Dungen – Häxan // Das Geschwätz und wir
Es ist Montag. In Deutschland werden Exilpräsidenten zur Abwechslung mal festgenommen, bei den ehemaligen Präsidenten von Irak und Libyen war man nicht so zimperlich. Vielleicht kann der Bundespräsident, der in einem früheren politischen Amt Murat Kurnaz in einem Folterknast gefangen halten ließ, intervenieren. Aber wer wären wir, der spanischen Regierung in ihre Politik reinzureden?
Anfällig für Geschwätz sind wir. „Ausgerechnet“ Donald Trump, quatschte am Donnerstag ausgerechnet „WELT ONLINE“, habe die „weltweit beste Klimabilanz“. Ausgerechnet! Beinahe wäre man ein bisschen wütend, aber dann bemerkt man noch rechtzeitig, dass dann auch Menschen im persönlichen Umfeld merken könnten, dass man manchmal „WELT ONLINE“ liest, und das gilt es unbedingt zu vermeiden. Grummeln wir also heimlich weiter! Andere Medien haben auch dumme Meldungen: Offensichtlich handelt es sich bei Liedern, die inzwischen seit Jahrhunderten zum volkstümlichen Liedgut gehören, um „SS-Lieder“, weil sie auch in SS-Liedbüchern auftauchten. Es möge „Backe, backe Kuchen“ niemals auf seinen politischen Hintergrund untersucht werden.
Neues hingegen wissen die Medien vom Spielgeld: Bitcoins sind in Deutschland unter Umständen illegal. Es ist ja nicht alles schlecht in der Blockchainforschung.
Es ist Montag und kein Pandabär ist zugegen. Stets zugegen wie rettend aber ist Musik.
Guten Morgen.
Kopfverkatert.
(Was man, andererseits, offensichtlich schon wieder viel zu lange nicht mehr erlebt hatte, war es, Lektionen hin oder her, zu fühlen, wie das Leben eigentlich funktioniert. We teach old hearts to break. Der sich furchtlos erhebende Tag spendet Licht sowie Zerstreuung und fragt nicht, was besser dunkel bleiben sollte. Die Lebensmaxime „ja, aber“ weiß um ihren Reiz, sind Überzeugungen erst einmal flexibel. Il n’y a que la vérité qui blesse.
Die Rechnung bleibt unerbittlich. Wie viel Trink-Geld darf es sein? Es ist alles geliefert wie bestellt, insbesondere auch: man selbst. Dem Gefühlskater ist mit Aspirin nicht beizukommen. Man könne, heißt es, auf der zweiten Seite von Suchergebnissen eine Leiche verstecken, denn dort sehe niemand nach. Selbstbild als Suchmaschine.
Acht Jahre Midlifecrisis. Manche Fragen stellt man einfach nicht.)
Warum Christopher Lauer verstaatlicht werden muss
Christopher Lauer, gescheiterter Christopher-Lauer-Darsteller, nutzt die ihm nach seinem Rückzug aus der „Politik“ frei gewordene Zeit für Meinungen in Meinungsmedien, die sich im aktuellen Fall ungefähr mit diesem Zitat zusammenfassen lassen:
Laut einer Pew-Research-Studie aus 2017 nutzen 45 Prozent der US-Amerikaner Facebook als Nachrichtenseite, und wiederum 50 Prozent dieser Gruppe nutzen Facebook als einzige Nachrichtenquelle. (…) Facebook ist dafür verantwortlich, wie sich für seine Nutzer die Realität darstellt. (…) Die eigentliche, viel interessantere Frage ist, wie ein Gebilde wie Facebook verstaatlicht und unter demokratische Aufsicht gestellt werden kann.
Denn wenn Menschen die meisten Informationsquellen beiseite lassen und sich eine einzige als ihre Nachrichten einrichten, dann ist es doch offensichtlich, dass diese eine Informationsquelle die alleinige Schuld daran trägt und man diesem Umstand nur mit mehr Staat beikommen kann.
Für die Menschen hingegen, die den „Tagesspiegel“ als einzige Nachrichtenquelle nutzen, stellt sich eine Realität dar, in der so ein Quark als „Gastbeitrag“ angenommen und so verbreitet wird, was einen Einfluss darauf hat, wie sich für seine Leser die Realität darstellt. Die Frage muss also lauten, wie ein Gebilde wie Christopher Lauer verstaatlicht und unter demokratische Aufsicht gestellt werden kann.
