Anders als zahlreiche Medien, die es noch bis vor wenigen Wochen für eine schiere Unverschämtheit hielten, dass die gleichen Vermieter, nach deren Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit, die die Menge der Vermieter demzufolge wohl nicht einschließt, sie meist im gleichen Artikel implizit oder explizit riefen, zurzeit beim Errichten neuer Mietshäuser, deren Wohnungen sie nicht mehr zu einem Preis ihrer Wahl, sondern zu einem Preis der Wahl der „Linken“ zu vermieten haben, eher zurückhaltend sind, dieser Tage aber das Geschwätz der Justizministerin (was macht die eigentlich beruflich?) wiederkäuen, Mieter hätten zurzeit gefälligst nicht zum Bezahlen der in Anspruch genommenen Dienstleistung verpflichtet zu werden, überrascht mich die maue Wohnungssituation in deutschen Großstädten nicht im Geringsten.
Hirnfick 2.0 sagt Veranstaltungen ab und streamt sie trotzdem
Die Wohltätigkeitsorganisation „Water is Right“ (zu Deutsch: Wasser hat Recht) macht die Krise noch schlimmer:
Peter Maffay, Pur und viele andere geben am Freitag ein Wohnzimmerkonzert. Und unsere Redaktion bringt die Künstler im Stream zu Ihnen.
Nach Rücksprache mit meinem Einpersonenteam (bestehend aus mir) habe ich beschlossen, dass es meinen Lesern ohne diese Neuigkeit immer noch besser ginge als ohne sie. Die Konzerte von Mousse T., Pur, Glasperlenspiel, Laith Al-Deen, Peter Maffay „und vielen anderen“, die heute ab 18 Uhr stattfinden sollten, sind daher als abgesagt zu begreifen. An ihrer Stelle sendet die Hirnfick‑2.0‑Redaktion als zweiten Teil ihrer Reihe „bessere Konzerte dank Corona“ einen Stream der abgesagten Konzerte von Mousse T., Pur, Glasperlenspiel, Laith Al-Deen, Peter Maffay und vielen anderen – wie immer in Full HD und in Dolby Surround.

Gern geschehen!
27. März für alle!
Über die hiesigen Regelungen zu gesetzlichen Feiertagen ließe sich vieles fragen.
Warum zum Beispiel schreibt der Gesetzgeber vor, dass man nicht zu arbeiten braucht, wenn ein neues Jahr anfängt? Warum ist der Tag der Arbeit ein arbeitsfreier Tag? Warum feiert man in Teilen Deutschlands das Frauenwahlrecht, in anderen stattdessen alle Heiligen und ein feierlich durch die Straßen getragenes Gebäck?
Schließlich und endlich:
Wenn seit 1919 gilt, die staatlichen Feiertage seien Tage der seelischen Erhebung, warum steht dann ausgerechnet der heutige internationale Whiskytag noch nicht in jedermanns Kalender?
Demokratie ist ungesund
Erinnert ihr euch noch daran, als vor ungefähr dreißig Jahren das Volk, für seinen Freiheitswillen zuvor von der heutigen „Linken“ mit unerwarteten Nahschüssen bedacht, sich endlich dem anderen Volk anschließen konnte, um zum Beispiel im zu gleichen Teilen von der SPD und der Automobilindustrie geführten Niedersachsen wesentliche Grundrechte der Demokratie, etwa das Recht auf eine freie und ungehinderte Versammlung zwecks Demonstration gegen die da oben, wahrnehmen zu dürfen?
Die möglicherweise gar nicht zuständige Landesregierung vom zu gleichen Teilen von der SPD und der Automobilindustrie geführten Niedersachsen nämlich nicht:
Versammlungen nach Artikel 8 des Grundgesetzes sind demnach pauschal verboten, selbst wenn sich die Demonstrierenden an die in der Allgemeinverfügung Niedersachsens vorgegebenen Abstände untereinander halten würden.
Was ich von einem Staat, der im Falle einer gesundheitlichen Krise zuerst Kulturzentren und zuletzt Friseure zu schließen bereit ist, in dieser Situation sonst erwartet hätte, wage ich aber eigentlich gar nicht selbst zu wissen.
(via Schwerdtfegr)
Ein Tritt frei.
