein Nils Krie­ges­kor­te gehört. Jede Par­tei soll­te einen Nils Krie­ges­kor­te haben.


In der Online-„WELT“ – möch­te nicht ver­linkt wer­den (LSR) – las ich unlängst, Hash­tags in sozia­len Netz­wer­ken haben jetzt eige­ne Spre­cher: Von der Initia­to­rin von #true­dis­kri­mi­nie­rung war die Rede, als sei jemand, der sich einen Hash­tag aus­denkt, bereits ein Exper­te, der allein des­halb in jedes Mikro­fon reins­ab­beln darf. Dabei geht es doch nur um Obst­matsch!


Brüll­fe­mi­nis­mus ist unfe­mi­ni­stisch!

In den NachrichtenPiratenpartei
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Beruf­lich Sohn von.

Am Diens­tag­abend wur­de Fritz von Weiz­säcker wäh­rend eines Vor­trags „von einem Mann“ („SPIEGEL ONLINE“) ersto­chen. Nach­rich­ten­wert hat das, wie der „Tages­spie­gel“ weiß, vor allem wegen der Lebens­lei­stung des Getö­te­ten:

Von Weiz­säcker hat­te eine lan­ge Kar­rie­re als Medi­zi­ner hin­ter sich. Von 1979 bis 1987 stu­dier­te er Human­me­di­zin in Bonn und Hei­del­berg. Anschlie­ßend ging er für ein prak­ti­sches Jahr in die USA. Nach Sta­tio­nen in Frei­burg, Bos­ton und Zürich war er seit 2005 Chef­arzt der Abtei­lung Inne­re Medi­zin I an der Schloss­park-Kli­nik.

Bezie­hungs­wei­se, wie hin­ge­gen „ZEIT ONLINE“ es sich von Nach­rich­ten­agen­tu­ren schrei­ben ließ:

Sohn von Ex-Bun­des­prä­si­dent von Weiz­säcker in Ber­li­ner Kli­nik getö­tet

(…) Fritz von Weiz­säcker, der Sohn des frü­he­ren Bun­des­prä­si­den­ten Richard von Weiz­säcker, ist wäh­rend eines Vor­trags in einer Ber­li­ner Kli­nik ersto­chen wor­den. (…) Der Vater des Ermor­de­ten, Richard von Weiz­säcker, war von 1981 bis 1984 Regie­ren­der Bür­ger­mei­ster von Ber­lin und zwi­schen 1984 und 1994 Bun­des­prä­si­dent. Damit war er ab 1990 erster Prä­si­dent des wie­der­ver­ei­nig­ten Deutsch­lands. Inter­na­tio­na­le Aner­ken­nung erlan­ge er 1985 durch sei­ne Rede zum 40. Jah­res­tag vom Ende des Zwei­ten Welt­kriegs, mit der er zur Erin­ne­rungs­kul­tur an die Ver­bre­chen des Natio­nal­so­zia­lis­mus bei­getra­gen hat­te. Er starb am 31. Janu­ar 2015 im Alter von 94 Jah­ren in Ber­lin.

Das scheint mir der Vor­teil dar­an zu sein, wenn die eige­nen Eltern kei­ne über das Kom­mu­na­le hin­aus­ge­hen­de Bekannt­heit erlangt haben: Wird man eines Tages von einem Böse­wicht gemeu­chelt, so war die bis dahin gelei­ste­te Arbeit wenig­stens nicht umsonst.


Nach­trag: Wor­an ist eigent­lich die Pira­ten­par­tei schon lan­ge nicht mehr zer­bro­chen? Ach ja: An den Pira­tin­nen! Aber kei­ne Sor­ge, Abhil­fe ist unter­wegs.