Medienkritik extern: Geteilte Daten sind doppelte Daten.
Zur Causa bzw. Nichtcausa „Facebook bekommt Daten geschenkt“ und dem erstaunlichen Umgang der Medien mit den gewonnenen Erkenntnissen ist eigentlich inzwischen schon alles gesagt worden, unter anderem von mir, aber das themenbezogene Interview von „Meedia“ mit Fefe möchte und werde ich dennoch nicht ohne mindestens dieses Zitat beiseitelegen:
Man kann nicht jahrelang das Kleingedruckte wegklicken und irgendwelchen wildfremden Apps aus dem Internet seinen Haustürschlüssel in die Hand drücken, aber dann Zeter und Mordio schreien, wenn was wegkommt.
Dass „Meedia“, das natürlich nicht über HTTPS erreichbar ist und auf dessen Website ohne technischen Anlass ein Facebook-Datensammler eingebunden ist, vor wenigen Stunden einen Artikel nachschob, dessen Verfasser sich bitterlich beklagt, dass das Zurückziehen von Facebook zu beruflichen Nachteilen führe, spricht im Übrigen nicht unbedingt für das Arbeitsklima bei „Meedia“.
Frauen: Jetzt auch genderneutral.
Den peak feminism würde ich mit dieser Meldung einfach mal als erreicht betrachten wollen:
Eine Anleitung, die kürzlich vom Mount Holyoke College, einer Schule nur für Frauen, herausgegeben wurde, weist Professoren an, es zu vermeiden, Schülerinnen „Frauen“ zu nennen, um eine „genderneutrale“ Umgebung im Klassenzimmer zu schaffen.
(Übersetzung von mir.)
Die Zukunft, ließ die ehemalige US-amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ihr begeistertes Publikum einmal wissen, sei weiblich. Ganz schön rückständig von ihr.
Liegengebliebenes vom 20. März 2018: Foltern mit Word.
Derzeit in den Stellenanzeigen: Ein Land, das vernünftige Kryptografie verbieten möchte, braucht Hilfe bei der Spionageabwehr gegen ein Land, das vernünftige Kryptografie auch verbieten möchte.
Dazu auch „heise online“: „Industrie und öffentliche Institutionen liefern sich heute ein Wettrüsten mit Angreifern, die versuchen, kryptografische Sperren zu entriegeln“, gefordert wird daher ein „EU-Expertenrat für Kryptografie“. Wenn man ein Rudel sich mit dem Internet nicht befassen wollender Politiker, die funktionierende Verschlüsselung für ein Werkzeug des Terrors halten, damit beauftragt, sich Regeln für eine vernünftige Verschlüsselung auszudenken, dann wird das sehr bald sehr ärgerlich werden, fürchte ich.
Schade: Keinen Computer zu haben schützt in Ghana nicht vor Microsoft Word.
Lustig: Eine Menschenrechtsorganisation in dem Land, das die Schurkenstaaten Israel und Türkei partnerschaftlich mit Waffen beliefert und dessen Presse den US-amerikanischen Präsidenten, der, um eine Wahl zu gewinnen, gelogen hat, er würde ein Foltergefängnis auf Kuba schließen lassen, dann aber ein paar neue Kriege entfachen ließ, auch nach dessen Amtsabtritt noch als jemanden feiert, der den Friedensnobelpreis irgendwie verdient habe, fordert die Festnahme der designierten CIA-Direktorin aufgrund ihrer Teilnahme an solchen Foltereien. Vor der eigenen Tür ist niemals ein Staubkorn zu sehen.
Bizarr: „Eine Auswahl ohne echten Wettbewerb“ sei „leider keine echte Auswahl“, klagen nach dem Sieg Putins in der russischen Präsidentschaftswahl Experten aus demselben Land, in dem die bloße Existenz von Gegenkandidaten zu eigentlich bereits als gewählt geltenden Politikern bereits eine „Kampfkandidatur“ genannt wird.
Kurzkritik: awakebutstillinbed – what people call low self–esteem is really just seeing yourself the way that other people see you
Als Bandwortfreund „guteshoerenistwichtig“ im Februar das Album „what people call low self–esteem is really just seeing yourself the way that other people see you“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp) von awakebutstillinbed – manche eher ungeduldige Leute werfen mir vor, dass meine Sätze ihnen zu lang sind, aber für diesen hier kann ich nur teilweise etwas – anpries, blieb bei mir beim ersten Hören nur die Vermutung hängen, dass ich es mir vielleicht schönhören könnte. Den Versuch war es möglicherweise wert.
