PolitikIn den Nachrichten
Kurz notiert zum Anschlag in Niz­za

Unser total­über­wach­tes Nach­bar­land Frank­reich hat wie­der ein­mal unter Beweis gestellt, dass Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, all­ge­gen­wär­ti­ge Instal­la­ti­on von Kame­ras und Ver­hän­gung des Aus­nah­me­zu­stands abge­se­hen von der Ein­schrän­kung sämt­li­cher rele­van­ten Frei­heits­rech­te im Gegen­satz zur Bom­bar­die­rung Syri­ens gänz­lich fol­gen­los blei­ben.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Rechts­freie Räu­me vol­ler Hass

Was macht eigent­lich das Bun­des­in­nen­mi­ni­ste­ri­um, des­sen Errich­tung eines rechts­frei­en Raums durch die Frei­las­sung eines „Staats­tro­ja­ners“ vor inzwi­schen 1.741 Tagen vom Cha­os Com­pu­ter Club publi­ziert wor­den war?

Nun, es bekämpft natür­lich auch wei­ter­hin „das Böse“, behaup­tet es auf Twit­ter:

Rechtsfreier Raum

In der Theo­rie klingt das mög­li­cher­wei­se ganz nett, in der Pra­xis aber geht es eben nicht um die Bekämp­fung rechts­frei­er Räu­me – dafür fehlt dem Mal­ware­mi­ni­ste­ri­um auch die nöti­ge Recht­schaf­fen­heit – und schon gar nicht um die Bekämp­fung von „Hass­re­de“, was auch immer das genau sein soll, son­dern expli­zit um die Rech­ten, wie Raz­zi­en bele­gen. Das Ziel dahin­ter: Weg­lö­schen von allem, was nach „Hass“ aus­sieht, was bedau­er­li­cher­wei­se Geschmacks­sa­che zu sein scheint, von Medi­en, über die ein deut­sches Mini­ste­ri­um gar kei­ne Ent­schei­dungs­ge­walt hat. „War­um soll ein US-ame­ri­ka­ni­sches Unter­neh­men Din­ge zum Bei­spiel löschen, die dort gar nicht straf­bar sind? Am deut­schen Gefühls­we­sen soll die Welt gene­sen? Ihr spinnt doch!“

Zur glei­chen Zeit wie das Bun­des­in­nen­mi­ni­ste­ri­um rief auch die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung („Ama­deu Anto­nio Stif­tung“), zu deren nam­haf­ten Mit­glie­dern auch die bekann­te Hass­red­ne­rin Julia Schramm zählt, dazu auf, man möge als anstän­di­ger Bür­ger doch etwas gegen „Het­ze“ unter­neh­men, ver­mied es dabei jedoch, bekannt­zu­ge­ben, auf wel­che Wei­se man Julia Schramm wohl zur Ruhe brin­gen könn­te; jeden­falls: die Twit­te­rer beim BMI waren spon­tan so begei­stert, dass sie die Bro­schü­re öffent­lich bewar­ben und sich gleich­zei­tig von Julia Schramm distan­zier­ten, will hei­ßen: wenn eine Hass­red­ne­rin Tipps gegen Hass gibt, dann dis­qua­li­fi­ziert sie das noch nicht als „Exper­tin“, was bedau­er­li­cher­wei­se auch man­ches aus­sagt.

Um Zwei­fel an dem Selbst­ver­ständ­nis der Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung („Ama­deu Anto­nio Stif­tung“) nach­drück­lich aus­zu­räu­men, hat die Vor­sit­zen­de besag­ter Stif­tung, im tak­ti­schen Vor­teil durch jah­re­lan­ge Erfah­rung als Sta­si­spit­zel, die­ser Tage unmiss­ver­ständ­lich ver­deut­licht, dass es ein Unding sei, wenn sie, der – wie bekannt – frü­he­re Sta­si­spit­zel, als frü­he­rer Sta­si­spit­zel bezeich­net wer­de.

Die Stif­tung ver­langt, den Bei­trag aus der Media­thek zu löschen.

So gehört sich das in einem funk­tio­nie­ren­den Staat: Steu­er­fi­nan­zier­te Fern­seh­sen­der wer­den von Leu­ten, die sich von Sati­re, die ledig­lich erkenn­bar die per­sön­li­che Lebens­lei­stung die­ser Leu­te wür­digt, belei­digt füh­len, um die Ent­fer­nung die­ser Sati­re gebe­ten, auf dass die rei­ne Leh­re nicht geschmä­lert wer­de. Die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung („Ama­deu Anto­nio Stif­tung“) ermu­ti­ge Initia­ti­ven vor Ort, sich für demo­kra­ti­sche Kul­tur stark zu machen, tönt die Web­site die­ser Stif­tung, und viel­leicht kam mir gera­de ein biss­chen Kot­ze hoch.

