KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2025 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 29 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Oh! Ein Jah­res­be­ginn! Ihr wisst, was das bedeu­tet, näm­lich, dass es Zeit für die ein­zig rich­ti­ge (d.h. mei­ne) Liste der besten Musikal­ben des Jah­res 2025 ist. Man sehe mir nach, dass ich das gestern (haha, Jah­res­rück­blicke im Novem­ber, haha­ha) erschie­ne­ne neue Album von Ulver trotz­dem nicht recht­zei­tig zu hören geschafft habe. Ich füh­re es daher nur der Form hal­ber auf.

Ergän­zend sei fest­ge­hal­ten: Die Musik­grup­pe Skil­let Lickers, inzwi­schen in der vier­ten Gene­ra­ti­on aktiv, fei­ert im nun begon­ne­nen Jahr ihren 100. Geburts­tag. Die Rol­ling Stones soll­ten sich nicht so auf­füh­ren mit ihren Jubi­lä­en.

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Persönliches
Gerut­sche ’26

Die­ser Arti­kel ist Teil 15 von 15 der Serie Neu­jahr

Ich trin­ke nicht mehr so viel, bis ich die Wahr­heit sage,
hab’ ich gesagt.
Sarah Lesch: Notiz

2025 habe ich dar­über nach­ge­dacht, ob ich wie­der mehr Pro­sa schrei­ben soll­te. (In einem Anfall von jugend­li­chem Leicht­sinn hat­te ich schon 2024 im Krei­se von Zeu­gen ein Buch über mei­ne Erfah­run­gen in der Kom­mu­nal­po­li­tik ver­spro­chen, vor allem mir selbst.) Dar­auf­hin habe ich wochen­lang über Schreib­ma­schi­nen ana­lo­ger und simu­lier­ter Natur mein Wis­sen auf­ge­frischt, vor­über­ge­hend ernst­haft über die Anschaf­fung eines Lap­tops aus den frü­hen 90ern nach­ge­dacht, weil Schrei­ben nor­ma­ler­wei­se leich­ter von der Hand geht, wenn man gar kei­ne Mög­lich­keit hat, sich mit Gedad­del und/oder Geblin­ke aus dem Inter­net abzu­len­ken, dann habe ich die Film­ad­ap­ti­on von Naked Lunch gese­hen und jetzt brau­che ich erst mal eine Ehe­frau, bevor ich das mit dem Schrei­ben ernst­haft wei­ter­ver­fol­gen kann.

2025 war auch ein Geburts­tag, so rund, wie es der Kör­per schon eine Wei­le vor­macht. Es wird zuse­hends schwie­ri­ger, dem etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Dass der Mensch so lan­ge lebt, ist medi­zi­nisch ein Irr­weg. Aber see­lisch auch. – Dazu passt: Ich habe im ver­gan­ge­nen Novem­ber uner­war­tet eine Muse wie­der­ge­se­hen, die sicher­heits­hal­ber völ­lig ver­ges­sen zu haben mir ein­fach nicht liegt. Das war gefähr­lich schön. Ist das jetzt eigent­lich das mit der hei­ßen Herd­plat­te?

Glück­lich war ich auch nur, wenn ich nicht ver­liebt war.
Wolf­gang Herrn­dorf

Krieg hin, Krieg her: Die ande­re Men­schen­tra­di­ti­on, das Küs­sen, sei sooo vor 20 Mil­lio­nen Jah­ren, ver­brei­tet das Hip­ster­por­tal „T‑Online“, aber schön ist’s ja dann auch immer noch. Die Men­schen haben „Vor­sät­ze“ für das neue Jahr, statt das, was sie vor­ha­ben, ein­fach mal jetzt zu machen, und fin­den, das sei aner­ken­nens­wert. Pro­kra­sti­na­ti­on ist ein Volks­sport, auf den sogar der Fuß­ball nei­disch schielt. – Ich wur­de 2025 danach gefragt und habe jetzt eine Ant­wort: Falls mein Leben jemals ver­filmt wer­den soll­te, möch­te ich mitt­ler­wei­le, dass Scar­lett Johans­son mich spielt. Sie hat viel mit mir gemein­sam, zum Bei­spiel ist auch sie bis­her nicht mit Nata­lie Port­man zusam­men. Bei mir pran­ge­re ich das aber noch etwas mehr an als bei ihr.

