[D]er Zentralverband der Atheisten [hat] an mehreren Standorten in Köln Hausdächer und Türme angemietet. Ehrenamtliche Mitglieder sollen dann wie sie gerade Lust und Laune haben das atheistische Pendant eines Minaretts besteigen, um lautstark „Es gibt keinen Gott und das war’s auch schon!“ oder andere areligiöse Aussagen über die Nichtexistenz Gottes und das absolute Ende nach dem Tod auszurufen.
Bereits Ende 2018 war Köln mehrheitlich nicht christlich. In einigen neuheidnischen Foren sieht es so aus, dass der Anteil an Neuheiden sich derzeit überproportional erhöht. Das wird witzig, wenn die auch einen eigenen Turm haben wollen.
Ich hatte es ja schon im Mai geschrieben: Wenn Mogwai 2021 schon nicht überzeugen können (deren aktuelles Album „As the Love Continues“ ist dermaßen belanglos, dass es meine sonst recht hohen Qualitätsansprüche deutlich unterlaufen würde, es in der Jahresendbestenliste, an der ich, es ist ja schon Oktober, auch dringend mal arbeiten sollte, auch nur als abschreckendes Beispiel aufzulisten), müssen es halt die Kanadier richten.
Und sie richten es besser als je zuvor: „G_d’s Pee AT STATE’S END!“ (hörbar auf Amazon.de, TIDAL und so weiter) – allein der Titel schon! – erfreut nach einer doch ungewöhnlichen Einführung Herz und Hirn des Postrockbegeisterten mit dem, was Godspeed You! Black Emperor immer schon gemacht haben, nämlich instrumentalem Akustikkino ohne Scheu vor nicht elektrisch verzerrten Instrumenten und unter Missachtung des zu oft geschriebenen Gesetzes, man möge gefälligst Laut und Leise abwechseln.
Daran kratzen zwar Stücke wie „First of the Last Glaciers“, sofern man den Beginn dieses Stücks in einem Album der fließenden Übergänge überhaupt ausmachen kann, mitunter, aber das Erfüllen von Erwartungen war noch nie eine Kompetenz in der guten Musik. Godspeed You! Black Emperor, gefühlt mit gestiegenem Anteil an irischer Folkmusik im Instrumentarium, zeigen einen bildlosen Film, eine Naturdokumentation ohne Effekte ebenso wie (die Band ist als politisch links bekannt) eine Gesellschaftskritik ohne Text, wenngleich gelegentliche Kriegsgeräusche („GOVERNMENT CAME“ (9980.0kHz 3617.1kHz 4521.0 kHz)“, das, je nach Medium, ein Teil eines longtracks namens „GOVERNMENT CAME” (9980.0kHz 3617.1kHz 4521.0 kHz) / Cliffs Gaze / cliffs’ gaze at empty waters’ rise / ASHES TO SEA or NEARER TO THEE“ ist oder auch nicht und dessen Kilohertzangaben mir bitte irgendjemand erklären sollte, weil ich zu doof bin, diesbezüglich erfolgreiche Recherchen anzustellen) zumindest Aufschluss geben.
Während der bekloppte CCC noch Einhörner und Weltfrieden in Koalitionsverträge schreiben lassen will, ist der LOAD e.V. nebst angeschlossenen Parteien schon weiter: „Mit einer deutlichen Mehrheit hat sich das Europäische Parlament (…) gegen biometrische Massenüberwachung und für ein Verbot dieser Praktiken innerhalb der Europäischen Union ausgesprochen“; was sicherlich frechen Unfug wie die Uploadfilter, die gleichfalls ohne das Europäische Parlament hier nicht in dieser Form stattfinden müssten, kaum vergessen lässt, aber man muss sollte ja auch mal die guten Seiten und so weiter und so fort.
Aus den Presseberichten der bayrischen Polizei von ungefähr gestern: Eine Frau ging spazieren und erblickte dabei einen Herrn, der sich in aller Ruhe am Wegesrand einen runtergeholt hat. Weil das puritanische Bayern aber vom Kreuz regiert wird und Jesus es sicherlich auch nicht wollen würde, dass wertvoller Samen vor eine Parkbank und nicht – wie sonst – in einen Ministranten gespritzt wird, musste sie schnell handeln: „Umgehend verständigte die 38-Jährige die Polizei“, die werden den Wichser schon kriegen!
Kann ich das Patriarchat noch mal sehen?
Aus denselben Presseberichten: „Unbekannter versprüht Reizstoffspray in Schule; sieben Schüler leicht verletzt – Au“.
Au!