Andere Zeiten, andere Sitten:

Aber wie viele Personen darf man eintreten, wenn alles wieder vorbei ist?
Der Maskenmann
Es zitiert die „ZEIT“ (vor Beginn der Bezahlschranke) den amtierenden Gesundheitsminister:
Jens Spahn sagt, er sei durch die Corona-Krise zum „Spezialisten für den Maskenmarkt“ geworden.
Da sage noch einer, Deutschland hätte keine Expertenregierung! Wohl dem, der jetzt trotzdem nicht an Stroh denkt.
Was passiert eigentlich, wenn man gedankenlos alles auf einem Computer anderer Leute („cloud“) speichert? Nun, der Computer anderer Leute („cloud“) ist dann irgendwann voll.
Singen, Applaus und Vorhang
Dass Pflegekräfte sich vom täglichen Applaus nichts kaufen können, hat der „Postillon“ bereits gut genug dargestellt. (Weiß Katarina Barley eigentlich, in welcher Partei sie ist?) Dass man zurzeit unbedingt ein Zeichen setzen möchte, koste es, was es wolle, ist vermutlich ein Teil der menschlichen Natur.
Ebenso ist es das Bedürfnis des Menschen, der Musik nicht zu entgehen, und weil das Streamen abgesagter Konzerte den Deutschen nicht lange genügt, wird seit fönf Ohr fönfondvörzäg zurückgesungen: Allabendlich versammelt man sich in vielen Gegenden und kleinen Gruppen dort, wo es möglichst viele Anwohner stört, und trägt schlimme Klassik oder gar Popmusik vor. Für Slayer reicht es hierzulande selten.
Nun ist unklar, wie viele Menschen heute singen werden, denn – ARGHHHH!!! OMG! – es gibt anscheinend eine neue Möglichkeit, als Eltern die Aufsicht über die eigenen Kinder während der Isolation zu delegieren: Das qualitätsreduzierte „Disney+“ ist jetzt auch in Deutschland verfügbar. Da wird nicht mehr gesungen, da wird geglotzt.
Schade eigentlich, denn es gibt gerade einen guten Grund zu singen: Außer Albert Uderzo, dem letzten noch lebenden der beiden Erfinder des wieder aktuellen Passierscheins A38, starb nun auch „Gabi“ Delgado (DAF) im nicht ganz so hohen Alter. Man wünscht sich, die auch – „Todesfeier“ gehört zu den hässlichsten mir bekannten deutschen Wörtern – den Tod gern feiernden Menschen sängen statt der „Ode an die Freude“ endlich mal was Schönes.
Aber Rhythmus, Rhythmus haben sie leider alle nicht.
„Weird Al“ Yankovic – Dare To Be Stupid // Netzkompetenzdrosselung
Es ist Montag. F.D.P., Grüne und „Linke“ wollen den Staat von der Kirche freikaufen. Laut irgendwelcher Umfragen steigen die Zustimmungswerte der „christlichen“ Parteien gerade dennoch auf Kosten der anderen Parteien. Ob sich der Begriff des „kleineren Übels“ jemals zur Disqualifikation eignen wird? Ich möchte es noch erleben – es und eine weltweite Pandabärenpopulation.
Weil in der Europäischen Union fast ausnahmslos Politiker an den Schalthebeln der Wirtschaft sitzen, denen das Internet am Arsch vorbeigeht, hat die Europäische Union jetzt Netflix erfolgreich dahingehend genervt, dass es die Bildqualität runterdreht, falls der Gucker in der EU sitzt. So soll eine Überlastung der Knoten vermieden werden, die wegen Home-Office-Regelungen gerade mehr Verkehr durch- und an die Geheimdienste ableiten müssen als sonst üblich. Nun könnte man argumentieren, dass, wenn man in einem Staat lebt, dessen staatlich gefördertster Telekommunikationskonzern die Digitalisierung des Alltags nicht flächendeckend umzusetzen bereit ist, vielleicht das Wirtschaftsministerium, keineswegs aber ein Anbieter dringend etwas unternehmen sollte, aber wir leben in einer Zeit, in der man wesentliches Versagen des Staates nicht mehr wahrnehmen will. Notstandsgesetze, Krise, Panik. Man beende umgehend die Kritik. Ist es nicht ganz erstaunlich, was dieser Staat mit uns Bürgern alles machen darf, einfach so? Immerhin wird das Klimaziel erreicht. Streiken ist so 2019, Krankwerden geht schneller.