2025. Ein Jahr zwi­schen zwei ver­schie­de­nen Depres­sio­nen, kei­ne davon kli­nisch erwie­sen (weil die Kopf­arzt­pra­xen schon zu voll sind mit Leu­ten, die da gar nicht hin­ge­hö­ren), jede davon haus­ge­macht. Homo homi­ni Voll­idi­ot est. Ich lebe ja in einer rei­chen Stadt in einem rei­chen Land auf einem fried­li­chen Kon­ti­nent und müss­te inso­fern glück­lich sein, sagen alle und mei­nen das dann aber gar nicht, weil es ihr Kon­to füllt, dass das gar nicht stimmt, aber jeder es glaubt.

Im Rau­sche reden die Men­schen viel und wis­sen nicht, was.
Heim­dall (Loka­sen­na)

Die ersten Böl­ler in jeden­falls mei­ner Hör­wei­te began­nen dies­mal erst eine Woche zu früh. Das muss die­se Rezes­si­on sein. Jetzt gera­de ist von die­ser aller­dings nur wenig zu sehen: Wie jedes Jahr spren­gen die Deut­schen den Gegen­wert zwei­er Wochen­ein­käu­fe in die Luft, weil man das halt so macht, und wenn man sich mor­gen mit rosa Glit­zer ein­reibt und in der nächst­be­sten Kir­che „Kuckuck! Kuckuck!“ ruft, dann ist das nicht etwa grenz­be­scheu­ert, son­dern Tra­di­ti­on. An Sil­ve­ster ärge­re ich mich immer noch ein biss­chen mehr dar­über, dass ich grund­le­gend Sym­pa­thie für Hun­de habe, freue mich aber im Gegen­zug dar­über, dass mei­ner Scha­den­freu­de bezüg­lich pyro­man­er Men­schen in den mor­gi­gen Not­fall­nach­rich­ten wohl wie­der hin­rei­chend Genü­ge getan wer­den wird.

(Der Löwe sprengt sich wenig­stens nicht die Fin­ger weg.)

2026 also. Die Zukunft ist da. Los geht’s.

In den Nachrichten
Die Anrei­ze sei­en gut.

Dies­wö­chi­ge Nach­rich­ten (wol­len nicht ver­linkt wer­den, LSR):

Seit Mona­ten unter­sucht die Bun­des­wehr Vor­fäl­le bei ihren Fall­schirm­jä­gern: Nazi­tü­me­lei, Koka­in­kon­sum, Ver­ge­wal­ti­gungs­phan­ta­sien.

Auch dies­wö­chi­ge Nach­rich­ten:

Der Wehr­be­auf­trag­te des Bun­des­tags, Hen­ning Otte, hält eine Zwi­schen­bi­lanz des am 1. Janu­ar begin­nen­den neu­en Wehr­diensts frü­he­stens Mit­te des Jah­res für mög­lich. (…) Die Anrei­ze für den frei­wil­li­gen Wehr­dienst sei­en gut, sag­te er.

Das fürch­te ich auch.

Nerdkrams
Kurz ange­merkt zum Digi­tal Inde­pen­dence Day

Die­ser Arti­kel ist Teil 20 von 20 der Serie Congresskrise(n)

