„tux0r, Wehrkraftzersetzer“ wäre auch eine schöne Visitenkarte.
Alternative für SPD
Apropos Bunker; heute im „Handelsblatt“ (will nicht verlinkt werden, LSR) gibt es ein neues Äquivalent zu „wenn du dein Tellerchen nicht leerisst, kommt der Russe“:
Der Vorsitzende der Thüringer SPD, Georg Maier, warnte vor einer Ablehnung des Koalitionsvertrags. „Ein Scheitern mag man sich nicht vorstellen angesichts der Umfragewerte für die AfD“, sagte der Landesinnenminister dem Handelsblatt. (…) „Es wird niemals eine Wunschkonstellation für uns Sozialdemokraten sein, mit den Konservativen zu koalieren“, betonte Maier.
Wenn die SPD nach der Wahl noch SPD-Politik machen will, kommt die AfD.
Swans – Lunacy
Ach guck. Montag. Die Nachfrage nach Bunkern steigt. Die Menschen sind zu schlicht, viel zu schlicht.
Es ist Montag und ich habe nichts vorbereitet; nichts außer einem Link zum Thema Spielen auf 90er-Computern und: Musik.
Lunacy!
Guten Morgen.
Katzenmenschen enthüllen CUII / Mit USA gegen USA
Die „Clearingstelle Urheberrecht im Internet“, deren anscheinend einziges Treiben es ist, ohne staatlichen Auftrag Websites dem Zugriff aller zu entziehen, die keine zweieinhalb Minuten Zeit gefunden haben, einen anderen als den vorgegebenen DNS-Server im Router einzustellen, hat ein paar neue Lesezeichen („Sperrliste“) zur allgemeinen Nutzung („Sperrung“) freigegeben. Ich finde das sehr nett.
(Nach einem kurzen Blick auf die Blogs der Menschen, die hinter dieser Liste stehen, stelle ich mir die Frage, ob man als Hacker eigentlich noch „ernst“ genommen wird, wenn man Katzen allenfalls ambivalent gegenübersteht und nicht in jedem längeren Prosatext mindestens einmal miauen muss, aber Angst vor der Antwort habe ich andererseits schon ein bisschen.)
Apropos, da ich mich gerade ohnehin schon über Menschen wundere: An den Spätmerkern, die schlappe zwölf Jahre „nach Snowden“, daher „wegen Trump“ jetzt multimedial bis ins Zeitschriftenregal hinein danach brüllen, alle, die nicht schnell genug wegrennen können, mögen bitteschön US-amerikanische Dienste, offline wie online, boykottieren (als wäre bei „Clouds“ ausgerechnet der Präsident das Problem!), gefällt mir am meisten die großartige Satire, die sie aber gar nicht satirisch meinen, dass sie dieses Brüllen auf US-amerikanischen Plattformen, die oft unter Zuhilfenahme des im Wesentlichen US-amerikanischen (Kernel, systemd, GNU, GNOME) Betriebssystems Linux betrieben werden, und/oder mithilfe von US-amerikanischen Bibliotheken zum Besten geben. Voll gezeigt haben die es diesem Trump jetzt.
Medienkritik in Kürze: Begriffliche Weiten
Auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz in Berlin-Friedrichsfelde am vergangenen Wochenende beschloss der SPD-Nachwuchs, künftig den Begriff „Islamismus“ nicht mehr zu verwenden: „Problematisch hierbei ist die begriffliche Nähe zum Islam. Dies erzeugt für viele Gläubige eine Stigmatisierung, da die Religion oft mit dem Begriff ‚Islamismus‘ in Verbindung gebracht wird.“ Statt „Islamismus“ wollen die Jusos zumindest in Berlin künftig „islamischer Extremismus“ verwenden, so wie es beim „christlichen Extremismus“ bereits der Fall ist.
Anders als der Begriff „Islamismus“ hat nämlich, wie jeder deutlich sehen kann, der Begriff „islamischer Extremismus“ mit dem Wort „Islam“ überhaupt keine Berührungspunkte. Ich finde das richtig und wichtig.
Ist ja bloß Sprache.
Schablonen und Fließbänder
Die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen mitsamt der gewohnten Selbstverleugnung und der Verteilung der Zuständigkeiten überraschen mich in einer Zeit und in einem Land, in der und dem die Menschen ChatGPT, das ungefähr ähnlich funktioniert wie ein betrunkener Papagei (seit ELIZA hat sich die Welt der „Künstlichen Intelligenz“ gar nicht mal so sehr weitergedreht, möchte im ersten Augenblick scheinen), für ein geeignetes Substitut für eigene Kreativität halten, also auf Herz und Hirn im ureigensten Bedürfnis des Menschen nach Kunst und Kultur gern verzichten können, übrigens nicht im Geringsten; denn wie wichtig ist das gute Leben schon dort, wo selbst die Kunst Schablone und Fließband entspringt?