Das Quartett awakebutstillinbed („um Shannon Taylor“, als wäre die Aufgabe einer Musikgruppe lediglich die, dekorativ um die Sängerin herumzustehen) kommt aus Kalifornien und macht trotzdem ziemlich britische Musik. Von den Texten sehen wir mal ab, denn wer solche Musik („Post-Hardcore-Pop-Punk vielleicht“, ebd.) macht, dem liegt der Effekt näher als die Offenbarung. Das ist völlig in Ordnung, so lange der Effekt stimmt. Dass das erste Lied „Opener“ und das letzte „Closer“ heißt, wirkt insofern unbeholfener als es müsste.
Denn neben energischem Hard- („safe“) und fröhlichem Punkrock („life“, „fathers“, „closer“) mit heiserem Schreigesang einer- und sanftem Säuseln („stumble“) andererseits weisen die vier auch ein auffallendes Talent zu Singer-Songwritertum, wenn auch immer ein wenig brodelnd, auf und scheinen gegen gelegentliche Ausflüge in elektronisch-verspielte Regionen auch keine grundsätzliche Abneigung zu haben, was das erstaunliche „floor“, dessen Text man dann leider doch problemlos versteht, zu dem Lied auf dem Album macht, das mich dann doch noch mal reinhören ließ.
Es gibt so Momente, in denen „what people call low self–esteem is really just seeing yourself the way that other people see you“ ungefähr exakt die Musik ist, die ich gerade zwecks Frustabbaus durchaus gutheißen kann. Die stilistisch trotz größerer Unterschiede nicht völlig anderswo zu verortenden Friends of Gas habe ich vor einem Jahr bereits entsprechend gewürdigt. Interessant ist das hier Gehörte daher durchaus und zumindest ein Album, das ich in meinem Bestand behalte. Man weiß ja nie, wann es mal wieder so Momente gibt.
Mobil zuletzt!
Dass das, was irgendwelche lichtscheuen Gestalten „mobile first!“ nennen, also die Fokussierung auf winzige Bildschirme als einzig relevante Ausgabeeinheit, einigermaßen scheußlich ist, habe ich anderswo ja schon erklärt. Mir bisher neu war allerdings der Ansatz des „mobile last!“, wie man ihn zum Beispiel bei InformIT findet.
Scrollt man dort nämlich hinunter, so bekommt man eine immerhin nicht völlig absurde Buchempfehlung eingeblendet, die zwar keinen „Schließen“-Knopf hat, aber rechts neben dem Text auf vernünftigen Bildschirmen zumindest genug Platz hat, um nicht allzu störend aufzufallen.
Außer, man hat ein Smartphone.
(Pfeile von mir, defekte Grafikskalierung nicht von mir.)
Der Untertitel von „InformIT“ („the trusted technology learning source“) bedeutet übersetzt so viel wie „die vertrauenswürdige Quelle zum Lernen von Technik“. Von Webdesign steht da ja nichts.
Yes – Machine Messiah // Die Freiheit der Anderen
Es ist Montag. Die Deutsche Bahn AG („schon im Sommer an den Winter denken“, schreibt sie in einem Medienpaket; klar: wenn ich im August aus dem Fenster gucke, ist da auch kein Schnee) zeigt sich überrascht von Märztemperaturen im März und beugte sich dem „Wintereinbruch“ (bahn.de), indem sie den Betrieb einstellte. Andererseits: Wer will schon nach Leipzig? In Leipzig ist es immerhin ziemlich kalt und Pandabären gibt es dort auch nicht.
An einem anderen kalten Ort wurde gestern gewählt. Der neue russische Präsident ist der alte russische Präsident. Genau mein Humor: Diejenigen deutschen Medien, in deren Vorständen Funktionäre von CDU/CSU und/oder SPD sitzen, beklagen sich über eine große Einflussnahme des Staates auf die russischen Medien. Überraschungsarmut ist ihr Mittel. Was läuft im deutschen Fernsehen falsch, wenn mir schon zehn Minuten ohne Ton reichen, um eine Wette auf den Fortgang der Handlung abzuschließen? – Etwas überraschender sind dann doch die Finanznachrichten: Nicht mal die Lufthansa will den Berliner Flughafen noch haben. Und auch die SPD ist in Feierlaune, wie den einschlägigen Nachrichten zu entnehmen ist: Kurden fliehen vor deutschen Panzern – da sage noch mal jemand, die Sozialdemokratie habe nichts erreicht!
