Schiefes Sprachbild des Tages:
In Rheinland-Pfalz regiert seit 2016 eine Ampelkoalition. (…) [A]lle drei Parteien [hatten] grünes Licht für die Verhandlungen gegeben.
Vielleicht sollte sich das mal ein Techniker ansehen?
Schiefes Sprachbild des Tages:
In Rheinland-Pfalz regiert seit 2016 eine Ampelkoalition. (…) [A]lle drei Parteien [hatten] grünes Licht für die Verhandlungen gegeben.
Vielleicht sollte sich das mal ein Techniker ansehen?

Ich bin ja jetzt keineswegs vom Fach, aber könnte man nicht viel Zeit, Geld und Nerven sparen, wenn man statt dauernd neuer Schnell- und Normalgeschwindigkeitstests, Öffnungszeiten, Schließungsbeschlüssen und Ausnahmeregelungen einfach das so gesparte Kontingent in Impfungen steckte?
Viel ist derzeit zu lesen über die Sorge um die Verödung von Innenstädten. Damit gemeint ist nicht etwa, dass einst attraktive Innenstädte seit Jahrzehnten aufgrund des Baus geschmackloser rundumverglaster Einkaufszentren, als Sahnehäubchen mitunter gar mittels der Schändung historischer Fassaden, ihren optischen Reiz verlieren, sondern – im Gegenteil – das Ausbleiben großer Menschenmengen, die sich durch diese einst attraktiven Innenstädte schieben, um in blöden Geschäften nutzarmen Plunder zu kaufen.
Dass diese Menschenmengen ihr Tun selbst nicht für eine bedenkliche Auswirkung einer ungezügelten Konsumgesellschaft, sondern für eine schöne Freizeitgestaltung halten, ist insbesondere in Erwägung der späteren Erzählungen im Familienkreis witzig:
„Wie habt ihr euren Urlaub zu Hause verbracht?“
„Wir haben eingekauft!“
Ich möchte gar nicht abstreiten, dass die Verfügbarkeit von regulären Ladengeschäften für digital Abgehängte – Berg- und Dorfbewohner, Alte, Kranke – sowie Datenschutzbewusste weiterhin von entscheidender Bedeutung ist; vielleicht aber ist diese Entödung der Innenstädte durch die Rückkehr der Stadt selbst eine gute Gelegenheit, den grassierenden Einzelhandel sinnvoll zu konsolidieren.
Am besten da, wo er optisch nicht stört.
Als die Bundesregierung ihr untertänig die Bitte zugeflüstert hatte, vielleicht darüber nachzudenken, an Ostern nicht mit den letzten überlebenden Rentnern Bullshitbingo („Messe“) zu spielen, überlegte die katholische Kirche nicht lange und befand, das sei zwar eine hübsche Idee, aber leider sehe man sich außerstande, die Gesundheit der Ihren nicht zu gefährden, und die Bundesregierung solle woanders spielen gehen.
Man könnte darüber spekulieren, ob das angesichts des Umstands, dass die christlichen Kirchen bis heute die einzigen sind, deren Symbol ein antikes Folterinstrument ist, überhaupt beachtlich ist, oder (was ich für witziger halte) man bemerkt das schnelle Einschreiten des gottesstaatlichen Innenministers:
Seehofer stellte klar, dass es weder um ein Verbot noch um die Forderung gehe, Gottesdienste zu Ostern ausfallen zu lassen. «Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Bitte handelt», betonte er. «(…) Das Innenministerium hat (…) schon sehr früh in der Pandemie gemeinsam mit den Kirchen Hygiene-Konzepte ausgearbeitet, die bis heute tadellos funktionieren.»
Wenn funktionierende Hygienekonzepte in Verbindung mit erhöhtem Steuerpotenzial aber schon reichen, um die Coronaverfügungen der zuständigen Stellen für nichtig erklären zu dürfen: Warum sind in Bayern dann eigentlich die Restaurants noch zu?
Da darf doch bestimmt auch gebetet werden.