(Der im Rah­men des dies­jäh­ri­gen Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress mit gewohnt gro­ßem Tra­ra und flan­kiert von der Non­sens­pres­se von einem poli­ti­schen Schrift­stel­ler und damit genau von der Art Kory­phäe, an die ich den­ke, wenn ich an deut­sche Hacker­tref­fen den­ke, vor­ge­stell­te und bewor­be­ne „Digi­tal Inde­pen­dence Day“ die­ne also dem Zweck, „uns nach und nach unse­re digi­ta­le Unab­hän­gig­keit“ zu „sichern“, schrei­ben sie auf einer Sei­te, auf der man nicht alles lesen kann, weil der Text aus nichts als Design­grün­den rechts abge­schnit­ten ist, und emp­feh­len also den Wech­sel weg von Goo­gles Mail­ge­döns – gut! – zu, nein, nicht etwa einem eige­nen Mail­ser­ver, was die­ser Tage alles ande­re als ein Hexen­werk ist, son­dern – nicht gut! – einem ande­ren Anbie­ter, von dem man sich bit­te künf­tig abhän­gig machen möge, denn sei­ne pri­va­te Kor­re­spon­denz ohne tech­ni­sche Not­wen­dig­keit zum Bei­spiel bei Posteo.de, „grün, sicher, anonym“ [ebd.], abzu­le­gen ist heut­zu­ta­ge der digi­ta­len Unab­hän­gig­keit dann wohl auch genug; was frei­lich man­ches erklärt.)

NetzfundstückeMontagsmusik
mclus­ky – To Hell With Good Inten­ti­ons // Quet­schen für die AfD

Flauschpo gegen Winterstimmung

Es ist Mon­tag. Der­zeit fin­de, erfah­re ich, aber­mals das Schau­lau­fen der Lap­top­auf­kle­ber statt, und wie immer schwa­feln irgend­wel­che Unpro­fis davon, es sei ein Hacker­tref­fen im Gan­ge. Ich wage ja zu behaup­ten, auch in die­sem Jahr sind die­je­ni­gen, die „Hacken“ und „Linux instal­lie­ren“ wenig­stens grob aus­ein­an­der­hal­ten kön­nen, mit gro­ßem Abstand in der Min­der­heit, aber ich bin ja auch kein Jour­na­list, son­dern vom Fach. Will­kom­men im post­li­be­ra­len Dis­kurs. – Gute Nach­rich­ten für Freun­de sich als Far­ce wie­der­ho­len­der Geschich­te: Die See­räu­be­rei ist zurück. Yo-ho, wie es so schön heißt.

Apro­pos Pira­ten (aber ande­re): Letz­te Woche erfuhr ich eher zufäl­lig, dass mei­ne vor gut zwan­zig Jah­ren tat­säch­lich legal erwor­be­ne lebens­lan­ge mIRC-Lizenz schon seit län­ge­rer Zeit nicht mehr gilt. Ich pran­ge­re das an. Gute Nach­rich­ten hin­ge­gen aus der Sozia­le-Medi­en-Ecke: Whats­App und Insta­gram ver­lie­ren an Zuspruch. Nur noch (grob geschätzt) zwan­zig Jah­re also, bis man da auch nicht mehr sein muss.

Klo­ge­dan­ke: Gibt es eigent­lich schon poli­tik­wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen dazu, ob es nicht viel­leicht sein könn­te, dass jun­ge Män­ner es gar nicht mal so gern mögen, dass der Staat sie allein auf­grund ihres Geschlechts­teils gern in bör­sen­be­feu­er­te Krie­ge schicken wür­de, und genau des­we­gen die AfD wäh­len (wol­len)? Mitt­ler­wei­le erscheint mir vie­les in der zeit­ge­nös­si­schen Poli­tik nur noch ein sozia­les Expe­ri­ment zu sein, das dar­in besteht, Men­schen in Grup­pen ein­zu­tei­len, jede ein­zel­ne von ihnen auf mög­lichst krea­ti­ve Art zu quet­schen und zu gucken, was pas­siert, wenn sie plat­zen.

Grund­sätz­lich grup­pen­freund­lich hin­ge­gen: Musik.

mclus­ky – To Hell With Good Inten­ti­ons

Guten Mor­gen.

MusikIn den Nachrichten
Vinyl <3 (17): Kul­tur­er­halt ganz spo­ti­frei

Hihi:

Finan­zi­ell wird es für die weit über­wie­gen­de Mehr­heit der Rech­te­inha­ber kei­nen Unter­schied machen, ob sie von Spo­ti­fy oder von Anna’s Archi­ve kei­ne Tan­tie­men erhal­ten.

