In den Nachrichten⁠Montagsmusik⁠Computer
Jan Jelinek – Lithiummelodie 1 // Sensible Daten unter Dickovers

Auf diesem Bild hat sich ein Panda versteckt

Es ist Mon­tag. Die re:publica, auf der seit Jah­ren die deut­sche Alpha­blog­ge­ria mit locker fünf­stel­li­gen Klicks pro Bei­trag mit ihres­glei­chen dar­über debat­tiert, für wie groß­ar­tig man ein­an­der hält, sei „ein Ort, der Fil­ter­bla­sen zer­plat­zen lässt“, juxt Tho­mas Knü­wer, selbst Teil der Alpha­blog­ge­ria, jeden­falls gemes­sen an uns Pöbel. Dort lie­fen ja, so die Argu­men­ta­ti­on, außer Men­schen, die Geld damit ver­die­nen, ins Inter­net rein­zu­schrei­ben, auch Poli­ti­ker und Fir­men­chefs rum. Das ist wit­zig.

(Unser­eins schei­tert ja schon dar­an, die­ses Word­Press hier mal los­zu­wer­den. Eigent­lich war die Umstel­lung auf Hugo schon beschlos­se­ne Sache, aber dann schei­ter­te es doch an – ratio­nal betrach­tet – lächer­li­chen Klei­nig­kei­ten. Plan B, hier tat­säch­lich eher zufäl­lig drauf gesto­ßen, ist in der ersten Erpro­bungs­pha­se; mehr dazu zu gege­be­ner Zeit.)

Wo’s ja tech­nisch inter­es­sier­te Men­schen wie ich die­ser Tage sowie­so schon kaum schaf­fen, die Hand aus dem Gesicht zu bekom­men. Die EU-Kom­mis­si­on etwa schlägt vor, „sen­si­ble Daten“ (wei­nen die, wenn man sie schubst?) von US-Ser­vern in das eige­ne Inter­net zu ver­schie­ben, stellt aber nicht die Fra­ge, was „sen­si­ble Daten“ über­haupt im Inter­net ver­lo­ren haben. Ist ja alles zweinull und cloud heut­zu­ta­ge, da will man ja nicht wie der Brem­ser wir­ken, son­dern mit dem Kopf vor­an den Berg run­ter­kul­lern (via). Im Zuge die­ses Moder­nen habe ich die­ser Tage auch das Wort „Dick­over“ für dem Besu­cher unnö­tig auf den Sack gehen­de Popups ken­nen­ge­lernt und erzäh­le es hier­mit wei­ter, damit die mir unwill­kom­me­nen Zeit­ge­nos­sen, die so einen Scheiß­dreck in Web­sites rein­pro­gram­mie­ren, nicht auch noch die Deu­tungs­ho­heit dar­über behal­ten, wie wir sel­bi­gen Scheiß­dreck gefäl­ligst zu nen­nen haben.

Wenig­stens die öko­no­misch wert­vol­len „KI“-Neuigkeiten las­sen noch einen Rest an Amu­se­ment zu: Das belieb­te Datei­ko­pier­werk­zeug rsync wird neu­er­dings anschei­nend von Com­pu­tern kaputt­ge­war­tet. Man könn­te dar­aus etwas ler­nen, muss es aber natür­lich nicht.

Auch nach Schub­sen völ­lig unbe­ein­druckt: Musik (elek­tro­nisch).

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Kurz angemerkt zu Jugendschutzgesetzen

Die Gene­ra­ti­on derer, die heut­zu­ta­ge poli­tisch dafür kämpft, dass die jed­wel­chem Ver­ständ­nis von Bum­sen gänz­lich fer­ne Jugend, die selbst­ver­ständ­lich pünkt­lich um 21:59 Uhr ohne jeden Zugang zu inter­net­fä­hi­gen End­ge­rä­ten im Bett­chen zu sein hat, wes­halb zum Bei­spiel die jüng­ste Fol­ge der „Anstalt“ nur ab 22 Uhr online ange­guckt wer­den kann, vor etwas geschützt wird, was im Zwei­fel nur einen Abste­cher zum Bahn­hof (dort befin­den sich meist Rega­le vol­ler Zeit­schrif­ten mit eini­ger­ma­ßen unzüch­ti­gen Titeln) ent­fernt ist, war 1968 gegen puri­ta­ni­sches Unver­ständ­nis von der mensch­li­chen Sexua­li­tät auf der Stra­ße und hat BHs ver­brannt; und das stört mich dar­an eigent­lich am mei­sten.