Die „EMMA“, eines der wenigen Magazine, das sich mal auf Totholz über mich beschwert hat, wird entweder mir immer sympathischer oder ich werde einfach komisch im Alter (oder beides): Neulich brachte sie einen Artikel über die Absurdität der innerparteilichen Quotenregeln der Grünen, die demnächst – ich sag’s ungern – vermutlich wieder blöde in der Bundesregierung rumsitzen werden, dem ich vollumfänglich zustimmen muss kann. Gibt es so was wie Altersfeminismus?
Versteh‘ ich nicht: Wer bestellt sich denn um 22:30 Uhr ein Penisemoji?
Mit obiger Überschrift untiges im Postfach gesehen:
Mein Name ist Dr. Ayaba, ich bin ein Sangoma-Heiler und ein
Zauberwirker, der natürliche Kräuter und Wurzeln aus dem Wald
verwendet, um Zauber und Medizin herzustellen, um alle Arten von
Krankheiten und Krankheiten zu heilen und zu heilen. Ich habe diese
großen Kräfte von meinen Vorfahren geerbt, bevor sie starben. seit
meiner geburt bin ich aufgewachsen, um der menschheit zu helfen und
seelen vor dem leiden hier auf erden zu retten. Ich bin eine Frau zu
meinem Wort, ich habe nicht viel zu sagen, aber meine Arbeit spricht
für mich auf der ganzen Welt. Mailen Sie uns jetzt
Es ist Montag. Ich fühle mich vereinigt oder so, aber beidseitig eher ungern. Warum nicht stattdessen mit China? China hat wenigstens Pandabären und der Osten bloß die AfD.
Der indes sowieso ausstirbt; was jedem einleuchten sollte, der schon mal dort war: Wer will schon sächsischen Dirty Talk hören? – Der Süden ist aber auch von einer ausgesprochen bemerkenswerten Fragilität: Österreich bittet darum, die CO2-Ziele für atomkraftfeindliche Staaten zu senken, damit sie so leicht erreicht werden können wie die von atomkraftfreundlichen Staaten. Vielleicht doch gar keine so blöde Idee, die Kernenergie?
Blöde Idee hingegen: Leute mit Wohnungen enteignen. Das geht in Berlin, das geht nicht in Hamburg. Wenn mir wer eine Wohnung, mithin: die Altersvorsorge, wegnimmt und sie unter den Armen verteilt, dann baue und saniere ich künftig einfach nicht mehr. Soll das doch Berlin machen. Berlin ist ja so gut in Lebensqualität.
Auch irgendwie komisch rechnen die, die sich jetzt großmedial über eine erneute Fahrpreiserhöhung bei der Bahn – weiterhin in vollem Besitz des Staates, also in dem der Passagiere – aufregen. Mehr Züge und mehr Wartung für mehr Zuverlässigkeit kosten halt auch mehr Geld. Was sollen sie tun – Bombardier und Siemens enteignen?
„Was sollen sie tun?“ fragte man anscheinend auch Ex-Mormonen, deren Beischlaf göttlich geregelt wird. Der „Jump Hump“ war die Antwort: „Das ist eine Weiterführung des Soaking mit einer dritten Person – quasi ein keuscher Dreier also. Nur, dass die dritte Person in der Runde nicht aktiv an dem Akt beteiligt ist, sondern die Matratze, auf der Soaking praktiziert wird durch ruckartige Bewegungen auf und ab hüpfen lässt und dadurch auch eine Stoßbewegung imitiert.“
Und der Hip-Hop-Importeur mit immer gleichen Interessen
kriegt ’nen Anzug und Krawatte – ist für Spießer angemessen,
doch ich bin der Smudo, das hat er nur vergessen.
Die Fantastischen Vier, „Die Geschichte des O“
Die CIA wollte Julian Assange umbringen. Viel besser als Putin, diese USA. Man lasse sich da bloß nichts anderes einreden.
Zu meiner völlig ausbleibenden Überraschung stellt sich heraus, dass der Webbrowser des weltgrößten Reklamekonzerns künftig nicht bloß das Surf‑, sondern das Computernutzungsverhalten an sich zu überwachen gedenkt. Hoffentlich bringt bald jemand einen zweiten Webbrowser raus.
Seitens „weißer Menschen“, lässt das „Neue Deutschland“ eine Schriftstellerin erzählen, werde „nicht genug über Weißsein gesprochen“. Meine Vermutung ist, dass das daran liegt, dass „weiße Menschen“ ihre wesentliche Identität nur selten auf ihre Hautfarbe zurückführen, weshalb diese ihnen vollkommen egal ist, aber natürlich möchte ich da niemandem reinreden. Ich persönlich habe trotzdem lieber interessantere Eigenschaften. (Habe ich! Wirklich! Bestimmt!)