Man muss Musi­ker und ihr Tun schon außer­or­dent­lich gering­schät­zen, um Spo­ti­fy auch nur einen Cent zu bezah­len. Geld ver­die­nen Musi­ker mit Kon­zer­ten und mit Ton­trä­ger­ver­käu­fen (Emp­feh­lun­gen von mir gibt es wie gewohnt zu Jah­res­be­ginn, denn Men­schen, die schon im Novem­ber irgend­was von „Jah­res­rück­blicken“ deli­rie­ren, soll­ten auch nur elf Monats­ge­häl­ter im Jahr bekom­men, so etwas wie einen Dezem­ber ken­nen die­se Knall­tü­ten ja gar nicht mehr und wür­den das daher ver­mut­lich nicht mal bemer­ken; aber ich schwei­fe ab), dies frei­lich bevor­zugt bei den Musi­kern selbst, weil dann weni­ger Ein­nah­men auf­ge­teilt wer­den müs­sen. Wer unbe­dingt glaubt, eine digi­ta­le Leih­bi­blio­thek für Musik sei die ein­zig ver­nünf­ti­ge Mög­lich­keit zu regel­mä­ßi­gem Musik­kon­sum, dem ste­hen weni­ger musi­ker­feind­li­che Alter­na­ti­ven bis heu­te zur Ver­fü­gung. Zu TIDAL schrieb ich ja schon 2015 man­ches und bin dort heu­te trotz­dem immer noch Kun­de, was Grün­de hat.

Die Mis­si­on von Annas Archiv (regel­mä­ßi­ge Leser erin­nern sich), dem zwei­fels­oh­ne auch wei­ter­hin vor allem mit wir­kungs­lo­sen DNS-Sper­ren begeg­net wer­den wird, ist dabei eine, die kul­tur­po­li­tisch wert­vol­ler ist als die Urhe­ber­rechts­extre­mi­sten es medi­al her­bei­plär­ren möch­ten: Ange­sichts staat­li­cher Lösch­fri­sten im öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk, der Ent­fer­nung umstrit­te­ner kul­tu­rel­ler Inhal­te aus vie­len Berei­chen des Lebens, von Rech­te­inha­ber­insol­ven­zen und nicht zuletzt auch Daten­ver­lu­sten, die über die Jahr­zehn­te durch­aus mal vor­kom­men kön­nen, ist ein von Frei­wil­li­gen gepfleg­tes Archiv des gei­sti­gen Eigen­tums mög­lichst vie­ler Künst­ler und ande­rer Men­schen einer der weni­gen Garan­ten für die Bewah­rung des­sen, was sonst ver­ges­sen wür­de.

Seit Jahr­tau­sen­den ist der Mensch krea­tiv tätig, und vie­les, was wir heu­te über das Leben vor lan­ger Zeit wis­sen, ist eine Fol­ge mas­si­ver Rech­te­ver­let­zung. Den Unter­schied zwi­schen Grab­räu­be­rei (man stört die Toten­ru­he eines längst Ver­stor­be­nen und nimmt die Wert­sa­chen mit) und Archäo­lo­gie (man stört die Toten­ru­he eines längst Ver­stor­be­nen und nimmt die Wert­sa­chen mit) möge mir bei­zei­ten ein Klü­ge­rer erläu­tern, den­noch wird die so erhal­te­ne Kul­tur heu­te als wert­vol­les All­ge­mein­gut wahr­ge­nom­men. Was spricht eigent­lich dage­gen, so auch mit Musik und Fil­men von heu­te zu ver­fah­ren, die andern­falls ver­schwin­den könn­ten? Selbst von der nicht völ­lig unbe­lieb­ten BBC-Serie Doc­tor Who sind bis heu­te eini­ge Fol­gen ver­schol­len, weil schlicht nie­mand (teils aus tech­ni­schen, teils aus recht­li­chen Grün­den) eine „Raub­ko­pie“ (allein das Wort schon!) ange­fer­tigt hat.