In der Tür­kei schafft man es so bis ganz nach oben.


Apro­pos media­le Inkom­pe­tenz: „SPIEGEL ONLINE“ – wer sonst? – hat seit kur­zem eine eher schlecht funk­tio­nie­ren­de Paywall. Sie funk­tio­niert so schlecht, dass ihr, statt zu zah­len, ein­fach mit ein biss­chen Java­script die „Ver­schleie­rung“ auf­he­ben könnt. Qua­li­tät gibt’s eben nicht umsonst.

MusikIn den Nachrichten
War­um Keith Jar­rett zu beju­beln ist

Gestern schrieb Cle­mens Setz auf „ZEIT ONLINE“ über ein Kon­zert des unbe­strit­ten erst­klas­si­gen Jazz­pia­ni­sten Keith Jar­rett unge­fähr dies:

Ich war auf­ge­regt. Ich hat­te ihn nie zuvor live erlebt. Der Held mei­ner Jugend, noch aus jener Zeit, als ich dach­te, ich könn­te viel­leicht selbst ein gro­ßer Jazz­pia­nist wer­den. (…) Als Näch­stes kam Keith Jar­rett. Er sah nicht sehr glück­lich aus. Er trat ans Mikro­fon und sag­te: „Ich spie­le nicht eine ein­zi­ge Note auf die­sem Kla­vier, bis die zwei Per­so­nen, die Fotos gemacht haben, das Gebäu­de ver­las­sen haben!“ (…) Jar­rett setz­te, mit einer Hand Schwei­gen gebie­tend, noch eins drauf. Er habe durch unse­re Unver­schämt­heit den Kon­takt mit der Musik ver­lo­ren. (…) Der Künst­ler ent­zieht uns rück­wir­kend sei­ne See­le! Was wir gehört haben, war nicht wirk­lich er. Und falls es uns gefal­len hat, zeigt das nur, wie dumm wir sind. Herr­je.

„Herr­je“, was hat die­ser Künst­ler­arsch doch eine völ­lig fal­sche Vor­stel­lung von Musik! Es steckt kein Herz­blut im Gehör­ten? Das ist egal, es ist belie­big. Der Mann kann uns doch nicht das Atmen ver­bie­ten und das fast genau so wich­ti­ge Belä­sti­gen des inter­es­sier­ten Publi­kums mit Licht­blit­zen erst recht nicht, denn völ­lig unge­ach­tet der Fra­ge, ob die Gefühls­rei­se geneig­ter Anwe­sen­der, auf die sie mit guter Musik auf­zu­bre­chen ver­mö­gen, nicht von blö­dem Geknip­se von Banau­sen unsanft been­det wer­den könn­te und man sich das viel­leicht mal frü­her über­le­gen soll­te, darf man nicht aus den Augen ver­lie­ren, wor­um es wirk­lich geht, wenn man ein Kon­zert besucht, näm­lich um einen wei­te­ren Etap­pen­sieg im ewig wäh­ren­den Wett­kampf um Däum­chen und Stern­chen. Jemand macht was, egal was: Like. War­um den Abend genie­ßen, wenn man ihn auch hin­ter­her auf einem Bild­schirm angucken kann? Die heu­ti­ge Video­tech­nik lässt ver­blüf­fend ech­tes fee­ling auf­kom­men, als wäre man bei dem auf­ge­nom­me­nen Kon­zert selbst dabei gewe­sen.

Krass.

Cle­mens Setz schrieb wei­ter­hin:

Er schien uns zu sagen: Ihr beklatscht ohne­hin alles, also was soll’s, hier ist ein Blues. Zyni­sche Musik. Bit­te­re Imi­ta­tio­nen sei­ner selbst, vir­tu­os hin­ge­knallt für ein dum­mes Publi­kum, das nicht still und unsicht­bar sein kann. (…) Ich stell­te mir vor, wie der Künst­ler vor dem Kon­zert ins Mikro­fon sagt: (…) „Und schau­en Sie nicht dau­ernd auf die Arm­band­uhr. Was hat Tech­no­lo­gie hier neben mir und mei­ner Kunst zu suchen?“

