Archiv für November 2017

ComputerIn den Nachrichten
#34c3: Endlich wieder Studenten-CeBIT!

Hurra:

Bis zum nächsten Chaos Communication Congress ist es nicht mehr weit und die geplanten Vorträge stehen soweit fest. (…) Der #34C3 ist restlos ausverkauft.

Das Prinzip von Masse statt Klasse, das veranstalterseits seit Jahren fortwährend penetranter die hackerübliche und begründet bewährte Meritokratie ersetzt, damit auch diejenigen, die nichts können außer sich blöde T-Shirts anzuziehen und sich die Haare zu färben, in inklusiver Manier nicht dazu angehalten werden müssen, auch mal was Vernünftiges zu lernen, damit sie sich mal nützlich machen können und nicht bloß vier Tage lang in der Fummelecke („Lounge“) abhängen, ist auch 2017 noch Antrieb und mäßig gut verborgenes Erfolgsgeheimnis des ehemaligen Hackervereins. Irgendwie linke Kongresstouristen aus der Peripherie fragwürdiger Vereine machen den Laden voll und sorgen für prima Presse, da ist ein weniger einladendes Umfeld für den traditionell eher introvertierten Nerd mit massenfremden Spezialinteressen allenfalls Kollateralschaden. Wer Informatik schon mangels Themenkenntnis nur aus Soziologensicht sieht, der wird scheitern. Christian Kahle jammerte heute auf „WinFuture“, dass es „nicht gerade erfreulich“ (ebd.) sei, dass viele Frauen – als sei das das wichtigste Kriterium – trotz all der teuren Förderung immer noch gar keinen Bock auf ein Informatikstudium hätten. Ich fürchte, beim „Congress“ würde diese Wortwahl nicht einmal mehr semantisch hinterfragt.

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MusikNetzfundstücke
Man stelle sich vor, „kein Besitz“ sei im Besitz.

Gute Nachrichten: Beim Android-Cheeseburger-„Emoji“ – was auch immer das mit Gefühlen zu tun haben mag – liegt der Käse jetzt, also in der neuesten Android-Version, endlich an der richtigen Stelle. Da die wichtigen Probleme der Welt damit vorerst gelöst sein dürften, können wir uns jetzt endlich mal wieder dem Kapitalismus zuwenden, dem musikalischen diesmal.

Vor etlichen Jahren nämlich sang John Lennon, Schmusesänger und Frisurenträger, in einem seiner langweiligeren und deshalb bekannteren Lieder ungefähr, man möge sich eine Welt vorstellen, in der es keinen Besitz gibt, in der jeder alles mit jedem teilt und wie schön diese Welt doch sicherlich sei. So schön wie Venezuela, merkte bereits 2016 ein frecher Zyniker an, den Geträume nicht besonders beeindruckt zu haben scheint. Die Urheberrechte an diesem Lied wurden im Juni 2017 jedenfalls zur Hälfte John Lennons Witwe Yoko Ono, selbst erfreulich erfolglose Musikerin und ansonsten vor allem dafür bekannt, fremdes Geld auszugeben, zugeschlagen, was formell (ich selbst kenne die Geschichte des Liedes nicht aus erster Hand) vor allem bedeutet, dass sie Geld bekommt. Geld kann man ja immer mal brauchen. Stellt euch vor, es gebe keinen Besitz – traurige Zeiten wären das für manchen Künstler, wie es scheint.

Wie ich ausgerechnet heute darauf komme? Nun, ich wurde heute auf einen drei Tage alten Tweet aufmerksam gemacht, in dem ein Autor und Produzent von so Sitcoms die Bemerkung anbrachte, ihm sei unlängst rechtlich untersagt worden, eine seiner Figuren sagen zu lassen, man möge sich keinen Besitz vorstellen; anscheinend handelt es sich bei dieser Phrase auch dann um eine urheberrechtlich geschützte, wenn sie nicht im Liedkontext erscheint. Während ich das aus Ironiesicht einigermaßen begeisternd finde, beneide ich die zuständigen „Juristen“ nicht, immerhin ist es anscheinend Teil ihres Berufs, triviale Liedtexte auswendig zu lernen, um Übereinstimmungen in allerlei Texten zu finden.