In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Seid Terroristen! (8)

„taz“, Novem­ber 2025:

Wäh­rend Angrif­fe durch Kri­mi­nel­le zurück­ge­hen, steigt die Gefahr durch staat­li­che Grup­pen. Was die Bun­des­re­gie­rung dage­gen tun will, bleibt unklar.

„taz“, Mai 2026:

Künf­tig sol­len Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA), Bun­des­po­li­zei und Bun­des­amt für Sicher­heit und Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI) nun auch zurück­hacken dür­fen. (…) Bit­kom befürch­tet Kol­la­te­ral­schä­den: „Weil sich Cyber­an­grif­fe tech­nisch häu­fig nicht zwei­fels­frei zuord­nen las­sen und Täter fal­sche Spu­ren legen, dro­hen unbe­tei­lig­te Drit­te getrof­fen zu wer­den.“

Die Ant­wort auf die ursprüng­li­che Fra­ge also: selbst zum Kri­mi­nel­len zur staat­li­chen Grup­pe wer­den, das will sie.

Es war ein Feh­ler, den Poli­ti­kern die­ses Inter­net zu zei­gen. Ich wie­der­ho­le mich, wenn auch nur ungern: Der rich­ti­ge Tag, um Ter­ro­rist zu wer­den, ist heu­te.

Sonstiges
Miniaturen (27.05.26)

Es ist mir unbe­greif­lich, dass „die Jugend“ mit „yap­pen“ ein Wort dafür, viel zu reden und dabei nichts zu sagen, so nach­drück­lich in ihre All­tags­spra­che rei­ner­fun­den hat, dass es inzwi­schen man­cher­orts sogar in Aus­wahl­li­sten mög­li­cher Hob­bys auf­taucht, jedoch kei­nes dafür, ein­fach mal still zu sein.


(Neu­es Hob­by von mir: Hob­bys suchen, die nicht so lang­wei­lig sind, dass sie in irgend­wel­chen Aus­wahl­li­sten auf­tau­chen.)


Kaum je hin­rei­chend geprie­se­ner Vor­teil des Som­mers: dass wir nicht aktiv dar­an teil­neh­men müs­sen.


In mei­ner Dik­ta­tur gäbe es erst mal Brat­wurst.


„Aua! Ich habe mir die Schrift gebro­chen!“


Nie­der­sach­sen führt ein Schul­fach „Christ­li­che Reli­gi­on“ ein, um, wie es heißt, ande­re Reli­gio­nen „bes­ser abzu­bil­den“. Ergibt Sinn. Das soll­te Vor­bild sein; Erd­kun­de z.B. soll­te mei­ner Mei­nung nach auch Sport abbil­den, Bio­lo­gie Geschich­te und die Pau­se die sech­ste Stun­de.

Netzfundstücke
Monkey3 – Rackman // Phonk (schon vergessen)

In Oberbayern wechselte unlängst ein Bezirksrat von den Freien Wählern zur Bayernpartei, weil er es als untragbar empfand, dass die Freien Wähler der CSU Geld für die Anschaffung zweier Pandabären genehmigen wollten. Ich halte das für eine skurrile Nachricht, möchte aber an dieser Stelle... nun... den Stab brechen (Symbolpanda).

Es ist Mon­tag. Es gebe eine Tik­Tok-Rou­ti­ne namens „Jour­na­ling“, also Tage­buch­schrei­be­rei, lese ich. Ich wer­de also sicher­heits­hal­ber künf­tig hier noch weni­ger aus mei­nem Leben erzäh­len als sowie­so schon. Nicht, dass noch wer mei­ne Web­site im Inter­net aus­drucks­tanzt.

