Es ist Montag und ich habe keine Lust. Ich schließe nicht völlig aus, dass es da einen Zusammenhang gibt.
Wohl aber Lust bleibt bestehen auf: Musik.
Guten Morgen.
Es ist Montag und ich habe keine Lust. Ich schließe nicht völlig aus, dass es da einen Zusammenhang gibt.
Wohl aber Lust bleibt bestehen auf: Musik.
Guten Morgen.
Einen EU-Kommissar hatte ich politisch auch noch nicht auf meiner Seite, aber hier stehen wir jetzt.
Gute Nachrichten für Russland: Wenn man irgendwo auf der Welt das Völkerrecht übertritt und aus Freude am Töten jede Menge Zivilisten umbringt, dann darf man beim Eurovision Song Contest künftig doch wieder antreten (Archivversion), teilen die westlichen Werte mit. Dass das dort Vorgetragene („Musik“) auch mal auf seine Vereinbarkeit mit den Genfer Konventionen überprüft werden sollte, ist hierbei freilich noch eine ganz eigene Debatte.
(siehe auch 2022)
Aus aktuellem Anlass: Kriegsdienst verweigern.
When every face becomes a dataset, how do we protect the meaning of being human?
Yo, „tagesschau.de“ (Archivversion):
Erst in diesem Schritt würde die strittige Frage geklärt werden, wen eine Zwangseinberufung träfe und wie sie fair gestaltet würde. (…) Alle 18-Jährigen erhalten einen Fragebogen zu Motivation und Eignung, dessen Beantwortung für Männer verpflichtend ist. Ebenso wird die Musterung für alle Männer, die ab Januar 2008 geboren wurden, wieder zur Pflicht.
(Hervorhebungen von mir.)
Ich bin ja kein Journalist und darum nicht vom Fach, aber wäre ich „tagesschau.de“, hätte ich zumindest festgestellt: so jedenfalls nicht.
Weil sie seit 2023 nichts gelernt haben, freuen sich Qualitätsmedien auch heute schon wieder darüber, dass das Jahr nur elf Monate hat und darum der wirklich üble Dienst Spotify, wenn er denn mal erreichbar ist, ihnen endlich die letzten vier Wochen des Jahres getrost vorenthalten kann.
Weil sie seit 2023 nichts gelernt haben, hören die Menschen immer noch vor allem Taylor Swift, entnehme ich ebenfalls Qualitätsmedien. Mein im Gegensatz zu Spotify immer verfügbarer Plattenspieler hat nun keine Statistikfunktion, aber ich kann zumindest feststellen, dass ich dieses Jahr neben mancherlei Noise zu meiner eigenen Überraschung sowohl Welle: Erdball als auch Frankie Goes to Hollywood für mich entdeckt habe. Es geht bergab mit mir, man könnte mich jetzt eigentlich auch einpökeln und weghängen.
Die Liste meiner liebsten Alben des Jahres 2025 ist bislang noch weniger umfassend als ich es gern gehabt hätte, aber es sind auch noch ungefähr zwei Dutzend weitere von ihnen auf der Muss-ich-noch-hören-Liste. Trauriger Mensch, wer glaubt, was bis November nicht gehört wurde, bleibe auch im Dezember nicht relevant. Außer denen natürlich, die Weihnachtslieder mögen. Die sollen aber andererseits auch bitte weggehen.
Den Nachrichten entnehme ich, dass es für dem Antifaschismus zuträglich gehalten wird, wenn man an einem Tag, an dem man gegen eine um 10 Uhr beginnende Veranstaltung demonstrieren möchte, sicherheitshalber bereits vor 8 Uhr mit Pyrotechnik durch die Straßen marodiert und „diverse Fahrzeuge und Laternen“ beschädigt. Man hätte, folgt man der Logik derer, die offensichtlich nur den entschiedenen Kampf gegen Rechtsextremismus und keinesfalls ihre eigene intellektuelle Impotenz im Sinne haben, vor 1932 einfach nur gegen ein paar Laternen treten müssen – der Zweite Weltkrieg hätte nie stattgefunden. Da der selbstverständlich von reinen Bösewichten frei erfundene Vorwurf, es gehe den Krawallverursachern nicht um ein besseres Morgen, sondern bloß um den Krawall, von den Beteiligten brüskiert zurückgewiesen wird, schließe ich diese alternative Lesart natürlich aus.
