KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Love A – Jagd und Hund

Love A - Jagd und HundLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Manch­mal, zum Bei­spiel jetzt gera­de, mag ich ja auch mal gerad­li­ni­ge deutsch­spra­chi­ge Rock­mu­sik. Auf neue Ver­öf­fent­li­chun­gen von Fehl­far­ben (alt) und Toco­tro­nic (vor­her­seh­bar) kann man sich nicht mehr zuver­läs­sig ver­las­sen, aber die unge­fäh­re Rich­tung stimmt. Nun könn­te man mei­nen, dass auch sonst in den letz­ten Jahr­zehn­ten kaum der­ar­ti­ge Musik her­aus­ge­kom­men ist, die man nicht so ähn­lich schon dut­zend­fach gehört hat­te. Das ist zwar rich­tig, aber auch nicht schlimm. Ich brauch‘ das jetzt.

Es lie­fert Love A, eine Post­punk­grup­pe, über die die deutsch­spra­chi­ge Wiki­pe­dia zu berich­ten weiß, dass die vier nicht im sel­ben Bun­des­land woh­nen­den Musi­ker (Gitar­re, Bass, Schlag­zeug, Gesang) haupt­säch­lich einen rich­ti­gen Beruf haben. Gut, das erspart immer­hin finan­zi­el­le Nöte. Bis­her wur­den vier Stu­dio­al­ben als Love A ver­öf­fent­licht, das drit­te heißt „Jagd und Hund“, ist seit 2015 erhält­lich (Amazon.de, TIDAL) und läuft gera­de im Kopf­hö­rer.

Musi­ka­li­sche Offen­ba­run­gen erwar­te ich nicht und wer­de auch nicht ent­täuscht. Soli­de Instru­men­tal­ar­beit mit ver­sier­tem Schlag­zeug­spiel (zu oft gibt es da drau­ßen zu simp­les Geklop­pe), pas­send domi­nan­ter Gesang, dazu Tex­te, die eher hin- als weg­hö­ren las­sen; ich wünsch­te trotz­dem, nichts davon wäre in der heu­ti­gen Musik­welt noch erwäh­nens­wert.

Am Ende von „Der beste Club der Welt“ wird ein Titel von Toco­tro­nic zitiert. Ich glau­be nicht an sol­che Zufäl­le.

Der beste Club der Welt

Gutes Album für jetzt. Nach­her wie­der Jazz.

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz ange­merkt zur Beschlag­nah­me von VPNLab.net

Dass nicht nur Euro­pol sich dar­über freut, son­dern auch „hei­se online“ – mit­samt der für eine zu nah an der Wand ste­hen­de Schau­kel im Kin­des­al­ter spre­chen­den Wort­wahl „Cyber­kri­mi­nel­le“ – anson­sten unkom­men­tiert die Ansicht wei­ter­trägt, mit VPNLab.net, einem der­zeit dem­nach dys­funk­tio­na­len Anbie­ter von ver­schlüs­sel­ten Inter­net­ver­bin­dun­gen, habe man end­lich etwas gegen „Cyber­at­tacken“ unter­nom­men, was dadurch unter­mau­ert wer­den soll, dass der Dienst sowohl kei­ne Ver­bin­dungs­pro­to­kol­le raus­rücke, deren Nicht­vor­han­den­sein mei­ner Mei­nung nach eine not­wen­di­ge Bedin­gung für eine siche­re und anony­me Inter­net­nut­zung ist (das ver­ste­hen auch nicht alle), son­dern auch Wer­bung „im Dark­net“, also dort, wo sich übli­cher­wei­se eben Leu­te tum­meln, denen Daten­schutz und Pri­vat­sphä­re wich­tig sind, wes­halb sie über­haupt erst eine VPN-Ver­bin­dung haben wol­len, Wer­bung geschal­tet habe, als sprä­che Wer­bung von Tes­la an einer Auto­bahn auch dafür, dass Tes­la sei­ne Kun­den vor allem mit dem Ver­spre­chen locke, dass man mit sei­nen Autos zu schnell durch eine Spiel­stra­ße bret­tern kann, spricht eben­falls mei­ner Mei­nung nach übri­gens kei­nes­wegs dafür, dass hier jetzt irgend­ei­nem orga­ni­sier­ten Ver­bre­chen irgend­ein Hand­werk gelegt wor­den ist, son­dern viel­mehr dafür, dass man, sofern man irgend­ein Inter­es­se an der siche­ren und anony­men Inter­net­nut­zung hat, etwa, weil man Whist­le­b­lower, Jour­na­list oder Anwalt ist oder ein­fach nur daten­schutz­be­wusst durch’s Leben stol­pert, mög­li­cher­wei­se nicht unbe­dingt die EU als siche­ren Hafen für die hier­mit ver­bun­de­ne Ser­ver­in­fra­struk­tur betrach­ten soll­te; son­dern mehr so als den Feind.

