Netzfundstücke
Freie Demokratische Punks

Die Fried­richs­hain-Kreuz­ber­ger F.D.P., Heim­statt des ehe­ma­li­gen Pira­ten­vor­sit­zen­den Bernd Schlö­mer, sei jetzt Punk, teil­te sie auf Twit­ter mit.

Prompt schar­ten sich ande­re Anwe­sen­de um die­sen Tweet, um ein­an­der falsch zu erklä­ren, was Punk wohl sei: Ein Bekennt­nis gegen rech­te Welt­an­schau­un­gen oder gar offen anti­ka­pi­ta­li­stisch, was natür­lich bei­des nicht stimmt, denn kom­mer­zi­el­ler Miss­erfolg macht einen Men­schen noch nicht zum Punk und auch die pau­scha­le Leckt-mich-Atti­tü­de, deret­we­gen selbst Sioux­sie Sioux und Sid Vicious – bei­de nicht unbe­dingt für ihr Rechts­sein bekannt – Swa­sti­ken tru­gen, ist vor allem ein aus­drück­li­ches Bekennt­nis gegen die­je­ni­gen Welt­an­schau­un­gen, die eine eng­stir­ni­ge Vor­stel­lung von Moral zula­sten der Frei­heit des Ein­zel­nen zur Maxi­me zu erklä­ren ver­su­chen. Die Punks der 1970er wür­den inso­fern heut­zu­ta­ge ver­mut­lich die Grü­nen als ihren Geg­ner aus­ma­chen.

Dass aus­ge­rech­net Die Ärz­te von ver­schie­de­nen Kom­men­ta­to­ren als qua­li­fi­zier­te Instanz zur Punk­de­fi­ni­ti­on aus­ge­macht wor­den sind, irri­tiert aber doch: Wenn eins kein Punk ist, dann ja wohl Die Ärz­te!

(Abt.: Seufz.)

Musik⁠In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Vinyl <3 (12): Google kaputt, Platten noch da.

Plat­ten­spie­ler? Ha! Wer braucht schon so was? Ist doch jetzt alles in der Cloud, ist doch immer alles über­all ver­füg­bar kaputt:

Ande­re Goog­le-Dien­ste, dar­un­ter You­tube Music, (…) funk­tio­nie­ren eben­falls nicht mehr.

Was genau war jetzt noch mal der gro­ße Vor­teil von Google-„Diensten“ – dass man nicht selbst schuld ist?

Montagsmusik⁠In den Nachrichten
Sasha – Kaufmann und Maid // Mininetz für Minidigitales

Flauschig!Es ist Mon­tag und Mon­tag ist Pan­da­tag. Wenn man schon gera­de nichts mit Men­schen machen soll: Von der Ver­mei­dung des Kon­takts mit mehr als drei Pan­da­bä­ren zur glei­chen Zeit war ja nie die Rede.

Statt­des­sen ist die Rede von Digi­ta­lem. Da Digi­ta­les bekannt­lich erst mal nichts mit Com­pu­tern zu tun hat, ruft das auch die Lai­en auf den Plan: Die SPD möch­te, weil die Kapa­zi­tät für das gan­ze Inter­net ein­fach nicht aus­reicht, ein Schul­web ein­füh­ren. Älte­re erin­nern sich viel­leicht noch an Com­pu­ser­ve, das Micro­soft Net­work und AOL. Das war auch so was ähn­li­ches. Die bun­de­s­te Regie­rung aller Zei­ten möch­te zur sel­ben Zeit Emis­sio­nen sen­ken, aber von Kern­ener­gie schreibt sie lie­ber nichts. Das wäre ja auch lästig mit der gan­zen Effi­zi­enz.

Immer­hin: Der See­krieg steht bevor. Hala­li!

Und dum­di­dei.

Sasha,Subway to Sally,Feuerschwanz,Tanzwut,dArtagnan,Patty Gur­dy – Kauf­mann & Maid

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten⁠Mir wird geschlecht
Medienkritik in Kürze: Das Bundesnichtmännerministerium ist empört.

Eine Ver­ständ­nis­fra­ge: Wenn ein Ver­ein schreibt, er for­de­re …

[…] Gleich­be­hand­lung für Frau­en- und Män­ner­ver­bän­de – im öffent­li­chen Gehör und in der staat­li­chen finan­zi­el­len För­de­rung

… und …

den offe­nen, ganz­heit­li­chen und inklu­si­ven Dis­kurs in der Geschlech­ter­po­li­tik

, dann han­delt es sich dabei um was?