Es ist immer dieselbe Folklore, der gleiche Tanz zum gleichen Takt. Irgendein Unsinn passiert, Menschen mit fragwürdigen Frisuren veröffentlichen peinlich zu lesende Aufrufe, in denen gern mal Kindergartensprache wie „Lauti“ und „Spucki“ vorkommt, es gibt die von beiden Seiten (Menschen mit fragwürdigen Frisuren und Innenminister) gewünschte Gemüseschlacht, hinterher hatten beide Recht und niemand Schuld, bis zur nächsten Demo gegen den nächsten Unsinn ist dann alles wieder vergessen. Das nennen beide Seiten dann „Eskalation“.
Stille Mahnwachen hätten wenigstens dieses Problem nicht, aber stille Mahnwachen sind für Menschen, denen die Psychotherapie die Pyromanie bisher nicht austreiben konnte, nun mal strategisch unattraktiv. (Siehe auch: Fußballfans.) Das beobachte ich jetzt seit über fünfzehn Jahren und denke jedes Mal darüber nach, ein Demobingo zu verteilen, aber mein Leben ist einfach zu kurz und zu schön, um es mit nichts als Gratismut (und nicht anders ist es wohl zu nennen, wenn man – was ist eigentlich aus „Gesicht zeigen gegen Rechts“ geworden? – vermummt unter seinesgleichen stolz einander erzählt, wie blöd man die Anderen findet) zu verplempern.
Die Zukunft, das ist nicht „Wir gegen die“. Die Zukunft kann mehr. Oder ist das schon alles? – Ein Bonusbienchen gebe ich den Autoren des verlinkten Texts im Übrigen für die konsequente Nutzung der Autorenkürzel.
Guten Abend! (lol)
Lol.
Es ist Montag. Omnia mutantur (Ovid; Archivversion): Latein isch over. Wieder eine für das Leben relevante Schulbildung weniger. Non scholae discimus am Arsch.
Da doch Gewissheiten sowieso schwinden: Der Russe!!1! ist jetzt Drohnenhobbyist. Da helfen nur harte Sanktionen. Gegen den Elektrofachhandel. – Hübscher Ulk von der „ZEIT“: „Auf dem ersten Parteitag nach der Habeck-Ära sind die Grünen begeistert von sich selbst.“ Andererseits: Irgendwann gründe ich mal die Partei derer, die sich selbst eher ungern mögen. Wird ein Hit (weil: Marktlücke).
Ebenfalls noch ein Ulk, aber mit etwas Pech demnächst auf dem Arbeitsmarkt: Gut zu programmieren sei ein Einstellungshindernis, weil nur „KI“ noch gut programmieren könne. Da habe ich ja perfekte Voraussetzungen: Mein Code ist grundsätzlich fürchterlich.
Ebenfalls fürchterlich, nämlich fürchterlich gut: Musik Musik.
Guten Morgen.
Eine E‑Mail fragt mich unter obigem Betreff:
Männer: Kennen Sie die eigentliche Ursache für Ihr Schlafzimmer-Problem?
Ja: ich schlafe einfach zu wenig. Ursache: Ich bin zu lange wach und lese solche E‑Mails.
Aber ob Liebespillen mich müde machen? (Liebe macht es. Oft.)

(Quelle)
Kein Nationalstaat hat ein Existenzrecht.
(Schöne Formulierung, die ich fand, als ich für Obiges Bestätigung suchte: „Jemandem mit der Anerkennung der DDR drohen“. Das sollte sich mal durchsetzen.)
Öffentlicher Dienst (2025): Die Sparkasse möchte für Pushnachrichten („Gehaltswecker“) stückweise bezahlt werden, entnehme ich den sozialen Medien.