Netzfundstücke
Ger­man страх

Vor­sicht, zer­brech­lich: Anna­le­na Baer­bock ist in Russ­land (kommt aber wahr­schein­lich zurück) und Sara Nan­ni, die sicher­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin ihrer Par­tei, geht schon mal in Deckung.

Bit­te die näch­sten 48 Stun­den kei­ne #Baer­bock Häme [auf Twit­ter] kom­men­tie­ren (…). Außer, ihr wollt Putin einen Gefal­len tun. Dann schon.

Kein Pro­blem, sagt Twit­ter: Kom­men­tie­ren wir halt Sara-Nan­ni-Häme!

Bit­te macht mal 24 Stun­den lang kei­ne Wit­ze über Anna­le­na Baer­bock, sie muss sich kon­zen­trie­ren.

Im August 2021 kol­por­tier­ten deut­sche Medi­en, der rus­si­sche Prä­si­dent habe Angst vor Anna­le­nas Ver­hand­lungs­tak­tik. Kann er Dackel­au­gen etwa nichts abschla­gen?

In den NachrichtenMontagsmusik
Rober­ta Flack – Com­pared to What // Aus­ge­dünn­tes Kunst­ver­ständ­nis

Nicht Tick, nicht Trick und nicht Track.Es ist Mon­tag. Das Wochen­en­de war Groß­stadt (ohne Pan­da­bä­ren­ge­he­ge, aber zumin­dest mit Fluss), die Woche ist wie­der Etwas­klei­ner­stadt. Scha­de eigent­lich.

Die hie­si­gen Pro­ble­me mit dem, was die jun­gen Leu­te heut­zu­ta­ge „Per­for­mance“ nen­nen und was bei uns gut abge­han­ge­nen Alten noch Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit hei­ßen darf, schei­nen gelöst zu sein. Ursäch­lich war anschei­nend eine akti­vier­te Funk­ti­on in PHP. Wir ler­nen: Am besten ist es, wenn man ein ein­mal lau­fen­des PHP nie wie­der anfasst. Das ist wie ein Jen­ga­turm. (Und schon habe ich eine gute Alle­go­rie für die zeit­ge­nös­si­sche Web­ent­wick­lung gefun­den: Jen­ga.) – Der erste Kom­men­ta­tor, der mir heu­te den Umstieg auf eine ande­re Blog­soft­ware emp­fiehlt, die ohne unnö­ti­gen Pro­gram­mier­auf­wand – ich möch­te hier wirk­lich nur was ins Inter­net schrei­ben und nicht erst noch was hacken müs­sen – kei­ne ver­nünf­ti­ge, also java­script- und mail­adres­sen­freie Kom­men­tar­mög­lich­keit bie­tet, möge im Übri­gen zeit­nah implo­die­ren.

Auf der Web­site des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sind meh­re­re Ent­schei­dun­gen zu fin­den, die das Recht, zu Hau­se in Ruhe gelas­sen zu wer­den, beto­nen. Lei­der habe ich zu Hau­se frei­wil­lig die Inlands­nach­rich­ten gele­sen: In meh­re­ren deut­schen Städ­ten demon­strier­ten am ver­gan­ge­nen Sonn­abend geimpf­te Staats­kri­ti­ker („Anar­chi­sten“) gegen unge­impf­te Staats­kri­ti­ker („Anar­chi­sten“), deren Demon­stra­tio­nen mit­un­ter von staat­li­cher Stel­le ver­bo­ten wor­den waren, was den geg­ne­ri­schen Anar­chi­sten sehr wich­tig zu sein schien, mit dem Ziel, eine Pan­de­mie zu been­den. Lori­ot wäre stolz.