Genau, um Frau­en­hass sei­tens rech­ter Akteu­re, faselt das Fach­ma­ga­zin für ange­wand­te Imper­ti­nenz („taz“), da besag­ter Ver­ein unlängst Bud­get vom für Eltern­be­lan­ge zustän­di­gen Mini­ste­ri­um bewil­ligt bekom­men hat:

Der Ver­ein dis­kre­di­tie­re allein­er­zie­hen­de Müt­ter und die Gleich­stel­lung von Frau­en, so Ulle Schauws. Auf der Web­sei­te des Forums Sozia­le Inklu­si­on heißt es zum Bei­spiel: Die Belan­ge von Jun­gen, Män­nern und Vätern wür­den durch die Bun­des­po­li­tik oft „vor­sätz­lich unsicht­bar gemacht“. Des­halb sehe sich der Ver­ein gezwun­gen, sich „deut­lich den Bedürf­nis­sen“ von Män­nern zu wid­men.

Frech­heit: Da setzt sich ein Ver­ein ein­fach mal für Men­schen ein, die mit einem ande­ren Geschlecht als dem weib­li­chen gebo­ren sind. Das ist ganz klar frau­en­feind­lich, denn Män­ner sind kei­ne Frau­en und es ist ein Unding, dass man sol­chen Leu­ten über­haupt zuhört.

Sind ja auch Rech­te:

Wenn rech­te Akteu­re ihre For­de­run­gen über demo­kra­ti­sche Par­tei­en ein­brin­gen kön­nen, wer­de Gleich­stel­lungs­po­li­tik ad absur­dum geführt.

War­um? Steht da nicht. Ist halt so. Kla­rer Fall: Gleich­stel­lungs­po­li­tik funk­tio­niert nur, wenn man nur eine Sei­te der Waa­ge befragt. Die ande­re ist rechts. Ham­wa so defi­niert.

Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

Politik⁠In den Nachrichten
Zuversicht eines Coronaleugners

Als Coro­na­leug­ner, wie ich es nun mal bin, hat man, wie ich heu­te in den Nach­rich­ten lese, viel weni­ger Ver­ständ­nis­pro­ble­me als ande­re, denn es gibt neue Regeln und sie sind gera­de­zu gro­tesk.

In Baden-Würt­tem­berg dür­fen Restau­rants nach 20 Uhr zwar Essen zum Mit­neh­men anbie­ten, aber man darf es nicht mehr mit­neh­men. Um genau 19:59 Uhr näm­lich hat Coro­na sei­nen Wecker gestellt – dann geht’s rund. Außer­halb Baden-Würt­tem­bergs ist die Welt aber auch nicht von ratio geprägt: In Grup­pen getrof­fen wird sich nicht – außer, man ist reli­gi­ös bei­sam­men, dann scheint es kei­ne Grö­ßen­be­schrän­kun­gen zu geben, so lan­ge man nicht singt. Es soll­te mich inso­fern nicht erstau­nen, wenn das Hei­den­tum – Grund­ge­dan­ke: Tref­fen im Frei­en – im Janu­ar Deutsch­lands größ­te Reli­gi­ons­ge­mein­schaft sein wird.„

Die deutsch­land­wei­ten Regeln – ein­schließ­lich der erneu­ten Erdolch­ung des gera­de leid­lich gene­se­nen Ein­zel­han­dels – fin­den ab kom­men­den Mitt­woch Anwen­dung. Es ist undenk­bar, dass das die Infek­ti­ons­ge­fahr viel­leicht stei­gern statt sen­ken könn­te, indem sich mor­gen und über­mor­gen Men­schen in den Geschäf­ten trau­ben­wei­se um die ver­meint­lich welt­weit aller­letz­te Rol­le Klo­pa­pier prü­geln. Logik? Wer redet hier von Logik?

Immer noch dür­fen Rau­cher nach 20 Uhr ihrer Sucht nach­ge­hen, Trin­ker hin­ge­gen nicht. Die Steu­ern auf Alko­hol sind klar zu nied­rig, das ist die ein­zig denk­ba­re Begrün­dung.

Wel­che Wis­sen­schaft ist das eigent­lich, auf die hier gehört wird?

Politik⁠In den Nachrichten
Später nicht warten

Der anti­ke Toten­kult, für des­sen Anhän­ger das Lebens­en­de das höch­ste Glück dar­stellt, lässt es an Mis­si­ons­ei­fer selbst in Pan­de­mie­zei­ten nicht man­geln:

Schles­wig-Hol­steins Mini­ster­prä­si­dent Dani­el Gün­ther (CDU) for­der­te am Mitt­woch im Kie­ler Land­tag mit den Wor­ten „Wir dür­fen nicht war­ten“ einen har­ten Lock­down nach Weih­nach­ten.