Statt­des­sen daher Poli­ti­sches: Es scheint ein Wahl­kampf zu nahen, denn in den sozia­len Medi­en wird man wie­der öfter als üblich mit der Infor­ma­ti­on behel­ligt, eine bestimm­te Par­tei dür­fe man auf kei­nen Fall wäh­len, denn sie habe kei­ne Ant­wor­ten auf die vor­han­de­nen Pro­ble­me. Ob man aber aus ver­gleich­ba­rem Anlass dann auch nicht den­je­ni­gen Par­tei­en, wäh­rend derer Regie­rungs­zeit die so bezeich­ne­ten Pro­ble­me über­haupt erst ent­stan­den sind, aber­mals in eine Regie­rung ver­hel­fen soll­te, sagen sie nicht. Das hat Grün­de. Die umstrit­te­ne Euro­päi­sche Uni­on ver­sucht sich zur Ver­bes­se­rung der Lage in Humor: „In man­chen Tei­len der Welt kann bereits das Erzäh­len eines Wit­zes in der Öffent­lich­keit eine Geld­stra­fe oder sogar eine Haft­stra­fe nach sich zie­hen. In der EU kön­nen wir frei unse­re Mei­nung äußern – denn die Mei­nungs­frei­heit ist geschützt.“ Hat jemand die Mail­adres­se der letz­ten paar amtie­ren­den Innen­mi­ni­ster? Ich wür­de da gern einen Link wei­ter­lei­ten.

Kom­men wir von der Poli­tik ohne gelun­ge­ne Über­lei­tung zu Musi­ka­li­schem. Dem Mist­un­ter­neh­men Spo­ti­fy rech­ne ich hoch an, dass es end­lich eine brauch­ba­re Anwen­dung für „künst­li­che Intel­li­genz“ gefun­den hat: Pod­ca­ster erset­zen. Ich wei­ne die­ser Non­sens­bran­che kei­ne Trä­ne nach.

Zum sel­ben The­ma: Die Sonntags-„FAZ“ erzähl­te mir zu mei­nem Bedau­ern von der Exi­stenz der Musik­rich­tung Phonk, die wohl vor­ran­gig Her­ge­stell­tes her­vor­bringt, um damit Vide­os auf Insta­gram mit Ton aus­zu­stat­ten. Phon­kmu­sik sei, lau­te­te in der Zei­tung das Fazit, dazu da, schnell ver­ges­sen zu wer­den. So wer­de ich es auch mit die­ser Musik­rich­tung hand­ha­ben.

Unver­gess­lich statt­des­sen: Rich­ti­ge Musik.

Guten Mor­gen.

Persönliches⁠Politik
Nabelschau: Junge Leute gone WRONG! Eine Nachbetrachtung.

Vor etwas mehr als drei Jah­ren schrieb ich:

Ich weiß noch nicht, was ich mache, wenn ich der­einst aus dem Rat aus­schei­den (hihi) soll­te; etwa­ige Ange­bo­te, mei­ne Man­dats­zeit zu ver­län­gern, wer­de ich jeden­falls aus­schla­gen. Die Selbst­dar­stel­lung liegt mir kaum, Kanin­chen­zucht indes noch weni­ger.

Da die­ser Zeit­punkt mit der näch­sten Kom­mu­nal­wahl gekom­men sein wird und damit brut­to 17 Jah­re mei­ner Beschäf­ti­gung mit Par­tei­po­li­tik zu Ende gehen wer­den, hat­te ich eigent­lich vor, ein Buch mit einer aus­führ­li­che­ren Erläu­te­rung des damals gezo­ge­nen Fazits,

Macht es nicht.

, zu schrei­ben, aber weil ich neben­bei noch etwas habe, das man­che wohl ein „rich­ti­ges Leben“ nen­nen wür­den, hat es hin­sicht­lich des Umfangs nur zur Bro­schü­re gereicht. Eigent­lich woll­te ich mei­ne kom­mu­nal­po­li­ti­sche Publi­ka­ti­on von die­ser hier getrennt füh­ren, aber da zum Einen erste­re nun ein Ende fin­det und ich zum Ande­ren mitt­ler­wei­le sowohl von einem freund­li­chen Herrn aus der sog. Blogo­sphä­re (ich erwähn­te ihn zuvor) als auch von einem Vög­lein dar­auf hin­ge­wie­sen wur­de, dass mein etwas aus­geu­fer­ter Rant gefäl­ligst ein grö­ße­res Publi­kum zu haben ver­dient habe, ver­lin­ke ich ihn hier dann doch und betrach­te die Ange­le­gen­heit als erle­digt.

