Musik⁠In den Nachrichten
Der Traum ist aus (seit 1996)

Heu­te bege­hen man­che Men­schen (auch der NDR) den 30. Todes­tag von Rio Rei­ser. Sein Ver­mächt­nis beweist, dass Musik auf der Welt über­haupt gar nichts für mehr als nur eine kur­ze, ver­gäng­li­che Pha­se der Eupho­rie ver­än­dern wird.

Netzfundstücke⁠Nerdkrams
Blogging Zero

Men­schen, die auf­hö­ren, ins Inter­net zu schrei­ben, weil eine seit Jahr­zehn­ten pein­li­che ehe­ma­li­ge „Such­ma­schi­ne“ sie nicht mehr wie­der­fin­den möch­te, sagen damit über den Zustand des Inter­nets ja auch wie­der mehr aus als nötig, doch lösen sie damit das fal­sche Pro­blem.

Es gibt Grün­de, war­um Men­schen für die Such­ma­schi­ne Kagi Geld bezah­len (oder über­haupt etwas ande­res benut­zen). Das ist einer davon.

In den Nachrichten⁠Wirtschaft
Aktuelles zum Fachkräftebezahlungsmangel

„tagesschau.de“, heu­te (Archiv­ver­si­on):

Immer mehr jun­ge Men­schen in Deutsch­land sind weder erwerbs­tä­tig noch in einer Aus­bil­dung.

„tagesschau.de“, auch heu­te (Archiv­ver­si­on):

Ob in der Logi­stik, der System­ga­stro­no­mie oder im Gerüst­bau: In eini­gen soge­nann­ten Eng­pass­be­ru­fen arbei­ten antei­lig vie­le Aus­län­der. Der Bedarf an Fach­kräf­ten wird noch deut­lich stei­gen.

Mensch. Zufäl­le gibt’s.

(Men­schen, die für gerin­ge Bezah­lung nie­de­re Tätig­kei­ten über­neh­men sol­len und die man daher gern im Aus­land anwirbt – Taran­ti­no hat­te mal einen Film dar­über gemacht.)

Persönliches⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Oh Hiroshima – Meridian // Blueskyregen

Lustiges Mitmachspiel: Was könnte dieser Panda hier denken?

Es ist Mon­tag. Neu­es aus der Tote-Pfer­de-Sze­ne: Blues­ky schrumpft. Die Älte­ren erin­nern sich: Blues­ky, da hiel­ten sich Inter­net­be­rühmt­hei­ten auf, nach­dem sie auf Mast­o­don eher skep­tisch als freu­dig begrüßt wur­den. Seit­dem ist es auf Mast­o­don eigent­lich ganz ange­nehm und ich emp­feh­le es gern wei­ter. (Der Erste, der hier jetzt irgend­was von Fedi­ver­sen drun­ter­schreibt, hat auto­ma­tisch ver­lo­ren.)

Beruf­li­ches und/oder Nabel­schau ent­ge­gen mei­nen son­sti­gen Gepflo­gen­hei­ten, aber immer­hin aus aktu­el­lem Anlass: Zu Beginn mei­nes Lebens als Arbeit­neh­mer war ich der irr­sin­ni­gen Idee ver­fal­len, die freie Wirt­schaft bie­te char­man­te­re Bedin­gun­gen als der öffent­li­che Dienst. Wie sich her­aus­stellt, ist dem nicht so. Was man mei­nem deut­lich jün­ge­ren. schlan­ke­ren und moti­vier­te­ren Ich nicht gesagt hat, was ich der Nach­welt aber ins Gäste­buch zu schrei­ben geden­ke: Wer nicht dem Markt unter­wor­fen ist, der lässt sich von Kenn­zah­len sel­ten beein­drucken. Kosten­lo­ser (war­um eigent­lich?) Tipp für Berufs­ein­stei­ger: Je grö­ßer der Name, desto klei­ner der Mensch. Es möge jeder dar­aus machen, wonach ihm ist.

Statt gro­ßer Umschwei­fe: gro­ße Musik.

OH HIROSHIMA – Meri­di­an (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Kurzkritik: Slomosa – Tundra Rock

Slomosa - Tundra Rock

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Aus Kali­for­ni­en kommt Ester Kärk­käi­nen (typisch kali­for­ni­scher Name), deren eini­ger­ma­ßen kaput­tes Musik­pro­jekt „Himu­kalt“ des Öfte­ren klau­stro­pho­bi­sche Alben vol­ler Tit­ten raus­bringt. Ich weiß das zu schät­zen. Dar­über möch­te ich aber heu­te nichts Wei­te­res schrei­ben.