Am Speaker’s Corner gilt seit einiger Zeit anscheinend die Regel, dass nicht mehr alles, was nichts mit dem Königshaus zu tun hat, gesagt werden darf: Nachdem erst Martin Sellner mitsamt seiner Entourage ausgewiesen, dann Lutz Bachmann, von dessen Leben und Wirken man sicherlich manches halten kann, aber nicht muss, daran gehindert wurde, nach Großbritannien zu reisen, um dessen Rede zu übernehmen, wurde sie nun unter vielfachem Gekreische – denn so laufen „Debatten“ in der entpolitisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zumeist ab – von Tommy Robinson gehalten, der den Vorteil hat, selbst Engländer zu sein. Eine Gesellschaft, die es zulässt, dass ihre Regierung eine sonstwie offensichtlich bescheuerte Meinung als gesellschaftsfeindlich abtut und ihren Inhaber mit dieser Begründung des Landes verweist, wird sehr bald eine sehr unerträgliche Gesellschaft sein. Wem nützt eine Welt, in der jede Reibefläche hinter Mauern in den Köpfen verschwindet?
Auf „ZEIT Campus“ habe ich gestern gelernt, dass mit Kacke jeder etwas anfangen könne. Da ich das, was jeder tut, meist zu überbieten beabsichtige, beginne ich diese Woche mit Musik, die ganz besonders unkacke ist.
Guten Morgen.
Thüringer Demokratiepreis
Denselben scheint vom Friedensnobelpreis nur noch das Ausmaß der Gewaltbereitschaft zu trennen:
Am vergangenen Dienstag hatte die Polizei in Rudolstadt bei Hausdurchsuchungen große Mengen Chemikalien und Sprengstoff sichergestellt. Pikant: Einer der Verdächtigen ist Träger des Thüringer Demokratiepreises und gehörte zur linken Antifa-Szene des Freistaats.
In Thüringen haben sie die Demokratie noch nicht so lange, daran müssen sie noch arbeiten.
Kurz angemerkt zu Dingen, die zu Deutschland gehören
Unter weitgehender Missachtung der Frage, ob denn zum Beispiel das Internet oder der „alte Mann“ (der alte Mann Mario Sixtus über Horst Seehofer), nämlich Seehofer, Horst, selbst zu Deutschland gehöre, wenn er, also Horst Seehofer, schon annimmt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, verstört mich in der medialen Diskussion hierüber nicht etwa der übliche langweilige Gegensatz zwischen Menschen, die das auch so sehen, und Menschen, die das anders sehen, sondern, dass statt des blöden Reflexes, dass man erwidere, dass jede Weltanschauung in jedes Land gehöre, nicht einer der von „der Mehrheit“ für populär gehaltenen Meinungsmacher es für nötig gehalten zu haben schien, darauf hinzuweisen, dass zu einem Land, das sich für so modern und aufgeklärt hält wie dieses, nicht etwa alle, sondern keine einzige Religion mehr zu gehören hat; und in einer Zeit, in der die Retter des Abendlandes zum allgemeinen Unwohlsein ihr nur schwer verständliches Festhalten an rückständigen Riten („in Deutschland geben wir einander die Hand“ – warum müssen Innenminister eigentlich immer und grundsätzlich aus den Reihen derer mit den antiksten Wertevorstellungen rekrutiert werden?) wieder einmal in irgendwelche Parlamente hineintragen, während ein westliches Nachbarland angehörs der Vielzahl an religiös motivierten Bombardements kaum noch dazu kommt, in Ruhe von Twitter- und Facebooknutzern für sich beten zu lassen, ist die Antwort auf diese kulturellen Unterschiede, man möge doch bitte allen Religionen den gleichen Respekt zukommen lassen, schon deshalb die falsche, weil sie impliziert, dass Religion, dieses Dreirad derer, die Wissenschaft und Vernunft in ihren engen Schädel, dem zufolge sie das ja immer schon so gemacht haben, bei denen, die sich auf „Dichter und Denker“ berufen, überhaupt noch irgendwelchen Respekt und nicht etwa ausgiebiges Auslachen mit Fingerzeig und dem Ausruf „he, guckt mal da: ein Depp!“ verdient habe.