Peinliches Missgeschick: Am medial vielzitierten „Tag gegen Gewalt gegen Frauen“ habe ich dieses Jahr aus Versehen gar nicht aktiv teilgenommen, sondern ganz anlasslos keine Gewalt an Frauen verübt. Das war schön, das mache ich nächstes Jahr wieder.
In eurer Konjunktur können Obdachlose auch nicht schlafen.
„Kaffee verlängert das Leben? Verrückt! Das muss ich gleich meinen Urururgroßenkeln erzählen!“
Über einen Neuzugang bei der GSV informiert mich eine Diskrepanz zwischen Seiten-URL und Seiten-Überschrift bei der „Berliner Zeitung“, die einen Artikel zum Thema Chatkontrolle gestern noch so überschrieb:
EU-Chatkontrolle soll „ohne Diskussion“ durchgewinkt werden
Irgendjemand, vielleicht der Verfasser Franz Becchi selbst, hat spätestens heute um 7:22 Uhr die zwei gröbsten Probleme des Artikels geglättet: Es wurde eine Bezahlschranke davorgeschaltet und dem im Deutschen nun mal schwachen Verb „winken“ wurde neue Kraft verliehen.
EU-Chatkontrolle soll „ohne Diskussion“ durchgewunken werden
Richtiges Deutsch gibt’s bei der „Berliner Zeitung“ eben nur in Gratisartikeln; oder auch: da hätte ich ja auch gern mal eine Chatkontrolle gehabt. Einfach, weil es mich interessieren würde, welcher Vollhonk das gelesen hat und daraufhin dachte: Na, da müssen wir jetzt aber mal die Überschrift ändern. Das geht so nicht. Was sollen unsere Leser denken? Die sind doch total verwirrt, wenn sie unser Quatschblatt lesen und da steht dann ein korrektes Verb. Ändern, aber dalli!
Man versprach mir Verlagssterben.
Es ist Montag. Unpopuläre Meinung: Die Frage, ob man schon „alle Geschenke“ habe, ist in ihrer Selbstverständlichkeit bestürzend und in ihrer Intention bedauerlich. (Natürlich habe ich nicht „alle Geschenke“, schon weil ich ausschließlich dann anderen Leuten etwas schenke, wenn der Kalender das nicht von mir erwartet.)
(Außerdem dürfen andere auch eines haben und das geht ja dann nicht mehr, wenn ich alle habe.)
Ich nominiere übrigens „Friedensangst“ zur Wahl des fürchterlichsten Wortes der deutschen Sprache, ein Wettbewerb also, den ich hiermit gleichzeitig ins Leben rufe. Weitere Einsendungen bitte bei REWE ans Schwarze Brett hängen, ich gucke mir das dann an. – Fast übersehen, weil nicht angeguckt: Es gibt ein neues Album von Igorrr, und wie immer sind es schätzungsweise zwölf Alben auf einmal. Ich bin hinreichend erfreut.
Bei Microsoft, das ungefähr ein Viertel seines Codes von irgendwelchen Sprachmodellen zusammenmopsen lässt, läuft das ungefähr so gut wie erwartet: „Microsoft gibt zu: fast alle Kernfunktionen von Windows 11 sind kaputt“. Es ist nun auch nicht so, dass menschliche Programmierer keine Fehler machen (wer zum Beispiel meine Software einsetzt, der kennt das), aber es unbedingt darauf ankommen lassen? Warum?
Gern hingegen ankommen lasse ich es auf: Musik.
Guten Morgen.
Google hat ausnahmsweise nichts ersatzlos gestrichen, sondern vielmehr ein neues Dingsbums namens „Antigravity“ rausgebracht, das im Wesentlichen darin besteht, dass man einem übertrieben kompliziert implementierten Textfeld einen Algorithmus erzählt und hinterher kommt unter Zuhilfenahme eines Sprachmodells („Gemini“) im Bestfall im Internet gemopster Code heraus, der vielleicht funktioniert oder auch nicht.