Netzfundstücke
Kurz gefragt zum Digi­tal­stand­ort Deutsch­land

Wenn die „Tages­schau“ zeigt, dass eine Über­tra­gung vom Anti-Funk­loch-Tref­fen des Bun­des­ka­bi­netts auf­grund eines Funk­lochs abge­bro­chen wur­de, aber die Auf­zeich­nung im ICE zwi­schen Nürn­berg und Mün­chen nicht ange­se­hen wer­den kann, weil der mobi­le Emp­fang so schlecht ist: Wel­che Stu­fe der Digi­ta­li­sie­rung ist das eigent­lich?

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlechtPolitik
The Skull Defekts – The Fable // Grü­nes zum Mon­tag

Eule (Symbolvogel)Es ist Mon­tag. Ächz! Zu Goo­gles Über­ra­schung wer­den Web­sites zumeist mit einem Com­pu­ter auf­ge­ru­fen. Hof­fent­lich sind But­ter­kek­se bald weit genug ent­wickelt! Die Grü­nen haben wäh­rend­des­sen im Sinn, den „Wis­sen­schafts­be­griff“ neu zu defi­nie­ren, damit Homöo­pa­thie da rein­passt. Ich wür­de ja gern den Poli­tik­be­griff so defi­nie­ren, dass die Grü­nen da nicht mehr rein­pas­sen. Wer macht mit?

Apro­pos Grü­ne: In Ber­lin beschließt die rot-rot-grü­ne Regie­rung dem­nächst einen Ver­fas­sungs­bruch. Es wird wirk­lich Zeit, dass wir die­se ver­fas­sungs­feind­li­chen Par­tei­en, die täg­lich ein wei­te­res Stück Grund­ge­setz unter­höh­len, end­lich ver­bie­ten. Grü­nen­ver­bot jetzt! – Ich sah unlängst ein Foto von einem Auf­stel­ler auf der jüng­sten Dele­gier­ten­kon­fe­renz die­ser Grü­nen, auf dem sie unter ande­rem Unter­neh­men aus der Metall­bran­che für das Spon­so­ren­tum dan­ken. Erstaun­lich: Ich hielt sie bis­her nur für Beton­köp­fe. Gleich­falls in Ber­lin wur­de fest­ge­stellt, dass im öffent­li­chen Dienst zu nie­man­des Über­ra­schung ein gen­der pay gap herrscht, der Män­ner benach­tei­ligt. Doch nicht so schlimm, muss ja kei­ner was gegen tun. Ist ja alles links da.

Kom­men wir noch­mals zu den ein­gangs erwähn­ten Web­sites zurück. End­lich wur­de mal all­ge­mein­ver­ständ­lich defi­niert, was ein „funk­tio­na­ler Inter­net­zu­gang“ ist: „In der Uni­ver­sal­dienst-Richt­li­nie vom 7. März 2002 wer­den 56 KBit/s genannt“, muss ja auch rei­chen. Da lädt das Geschwall von Grü­nen im Inter­net wenig­stens nicht so schnell. – Die­se Netz­sper­re­rei ist echt über­trie­ben. Man wird ja wohl noch! Wird man nicht?

Erst mal die Lau­ne wie­der heben, zum Bei­spiel mit etwas Musik.

The Fable

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Kurz ange­merkt zu Weih­nachts­märk­ten 2019

