Netzfundstücke
Kie­men sind die Zukunft

Das regio­na­le Infor­ma­ti­ons­zen­trum für West­eu­ro­pa der Ver­ein­ten Natio­nen infor­miert auf sei­ner Web­site über „17 Zie­le“ für eine „nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ der Mensch­heit: Ange­strebt wer­den unter ande­rem „kein Hun­ger“, „kei­ne Armut“, „weni­ger Ungleich­hei­ten“ und – viel­leicht als lang­fri­sti­ges End­ziel – „Leben unter Was­ser“.

Das hal­te ich für ver­nünf­tig, denn nicht erst die Flu­ten im Westen der Repu­blik haben gezeigt, dass es der Mensch­heit von Vor­teil sein könn­te, sich an eine Lebens­wei­se unter Was­ser anzu­pas­sen. Ich sage daher: Kie­men für alle!

Wählt mich!

In den NachrichtenMontagsmusik
Svart­sinn – Lost in Reve­ries // Der gel­be Brat­wurst­aus­weis.

Liegt doch auf der Hand.Es ist Mon­tag. Der „musik­ex­press“ hat Bil­lie Eilish („meist­ge­hör­ter Artist beim Duschen“, wenn einem das Wort „Künst­ler“ halt beim Tur­nen nicht ein­fällt) als den „größ­ten Pop­star unse­rer Zeit“ bezeich­net. Ich ken­ne bis heu­te kein ein­zi­ges Lied von der Frau und müss­te sogar ihr Gesicht erst mal in Erfah­rung brin­gen. Das Leben ist zu kurz, um sich mit Pop­mu­sik aus­zu­ken­nen. Man ver­wen­de die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Zeit statt­des­sen sinn­voll, zum Bei­spiel mit dem Hegen von Pan­da­bä­ren.

Auch gehegt wird das lang­wei­li­ge „wir gegen die“: Erdoğan pla­ne mehr staat­li­che Ein­grif­fe in sozia­le Medi­en; mein­ten Sie: Lan­des­me­di­en­an­stal­ten? (Der freund­li­che Blog­nach­bar aus der unfreund­li­chen Stadt schlug vor, das sei dem Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz nicht unähn­lich, womit er aller­dings natür­lich eben­so Recht hat.) Ver­damm­te Tür­kei. Die und ihre Inter­net­ge­set­ze immer. Voll der Unrechts­staat. – Apro­pos Unrechts­staat: Chi­ne­sen sind unter­des­sen unge­hal­ten, dass die Ein­woh­ner von Hong­kong sich freu­en, wenn Japan Chi­na in so Sport besiegt. Ich ver­mu­te ja, das könn­te damit zusam­men­hän­gen, dass Japan sich für die Auto­no­mie Hong­kongs gar nicht beson­ders inter­es­siert.

Die Grü­nen im Saar­land dür­fen ver­mut­lich nicht zur Bun­des­tags­wahl antre­ten, weil sie sich bei der Wahl zwi­schen „igitt, ein Mann“ und „igitt, feh­len­de Rechts­si­cher­heit“ falsch ent­schie­den haben. „Jeder Kreis­ver­band der Grü­nen“, habe Robert Habeck gesagt, hat ein Qua­li­täts­me­di­um geschrie­ben, wer­de „bes­ser geführt“ als Deutsch­land. Mein­te er das damit? Im Osten des Lan­des läuft unter­des­sen ein Straf­pro­zess lang­sam aus, der mich amü­siert: „Der Pro­zess habe erge­ben, dass der Mann im Mai 2020 sei­nen auf dem Sofa ver­mut­lich schla­fen­den Freund mit einem Mes­ser, einer Sche­re und einer Mache­te so umbrin­gen woll­te, wie er es zuvor in zahl­rei­chen Gewalt­vi­de­os gese­hen hat­te“ („dpa“); Fern­se­her ver­bie­ten!