Es gibt Hoffnung für all diejenigen, die heuer in Angst verfallen, weil diesen Monat noch kein neues Audioformat in Sicht ist, das – wie zuvor unter anderem Shorten (1993), MP3 (1993), RealAudio (1995), AAC (1997), MusePack (1997), WavPack (1998), WMA (1999), Vorbis (2000), Monkey‘s Audio (2000), FLAC (2001), ALAC (2004), TAK (2007), Opus (2012) sowie neuerdings, aber auch schon wieder vor Monaten, Lyra – all seine Vorgänger beerben können soll: Das neue Bildformat JXL („JPEG XL“, obwohl doch schon das alte Bildformat eigentlich JFIF und nicht JPEG hieß und obwohl man im Web eigentlich nichts haben möchte, was „XL“ ist, da können die Reklamewichser proklamieren, was sie wollen) könne GIF (1987), JFIF (1991), PNG (2006) und WebP (2010) diesmal aber wirklich komplett und endgültig im Web ersetzen, impliziert „t3n“. Da kann ich nur viel Erfolg wünschen.
Keine Hoffnung gibt es allerdings mehr für diejenige evangelische Kirche, die 1 Mose 11,7 offensichtlich als Anleitung missversteht.
Schiefes Sprachbild des Tages:
Mallorca rudert zurück
Respekt für diese Entscheidung – im Flugzeug wäre das mit dem Mindestabstand auch wesentlich schwieriger zu machen.
Gute Nachrichten für Besitzer von Koksplantagen und Hakenkreuzflaggendruckereien: Wenn man etwas nur hartnäckig genug tut, will die SPD es irgendwann erlauben.
So steht etwa im aktuellen Entwurf ihres „Zukunftsprogramms“, dessen Name bei einer perspektivarmen Partei wie der SPD zumindest Galgenhumor beweist, in Antrag 3.14 folgendes:
Wie Alkohol ist auch __ eine gesellschaftliche Realität, mit der wir einen adäquaten politischen Umgang finden müssen. Verbote und Kriminalisierung haben den Konsum nicht gesenkt, sie stehen einer effektiven Suchtprävention und Jugendschutz entgegen und binden enorme Ressourcen bei Justiz und Polizei. Eine regulierte Abgabe von __ an Erwachsene soll in Modellprojekten von Ländern und Kommunen erprobt werden können, begleitet durch Maßnahmen der Prävention, Beratung und Behandlung im Jugendbereich. Zudem werden wir bundeseinheitlich regeln, dass der Besitz kleiner Mengen von __ strafrechtlich nicht mehr verfolgt wird.
Im Ursprungstext steht anstelle der Auslassungszeichen das Wort „Cannabis“, aber meine beiden Vorschläge sind doch etwas humaner, denn während jemand, der neben mir steht und kifft, mich mit Gestank und (viel zu oft auch) Tabakqualm belästigt, mithin meine Gesundheit ernstlich gefährdet, wirken sich Menschen, die, in eine Hakenkreuzflagge eingehüllt, neben mir Kokain konsumieren, auf meine Gesundheit nicht im Geringsten aus. Vielleicht wäre die SPD offener für die Freigabe von Kokain, wenn es auch stinken würde?
Warum die SPD das mit der Besitzerlaubnis kleiner Mengen – immerhin ist sie seit langer Zeit Teil der Bundesregierung – trotz wiederholter Forderungen nicht einfach tut, möge ansonsten ein Klügerer beurteilen.
Langjährige Leser und solche, die gern mal in anderer Leute Quellcode herumforschen, hatten es möglicherweise bereits mitbekommen: Für diese Website sowie einige meiner Projekte kam jahrelang das Statistikwerkzeug Matomo – schon unter seinem alten Namen – zum Einsatz. Hierfür band ich statt der Verwendung als Loganalyseprogramm ein Zählscript auf einigen Seiten ein, das die Besucherdaten direkt live in eine wachsende Datenbank schrieb, sofern die Besucher JavaScript aktiviert und/oder das Opt-Out-Cookie nicht gesetzt hatten.