Wenn ich noch drin­gend irgend­wo hin muss oder ein­fach nur den Moment her­bei­seh­ne, dass der Mist vorn auf der Büh­ne end­lich endet, dann ist es nicht die Auf­ga­be des Künst­lers, sei­ne Arbeit so schnell wie mög­lich hin­ter sich zu brin­gen, denn er hat den unge­dul­di­gen Kon­zert­be­su­cher nicht dar­um gebe­ten, an einem Ort zu sein, an dem er gar nicht sein will. Wäre ich selbst Musi­ker, ich wür­de mich gleich­falls erheb­lich an Men­schen stö­ren, die trotz frei­wil­li­gen Bei­woh­nens offen­sicht­lich nicht gewillt sind, mir zuzu­hö­ren. Ich gehe ja auch nicht in eine Metz­ge­rei, wenn ich Lust auf Salat habe, und las­se die aus­blei­ben­de dor­ti­ge Befrie­di­gung die­ser Lust schon gar nicht am anwe­sen­den Metz­gersper­so­nal aus.

Da ich dies gera­de schrei­be, fällt mir auf, wem ich sicher­lich nicht hät­te zuhö­ren sol­len: Cle­mens Setz näm­lich. Aller­dings tu‘ ich ihm nicht den Gefal­len und beschwe­re mich bei ihm dar­über, dass ich mei­ne Zeit damit ver­schwen­det habe, sei­nen Banau­sen­quatsch zu lesen, denn das war mei­ne eige­ne und vor allem freie Ent­schei­dung. Ich höre lie­ber ein wenig Jazz. Das ent­spannt.

Und ich brau­che nicht mal ein Foto vom Kla­vier dafür.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Hirsch Effekt – Bezoar // Töten vol­ler Ethik

Schlafen, schlafen wär' mal wasEs ist Mon­tag und die Lau­ne ist der­ma­ßen geho­ben, dass man es tat­säch­lich ein biss­chen bedau­ert, so ein anstän­di­ger Mensch gewor­den zu sein und über­dies in einem Land zu leben, das es gar nicht gern sähe, wür­de man sei­ner Wut all­zu nach­hal­ti­gen Aus­druck ver­lei­hen. Wahr­schein­lich ist das auch nicht fair und wahr­schein­lich hat man das alles so was von ver­dient, aber der Mensch, der Mensch an sich schei­tert immer schö­ner.

Die Ermor­dung von Poli­zi­sten zu ver­ur­tei­len sei ande­rer­seits ras­si­stisch, erklärt die­ser Dis­kus­si­ons­strang auf „Indy­me­dia“, so leicht wie ange­nom­men ist es also nicht, Mord blöd zu fin­den und trotz­dem mora­lisch auf der rich­ti­gen Sei­te zu ste­hen. Auf „SPIEGEL ONLINE“ fragt kon­se­quent Hei­ke Le Ker – sieht gar nicht so aus – ohne Anflug von Sar­kas­mus: „Die Poli­zei in Dal­las hat Micah John­son mit einem Robo­ter getö­tet. Hat sie damit eine ethi­sche Gren­ze über­schrit­ten?“ – nor­ma­les Töten ist bekannt­lich super, so lan­ge es in ehr­li­cher Hand­ar­beit geschieht, aber ethisch frag­wür­dig wird’s bei SPON erst, wenn die­se ver­ma­le­dei­te Tech­nik ins Spiel kommt.

Tech­nik – ein gutes Stich­wort: Der­zeit ist der neue Ingress-Abklatsch „Poké­mon Go“ das erfolg­reich­ste Spiel für „mobi­le Gerä­te“. Dabei pro­fi­tie­ren die Macher wohl vor allem auch davon, dass Smart­phones immer noch vor­wie­gend Dum­bu­ser haben, denen Daten­schutz­hin­wei­se grund­sätz­lich zu viel Text beinhal­ten, um gele­sen zu wer­den:

Bei­spiels­wei­se könn­ten wir Web­be­a­cons nut­zen, Coo­kies zu plat­zie­ren oder mit ihnen zu kom­mu­ni­zie­ren, um (…) die Wirk­sam­keit unse­rer Wer­bung zu über­wa­chen.

Taub­sis im Vor­gar­ten sind eben nicht bil­lig.

Ich bin so des­il­lu­sio­niert, ich hab‘ sogar Musik dabei.

The Hirsch Effekt – Bezoar

Guten Mor­gen?