Statt­des­sen möch­te ich mich über Gitar­ren freu­en. Von denen gibt es auf „Tun­dra Rock“, dem 2024 erschie­ne­nen und noch aktu­el­len Stu­dio­al­bum von Slo­mo­sa (TIDAL, Band­camp, Amazon.de), so eini­ge. Slo­mo­sa ist ein nor­we­gi­sches Quar­tett, das – nun – Tun­dra­rock spielt, was der band­ei­ge­ne Name für eine Art von Stoner Rock zumin­dest inspi­rier­ter Rock­mu­sik mit den stil­üb­li­chen fuzzver­zerr­ten Gitar­ren­wal­zen ist. Gesun­gen wird zwi­schen­durch, und das gar nicht mal so schlecht und immer­hin auf Eng­lisch, im Vor­der­grund steht aber (für jeden­falls mich) die tadel­lo­se Instru­men­tal­ar­beit. Ich höre hier und da Black Sab­bath her­vor­blit­zen und bin damit nicht allein. Slo­mo­sa gehen ab und manch­mal brauch’ ich das.

Slo­mo­sa – Red Thun­d­ra (Offi­ci­al Music Video)

Dass sie auch lei­se „kön­nen“, stel­len die Musi­ker zwi­schen­zeit­lich („Good Mour­ning“) zwar unter Beweis, ent­schei­den sich dann aber doch dage­gen. Hüb­sche Schei­be für Tage, an denen man es laut und herb braucht. Tage wie heu­te.

Netzfundstücke⁠Nerdkrams
Programmieren, 2026

Sie schrei­ben Type­Script, das zu Java­Script kom­pi­liert, das in einer in C++ geschrie­be­nen V8-Engi­ne läuft, die System­auf­ru­fe an einen Betriebs­sy­stem-Ker­nel sen­det, der Threads auf Ker­ne ver­teilt, über die sie nie nach­ge­dacht haben, und über einen Spei­cher­con­trol­ler mit Caching-Schich­ten, die sie nicht skiz­zie­ren könn­ten, auf den RAM zugreift – und das alles, wäh­rend npm 400 Pake­te zieht, von denen sie nie auch nur eine Zei­le gele­sen haben.

Aber klar. KI ist der Moment, in dem sie den Über­blick dar­über ver­lo­ren haben, was eigent­lich pas­siert.
James Rand­all

(Aus dem Eng­li­schen übel­setzt.)

Politik⁠In den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 11. August 2026

War­um darf NSO Group uns eigent­lich alle aus­spio­nie­ren und Meta nicht?


„Jeder drit­te Bay­er“ wol­le, dass Bay­ern Deutsch­land ver­lässt, run­det die Bay­ern­par­tei auf. In einer Zeit, in der vie­le sich um die Demo­kra­tie sor­gen, könn­te die Poli­tik doch jetzt ein Zei­chen set­zen und auch den Rest der Deut­schen mal fra­gen.


Noch mehr gute Nach­rich­ten: Immer mehr deut­sche Groß­städ­te sind mehr­heit­lich nicht christ­lich bevöl­kert. Könn­te man dann nicht, da man eh gera­de die Demo­kra­tie leucht­feu­ernd in die Höhe reckt, auch mal an der poli­ti­schen Son­der­stel­lung der Kir­chen und ihrer bizar­ren Fei­er­ta­ge („Kar­frei­tag“, „Weih­nach­ten“) rüt­teln?


Der Rus­se zum Ersten:

“Bedro­hung” ohne “hybrid” klingt dünn und dürf­tig, die Hin­zu­nah­me von “hybrid” würzt jede Bedro­hungs­la­ge, indem sie ihr einen Hauch von Dring­lich­keit hin­zu­fügt.

Was der Rus­se zum Zwei­ten eher albern fin­det (All­er­gi­ker­war­nung: .ru): Es „spre­chen alle bekann­ten Details gegen eine Ver­bin­dung nach Russ­land“; in „Nar­ra­tiv“ steckt „Narr“ ja schon drin.