Nun ist eine solche Software zwar im Prinzip sehr praktisch für Menschen einer unfeinen Profession, nämlich Werber und ähnliche Heinis, aber der Big-Data-Aspekt dieses Programms, das wesentlich mehr Statistiken rausblies als ich brauchen konnte (letztendlich interessieren mich am meisten die Herkunftsseiten und die ungefähren Aufrufzahlen), vertrug sich nur mittelmäßig mit meinem anderweitigen Pochen auf Datenschutz. Mehr noch: Matomo ist ein herausragendes Beispiel für fast alles, was ich an heutiger Webentwicklung in PHP nicht leiden kann; so blinkte etwa seit dem letzten größeren Versionsupdate ein roter Fehlerbalken kurz auf, dessen Ursprung mir unklar geblieben ist. Mehr als einmal musste ich auch die Software (immerhin nicht die Datenbank) neu installieren, weil irgendein Script bei der Aktualisierung zwischen zwei Betaversionen – ja, ich bin mir des Problems bewusst – irgendwelche Fehler gemacht hatte, die im Bugtracker des Matomoprojekts zwar fast immer schon bekannt, aber selten einfach zu lösen waren.
Da ich seit einiger Zeit versuche, die Nutzung von PHP-Scripts (zusammen mit in Python geschriebenen Scripts, die Gründe sind ähnlich) auf meinen Servern und Webspaces zu reduzieren und langfristig ganz einzustellen, habe ich auch über die Nutzung von Matomo nochmals, wie man es wohl heutzutage nennt, ergebnisoffen nachgedacht. Dieses Nachdenken hatte Erfolg, denn auf Uberspace.de, auf deren Servern ich nach mehreren Wechseln in kurzer Zeit seit neun Jahren einigermaßen zufrieden den Kram hier mache, gibt es bereits anonymisierte und ausführliche Logdateien. Warum werte ich nicht einfach die aus? ‘In eigener Sache: Abayo, Matomo!’ weiterlesen »
Es ist Montag. Am Wochenende wurde in Kassel demonstriert, die Teilnehmer und Organisatoren waren jedoch zu einem erheblichen Teil ein bisschen blöde, weshalb weniger über den Inhalt der Demonstration als über die Fehler aller Beteiligten (Demonstranten, Gegendemonstranten, Schutzkräfte) berichtet wurde und wird. Der größte Fehler ist meiner Meinung nach, dass nicht zugunsten putziger Tiere (warum nicht mal Pandabären?), sondern bloß wegen irgendsoeines Virus demonstriert worden ist, das nun wirklich keine Hilfe braucht. Das ist etwas schade. Ich mag putzige Tiere.
Ein Blick in die Nachrichten offenbar leider trotzdem vor allem Politik – nützt ja nix: Der Berliner Stadtbaurat Florian Schmidt von der Gurkenpartei „Die Grünen“ setzt sich zu niemandes Überraschung über das Gesetz hinweg. Andere Politiker sind schon über viel kleinere Skandale gestolpert und haben ihre Partei mitgerissen. Liegt das am Klima? – Die natürlichen Partner der Bundesgrünen, die SPD (nicht mit den Sozialdemokraten zu verwechseln, die heißen inzwischen „Linke“), erneuern derweil ihr „Bekenntnis zur Bedeutung des ÖPNV für die Verkehrswende“ (September 2020) und wählen ihren Direktkandidaten für die Lüneburger Heide mit einem Hupkonzert im Autokino. Brumm, brumm!
Das ist selbst den Dorfbewohnern jetzt zu blöd: In Ueberau wurde schon wieder die DKP stärkste Kraft, sogar mit Stimmenzuwachs. Dieser Parlamentarismus amüsiert mich mitunter immer noch. In den angeschlossenen Leitmedien berichtet man immerhin über einen weiteren Erfolg der Bundesregierung: Endlich Drohnenmacht! Gibt es eigentlich noch einen einzigen vernünftigen Grund, nicht in ein Land ohne NATO-Mitgliedschaft auszuwandern?