Diese Woche in der Technikwelt von gestern
Nachricht 1:
Ein applenahes Unternehmen arbeitet angeblich an einem Telefon ohne Bildschirm.
Nachricht 2:
Microsoft bietet bald Grafikterminals auch in Deutschland an.
Wenn jetzt noch irgendein Hipster herausfindet, dass das Usenet zu mehr taugt als bloß zum Filmetauschen, dann könnte es ja doch noch was werden mit dieser Zukunft.
Heisskalt – Mit Worten und Granaten
Es ist Montag. Offensichtlich immer wieder dringend nötiger Hinweis für E‑Mail-Nutzer, die glauben, sie seien sicherheitsbewusst: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der eines der Enden irgendein Webkram ist, ist keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion hätte gern eine „gute Regierungsbildung“ (Archivversion). Versteh’ ich nicht: Also doch ohne CDU/CSU und SPD?
Heute ohne große Umschweife bzw. zum selben Thema (d.h. Krieg): Musik. Es scheint, als gebe es seit ein paar Monaten mit geringem Besetzungswechsel die fantastischen Heisskalt wieder. Ich weiß das zu würdigen.
Guten Morgen.
Liegengebliebenes vom 4. April 2025
Die Anhänger der Kirche des Heiligen Hasen sind entsetzt: Im Billigsupermarkt wurde ihr Gottesbild, der Auferstehungshase („Osterhase“), in sitzender Form „Sitzhase“ genannt. In den einschlägigen sozialen Medien wird gemutmaßt, dass das an vorauseilendem Gehorsam gegenüber bestimmten Religionen liege. Diese verdammten Buddhisten und ihr Verzicht!
Aber ich kann die Aufregung andererseits verstehen: Die schöne alte europäische Kultur wurde einst von orientalischen Messermännern („Missionaren“) aus Osteuropa und Asien mit Gewalt unterdrückt und nahezu ausgerottet. Seitdem haben wir das Christentum.
Apropos Supermärkte; „Neues aus Arschlochhausen“ schreibe ich jetzt natürlich nicht:
Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, spricht sich dafür aus, Karenztage für kranke Arbeitnehmer einzuführen und Krankschreibungen per Telefon abzuschaffen.
Schon, weil ich alles gut finde, was Telefonieren reduzieren soll.
Ich erwähnte es ja gelegentlich schon: Ich mag es, wenn Frank Lachmann bloggt. Introvertierten Emokram oft, aber das kenne ich ja schon von mir selbst.
Zumindest interessanter Aprilscherz: Putin würde Deutschland niemals annektieren wollen – dafür ist ihm das Land zu kaputt.
Gleicher Tag, trotzdem kein Scherz: Der wirklich tolle Webdienst Rivva könnte mehr Spenden gebrauchen. Ich gebe das mal weiter.
Andere Länder, ähnliche Sitten: „Stewards patrouillieren vor der Molly-Malone-Statue, um ‚Befummeln‘ zu verhindern“.
Die sprachliche Unsichtbarkeit der Anderen
Randnotiz: Das Wort „FLINTA“, bei dem Frauen mitgemeint sind, dient dem Zweck, dem generischen Maskulinum etwas entgegenzusetzen, bei dem Frauen mitgemeint sind.
Year of the Cobra – War Drop // Komplizierte Rezeptsucher
Es ist Montag. Auf der diesjährigen SXSW wurde Unglaubliches herausgefunden: „Künstliche Intelligenz“ sei aufgrund der dringend angeratenen menschlichen Ergebniskontrolle womöglich gar keine große Arbeitsersparnis, sondern ganz im Gegenteil. Huch!
Im Internet, an dieser Stelle (in Ermangelung einer geeigneten Überleitung) meinen Glückwunsch und meinen Respekt an ix, der seit dreißig Jahren andere Dinge ins Internet reinschreibt, obwohl Insinternetschreiben vorübergehend nicht mehr cool war (jetzt habe ich doch glatt vergessen, damit aufzuhören, meine eigene Website zu pflegen, als alle lieber auf Facebook oder Steady oder sonstwo sein wollten, ich Dummerchen), beklagen zusehends mehr Menschen, dass viele Rezeptewebsites zu viel Text vor dem eigentlichen Rezept als notwendig erachten. Persönlich habe ich vor einiger Zeit angefangen, mich für meine Rezeptesammlung auf Apps wie Mela (Vergleichbares gibt es bestimmt auch für andere Smartphonesysteme) zu verlassen, die folgende Funktion bieten: Man öffnet in dem eingebauten Browser eine Rezeptewebsite und dann erscheint ein Knopf mit der Aufschrift „Rezept gefunden“, den man betätigen kann, woraufhin die App das Rezept aus dem Text extrahiert und den übrigen Summs einfach wegschmeißt. Aber natürlich ist das dann weniger lustig, wenn man es erzählt.