Ob Rammstein und Scooter wohl auch solche Anwälte beschäftigen?

In den NachrichtenPolitik
Tabak wird für weitere fünf Jahre zugelassen

Was nicht in den Nachrichten zu lesen ist und darum keinen überzogenen Wirbel auslöst:

Tabak ist umstritten, weil es nachweislich ziemlich zuverlässig Krebs erregt. Doch auch Deutschland stimmte der Zulassungsverlängerung zu – sehr zum Ärger des Koalitionspartners SPD.

Vielleicht sollte man auf Glyphosat auch einfach so Text und Sammelbildchen draufdrucken. Danach wird sich keiner mehr beschweren.

Netzfundstücke
Fotoshooting (optimiert)

Womit entfernt Ihr unerwünschte Objekte auf Euren Fotos?

Ich hab immer ’ne Knarre im Hosenbund dabei. Falls die unerwünschten Objekte sich nicht freiwillig entfernen, helf ich damit ein bisschen nach. :ugly:

(Quelle; apropos)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Buffy Sainte-Marie – Starwalker // Lebenszeitminister

Was fehltEs ist Montag. In antiken Gesellschaften wäre man für die Überbringung einer derart schlechten Nachricht längst auf mehr oder weniger kreative Weise entleibt worden, aber schier zu erfrieren ist ja auch eine angemessene Bestrafung. Verdammte Erderwärmung immer, die lässt sich echt Zeit.

Palim-palim, die Nachrichten: „Der französische Präsident Emmanuel Macron will Frauen besser vor Gewalt schützen. Sein Land soll außerdem mehr Geld für Gleichberechtigung ausgeben“ („ZEIT ONLINE“), da wächst zusammen, was zusammen gehört, nämlich Feminismus und politische Dummheit. – Französische Politiker andererseits wollen immerhin noch Politik machen, Anke Domscheit-Berg – aus irgendeinem Grund als Parteilose für die „Linke“, anscheinend die einzige Partei, die gar keine Aufnahmebeschränkungen hat, in Berlin meine Steuern wegsesselfurzend – hingegen will im Bundestag etwas ablegen können. Ich habe die nicht gewählt.

Bei anderen will es aber auch keiner gewesen sein: Unter der Überschrift „SPD stellt Union Bedingungen“, die Pointe also immerhin richtig erkannt habend, zitiert „SPIEGEL ONLINE“ Angela Merkel, die gesagt habe, die „Politiker hätten von den Wählern das Mandat zu einer Regierungsbildung erhalten“ und die „geschäftsführende Bundesregierung unter ihrer Führung sei handlungsfähig.“ Wahlen sind ja auch immer blöd, die nehmen Menschen ihre gut bezahlten Posten weg. Warum also überhaupt noch wählen? Es sind doch alle Posten besetzt und die Amtsinhaber können sie auch allesamt noch mit ausreichendem Eifer ausüben. Das hat in Angela Merkels Jugend ja auch schon funktioniert, Genosse Honecker konnte es ja auch noch, da spart man sich doch den Trubel mit der Wählerei gleich ganz.

In etwa einem Monat findet der schon jetzt unsägliche 34. „Chaos Communication Congress“ statt. Ich werde dazu beizeiten meine gewohnt nüchtern formulierte Kritik anbringen, stelle aber schon jetzt fest, dass die Gerüchte bezüglich des Congresses nicht gerade das Bild einer liberalen Veranstaltung zeichnen. Schwer gezeichnet sind auch Cloud-Rapper, Vertreter eines mir bisher unbekannten Subgenres des Hip-Hops, das offenbar eine Menge mit Drogen zu tun hat. Ich finde die Genrebezeichnung einerseits treffend, das Tun andererseits befremdlich. Nüchterne Tonaufnahmen können doch auch ganz gut sein.

Zum Beispiel von Buffy Sainte-Marie.

Buffy Sainte-Marie live performance of Starwalker

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kein Wahlrecht für Schmetterlinge!