Nicht nur das ZDF hat sich musik­theo­re­tisch in die Nes­seln gesetzt, auch ehe­ma­li­ge Anhän­ger von Richard Ash­croft (war mal bei The Ver­ve) haben eine inter­es­san­te Mei­nung: Man kön­ne die von ihm mit­ver­ant­wor­te­ten Lie­der jetzt nicht mehr ein­fach mögen, weil er, sofern’s Inter­net nicht lügt, Impf­geg­ner sei. Ein ande­rer Twit­ter­nut­zer worte­te ant, es sei in der Tat „echt übel“, wie Coro­na „die Play­lists“ aus­dün­ne. Nun kann es sein, dass ich die schie­re Genia­li­tät dahin­ter ein­fach nicht ver­ste­he und es sich um eine Art vor­ge­scho­be­nen Aus­lö­ser für ein biss­chen Früh­jahrs­putz auf der Musik­fest­plat­te han­delt, aber sofern dem nicht so ist, so erscheint mir die Gleich­set­zung eines Künst­lers mit sei­ner Kunst doch etwas sim­pel (im besten Sin­ne des Wor­tes). Noch selt­sa­mer wur­de der so kol­por­tier­te Gedan­ken­gang, als man ihn mir am per­sön­li­chen Bei­spiel zu erklä­ren ver­such­te: man wol­le die Musik einer ande­ren Musik­grup­pe gar nicht mehr hören, weil deren Sän­ger irgend­ei­nen Scheiß­dreck ange­stellt habe. Mei­ne Fra­ge, ob die Grup­pe auch Stücke ohne ihren Sän­ger ver­öf­fent­licht habe, wur­de mit Unwis­sen beant­wor­tet, das sei aber auch egal. Wenn der Wert von Kunst in der Wahr­neh­mung jun­ger Gene­ra­tio­nen aber über­wie­gend direkt an die per­sön­li­chen Sym­pa­thien mit allen irgend­wie Betei­lig­ten gebun­den ist, hat Kunst dann über­haupt noch einen eige­nen Wert oder ist sie viel­mehr zu einem blo­ßen Acces­soire degra­diert (wor­den), das nicht mehr zeit­los, son­dern nur mehr sai­so­nal sein kann?

Gera­de noch sai­son­über­grei­fend bleibt jeden­falls vor­erst auf einem gewis­sen Niveau: Musik.

Rober­ta Flack – Com­pared To What – First Take -

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 13. Janu­ar 2022

Auch das ist Zivil­cou­ra­ge: Anwoh­ner sehen vie­le süd­deut­sche Autos vor einer Arzt­pra­xis und des­halb wird den Hal­tern die­ser Autos sicher­heits­hal­ber Blut abge­nom­men (Archiv­ver­si­on).


Der Ein­satz von Goog­le Ana­ly­tics ist rechts­wid­rig.


Es scheint eine Bun­des­be­hör­de zu geben, die es gar nicht gibt. Da könn­te man doch auch Woh­nun­gen draus machen!


Das ist aber lieb: „Wegen der Zunah­me der Coro­na-Infek­tio­nen lässt Nie­der­sach­sens Lan­des­re­gie­rung in Tei­len der kri­ti­schen Infra­struk­tur län­ge­re Arbeits­zei­ten zu. Von Mitt­woch an und bis zum 10. April wird u.a. die zuläs­si­ge Arbeits­zeit auf 60 Stun­den pro Woche erhöht.“

In den Nachrichten
Staats­dich­ter und Par­la­ments­poe­ten

Sicher: Jeder Staat, der etwas auf sich hält, gönnt sich staats­na­he Künst­ler, die staats­na­he Kunst schaf­fen; Leni Rie­fen­stahl mag das bekann­te­ste Bei­spiel sein, in Tei­len Deutsch­lands ist auch Johan­nes R. Becher noch ein Begriff. Ob es unbe­dingt im Sin­ne der Kunst selbst ist, von einem Staat ver­ein­nahmt zu wer­den, möge Gegen­stand ande­rer Debat­ten sein.

