Heute vor 100 Jahren schuf André Breton aus Versehen die längstlebige Instanz des Dada.
A Deer A Horse – Committed // Brecht gegen Papst, FIGHT!!!
Es ist (schon wieder) Montag. Darf man das eigentlich noch sagen?
Entdeckung des Wochenendes: Anscheinend kann man die ehemalige Suchmaschine Google (apropos: 30 Jahre Netscape; alt zu werden ist echt lästig) zwar nicht mehr zu brauchbaren Ergebnissen, aber immerhin wieder zu einer weniger lästigen Darstellung der weniger brauchbaren Ergebnisse überreden. Auch mal schön. (Aus aktuellem Anlass, da ich gerade bei EDV-Themen bin: Ich habe endlich herausgefunden bzw. ‑gearbeitet, wie ich theoretisch das dieser Tage umstrittene WordPress durch ein statisches Blogsystem ersetzen könnte, ohne dabei auf die JavaScript-freie Kommentarmöglichkeit verzichten zu müssen. Ärgerlich im verlinkten Forum ist nur die überbordende Emojifizierung, aber das macht man halt heute so. Schade: In etwas mehr als einem Monat wäre mein erster hiesiger Beitrag zum Thema „WordPress durch weniger schlechte Software ersetzen“ zehn Jahre alt geworden. Insofern: Auf die nächsten zehn-ein-Zwölftel Jahre!)
Gutes Fundstück meinerseits: Wer kommunistische Texte liest, der kommt in die Hölle (oder wird wenigstens zu Fahren mit der BVG verdonnert) oder so, haben zwei Päpste verkündet und deswegen stimmt es. Finde ich gut. One Marx a day keeps the Priester away. – Auch leseempfohlen: Michael Seemann fasst zusammen, dass Künstliche-Intelligenz-Werbeheinis „mit den LLMs keine Intelligenz geschaffen haben, sondern ein Modell unserer gesellschaftlich-medialen Erwartungen“. Stimmt.
Unerwartet, weil vergleichsweise spontan: Vor kurzem habe ich, gewissermaßen zur Feier des Abklingens der allsemestrigen Erkältung, endlich mal The Notwist live gesehen. Das Konzert war nicht ausverkauft, was einerseits der Gruppe nicht angemessen ist, andererseits zum Ausbleiben neuer Alben passt. Eine weitere mögliche Erklärung: Tags darauf wollten sie in der Elbphilharmonie spielen, was sie wohl auch taten. Bestimmt wollten stattdessen alle dahin. Elende Hipster.
Waren tags darauf nicht in der Elbphilharmonie: A Deer A Horse. Hätte auch den vibe gekillt.
Guten Morgen.
Es dem Russen voll zeigen
Das russische Cornetto, Magnum und Dove geht in die Hände eines Kreml-nahen Käufers. Dieser hat durch den Abzug westlicher Konzerne zu Schnäppchenpreisen ein Vermögen aufgebaut und die Gewinne verzwanzigfacht.
Niemals wieder wird Putin sich davon erholen. Sonst wäre das ja total beknackt gewesen.
Kurz verlinkt: „Ein Jahr linke Szene“
„Ende Gelände Bochum“ hat völlig recht.
(Dass ich das mal schreiben würde…)
ĠENN – Rohmeresse // Im Biángbiángwahn
Es ist Montag. Erst mal ein Steak. Das einstige Tittenheft „konkret“, lässt bereits die Titelseite des einstigen Tittenheftes „konkret“ wissen, feiere in seiner Oktoberausgabe das fünfzigjährige Bestehen dessen Nachfolgeblatts unter demselben Namen. So sehr ich auch manches, was dort bislang geschrieben wurde, schätze: Es ist gut, dass Gremliza das wohl endgültige Scheitern sowohl seiner sprachlichen als auch seiner antiimperialistischen Bemühungen nicht mehr erleben muss.
Neues von der Digitalisierung: Mozilla vertieft seine Bestrebungen, vor allem für Reklamemacher im Web relevant zu sein, indem es seine Chefin verkünden lässt, dass Werbepartner sein wesentlicher Kunde sind. Ich wünsche viel Erfolg beim weiteren Verhökern des ehemaligen Webbrowsers, es ist ja nicht mehr mein Problem. – Microsoft verkündet währenddessen stolz, die „hohe Nachfrage“ nach dem chinesischen Schriftzeichen für Biángbiáng-Nudeln in Windows 11 endlich befriedigt zu haben. Was sind das für Menschen und warum? (In der vorgestrigen „F.A.S.“ las ich etwas über die Existenz einer nach 1989 geborenen „Ostfluencerin“. Ich möchte die soeben gestellte Frage entsprechend erweitern.) Ich habe es tatsächlich erst letzte Woche geschafft, erstmals Biángbiáng-Nudeln überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und sogleich zu verspeisen, und obwohl ich umgehend dermaßen erfreut über die kulinarische Erfahrung war, dass mir durchaus der Sinn nach einer Wiederholung steht, erscheint mir die Notwendigkeit, das unnötig komplizierte Schriftzeichen jemals zu verwenden, noch immer nicht gegeben. Geht ja auch ohne, zum Beispiel, indem man „Biángbiáng-Nudeln“ schreibt. Das machen, behauptet das Internet, sogar die Chinesen und denen machen wir ja sonst auch alles nach.