Auf ihrem heutigen kunststoffreichen Parteitag in Berlin blickten, berichten die Medien, die Grünen optimistisch in die Zukunft, denn nicht nur habe das vorläufige Scheitern der Koalition mit „Union“ und F.D.P. die Nähe zur offenbar natürlichen politischen Partnerin, der CDU, gestärkt, sondern auch und vor allem seien sie, die Grünen, nicht schuldig am Ablauf, denn sie, die Grünen, haben nach Kräften „zuerst ans Land“ („ZEIT ONLINE“) gedacht.

Einer der beiden nun ehemaligen Verhandlungsführer, der alte Mann Cem Özdemir, mutmaßte:

Wer weiß, wie die Verhandlungen ausgegangen wären, wenn die FDP nicht so ein Männerclub gewesen wäre.

Seine politische Partnerin, die qua 100-Prozent-Quote zur Zwangskandidatin gekürte Katrin Göring-Eckardt, ergänzte, dass Pessimismus nun unangebracht sei, denn die nächsten vier Jahre – unabhängig davon, was nun regierungsmäßig noch geschieht – seien schon jetzt die vier Jahre, in denen es gelte, neue Wählerschaften zu erschließen, an die noch niemand sonst gedacht hat:

Wir wollen dass in diesen vier Jahren, dass jede Biene, jeder Vogel und jeder Schmetterling weiß, wir werden uns für sie einsetzen!

Wenn es schon für die Menschen nicht reicht.

Netzfundstücke
Den Kapitalismus einfach austrinken

Das, sozialistische Tageszeitung „Neues Deutschland“, ist eigentlich auch alles, was man über den Marxismus noch sehen oder lesen muss:

Seufz; bzw. saufz.

Musikkritik
A.R. & Machines – Die grüne Reise

A.R. & Machines - Die grüne ReiseDieser Tage ist in der Presse zu lesen, dass Achim Reichel, bekannt für Scheißmusik, um 1970 herum auch mal gut war, was er mittlerweile auch selbst eingesehen hat und dem Abfeiern seiner Experimentalphase aktiv zuarbeitet. Für die beste Platte dieser Schaffensphase, die mit dem treffend benannten Album „Erholung“ 1975 endete und anschließend ohne merklichen Übergang durch besagte Scheißmusik verdrängt wurde, wird „Die grüne Reise“ von 1971 (Amazon.de, TIDAL) gehalten. Weil mich das musikalisch Obskure meist reizt, habe ich mal reingehört.

Auf die Ohren gibt es keine Seemannslieder und keinen Beatblödsinn, sondern jahres- und landesübliche Drogenmusik, wie sie zur gleichen Zeit auch aus diversen Hippiekommunen zu hören war. Die Legende besagt, dass der Komponist nur versehentlich auf einen ihm unbekannten Knopf an seinem Effektgerät gekommen war und plötzlich eine Eingebung hatte, aus der diese Musik entstand, aber darum mag es gerade mal nicht gehen. – Die „grüne Reise“ ist tatsächlich aufgebaut wie eine solche, sich über zehn Stücke, von denen die meisten recht kurz sind, allmählich steigernd und in den nicht uninteressanten Fastzwölfminüter „Truth And Probability (A Lexicon For Self-Knowledge)“ mündend. „Die grüne Reise“, das sei gesagt, ist bilingual, die Texte, sofern gegeben, sind englischsprachig.

A.R. & Machines – Globus (Globe) (Die Grüne Reise)

„Die grüne Reise“ ist, vermutlich nicht zuletzt wegen seiner Entstehungslegende, ziemlich repetitiv und damit trotz seiner angenehmen Kanten weniger seltsam als manche zeitgenössische Konkurrenz, was keineswegs heißen soll, dass es nicht genau das richtige Maß an „was war das denn gerade?“ bietet, wenn man in so einer Laune ist. Dabei ist das eröffnende „Globus“, soeben zu hören gewesen, mit seiner Flirrigkeit noch beinahe ein wenig untypisch für das Album: Drei der vier „Station“-Stücke, deren erstes beinahe gewöhnlichen Rock ins Klangbild integriert, legen vor dem Hörer eine elektronische Landschaft im Geiste von Tangerine Dream u.a. aus, mittig unterbrochen von dem beinahe Can-tauglichen Gesangsstück „I’ll Be Your Singer. You’ll Be My Song“. Und dann wäre da noch das letzte Stück (auf späteren Fassungen von zwei weiteren Stücken aus späteren Veröffentlichungen, nämlich den recht entspannenden Titeln „Gute Reise“ und „Atmosphere“, verfolgt), eine für diesen Künstler und selbst dieses Jahr vergleichsweise bekloppte Darbietung dessen, was man aus einer Gitarre, ein paar Echoeffekten und, wie ich einfach einmal annehmen möchte, ordentlich Drogen so herausholen kann, Hühnergeräusche eingeschlossen:

Achim Reichel & Machines – Truth And Probability (A Lexicon For Self-Knowledge)

Ich bin insgesamt einigermaßen verblüfft über die mediale Rezeption dieses Albums ausgerechnet im Jahr 2017, mir selbst aber auch noch nicht ganz sicher, was ich von dem Gehörten halten soll. Als Wertung möchte ich obiges „nicht uninteressant“ einfach mal stehen lassen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Pluralistisch wie der Vatikan.

Von einer Partei, deren Vorsitzende politische Forderungen mit dem Alten Testament begründet, etwas Restvernunft zu erwarten ist vermutlich ein reicher Quell der Enttäuschung, aber diesen Antrag der Leipziger „Linken“ möchte ich dann doch nicht unerwähnt lassen:

Compact und andere Verlage (…) von der Buchmesse ausschließen, um (…) Pluralismus zu ermöglichen!

Und wenn wir dann noch alle Parteien außer der „Linken“ verbieten und eine großzügig dimensionierte Mauer hochziehen, haben wir endlich wieder vernünftige Verhältnisse in Ostdeutschland. Braucht Russland noch ein bisschen Fläche?


Prima Feststellung zum lästigen Texteditor Atom: „Ein Githubnutzer taucht auf, um damit zu prahlen, dass man ‚fast ohne Verzögerung‘ tippen kann.“

In den NachrichtenPolitik
Kurz angemerkt zum „grünen“ Koalitionsverständnis

Wenn nun, da „Jamaika“ (ehedem: „Schwampel“), wie bereits heute früh bemerkt, bis auf Weiteres keine Koalitionsoption mehr darstellt, die Grünen, die sich seit spätestens ihrem fehlenden Prinzipien zu verdankenden Aufstieg 1998 vor allem dadurch hervortun, dass sie sich einem Chamäleon gleich ihrer politischen Umgebung, sei sie nun kriegerisch oder sei sie nun automobilfreundlich, anpassen und sich dabei aufgrund ausbleibender Stärke des Willens, eigene politische Inhalte außerhalb Twitters und Talkshows durchzusetzen, sowohl in Koalitionen mit der CDU, für deren Gunst sie auch schon mal Handgranaten für Polizisten für eine gute Idee halten, als auch mit den „Linken“ und sogar mit der rechtspopulistischen SPD wohl genug fühlen, sich auf vielerlei Kanälen darüber beschweren, dass die F.D.P., deren Wahlversprechen mit den ihren nicht zu vereinbaren waren, im Gegensatz zu ihnen ab einer gewissen Menge an Kompromissen (lies: Streichungen von politischen Zielen [lies: Prinzipien]) nicht mehr bereit war, die Inhalte, für die sie gewählt wurde, irgendeiner Beteiligung am Futtertrog mit gut bezahlten Pöstchen unterzuordnen, denn das sei, faselte Reinhard Bütikofer, eine Verweigerung „staatspolitischer Verantwortung“, als lautete die einzig relevante staatspolitische Verantwortung in einer parlamentarischen Demokratie – sofern das Wort „Demokratie“ sich für Vertretersysteme überhaupt eignet – nicht, den Willen der Mehrheiten, die sich durchaus manchmal etwas dabei denken, dass sie sich beim Kreuzemachen für eine bestimmte Partei entscheiden, und ihre politischen Wünsche mittels Wahl überhaupt erst zu irgendwelchen „Sondierungen“ führen ließen, bestmöglich umzusetzen, sondern diese Mehrheiten wie bereits in den letzten Jahren dank überragender prozentualer Überlegenheit durchzuregieren, auf dass jede Opposition mangels Stimmanteils politisch egal sein möge, dann diskreditiert das tatsächlich eine bestimmte Partei; und die trägt kein Grün in ihren Farben.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Kamchatka – Tango Decadence // Ausgeschwampelt.

