In den Nachrichten
Messermänner, die vor Autodeutschen fliehen (reprise 2026)

Nack­te Zah­len:

Anzahl der Ter­ror­an­schlä­ge in Deutsch­land, die 2026 mit einer Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ver­hin­dert wor­den wären:
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Anzahl der Ter­ror­an­schlä­ge in Deutsch­land, die 2026 mit mehr Video­über­wa­chung ver­hin­dert wor­den wären:
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Anzahl der Ter­ror­an­schlä­ge in Deutsch­land, die 2026 mit einer Mes­ser­ver­bots­zo­ne ver­hin­dert wor­den wären:
0

Anzahl der Ter­ror­an­schlä­ge in Deutsch­land, die 2026 mit Absper­run­gen gegen Auto­mo­bi­le ver­hin­dert wor­den wären:
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(2025)

In den Nachrichten
Ausgeschlandet

Tschüss (Archiv­ver­si­on):

Die Euro­päi­sche Fuß­ball-Uni­on (UEFA) beschloss wäh­rend einer digi­ta­len Schalt­kon­fe­renz aller 55 Mit­glieds­ver­bän­de (von 211 FIFA-Ver­bän­den) am Don­ners­tag den Boy­kott aller FIFA-Tur­nie­re für den Fall, dass Infan­ti­no sein Vor­ha­ben wei­ter­ver­folgt. Dies ist ange­sichts der jüng­sten Mit­tei­lung der Fall.

Die aus­blei­ben­de Teil­nah­me am Lieb­lings­sport von Funk­tio­nä­ren – Zurück­ru­de­rei – vor­aus­ge­setzt: Kein Ver­lust, für nie­man­den.

Persönliches⁠Musik⁠Netzfundstücke⁠Computer
Liegengebliebenes vom 28. Juli 2026

Unnö­tig unpo­pu­lä­re Wahr­heit: Mög­li­cher­wei­se soll­ten Regie­run­gen ihre öffent­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht unbe­dingt über pri­vat­wirt­schaft­li­che US-Platt­for­men (eng­lisch­spra­chig) abwickeln; aber da sei­en ja alle und man müs­se das Volk ja „abho­len“ (nicht wie frü­her, mehr so meta­pho­risch). Eine gute Regie­rung gin­ge statt­des­sen vor­an und lie­ße das Volk fol­gen, aber dafür müss­te ja jemand dort sein wol­len, wo die Regie­rung ist.


Erfreu­lich: Zuse­hends grö­ße­re Tei­le der deutsch­spra­chi­gen Blog­ge­ria fin­den es ranz­däm­lich (for­mu­lie­ren es nur net­ter), wenn jemand eine „per­sön­li­che“ Web­site mit Tex­ten befüllt, die er aber gar nicht sel­ber schreibt, son­dern einen Wahr­schein­lich­keits­rech­ner („KI“) erwür­feln lässt. In den Kom­men­ta­ren mel­de­te sich umge­hend ein „Blog­ger“ zu Wort, der es total gut fin­det, dass er der „KI“ wegen „sei­ne“ Tex­te nicht mehr sel­ber schrei­ben muss. Das sei ja immer­hin auch Auf­wand und das alles.

Zwar ver­hält es sich so, dass man kei­ne Web­site haben muss, wenn man sich bock­mä­ßig außer­stan­de fühlt, dem damit ver­bun­de­nen Auf­wand gerecht zu wer­den, aber die­se Erkennt­nis setzt sich nur lang­sam durch. Man will die Tex­te, die man nicht selbst geschrie­ben hat, ja auch irgend­wo hin­schrei­ben und bei REWE und ALDI hat man schon Haus­ver­bot, weil man alle ande­ren Kun­den am Schwar­zen Brett ein­fach nicht unbe­hel­ligt las­sen konn­te; und Graf­fi­ti sind in die­sem Umfang ille­gal. Scha­de.