Fro­hes Fest!

Netzfundstücke⁠In den Nachrichten⁠Computer
Liegengebliebenes vom 10. Dezember 2020

Sci­ence-Fic­tion-Freun­de auf­ge­merkt: Frank­reich baut – ganz ethisch natür­lich – Cyber­men.


Gute Nach­richt der Woche: Face­book soll klei­ner wer­den.


Tom Buhr­ow „dro­he“, heißt es in ein­schlä­gi­gen Medi­en, bei Ableh­nung der Rund­funk­ge­büh­ren­er­hö­hung mit „Ein­schnit­ten“ im Pro­gramm. Heißt das, um den Jah­res­wech­sel her­um wird „Drei Hasel­nüs­se für Aschen­brö­del“ nur noch acht­zehn- statt neun­zehn­mal gezeigt?


Die Euro­päi­sche Uni­on hält nicht viel von der Sou­ve­rä­ni­tät ande­rer Staa­ten: Wehe den Bri­ten, wenn sie nach dem Brexit plötz­lich Wett­be­werbs­vor­tei­le haben!

Was für ein sym­pa­thi­scher Staa­ten­bund. Wie kann man da nur aus­tre­ten wol­len?


Na, bis­her auch immer alle Pass­wör­ter auf Screen­shots ver­pi­xelt statt abge­schnit­ten oder geschwärzt, weil das bes­ser aus­sah? Scha­de: Man kann sie jetzt wie­der­her­stel­len.


Kur­ze Durch­sa­ge aus dem kirch­li­chen Mit­tel­al­ter ins 21. Jahr­hun­dert: Beich­ten übers Inter­net gil­det nich!


Immer, wenn ich inno­va­ti­ve Soft­ware sehe, hät­te ich inno­va­ti­ve Soft­ware lie­ber nicht gese­hen: Es gibt jetzt ser­ver­lo­ses Git; oder, wie ande­re es völ­lig zutref­fend nen­nen: „Fido­Net und viel­leicht ein biss­chen Block­chain“.


Ja, natür­lich wol­len wir das Kli­ma schüt­zen, aber, äh, hin­ter euch! Ein drei­köp­fi­ges Kern­kraft­werk!

In den Nachrichten⁠Wirtschaft
Rundfunkausweise

Wäh­rend ganz Deutsch­land sich über die Rund­funk­ge­büh­ren unter­hält, als sei der Preis das größ­te Pro­blem an der Exi­stenz ver­pflich­ten­der Berie­se­lung, ist längst beschlos­sen, dass im kom­men­den Jahr die Ver­län­ge­rung eben­so ver­pflich­tend zu besit­zen­der Aus­wei­se fast zehn Euro mehr kostet – und das ein­zig medi­al inter­es­san­te The­ma scheint nicht etwa zu sein, ob es ange­mes­sen ist, den Kauf von Doku­men­ten staat­lich vor­zu­schrei­ben, son­dern bloß ihr Inhalt.

Politik⁠In den Nachrichten
Absolute Alternative

Wie fühlt es sich für einen Sach­sen-Anhal­ti­ner eigent­lich der­zeit an, nur auf­grund sei­nes ver­meint­li­chen Ein­sat­zes für das Gute in einem Land zu leben, das fak­tisch mit abso­lu­ter Mehr­heit von der AfD regiert wird, indem selbst grund­sätz­lich bür­ger­freund­li­che Ent­schei­dun­gen sofort als Tabu gel­ten und unbe­dingt ins Gegen­teil ver­kehrt wer­den müs­sen, sobald die AfD sich für sie aus­spricht, was der AfD die allei­ni­ge Ent­schei­dungs­ge­walt dar­über ver­leiht, was beschlos­sen wird und was nicht?

Netzfundstücke⁠Montagsmusik⁠Computer
Porcupine Tree – Trains // Klatschen für die Bank

Was fehltEs ist Mon­tag. Da kommt der Jun­ge mal (an die fri­sche Luft und) auf ande­re Gedan­ken. Es wäre ja auch lang­wei­lig, mal nicht den gan­zen Tag Zwei­feln an sich und der Mensch­lich­keit (mal nicht: Mensch­heit) nach­zu­ge­hen. Nicht depres­si­ve Autoren sind schlech­te Autoren und dabei schrei­be ich nicht mal Bücher, son­dern nur die­sen Käse hier und manch­mal was über Pan­da­bä­ren, die kein Käse sind.