Ein ähn­lich inter­es­san­tes Ver­hält­nis zu ihrem eige­nen Ver­stand dürf­ten die­je­ni­gen Ost­deut­schen haben, die sich neu­lich eine Imp­fung abge­holt haben, weil’s dafür eine Brat­wurst gab. Mich wür­den sie mit so was nicht locken, ich fin­de Brat­wurst nicht inter­es­sant genug. Wer mir per­sön­lich etwas andre­hen möch­te, was ich nicht unbe­dingt haben wol­len wür­de, der soll­te sich ein ver­locken­de­res Ange­bot aus­den­ken.

Zum Bei­spiel irgend­was mit Pan­da­bä­ren – oder mit ein wenig ange­mes­sen fröh­li­cher Musik.

Lost In Reve­ries

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Ein*e Mann*in

So Medi­en:

Anna­le­na Baer­bock will im Fall, dass sie Kanz­le­rin wird, auf geschlech­ter­ge­rech­te Spra­che auch bei Geset­zes­tex­ten ach­ten.

Das ist ja eine lusti­ge Idee, aber wie soll § 183 (1) StGB dann lau­ten?

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Bossk – Migra­ti­on

Bossk - MigrationLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Bei Bossk scheint es sich um eine bri­ti­sche Post-Metal-Band zu han­deln, die seit 2012 wie­der exi­stiert und im Juni 2021 ihr zwei­tes regu­lä­res Stu­dio­al­bum „Migra­ti­on“ (Amazon.de, Band­camp, TIDAL) raus­ge­bracht hat. Das fin­de ich nett, denn ich emp­fin­de es als musi­ka­lisch gelun­gen.

Mit dem eröff­nen­den „White Stork“, einem ange­nehm flä­chi­gen Instru­men­tal­stück, fan­gen Bossk mich alten Atmo­sphär­e­lieb­ha­ber sofort ein. Mit einem Groß­teil des zeit­ge­nös­si­schen Brüll­me­tals kann ich nicht viel anfan­gen, bei gut gemach­tem Post­rock, der Land­schaf­ten auf mein gei­sti­ges Auge täto­wiert (aua!), geht bei mir aber sofort die Hose die Son­ne auf. Da bin ich inzwi­schen gut dres­siert. Stu­ben­rein fast. Das bedeu­tet nicht, dass Bossk ver­ges­sen hät­ten, dass sie ja eigent­lich Metal (das Inter­net schlägt Sludge als Gen­re vor, das wohl so was ähn­li­ches wie Doom Metal und wie jedes Gen­re höch­stens als unge­fäh­rer Rich­tungs­wei­ser, nicht aber zur Stand­ort­be­stim­mung taug­lich ist) spie­len, wes­halb das fol­gen­de Stück „Men­hir“, auf dem Johan­nes Pers­son (Cult of Luna) als Sän­ger gastiert, ganz ande­re Töne anschlägt.

Men­hir

„Men­hir“ bleibt aber eine der sel­te­nen Aus­nah­men auf „Migra­ti­on“, was mir nur recht sein kann, denn – wie erwähnt – mit Brüll­me­tal kann ich meist nicht viel anfan­gen. Die irgend­wie bedroh­li­che Span­nung, die das Album in Stücken wie „Lira“ und – mehr noch – „Kibo“ auf­weist, allein ver­dient aber schon jeden­falls mei­nen Jubel über besag­tes Album. Mit­un­ter den­ke ich an All­zeit­fa­vo­ri­ten mei­ner­seits wie Plu­rals‘ „Tri Tone“ und das pas­siert mir ja all­ge­mein nicht so oft.

Bossk „Kibo“

Sol­che Alben las­sen es mich immer etwas bedau­ern, dass Metal­bands in den von mir gele­se­nen Musik­blogs nur ver­gleichs­wei­se sel­ten genannt wer­den. Ande­rer­seits: Der Tag hat eben auch nur begrenzt vie­le Stun­den. Scha­de eigent­lich.