(Gibt es eigent­lich inzwi­schen hin­rei­chend gute „KI“s, die den gan­zen ande­ren Quatsch mit der Web­site­pfle­ge auch gleich über­neh­men? Eine „eige­ne“ Web­site, in die man selbst allen­falls eine hal­be Stun­de Zeit „inve­stiert“ hat und auf der fort­an irgend­wel­che Com­pu­ter mit der Welt reden – das wär’s doch. Aber die Wer­be­ban­ner nicht ver­ges­sen. Die hal­be Stun­de Zeit muss sich ja loh­nen.)

(Das Inter­net war ein Feh­ler.)


Noch mehr Ein­schü­be in Klam­mern: Ich beschäf­ti­ge mich in frei­en Minu­ten gera­de (unter ande­rem) aktiv und pas­siv mit der Erzeu­gung elek­tro­ni­scher Musik. Ein Traum (so weit isses also schon) offen­bar­te mir, dass der Pro­jekt­na­me „Con­tent Gan­dalf Gur­ke“ noch frei sein könn­te. Das stimmt wahr­schein­lich sogar. (Erstaun­li­cher­wei­se ist gemäß mei­ner unge­fähr zehn­se­kün­di­gen Recher­che sogar „Gan­dalf Gur­ke“ ohne den Vor­na­men „Con­tent“ noch nahe­zu unbe­nutzt.) Jetzt muss ich wohl tat­säch­lich etwas (gut genug hin­be­kom­men und dann) ver­öf­fent­li­chen, bevor mir jemand die­sen groß­ar­ti­gen Namen weg­schnappt.


Der MANN­dat e.V. hat eine hilf­rei­che Hand­rei­chung für betrof­fe­ne und/oder stell­ver­tre­ter­be­trof­fe­ne Geg­ner der die Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter mit Anlauf statt Gleit­gel anal pene­trie­ren­den (Vor­be­rei­tung auf die) Kriegs­dienst­pflicht für Män­ner.


Ich schnaub­te kurz: „‚Nei-hein‘, ‚Ich war’s nicht‘ und ande­re neue Pen­ta­gon-Stra­te­gien, um Krie­ge zu gewin­nen“ (eben­falls eng­lisch­spra­chig).

In den Nachrichten⁠Nerdkrams⁠Montagsmusik
Sand – Helicopter // Darf der Chef von Mullvad Eselchen häuten?

Was ist das für 1 Life?

Es ist Mon­tag. Eine der grö­ße­ren euro­päi­schen micro­soft­ar­men Alter­na­ti­ven zu Micro­softs Non­sens­platt­form Git­Hub, Code­berg, gedenkt „KI“-Müll hosting­be­zo­gen aus­zu­sper­ren (eng­lisch­spra­chig, trotz­dem). Die Natur heilt sich.

Apro­pos: Eine „KI“ habe im Web (!) Daten irgend­wel­cher Ver­si­cher­ter zusam­men­ge­tra­gen, las ich vor­ge­stern. Kei­nes der bericht­erstat­ten­den Medi­en frag­te, war­um die­se Daten über­haupt auf einem Ser­ver außer­halb des Intra­nets her­um­la­gen. Jedes hin­ge­gen frag­te, wie man ver­hin­dern kön­ne, dass sie gefun­den wer­den kön­nen. Ich als der Ver­si­che­rer uni­Ver­sa wür­de an die­ser Stel­le weni­ger über die Schlag­zei­len als dar­über nach­den­ken, was der von mir bezahl­te Admi­ni­stra­tor eigent­lich beruf­lich macht und ob ich für ange­mes­se­ne Bezah­lung (war das das Pro­blem?) kei­nen bes­se­ren fin­de, aber ich bin ja nicht der Ver­si­che­rer uni­Ver­sa.