In den Nachrichten
Hier Berufsgruppe eurer Wahl einfügen

Die „tages­schau“ berich­tet (Archiv­ver­si­on) über Influen­cer Pod­ca­ster Ver­trieb­ler Bären:

Es han­de­le sich um “pro­ble­ma­ti­sche” Indi­vi­du­en, so der Spre­cher der Behör­de, die ihre natür­li­che Distanz zum Men­schen ver­lo­ren hät­ten. (…) „Sie sind immer unbe­re­chen­bar, und wir müs­sen stets einen Sicher­heits­ab­stand zu ihnen ein­hal­ten und sehr vor­sich­tig sein.“

Man erkennt sie an der elen­den Duze­rei.

(Wer – wie dort erwo­gen – zur Waf­fe greift, ist frei­lich, hier und auch sonst immer und grund­sätz­lich, ein Wider­ling, aber kommt man viel­leicht auch gegen Bären mit einer gut gepfleg­ten Stumm­schalt­li­ste an?)

Computer⁠In den Nachrichten
Kurz angemerkt zum Bündnis der FSFE mit der Europäischen Kommission

Apple wer­de von der skru­pel­lo­sen Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, Freund jeg­li­cher Aus­höh­lung des per­sön­li­chen digi­ta­len Wohl­be­fin­dens, soweit es nicht die eige­nen SMS betrifft, und aus­ge­stat­tet mit einem frag­wür­di­gen Ver­hält­nis zu poli­ti­scher Trans­pa­renz, flan­kiert von der FSFE, tra­di­tio­nell stets auf der fal­schen Sei­te der Geschich­te zu fin­den und fol­ge­rich­tig auch dies­mal mit der „Feind-meines-Feindes“-Argumentation wedelnd, aber­mals vor Gericht gezerrt, weil Frei­heit immer die Frei­heit derer mit den bes­se­ren Anwäl­ten und „Frei­heit von etwas“ in den Augen man­cher der engels­glei­che Bru­der der sata­ni­schen „Frei­heit zu etwas“ ist, lese ich so ver­är­gert wie amü­siert und ergän­ze mei­ne sowie­so schon sei­ten­lan­ge Liste an Grün­den, selbst nach einem grö­ße­ren Lot­te­rie­ge­winn, soll­te ich jemals an so etwas teil­neh­men, nie­mals auch nur einen Cent an „euro­päi­sche Initia­ti­ven“ aus der EDV-Bran­che zu spen­den, um einen wei­te­ren Hyper­link.

Musik⁠Netzfundstücke⁠Montagsmusik
Neneh Cherry & The Thing – A Tribute to Don Cherry // Israelvision Krieg Contest

Alles wird gut.

Es ist Mon­tag. Heu­te sehe ich so zer­stört aus wie ein Doku­ment nach fach­li­cher Ana­ly­se durch eine „KI“. Ja, doch, viel bes­ser als so ein Mensch. Dafür bau­en wir doch gern neue Kern­kraft­wer­ke.

Zum Zustand der EDV-Welt: „Die Tech-Indu­strie ent­wickelt sich zu einem der meist­ge­hass­ten Wirt­schafts­zwei­ge unse­rer Zeit.“ Völ­lig zu Recht. (Ori­gi­nal: Eng­lisch­spra­chig. Aber von einem Islän­der geschrie­ben. Die dür­fen das.)

Ander­skul­tu­rel­les: Anschei­nend ende­te neu­lich mal wie­der ein „Euro“vision „Song Con­test“, an dem trotz­dem der asia­ti­sche Unrechts­staat Isra­el teil­neh­men durf­te. Ist ja bloß Spra­che. Euro­pa ist, was man draus macht. Das ist ein biss­chen wie mit Geschlechts­be­zeich­nun­gen. – Ich habe kein ein­zi­ges die­ser für alles außer Bau­markt­er­öff­nun­gen nutz­lo­sen Lie­der gehört und weiß weder, wer „gewon­nen“ hat, noch, wie „Deutsch­land“ (Hash­tag nicht mein Deutsch­land) „abge­schnit­ten“ hat. Nach allem, was ich gegen mei­nen Wil­len dar­über erfah­ren habe, ist die­ses Nicht­wis­sen kein Ver­lust.

Ich war statt­des­sen beschäf­tigt mit: Musik.

Neneh Cher­ry & The Thing: A Tri­bu­te to Don Cher­ry

Guten Mor­gen!!!!!!!!!!!