Scha­de auch: „Migra­ti­on“ gibt es anschei­nend der­zeit aus­schließ­lich auf Kas­set­te, auf CD und als so Digi­tal­kram. Soll­te sich eine Plat­ten­fir­ma fin­den, die es auf Vinyl presst, grei­fe ich begei­stert zu. So aber wer­de ich es vor­erst nur zu hören emp­feh­len. Für so Digi­tal­kram geb‘ ich äußerst ungern Geld aus.

In den NachrichtenWirtschaft
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Mit der Grund­ver­sor­gung ins Neu­land

Kur­ze Durch­sa­ge von Tom Buhr­ow (Gehalt 2019: 395.000 Euro):

Es gibt Jahr für Jahr Beschwer­den dar­über, dass es im Som­mer zu vie­le Wie­der­ho­lun­gen gibt. Das ist die Fol­ge von Ein­spa­run­gen. Dazu kom­men Beschwer­den von Pro­du­zen­ten und Regis­seu­ren über zu wenig Dreh­ta­ge. Das ist die Fol­ge von Ein­spa­run­gen. Wenn wir über­bo­ten wer­den von ande­ren Wett­be­wer­bern, weil wir bei bestimm­ten Sport­rech­ten nicht mehr mit­bie­ten – dann ist auch das die Fol­ge von Ein­spa­run­gen.

Und wei­te­res Unge­mach droht:

In zehn Jah­ren wer­den die Zei­ten vor­bei sein, wo ein Pro­gramm­di­rek­tor oder eine Pro­gramm­di­rek­to­rin ent­schei­det, was die Men­schen schau­en und wann sie es schau­en und was sie hören und wann sie es hören.

Das hät­te ja noch gefehlt: dass jemand die Mög­lich­keit für Kon­su­men­ten schafft, das Guck- und Hör­pro­gramm selbst zusam­men­zu­stel­len. Die Fol­gen (weni­ger Rekla­me, weni­ger Schla­ger, weni­ger „Come­dy“) wären fatal. – Ande­rer­seits las ich neu­lich von einem Herrn in Kas­sel, der bereits gan­ze Fil­me ver­leiht. Wenn der wüss­te, was er damit anrich­tet!

Sonstiges
Wor­über man halt so redet.

Ein Blick in die Schweiz offen­bar­te mir heu­te eine selt­sa­me Mit­tei­lung:

Dass sich in der Schweiz nur so weni­ge LGBTQI+-Menschen am Arbeits­platz outen wol­len, kann Jan Mül­ler (23) ver­ste­hen. Denn es gebe Berei­che und Arbeits­kul­tu­ren, die ein Outing schwie­rig und unan­ge­nehm machen.

Mir feh­len genü­gend Anhalts­punk­te, um sicher anneh­men zu kön­nen, bei wel­chem Unter­neh­men und als was Jan Mül­ler (23, Schweiz) arbei­tet, jedoch ken­ne ich eigent­lich nur eine Bran­che, in der die sexu­el­len Vor­lie­ben unmit­tel­bar mit dem Beruf zu tun haben. ‘Wor­über man halt so redet.’ wei­ter­le­sen »

NetzfundstückeNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 29. Juli 2021

Schon vor meh­re­ren Jahr­zehn­ten gab es den Chat­bot Eli­za und des­sen betrun­ke­ne Vari­an­te, der heu­te als erste erfolg­rei­che digi­ta­le Simu­la­ti­on mensch­li­cher Kon­ver­sa­ti­on gilt. Man soll­te mei­nen, die „künst­li­che“ „Intel­li­genz“ habe sich seit­dem wei­ter­ent­wickelt. Lei­der gibt es IBM: „Chat­bot soll Impf­skep­ti­ker über­zeu­gen“ – wäre ein Pod­cast nicht sinn­vol­ler?