Ob man aber unbe­dingt eine par­la­men­ta­ri­sche Poe­tin, selbst­re­dend weib­lich (weil man aus Hele­ne Hege­mann und Char­lot­te Roche eben weni­ger gelernt hat als es die Wiki­pe­dia sug­ge­riert), TVöD-ver­trag­lich an den Staat (i.e. den Bun­des­tag, i.e. auch 4,9 Pro­zent Lin­ke und 10,3 Pro­zent AfD) bin­den soll­te, kann ich als einer der­je­ni­gen, die das …

Zicke Zacke Hüh­ner­kacke

… spä­ter mal von ihren Steuern!!1! zah­len müs­sen, schon jetzt klar sagen:

Nein.

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
Sunn O))) – Pyro­clasts C# // Kurt Tuchol­skys unschö­nes Nach­le­ben

Montag?! (CC BY-SA 2.0 Julie Edgley / Wikimedia Commons)Es ist Mon­tag. Hier könn­te Ihre Wer­bung ste­hen (z.B. für Pan­da­bä­ren). Was hier aber auch nicht steht: Eine Tas­se Kaf­fee. Ich woll­te mich erst über das unzu­ver­läs­si­ge Per­so­nal auf­re­gen, dann fiel mir ein, dass ich gar kein Per­so­nal habe. Mist.

Gestern hät­te Kurt Tuchol­sky Geburts­tag gehabt. Aus­ge­rech­net auf dem für einen Autoren mit schrift­stel­le­ri­schem Tief­gang gera­de­zu belei­di­gend schlich­ten Twit­ter wid­me­te man ihm zahl­rei­ches Geden­ken mit bescheu­er­ten share­pics, auf und/oder mit denen eini­ge sei­ner inter­es­san­te­sten Zita­te völ­lig aus dem Kon­text geris­sen wur­den. Ich kann nur erah­nen, was Kurt Tuchol­sky von die­ser Art der Ehrung gehal­ten hät­te. Wahr­schein­lich hät­te er geschos­sen. – Ande­rer­seits: Im Kurt-Tuchol­sky-Erin­ne­rungs­ma­ga­zin „Ossietz­ky“, dem weni­ger bescheu­er­ten der bei­den Nach­fol­ge­pro­duk­te der „Welt­büh­ne“, ist erst 2020 ein Kom­men­tar erschie­nen, des­sen Inhalt mit nur weni­gen Wor­ten sowohl Tina Has­sel („Jour­na­list­chen“, jedoch eine Frau) als auch die Gen­der­spra­che ein­drucks­voll vor­führ­te. Ich fin­de das zwar wit­zig, aber ich fürch­te Schlim­mes, den öffent­li­chen Dis­kurs aus­ge­rech­net auf Twit­ter betref­fend. Zum Glück reden die auf Twit­ter jetzt wenig­stens bis näch­sten Janu­ar wie­der nur noch über lang­wei­li­gen Unsinn und las­sen Kurt Tuchol­sky in Ruhe ver­stor­ben sein.

Auf Twit­ter jeden­falls, um die­ses Neben­the­ma abzu­schlie­ßen, hat die Redak­ti­on von „zdf heu­te“ von mei­nen Gebühren!!11! zusam­men­ge­fasst, dass Tau­sen­de „für und gegen Coro­na auf der Stra­ße“ sei­en. Völ­lig rich­tig schloss die­sel­be Redak­ti­on an, „die­se Über­schrift“ sei „natür­lich“ Unsinn. Natür­lich. Pas­send dazu hat ein ähn­lich seriö­ses Medi­um end­lich her­aus­ge­fun­den: Wer nicht mei­ner Mei­nung ist, der spal­tet die Gesell­schaft. Eigent­lich spricht das für mehr Zusam­men­halt, aber Zen­tra­lis­mus funk­tio­niert nicht: Micro­softs Git­Hub, die unap­pe­tit­lich­ste aller zeit­ge­nös­si­schen Code­ho­sting­platt­for­men, sperrt neu­er­dings Ent­wick­ler, wenn sie mit ihrem eige­nen Code etwas tun, das Git­Hub nicht gefällt. Voll toll, die­ses Git­Hub. Muss man unbe­dingt nut­zen jetzt.

Gespal­ten ist die Gesell­schaft seit jeher auch in musi­ka­li­schen Din­gen. Jedoch: Das Schlag­zeug ist Instru­ment des Jah­res 2022. Das muss gefei­ert wer­den. Ganz ohne Schlag­zeug.