Sieht man die­ser Tage Bil­der vom momen­ta­nen Fort­schritt des Auf­baus des lästi­gen Weih­nachts­markts am Breit­scheid­platz im noch lästi­ge­ren Ber­lin, der wie auch in den Jah­ren zuvor für meh­re­re Mil­lio­nen Euro, die jetzt in inter­es­san­te­ren Pro­jek­ten als einem ollen Weih­nachts­markt feh­len (aber Ber­lin hat’s ja), mit­tels Absper­run­gen und Ein­gangs­er­schwer­nis­sen sowohl noch häss­li­cher als alle ande­ren Weih­nachts­märk­te, die sich meist durch den immer­glei­chen Bret­ter­bu­den­stil, lieb­los deko­riert mit kit­schi­gen Pla­sti­k­el­e­men­ten unter der Vor­spie­ge­lung, dass es irgend­wie besinn­lich sei, kleb­ri­ges Zucker­zeug für das Wochen­ein­kom­men eines typi­schen Ber­li­ners in sich rein­zu­stop­fen, um eines Gekreu­zig­ten zu geden­ken, mit dem man zu des­sen Leb­zei­ten nie­mals auch nur ein freund­li­ches Wort gewech­selt hät­te, als auch noch siche­rer als die Lan­des­gren­zen, ohne deren ein­sei­ti­ge Durch­läs­sig­keit kein ver­nünf­ti­ger Mensch den Weih­nachts­markt am Breit­scheid­platz über­haupt nament­lich ken­nen könn­te, wer­den soll, wobei man diver­se Stra­ßen so blockiert, dass blö­der­wei­se da woh­nen­de Arbeit­neh­mer noch bis Anfang 2020 ein noch ärger­li­che­res Leben füh­ren müs­sen als es in Ber­lin sowie­so der Fall ist, aber immer­hin, wie wenig­stens die „Ber­li­ner Mor­gen­post“ berich­tet, in Erwä­gung zieht, die Absperr­zäu­ne durch einen „Berlin“-Schriftzug zu erset­zen, als wür­de davon irgend­was weni­ger gräss­lich anzu­se­hen, so gewinnt man – sicher nicht zum letz­ten Mal in sei­nem Leben – die Erkennt­nis, dass es wahr­schein­lich genau das ist, was die­se Gesell­schaft so unaus­steh­lich macht; dass sie näm­lich den Kitsch für etwas hält, was ihr Jah­res­en­de zu einem bes­se­ren macht.

PolitikIn den Nachrichten
Eine gute und eine schlech­te Nach­richt zum Über­wa­chungs­staat

Gute Nach­richt:
Der tota­li­tä­re Unrechts­staat USA darf künf­tig nicht mehr ohne einen (not­falls frei erfun­de­nen) per­so­nen­be­zo­ge­nen Anlass die Lap­tops und Smart­phones von Ein­rei­sen­den durch­su­chen.

Schlech­te Nach­richt:
Der tota­li­tä­re Unrechts­staat Deutsch­land darf viel­leicht bald aus einem wei­te­ren Anlass die Com­pu­ter von Ein­woh­nern mit Schad­soft­ware infi­zie­ren.

Zu weni­ge Men­schen wer­den aus Not­wehr poli­tisch.

In den NachrichtenComputer
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt dar­in um (5).

Es macht ja schon gar kei­nen Spaß mehr, zu die­ser gest­ri­gen Mel­dung noch geson­dert etwas zu schrei­ben:

Aktu­ell mel­den Nut­zer dem netz­welt-Stö­rungs­mel­der ver­mehrt Pro­ble­me mit diver­sen Cloud-Dien­sten wie Net­flix, Ama­zon Video, Ama­zon Ale­xa oder You­Tube. Die Pro­ble­me lie­gen aber offen­bar nicht bei den Anbie­tern sel­ber, son­dern könn­ten mit einem Pro­blem bei den Cloud-Platt­for­men Goog­le Cloud und Ama­zon Web Ser­vices zusam­men hän­gen.

Na, auch kei­ne gro­ße Fest­plat­te im Haus, weil die cloud ja sowie­so immer ver­füg­bar und so prak­tisch sei? :ja:

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: bensn­b­ur­ner – noclip

bensnburner - noclipLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Weil ein Stück die­ses Albums mir zur Mon­tags­mu­sik taug­te, habe ich mir mal das gan­ze Album ange­se­hen. Es stammt von bensn­b­ur­ner aus Frei­burg, das ein Ein­mann­pro­jekt zu sein scheint (also bensn­b­ur­ner, nicht Frei­burg), und heißt, benannt nach einem Cheat­code aus dem Spiel Doom, „noclip“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL). Den­noch hat Band­chef Ben Krahl sich hier mit fünf ande­ren Musi­kern zusam­men­ge­tan, dar­un­ter Harald Kim­mig an der Vio­li­ne und – wie schon zuvor – Bene Abert an Ham­mond­or­gel, Per­kus­si­on und spe­cial FX, was immer das für ein Instru­ment sein soll. Das ver­spricht Abwechs­lung.