Bleistiftlizenzen (ca.)
Der millennialige Teil derer, von denen ich mich gelegentlich mit Informationen berieseln lasse, zeigte sich hinsichtlich der Pressemitteilung, dass man es nun endlich geschafft habe, sich auf Urheberrechtsabgaben für CD- und DVD-Rohlinge zu einigen, belustigt: Ob diese Abgaben denn auch auf Lochkarten oder, haha, Disketten erhoben würden, weil 2018 niemand mehr CDs oder DVDs brennen wolle. In ihrer Vorstellung nämlich scheint es undenkbar zu sein, dass Spotify, Steam und iTunes selbst unter der zwingenden Voraussetzung, dass hierzulande überhaupt von einer Bandbreitenversorgung gesprochen werden kann, ohne sich schämen zu müssen, nicht der Universalersatz für optische Laufwerke sein können und werden.
Dabei ist das eigentlich Ärgerliche an diesem Beschluss nicht etwa, dass er abermals belegt, dass Verwertungsgesellschaften und Macbookhippies an entgegengesetzten Enden des Zeitstrahls ziehen und dieser Dissens zwischen Modernität und Dickschädeligkeit die Netzpolitik in Deutschland seit ihrer ersten Erwähnung merklich behindert, sondern die Anmaßung, jeder Käufer von Leer-CDs würde diese für den bescheuerten Popquatsch nutzen wollen, den man uns als „Musik“ zu verkaufen versucht. Als würde auf Bierflaschen auch eine zusätzliche Abgabe fällig, weil man auf ihnen die meisten dieser lästigen Gassenhauer blasen kann! Für Stifte könnte man gar eine Staffelung vorsehen: Bleistifte sollten das Doppelte von der präventiven Strafzahlung für Kugelschreiber als Zusatzkosten aufgebrummt bekommen, denn man kann mit ihnen ein Papier mehrfach beschreiben, zum Beispiel mit irgendwelchen verquasten Liedtexten. – Die Gefahr, dass ich jetzt jemandem eine dumme Idee eingeredet habe, ist allerdings sehr klein: Die Verantwortlichen werden diesen Text nicht vor Ablauf von zehn Jahren lesen, so belegt es jedenfalls die Erfahrung.
Wie viel kostet eigentlich eine Plattenpresse?
Medienkritik in Kürze: Völlig blau und nicht allein.
Die überraschende Wahl der Kanzlerin zur Kanzlerin bei keinem Gegenkandidaten ringt, wie mir scheint, selbst den Redakteuren in traditionell wenig aufmüpfigen CDU-nahen Redaktionen längst nur noch ein müdes Nicken ab; weshalb, um hier abermals die „WELT“ als schlechtes Beispiel anzuführen, nicht etwa von einer neuen Aufbruchstimmung oder überhaupt von irgendeiner Stimmung die Rede wäre, wenngleich deren Thomas Vitzthum immerhin das Faselwort „Schreckensschweigen“ anführte, um abzubilden, dass aus den Reihen von CDU/CSU und SPD 33 Abgeordnete Merkel „ihre Stimme verweigerten“ (ebd.), als wäre der Führereid noch immer heilig, sondern auch und insbesondere von einem modischen „Fauxpas“ („Fauxpax“, GMX.net): Zwei der neuen Ministerinnen wagten es, im gleichen Kleid aufzutreten, wie übereinstimmend außer so Modeblogs auch die Politikredaktionen von „WELT“, „heute“, „FOCUS Online“, „B.Z.“, „Kölner Stadt-Anzeiger“, „RP Online“ und viel zu vielen anderen verzichtbaren Presseerzeugnissen berichteten.
Und die haben ein Leistungsschutzrecht bekommen!
Lautsprecher, aber Leishörer (2)
Auf diese Weise zeichnen Geräte wie die smarten Lautsprecher Google Home und Amazon Echo Ausschnitte aus Alltagsgesprächen unerwünscht auf und senden sie an Google und Amazon.
Ein Gerät, das Gespräche unerwünscht aufzeichnet, weiterhin einen „Lautsprecher“ zu nennen zeugt von manchem, nur nicht unbedingt von einer Qualifikation als Technikredakteur eines vermeintlichen Fachverlages.