Lustig: Die Ber­li­ner Poli­zei­ge­werk­schaft lehnt Fahr­as­si­stenz­sy­ste­me ab. Ich bin davon über­zeugt, es wird sich alles zum Guten wen­den, wenn Auto­fah­rer end­lich einen Poli­zei­knopf bekom­men, der die­se lästi­gen Sicher­heits­maß­nah­men abschal­tet.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Jack White – G.O.D. And The Broken Ribs // Duzen und Smalltalk, Opium fürs Volk

Kaffeekränzchen, aber flauschig

Es ist Mon­tag. Lesen ist jetzt männ­lich. Sicher­heits­hal­ber habe ich gestern nur dort gele­sen, wo es kei­ner gese­hen hat. Sonst can­celt mich noch wer.

The­men­sprung nicht not­wen­dig: Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de fand in Braun­schweig eine gewohnt frau­en­kri­ti­sche „CSD“-Parade statt. Vor Auto­fah­rern „geschützt“ wur­de das Schau­lau­fen von Men­schen mit erstaun­lich gerin­gem Ver­ständ­nis von stil­vol­lem Auf­tre­ten von Poli­zi­sten mit Maschi­nen­pi­sto­len. Ist es das, was die Par­tei­en wol­len, die sich für die größt­mög­li­che Frei­heit am Steu­er ein­set­zen?

Bloß nicht hin­ter­fra­gen, ob Auto­mo­bi­le in jeder Stadt zwin­gend freie Fahrt haben müs­sen und ob es wirk­lich so schlau ist, dem moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr noch Kauf­an­rei­ze anstel­le erheb­li­cher Nach­tei­le gegen­über Bus, Bahn und Rad zukom­men zu las­sen. Könn­te ja die Wirt­schaft ärgern.

Apro­pos Wirt­schaft: Der Ver­band der Inter­net­wirt­schaft, schon nament­lich fast so unat­trak­tiv wie die einem sonst gesun­den Magen nicht zuträg­li­che Bun­des­wehr, freut sich dar­über, seit nun­mehr fünf­und­drei­ßig Jah­ren das zuvor für nor­ma­le Men­schen nütz­li­che Inter­net mit­hil­fe des Webs kom­mer­zi­ell aus­beu­ten zu dür­fen. Der kom­plet­te „Arti­kel“ ist eine über­zeu­gen­de, wenn auch ver­mut­lich nicht als sol­che beab­sich­tig­te Wer­bung für das Use­net. Man muss sich die­sen Men­schen nicht als Ziel­grup­pe anbie­ten, wenn man es nicht unbe­dingt dar­auf anlegt.

(Hihi: „Wes­pen end­lich dau­er­haft los­wer­den: AEG prä­sen­tiert Fuch­tel­ma­schi­ne“. Ich wünsch­te, es wür­de nicht immer die fal­sche Sati­re zur Rea­li­tät.)

Bör­sen­dy­sto­pie der Woche: Micro­soft könn­te Red­dit kau­fen. Da wächst irgend­was zusam­men (ich berich­te­te). Der Chef einer ande­ren „KI“-Firma fragt sich der­weil erstaunt: Arbei­tet man bei mora­lisch ver­werf­li­chen Fir­men wie Anthro­pic womög­lich nicht, weil man an „die Mis­si­on glaubt“ (als wär’s eine Reli­gi­on und kein pro­fit­ori­en­tier­tes Unter­neh­men), son­dern, weil man dort – oh Schreck! – gut bezahlt wird? Gibt es dazu schon Stu­di­en? Was sagt die „KI“ dazu? – Ande­rer­seits fand ich mich die­ser Tage in einer Dis­kus­si­on dar­über wie­der, ob ich uncoo­ler Greis (m/w/d), der die Unsit­te, Men­schen außer­halb von Fami­lie und Freun­des­kreis plump duzend anzu­kum­peln, in ihrem Ver­lauf ener­gisch kri­ti­siert hat, nicht drin­gend mal akzep­tie­ren soll­te, dass Duzen das neue Sie­zen „ist“ und es doch total groß­ar­tig sei, dass man sogar mit dem Chef inzwi­schen per Du zu sein hat, so’s die Fir­men­dok­trin her­gibt. Fla­che Hier­ar­chien statt Kar­rie­re­chan­cen, Duzen statt okay­er Bezah­lung. Und ein Obst­korb. Und Kegel­aben­de mit den Kol­le­gen, geschätzt oder gedul­det. Man sei ja qua­si eine Art Fami­lie und wer braucht schon Freun­de und Frei­zeit, wenn er auch mit den Arbeits­kol­le­gen small­tal­ken kann? Ich sol­le mal drin­gend an mei­nem sozia­len Defi­zit arbei­ten, ey. Dig­ga. („Dig­ga“ stand, zuge­ge­ben, nicht im mir ent­ge­gen­ge­schleu­der­ten Kom­men­tar, aber es hät­te ihn rhe­to­risch pas­send abge­run­det.)