Zum The­ma und völ­lig kor­rekt: Wenn ich mir etwas bei­brin­gen möch­te, gibt es unzäh­li­ge Dar­rei­chungs­for­men des Lehr­ma­te­ri­als; eini­ge davon sind bes­ser geeig­net als ande­re. Ganz oben steht Text (gern auf einer Web­site oder auf Papier), an vor­letz­ter Stel­le Sprüh­far­be auf einer Kuh. Erst, wenn auch die nicht mehr in Fra­ge kommt, den­ke ich dar­über nach, mir die Infor­ma­tio­nen per Video (oder, noch schlim­mer, per Pod­cast) lei­ernd vor­le­sen zu las­sen.

Mir ist unklar, was die­se Ver­rückt­heit nach spre­chen­den Köp­fen soll. Viel­leicht soll das eine Arbeits­be­schaf­fungs­maß­nah­me für Leu­te sein, die Medi­en­de­sign oder son­sti­ge Pro­fes­sio­nen ohne prak­ti­schen Mehr­wert „stu­diert“ haben und die man nicht dem Sozi­al­sy­stem anver­trau­en möch­te. Wenn hier jeden­falls Men­schen mit­le­sen, die ihr Geld damit ver­die­nen, ande­ren Leu­ten Din­ge bei­zu­brin­gen: Schreibt’s gefäl­ligst auf!


Die katho­li­sche Kir­che gibt bekannt: Ein Stück trocke­ner Teig kön­ne aus­schließ­lich dann als Teil eines toten Wan­der­pre­di­gers ange­se­hen wer­den, wenn es vor­her ein Pfar­rer ange­fasst hat. Die Ver­ab­rei­chung per Online­kon­fe­renz sei nicht hei­lig.


Kom­mu­nist pro Umver­tei­lung des Tages: Chri­sti­an Lind­ner (FDP).


Fefe und Eli­as schla­gen uni­so­no vor, die Sicher­heit von EDV-Syste­men nicht etwa dadurch, dass man „Angrei­fer“ stär­ker ver­folgt und här­ter bestraft, zu erhö­hen, son­dern, indem man die­je­ni­gen, die die­se EDV-Syste­me ent­wor­fen und/oder umge­setzt haben, dafür in die Pflicht nimmt, nicht gepfuscht, son­dern ihre Arbeit gut gemacht zu haben. Feh­ler­be­haf­te­te Syste­me, also sol­che, die einen Angriff über­haupt zulas­sen, sind Syste­me, bei denen nur noch Abrei­ßen und Neu­ma­chen hilft. Ich habe schon Grün­de, war­um ich Soft- und Hard­ware aus den 1970er Jah­ren sehr schät­ze: Man hat damals noch nicht ver­sucht, die Ent­wick­lung per Inkauf­nah­me neu­er Angriffs­vek­to­ren zu erleich­tern. Es gibt Men­schen, die das beruf­lich machen. Es muss nicht jeder pro­gram­mie­ren kön­nen.