In den NachrichtenPiratenpartei
Nicht links, nicht rechts, son­dern stolz auf einen Zufall

Am kom­men­den Wochen­en­de fin­det in Mün­chen der all­jähr­li­che „Chri­sto­pher Street Day“, eine merk­wür­di­ge Über­set­zung der anglo­pho­nen „Gay-Pride“-Veranstaltungen, statt, anläss­lich des­sen homo‑, bi- und trans­se­xu­el­le Men­schen die Stra­ßen säu­men und sich dar­über freu­en, nicht hete­ro­se­xu­ell zu sein, jubelnd beglei­tet von Tei­len der lin­ken Sze­ne, denn selbst­ver­ständ­lich sind Stolz auf das Hei­mat­land, Stolz auf die Haut­far­be und Stolz auf das Geschlecht völ­lig deplat­ziert, denn auf etwas, was man nicht selbst erreicht hat, stolz zu sein ist min­de­stens däm­lich, aber gay pri­de ist natür­lich etwas völ­lig ande­res, denn bekannt­lich ist die sexu­el­le Ori­en­tie­rung immer eine bewuss­te Ent­schei­dung, auf die man zu Recht stolz sein kann.

Dabei kommt das zwei­tä­gi­ge Spek­ta­kel zu einer Zeit, in der es eigent­lich nicht viel zu fei­ern gibt: Jakob Aug­stein („SPIEGEL ONLINE“) ver­wech­selt Popu­lis­mus – wer nicht Popu­list ist, kann kein erfolg­rei­cher Poli­ti­ker sein – mit Dem­ago­gie und ganz Twit­ter ein­schließ­lich Anhän­gern der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD stimmt unbe­le­sen zu. Der „Brexit“ ist ins­be­son­de­re an der Bör­se über­wun­den und gerät all­mäh­lich wie­der in Ver­ges­sen­heit, die Empö­rungs­span­ne des durch­schnitt­li­chen Bür­gers beträgt nur weni­ge Tage und Schland­ball ist trotz gro­ßem Getö­se, dass man doch als kla­rer Sie­ger ver­lo­ren habe, auch vor­bei, das geht eben gera­de vor. In den USA fin­den immer noch stän­dig Schie­ße­rei­en statt, wie gewohnt macht jedoch nie­mand, der eine poli­ti­sche Ent­schei­dung tref­fen könn­te, das Recht auf Waf­fen­be­sitz dafür ver­ant­wort­lich, denn die Waf­fen­her­stel­ler zah­len gut, son­dern den Ras­sis­mus, denn Ras­si­sten zah­len nicht ganz so gut. In Deutsch­land ist der­weil die Beweis­last­um­kehr für Ver­ge­wal­ti­gung zum Gesetz gemacht, der Bun­des­nach­rich­ten­dienst ermäch­tigt und die Nato noch etwas aggres­si­ver gewor­den.

Das wären ja pri­ma Vor­aus­set­zun­gen für die Pira­ten­par­tei, ihre eigent­li­che Wich­tig­keit mal wie­der ins Gespräch zu brin­gen. Und tat­säch­lich gibt es von der bay­ri­schen Pira­ten­par­tei schon heu­te ein öffent­lich sicht­ba­res Bekennt­nis zu den staa­ten­über­grei­fen­den Grund­wer­ten, die die Pira­ten­par­tei stets zusam­men­ge­hal­ten hat und die in die­sen Tagen so wich­tig gewor­den sind wie seit lan­gem nicht mehr:

Sexu­el­le Viel­falt und Fuß­ball.

Münch­ner Alli­anz Are­na strahlt zum #CSD ab 21:30.

Das ist ja auch mal ganz schön.

PersönlichesNerdkrams
Smart­phone­blues

Seit ich im Jahr 2010 zufäl­lig Andro­id­nut­zer wur­de (ich berich­te­te), habe ich nur weni­ge Gedan­ken dar­an ver­schwen­det, ob ich den ein­ge­schla­ge­nen Weg jemals ver­las­sen wür­de. Klar, die Smart­phones sind seit­dem grö­ßer gewor­den, ihre CPUs und GPUs stär­ker und ihre Prei­se unver­schäm­ter, aber sonst ist doch alles fast wie frü­her.

Allein: Der der­zei­ti­ge Smart­phon­e­markt ist geprägt von der Angst, inter­es­sant zu sein, fürch­te ich.

‘Smart­phone­blues’ wei­ter­le­sen »

SonstigesIn den Nachrichten
Urhe­ber­recht des Tages

Eure Rund­funk­ge­büh­ren, mitt­ler­wei­le wohl „Haus­halts­ab­ga­ben“ genannt, deren Bezah­lung uns allen einen Zugang zu den gran­dio­sen Erzeug­nis­sen deut­scher Film- und Fern­seh­kunst, zum Bei­spiel, äh, Fuß­ball im Fern­se­hen, gewährt, die in der so genann­ten „Media­thek“ für eine begrenz­te Zeit abruf­bar sind, weil so ein Ser­ver ja auch mal schla­fen muss, bezah­len offen­sicht­lich kei­ne Kunst:

Prö­del hat in dem zwölf Sekun­den lan­gem Video alle Elf­me­ter-Schüs­se des deut­schen Teams beim Vier­tel­fi­na­le gegen Ita­li­en über­ein­an­der­ge­legt. Bei Twit­ter und Face­book hat es inzwi­schen die Run­de gemacht[.] (…) Auf You­tube, wohin Prö­del sein Elfer-Video eben­falls hoch­ge­la­den hat, ist statt des Film­chens mit den Schüs­sen der sieg­rei­chen deut­schen Mann­schaft nur noch der Text „Die­ses Video ent­hält Inhal­te von UEFA. Die­ser Part­ner hat das Video aus urhe­ber­recht­li­chen Grün­den gesperrt“ zu lesen. Wo kämen wir auch dahin, wenn die kost­ba­ren Medi­en­rech­te an der Euro 2016 von jeder­mann umgan­gen wer­den? (…) Am Nach­mit­tag dann war Prö­dels kom­plet­te Twit­ter-Sei­te ver­schwun­den.

Wäre ich Fuß­bal­ler, wür­de ich jetzt, da ich sozu­sa­gen zum Urhe­ber ernannt wur­de, fol­ge­rich­tig die UEFA nach mei­nem Anteil an den Ein­nah­men fra­gen, wie das eben so üblich ist.

Mir wird geschlechtIn den NachrichtenMontagsmusik
The Ani­mal In Me – Rap God

Du - ich - dieser Baum?Alles ist Mon­tag, alles ist schlecht. Auf­ste­hen, räus­pern, durch­dre­hen. Wann war es anders? Damals, ja. Frü­her war so vie­les bes­ser, aber heu­te ist es schlecht.

Man­ches aber ist nicht nur schlecht, son­dern auch etwas ande­res. Schwu­ler Stolz hui, deut­scher Stolz pfui. Wählt euren Zufall wei­se. Dem­nächst: Rei­hen­wei­se abge­knick­te Regen­bo­gen­fah­nen, weil die Grü­nen es nicht wol­len, dass ihr mit eurer Umwelt mal im Rei­nen seid. Schlecht, auf jeden Fall, ist Fuß­ball. Im Fern­se­hen hei­ßen Wali­ser „Kel­ten“ und Islän­der „Wikin­ger“, Fran­zo­sen aller­dings selt­sa­mer­wei­se nicht „Frosch­fres­ser“. Ehre, wem Ehre gebührt.

Auch schlecht, auf jeden Fall, ist es, ein Mann zu sein, also dem­nächst, wenn ein­ver­nehm­li­cher Geschlechts­ver­kehr vor dem Gesetz so lan­ge eine Ver­ge­wal­ti­gung ist, bis zwei­fels­frei das Gegen­teil bewie­sen wur­de, und vor­sich­ti­ge Nicht­teil­nah­me vor­aus­sicht­lich sexi­sti­sche Dis­kri­mi­nie­rung. Kann man es rich­tig machen? Klar: Ein­fach Frau sein. Gewon­nen qua Geschlecht.

Schö­nes kommt der­weil von den Ver­ein­ten Natio­nen: Inter­net­zen­sur ver­letzt die Men­schen­rech­te; das tut Krieg zwar auch, aber irgend­wo muss man ja anfan­gen. Alles Wei­te­re regelt ein Bun­des­ge­setz. Es wäre ver­früht, uns nun dar­auf einen run­ter­zu­ho­len.

Machen wir statt­des­sen das Nahe­lie­gen­de: Hören wir ein Metal­co­ver eines Emi­nem-Stücks.

Emi­nem – „Rap God“ (Cover By The Ani­mal In Me)

Guten Mor­gen.

SonstigesIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 2. Juli 2016

Im aktu­el­len „SPIEGEL“ tref­fen Femi­nis­mus, Anti­deutsch­tum und Vega­nis­mus vor­treff­lich auf­ein­an­der:

Die Spre­che­rin der Links­ju­gend wur­de von Migran­ten ver­ge­wal­tigt. Der Poli­zei sag­te sie zunächst nur, sie sei bestoh­len wor­den, von Män­nern, die deutsch spra­chen. (…) Gören mit ihrer wei­ßen Blu­se, dem streng zur Sei­te gefloch­te­nen Zopf und dem glit­zern­den Herz­an­hän­ger wür­den vie­le für eine ange­hen­de Betriebs­wir­tin hal­ten, hät­te sie nicht eine Freun­din mit lila gefärb­ten Haa­ren als Ver­stär­kung mit­ge­bracht. Woher sie sich ken­nen? “Unter vega­nen Anti­fa­schi­sten kennt man sich eben”, ant­wor­tet Gören.