Mit Annas Archiv wäre das nicht pas­siert.

Sonstiges
Rea­li­täts­an­ti­vi­rus

(Sie sei näm­lich „die Fire­wall der Rea­li­tät“, ver­sucht die drol­li­ge Bun­des­wehr um den­je­ni­gen Nach­wuchs zu wer­ben, der sich „schon mal gefragt“ hat, war­um so vie­le Men­schen „blei­ben“ bezie­hungs­wei­se zumin­dest nicht mehr lebend raus­kom­men, und wäh­rend der Infor­ma­ti­ker in mir sich fragt, ob genau des­we­gen deren EDV-Abtei­lung drin­gend Leu­te zu brau­chen behaup­tet, sieht der depres­si­ve Roman­ti­ker in mir ganz neue Chan­cen: kann man die Bun­des­wehr im Innern dann eigent­lich in Zukunft auch bei Lie­bes­kum­mer zwecks Abschir­mung von die­ser Rea­li­tät ein­set­zen?)

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
Anna Hög­berg Attack – Attack // T‑error

Montag ist Pandatag.

Es ist Mon­tag. Grüßt Gott, wer­te Bay­ern. Alles noch gut bei euch? Braucht ihr Hil­fe?

Gar nicht mal so unwit­zig: Hat jemand mei­ne Tele­fon­num­mer gese­hen? – Dazu viel­leicht auch: Wäre ich die Tele­kom und jemand woll­te von mir weg­wech­seln, wäre mein erster Gedan­ke nicht, ihn täg­lich fünf­mal mit ver­schie­de­nen Num­mern anzu­ru­fen, um ihn mit einem Auto­ma­ten reden zu las­sen. Lei­der bin ich nicht die Tele­kom und muss daher wöchent­lich wei­te­re Tele­fon­num­mern blockie­ren. Wo ist die Bun­des­netz­agen­tur, wenn man sie mal braucht?

Apro­pos, Ver­brau­cher­fra­ge mei­ner­seits: Gibt es eigent­lich irgend­wo eine voll­stän­di­ge Liste von Milch­pro­dukt­her­stel­lern, nach deren nicht poli­tisch gemein­ter Unter­stüt­zung per Milch­pro­dukt­kauf man nicht befürch­ten muss (Archiv­ver­si­on), dass man spä­te­stens an der Kas­se mit einem Men­schen mit anstren­gen­der Fri­sur und noch anstren­gen­de­ren Sen­ten­zen über Poli­tik (apro­pos beklopp­te Par­tei­po­li­tik) dis­ku­tie­ren muss? Geht das über­haupt noch, also Milch ins­ge­samt?

Erfah­ren: Im Inter­net – denkt an eure Back­ups – sind Men­schen zuge­gen, die sich aus Tran­si­ti­ons­grün­den nicht mehr duschen wol­len, weil sie ihren Intim­be­reich nicht anfas­sen wol­len (All­er­gi­ker­hin­weis: red­dit). Ich bin ja nun wirk­lich nicht ganz so zynisch wie alle sagen, daher endet die­ser Absatz hier.

Geht dafür los: Musik.

Anna Hög­berg Attack – Attack

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
Kurz ver­linkt: Trotz­KI trifft Moz­KIl­la

Bei Mozil­la, heu­te dafür bekannt, vor etwa einer Deka­de für einen guten Web­brow­ser bekannt gewe­sen zu sein, agiert jetzt dem Ver­neh­men nach ein neu­er Chef, der mit quell­of­fe­ner Soft­ware eben­so wenig zu tun hat wie mit Web­brow­sern, son­dern viel­mehr irgend­was mit „KI“ macht. Das machen ja jetzt alle und wird bestimmt ein gro­ßer Erfolg. Als Teil der World Socia­list Web Site, in dem Mit­tei­lungs­or­gan des Inter­na­tio­na­len Komi­tees der Vier­ten Inter­na­tio­na­le (Wiki­pe­dia) also, wur­de – der­zeit wohl nur eng­lisch­spra­chig – fol­ge­rich­tig ein trotz­ki­sti­scher Chat­bot ins Leben geru­fen. Damit die sozia­li­sti­schen Idea­le von Anfang an gewahrt blei­ben, ist es zwin­gend erfor­der­lich, dort eine gül­ti­ge E‑Mail-Adres­se (mit oder ohne ver­knüpf­tes Kon­to bei einem „sozia­len Netz­werk“) zu hin­ter­las­sen, damit alle ande­ren auch etwas davon haben.