Es stehe zur Diskussion, ob der Staat Lügen verbieten solle, entnehme ich politischer Berichterstattung. Kennen die den § 130 (3) StGB nicht? – Ein guter Anfang zum Schluss: Vier US-Soldaten sind verschwunden (Archivversion). Da ist noch Luft nach oben, finde ich ja.
Weit oben ist schon jetzt: Musik. Es muss ja nicht immer alles kompliziert sein.
Guten Morgen.
London, tagsüber
Nebenan las ich die Anekdote, in London könne man Bettlern auch per Kreditkarte ihre Einkünfte aufbessern. Ich hatte sowieso vor, mal wieder – zum ersten Mal seit 2019, zum zweiten Mal überhaupt – dort hinzureisen.
Vielleicht begegnet mir ja ein Bettler.
‘London, tagsüber’ weiterlesen »Medienkritik in Kürze: Türkisch-deutsche Nichtmigranten
„taz.de“, 17. Dezember 2022:
Seit es (…) in vielen Städten eine stark von jungen Migranten geprägte Raserszene gibt, (…) werden immer wieder Mord-Urteile mit lebenslanger Freiheitsstrafe verhängt.
Kurz war ich verblüfft, in der sich selbst als links verbrämenden Online-„taz“ einen solchen Zusammenhang zu lesen. Zu meiner Entspannung widersprach „taz.de“ (offensichtlich ein völlig anderes Medium) gestern:
„Mercedes kann nicht mit anderen Autos verglichen werden“, sagt ein Mann im Off auf Türkisch. (…) [Der Fahrer] müsse die Atmosphäre dieses Autos widerspiegeln – beim Sprechen, beim Sitzen, beim Stehen. (…) Allein schon dieser kurze Schnipsel des Videos ist ein Mahnmal deutschen Autowahns.
Selten las ich ein Beispiel für einen so deutschen Deutschen wie den Mann, der im Off auf Türkisch Mercedes lobt. – Es ist, apropos, zweifellos löblich, dass die „taz“ den deutschen Autowahn thematisiert, dessen Wucherungen (Herkunftsland egal) für alle übrigen Verkehrsteilnehmer immer öfter ein medial als Randnotiz betrachtetes Problem darstellen, aber stilistisch sehe ich da Verbesserungspotenzial.
Das ist dem Artikelverfasser Gereon Asmuth offensichtlich immerhin selbst aufgefallen, und eilig schiebt er nach:
Statt der PS heben die üblichen Rechten auf einschlägigen Social-Media-Kanälen vor allem den Migrationshintergrund des Fahrers hervor. (…) Tatsächlich ist Raserei ein Geschlechterproblem.
Puh, das war knapp.
Team Scheisse – Alle meine Hobbies // Berlin begraben
Es ist schon wieder Montag. In Berlin, erfahre ich, buddeln sie jetzt einen Graben, gleichsam zum Schutz des Reichstags vor dem Volke; eine lustige Idee aus dem 17. Jahrhundert, bei der man nur darauf hofft, dass bald die Schweden zurückkehren.
Politik: Israel sei auch weiterhin ein rechtsextrem geführter Staat, teilen so Medien mit. Ein moralisches Dilemma erkennen hier nur Menschen, die Parolen für Diplomatie halten. Dass Wahlen im Übrigen nichts bringen, belegt zur Abwechslung mal die „die Linke“: Wer die Linke gewählt hat, der hat die Bundeswehr gewählt. Heinz Renner von der damals noch nicht verbotenen KPD sprach 1948 im Rahmen der elften Sitzung des Hauptausschusses des Parlamentarischen Rates, gerichtet an Carlo Schmid von natürlich der SPD, er „glaube nicht, dass das Wesen der Demokratie das besteht, dass man von Zeit zu Zeit umfällt.“ Wer daraus jetzt eine Lehre ziehen möchte, dem stehen frustrierende Zeiten bevor.
Frustriert nicht: Musik.
Guten Morgen.
Was die Kinder denn ohne Smartphone machen sollen
Die „taz“ hat eine normale Solinger Pädagogin gefunden:
Was die Kinder denn ohne [Smartphone, A.d.V.] in den Pausen machen sollen, fragt Kerstin Sherif, Lehrerin an der Sophie-Scholl-Schule.
Hier ein paar Ideen:
- Drogen nehmen wie normale Jugendliche in dem Alter.
- Andere Kinder mit dem Kopf in einen Mülleimer und/oder in ein Klo stecken wie normale Jugendliche in dem Alter.
- Von anderen Kindern mit dem Kopf in einen Mülleimer und/oder in ein Klo gesteckt werden wie normale Jugendliche in dem Alter.
- Die Wände beschmieren wie normale Jugendliche in dem Alter.
- Eine Revolution starten und durchführen wie französische Jugendliche in dem Alter.
- Pädagogik besser lernen als Kerstin Sherif, Lehrerin an der Sophie-Scholl-Schule.
(Ist das jetzt dieser Fachkräftemangel?)