Soeben scrollte die Information an mir vorbei, dass die Grünen – jetzt ist’s eh egal – wohl doch lieber einen Schweinebauern als eine Völkerrechtlerin als Vizekanzler sehen wollen. Das ist eigentlich erstaunlich – steht dieses protokollarisch dritthöchste Staatsamt (eine ungerade Zahl) nicht einer Frau zu?
Es ist Montag. Das kurze Gedächtnis der Wähler hat – wie so oft – die Wahl gewonnen und zwar vor Schwarz-Grün, keineswegs aber vor der SPD, die es ihren „Wählern“ in Berlin und anderswo gleichwohl wieder schwer gemacht hat, bewahrt. Der Linksrutsch findet, da die Linke anstelle von Susanne Hennig-Wellsow, bisher vor allem mit von ausbleibendem Talent geprägte Aussagen und sonst mit dem Schmeißen von Pflanzen aufgefallen, lieber Sahra Wagenknecht, die ungefähr einzige Linke, die den Sinn der Partei Die Linke – alle, alle Menschen – völlig richtig verstanden hat, öfter mal das Mikrofon abdreht, offenbar bevorzugt außerparlamentarisch statt. Mit einer mitregierenden FDP, die sich jetzt kaum noch vermeiden lässt, wozu ich eine Meinung habe, die ich hier nicht äußern werde (Wahlempfehlungen gebe ich auch weiterhin nicht öffentlich ab, ich bin doch nicht der WDR), dürfte die Opposition damit aus CDU/CSU und AfD bestehen. Hihi – die werden zusammenarbeiten müssen!
Die Klimafront hatte allerdings ihr Bestes gegeben, selbst die ehemalige „Piratenpartei“ hat ohne Rückhalt der Basis (warum auch?) zum Hüpfen aufgerufen. Es ist auch schwierig zu begreifen, was man mit einer „Technikpartei“ anfangen soll, die ihre Gründer und Stammwähler, mithin jede Kernkompetenz, zu Linken und FDP getrieben hat. Das ist durch, das kann weg. Könnte man durch eine Pandabärenpartei ersetzen. Pandabären sind pelzig und fahren nicht so viel Diesel. – Zum Glück wird 2021 nicht so lang.
Kurzes aus der Technik: Etwa zehn Prozent der (getesteten) Websites, berichtet „Golem.de“(will nicht direkt verlinkt werden, selber schuld), verstoßen mit ihren dämlichen Cookiebannern gegen das Telemediengesetz und/oder die DSGVO; im zugehörigen Forum wird angemerkt, dass dazu wohl auch „Golem.de“ zähle. Ich wiederhole mich ja beinahe ungern, aber es gibt nun mal keine Pflicht dazu, ein kostenloses „Angebot“ im Web bereitzustellen. Wer sich das Pflegen einer Website nicht leisten kann, der möge sie depublizieren und fortan weniger stören.
Am Wochenende versehentlich (weil spontanst) live gesehen: Atomic Peat (als Vorband von Skraeckoedlan, die ich ebenso wenig kannte). Gar nicht mal so schlecht, wenn auch scheiße gemischt. Naja, Hannover halt. Eigentlich wollte ich diese Gelegenheit nutzen, um hier einen „Ampel/Ampl.“-Witz zu reißen, aber das wäre nicht disruptiv genug. Ich mag Disruption.
Bosse feat. Anna Loos (SILLY) – „Frankfurt Oder“ (Official Video)
„T‑Online“ hat sich mit Putin und Erdoğan gegen die Grünen verschworen und „berichtet“, dass auf Twitter momentan der hashtag „Laschet darf nicht Kanzler werden“ trendet, was Anhänger besagter Grünen als großen Erfolg betrachten, erfüllte es sie doch mit Sorge, dass die völlige Untauglichkeit für das Amt des Bundeskanzlers nur bei ihrer eigenen Kandidatin eine Rolle spielt:
„Der Gedanke ist bei mir aus spontaner Frustration entstanden, dass Leute immer noch Laschet wählen wollen, obwohl er nachgewiesen hat, dass er nicht qualifiziert ist.“
Nun bietet sich die Frage an, ob diejenigen, die „immer noch Laschet wählen wollen“, sich ausgerechnet von ein paar Lästertweets davon abbringen lassen. Es mag angesichts der Berichterstattung über hashtags, als seien irgendwelche vorübergehenden Twitteraktionen gleichbedeutend mit interessantem Weltgeschehen (es sei aber auch zu beachten: #sexoderwlan), beinahe enttäuschen, aber ich halte es zumindest für möglich, dass am Wahlabend die Anzahl an Tweets für oder gegen einen Kandidaten kaum Einfluss auf das Wahlergebnis haben wird – man munkelt, es gebe sogar Wahlhelfer, die Tweets überhaupt nicht zählen.