Offen­le­gung: Der Anony­mes-VPN-Anbie­ter mei­nes Ver­trau­ens, Mull­vad, hat­te einen Vor­fall, indem einer sei­ner Grün­der Geld an eine blö­de Par­tei gespen­det hat. Nun ver­hält es sich so, dass ich eine Pri­vat­per­son von dem ihr inne­woh­nen­den Ver­trags­part­ner unter­schei­den kann und ich bei mei­nen Dienst­mie­ten in der Regel die Fra­ge, ob der Dienst mir von Nut­zen ist, höher bewer­te als die Fra­ge, ob sei­ne Chefs in ihrer Frei­zeit Esel­chen häu­ten, obwohl ich Esel­chen grund­sätz­lich sehr mag, ihre Häu­ter für schreck­li­che Men­schen hal­te und gele­gent­lich selbst gern eines wäre, denn sie bekom­men immer­hin gra­tis Kost und Logis und kei­ne Rech­nun­gen mit der Post. Völ­lig fol­ge­rich­tig mag ich unter Berück­sich­ti­gung des vor­lie­gen­den Kon­tex­tes (Kon­text – auch so eine ver­ges­se­ne Kul­tur­tech­nik) den Ansatz von Mull­vad, radi­cal tole­rance zu üben. Ein Dienst, der der Anony­mi­sie­rung die­nen will und soll, aber pein­lich genau auf das pri­va­te Trei­ben der Men­schen ach­tet, hat sei­ne ein­zi­ge Auf­ga­be ver­fehlt. Ich per­sön­lich hät­te besag­te Spen­de zwar weder getä­tigt noch, hät­te der Spen­der mich vor­her gefragt, befür­wor­tet, aber ich bezah­le Mull­vad nicht dafür, dass sie poli­tisch ein Zei­chen set­zen und/oder Hal­tung zei­gen, son­dern dafür, dass sie mir als Gegen­lei­stung für die Her­aus­rückung weni­ger Euro im Monat mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit die Daten ver­schlei­ern. Alles Übri­ge ist kapi­ta­li­sti­sche Logik. Es gibt kei­ne sozia­len Unter­neh­men im Pri­vat­recht. Sobald mal jemand einen nicht­schei­ßen VPN-Dienst als e.V. raus­bringt, bit­te ich anson­sten um eine kur­ze Mit­tei­lung per Kom­men­tar, E‑Mail oder Höh­len­ma­le­rei.

Fast genau so alt wie Höh­len­ma­le­rei, klingt aber schö­ner: Musik.

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Iovi und Bovi

„Wired“:

Das weit­läu­fi­ge Über­wa­chungs­sy­stem des Madi­son Squa­re Gar­den kann Gäste sekun­den­ge­nau über­wa­chen. Für das Pro­be­es­sen des Pop­stars [Tay­lor Swift, A.d.V.] mach­ten die Eigen­tü­mer jedoch eine Aus­nah­me.

Nütz­lich, so ’ne Video­über­wa­chung.

Politik⁠Netzfundstücke⁠In den Nachrichten⁠Mir wird geschlecht
Macht und Qualifikation

Wer 50 Pro­zent der Macht­an­sprü­che stel­le, der müs­se auch 50 Pro­zent der exi­sten­zi­el­len Risi­ken tra­gen, weiß der MANN­dat e.V. und hat damit natür­lich völ­lig Recht. Mich über­rascht nicht, dass die Wahl­um­fra­gen aus­se­hen, wie sie nun mal aus­se­hen. (Dass die Bösen den Sexis­mus zula­sten der Män­ner ein­stel­len wer­den, wenn sie mal die Mög­lich­keit dazu bekom­men, hal­te ich übri­gens für aus­ge­schlos­sen.)