In den Nachrichten
K‑Wort a‑Wort z‑Wort N‑Wort

Hihi, B‑Wort hat das N‑Wort gesagt und völ­lig zu Recht ver­langt der wüten­de Mob mit geteer­ten und gefe­der­ten bren­nen­den Fackeln und Mist­ga­beln jetzt unter­wür­fi­ge Buße, nach­dem er eilends drü­ber­ge­piept hat, womit er immer­hin eine gewis­se Stand­fe­stig­keit in der puri­ta­ni­schen Tra­di­ti­on der ekli­gen Ver­ei­nig­ten Staa­ten unter Beweis gestellt hat, der zufol­ge man im Fern­se­hen und in der Öffent­lich­keit eigent­lich jeder­zeit bis hin zur Holo­caust­leug­nung unge­fähr alles sagen, tun und sonst­wie kund­tun darf, so lan­ge kein derb for­mu­lier­ter Bei­schlaf in der Rede vor­kommt, denn dann wird inzwi­schen nicht nur das Wort, son­dern auch die Dar­stel­lung des Sprech­akts ver­pi­xelt und aste­riski­siert, denn Elf­jäh­ri­ge, die drei­fa­che Müt­ter sind und sich Hero­in rein­pfei­fen, sind zwar bedau­er­lich, aber man will ja nicht, dass sie schlim­me Wör­ter dabei sagen, wor­un­ter (um zum B‑Wort zurück­zu­kom­men) in der Geschmack(losigkeit)srichtung der vor­ran­gig deutsch­spra­chi­gen Län­der eben auch des­halb, weil die west­eu­ro­päi­schen Neo­pu­ri­ta­ner der Ansicht sind, die US-ame­ri­ka­ni­sche „Kul­tur“ sei in Gän­ze – so spre­chen sie etwa uniro­nisch von „BIPoC“, also „Black, Indi­ge­nous, Peo­p­le of Color“ als den auch in Deutsch­land beson­ders zu schüt­zen­den Min­der­hei­ten, bemer­ken aber natür­lich nicht, dass die indi­ge­nen Men­schen („mein­ten Sie: Ein­hei­mi­sche?“) in Deutsch­land doch eher hel­le Haut und kei­nen ulki­gen Feder­kopf­schmuck haben und im Wesent­li­chen die­je­ni­gen sind, die sie selbst als Geg­ner aus­ge­sucht haben – auch im Inland anzu­wen­den, inzwi­schen aller­lei fällt; und völ­lig ver­ges­sen scheint die noch vor weni­gen Jah­ren wit­zig geführ­te Dis­kus­si­on dar­über, ob übli­che Umgangs­spra­che nicht drin­gend ent­a­b­lei­siert wer­den müss­te, denn das Wort „N‑Wort“ ent­hält nicht nur den „Ort“ und dis­kri­mi­niert damit Men­schen mit schwe­ren kör­per­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen, son­dern begreift Lese­kom­pe­tenz dar­über hin­aus als den Nor­mal­fall, was für Analpha­be­ten (die, was viel­leicht das Pro­blem ist, auf­grund ihrer zahl­rei­chen Haut­far­ben mög­li­cher­wei­se schlicht über­se­hen wer­den) natür­lich ein Schlag ins Gesicht sein muss und die For­de­rung gera­de­zu auf­nö­tigt, die Ver­wen­der des Wor­tes „N‑Wort“ mal in ein Semi­nar in einer belie­bi­gen Ber­li­ner Hoch­schu­le zu stecken, damit sie end­lich mal sen­si­bel sind.


Gute Nach­rich­ten in der Online-„FAZ“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR):

Der „Bei­trags­ser­vice“ von ARD, ZDF und Deutsch­land­ra­dio teilt mit, dass Flut­op­fern unter Umstän­den der Rund­funk­bei­trag erlas­sen wird.

Ja, genau das wäre auch mei­ne erste Sor­ge. (Kön­nen wir den Laden nicht ein­fach pri­va­ti­sie­ren?)

MontagsmusikIn den Nachrichten
Mis­ty Ran­ge – 19:23:00 // Alärm­chen!

Bald, bald!Es ist Mon­tag. Och nö! Not­fall­pan­da? Ist hier irgend­wo ein Not­fall­pan­da?

Apro­pos „och nö“: Die Ent­eig­ner deut­schen Woh­nens (oder so) stel­len sich völ­lig über­ra­schend als über­ge­setz­li­che Inqui­si­to­ren her­aus. Ist das links? Kann das weg? – Hin­ter einem ande­ren Links Link fand ich eine hin­rei­chend gut illu­strier­te Erklä­rung, war­um das Domain Name System in der bestehen­den Form mög­li­cher­wei­se drin­gend einer Über­ar­bei­tung bedarf. Wir haben ein Inter­net, das für Rekla­me­kas­per vor­teil­haft und für deren Opfer kom­pli­ziert zu ver­ste­hen ist. So war das nicht gedacht.

Die isher schön­ste mir begeg­ne­te Hoch­was­se­rü­ber­schrift, wenn auch im Kon­text sinn­voll: Alarm­si­re­nen sei­en nicht aus­ge­löst wor­den, um Panik zu ver­mei­den. Die Auf­ga­be von Alarm­si­re­nen ver­ste­he ich nur schein­bar nicht.

Als Nor­we­ger wird man bestraft, wenn man beim Hand­ball­spie­len nicht sexy genug geklei­det ist. Nor­we­ger zu sein wäre ein ganz schön teu­er für mich.

Ande­rer­seits: In Nor­we­gen gibt’s gute Musik.

19:23:00

Guten Mor­gen.

PolitikNetzfundstücke
Pla­kat: non pla­cat.

Man möcht‘ ja fast nicht raus­ge­hen in Nie­der­sach­sen, die Wah­len im Sep­tem­ber flie­gen tief.

Andreas CDU

Das Pla­kat zeigt drei­er­lei:

  • Das Gesicht eines Herrn von der CDU.
  • Den Namen eines Herrn von der CDU.
  • Die Auf­for­de­rung, den Herrn von der CDU mit dem Namen und dem Gesicht zu wäh­len.

Es erfährt der Betrach­ten­müs­sen­de nicht:

  • Qua­li­fi­ka­ti­on des Herrn von der CDU.
  • Poli­ti­sche Zie­le des Herrn von der CDU.
  • Über­haupt irgend­was über die CDU.

Hier, mein Name.
Hier, mei­ne Fres­se.
Wäh­len Sie’s.

Das reicht – mit Stand von letz­tem Frei­tag – für einen Wahl­sieg und die CDU weiß das. Es ist 2021 und die Namen irgend­wel­cher Kom­mu­nal­kas­per sind aus­rei­chend viel Wahl­pro­gramm.

Bzw.:

Poli­tik ist böse,
aber ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding

Neu­lich sah ich auf Twit­ter ein Mem (für CDU-Wäh­ler: das sind so Witz­bild­chen, deren Pro­duk­ti­on unbe­dingt ver­bo­ten wer­den muss), über das ich unge­fähr vier­ein­halb Stun­den lang schal­lend gelacht habe und das unge­fähr so aus­sieht:

Ich Kranich Meer meine Kraft ist am Ente Tröte mich Quitte

Ich wünsch­te, es gäbe kei­ne gute Über­lei­tung zwi­schen dem Pla­kat und dem Mem.

In den Nachrichten
Ein Ende der Digi­fa­xi­sie­rung!

„Kom­mu­nal.“, aktu­el­le Aus­ga­be:

Die Daten­schutz­be­auf­trag­te in Bre­men hat allen dor­ti­gen Behör­den ver­bo­ten, wei­ter Fax­ge­rä­te ein­zu­set­zen. Sie sei­en „zu digi­tal“ gewor­den.

Vor fast fünf Jah­ren hat­te der Bre­mer Senat eine Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie ver­spro­chen, die Behör­den­gän­ge künf­tig redu­zie­ren sol­le. Wie muss ich mir die eigent­lich vor­stel­len?

In den Nachrichten
Ægir eska­liert, JHWH räumt auf.

Die „FAZ“ – will nicht ver­linkt wer­den (LSR) – ließ „Korrespondent/in“ (ebd.) Jonas Jan­sen mit einem Bag­ger­fah­rer spre­chen, der anläss­lich der Was­ser­sa­che neu­lich dazu bei­getra­gen habe, dass nicht noch mehr Scha­den ent­stan­den sei als ohne­hin. Die­ser aber wies jede Ver­ant­wor­tung von sich:

Wis­sen Sie, ich bin ein gläu­bi­ger Mensch. Ich habe mich zwei Mal geseg­net als ich run­ter gefah­ren bin. ‚Du Herr, musst wis­sen, was pas­siert‚, habe ich gesagt. Und ich hat­te kei­ne Sekun­de Angst.

(Krea­ti­ve Zei­chen­set­zung aus dem Ori­gi­nal.)

Wenn er, der Herr, jetzt aber (und immer­hin erwie­se­ner­ma­ßen) beschlos­sen hat­te, dass eine grö­ße­re Über­schwem­mung mit Todes­fol­ge genau das sei, was die­ser Pla­net gera­de brau­chen kön­ne: wes­sen Werk tut dann eigent­lich der, der sie mil­dert?

In den NachrichtenMontagsmusik
West­on Super Maim – 180-Degree Mur­der // Bür­ger­los in den Wahl­kampf schwim­men

Nachrichten lesen vor dem ersten Kaffee. Großer Fehler.

Es ist Mon­tag. Irgend­wo ist irgend­wer ertrun­ken und nie­mand trägt dar­an die Schuld. An den Stra­ßen hän­gen die ersten dum­men Gesich­ter von dum­men Kan­di­da­ten für dum­me Ämter, sel­ten flan­kiert von irgend­ei­nem Anhalts­punkt, was die pro­gram­ma­ti­sche Aus­rich­tung angeht, als wähl­te der Wäh­ler Men­schen wegen ihrer tol­len Pho­to­shop­kün­ste und nicht wegen ihrer über­zeu­gen­den Argu­men­te. Von mir hängt die­ses Jahr auch eins. Da ist weder Gesicht noch Name drauf. Nimm dies, Erwar­tungs­hal­tung! Den­noch gilt auch dies­mal: Einen Poli­ti­ker, der mir einen Pan­da­bä­ren ver­spricht, wür­de ich viel­leicht bei­na­he wäh­len wol­len.

Armin Laschet (CDU) und Frank-Wal­ter Stein­ei­mer Stein­mei­er (SPD), der den unschul­di­gen Murat Kur­naz in einen US-ame­ri­ka­ni­schen Fol­ter­knast hat ent­füh­ren las­sen – bei­de, Laschet und Stein­ei­mer Stein­mei­er, wür­den gern dem­nächst mal wie­der wohin gewählt wer­den -, hiel­ten in Nord­rhein-West­fa­len einen Bür­ger­dia­log ohne Bür­ger ab. Nie­mand soll hin­ter­her sagen, er habe von nichts gewusst. Olaf Scholz (eben­falls SPD), der am wenig­sten uner­träg­li­che der drei schreck­li­chen Kan­di­da­ten für das lächer­li­che Kanz­ler­amt, hat „mehr als 300 Mil­lio­nen Euro“ an Hilfs­geld ver­spro­chen, aber nicht dran­ge­schrie­ben, an wel­che Fax­num­mer man sich mit drei­fa­chem Antrag wen­den muss, um die abge­lehn­te Zah­lung auch ord­nungs­ge­mäß bestä­tigt zu krie­gen. Die SPD freut sich, dass er so spen­da­bel ist (ist ja nicht sein Geld und auch kaum das ihre), und auch Fern­seh­ka­me­ras zeig­ten sich begei­stert. Tom Buhr­ow vom WDR bekommt über 400.000 Euro „Gehalt“. Die „Ber­li­ner Zei­tung“ fin­det, es gebe kei­nen Grund für Neid­de­bat­ten dar­über. Da stim­me ich zu. Ich bin nicht nei­disch, ich bin so wütend, dafür fin­de ich nicht mal einen geeig­ne­ten Buch­sta­ben­er­satz.

Zum Glück gibt es auch dafür Musik.

180-Degree Mur­der

Guten Mor­gen.