Com­pu­ter waren ein Feh­ler.

NetzfundstückeMontagsmusik
L.O.E. – Mon­sters & Mira­cles // Iden­ti­täts­klau­mi­ni­ste­ri­en

Wer braucht Rollmops, wenn er Rollpanda haben kann?

Es ist Mon­tag. Iden­ti­täts­klau (allein das Wort schon!) soll, geht es nach dem Bun­des­di­gi­tal­mi­ni­ste­ri­um (allein das Wort schon!), künf­tig noch leich­ter wer­den: Ab 2027 soll man den Per­so­nal­aus­weis auf dem Smart­phone mit sich her­um­tra­gen kön­nen. Wer das für eine gute Idee hält, der trägt auch sei­ne Kre­dit­kar­ten-PIN als T‑Shirt-Motiv.

Tref­fen­der Kurz­kom­men­tar („Tweet“) zum Zustand der Film­in­du­strie: „you kil­led it on pur­po­se and now you’re con­fu­sed by the corp­se“.

Bleibt unver­wir­rend: Musik.

L.O.E (LAST OF EDEN), MONSTERS & MIRACLES – OFFICIAL VIDEO

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Die Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen und Cyber­an­grif­fe der Ande­ren

Die Bun­des­re­gie­rung, eil­mel­det (Archiv­ver­si­on) man von MEINEN Gebühren!!11!, habe einen Cyber­an­griff und eine Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne im Bun­des­tags­wahl­kampf Russ­land zuge­ord­net, und wäh­rend ich mich fra­ge, was einen Wahl­kampf eigent­lich inhalt­lich von einer Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne unter­schei­det und was einen Cyber­an­griff tech­nisch von einem Staats­tro­ja­ner, stel­le ich eigent­lich auch schon fest, dass die Zuord­nung von Cyber­an­grif­fen wohl nur denen gelingt, die von Cyber­an­g­rei­fern cyber­an­ge­grif­fen wer­den, die zu blöd für die Spu­ren­ver­wi­schung sind, mit­hin also ent­we­der unta­len­tier­te Rus­sen oder gar kei­ne Rus­sen sein müs­sen; was die kom­plet­te Mel­dung in der gege­be­nen Kür­ze ja selbst eine Des­in­for­ma­ti­on sein lässt, für die ver­mut­lich eher kein Bot­schaf­ter irgend­wo ein­be­stellt wer­den wird.

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „Was kann die EU da tun?“

„tagesschau.de“ (Archiv­ver­si­on) im Gespräch mit Man­fred Berg, „Pro­fes­sor für Ame­ri­ka­ni­sche Geschich­te an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg“ (ebd.), so:

Berg: (…) Russ­land wird nicht mehr als Geg­ner betrach­tet, im Gegen­teil. Die USA sehen sich als Ver­mitt­ler, um, wie es in die­sem Papier heißt, „stra­te­gi­sche Sta­bi­li­tät“ zwi­schen Euro­pa und Russ­land her­zu­stel­len. Die trans­at­lan­ti­sche Alli­anz, wie wir sie seit dem frü­hen Kal­ten Krieg kann­ten, exi­stiert nicht mehr[.]

tagesschau.de: Was kann die EU da tun?

Dass die Ant­wort nicht „Nichts, war­um soll­te sie auch?“, son­dern statt­des­sen lau­tet, „dass sie sich in Rich­tung auf ein Mili­tär­bünd­nis ent­wickeln muss“ (a. a. O.), spricht ande­rer­seits auch wie­der Bän­de.