Die Fünf­pro­zent­hür­de, die uns allen „die Demo­kra­tie“ sichert, ist jeden­falls seit ihrer Ein­füh­rung vor allem aus Humo­ri­sten­sicht Gold wert: Dem­nächst, so wird gemun­kelt, erwi­sche sie mit der SPD unter Umstän­den eine ihrer größ­ten Für­spre­che­rin­nen. Der Grund: 95 oder mehr Pro­zent der Wäh­ler in Sach­sen-Anhalt sind die Par­tei und ihre auf Pla­ka­te gestem­pel­ten Vor­tän­zer schlicht leid. Man könn­te – jen­seits der Debat­te dar­über, ob man über­haupt noch die SPD in einem Land­tag sehen wol­len soll­te – dar­aus etwas ler­nen, wenn man die SPD ist und Lust dar­auf hät­te, den Groß­teil der Wahl­be­rech­tig­ten hin­ter sich zu ver­sam­meln, indem man zum Bei­spiel aus­nahms­wei­se mal den Koali­ti­ons­ge­dan­ken in der Prio­ri­tä­ten­li­ste noch hin­ter die Ermor­dung Rosa Luxem­burgs ein­sor­tier­te und mit Über­zeu­gung das ver­trä­te, was unver­bes­ser­li­che Opti­mi­sten „Arbei­ter­po­li­tik“ nen­nen (es wird sich doch bestimmt noch wenig­stens eins der älte­ren SPD-Mit­glie­der an Arbei­ter erin­nern und kann davon erzäh­len?); oder man ver­lässt eben zum ersten Mal nach 1949 wie­der ein paar Land­ta­ge, dies­mal selbst­ver­schul­de­ter­wei­se, und lernt durch Schmerz.

Nur ohne Ler­nen.

Apro­pos Schmerz. Selbst die Kanz­ler­schaft Fried­rich Merz’ lässt Raum für Jux (Archiv­ver­si­on):

Nach über­ein­stim­men­den Medi­en­be­rich­ten sag­te der als Schnie­der-Nach­fol­ger vor­ge­se­he­ne CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Fritz Güntzler kurz­fri­stig ab. Als Begrün­dung führ­te er dem­nach man­geln­de Erfah­rung im Ver­kehrs­be­reich an.

Soll­te der Bun­des­kanz­ler nicht also bes­ser Finanz­mi­ni­ster sein?

(Sie­he auch: Postil­lon.)

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Kurzkritik: Conrad Schnitzler – Gold

Conrad Schnitzler - Gold

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Als jemand, dem das Früh­werk Con­rad Schnitz­lers mit Klu­ster, (mitt­ler­wei­le) Tan­ge­ri­ne Dream und auch solo sehr zusagt, hal­te ich „Gold“ (Band­camp, TIDAL) für ein höchst über­zeu­gen­des Album, musi­ka­lisch in der Tra­di­ti­on von „Blau“ und durch­aus auch „Rot“ ste­hend, in deren Ent­ste­hungs­zeit ab 1974 auch die­ses spät – fast drei­ßig Jah­re spä­ter – erst­mals ver­öf­fent­lich­te Album fällt.

Schnitz­ler expe­ri­men­tiert hier ein wei­te­res Mal mit aller­lei elek­tro­nisch erzeug­ten Instru­men­ten, kurz höre ich sogar ein Akkor­de­on. Rhyth­men und Har­mo­nien sucht man hier frei­lich ver­ge­bens, „Gold“ ist ein Album der frei­en Form. Es zirpt, plingt und knarzt mun­ter umher, erst in „Stück 12“ (alle Stücke sind zwar ver­gleichs­wei­se kurz, jedoch auch eigent­lich unbe­ti­telt) kommt infol­ge der elek­tro­ni­schen Per­kus­si­on fast so etwas wie Tanz­stim­mung auf; wobei man selbst hier­zu kaum tan­zen kann, dazu pas­siert ein­fach zu viel. Eine ori­en­ta­lisch klin­gen­de Fast-Flö­te impro­vi­siert über hef­ti­gem Zwit­schern und Blub­bern über die qua­si solie­ren­de Per­kus­si­on. Ist das Welt­raum­tech­no? Mit dem fol­gen­den 13. Stück, das klingt wie eine küh­le, lee­re Fabrik­hal­le als Musik (lang­jäh­ri­ge Leser wis­sen, dass ich die­ser klir­ren­den Käl­te meist etwas abge­win­nen kann), kommt auch etwas Indu­stri­al ins Spiel.

„Gold“ macht Spaß und ist enorm kurz­wei­lig für die­je­ni­gen Men­schen, die (wie ich) vie­le der bekann­te­sten Her­vor­brin­gun­gen der „Ber­li­ner Schu­le“, die oft so klin­gen wie eine Lava­lam­pe aus­sieht, für unglaub­lich lang­wei­lig hal­ten. Kein typi­sches Con­rad-Schnitz­ler-Album, für mich aber (viel­leicht auch des­halb) eines der besten.