Pyro­clasts C#

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Car­ni­val in Ber­lin

Gute Nach­rich­ten, die Pan­de­mie is‘ rum:

Das von Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) aus­ge­ge­be­ne Ziel, eine Impf­flicht bis spä­te­stens März ein­zu­füh­ren, ist nicht mehr zu hal­ten. (…) Wegen Kar­ne­val ist für Febru­ar nur eine Sit­zungs­wo­che ange­setzt, sodass frü­he­stens in der Woche ab dem 14. März eine Ent­schei­dung fal­len kann.

Hel­au! Alaaf! Gesund­heit!

Piratenpartei
Schrö­din­gers Daten­schutz bei Pira­ten

Der stell­ver­tre­ten­de Bun­des­vor­sit­zen­de der Pira­ten­par­tei Deutsch­land ist zurück­ge­tre­ten. Als einen der Grün­de dafür nann­te er den Umstand, dass Vor­stands­kom­mu­ni­ka­ti­on zum Teil über Tele­gram statt­fin­de.

Hin­zu kommt, dass fak­tisch die gesam­te rele­van­te Kom­mu­ni­ka­ti­on des Bun­des­vor­stands damit in den Hän­den eines Anbie­ters liegt, der (…) Daten­schutz und Pri­vat­sphä­re für über­flüs­sig hält (…)[.] Dass der Bun­des­vor­stand der Par­tei, die ihre IT-Kom­pe­tenz mal wie einen hei­li­gen Gral vor sich her getra­gen hat, die poli­ti­sche Sym­bo­lik die­ses Umstands nicht begreift, ist der Par­tei, wie ich sie seit ihrer Grün­dungs­zeit ken­ne, unwür­dig.

Das voll­stän­di­ge Aus­tritts­schrei­ben hat er bei Micro­softs Git­Hub hoch­ge­la­den und auf Twit­ter ver­brei­tet, kei­nes­wegs aber auf IT-kom­pe­ten­ten Platt­for­men auf par­tei­ei­ge­nen Ser­vern.

Ich wünsch­te, das wür­de mich nicht mehr auf­re­gen.

Mir wird geschlecht
Tam­pons für alle

Erst machen Frau­en den Män­nern das Pri­vi­leg des Steh­pis­sens abspen­stig, dann wol­len sie das Pri­vi­leg kosten­lo­ser Hygie­ne­ar­ti­kel (wobei „kosten­los“ selbst­re­dend „steu­er­fi­nan­ziert“, i.e. „über­wie­gend von Män­nern bezahlt“ heißt), und wenn man dann dar­auf hin­weist, dass ein gewis­ses Ungleich­ge­wicht herrscht, sagen sie, Män­ner soll­ten sich nicht so anstel­len, sie könn­ten ja im Ste­hen pin­keln. Pah.


Neue Regie­rung, alter Feind: „Baer­bock und Blin­ken dro­hen Russ­land mit ‚mas­si­ven Kon­se­quen­zen‘ “; zit­tert Putin schon?

In den NachrichtenNerdkrams
Hoff­nung Dexit (9): Web­campflicht unter der Dusche (Stra­ßen­ver­kehr­sedi­ti­on).

Ver­mut­lich, um auf die wesent­li­chen Vor­tei­le eines EU-Aus­tritts Deutsch­lands hin­zu­wei­sen, wird in ein­schlä­gi­gen Medi­en – dar­un­ter „SPIEGEL ONLINE“ – seit letz­ter Woche wie­der ein­mal eine schon etwas älte­re Mel­dung her­um­ge­reicht, die mir zu mei­nem Erstau­nen bis­her nicht begeg­net war:

Der intel­li­gen­te Geschwin­dig­keits­as­si­stent ISA soll Auto­fah­rer dazu brin­gen, Tem­po­li­mits ein­zu­hal­ten. Die Tech­nik ist ab Som­mer 2022 für neue Fahr­zeug­ty­pen in der EU ver­pflich­tend.