Noch schneller funktionieren Messenger (für die Älteren: Chatprogramme) wie ICQ, Threema und WhatsApp. Letzteres ist zu Recht in Verruf geraten, weil es aus Datenschutzsicht ein furchtbarer Anblick ist. Folgerichtig dient es jetzt einem anderen furchtbaren Anblick: Britische Soldaten müssen jetzt Befehlen über WhatsApp Folge leisten. Einige meiner Leser fragten mich bereits, ob ich stattdessen Telegram, das als akzeptable Alternative gilt, nutze. Überraschend stellt sich heraus, dass es aber gar keine akzeptable Alternative ist.
Stellt euch vor, es ist Terroranschlag und keiner geht hin (wegen Corona). Das schreit nach passender Musik.
Guten Morgen.
Alles, was zu Notstandsgesetzen noch gesagt werden muss
Kurzkritik: Leitkegel – Wir sind für dich da
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Aber was kann man empfehlen in dieser Zeit? In Würselen, der Heimat einer politischen Null, brechen die Menschen inzwischen Autos auf, weil Klopapier darin ist. Das ist so verrückt, da müssen deutsche Texte her, am liebsten mit ordentlich Krach.
Da kommt die Post-Hardcore-Band Leitkegel gerade recht, die zwar nicht Fjørt ist (schade!), aber bereits im Dezember 2019 mit „Wir sind für Dich da“ (Bandcamp, TIDAL, Amazon.de) trotzdem einen Rechtschreibfehler und ein beachtliches Album veröffentlicht hat.
In der nicht sonderlich ansehnlichen Verpackung wurden Textzitate aus der Popkultur ebenso eingeflochten wie ein wenig Kritik an derselben: Ein Stück heißt „Tocotronic darf niemals siegen“ und amüsiert mich schon deshalb. Recht haben sie. Ansonsten natürlich: Gitarren und – wie gewünscht – ordentlich Krach.
Ein Leitkegel für die Musik des Jahres 2020, steht zu hoffen. Wir warten es mal ab.
„… von MEINEN Gebühren!“ (2)
ARD und ZDF werden teurer: Ab 2021 werden monatlich wohl 86 Cent mehr fällig.
Zu euren Kommentaren wegen der Werbeeinblendung vor der Ansprache der Kanzlerin: Das war ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen. Wir bedauern das sehr!
Allmählich scheint der Unterschied zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Fernsehsendern ein ähnlicher zu sein wie der zwischen Netflix und russisch-chinesischen Raubkopierwebsites; nur, dass die usability privater Fernsehsender immer noch scheußlich ist.
Die besorgte Nachfrage jüngerer Fernsehgeräte, ob man wohl noch am Leben sei, weil man in den letzten Minuten nicht blöde auf der Fernbedienung rumgedrückt hat, gewinnt humorbezogen durch solche Vorfälle sehr an Qualität.
Liegengebliebenes vom 18. März 2020
Bill Gates hat 2015 gemahnt, dass eine Pandemie die vorhersehbarste Katastrophe der Menschheit sei. Zum Glück hat die Bundesregierung rechtzeitig reagiert und erwogen, jede zweite Klinik zu schließen. Sonst wäre das jetzt sehr gefährlich geworden.
Geht es nach Lenz Jacobsen („ZEIT ONLINE“), so eigne ich mich nicht zum vollwertigen Mitglied der Corona-geplagten Gesellschaft, denn ich habe dieses Jahr noch keine Frau vermöbelt:
Denn neben den medizinischen Risikogruppen müssen wir uns auch um die sozialen Risikogruppen kümmern. Alleinerziehende, Arme, Obdachlose, Alte, Pflegebedürftige, Frauen, denen jetzt häusliche Gewalt droht.
Ein Mann zu sein war mal so viel intuitiver als heute.
Es ist nicht lange her, dass die neue finnische Regierung für ihre Weiblichkeit bejubelt wurde. Überraschend stellt sich jetzt im „Kampf“ gegen ein Virus heraus, dass Frauen auch nicht besser staatenlenken können als andere Menschen. Erstaunlich: Als wäre das Geschlecht völlig unerheblich!
Ich drucke mir morgen ein T‑Shirt mit der Aufschrift „Corona-Fanclub 2020“: Der Eurovision Song Contest fällt dieses Jahr aus. Hurra!
Die „Rhein-Neckar-Zeitung“ – will nicht verlinkt werden (LSR) – schreibt: „Die Arbeitsagenturen wollen in Corona-Zeiten flexibel und unbürokratisch agieren“. Warum eigentlich nur jetzt?
Hochzeitsgeschenk gesucht? Klopapier für über 3.000 Euro, Ring gibt’s dazu. Romantik ist nicht tot!
Niemand hat die Absicht.
Es teilte das Bundesministerium für Gesundheit am 14. März dieses Jahres mahnend mit, man möge nicht auf „Fake News“ hereinfallen:
Es wird behauptet und rasch verbreitet, (…) die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT!
Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen.
Vielmehr möge man:
besonnen bleiben und einander auch unter Stress vertrauen.
Und siehe, man blieb besonnen, vertraute unter Stress und fiel herein:
Die Bundesregierung und die Regierungschefs der Bundesländer haben am 16. März 2020 folgende Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Bereich angesichts der Corona-Epidemie in Deutschland vereinbart:
(…) Für den Publikumsverkehr zu schließen sind
– Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen
– Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen und ähnliche Einrichtungen (…)
– Spielplätze.
Ehrlichkeit ist im Jahr vor so einer Bundestagswahl ja auch deutlich überbewertet.
Dass nun aber Händeschütteln und Gottesdienste gleichermaßen unerwünscht sind, gefällt mir gut. Ich würde dazu gern eine Petition zur dauerhaften Aufrechterhaltung einreichen. Wer würde mitmachen?
Insect Ark – Philae // Afrika ist wie Autobahn.
Es ist Montag. Die diesjährige re:publica wird verschoben, was ärgerlich ist. Die paar Tage Ruhe vor der Alphabloggeria, die einige Tage lang um sich selbst kreist und mit sich selbst spricht, waren immer wieder etwas, worauf man sich freuen könnte.
Corona? Corona. Ich lasse mal ein paar Anmerkungen hier, weil mehr als Anmerkungen ja auch keiner (mich eingeschlossen) mehr lesen oder hören kann und/oder will; beziehungsweise wenigstens zwei: Mexiko erwägt, die Grenze zu den Vereinigten Staaten zu schließen, um die Virusausbreitung zu verlangsamen. Wer dafür wohl bezahlen wird? Andererseits: In Los Angeles wollen sie das Virus anscheinend einfach abknallen. Land of the free, home of the brave. Die besten Witze über die USA schreibt ein Tag in den USA.
Unterdessen hat die „NZZ“ herausgefunden, wieso das Virus sich in Deutschland so plötzlich so schnell ausbreiten konnte: Karneval ist schuld. Sofort verbieten. Gern noch ein paar Jahrzehnte lang, nur so zur Sicherheit. Wir wollen ja kein Risiko eingehen.
Aus einem ähnlichen Grund wurde bei Bahlsen neulich „entschieden“, den Keks „Afrika“ nicht mehr wie einen Kontinent zu nennen. Das sei rassistisch, wurde argumentiert. Afrika sagt man nicht mehr. Das ist wie Autobahn. Sagt man „Afrika“ und isst dabei einen überdies dunklen Keks, dann ist man schlimmer als Hitler. Und wir wissen ja, was mit Menschen passiert, die schlimmer sind als Hitler.
Besser als Hitler ist unterdessen: Musik.
Guten Morgen.
Abschließend angemerkt zur Coronasituation
Sollte die Menschheit wegen der Coronasituation tatsächlich nennenswerte Verluste erleiden, dann hängen diese mit großer Wahrscheinlichkeit damit zusammen, dass auf die Mitteilung, dass Mundschutz und Desinfektionsmittel weniger nützlich sind als Seife, weltweit reagiert wurde, indem als Vorbereitung auf eine Quarantäne aufgrund einer Atemwegserkrankung ganze Autos mit Klopapier beladen werden, bis einer heult – und wie auch immer das ausgeht: Ich freue mich auf die Verfilmung.