Guck mal, wie der guckt!Es ist so was von Montag, da brauchen wir gar nicht drüber zu diskutieren; machen wir auch nicht, ist ja kein Chat hier. Gibt es noch was zu Pandabären in den Nachrichten? Natürlich, denn Pandabären sind immer gefragt: Melania Trump hat sich Pandas angeguckt. Drollige Wesen scheinen in ihrem Leben eine große Rolle zu spielen.

Apropos Politiker: Während in Dänemark Hipsterverbote zur Diskussion stehen, verlief die hiesige politische Diskussion in den letzten Tagen etwas zäh. Die Koalitionsbildung der dreieinhalb angeblich mit einem Regierungsauftrag ausgestatteten Parteien anlässlich der Neubildung des kommenden Bundestags gestaltete sich Medienberichten zufolge ungefähr so schwierig wie angenommen, was schließlich und endlich in einen Verzicht seitens der F.D.P. mündete. Wäre es nicht für jeden Wähler eine weitaus angenehmere Entscheidung, man verzichtete auf irgendwelche Klüngeleien und setzte die Parteien stattdessen in dem Wahlergebnis entsprechenden Anteilen nebeneinander in diesen Bundestag? – Ach, das wäre dann Volkswille. Mein Fehler!

Manchmal steht Nutzen eben vor coolness. Bei „heise online“ versteht man das nicht, dort preist man den ollen Chromefox 57 dafür, dass er „wieder cool“ sei, und plötzlich meldet sich schmerzhaft das Alter und weist darauf hin, dass man solchen Kriterien beim Installieren von Krams nichts mehr abgewinnen kann. Gute Nachrichten währenddessen: Betteln ist auch ein Beruf. Da möchte man fast gewalttätig werden, zum Glück fällt einem noch rechtzeitig ein, dass Gewalt gerade nicht so gefragt ist, nicht einmal in einem Heer aus Menschen, deren Beruf es ist, mit Geräten, die allein zu Gewaltzwecken erfunden und gebaut wurden, in irgendwelchen Ländern herumzurennen. Was, Meucheln ist jetzt verpönt? Nein, natürlich nicht – nur sexuelle Gewalt wird nicht gern gesehen, findet man im Feuilleton („Nachrichten“).

Was man im Feuilleton nicht so findet, ist gute Musik gut. Aber dafür bin ich ja da.

Kamchatka – Tango Decadence ( OFFICIAL VIDEO )

Guten Morgen.

NerdkramsProjekte
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt darin um (2).

Ich arbeite momentan quasi nebenbei an einem etwas umfangreicheren Browserdingens, zu dem ich zu gegebener Zeit vielleicht noch ein bisschen Vermarktungsblabla fallen lassen werde. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, habe ich für den endlich veröffentlichten Chromefox „Firefox“ 57 eine einfache Erweiterung geschrieben, die auf deutsch- und englischsprachigen Websites das gefährliche Bingowort „Cloud“ durch „die Computer anderer Leute“ ersetzt, zum Beispiel auf Vergleichsportalen:

So klingt es gleich viel richtiger.

Ich vermute, die Grammatik ist in mancher Formulierung noch nicht ganz sauber. Die erste Testversion ist jedenfalls auf Mozilla.org zu finden. Die Lizenz – wie meist – ist die WTFPL. Erfrischenderweise findet Mozillas automatische Überprüfung, die Lizenz sei nicht sehr schön formuliert. Ich bin immer wieder überrascht.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Liegengebliebenes vom 17. November 2017

Feminismus sei Sexualkommunismus, resümiert Hadmut Danisch.


Die seit einem Vierteljahrhundert obsolete NATO kann – hier muss ich erneut dem türkischen Präsidenten zustimmen – auch weg.