Was fehlt im Lock­down? Klar: Der Lock­down. Aber der kommt bestimmt auch noch, jeden­falls in Bay­ern. Auf der Haben­sei­te: Mar­kus Söder darf bald nicht mehr raus. Alles rich­tig gemacht. Geret­tet wer­den hof­fent­lich erst mal die Ban­kiers. Oder reicht da Klat­schen? – Apro­pos Ret­tung: Es gibt eine neue Sicher­heits­lücke in einem alten Web­brow­ser. Viel­leicht soll­te ich doch all­mäh­lich mal das Update auf den Net­scape Navi­ga­tor machen. Der soll ja ganz gut sein.

Die Wort­war­te ser­vie­ren 17 neue Wör­ter aus aller­lei Medi­a­l­quel­len. Sie sind sehr oft sehr albern und soll­ten daher unbe­dingt in unser aller Sprach­ge­brauch ein­flie­ßen.

Aber erst mal eine wich­ti­ge­re Haus­auf­ga­be: Öfter mal bis­her ohne Hin­ter­grund­ge­dan­ken gemoch­te Lie­der situa­tiv in sein Leben inte­grie­ren. Ich kon­trol­lie­re mor­gen die Hef­te. Ich habe damit schon ange­fan­gen und wer­de so schnell nicht damit auf­hö­ren. Ätsch.

Por­cupi­ne Tree – Trains (Live)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Einkaufsshopping fürs Vaterland

Der umstrit­te­ne Recher­cheur Patrick Gen­sing kom­men­tiert:

Noch bis min­de­stens zum 10. Janu­ar soll der „Lock­down light“ gel­ten. Doch eine „leich­te Abrie­ge­lung“ oder „leich­te Aus­gangs­sper­re“ ergibt vom Wort her eigent­lich kei­nen Sinn.

So weit, so rich­tig (das muss man der „tages­schau“ ja auch mal zuge­ste­hen); um so erstaun­li­cher, dass ande­res sinn­mä­ßig uner­fragt bleibt:

Alles was Spaß macht, wird ver­bo­ten. Das Arbei­ten, Ein­kau­fen und Shop­ping bleibt hin­ge­gen erlaubt. Wirt­schafts­mi­ni­ster Peter Alt­mai­er bezeich­net den Erhalt des sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­dels sogar als „natio­na­le, ja auch eine patrio­ti­sche Auf­ga­be“.

Ein Volk, ein Reich, ein Lebens­mit­tel­la­den! Ein auch im Ver­gleich dazu ent­täu­schen­des Tri­pty­chon hat Patrick Gen­sing hin­ge­gen mit „Arbei­ten, Ein­kau­fen und Shop­ping“ zu malen ver­sucht, wor­auf er selbst der­ma­ßen stolz zu sein scheint, dass er es sogar in einer Zwi­schen­über­schrift noch mal benutzt hat.

Nun beru­higt es mich ja ein biss­chen, dass Ein­kau­fen in zwei Spra­chen erlaubt bleibt. Aber was ist mit かい・だしにでかける, Acquista­re und Com­prar? Hier ist, wie ich fin­de, der Gesetz­ge­ber gefragt. Gera­de für ein Land, das sich offen für ara­bisch­stäm­mi­ge Neu­zu­gän­ge zei­gen möch­te, ist es ein untrag­ba­rer Zustand, dass dem Grund­be­dürf­nis der geset­zes­kon­for­men Besor­gun­gen mit so wenig sprach­li­cher Fle­xi­bi­li­tät begeg­net wird.

Inter­na­tio­na­les Kau­fen muss end­lich lega­li­siert wer­den!


Wo eigent­lich die Revo­lu­ti­on bleibt? Kei­ne Sor­ge: Der Bun­des­tag arbei­tet dar­an.

Nerdkrams⁠Netzfundstücke
Beim #rC3 ist das Internet voll.

Die­ser Arti­kel ist Teil 12 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Schlech­te Nach­rich­ten für die­je­ni­gen, die immer noch einen Unter­schied zwi­schen CeBIT und Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress zu ken­nen glau­ben: Es ist wie­der einer weni­ger.

Tickets wer­den für den Log­ged-In-Bereich benö­tigt, der die Inter­ak­tio­nen zwi­schen den Teil­neh­men­den, Work­shop­teil­nah­men und das Ent­decken der Assem­blies-Flä­chen und ein paar Über­ra­schun­gen für Euch ermög­licht.