Wie soll er das machen? Klar – indem er US-ame­ri­ka­ni­schen Kon­zer­nen, die einen Groß­teil des Gel­des mit den Bewe­gungs­pro­fi­len und per­sön­li­chen Daten ihrer „Kun­den“ ver­die­nen, dau­ernd durch­gibt, wo sich der „Kun­de“ gera­de befin­det:

Wenn ISA nicht in das Fahr­zeug ein­ge­baut ist, darf der Her­stel­ler es nicht auf dem euro­päi­schen Markt ver­kau­fen. Die Auto­mo­bil­her­stel­ler müss­ten wäh­len, so Tom­Tom, mit wel­chem Kame­ra- und Kar­ten­an­bie­ter sie bei der Bereit­stel­lung die­ser Tech­no­lo­gie zusam­men­ar­bei­ten wol­len. Bis­lang gibt es ent­spre­chen­de ISA-kon­for­me Lösun­gen von Goog­le (…) oder als Gemein­schafts­an­ge­bot von Here, Con­ti­nen­tal und Elek­tro­bit sowie von Tom­Tom[.]

Sel­ten freu­te ich mich mehr, nicht über ein eige­nes Auto zu ver­fü­gen. (Ich fän­de ohne­hin kei­nen Park­platz.)

Den­noch: Es ist nicht alles schlecht in Groß­bri­tan­ni­en.

PolitikIn den Nachrichten
Stein­mei­er-Quer­front

„NZZ“:

Nach SPD, Grü­nen und FDP unter­stüt­zen in Deutsch­land auch die Christ­de­mo­kra­ten eine zwei­te Amts­zeit von Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er.

Zwar könn­te man dar­aus einen Schluss dar­auf zie­hen, wie fürch­ter­lich egal Regie­rung und Oppo­si­ti­on die Beset­zung des höch­sten Staats­am­tes ist (und was von den Beteue­run­gen von SPD, Grü­nen und neu­er­dings CDU/CSU zu hal­ten ist, man hät­te eigent­lich lie­ber mehr Frau­en in poli­ti­schen Ämtern), ich aller­dings zie­he statt­des­sen den Schluss, dass man mit die­ser Her­an­ge­hens­wei­se an eine Präsidentschafts-„Wahl“ eigent­lich statt­des­sen auch Mon­ar­chist wer­den könn­te.

NetzfundstückePiratenpartei
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 4. Janu­ar 2022

Einer der Grün­der von Mozil­la fin­det, Mozil­la möge sich im Wesent­li­chen selbst schwä­bisch grü­ßen, weil von den Idea­len Mozil­las nichts mehr übrig sei. Mitt­ler­wei­le schei­nen Fire­fox­nut­zer mir den VHS-Abspiel­ge­rä­te­be­sit­zern immer ähn­li­cher zu wer­den.


Ein „Block­chain-Exper­te“ (auch so ein Beruf für Leu­te, die man frü­her in der Schu­le kopf­über in den Müll­ei­mer gesteckt hat) lügt für’s ZDF (Archiv­ver­si­on):

Kopie­ren kann man NFTs auch wei­ter­hin ohne Pro­blem. (…) Es kann pro NFT immer nur einen Besit­zer geben.

Den Unter­schied zwi­schen „Besitz“ und „Eigen­tum“ in einem juri­stisch gemein­ten Zitat möge dem „Block­chain-Exper­ten“ (frü­her hat­ten sol­che Leu­te noch einen Hut und ein Schild vor sich auf dem Boden in der Innen­stadt lie­gen und das ZDF hat sie in Ruhe gelas­sen) jemand erklä­ren, der gera­de kei­ne Lach­trä­nen ver­gießt und des­halb nicht so gut tip­pen kann.


Tja nun: Coro­na­tests erken­nen kei­ne Coro­na­fäl­le (Archiv­ver­si­on).


Irgend­wann erzäh­le ich mal die lusti­ge Geschich­te, wie die „Mit­mach­par­tei“, bei der „unab­hän­gig von Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit, Abstim­mungs­tak­tik oder macht­po­li­ti­schen Erwä­gun­gen“ – sel­ten so ent­täuscht gewe­sen – „Gäste will­kom­men“ sind, eigens – obwohl den Betei­lig­ten bekannt war, dass sie dann ihren Schatz­mei­ster ver­lie­ren wür­den – zwei Tür­ste­her enga­gier­te, damit Men­schen mit ande­ren macht­po­li­ti­schen Erwä­gun­gen („frei­es Man­dat“) gefäl­ligst drau­ßen blei­ben.