Politik⁠In den Nachrichten
Neulich bei der Strategiebesprechung des Bundesinnenministeriums

„Schei­ße Bernd (die Älte­ren erin­nern sich), die AfD wird in Umfra­gen immer stär­ker! Was sol­len wir nur tun?“

„Wir könn­ten die Frei­heit der Bür­ger stär­ken. Je weni­ger Staat, desto weni­ger wird ein AfD-Innen­mi­ni­ster spä­ter aus­rich­ten kö-“

„So ein Unsinn! Nein, was wir brau­chen, ist – ganz im Gegen­teil – noch wesent­lich mehr Staat! Der Bür­ger muss jeder­zeit Angst davor haben, dass der Staat ihm die Tür ein­tre­ten könn­te, und er darf auf kei­nen Fall einen siche­ren Com­pu­ter besit­zen, an den der Staat nicht von außen her­an­kommt. ‚Jour­na­li­sten‘ und ‚Anwäl­te‘, pah. Das haben die sich doch aus­ge­dacht. So etwas exi­stiert gar nicht. Ihr wer­det sehen: dann ist die AfD macht­los!“

„Geni­al!“

Politik⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Thomas D – Nur Mut // „Mögen Sie Tod?“

Es ist Mon­tag. Hal­lo! Zufäl­lig sah ich die­ser Tage eine Wer­bung für ein Pro­dukt namens „City Light“, das wohl aus beleuch­te­ten Wer­be­ta­feln besteht. Alles, was man über den Zustand der Mensch­heit in unse­rer post­in­du­stri­el­len, post­iro­ni­schen und post­mo­der­nen Zeit wis­sen muss, ist in die­ser Namens­wahl zu fin­den.

Der üble Tötungs­kon­zern Palan­tir, Ver­trags­part­ner von aller­lei Unrechts­re­gimes, schreibt „Golem“, stel­le am lieb­sten den­je­ni­gen Men­schen­schlag ein, der kein Pro­blem damit hat, dass sei­ne „Arbeit“ Men­schen tötet. Mord ist ja immer leicht tole­riert, wenn man nicht dort ist, wo er statt­fin­det. Das ist ein biss­chen wie mit der Wehr­pflicht: Je wei­ter man von der Front ent­fernt in sei­ner Vil­la haust, desto groß­ar­ti­ger fin­det man die Vor­stel­lung, dass die Jugend in einem Land, das man auf der Welt­kar­te nicht mal annä­hernd ver­or­ten könn­te, in den Tod geschickt wird. Man ist ja nicht die Jugend. – „Palan­tir“ kommt ver­mut­lich aus einer India­ner­spra­che und heißt eben­falls ver­mut­lich so viel wie „Dreck­säcke“. Ver­mu­tun­gen zum Namen unse­res aller­lieb­sten Mini­sters für Ver­tei­di­gung stel­le ich hier im Übri­gen nicht an. (Mich über­rascht immer weni­ger, dass die Volks­ver­tre­tung sich bevor­zugt im gepan­zer­ten Fahr­zeug unters Volk begibt. Mich über­rascht eben­falls immer weni­ger, was dar­aus folgt.)

Qua­si zum sel­ben The­ma ein gelun­ge­nes Zitat zu Rein­hard Mey, das 2014 auf­ge­schrie­ben wur­de, mir jedoch neu­lich erst begeg­net ist:

Dann wei­ger­te er sich auch noch, in kom­plett über­stei­ger­ten Maß an Deutsch­land zu lei­den. Vor allem war er zu sehr Mensch und hat­te zu viel Ver­ständ­nis.