Die aktuelle Ausgabe der „Cosmopolitan“ („Parfüm hat einen Rhythmus“, ebd.), ausnahmsweise korrekt „Oktober 2021“ betitelt, denn die nächste Ausgabe erscheint voraussichtlich erst nach Oktoberbeginn, geht mit unfairen Mitteln gegen leere Titelseiten vor:
Gekommen, um zu bleiben – Denn das Beste kommt(hihi! A.d.V.) jetzt nach dem Sex
Wenn aber nach dem Sex noch etwas kommt (lmao), ist es nur logisch, dass „ein Seitensprung nicht das Ende bedeuten muss“; und schlimmstenfalls weicht man halt aus:
Cara Delevingne (ich musste den Namen ausgiebig abtippen; A.d.V.) … über ihr neues (Sextoys) Business
(Fehlende Durchkopplung wie im Original.)
Im Artikel zu dem, was nach dem Höhepunkt „KOMMT …“, rofl, ist davon die Rede, das Zauberwort heiße „Aftercare“. Nur Menschen wie ich denken jetzt an Gleitcreme. Ich weiß nicht, worüber das was aussagt.
„Kohle und Selbstbewusstsein“, lässt die „Cosmopolitan“ „Geldcoach Dani Parthum“ auf Seite 163 sagen, „hängen direkt miteinander zusammen“ und das stimmt sogar: Diese Ausgabe der „Cosmopolitan“ – so richtig auf schlimm riechendem Papier – hat mich 2,40 Euro gekostet. Ich fühle mich schlecht.
Es ist Montag. Die Briten kriegen möglicherweise witzige Maßeinheiten zurück, Unzen zum Beispiel. Wie viel Fußballfelder oder Saarländer 1 Fuß sind, müsste ich aber nachgucken. Und wie viel ist das in Pandabären?
Politik, nutzt ja nix: Vor der Wahl wird noch schnell Geld verteilt. Nach der Wahl ist sowieso unklar, wer überhaupt noch koalieren will: Die Grünen wollen kein Schwarz-Grün, das überdies dazu führen würde, dass „JRehborn“ (wer?)die Grünen verlassen würde, und kein Rot-Rot-Grün, die Linke wiederum, Heimstatt eines Altnazis, will ebenfalls nicht mit den Grünen zusammen regieren, so lange diese die Förderung der NATO zur Voraussetzung machen; allerdings will die Linke ohnehin kein Parlament mehr. FDP und Grüne können einander aus Freiheitsgründen auch nicht leiden, was aber voraussichtlich erst Ende September Konsequenzen haben wird, eine „Ampel“ ist aber schon deshalb undenkbar, weil die FDP ein anderes Steuersystem zur Voraussetzung zu machen behauptet. Immerhin: Sämtliche relevanten Parteien fordern(von wem?), dass ich nach der Wahl weniger Steuern zahlen soll. Ich bin schon sehr gespannt, wie das ausgeht.
Die Grünen revoltieren gegen Wahlplakate, die MLPD gegen Satire und die Überwachungspartei SPD gegen sich selbst. „Die junge Generation“, schwätzt ausgerechnet Tilman Kuban von der CDU und meint damit wahrscheinlich sogar sich selbst (Jahrgang 1987, somit für die CDU noch fast ein Kind), brauche „im Bundestag eine noch stärkere Stimme“. Warum das Alter eine bedeutende Rolle spielen soll und was die anscheinend durchschnittlich älteste Partei im Bundestag selbst mit ein paar jüngeren Neuzugängen zu einer Änderung der Situation beitragen soll, weiß ich auch nach dem Lesen des Textes nicht. Politiker halt.
Ich empfinde mittlerweile Sympathie für diejenigen, die fordern, Terrorstaaten mit allen Mittelnzu zerbombardieren:
Die US-Streitkräfte haben eingeräumt, bei einem Drohnenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul Ende August mehrere Unschuldige getötet zu haben. „Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass bis zu zehn Zivilisten, darunter bis zu sieben Kinder, bei diesem Angriff auf tragische Weise ums Leben gekommen sind“[.]