Fazi­al­pal­mie­rend wei­ter­le­sen auf Blend­le (Bezahllink, par­don).


Beim „Mit­tel­deut­schen Rund­funk“ wur­de vor­ge­stern getwit­tert:

ICE aus Angst vor Ter­ror­an­schlag in Nie­der­sach­sen eva­ku­iert. Ein Rei­sen­der hat­te laut Koran­ver­se zitiert. Kein Spreng­stoff gefun­den.

Nicht mal auf die Ter­ro­ri­sten ist noch Ver­lass. :twisted:


Wo muss denn unbe­dingt noch mehr Inter­net rein? Rich­tig:

Win­del mel­det dem Smart­phone, wenn sie voll ist

Ich fin­de ja, das ist eine Schei­ßidee.


Habt ihr schon „Kar­tof­fel­sa­lat“, den groß­ar­ti­gen Film mit diver­sen deut­schen YouTube-„Stars“, gese­hen? Nein? Gut so!

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Potenz­ge­prot­ze mit „ZEIT ONLINE“

ZEIT.de, heu­te, 7:53 Uhr:

Die Brexit-Anfüh­rer woll­ten die natio­na­le Kon­trol­le erobern. (…) Ihr Potenz­ge­prot­ze hat der Demo­kra­tie gescha­det. (…) Weil John­son und die ande­ren ihre groß­spu­ri­gen Ver­spre­chen nicht ein­lö­sen, ver­stär­ken sie ihre Anhän­ger nur noch in der Wahr­neh­mung, dass die Poli­tik sowie­so nichts mehr ändern kann oder will. Dass sie als Bür­ger aus­ge­lie­fert sind.

ZEIT.de, heu­te, 7:29 Uhr:

Nicht nur in Euro­pa, auch in Groß­bri­tan­ni­en hof­fen vie­le, die Brexit-Ent­schei­dung lie­ße sich noch mal umkeh­ren. (…) Gibt es noch Wege, den Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU zu ver­hin­dern? Wir stel­len fünf Mög­lich­kei­ten vor[.}

Man ver­sprach mir Ver­lags­ster­ben.

Netzfundstücke
Bin­go!: ARD und WTF?

Fett, Jun­ge:

Das neue, auf die jun­ge Gene­ra­ti­on aus­ge­rich­te­te Online­an­ge­bot von ARD und ZDF soll am 1. Okto­ber star­ten. (…) Ziel­grup­pe sind die 14- bis 29-Jäh­ri­gen.

Flo­ri­an Hager, etwa 40 Jah­re alt und somit bei ARD und ZDF noch fast ein Küken, hat also ein ehr­gei­zi­ges Ziel: Über ein „Online­an­ge­bot“ Leu­te zu begei­stern, die besten­falls nur elf Jah­re jün­ger sind als er und mit dem gan­zen Mist auf­ge­wach­sen sind, gene­rel­le Blöd­heit wie die gele­gent­li­che Ver­wechs­lung von Web und Inter­net, Face­book und Inter­net sowie Goog­le und Inter­net aus dra­ma­tur­gi­schen Grün­den ein­mal bei­sei­te gelas­sen.

Denn wenn es einen Men­schen gibt, der weiß, wie er Kin­der und Jugend­li­che begei­stern kann, dann ist es ja wohl jemand, der ihr Vater sein könn­te und beim Opa­fern­se­hen arbeitet!!1! Bei „SPIEGEL ONLINE“ kennt man sich damit ja aus. (Sie­he auch hier u.a.)

Aber kei­ne Sor­ge, Flo­ri­an Hager hat einen Plan:

Das „Jun­ge Ange­bot“ soll auf einer Inter­net­platt­form basie­ren, cross­me­di­al sein und Fern­seh- und Radio­bei­trä­ge mit Inhal­ten auf Online­fo­ren ver­knüp­fen.

Eine „Inter­net­platt­form“ (das muss man sich wohl wie eine Ölplatt­form vor­stel­len, nur dass dort nach Inter­net gebohrt wird), mit modern­sten Metho­den cross­me­di­al mit dem hip­pen Trend­me­di­um Radio ver­knüpft. Tscheck dis aut!

Facepalm

Es wur­den schon Leu­te für weni­ger Unsinn in einen Ker­ker gewor­fen.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Rotor – Voll­last

Jetzt, hierEs ist Mon­tag. Die Wet­ter­aus­sich­ten sind ange­mes­sen trü­be, weil es wie­der ein­mal tief drin­nen nagt, weil man sich mon­tags ja dann doch immer so fühlt. Ver­mut­lich ist es bes­ser, es nicht zu bemer­ken, wenn man auch mal Glück hat, damit der Unter­schied nicht so schreck­lich auf­fällt. Emo­tio­nal und nerv­lich am Ende mit drei Buch­sta­ben: Ich. Es ist – ihr ahnt es – mit­un­ter bedrückend, ich zu sein.