Den Umstand, dass mei­ne ganz per­sön­li­che Höl­le gefüllt ist mit small­talk, also mit ziel­lo­sem Quat­schen um des Quat­schens Wil­len, dies­mal außen vor gelas­sen: Dass die Duz-„Kultur“ mal die neo­li­be­ra­le Logik, dass Arbeit allein das Leben ver­sü­ße, in der Jugend zum akzep­tier­ten Duk­tus wer­den las­sen wür­de, hät­te man mir vor weni­gen Jah­ren, ach was: Wochen ja auch noch nicht glaub­haft erzäh­len kön­nen.

Wir leben in wun­der­sa­men Zei­ten.

Frau­en­quo­te des Tages: Tote Ham­bur­ger Obdach­lo­se. Die­ses Patri­ar­chat, von dem alle reden: kann ich das noch mal sehen?

Kann ich noch mal, ganz ohne Win­amp (die Älte­ren erin­nern sich), hören: Musik.

Jack White – G.O.D. And The Bro­ken Ribs Parts 1, 2, & 3

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Überstiftung

Gefühl­te Sta­ti­stik aus mei­nen Nach­rich­ten­tickern: Hin­rei­chend wohl­ha­ben­de Men­schen, erstaun­lich oft Sport­ler, grün­den anschei­nend min­de­stens ein­mal im Leben eine Stif­tung zugun­sten irgend­wel­cher Kin­der.

Sind Daten­wis­sen­schaft­ler unter mei­nen Lesern, die mei­ne Ver­mu­tung, dass es bei gleich­blei­ben­der Geschwin­dig­keit noch zu mei­nen Leb­zei­ten mehr Stif­tun­gen für die Kin­der als zu bestif­ten­de Kin­der geben wird, be- oder wider­le­gen kön­nen? Ich fän­de das lustig.

Persönliches⁠Nerdkrams
Schöner lesezeichnen ohne Lesezeichen

Als jemand, der seit den Neun­zi­gern Web­brow­ser ver­wen­det, hat­te ich mir sehr früh ange­wöhnt, Inter­es­san­tes, über das ich im Web stol­pe­re, in mei­ne Lese­zei­chen­samm­lung auf­zu­neh­men. Als ich irgend­wann anfing, ab und zu auch mal ande­re Brow­ser aus­zu­pro­bie­ren, war die­ses Her­um­ko­pie­ren und/oder Impor­tie­ren der bookmarks.html-Datei – wir hat­ten ja nichts – zwar etwas lästig, aber das muss­te ja auch nicht so oft sein. Bei mei­nen bis­her letz­ten zwei All­tags­brow­sern – erst dem Net­scape-Brow­ser und sei­nen Nach­fol­gern, dann seit bald zehn Jah­ren Vival­di – blieb ich ja eini­ger­ma­ßen lan­ge.

Im Lau­fe der Jah­re trenn­te ich mei­ne Samm­lung auf, „habe ich gele­sen und will ich mir mer­ken“ blieb an Ort und Stel­le, aber „habe ich gera­de gefun­den und muss ich mir bei Gele­gen­heit genau­er anse­hen“ ver­la­ger­te sich pas­sen­der­wei­se hin zu Spä­ter-lesen-Dien­sten: Erst nutz­te ich hier­für (das erst in Pocket umbe­nann­te und spä­ter ein­ge­stell­te) Read-It-Later, dann vor­über­ge­hend Insta­pa­per und das lei­der ziem­lich feh­ler­be­haf­te­te Wal­la­bag, inzwi­schen habe ich dafür mei­ne eige­ne Lösung ent­wickelt. Jetzt habe ich wenig­stens jeman­den, den ich beschimp­fen kann, wenn etwas nicht funk­tio­niert. (Lei­der ist die­ser Jemand sehr faul.)