Anderer Kontinent, anderes Thema: Im Februar nächsten Jahres gedenke ich erstmals nach Kopenhagen zu reisen. Ich habe bis dahin hoffentlich zufriedenstellend eruiert, ob schon jemand den Witz „dansk macabre“ gemacht hat. Sonst brauche ich für meinen Reisebericht // eine andere Überschrift. (Schrägstriche nur gesetzt, um nömix zu verwirren.)
Musik (lange nichts mehr drüber geschrieben):
I wanna stay in all day, I wanna sleep in all day, all day.
Guten Morgen.
Any Key
Gute Nachrichten: Microsoft führt die Anytaste ein.
Liste (unvollständig) derjenigen Menschen, denen eine Tracht Prügel nicht nennenswert geschadet hätte (2)
Allen ist verärgert darüber, dass sein Werk – das über eine Plattform erstellt wurde, der vorgeworfen wird, unzählige urheberrechtlich geschützte Werke zu kopieren – selbst nicht urheberrechtlich geschützt werden kann und daher abgezockt wird.
jump you fuckers
Liegengebliebenes vom 1. Oktober 2024
„Aktuell in religion.ORF.at“: Kaffee (Archivversion).
Ziemlich hübsches Projekt mit ziemlich hübscher Website: Irgendwo in San Francisco hat jemand ein Mikrofon aufgehängt und informiert die Weltöffentlichkeit mehr oder weniger in Echtzeit darüber, welche Musik die Passanten gerade zu laut hören. „Kulturüberwachung“ („culture surveillance“) ist ein schöner Begriff, den ich dort erstmals gelesen habe und vermutlich irgendwann mal als meine eigene Wortschöpfung ausgeben – äh, nein: in angemessenem Rahmen wiederholen werde.
2024 ist also das Jahr, in dem wir bei der Verteidigung unserer digitalen Grundrechte gegen die Mitte in der Europäischen Union auf die Unterstützung seitens niederländischer Rechtsextremer hoffen müssen. Ich vermerke das so in meinem Traumatagebuch.
Lange nichts mehr über Musik geschrieben: In Kürze gibt es ein neues Album von Gewalt. Ich gehe davon aus, es wird mindestens so großartig wie auch die bisherigen (dort zu findenden) Lieder der Gruppe.
Interessante Idee von Microsoft (Archivversion): Warum nicht mal dreidimensionale Symbole? Ich gebe den zeitgenössischen Desktopgestaltern bei Microsoft und/oder Apple noch zwei bis drei Gedankensprünge, bis endlich wieder alles aussieht wie CDE. Ich mag CDE.
Hawksmoor – Nuclear Kites // Markiert keine Hydranten mehr.
Es ist Montag. Die „taz“ berichtet über die Forderung nach der Freilassung einer Deutschen, die in Ungarn Straftaten begangen hat und darum nun in Ungarn im Gefängnis sitzt. Unmenschlich sei es dort. Man schelte mich einen Naivling, doch vermute ich, dass es eine ziemlich zuverlässige Möglichkeit, nicht in Ungarn ins Gefängnis zu kommen, ist, keine Straftaten in Ungarn zu begehen. Aber vielleicht gelingt das schlicht nicht jedem.
Apropos. Die von der „taz“ noch 1989 energisch verteidigte Wahrheit, dass Soldaten nichts sind als Mörder, wird von derselben „taz“ 2024 an die Frage geknüpft, welcher Nationalität die Soldaten sind, nehme ich indigniert zur Kenntnis. – Fast genau so witzig aus fast der gleichen Branche: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wollen endlich sparen (Archivversion), und zwar unter anderem hinsichtlich der Anzahl an Sendern. Ich gehe davon aus, als Belohnung für den Sparkurs werden die Rundfunkgebühren erneut erhöht werden. Sonst wäre das ja gar nicht sinnvoll jetzt.
„Künstliche Intelligenz“ kann jetzt sämtliche „markieren Sie alle Hydranten“-Tests lösen. Schön, dass wir das automatisiert haben. Aber warum muss ich eigentlich noch selbst meine Steuererklärung ausfüllen und meine Fenster putzen? (Neuerdings könnte ich das jemanden erledigen lassen, der sich als Superheld bezeichnet. Bis vor kurzem gab es, entnehme ich dem Internet, urheberrechtliche Ansprüche auf den Begriff „super hero“ seitens irgendwelcher Deppenkonzerne. Wieder was gelernt.)
Eine subtile Frage, die ich anderswo nur sinngemäß las, die ich aber für Stellenwert halte: Wenn das Cannabisgesetz so ein Reinfall ist, was spricht dann eigentlich überhaupt noch dagegen, dass CDU/CSU es wieder rückgängig machen?