Die Flucht nach vorn – in die Nach­rich­ten – ist also ange­sagt. Im Ver­ei­nig­ten König­reich und im Vati­kan wird von der unter­le­ge­nen Min­der­heit im „Brexit“-Referendum ange­strebt, das Refe­ren­dum wie­der­ho­len zu las­sen, weil die Mehr­heit doof gewählt hat. Ich fin­de das nach­ah­mens­wert, mir gefällt die Wahl der Mehr­heit in Deutsch­land näm­lich auch nur äußerst sel­ten. Was wis­sen die doo­fen Ande­ren schon von Poli­tik? – Nur kon­se­quent ist es da, dass Jean-Clau­de Jun­cker laut Medi­en­be­rich­ten – die ent­spre­chen­den Medi­en möch­ten hier auf­grund des von ihnen unter­stütz­ten Lei­stungs­schutz­rechts nicht ver­linkt wer­den – jetzt dar­auf drängt, den Euro in der EU zur Pflicht zu machen. Das haben die ande­ren Län­der jetzt davon, nicht auch aus­ge­tre­ten zu sein.

Mal was ande­res: Seid ihr auch im Fuß­ball­fie­ber? Dann ist euch sicher­lich ent­gan­gen, dass die Bun­des­re­gie­rung sich mal eben dar­auf ver­stän­digt hat, künf­tig auch eure Kin­der über­wa­chen zu las­sen, wegen Ter­rors. Wäh­rend ihr ins Aus­land guckt, wird Schritt für Schritt euer Inland zer­stört. Natio­nal­elf erhält Moti­va­ti­ons­schub, weil Betrun­ke­ner in Ber­lin Lein­wand anbrüllt. Das erklärt eini­ges.

Genug der Lap­pa­li­en. Es ist Zeit für etwas Musik.

Rotor – Voll­last

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 26. Juni 2016 (Femi­nis­mus-Spe­zi­al­aus­ga­be)

Es gibt Grund zu fei­ern:

Das Plus-Size-Model Ash­ley Gra­ham hat mit einem Insta­gram-Foto Mil­lio­nen Frau­en begei­stert. Auf einem Fahr­rad fliegt ihr Rock so hoch, dass man einen Groß­teil ihrer Cel­lu­li­te sieht.

Das näch­ste gro­ße Ding: Models mit einem Haut­pro­blem. Gibt’s schon wel­che mit Schup­pen?


Gina-Lisa Loh­fink, der­zeit in allen Klatsch­spal­ten zu Hau­se und mir bis dato unbe­kannt, nach kur­zer Recher­che aller­dings auch nicht für ken­nens­wert befun­den, muss sich, meint Bun­des­rich­ter Tho­mas Fischer, zumin­dest nicht vor­wer­fen las­sen, wie all die ande­ren Kurz­zeit­be­kannt­hei­ten aus dem Arbeits­lo­sen­fern­se­hen nichts Sinn­vol­les gelernt zu haben:

Das (stark her­un­ter­ge­rech­ne­te) Net­to­ein­kom­men die­ser Beschul­dig­ten müss­te dem­nach bei etwa 400 Euro pro Tag (= 12.000 Euro pro Monat) lie­gen, was plau­si­bel ist, denn als Mensch mit dem Beruf „Vor­zei­gen-von-dicken-Sili­kon­brü­sten“ soll­te man schon deut­lich mehr ver­die­nen als der Prä­si­dent eines Ober­sten Bun­des­ge­richts.

Gibt ja sowie­so zu vie­le von denen.


Sowie­so und immer lesens­wert:

Und ich fin­de es selt­sa­me Zei­ten, in denen eine Gesell­schaft Mil­lio­nen über Mil­lio­nen für eine ihrer Grup­pen auf­bringt, deren in Talk­shows her­um­ge­reich­te Ver­tre­ter eben die­se Gesell­schaft zugleich ein Patri­ar­chat nen­nen, das sie unter­drückt.


Die Neue Zür­cher Zei­tung fin­det in einem Text, in dem sie durch­weg das schau­der­haft klin­gen­de und über­dies fal­sche „Stu­die­ren­de“ statt „Stu­den­ten“ ver­wen­det, die poli­ti­cal cor­rect­ness in den USA über­trie­ben.