Medi­en­kri­tik: In der dies­wö­chi­gen Fol­ge der „Anstalt“ wird sich fast eine Stun­de lang im Wesent­li­chen über das Wahl­pro­gramm der sach­sen-anhal­ti­ni­schen AfD aus­ge­las­sen. Nun kann man des­sen Inhalt nebst Par­tei sicher­lich begründ­bar irgend­wie nicht gut fin­den, aber die Impli­ka­ti­on, dass Wahl­pro­gram­me seit 1949 irgend­ei­ne Par­tei nach einer Wahl noch inter­es­sie­ren, ist wit­zig. Glau­ben die Men­schen ohne jede Iro­nie (zuge­ge­ben: Agi­ta­ti­on und Iro­nie – zwei unver­ein­ba­re Zie­le), aus­ge­rech­net die AfD wäre, soweit es ihre Wahl­ver­spre­chen betrifft, die ein­zi­ge ehr­li­che Par­tei? Wenn ja: war­um?

Statt kei­ner Angst: Nur Mut.

Nur Mut

Guten Mor­gen.

(Nach­trag: Der Mon­tagspan­da war ein Dupli­kat. Um Ver­wir­rung zu ver­mei­den, wur­de er ent­fernt. Ich bit­te um Nach­sicht.)

Politik⁠Netzfundstücke
Schlechtes Deutsch für die Kommune

Der Kom­mu­nal­wahl­kampf in Nie­der­sach­sen läuft schon jetzt genau so über­zeu­gend wie erwar­tet, lese ich ver­gnügt: Da lei­stet sich eine mit aller­lei Geld aus­ge­stat­te­te Par­tei, bei der sogar die Mit­glied­schaft eini­ger­ma­ßen teu­er ist, in exakt drei rele­van­ten (und daher groß gedruck­ten) Wör­tern auf ihrem Kom­mu­nal­wahl­pla­kat einen sprach­li­chen Faux­pas – gutes Lek­to­rat ist halt teu­er – und stellt dann pünkt­lich zum Auf­häng­be­ginn fest, dass man lei­der-lei­der schon zu vie­le Pla­ka­te bestellt hat und das jetzt des­we­gen halt so bleibt.

Ist ja bloß Spra­che, das muss man als Par­tei nicht so kön­nen.

In den Nachrichten
„Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.“

Obi­ges Franz-Becken­bau­er-Zitat, las ich heu­te in der „WELT“ (will nicht direkt ver­linkt wer­den, LSR), pur­zel­te aus Dani­el Fun­ke, Ehe­mann des umstrit­te­nen „Poli­ti­kers“ Jens Spahn, her­aus, nach­dem bekannt gewor­den war, dass zuvor noch etwas ande­res aus ihm her­aus­ge­pur­zelt war, näm­lich ein Kind mit einer nicht mit ihm ver­hei­ra­te­ten Leih­mut­ter in/aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Dem „klei­nen Men­schen“ schrieb man außer­dem bereits jetzt, also lan­ge, bevor er lesen kann (was womög­lich der­weil gut für den Fami­li­en­frie­den ist), auf Insta­gram, wo er, geht es nach dem Wil­len sei­ner Par­tei, noch lan­ge nicht ver­tre­ten sein wird, den Wunsch, „Got­tes rei­cher Segen“ möge ihn auf sei­nem „Weg beschüt­zen“.

Der lie­be Gott, das möch­te ich dem Gefröm­mel nur kurz ent­ge­gen­ge­stellt haben, hät­te aus­weis­lich der Bibel die vor­lie­gen­de Situa­ti­on mög­li­cher­wei­se kom­plett anders beur­teilt; aber was weiß der schon?

Netzfundstücke⁠Mir wird geschlecht
Kurz gefragt zur GEW

Dass in der Debat­te über Nicht­bi­när- und Diver­sen­tum eini­ges bis­wei­len zumin­dest wun­der­lich zugeht, ist nun nichts Neu­es; aber eine Fra­ge hät­te ich dann doch, Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft, „die Bil­dungs­ge­werk­schaft im DGB“ (GEW über GEW):

GEW-Diverse

Alles tog­go bei euch? Braucht ihr Hil­fe? Zwei­mal blin­zeln heißt Ja.

(Quel­le der Tabel­le) *reim*