Meine Lieblingsdroge, sowieso, war, ist und bleibt: Musik.
Guten Morgen.
Medienkritik CXXV: Durch den Genderkommunismus mit Micky Marx
Donald Duck, weiß manch ein in solchen Dingen Versierter, ist gemeinhin auch deshalb beliebter als Micky Maus, weil des Letzteren Klugscheißerei den Lesern der jeweiligen Comics bisweilen jede Möglichkeit der Identifikation nimmt.
Insofern war es zwar eine interessante Idee von DKP-Aktivisten, Karl Marx zusammen mit dem Gespenst des Kommunismus in einem Konvolut an Witzzeichnungen („Comic“) namens „Das Kommunistische Comic-Manifest“, mir in Druckform und wenigstens der DKP Recklinghausen im PDF-Format (Archivversion) in einer Fassung von August 2018 vorliegend, das Kommunistische Manifest mit Bezug auf das 21. Jahrhundert sozusagen präsentieren zu lassen, aber es mag mir nicht recht gefallen, dass er hier eher Micky als Donald gleicht. Wenigstens ein Amboss hätt’ man auf ihn runterfallen lassen können. Das hält Menschen wie mich bei Laune. ‘Medienkritik CXXV: Durch den Genderkommunismus mit Micky Marx’ weiterlesen »
Illegale Instruktionen: Der #38c3 bekämpft das System.
Wie ich den Nachrichten entnehme, schließen sich irgendwelche Journalisten und Künstler auch dieses Jahr wieder zur Studenten-CeBIT „38c3“ zusammen. Wie jedes Jahr nennen sie das aus nicht logisch erklärbaren Gründen „Hackerkonferenz“ und ich muss unweigerlich an Magritte denken.

Wie in jedem Jahr, erzählen sie, seien „alle demokratisch gesinnten Lebensformen“ eingeladen. Ich denke schmunzelnd an den selbst dort vermummten schwarzen Block, der auf mehreren von mir besuchten „Congressen“ eine eigene Sitzecke zugeteilt bekommen hatte. Aber Hauptsache, „Lebensform“ sagen. Man will ja niemanden diskriminieren, der morgens aufwacht und sich zum Beispiel als Aal fühlt. – Ich finde ja, man sollte den „Congress“ komplett durch eine KI ersetzen. Das Ergebnis wäre ähnlich; und blinkende Lichter bekommt ein Computer auch noch hin.
Es gibt bisher keinen für mich auffindbaren „Fahrplan“ mit den geplanten „Talks“ (den Organisatoren scheint jedes Grundverständnis von Sprache längst abhanden gekommen zu sein), aber nach den Erfahrungen der letzten paar Jahre gehe ich nicht davon aus, dass technische Themen eine erkennbare Dominanz gegenüber sozialen und/oder politischen Themen erreichen werden. Wie immer lasse ich mich gern positiv überraschen. Ich fürchte nur, mit Hackern beim „Congress“ verhält es sich ähnlich wie mit Sozialdemokraten in der SPD: Meine Erfahrung ist, dass sich dort in nicht geringem Maße Menschen aufhalten, die unironisch damit prahlen, ganz allein Linux installiert zu haben. Meinen Glückwunsch an dieser Stelle jedem, der sich angesprochen fühlt. Näheres folgt nach Näherem.
„Sicherer als Windows“ des Tages (33)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann seid mal schön verunsichert bis panisch!
Spaß/politiker

(Bild hinterhältig manipuliert von einem Schelm.)
Kurzkritik: faust – Blickwinkel
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
faust sind wieder (oder immer noch oder immer mal wieder) da. Meine Freude an der Motorik des Krautrocks ist ungebrochen und mein Vergnügen an dem, was dieses Genres Längstlegende faust jedenfalls seit ihrer Rückkehr ins Studio in den 1990ern auf Platten presst beziehungsweise pressen lässt, ohnehin.
‘Kurzkritik: faust – Blickwinkel’ weiterlesen »Medienkritik in Kürze: Perfide Kriegsführung
Deutschlandfunk (Archivversion):
Mit den BSW-Erfolgen bei den Landtagswahlen gewinnt auch die Verbreitung russischer Propaganda an Bedeutung. Der Kreml geht dabei sehr klug vor. So arbeitet eine von ihm finanzierte Agentur gezielt an der Zerstörung von Demokratien und Rechtsstaaten.
Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Regierung der Vereinigten Staaten sowohl offen als auch verdeckt an der Ablösung mehrerer ausländischer Regierungen beteiligt.
Deutschlandfunk trotzdem nicht:
Mit den CDU-Erfolgen bei den Landtagswahlen gewinnt auch die Verbreitung US-amerikanischer Propaganda an Bedeutung. Das Weiße Haus geht dabei sehr klug vor. So arbeitet eine von ihm finanzierte Agentur gezielt an der Zerstörung von Demokratien und Rechtsstaaten.
Schade.