Netzfundstücke⁠Mir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 17. Mai 2026

Hihi: „Es ist erstaun­lich, was im Kopf eines taz-Redak­teurs alles wild durch­ein­an­der wir­belt.“


Kor­rekt: „das was ich hier ver­an­stal­te tue ich nicht um geld zu ver­die­nen, son­dern ich ver­die­ne geld, da­mit ich das hier ma­chen kann.“

Trau­ri­ge Wurst, wer ins Inter­net rein­schreibt, weil er Geld damit ver­dient. War­um hat noch nie­mand Sascha Lobo durch eine (demo­ti­vier­te) „KI“ ersetzt? (via Beton­flü­ste­rer)


1976:
In 50 Jah­ren wer­den Com­pu­ter unser aller Leben ver­bes­sern.

2026:
„Ich habe eine Daten­bank vol­ler Kacke­fo­tos gehackt, wol­len­se kau­fen?“


Neu­es Hob­by für Inter­es­sier­te: Frau­en, die hei­ra­ten wol­len, unauf­fäl­lig neue Bat­te­rien zustecken. Sexi­stisch? Nein. Nor­mal.


Für Anglo­pho­ne: „snuck“ als Alter­na­tiv­form von „snea­k­ed“ sei, las ich inter­es­siert, ein recht neu­es Wort, des­sen Geschich­te unge­fähr so abwe­gig ist wie die von „gewun­ken“. (Men­schen, die „gewun­ken“ sagen, gehö­ren ent­erbt. Mei­ne Mei­nung.)

Netzfundstücke
Die evangelische Kirche fragt, Hirnfick 2.0 antwortet

Aus­ge­rech­net die Evan­ge­li­sche Frei­kir­che in Quer­um (Braun­schweig) fragt (Archiv­ver­si­on) „echt jetzt“ unter der Über­schrift „echt jetzt? – Wer sagt mir die Wahr­heit?“:

Fake News, Fil­ter­bla­sen, per­fek­te Insta-Rea­li­tä­ten – jeder scheint die Wahr­heit zu ken­nen, alle wissen’s bes­ser. Aber was stimmt eigent­lich noch? Wem kön­nen wir glau­ben, wenn jede Mei­nung als Wahr­heit ver­kauft wird?

Es ist aber auch immer ein, hehe, Kreuz mit der Wis­sen­schaft. Als abso­lut begrif­fe­ne Wahr­hei­ten wer­den ein­fach zu oft in Fra­ge gestellt, das kann ich schon ver­ste­hen, und der Kampf um die Deu­tungs­ho­heit ist lang und kräf­te­zeh­rend.

Ich weiß auch nicht, wie­so ich jetzt an Gali­leo Gali­lei und Giord­a­no Bru­no den­ke.

Die Open-Air-Got­tes­dien­ste im Stadt­park laden dich ein, die­sen Fra­gen nach­zu­ge­hen. Gemein­sam wol­len wir (…) ent­decken, was Gott über Wahr­heit sagt.

Ach so. Ich hät­te nur wei­ter­le­sen müs­sen. Jetzt weiß ich es wie­der. – Wer aber wis­sen will, was wahr ist, neigt in der Regel nicht dazu, die Ant­wort bei abra­ha­mi­ti­schen Göt­tern und ihren Prie­stern zu suchen. Sicher begeg­net man heu­te, da der Wahr­heits­ver­kün­dung (im Wort­sin­ne) ex cathe­dra nicht mehr die Vor­herr­schaft über die Mei­nungs­fin­dung der Öffent­lich­keit zuei­gen ist, ganz eige­nen Sich­ten auf die weni­gen unbe­streit­ba­ren Wahr­hei­ten von mehr als nur einer Insti­tu­ti­on, einer Per­son, einer Glau­bens­ge­mein­schaft. Nun ist zwar selbst die Wis­sen­schaft nie aus­er­zählt, aber in der Fra­ge, was eigent­lich noch stim­me, ist ihre Mehr­heits­mei­nung oft ein guter Weg­wei­ser.

Und dafür soll ich also in einen Stadt­park gehen und mit ande­ren Men­schen, die kei­ne Wis­sen­schaft­ler sind, plau­dern? Das klingt, aus mei­ner Fil­ter­bla­se her­aus, ein biss­chen inef­fi­zi­ent.

Aber wie hete­ro­gen wird das schon sein?

Die Wahr­heit wer­den sie ableh­nen und statt­des­sen selt­sa­men Fabeln fol­gen.
2 Tim 4,4