Da mit jedem grö­ße­ren Brow­ser­wech­sel auch die brow­ser­ei­ge­nen Syn­chro­ni­sie­rungs­funk­tio­nen gegen­stands­los wur­den, expe­ri­men­tier­te ich eine Zeit lang mit ande­ren Mög­lich­kei­ten, Lese­zei­chen eini­ger­ma­ßen daten­schutz­freund­lich von einem Brow­ser in den ande­ren zu bekom­men. Aus ver­schie­de­nen Grün­den bin ich auf Apple­ge­rä­ten jüngst dazu über­ge­gan­gen, wie­der häu­fi­ger den Safa­ri-Brow­ser zu ver­wen­den, den ich wäh­rend einer kur­zen Zeit, in der ich sowohl Win­dows als auch macOS im All­tag nutz­te, bereits etwas inten­si­ver ein­setz­te und des­sen Lese­zei­chen ich (unter Win­dows) mit­tels der iCloud mit Vival­di abglich. Was jedoch nicht brauch­bar zu funk­tio­nie­ren scheint, ist die iCloud-Inte­gra­ti­on von Vival­di unter macOS, was ich erst her­aus­ge­fun­den habe, als ich mal wie­der den Safa­ri öff­ne­te und dort von eini­gen Website-„Favoriten“ begrüßt wur­de, deren zuge­hö­ri­ge Benut­zer­kon­ten ich längst gelöscht hat­te.

Ich hät­te also schon wie­der den aktu­ell­sten Stand, also den aus Vival­di, umständ­lich ex- und in Safa­ri impor­tie­ren müs­sen, was nicht ganz leicht ist, weil Safa­ri Vival­di als Brow­ser nicht „kennt“.

Zeit also, dar­über nach­zu­den­ken, wie vie­le Lese­zei­chen ich wirk­lich brau­che.

Für eine Bestands­auf­nah­me griff ich aber­mals auf Buku zurück, das (inzwi­schen eine Web­ober­flä­che mit­bringt und) mir offen­bar­te, dass ich wohl über 370 Web­sites in der aktu­el­len „kann­ste immer mal brauchen“-Sammlung – vul­go: Lese­zei­chen­lei­ste – hat­te. Regel­mä­ßig von dort auf­ge­ru­fen hat­te ich in den ver­gan­ge­nen Mona­ten exakt fünf (davon zwei tat­säch­lich immer noch aus dem „Mor­ning Cof­fee“), die aller­mei­sten Web­sites, die ich noch häu­fi­ger besu­che, sind sowie­so stets in irgend­wel­chen Tabs und Tab­grup­pen geöff­net. Defek­te Links sind in der Zahl übri­gens noch ein­ge­rech­net, da prü­fen han­dels­üb­li­che Web­brow­ser ja nor­ma­ler­wei­se sel­ten den aktu­el­len Zustand.

Was mir aber Lese­zei­chen direkt im Brow­ser brin­gen, von denen ich nicht weiß, ob ich sie über­haupt jemals wie­der auf­ru­fen wer­de und wel­chen Web­brow­ser ich dafür dann nut­zen wer­de, war eine fol­ge­rich­ti­ge Anschluss­fra­ge. Beant­wor­tet habe ich sie mit einem har­ten Schnitt: Seit gestern Abend habe ich in kei­nem von mir oft genutz­ten Web­brow­ser mehr auch nur ein ein­zi­ges Lese­zei­chen. Mei­ne „TODO“-Linkliste ver­bleibt in mei­ner Instal­la­ti­on von 42links, die bis­he­ri­ge Lese­zei­chen­lei­ste ist voll­stän­dig in Buku und GNU Emacs ver­scho­ben wor­den. Dort ist sie auch leich­ter auf­zu­räu­men. Die fünf häu­fi­ge­ren Links sind leicht wie­der­zu­fin­den, aber ich ken­ne sie mitt­ler­wei­le auch aus­wen­dig, was ein wei­te­res Argu­ment dage­gen ist, sie dau­er­haft griff­be­reit vor­zu­hal­ten. – Bis­her habe ich nicht den Ein­druck, dass mir jetzt etwas Wich­ti­ges fehlt, was sicher auch man­ches über mei­ne Lese­zei­chen­samm­lung aus­sagt. Oft scheint ein „habe ich gele­sen und will ich mir mer­ken“ eher ein „habe ich gele­sen und kann jetzt weg“ zu sein. Mei­ne Ver­mu­tung ist, dass ich damit nicht allein bin.

Und den Web­brow­ser zu wech­seln, und sei es nur vor­über­ge­hend, berei­tet jetzt auch wie­der weni­ger Kopf­zer­bre­chen.

Persönliches
Miniaturen (4.8.26)

Ich habe heu­te schon vier­mal bestä­tigt, dass ich ein Mensch bin. Das ist gut fürs Selbst­be­wusst­sein.


Die Liste an pop­kul­tu­rel­len Phä­no­me­nen, von denen ich nichts mit­be­kom­me, wächst nahe­zu täg­lich. Das ver­mit­telt mir ein erstaun­lich zufrie­de­nes Gefühl.