Weil die moder­nen Kon­zep­te von Inter­ak­ti­on zwi­schen Onlinen­ut­zern (IRC, seit 1988), Stän­de­gucken (GIF, seit 1987) und man­chem mehr aber für tech­nik­fer­ne Men­schen, wie sie die Ziel­grup­pe des rC3 nun mal sind, nicht mehr so recht ska­lie­ren, seit man jeden Quatsch unbe­dingt in den Web­brow­ser ver­la­gern will und der nun mal nur wenig Last aus­hält, ist das welt­wei­te Netz plötz­lich ganz schön eng:

Aktu­ell sind alle Tickets für die rC3 aus­ver­kauft.

Das pas­siert eben, wenn man sich das Netz von der Tele­kom legen lässt.

Politik⁠In den Nachrichten
Fatahkomplexe

Dass ich das Wort „Het­ze“ für sich auf einem sprach­li­chen Niveau mit dem min­de­stens eben­so belieb­ten „Kack­schei­ße“ befin­dend hal­te, habe ich im Bekann­ten­kreis gele­gent­lich ohne ersicht­li­chen Wider­spruch ange­merkt. Das hält die Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­ti­on der SPD, die auch sonst lei­der nicht auf mich hört, nicht davon ab, „für Völ­ker­ver­stän­di­gung gegen Het­ze“ zu demon­strie­ren.

Das ist beson­ders bemer­kens­wert, weil die­sel­be Orga­ni­sa­ti­on am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de die Fatah-Jugend zur Schwe­ster­or­ga­ni­sa­ti­on erko­ren hat, deren Bei­trag zur Völ­ker­ver­stän­di­gung dar­in besteht, das Land Isra­el als nicht sou­ve­rä­ni­täts­wür­dig dar­zu­stel­len. Zwar könn­te man die Fatah-Jugend des­halb ange­sichts der Außen­po­li­tik Isra­els als anti­fa­schi­sti­sche Orga­ni­sa­ti­on akzep­tie­ren, aber die­se Ansicht ist wie­der­um umstrit­ten, wie man heut­zu­ta­ge zu Ansich­ten sagt, die nicht von jedem Mit­glied des ein­fa­chen Bür­ger­tums geteilt wer­den.

Mich über­rascht ja der aus­blei­ben­de Men­schen­auf­lauf (mmmh: Auf­lauf) vor SPD-Par­tei­ta­gen. Was muss noch alles pas­sie­ren?

Musik⁠Netzfundstücke
2020 unwrapped.

Blog­ger, Jour­na­li­sten und Radio­kas­per fra­gen momen­tan zahl­reich und meist in fürch­ter­li­chem Deutsch:

Doch wie viel Musik hast Du in (sic! A.d.V.) 2020 tat­säch­lich gestreamt?

Man sol­le hier­für bei Spo­ti­fy, einem bekann­ten Künst­ler­schlecht­be­zah­ler, nach­se­hen, das ein ent­spre­chen­des Ange­bot vor­hal­te.

Ich habe das mal gemacht; und kon­se­quent weist mich Spo­ti­fy gen­dernd dar­auf hin, dass ich gefäl­ligst erst mal anfan­gen soll­te, Musik zu hören, bevor ich da Infor­ma­tio­nen bekom­me. Aber ich kön­ne ja so lan­ge erst mal Musik hören, die ande­re Leu­te mögen, doch lei­der krie­ge ich von die­ser Art von Beschal­lung regel­mä­ßig Hirn­spliss.

Nichtrückblick

Ein ande­rer Blog­ger, der nicht dau­ernd von mir ver­linkt wer­den möch­te, hat­te letz­te Woche einen Screen­shot von Last.fm in einem sei­ner Bei­trä­ge ver­wur­stet, dem­zu­fol­ge ich immer­hin 100 Pro­zent neue Künst­ler auf­zu­wei­sen habe, denn ich gehö­re zu den Men­schen, die ungern – sofern es nicht um die Alben für die Insel geht – etwas erneut hören, was sie schon ken­nen. Als mein Album des Jah­res scheint sich das aktu­el­le von Insect Ark her­aus­zu­schä­len, über das ich hier noch nichts geschrie­ben habe, weil ich mir dafür Zeit und Muße neh­men muss und wir haben ja Coro­na und da ist bei­des eher knapp.

Mein per­sön­li­cher Jah­res­rück­blick – die meist­ge­hör­ten Alben, nicht unbe­dingt auch die besten – steht jeden­falls im Plat­ten­schrank. Scha­de, dass der nicht smart ist und dau­ernd irgend­was im Inter­net visua­li­sie­ren will; oder auch: gut so.