Die ent­hal­te­nen Stücke sind mal der instru­men­ta­len Rock­mu­sik („blush respon­se“), mal den Expe­ri­men­ten der frü­hen Krautrocker („#FFFFFF“, „do we give a damn?“) nahe, aber auch Tanz­mu­sik („ITSTANTRUM“) wird gespielt. Die Rei­he „rou­ting reti­re­ment of a repli­cant“ wird in Teil 3 ambi­ent fort­ge­setzt:

Rou­ti­ne Reti­re­ment of a Repli­cant, Pt. 3

In „SUCKMYROCKET“ hat schließ­lich auch die Vio­li­ne Platz für ein aus­ge­dehn­tes Solo.

In den selbst auf­er­leg­ten Eti­ket­ten zu dem Album ist von Post­rock und Free Jazz die Rede, aber der Rest passt: Elec­tro­nic, expe­ri­men­tal, ambi­ent, doom, Frei­burg. Ja, ver­dammt. Net­tes Album und trotz sei­ner etwas inkon­si­stent wir­ken­den Stil­mi­schung immer­hin beacht­lich für Freun­de der Elek­tro­nik.

In den NachrichtenComputer
Deutsch ver­bie­ten!: Das NetzDG in Babel

Das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz („NetzDG“), das die rechts­po­pu­li­sti­sche SPD unter gro­ßem Jubel der sozi­al Kor­rek­ten instal­liert hat, ist ein gro­ßer Erfolg: End­lich wird Hass­re­de kon­se­quent und auto­ma­ti­siert aus dem Inter­net fern­ge­hal­ten. Da Algo­rith­men bekannt­lich auch kei­ne Feh­ler machen, ist die Wahr­schein­lich­keit, damit mehr Scha­den anzu­rich­ten als nötig, schlicht zu ver­nach­läs­si­gen. Wir rei­ni­gen das Netz von allem Schmutz!

Selbst schuld, wer Deutsch spricht:

Weil der deut­sche Arti­kel „die“ von eng­lisch trai­nier­ten Algo­rith­men als „stirb“ gele­sen wird, kann es einem pas­sie­ren, dass Twit­ter einen blockt, wenn man „die Boo­mer“ schreibt.

Das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz muss drin­gend um einen Zusatz erwei­tert wer­den, der die Ver­wen­dung von Angli­zis­men unter­sagt. :ja:

The Simpsons – Die Bart Die (Eng­lish)

Und obwohl ich als Sprach­pu­rist einen sol­chen Vor­stoß für einen amü­san­ten hiel­te: Mir ist wirk­lich unklar, war­um jemand etwas dage­gen haben soll­te, dass deut­sche Poli­ti­ker aus stolz uralten Par­tei­en sich in Netz­po­li­tik­fra­gen legis­la­tiv äußern. Man kann doch so etwas nicht dem Pöbel über­las­sen!

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: War­um ist t3n so doof?

Unter der an sich schon beknack­ten Über­schrift „War­um ist das Netz so rechts?“ lässt Jan Voll­mer auf „t3n“ eine „Extre­mis­mus-For­sche­rin“ Unsinn reden:

Die Rech­ten haben sich sehr geschickt als Gegen­kul­tur zum Sta­tus quo insze­niert. (…) Es gibt auch Stu­di­en, die zei­gen, dass selbst das Empö­rungs-Emo­ji schnel­ler viral geht als ande­re Emo­jis.

Da hilft nur mehr Geld für die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung! :ja:

Kann ich die­sen Jour­na­lis­mus noch mal sehen?


Inzwi­schen woan­ders: Golem.de bit­tet dar­um, nicht mehr ver­linkt zu wer­den.