„Man soll­te Män­ner und Frau­en nicht gegen­ein­an­der aus­spie­len. Es weiß doch jeder, dass die Einen viel bes­ser sind als die Ande­ren“ oder so ([a]).


Je län­ger ich mich mit Com­pu­tern beschäf­ti­ge, desto mehr Zeit geht dadurch ver­lo­ren, dass ich die fixe Idee habe, eine wesent­li­che Kom­po­nen­te durch eine inter­es­sant wir­ken­de Alter­na­ti­ve aus­zu­tau­schen, mich dann mit dem Ersatz anzu­freun­den ver­su­che, kra­chend dar­an schei­te­re und schließ­lich klein­laut zum vor­he­ri­gen Zustand zurück­keh­re. Das ist ein biss­chen wie mit der Poli­tik.

Politik⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
The Rolling Stones – Side Effects // Der GEMA viel Erfolg

In China fällt ein Sack Panda um

Es ist Mon­tag. Heu­te schon QR-Codes gescannt? – Apro­pos Tech­nik: Ein Unsym­path hat Gedicht­au­to­ma­ten erfun­den. Alles dar­an regt mich ganz fürch­ter­lich auf.

Anders­wo wird der Tech­nik end­lich mal gezeigt, wo der Frosch die Locken hat, der Ham­mer hängt sowie der Bart­hel den Most holt: Aus­ge­rech­net die GEMA – möge eine künf­ti­ge Revo­lu­ti­on ihre Geschäfts­grund­la­ge hin­ter­fra­gen! – steht aus­nahms­wei­se mal auf einer eini­ger­ma­ßen gesun­den Sei­te des Welt­ge­sche­hens und ver­sucht das Unter­neh­men Suno recht­lich dar­an zu hin­dern, mit der Daten­grund­la­ge unge­zähl­ter Lie­der von unge­zähl­ten Musi­kern eige­nes Ein­kom­men zu erwirt­schaf­ten. Ich wün­sche ihr die­ses eine Mal nach­hal­ti­gen Erfolg. Und dass sie uns trotz­dem nicht mehr all­zu lan­ge erhal­ten bleibt.

Der wah­re Zweck von KI ist es, den Rei­chen Zugang zu Kön­nen zu ver­schaf­fen, ohne den Kön­nern Zugang zu Reich­tum zu gewäh­ren.
Joseph Brow­ning

Eine Moment­auf­nah­me aus dem gras­sie­ren­den Wahl­kampf aller­or­ten: Par­tei­en, die mit­tels Händ­chen­he­bens der Preis­er­hö­hung des bekloppt benann­ten Deutsch­land­tickets zuge­stimmt haben, fin­den, es soll­ten viel mehr Men­schen mit Bus und Bahn fah­ren. (Dass die­je­ni­gen, die für ihre Bahn­Card 100 kei­nen Cent bezah­len muss­ten, nicht ver­ste­hen, war­um die Deut­sche Bahn nicht für jeden Bür­ger eine ganz her­vor­ra­gen­de Alter­na­ti­ve zum eige­nen Auto anbie­tet, über­rascht nie­man­den, der noch bei Trost ist.) Selbst die SPD habe die tra­di­tio­nel­len lin­ken Wochen vor Wah­len ein­ge­läu­tet, lese ich bei „taz.de“. Sie schwim­men, die Fel­le.

Aber die Anbe­tung der Macht ist eine der ver­ächt­lich­sten For­men der Ido­la­trie und des Knechts­gei­stes.
Karl Pop­per, „Über Geschichts­schrei­bung und über den Sinn der Geschich­te“, 1962

Lesens­wert: Die Gesell­schaft zur wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chung von Para­wis­sen­schaf­ten (GWUP), inzwi­schen in man­cher­lei Neu­grün­dung gespal­ten, hat­te um 2024 her­um zwei­mal infol­ge wider­sprüch­li­cher Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen ihre Aus­rich­tung geän­dert. Vie­les dar­an kommt aus der Pira­ten­par­tei und aus son­sti­gen vul­ner­ablen Zir­keln bekannt vor. Aus nichts davon wird jemand etwas ler­nen. Es ist der Ton, es ist immer der Ton. The thing is never addres­sed. The tone is addres­sed fore­ver.

Schö­ne­re Töne: Musik.

The Rol­ling Stones – Side Effects (Offi­ci­al Lyric Video)

Guten Mor­gen.