Ihr seid Män­ner und woll­tet schon immer mal wis­sen, woher die für die angeb­li­che Lohn­lücke zwi­schen Män­nern und Frau­en ver­ant­wort­li­che unglei­che Ver­tei­lung von Arbeits­zei­ten stammt? Ganz ein­fach: Wenn Frau­en so lan­ge arbei­ten wür­den wie ihr, pro­te­stier­te ihr Kör­per dage­gen. Bei Män­nern ist das natür­lich etwas völ­lig ande­res, ein Büro fern­ab von Hob­bys, Freun­den und Fami­lie ist schon evo­lu­tio­när bedingt ihr natür­li­ches Ter­rain.

PolitikIn den Nachrichten
Mor­gen erst mal schön Anschlag. LOL :-)

Sol­che Über­schrif­ten soll­tet ihr mög­li­cher­wei­se vor­erst ver­mei­den. Die USA näm­lich haben, glaubt man aus­nahms­wei­se „hei­se online“, eine pri­ma Mög­lich­keit gefun­den, die Ein­rei­se von Ter­ro­ri­sten erheb­lich zu erschwe­ren:

Gibt es in den näch­sten 60 Tagen kei­nen Ein­spruch, sol­len Ein­rei­sen­de zukünf­tig (…) frei­wil­li­ge Anga­ben zu ihrer Social-Media-Prä­senz machen kön­nen. (…) Im ver­gan­ge­nen Jahr war Kri­tik laut gewor­den, als klar wur­de, dass Details über eine Schie­ße­rei bereits im Vor­feld über Pri­vat­nach­rich­ten über Face­book aus­ge­tauscht wur­den.

Denn wie ja jedes Kind weiß, erkennt man einen Ter­ro­ri­sten pro­blem­los und vor allem feh­ler­frei dar­an, dass er sei­ne Plä­ne im Vor­aus in sozia­len Medi­en bekannt­gibt. Sicher­heit durch Daten­samm­lung!

Facepalm

(via Schwerdt­fe­gr)

PolitikIn den Nachrichten
Drei The­sen zum Aus­tritt „Groß­bri­tan­ni­ens“ aus der EU

Union Flag, ca. 2020Erstens:

Der sei­tens der EU-Ver­fech­ter geäu­ßer­te Ruf nach dem Wei­ter­be­stehen eines stramm durch­bü­ro­kra­ti­sier­ten star­ken Über­staa­tes, der doch bit­te­schön zusam­men­zu­hal­ten hat, weil er nur so sei­ne Rol­le als Welt­macht gegen­über den Ande­ren behaup­ten kann, ist nicht wesent­lich mehr als Aus­druck des Wun­sches nach einem Gro­ß­eu­ro­pa, dem nur mehr die cha­ris­ma­ti­sche Füh­rer­fi­gur feh­len möge. Befeu­ert wird dies durch das fort­wäh­ren­de Stre­ben, den kal­ten Krieg mit dem ver­hass­ten Nach­barn im Osten („dem Iwan“) kei­nes­falls abküh­len zu las­sen. Es mutet wenig­stens selt­sam an, dass es Men­schen zu geben scheint, die wie selbst­ver­ständ­lich natio­nal­staat­li­ches Begeh­ren für sonst­wie rechts statt für natür­lich gege­ben hal­ten und als Gegen­ent­wurf aus­ge­rech­net die Insti­tu­ti­on EU prä­sen­tie­ren.

Zwei­tens:

Wenn, wie es den media­len Anschein hat, das wesent­li­che Pro­blem der EU mit einem Aus­tritt eines Mit­glieds­staa­tes dar­in besteht, dass die Bör­sen („der Markt“, „die Wirt­schaft“, nie­mals aber „der Mensch“) dar­un­ter lei­den, dann hat die­ser Mit­glieds­staat zwei­fels­oh­ne die rich­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen.

Drit­tens:

Es ist für die Attrak­ti­vi­tät der Euro­päi­schen Uni­on für die übri­gen oder gar poten­zi­el­le neue Mit­glieds­staa­ten und somit für ihre wei­te­re Sta­bi­li­tät sicher­lich nicht von Vor­teil, wenn ihre Ver­tre­ter der Umset­zung eines demo­kra­ti­schen Refe­ren­dums so vie­le Stöck­chen in die Spei­chen hal­ten wie nur irgend­wie mög­lich. „EU-Ver­tre­ter haben bereits ange­kün­digt, dass sie an den Bri­ten ein Exem­pel sta­tu­ie­ren wer­den[,] um ande­re Staa­ten abzu­schrecken“, schreibt Chri­stoph Sydow auf „SPIEGEL ONLINE“ und ahnt selbst wohl nicht, wie klug die­se Wort­wahl war.