Das ist eine auf gewisse Art respektable Erfindung in einer Zeit, in der landauf, landab von „digitaler Mündigkeit“ gequatscht wird, obwohl eigentlich „Abhängigkeit von anderen Herren“ gemeint ist; beziehungsweise (englischsprachig):
Es ist verrückt, dass ein Betriebssystemupdate ansonsten funktionierenden Code auf eine Weise zerstören kann, die es unmöglich macht, auch nur zu verstehen, was passiert, geschweige denn, was man tun muss, um es zu beheben. Aber das ist es, was wir inzwischen erwarten. Computer gehen ständig kaputt, Software geht ständig kaputt, Dinge stürzen ab, man startet neu und so weiter. (…) Es gab Versuche – ernsthafte Versuche! – Theorie und Praxis zu entwickeln, um Systeme zu bauen, die hinsichtlich ihrer Nutzung und Updates stabil und korrekt waren. Wir haben ein halbes Jahrhundert hineingesteckt. Und jetzt leben wir in einer Art kollektiver Kapitulation. Es ist wirklich deprimierend.
Wäre es nicht mittlerweile einfacher, wir überließen diese Computer den Konzernen und bauten uns eine coole Alternative auf?
Unter der dramaturgisch wertvollen Überschrift „Europäer irritiert über angeblichen US-Friedensplan für Ukraine“ erzählt die „tagesschau“ (Archivversion):
Angesichts eines angeblichen neuen US-Friedensplans für die Ukraine hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas die Beteiligung Kiews und Brüssels angemahnt. „Damit jedweder Friedensplan funktioniert, müssen die Ukrainer und die Europäer an Bord sein“, sagte Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel zu Journalisten. (…) Auch der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski forderte, Europa müsse bei Friedensbemühungen konsultiert werden.
Von der lästigen Vermengung des Kontinents mit dem Staatenbund, als wäre Russland selbst nicht das bevölkerungsreichste Land Europas, was hervorzuheben mir zusehends wichtiger scheint, dennoch abgesehen war meine spontane Reaktion ein irritiertes „Hä?“, aber weil „Hä?“ als politische Analyse kaum taugt, frage ich stattdessen: Die Forderung, bei der Gestaltung der außenpolitischen Verträge eines souveränen Staates, mit dem man keinerlei völkerrechtliches Bündnis jenseits irgendwelcher Waffenkäufe eingegangen ist, gefälligst auch mitreden zu dürfen: ist das nicht genau das, was Russland auch macht?
„Zukunftsnetzwerk ÖPNV“, 29. Juli 2024:
Die EU-Kommission wies Deutschland 479 Millionen Euro aus der „Connecting Europe Facility“ zu, dem zentralen europäische Finanzierungsinstrument für die Umsetzung der europäischen Infrastrukturpolitik. (…) Für den Bereich Verkehr wird mit den Mitteln aus der „Connecting Europe Facility“ das Ziel verfolgt, Investitionen in den Bau neuer Verkehrsinfrastrukturen in Europa oder in die Sanierung und Modernisierung der bestehenden Infrastruktur zu unterstützen[.]
„ZEIT ONLINE“, heute (Archivversion):
Für den nächsten langfristigen EU-Haushalt hat die Kommission nun eine Verzehnfachung des Budgets für militärische Mobilität vorgeschlagen. Insgesamt sollen 17,65 Milliarden Euro für Investitionen in militärisch nutzbare Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt werden.
Hat alles nichts mit nichts zu tun.
Ich will ja nicht immer nur unken, aber meine Website, die ohne Cloudflare („Unsere Dienste laufen unauffällig im Hintergrund und halten viele der Websites und Dienste, auf die Sie angewiesen sind, am Laufen“, ebd.) auskommt, funktioniert noch und diejenigen Websites, die Cloudflare („Indem Cloudflare die Ursprungsinfrastruktur vor Überlastungen schützt (…), verbessern wir die Verfügbarkeit von Anwendungen“, ebd.) nutzen, gerade nicht.