Darüber wird nachzudenken sein, jedoch gern zu heimischer Musikbegleitung.
Guten Morgen.
Braunschweig, die mit großem Abstand schönste Großstadt zwischen Bielefeld und Magdeburg, hat etwas nicht getan und „Queer.de“ ist trotzdem dagegen:
Die Braunschweiger Stadtverwaltung verbietet die vom Bezirksrat Innenstadt beschlossene Installation von gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen – nach neun Monaten „Prüfung“ und mit einer absurden Begründung.
Nämlich:
Es könne nicht zuverlässig der Nachweis eines gleichen Sicherheitsstandards wie bei gewöhnlichen Ampeln erbracht werden, teilte sie dem Bezirksrat mit. Insofern wäre die Installation abweichender Symbolbilder „mit einem nicht abschätzbaren Risiko verbunden“.
Dass diese Begründung zumindest erstaunlich ist, stelle ich hierbei gar nicht in Abrede. Gelesen wird das aber nicht als Beispiel für seltsame Auswirkungen der Bürokratie, sondern als homosexuellenkritisch:
Für ihr vorgeschobenes Sicherheitsargument verleihen wir der Stadt Braunschweig unsere Homo-Gurke!
Ich lasse Witze über das Wort „Gurke“ an dieser Stelle ungemacht, denn meine Leser haben hierzu oft noch schönere Ideen als ich. Vermeintlich gelungene Witze über das Wort „Gurke“ in diesem Kontext bitte ich insofern in die Senfecke zu senfen. Erwähnenswerter ist aber die Implikation, es fördere die Toleranz und/oder Akzeptanz für nicht heterosexuelle Pärchenbeziehungen, wenn man Figuren auf beleuchteten Straßenverkehrsschildern anders anbringt.
Dass das klassische Beziehungsmodell „ein Mann und eine Frau“ noch immer nicht auf „drei oder mehr Personen beliebiger Identität“ erweitert worden ist, kann ich an dieser Stelle noch verstehen – auf Ampeln sind Silhouetten von Personen ab einer gewissen Anzahl nur noch schwer zu erkennen. Kaum zu übersehen ist aber die Implikation, man könne an einer Silhouette das Geschlecht erkennen: Zwei Menschen ohne Rock, zwischen denen ein Herzchen prangt – das muss ein Herrenpärchen sein!
Was mich zu der Frage führt: Wie homogurkig ist eigentlich „Queer.de“?
(Nachtrag vom 11. Januar 2022:) Es gibt diese Ampeländerung jetzt doch. Schade.
Und dann war da noch diese Eilmeldung von gestern Abend:
Kurz vor den Beratungen von Bund und Ländern wies Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Anfang März beschlossene Corona-Notbremse hin und sagte: „Wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen.“
Ich habe eben einen neuen Beamtenwitz erfunden und der geht so: Welches Formular muss man eigentlich mit welcher Frist in wievielfacher Ausführung einreichen, wenn man in der Bürokratie eine Notbremsung vollziehen möchte?
Autos sind sooo 2020, beim „Tagesspiegel“ ist man weiter:
50 Menschen sind 2020 im Berliner Stadtverkehr gestorben, darunter waren allein 17 Radfahrer. Das könnte auch mit der Corona-Pandemie zusammenhängen.
Weil nämlich:
Verkehrsexperten hatten (…) bereits im Frühsommer darauf hingewiesen, dass durch die Corona-Pandemie (…) mehr Menschen aufs Rad umsteigen würden.
Muss man ja verstehen: Steigt man aufs Rad, kommt man halt um. Fahrräder sind gefährlich.
Vielleicht doch lieber Auto fahren. Da kommt dieses Corona nicht rein.
Die SPD setzt die Verhandlungen über die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes wegen Zweifeln an einem Verhandlungspartner aus.
Ha! Das hat die CDU jetzt dav- ach, egal.