Nerdkrams
Git­Hub (4): Schö­ne Lizenz hat­ten Sie da. Tja, blöd jetzt.

Micro­soft hat in sein Git­Hub die­ser Tage ganz viel Intel­li­genz rein­ge­kün­stelt, die beim Pro­gram­mie­ren in „öffent­li­chem Code“ (also unter ande­rem in auf Git­Hub lie­gen­den Pro­jek­ten) nach ver­meint­lich pas­sen­dem Code sucht und aus die­sem wie­der­um neu­en Code gene­riert.

Wenn ich das rich­tig ver­ste­he, läuft das unge­fähr so ab:

  • Der „Pro­gram­mie­rer“ – wer sei­nen Code von Auto­ma­tis­men schrei­ben lässt, ist kein Pro­gram­mie­rer ohne Anfüh­rungs­zei­chen, son­dern ledig­lich ein Knopf­drücker, wenn nicht gar ein grü­ner Kanz­ler­kan­di­dat Pla­gia­tor – schreibt einen Funk­ti­ons­kom­men­tar und/oder ‑pro­to­ty­pen, in dem er per Varia­blen­na­men, Funk­ti­ons­na­men, Bei­spiel­da­ten und so wei­ter unge­fähr beschreibt, was er vor­hat. So weit erst mal kei­ne Ein­wän­de, immer­hin klingt das nach auch für ande­re Leu­te ver­ständ­li­chem Code und das ist gut.
  • Die „künst­li­che“ „Intel­li­genz“ guckt, ob sie in den ihr bekann­ten Daten ver­gleich­ba­res Ansin­nen fin­det, und kopiert im Erfolgs­fall vor­han­de­ne Code­schnip­sel zu einem neu­en Code­schnip­sel zusam­men, der viel­leicht funk­tio­niert oder auch nicht.
  • Die­se „künst­li­che“ „Intel­li­genz“ ist dabei der­ma­ßen treff­si­cher, dass bereits nach weni­gen Tagen Berich­te im Netz zu fin­den sind, denen zufol­ge sie auch mal schlicht Aus­schnit­te aus der GPL als Kom­men­tar vor­schlägt.

In „0,1 Pro­zent der Fäl­le“, behaup­tet Micro­soft, kön­ne es vor­kom­men, dass gan­ze Code­stücke voll­stän­dig über­nom­men „vor­ge­schla­gen“ wer­den. Mei­ne Kennt­nis­se im Lizenz­recht sind als mäßig zu bezeich­nen, aber ich wür­de anneh­men wol­len, dass auch in 0,1 Pro­zent der Fäl­le aus unbe­kann­ter Quel­le über­nom­me­ner Code dem Ent­wick­ler des Ori­gi­nal­codes nicht gefal­len dürf­te. Natür­lich auf Twit­ter wur­de vor­ge­schla­gen, Micro­soft möge doch, wenn sie sich so sicher sei­en, dass die „Copi­lot“ genann­te Belei­di­gung für rich­ti­ge Pro­gram­mie­rer schon nie­man­des Urhe­ber­recht ver­let­ze, die­sen „Copi­lo­ten“ – sogar gegen Bezah­lung – mal mit dem Code des Win­dows-10-Ker­nels füt­tern. Bis­her blieb die­ser Vor­schlag anschei­nend unbe­ant­wor­tet.

Das Lizenz­pro­blem, auch für mich (so zwei, drei klei­ne Pro­gram­me von mir lie­gen ja auch offen im Inter­net her­um) nicht ganz unin­ter­es­sant, ist aber gar nicht mal unbe­dingt das Ärger­lich­ste an dem Mit­flie­ger. Viel wesent­li­cher scheint mir zu sein, wel­ches Pro­blem damit gelöst wer­den soll: Nut­zer von Visu­al Stu­dio Code, einem auf einem Web­brow­ser basie­ren­den und dar­um außer­or­dent­lich res­sour­cen­hung­ri­gen „Text­edi­tor“ von Micro­soft, sol­len so in die Lage ver­setzt wer­den, Pro­gram­me zu schrei­ben, ohne pro­gram­mie­ren zu kön­nen. Ich bin eigent­lich nicht wäh­le­risch, was die von mir genutz­te Soft­ware angeht (Text­edi­to­ren aus­ge­nom­men), so lan­ge sie ihren Dienst zufrie­den­stel­lend ver­rich­tet, und ich hal­te auch nicht viel von Vor­ver­ur­tei­lun­gen von Men­schen, die ich mei­nes Wis­sens über­haupt nicht ken­ne, aber ich bin mir trotz­dem ziem­lich sicher, dass es eine fürch­ter­li­che Idee ist, eine Gene­ra­ti­on von „Pro­gram­mie­rern“ her­an­wach­sen zu las­sen, deren gesam­te Pro­gram­mier­erfah­rung dar­auf fußt, dass sie einen Knopf gedrückt haben und auf magi­sche Wei­se Code erschie­nen ist, der dann auch noch halb­wegs das getan hat, was sie erwar­tet hat­ten.

Quell­of­fen ist der „Copi­lot“ im Übri­gen nicht. Nicht, dass den noch eine „künst­li­che“ „Intel­li­genz“ irgend­wo rein­ko­piert!

(Hät­te der Bull­shi­fier nicht gereicht?)

In den NachrichtenWirtschaft
Mehr weni­ger Bäu­me für gegen städ­ti­sche Ästhe­tik: Der Braun­schwei­ger Schloss­platz und die 255 minus elf Bäu­me.

1918:
Das Braun­schwei­ger Resi­denz­schloss ver­liert mit der Abdan­kung des letz­ten Her­zogs – wie eini­ge sei­ner Vor- und Nach­fah­ren Ernst August hei­ßend, jedoch nicht vor allem für sei­ne schwa­che Bla­se bekannt – sei­nen wesent­li­chen Zweck und steht fort­an als Denk­mal in der Gegend her­um.

1945:
Der Zwei­te Welt­krieg endet. Das Schloss ist in kei­nem guten Zustand.

1955 bis 1960:
Nach lan­gen Pla­nun­gen hin­sicht­lich einer Wei­ter­nut­zung des Schlos­ses, über­wie­gend einen Wie­der­auf­bau in Erwä­gung zie­hend, beschließt die aus unbe­kann­ten Grün­den in Braun­schweig mehr­heits­re­gie­ren­de SPD den Abriss des Gebäu­des, der bis Mit­te August 1960 abge­schlos­sen wird. Der seit 1720 bestehen­de Schloss­park wird in den Fol­ge­jah­ren um den frei gewor­de­nen Platz erwei­tert; es ste­hen anschlie­ßend über 250 Bäu­me dort.

2002:
Das für sei­ne außer­or­dent­lich häss­li­chen Ein­kaufs­zen­tren (für die Jün­ge­ren: das waren gro­ße Gebäu­de, in denen eure Groß­el­tern im ver­gan­ge­nen Jahr­tau­send stun­den­lang das gesucht haben, was ihr heu­te in weni­gen Minu­ten bei Ama­zon zusam­men­klicken könnt) in allem, was irgend­wie nach Stadt aus­sieht, bekann­te Unter­neh­men ECE Pro­jekt­ma­nage­ment GmbH & Co. KG, heu­te Teil der ECE Group, sieht den Braun­schwei­ger Schloss­park und weiß sofort, was ihm noch zur Per­fek­ti­on fehlt: Anstel­le der lang­wei­li­gen Natur müs­se da, so ECE, ein außer­or­dent­lich häss­li­ches Ein­kaufs­zen­trum hin; man bie­tet der Stadt an, die lästi­gen Bäu­me durch einen form­schö­nen Glas­ka­sten zu erset­zen, an den auf Wunsch der Stadt die Reste des alten Schlos­ses, sofern noch nutz­bar, ange­baut wer­den sol­len.

2004 bis 2007:
Eine knap­pe Rats­mehr­heit unter Füh­rung des geschei­ter­ten Natio­nal­de­mo­kra­ten und amtie­ren­den Ober­bür­ger­mei­sters Gert Hoff­mann, zu die­sem Zeit­punkt bereits seit eini­gen Jah­ren in die CDU abge­stie­gen, stimmt für die­ses Ansin­nen. Bis Sep­tem­ber 2006, über­wie­gend in der Brut­zeit (aber Vögel zah­len nun mal schlech­ter als Fach­kon­zer­ne für außer­or­dent­lich häss­li­che Ein­kaufs­zen­tren), wird der Schloss­park ent­baumt und ein außer­or­dent­lich häss­li­ches Ein­kaufs­zen­trum hin­ge­stellt, das 2007 schließ­lich als fer­tig bezeich­net wird. Nicht bebau­te Flä­chen des ehe­ma­li­gen Schloss­parks wer­den sicher­heits­hal­ber asphal­tiert und „Platz“ genannt. Nicht, dass da noch was wächst!

2007 bis 2019:
In den Fol­ge­jah­ren füllt sich die­ses Gebäu­de mit Filia­len der übli­chen Han­dels­ket­ten, die bis dahin von Braun­schwei­gern und auch Besu­chern aus den umlie­gen­den Regio­nen gern genutz­te Innen­stadt „ver­ödet“ auf­grund der ver­meint­li­chen Attrak­ti­vi­tät gegen­über sym­pa­thi­schen, aber eben auch nur klei­nen Fach­ge­schäf­ten zuse­hends.

2019:
Der Stadt Braun­schweig fällt auf, dass auf Luft­bild­auf­nah­men von 1925 der Schloss­park irgend­wie grü­ner aus­sah als 2019. Man über­legt fie­ber­haft, wor­an das wohl lie­ge; da gera­de das The­ma Umwelt im poli­ti­schen Dis­kurs wie­der an Bedeu­tung gewinnt, hät­te man ja doch gern mal wie­der etwas Grün­flä­che.

2021:
Die Stadt Braun­schweig, mitt­ler­wei­le wie­der die SPD als stärk­ste Frak­ti­on auf­wei­send, ver­kün­det stolz auf Twit­ter, der Pla­nungs- und Umwelt­aus­schuss habe ein Kon­zept zur Lösung des Pro­blems beschlos­sen: Mit 11 (in Wor­ten: elf) neu­en Bäu­men, die dort gepflanzt wer­den sol­len, wo man nur weni­ge Jah­re zuvor dafür gesorgt hat, dass sich Natur gar nicht erst ent­wickeln kann, möch­te man offen­sicht­lich den Charme des alten Schloss­parks wie­der­be­le­ben.

Jetzt lie­gen mir kapi­ta­lis­mus­kri­ti­sche Pau­schal­aus­sa­gen wesens­ge­mäß fern und ich bin (trotz mei­nes Stu­di­ums) auch nicht beson­ders schnell oder auch nur gut in Flä­chen­be­rech­nung, aber wäre es nicht ins­ge­samt nach­hal­ti­ger, ECE einen Besuch im natür­li­chen Habi­tat des Pfef­fer­strauchs zu emp­feh­len und Bäu­me anstel­le des außer­or­dent­lich häss­li­chen Ein­kaufs­zen­trums zu pflan­zen? Für die Natur wird’s von Vor­teil sein; und für den Ästhe­tik­freund erst recht.

PolitikIn den NachrichtenWirtschaft
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 1. Juli 2021

Gute Nach­rich­ten: Es gibt – auch wegen des Kli­ma­wan­dels – deut­lich weni­ger Kli­ma­to­te als zuvor oder, wie der „tages­spie­gel“ es nennt, „69 Hit­ze­to­te allein in Van­cou­ver“.


Mit­glied 1337 der Pira­ten­par­tei zeigt sich irri­tiert: Ob es beim gut besuch­ten Fuß­ball wohl um den Kom­merz gehe? Mich wie­der­um erstaunt am mei­sten, dass die erwar­te­ten Zuschau­er­zah­len beim Imkreis­fah­ren die beim Gegen­ei­nen­ball­tre­ten noch über­tref­fen. Hät­te ich gewusst, wie begei­stert Men­schen selbst in der Pan­de­mie von lang­wei­li­gen Tätig­kei­ten sind, wäre ich ver­mut­lich Welt­mei­ster im apa­thi­schen Her­um­lie­gen und nicht Infor­ma­ti­ker gewor­den. Aber in mei­nem Alter fängt man kei­nen Sport mehr an. Der Rücken…


In Ber­lin wird am 26. Sep­tem­ber mög­li­cher­wei­se auch dar­über abge­stimmt, ob „rund 240.000 Woh­nun­gen“ aus pri­va­tem in öffent­li­chen Besitz über­führt wer­den sol­len, weil dann – davon gehen die offen­sicht­lich in finan­zi­el­len Din­gen weit­ge­hend uner­fah­re­nen Peten­ten aus – die Kosten für’s Woh­nen sin­ken sol­len. In wel­chem Zustand Woh­nun­gen, die dann auch grö­ße­re Reno­vie­run­gen und Moder­ni­sie­run­gen nicht ohne grö­ße­re Inve­sti­tio­nen (die Ber­li­ner Mie­ter offen­kun­dig nicht mit­tra­gen wol­len) erfah­ren wer­den, sich bald befin­den wer­den, kommt im Volks­ent­scheid nicht vor; aber dit is Balin(, wa?), da zieht man ja nicht hin, weil man ger­ne schön wohnt.

Anson­sten gilt auch wei­ter­hin: Es besteht kei­ne Pflicht, in der Groß­stadt zu leben.


Hal­tet die Drucker­pres­sen (sagt man das noch, „Drucker­pres­sen“?) an! Die Tele­kom und Sam­sung revo­lu­tio­nie­ren gera­de die Welt! Mit einem Smart­phone mit Wech­sel­ak­ku!


Die Grü­nen sind erschüt­tert, man spielt ihnen übel mit. Die Geg­ner scheu­en dabei kei­ne Mis­se­tat: Jetzt tei­len sie sogar Kom­men­ta­re mit nega­ti­ven Emo­jis!


2020 hat der Bun­des­tag dem Forum Sozia­le Inklu­si­on 400.000 Euro an finan­zi­el­ler För­de­rung geneh­migt, die Bun­des­fa­mi­li­en­mi­ni­ste­rin (SPD) wei­gert sich seit­dem, das Geld aus­zu­zah­len. In einem Jahr, in dem gro­ße Tei­le des Wahl­kamp­fes dar­auf beru­hen, wel­che geg­ne­ri­sche Par­tei Geld aus wel­cher Quel­le erhält und/oder an wen wofür zahlt, erstaunt mich, dass die Miss­ach­tung des Par­la­ments bis­her so wenig Auf­merk­sam­keit erhält. Mög­li­cher­wei­se trägt die­se Erwäh­nung zu etwas mehr Beach­tung bei.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Zement – Zement:Werk

Zement:WerkLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

In Bäl­de bringt das „Neo-Kraut-Duo“ (Zement über Zement) Zement aus Würz­burg sein vier­tes oder zwölf­tes oder so Album „Roh­stoff“ raus und ich ver­mu­te, es wird ganz gut wer­den. Ich nutz­te die­se Ankün­di­gung, um mir ihr Debüt „Zement:Werk“ von 2016 (Bandcamp.com, Amazon.de und so wei­ter) erst­mals anzu­hö­ren. Jetzt gera­de läuft das zwei­te von fünf Stücken („Kalk­stein“) und ich emp­feh­le trotz­dem schon mal Nach­ah­mung.

Ein wenig repe­ti­tiv, Melo­die­be­für­wor­ter klicken an die­ser Stel­le wahr­schein­lich bereits woan­ders hin, ist das hier Dar­ge­bo­te­ne durch­aus, steht damit aber in bester Kraut­rock-Tra­di­ti­on. Es gibt im Wesent­li­chen Schlag­zeug, Syn­the­si­zer-Klang­flä­chen und dazu immer wie­der schnei­den­de Gitar­ren­ein­wür­fe zu hören. Kein Gesang. Das ist gut, denn für über­zeu­gen­den Gesang waren im Kraut­rock seit sei­nem Ent­ste­hen bis­her nur weni­ge Musi­ker bekannt; oft hät­te man sich gewünscht, sie würden’s las­sen. (Ob Phil Coll­ins sich selbst als Krautrock­mu­si­ker sieht?)

Das bei­na­he rocki­ge und viel­leicht auch des­we­gen von mir trotz ähn­li­chen Auf­baus momen­tan am mei­sten gemoch­te Stück „Gips“, das das Album beschließt, gips nur auf der CD-Ver­si­on, Plat­ten­käu­fer müs­sen es sich sepa­rat run­ter­ho­len. Das mag phy­si­ka­li­sche Grün­de haben, blöd ist es aber trotz­dem. Das Album nicht. Das ist sogar ziem­lich akzep­ta­bel.

Mal sehen hören, was der Juli bringt.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Fal­sches Sub­jekt, fal­sches Verb, aber immer­hin das Objekt stimmt.

Es “berich­tet” die dpa (u.a. via ZEIT ONLINE):

Laster über­rollt 81-Jäh­ri­ge: Frau stirbt

Und im Text:

Beim Ran­gie­ren an einem Ein­kaufs­zen­trum in Ber­lin-Köpe­nick hat ein Laster eine Rent­ne­rin über­rollt.

Der Laster ran­gier­te in Ber­lin-Köpe­nick? Er allein? Aber nein:

Nach ersten Erkennt­nis­sen fuhr der (…) Lkw-Fah­rer mit sei­nem Fahr­zeug gegen Mit­tag rück­wärts (…). Dabei erfass­te der Wagen die Frau.

So ein böser Wagen!

Wir stel­len aber fest:

  • Nicht “der Laster” hat etwas getan, son­dern sein Fah­rer.
  • Es wur­de nicht über­rollt, son­dern über­fah­ren.

Immer­hin: Die Frau war offen­bar tat­säch­lich 81 Jah­re alt und ist jetzt tot. Man muss ja auch mal aner­ken­nen, was stimmt.

In den Nachrichten
Ent­wirt

Jetzt, da wir raus sind und das vor­über­ge­hen­de Flag­gen­schwen­ken von bescheu­ert bemal­ten Men­schen genau das, näm­lich vor­über­ge­gan­gen, ist, denn unse­re “natio­na­le” Iden­ti­tät (wel­che eigent­lich?) ist uns nichts wert, wenn auf fer­nen Bolz­plät­zen nur ande­re Fah­nen wehen, wird Deutsch­land wie­der nur noch von der Ableh­nung alles Deut­schen und dem neu­en Puri­ta­nis­mus zusam­men­ge­hal­ten. (Fra­ge mei­ner­seits: War­um zie­hen Men­schen mit Deutsch­land­flag­gen auf der Wan­ge, Deutsch­land­hut auf dem Kopf und Deutsch­land­pla­stik­blu­men­ket­te um den Hals in Grup­pen durch die Stadt, wo sie jeder sehen kann, aber sel­ten allein ins Büro, wo es bloß weni­ge mit­be­kom­men wür­den?)

Nerdkrams
Scheu­nen­tor über­ra­schend durch­schos­sen

Was pas­siert, wenn man eine Daten­bank ohne Pass­wort­schutz offen im Inter­net zur Ver­fü­gung stellt?

Nun, jemand wird sie fin­den und benut­zen:

When I con­tai­ne­ri­zed Mon­goDB, Docker hel­pful­ly inser­ted an allow rule into ipta­bles, ope­ning up Mon­goDB to the world.

  1. Man hängt eine unge­schütz­te Daten­bank
  2. in einem „Con­tai­ner“ (d.h. in einer black box ohne direk­ten Pro­to­koll­zu­gang)
  3. offen ins Inter­net und schreibt dann, dass
  4. „Hacker“ fre­cher­wei­se die­se Mög­lich­keit genutzt haben.

Immer­hin habe aber das Ein­spie­len einer Siche­rungs­ko­pie nur vier­drei­vier­tel Stun­den gedau­ert.

Ob das Web wohl wie­der bes­ser wäre, wenn es schwie­ri­ger wäre, einen Ser­ver zu betrei­ben?

PolitikIn den Nachrichten
從善如登,從惡是崩.

Asia­ti­sche Wochen hier, ich merk‘ das schon:

Wie das Sozi­al­kre­dit­sy­stem Chi­nas in der Bun­des­re­pu­blik ein­ge­setzt wer­den kann, lässt nun Bun­des­for­schungs­mi­ni­ste­rin Anja Kar­lic­zek unter­su­chen.

Ist es das, was Anja Kar­lic­zek 2019 mein­te, als sie sag­te, Chi­na dür­fe Deutsch­land „nicht abhän­gen“, und was sie 2021 mein­te, als sie mit Bezug auf Chi­na bekannt­gab, „gemein­sa­mes Han­deln“ sei „der beste Weg“?

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Jam­bi­nai – 검은 빛은 붉은 빛으로 // Knie­ball mit ß

*pieks*Es ist Mon­tag. In Japans älte­stem Zoo in Tokio gab es Pan­da­bä­ren­nach­wuchs, wor­auf­hin die ört­li­che Gastro­no­mie einen börs­li­chen Wert­zu­wachs zu ver­zeich­nen hat­te. Wir ler­nen: Gegen Rezes­si­on kön­nen wei­te­re Pan­da­bä­ren hel­fen. Man ler­ne auch hier­zu­lan­de etwas dar­aus!

Ein­fall, beim Schrei­ben die­ses Bei­trags gehabt: Eigent­lich war es ein sti­li­sti­scher Feh­ler, schon beim ersten Befül­len die­ser Web­site mit der „neu­en“ Recht­schrei­bung (post-1996) zu begin­nen, denn schö­ner als „dass“ und „muss“ sind „daß“ und „muß“ alle­mal; allein die Kon­di­tio­nie­rung der Schul­zeit läßt lässt mich mich selbst dar­an erin­nern, dass Recht­schrei­bung immer nur ein „Vor­wärts“, aber nie­mals ein „Zurück“ vor­sieht – ein Umstieg auf eine frü­he­re Ver­si­on wur­de noch von nie­man­dem voll­zo­gen und wahr­schein­lich wür­de auch ich da häu­fi­ger einen ver­se­hent­li­chen Rück­fall erlei­den als ich es selbst für ver­tret­bar hiel­te. Ich las­se das jetzt so, wer­de aber auch wei­ter­hin gele­gent­lich an ande­rer Stel­le Ver­laut­ba­run­gen kon­se­quent nach alten Regeln fol­gen las­sen. Wer soll­te es mir ver­bie­ten – der Duden etwa?

Da ver­zei­he ich mir viel­leicht sogar den – wenn auch nur mit gerin­gem Vor­sprung gegen­über so Gefüh­len, in letz­ter Zeit durch­aus kon­kur­renz­fä­hig (mög­li­cher­wei­se ist das ja auch so ein Pro­blem mit dem Älter­wer­den, dass die Selbst­wahr­neh­mung nicht weni­ger kri­tisch wird und gleich­zei­tig zuse­hends öfter die Idee, dass das gera­de jetzt für immer sein möge, einen sanf­ten Lock­ruf säu­selt, wor­auf­hin man ihr in die dunk­le Gas­se folgt und dann kriegt man einen Knüp­pel über die Rübe und hin­ter­her sind Geld und Hose weg; ach, schie­fes Sprach­bild, da hab‘ ich mich [natür­lich! wie immer!] ver­rannt, inso­fern Klam­mer zu) – trüb­sten Gedan­ken, den ich 2021 bis­her hat­te: Im Sep­tem­ber haben die Bür­ger des Lan­des kanz­ler­mä­ßig die wenig­stens indi­rek­te Wahl zwi­schen einem kor­rup­ten Pau­sen­clown, einer min­der­qua­li­fi­zier­ten Hoch­quo­tier­ten mit Glaub­wür­dig­keits­pro­blem – und Olaf Scholz von der SPD. Ich möch­te das Wis­sen, dass Olaf Scholz von der SPD der­je­ni­ge Kanz­ler­kan­di­dat ist, zu dem mir trotz sei­ner gänz­lich nutz­lo­sen Par­tei ad hoc die wenig­sten nega­ti­ven Eigen­schaf­ten ein­fal­len, kei­nes­wegs dau­er­haft mit mir her­um­tra­gen. Es soll weg­ge­hen. Husch! Husch!

Der Bun­des­tag, auch wei­ter­hin höch­stens aus Ver­se­hen hin­rei­chend besetzt (wann das wohl auf­ge­ho­ben wird?), ist ins­ge­samt voll im Fuß­ball­fie­ber: Die „Wer­te­Uni­on“ von der CDU/CSU weist etwa dar­auf hin, dass auf der bibli­schen Arche neben dem schwu­len Löwen­paar aus­schließ­lich Männ­chen-Weib­chen-Paa­re geret­tet wur­den, wes­halb der Regen­bo­gen für hete­ro­se­xu­el­le Bezie­hun­gen ste­he. Mit Pho­to­shop wäre das nicht pas­siert! – Gleich­zei­tig stellt die ita­lie­ni­sche Fuß­ball­mann­schaft fest, was eigent­lich beim Fuß­ball wirk­lich zählt: Es ist nicht das erbärm­li­che „Bier“, es sind auch nicht die dümm­li­chen „Gesän­ge“ oder die bescheu­er­ten Feu­er­wer­ke; es ist der Pro­test gegen einen Knie­fall. Ich fin­de ja, man könn­te eine Men­ge Geld und Zeit spa­ren, wenn man bei die­sem gan­zen Fuß­ball­fir­le­fanz die­ses Ball­tre­ten ganz weg­lässt. Des­sen Ergeb­nis­se schei­nen den wenig­sten Medi­en­rum­mel auf sich zu zie­hen.

Medi­al berum­melt bleibt unter­des­sen die qual­men­de Rui­ne der Infor­ma­tik und, wohl um die Umstrit­ten­heit des ver­link­ten Autors wis­send, ich tei­le das Fazit, dass es zu vie­le „Infor­ma­ti­ker“, die zu wenig kön­nen, gibt. Sicher­lich: Auch man­che Soft­ware, die ich selbst geschrie­ben habe, tut wenig mehr als den Code ande­rer Leu­te zusam­men­zu­kle­ben, weil für tri­via­le Auf­ga­ben nicht immer gleich ein voll­stän­di­ges Frame­work hand­ge­bla­sen und mund­ge­klöp­pelt wer­den muss. Stolz bin ich aber vor allem auf den­je­ni­gen Code, der mir selbst gei­sti­ge Arbeit abver­langt (über yaydl etwa hat­te ich bereits im Novem­ber 2020 etwas geschrie­ben, eben­so über die libvld­mail), denn die­sen fer­tig­zu­stel­len ist zwar oft zeit- und gele­gent­lich ner­ven­rau­bend, aber das blo­ße Wis­sen, ein inter­es­san­tes Pro­blem allein mit den eige­nen krea­ti­ven und tech­ni­schen Fähig­kei­ten gelöst zu haben, hin­ter­lässt doch ein schö­ne­res Gefühl (da haben wir’s wie­der) als das schnel­le Geld für blo­ßes Tipp­scher­gen­tum.

Jam­bi­nai, in Süd­ko­rea längst kein Geheim­tipp mehr, weil hin­rei­chend preis­ge­krönt, haben 2019 ein neu­es – ihr drit­tes – Album raus­ge­bracht und ich habe das bis letz­te Woche nicht bemerkt. Das ist bedau­er­lich, denn es ist sehr gute Musik drauf.

JAMBINAI 잠비나이 – SUN. TEARS. RED. (검은 빛은 붉은 빛으로)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Was­ser! Aber Wein.

Dicho­to­mie des Tages:

Nazis blockie­ren! Und nicht die Ver­samm­lungs­frei­heit

Eini­ge Unter­zeich­ner beun­ru­hi­gen mich; und aber: Eigent­lich wun­dert mich die umstrit­te­ne For­mu­lie­rung, man kön­ne Ein­zel­nen „Grund­rech­te zurück­ge­ben“, jetzt auch nicht mehr.

In den NachrichtenNerdkrams
Lösung: Aus­land­spor­no­fil­ter

Amü­san­te Idee von den Puri­ta­nern in den Län­der­re­gie­run­gen:

Die Län­der arbei­ten an einer Reform des Jugend­me­di­en­schutz-Ver­trags. Es droht die Pflicht zur Vor­in­stal­la­ti­on von Por­no- und Jugend­schutz­fil­tern auf End­ge­rä­ten. (…) In dem umstrit­te­nen „ersten Arbeits­ent­wurf“ für die JMStV-Reform heißt es in Para­graf 12: „Betriebs­sy­ste­me, die auch für den deut­schen Markt bestimmt sind, müs­sen tech­ni­sche Pro­gram­me vor­se­hen.“

Kein Pro­blem für Micro­soft: Win­dows 10 ist ja nicht für den deut­schen Markt bestimmt.

Wäre ich Betriebs­sy­stem­her­stel­ler (inner­halb der EU gibt es davon begründ­bar weni­ge und ich wür­de mir wirk­lich wün­schen, die EU frag­te sich mal, wor­an das liegt), ich schrie­be jeden­falls jetzt ein­fach dran, dass der Ein­satz in Deutsch­land nicht vor­ge­se­hen ist. Pro­blem gelöst.

(Wer wählt sol­che Men­schen und war­um?)

In den NachrichtenNerdkrams
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Kur­ze Durch­sa­ge von der „tages­schau“ (bekannt für den „Fak­ten­fin­der“):

Es ist qua­si das Grün­dungs­do­ku­ment des World Wide Web: 9550 Zei­len Pro­gram­mier­code, die den Start des Inter­nets ermög­lich­ten.

Ach so, des Inter­nets – da hat das Inter­net also zwölf Jah­re nach der Stan­dar­di­sie­rung von fin­ger, acht Jah­re nach FTP und SMTP, sechs Jah­re nach der Umstel­lung des ARPA­NETs auf TCP/IP, drei Jah­re nach dem heu­ti­gen Use­net (NNTP) und ein Jahr nach POP3 und dem IRC end­lich zu exi­stie­ren begon­nen. Na, vie­len Dank.

Bemer­kens­wert an der Mel­dung ist aber nicht die Ver­wechs­lung von „Web“ mit „Inter­net“, auch die im URL noch zu sehen­de Schreib­wei­se „Sou­the­bys“ für das Auk­ti­ons­haus Sotheby’s ist noch nicht all­zu furcht­bar. Ist ja bloß gebüh­ren­fi­nan­ziert, ein Lek­to­rat ist immer­hin teu­er.

Voll­endet wird der „Arti­kel“ aller­dings mit dem Screen­shot des „Quell­codes“:

Sotheby's-Internetquellcode

&&. >. <. Soso. Das Web wur­de also in HTML pro­gram­miert.

Einen um 86 Cent erhöh­ten Rund­funk­bei­trag hät­te die ARD ger­ne. Kann ich die als zweck­ge­bun­de­ne Spen­de zah­len, damit sie mal jeman­den über ihre Tex­te drü­ber­gucken las­sen, der sich aus­kennt?

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Loki®

Rag­na­r­ök, das „Schick­sal der Göt­ter“, ist eine – gemes­sen an ver­gleich­ba­ren zeit­ge­nös­si­schen Ver­su­chen – wenig­stens mäßig gelun­ge­ne Serie, die die nor­di­sche Mytho­lo­gie ins 21. Jahr­hun­dert zu tra­gen ver­sucht. Die­se Serie, deren größ­tes Ärger­nis es ist, dass jöt­nar kon­se­quent als „Rie­sen“ (es gibt kei­ne Rie­sen im ger­ma­ni­schen Pan­the­on) fehl­über­setzt wer­den, the­ma­ti­siert die gleich­na­mi­ge letz­te Schlacht der mythi­schen Wesen, an deren Ende der Neu­be­ginn der Welt steht. Da der Ablauf die­ser Schlacht im Wesent­li­chen aus der Völuspá, einer Art Zukunfts­vi­si­on, anstel­le von Erleb­nis­be­rich­ten über­mit­telt ist, ist sie als nor­di­sche Apo­ka­lyp­se zu ver­ste­hen.

Die real­welt­li­che Deu­tung des Rag­na­r­öks vari­iert, gele­gent­lich wird etwa ein Zusam­men­hang mit den wäh­rend der Chri­stia­ni­sie­rung (man soll­te mei­nen, gute Ideen bräuch­ten kein Schwert) Islands erfolg­ten Eldgjá-Erup­tio­nen ver­mu­tet. Gläu­bi­ge und For­scher waren sich jedoch bis vor weni­gen Tagen nicht voll­ends sicher, ob Rag­na­r­ök ein ver­gan­ge­nes oder ein zukünf­ti­ges Ereig­nis ist; man­che ver­stan­den die Chri­stia­ni­sie­rung Nord­eu­ro­pas, wohl auch beein­flusst von christ­li­chen Über­lie­fe­run­gen der ger­ma­ni­schen Mytho­lo­gie, als des­sen fak­ti­schen Beginn, ande­re ver­wie­sen dar­auf, dass bei­spiels­wei­se das Erlö­schen der Son­ne bis­lang nicht pas­siert sein kann.

Einen mög­li­chen Beweis dafür, dass Rag­na­r­ök bereits gesche­hen sein muss, hat nun aus­ge­rech­net die Walt Dis­ney Com­pa­ny zu erbrin­gen ver­sucht. In ihrem Bestre­ben, mit dem Raub­bau an Jahr­hun­der­te alten Tra­di­tio­nen und Spra­chen mög­lichst viel Geld zu erwirt­schaf­ten, hat ihr Toch­ter­un­ter­neh­men Mar­vel Stu­di­os seit 2011 auch die nor­di­sche Mytho­lo­gie für sich ent­deckt und stellt etwa die Asen Thor und Loki als Super­hel­den dar. Ich bin schon gespannt, die Geschich­te wel­cher reli­giö­sen Figur die Mar­ve­li­sten wohl danach falsch nach­er­zäh­len wer­den; war­um nicht mal die des lie­bens­wer­ten Anti­hel­den Moham­med?

Begrün­det mit ihrer eige­nen Figur „Loki“, die mit dem nor­di­schen Loki kaum Über­ein­stim­mun­gen auf­weist, scheint die Walt Dis­ney Com­pa­ny jeden­falls der­zeit Pri­vat­per­so­nen, die irgend­was mit Loki machen, aus urhe­ber­recht­li­chen Grün­den dar­an hin­dern zu wol­len, aller­dings wird anders­wo ver­mu­tet, die ent­spre­chen­den Hin­wei­se sei­en auto­ma­ti­siert von den jewei­li­gen Platt­for­men erstellt wor­den, die (wahr­schein­lich wegen Dis­neys Rufs der Kla­ge­freu­dig­keit) per over­blocking – zum Glück ist so etwas bei Upload­fil­tern, wie CDU/CSU und SPD sie beschlos­sen haben, undenk­bar – grö­ße­re juri­sti­sche Pro­ble­me ihrer­seits von vorn­her­ein ver­mei­den wol­len.

