Sonstiges
Worüber man halt so redet.

Ein Blick in die Schweiz offen­bar­te mir heu­te eine selt­sa­me Mitteilung:

Dass sich in der Schweiz nur so weni­ge LGBTQI+-Menschen am Arbeitsplatz outen wol­len, kann Jan Müller (23) ver­ste­hen. Denn es gebe Bereiche und Arbeitskulturen, die ein Outing schwie­rig und unan­ge­nehm machen.

Mir feh­len genü­gend Anhaltspunkte, um sicher anneh­men zu kön­nen, bei wel­chem Unternehmen und als was Jan Müller (23, Schweiz) arbei­tet, jedoch ken­ne ich eigent­lich nur eine Branche, in der die sexu­el­len Vorlieben unmit­tel­bar mit dem Beruf zu tun haben. Gänzlich unbe­kannt sind mir, des­sen Foto - wenn er über­haupt woll­te, dass Fotos von ihm all­zu pro­mi­nent öffent­lich wer­den - im Wörterbuch unter „Heterosexualität“ abge­druckt wer­den könn­te, aus mei­ner der­zei­ti­gen beruf­li­chen Karriere in einem Unternehmen, das von jovia­ler Hipsterattitüde („wir sind ja alle Freunde hier“, nee, seid ihr halt nicht, ihr seid Zuckerersatzwasser sau­fen­de, schei­ße geklei­de­te Duzfanatiker, die den Unterschied zwi­schen Arbeits- und Privatleben weder ver­ste­hen noch respek­tie­ren wol­len, und ich will mit euch nicht mal pri­vat Zeit ver­brin­gen müs­sen, weil ich euch, euren „Stil“, eure Umgangsformen, eure Herangehensweise an beruf­li­che und gesell­schaft­li­che Herausforderungen sowie eure viel zu oft um Berlin, die zwei­tär­ger­lich­ste Stadt Deutschlands, krei­sen­de „Kultur“ ein­fach nicht lei­den kann; Klammer zu) bis­lang erfreu­lich weit ent­fernt ist, Diskussionen dar­über, was in Beischlafangelegenheiten so abgeht.

„Hallo, neu­er Kollege.“
„Hallo. Ich ficke gern Frauen. Mir ist wich­tig, dass ihr das wisst.“
„Wir bewun­dern dei­nen Mut, Bruder.“

Ich weiß bei den mei­sten Menschen, die mir im beruf­li­chen oder pri­va­ten Kontext begeg­nen, nicht, auf wel­ches Geschlecht sie so ste­hen. Das hängt maß­geb­lich damit zusam­men, dass mir das kom­plett am Arsch vor­bei­geht (hei, das gibt doch wie­der Zuschriften und komi­sche Suchmaschinentreffer - da steht „Arsch“!) und ich dar­um auch nicht danach fra­ge. Diejenigen Menschen, deren Sexualität durch­aus Konsequenzen für mei­nen wei­te­ren Umgang mit ihnen haben könn­te, bil­den eine bio­lo­gisch begrün­de­te Ausnahme, sind aber deut­lich in der Minderheit.

Natürlich ist es außer­or­dent­lich dümm­lich, Arbeitskollegen jen­seits des Pornodrehs in der Kategorie „Bevorzugter Schnackselpartnertyp“ zu unter­schei­den, wie es ja auch voll­kom­men egal ist, ob Vorstandsmitglieder kei­nen Penis, einen Penis oder zwölf Penisse haben, so lan­ge sie gute Arbeit lei­sten. (Wo bleibt eigent­lich die ver­pflich­ten­de Asexuellenquote für DAX-Unternehmen?) Ebenso hal­te ich das Wort „Outing“ auch für Blödsinn, denn schon die in die­sem Wort getra­ge­ne Vorstellung, dass bestimm­te Sexualitäten anders sei­en als ande­re, ist ein Symptom des­sen, was sei­ne Verwender bei ande­ren oft anpran­gern. Die Antwort dar­auf soll­te aber nicht sein, dass man jetzt öfter mit sei­nen Arbeitskollegen dar­über redet, wel­che Menschen für die eige­ne Erregung för­der­li­cher sind als andere.

Stattdessen schla­ge ich fol­gen­des vor: Geht davon aus, dass jeder eurer Arbeitskollegen nicht das­sel­be Geschlecht sexu­ell anre­gend fin­det wie ihr, und davon, dass er eure Vorlieben genau so per­vers wie ihr das sei­ne fin­det und nie­mals auch nur auf die Idee kom­men wür­de, „es“ mal „aus­zu­pro­bie­ren“. Das hat euch frü­he­stens in dem Moment zu inter­es­sie­ren, in dem er euch sei­ne Geschlechtsmerkmale ins Gesicht (oder sonst­wo­hin) drückt.

Macht euch mal locker!


Nur als Teil des ste­ten Tropfens - die SPD erscheint die­ser Tage ja als gera­de­zu unauf­fäl­lig anstren­gend geführ­te Partei - ist an die­ser Stelle die Erinnerung dar­an zu ver­ste­hen, dass die Antifaschistische Aktion 1932 sowohl gegen die NSDAP als auch gegen die „sozi­al­fa­schi­sti­sche“ (Thälmann, 1929, nach Kuusinen u.a.) SPD gerich­tet ins Leben geru­fen wur­de; eigent­lich fin­de ich die­se Tradition ziem­lich behal­tens­wert. (Ist die Solidarität ein­zel­ner Mitglieder der SPD mit „der Antifa“ dem­zu­fol­ge eigent­lich cul­tu­ral appro­pria­ti­on und gehört gecan­celt?)

Senfecke:

  1. In den Bahnen soll­te man Pornos zei­gen (abwech­selnd für alle Geschlechter, ger­ne auch als wix em up und von ande­ren Dekaden). Dann schau­en, wie obso­let ein Handy sein kann und was für eine Stille man dort erzeu­gen kann.

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