Nachdem sich ausreichend viele Menschen darüber beschwert haben, dass es auf Twitter auch dann möglich war, nachzuweisen, dass man wirklich der ist, der man zu sein vorgibt, wenn man ziemlich konservative politische Ansichten hat, hat Twitter jetzt Konsequenzen gezogen und nimmt „den Rechten“ die Verifikation weg. Ein blaues Häkchen bedeutet jetzt nicht mehr nur, dass man wirklich man selbst ist, sondern auch, dass man politisch auf der Seite der Guten steht. Wer mir mindestens acht Nachteile dieses Vorgehens nennen kann, bekommt ein Fleißbienchen, wird danach allerdings wahrscheinlich von Twitter gesperrt.


Apropos Sperren: Während sich in Deutschland alle Medien an der AfD abarbeiten, beschließt die CDU im Europäischen Parlament wieder mal widerliches Zeug, diesmal schon wieder Netzsperren.


Läuft bei Fußfesseln, nämlich davon.


Kommen wir von alten zu neuen Jugendwörtern: Das „Jugendwort des Jahres“ ist auch diesjährig weder ein Wort noch wird es von Jugendlichen verwendet.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Endlich: Grüne bluten für ihr Land!

Es soll ja niemand annehmen, nur in der Piratenpartei hätte es ein Sonderling leicht, zum Fachmann für irgendwas gekürt zu werden. Die sich selbst als „Finanzexpertin“ bezeichnende Lisa Paus, aus unklarem Grund für die „Grünen“ im Bundestag unser Geld wegsitzend, fragte nämlich am vergangenen Montag doof auf Twitter:

Was haben Schnittblumen, Skiliftfahrten und Rennpferde gemeinsam.

Was Lisa Paus mit Rennpferden gemeinsam hat, ist an dieser Stelle offensichtlich, nämlich das miserable Verständnis für Zeichensetzung, aber darum geht es natürlich nicht, sondern um eine kreischerische Petition einer anderen Frau, über die nur wenig bekannt ist:

Sie ist 25, lebt in Berlin und beschäftigt sich mit feministischen Themen. „Während des Studiums wurde am Ende des Monats oft das Geld knapp. Wenn ich dann noch meine Tage bekam, bin ich schon mal zu meiner Mutter gegangen und habe um Geld gebeten“, sagt sie.

Dass es zum Lebenserhalt nicht reicht, sich mit feministischen Themen zu beschäftigen und in Berlin zu wohnen, stellt außerhalb Berlins keine nennenswerte Überraschung dar, aber statt den richtigen Schluss zu ziehen und sich einer anständig bezahlten Profession, für die man etwas Vernünftiges lernen müsste, hinzugeben, stellt Petitionistin Helena Serbent blöde „Kampagnen“ (das ist Werberisch für „bunte Webseiten“) ins sowieso schon nur noch schwer erträgliche Web, die unter einem bescheuerten „Hashtag“ in Koexistenz mit geradezu preiswürdig debilen Plakatmotiven wie „Ich blute für mein Land“ (da freut sich das Land aber) folgenden Stuss propagieren:

Die Kampagne #BloodyLuxuryTax zeigt eine für Frauen, Non-Binary- und Transmenschen ungerechte Situation auf – ganz einfach, weil CIS Männer nicht ihre Tage haben.

Worum geht es? Nun, vor allem darum, dass Helena Serbert von Steuerrecht keine Ahnung hat. Ihre gesamte „Kampagne“ dreht sich um die Feststellung, dass „Damenhygieneprodukte“ (also Tampons, Binden u.a.) mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt sind, was nach ihrem nicht ausreichenden Verständnis allein daran liegt, dass der Staat selbige Produkte zu Unrecht nicht als lebensnotwendig betrachtet. Das erklärt dumme Fragen wie diese:

Währenddessen unterliegen tatsächliche Luxusartikel wie Kaviar, 5-Sterne-Zimmer oder Kinokarten dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7%, welcher für lebensnotwendige Produkte vorgesehen ist. (…) st Kaviar wirklich lebensnotwendiger als Tampons oder Binden?

(Fehlendes „i“ aus dem Original übernommen.)