Nun hat die­sel­be Walt Dis­ney Com­pa­ny viel Geld dafür aus­ge­ge­ben, dass das Urhe­ber­recht eines Wer­kes zumin­dest in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka bis zu 95 Jah­re lang bestehen kann. Loki aller­dings, zwei­fel­los eine nord­eu­ro­päi­sche Figur, die von Sied­lern auch im heu­ti­gen Deutsch­land ver­ehrt wor­den ist, dürf­te unter ande­rem unter § 64 UrhG fal­len:

Das Urhe­ber­recht erlischt sieb­zig Jah­re nach dem Tode des Urhe­bers.

Da die Urhe­ber von Loki sei­ne Eltern Fár­bau­ti (ver­mut­lich ein Heiti von Borr) und Lau­fey sind und unter der Annah­me, dass Göt­ter urhe­ber­recht­lich als Wer­ke statt als Per­so­nen zu begrei­fen sind, was die Exi­stenz der Mar­vel­pro­duk­te zumin­dest juri­stisch dees­ka­lie­ren wür­de, Mar­vel aber der Ansicht zu sein scheint, dass die ihrer­seits urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Comics auf Public-Domain-Wer­ken basie­ren, gibt es zwei offen­sicht­lich mög­li­che Deu­tun­gen der zeit­li­chen Abfol­ge:

1. Mar­vel hat Recht.

Somit müss­ten Lokis Eltern seit min­de­stens sieb­zig Jah­ren tot sein. Da der Sage nach kei­ner der bei­den die Schlacht, sofern nicht schon vor­her ver­stor­ben, über­lebt hat, muss Rag­na­r­ök spä­te­stens im frü­hen 20. Jahr­hun­dert pas­siert sein. Das aber wür­de bedeu­ten, dass seit­dem auch der auf­er­stan­de­ne Bal­dr anstel­le der vom Fen­ris­wolf ver­schlun­ge­nen Son­ne blö­de vor sich hin­leuch­tet, was wie­der­um vor über vier Mil­li­ar­den Jah­ren gesche­hen sein muss. Gut – das ist ja auch min­de­stens sieb­zig Jah­re her.

2. Mar­vel irrt.

In die­sem Fall ist es Mar­vel zu wün­schen, dass die sich neu­er cinea­sti­scher Beliebt­heit erfreu­en­den Göt­ter der­zeit nicht aus­ge­rech­net als US-Ame­ri­ka­ner unter den Men­schen leben. Ich sah in Medi­en­be­rich­ten bereits wirk­lich gro­ße Geld­sum­men, die US-ame­ri­ka­ni­sche Gerich­te Klä­gern zuge­spro­chen haben – und wer weiß schon so genau, wie teu­er das Leben als Gott gera­de ist?

PolitikIn den Nachrichten
Freie Wahl, aber als Affront.

Das ZDF teilt mit:

Bei dem Lan­des­par­tei­tag in Saar­brücken am Sonn­tag war die Kan­di­da­tin für den ersten Platz der Liste, die bis dato Lan­des­chefin Tina Schöp­fer, in drei Wahl­gän­gen durch­ge­fal­len. Gewählt wur­de statt­des­sen Ex-Lan­des­chef Hubert Ulrich, nach­dem der Par­tei­tag beschlos­sen hat­te, dass auch ein Mann für den Posten kan­die­ren kön­ne.

Ulrich hat­te sich dabei in einer Kampf­ab­stim­mung gegen die Lan­des­chefin der Grü­nen Jugend, Jean­ne Dill­schnei­der, durch­ge­setzt. Dies sei „ein Affront gegen­über dem gesam­ten Bun­des­vor­stand und brüs­kiert die­sen zutiefst“, teil­te das Bünd­nis wei­ter mit.

Das ist aber auch eine Frech­heit von die­sem Lan­des­ver­band: Nicht nur will sei­ne Par­tei­ba­sis die Frau ganz aus­drück­lich nicht haben (die war wohl nicht so gut in ihrem Amt), son­dern er ent­schei­det sich sogar mehr­heit­lich für einen Mann nicht etwa als Chauf­feur, son­dern sogar an hoher Posi­ti­on. Das ist ja ekel­haft, das muss gefäl­ligst rück­gän­gig gemacht wer­den.

Zum Jah­res­en­de 2019 hat­ten die Grü­nen unge­fähr 57.000 männ­li­che Mit­glie­der, die dafür „in der Regel“ ein Pro­zent ihres Net­to­ein­kom­mens aus­zu­ge­ben haben, was unge­fähr den Kosten für eine pro­fes­sio­nel­le Ver­skla­vung in einer deut­schen Groß­stadt ent­spricht. Es ist ja nun nicht so, dass ich nicht ver­su­chen wür­de, Ver­ständ­nis für jed­wel­che sexu­el­le Nei­gung zu haben, aber die Ent­schei­dung die­ser 57.000 Her­ren erschließt sich mir noch nicht ganz.