Natürlich ist er das nicht, deswegen wird Kaviar ja wie zum Beispiel auch Hummer und Austern gemäß Anlage 2 UStG ebenfalls mit 19 Prozent besteuert, aber wer außer Feminismus und Ausberlinsein nichts kann, der wird niemals in die finanzielle Lage kommen, überhaupt über den Erwerb von Kaviar zwecks Überprüfung nachzudenken. Ich ahne allerdings, woher die falsche Zahl kommt: Auf (mal wieder) taz.de log sich Pseudonyma „Morgane Llanque“ bereits im März 2016 irgendwas über Sieben-Prozent-Kaviar zusammen. Dass es sicherlich Raum für Diskussionen lässt, ob die mobile Blutungsverhinderung „lebensnotwendig“ ist oder nicht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht anzweifeln, aber die Behauptung, es handle sich um eine „für Frauen“ (und so weiter) ungerechte Situation, ist selbstverständlich ein geradezu schmerzhafter Beleg für die geballte Inkompetenz, mit der hier versucht wird, Massen von Menschen, die genau so wenig Ahnung vom Steuerrecht haben, dazu zu bewegen, eine Ungerechtigkeit wegzupetitionieren, die es gar nicht gibt.

Der Regelsatz von 19 Prozent Mehrwertsteuer („Luxussteuer“, H. Serbert, anscheinend ca. 17. Jhd.) gilt nämlich auch für Kondome und Herrenrasierer, und während Kondome mitunter – je nach körperlicher Verfassung – im Gegensatz zu irgendwelchen Blutungsfängern tatsächlich Leben retten können, wobei meist einer dieser angeblich bevorzugten „Cis-Männer“ (zu meiner Zeit hieß das ja einfach nur „Männer“, aber damals wurde jemand mit Non-Binary-Verirrung auch noch als geistig verwirrt betrachtet und bekam nicht stattdessen einen halbwegs seriös wirkenden Preis dafür) derjenige ist, der diese Kondome eben benutzen muss, und nicht bloß dafür da sind, dass man weniger widerlich aussieht, haben Herrenrasierer eine ebensowenig lebensnotwendige Eigenschaft wie Tampons oder Damenbinden; nur, dass hierauf nicht einmal von bärtigen Berliner Startupknechten ein künstlicher Geschlechterkampf gefußt wird. Klar: Berliner. Was ist da schon zu erwarten?

Lisa Paus – die mit den Rennpferden – wird zur Petition von der „taz“ wie folgt zitiert:

„Wir wollen darüber reden, wie man Ausnahmen abbaut. Solange das aber nicht in Sicht ist, geht die Welt nicht unter, wenn wir auch Damenhygieneprodukte begünstigen“, sagt Grünen-Steuerexpertin Lisa Paus. Die Initiative sei deshalb richtig, weil sie ein sehr gutes Symbol sei, um auf geschlechterungerechte Besteuerung hinzuweisen, die auch in anderen Bereichen vorherrsche.

Wenn jemand, der so wenig von Steuern versteht, bereits „Grünen-Steuerexpertin“ sein darf, sollten wir hoffen, dass es auch in Zukunft niemals einen „grünen“ Verteidigungsminister geben wird.


In weiteren Nachrichten: ProSieben-Chef nennt Zuschauer „fettleibig und ein bisschen arm“; und besonders schlau, wie sich aus den einschlägigen Fernsehzeitschriften folgern lässt, sind sie, das füge ich hinzu, augenscheinlich auch nicht unbedingt.

Spaß mit Spam
Unschlagbarmedia

Was passiert eigentlich, wenn man beim Internetdiensteanbieter Unitymedia seinen Vertrag nicht allzu frühzeitig verlängert?

Nun, man bekommt irgendwann eine E-Mail mit einem persönlichen Treueangebot, das es ermöglicht, für einen Aufpreis von nur 0 Euro im Monat ein genau so schnelles Internet zu haben wie vorher, um zu verhindern, dass man einfach den Vertrag kündigt und neu abschließt, was einen immensen Aufpreis von minus 10 Euro im Monat mit sich brächte.

[derGrinch] damit du ein treuer kunde bleibst
[derGrinch] zum vorzugspreis von wie immer
[Lars] ja richtig, weil neukunden für den selben tarif nämlich 25 euro zahlen, nicht wie ich, 35.

(Beschneidung und Markierung von mir.)

Das hat man dann halt davon. :irre: