Nase:
Butterscotch, Kekse, dahinter eine Meeresnote (wegen der Alge?).
Geschmack:
Chilischärfe, dahinter Marmorkuchen, Rumkugeln, Meeressalz und viel umami.
Abgang:
Ziemlich lang, Mund wässernd.
Er ist grün.
Prostata.
Nase:
Butterscotch, Kekse, dahinter eine Meeresnote (wegen der Alge?).
Geschmack:
Chilischärfe, dahinter Marmorkuchen, Rumkugeln, Meeressalz und viel umami.
Abgang:
Ziemlich lang, Mund wässernd.
Er ist grün.
Prostata.
Heute ist wieder Mejsefors Day, also der alljährlich wiederkehrende Tag, an dem Deutsche im Internet „Mejsefors“ für eine grandiose Pointe halten, weil, wenn man kein Englisch kann, „May 4th“ exakt so klingt wie „May the force“, was wiederum der Beginn eines bekannten Zitats aus Star Trek Craft Wars ist.
Ganz im Sinne dieser großartigen Pointe lässt sich Marco Buschmann, amtierender Bundesjustizminister, nicht nur mit einer Din-Grogu-Puppe (dies, also Din Grogu, nicht jedoch Marco Buschmann, ist eine Figur aus „Star Wars: The Mandalorian“) fotografieren, sondern lebt auch das Selbstbestimmungsgesetz vor, indem er Din Grogu kurzerhand zu einem Yoda erklärt. Hoffentlich muss der nie als Deutscher in den Krieg gehen.
Großartige Pointe: Die USA überwacht jetzt die Europäische Union dabei, ihre Bürger zu überwachen.
Passend dazu: Die deutsche Justiz wollte bei einem schwedischen VPN-Anbieter, den auch ich mittlerweile sehr schätze, irgendwelche Daten raustragen, die dieser Anbieter aber gar nicht hat. Ein lesenswerter Artikel des Anbieters (englischsprachig) fasst die Situation zusammen, LinuxNews gibt sie auf Deutsch wieder. Genau so sollte man handeln, wenn man transparent zu agieren vorgibt. So und nicht anders.
Aus der beliebten Reihe „viel besser als IRC“: Discordnutzer müssen bald ihren Namen ändern.
Meine im November 2020 gestellte Frage, wie schwer es wohl sein könne, einen eigenen YouTube-Herunterlader zu programmieren, wurde unsanft beantwortet: YouTube hat das von mir genutzte JSON-API weitgehend unbrauchbar gemacht. yaydl 0.13.0 verwendet daher nun den YouTube-Wrapper Invidious, um auf YouTube-Videos zuzugreifen. Mal gucken, wann das auch kaputt gemacht wird.
Wären dafür, dass der Tübinger Oberbürgermeister ohne nennenswerten Mehrwert für die Gesellschaft versprochen hat, sich mit öffentlicher Replikation gemeinhin als böse Wörter missverstandener Begriffe künftig etwas zurückzuhalten, und aus seiner Lach- und Schießpartei Bündnis 90/Die Grünen austrat, woraufhin der für ihn zuständige Landesverband ebendieser Partei unter Duldung der absehbar groben Missachtung des Art. 9 (1) DSGVO seitens zweifellos gewinnorientiert handelnder Akteure („Qualitätspresse“) ebendiesen Austritt zum Anlass nahm, einen Teil seiner Mitgliederkartei in Form einer Pressemitteilung (noch mal: Pressemitteilung!) zu veröffentlichen, indem er ungebeten raustrompetete, wer bei ihm Mitglied ist bzw. eben künftig und/oder ab sofort nicht mehr ist, nicht eigentlich empfindliche Strafen fällig?
Es ist M‑Wort. So nenne ich den Montag ab sofort häufiger. Dann komme ich auch mal wieder in die Zeitung.
Ich werde voraussichtlich noch diese Woche ein paar Stunden in einer mir bisher unbekannten Stadt in Thüringen verbringen. Eine kurze Evaluation meines Reiseziels aus der Ferne lässt mich überlegen, ob es bereits das Textgenre „deprimierender Reisebericht“ gibt. Wahrscheinlich sollte ich mir ein Buch mitnehmen. Und/oder Pfefferspray. In Braunschweig wiederum – einer Stadt, in der selbst die Reklame auf Straßenbahnen teils auf Englisch gehalten ist, damit auch Neubürger aus anglophonen Regionen wenigstens wissen, was sie kaufen sollen – sah ich am Wochenende eine Werbung für’s Frauenhaus, die ausschließlich auf Deutsch und Türkisch gedruckt wurde. Es liegt mir fern, daraus eine Meinung zu anderen Kulturen abzuleiten. Ich mag andere Kulturen. Aber warum gibt es die Straßenbahnwerbung nicht ebenfalls auf Türkisch?
Gute Nachrichten seitens der „tagesschau“: Das friedlichste Europa aller Zeiten baut jetzt sein teuerstes Kampfflugzeug, um noch besser Demokratie und Gerechtigkeit von oben abwerfen zu können. Immerhin kann man sich die Internetspionage bald sparen, das machen die Ausspionierten künftig selbst: Amazon zahlt inzwischen Geld dafür, dass man seinen eigenen Datenverkehr mit ihm teilt. Ein großartiges Angebot. Wer könnte da widerstehen?
Ich jedenfalls kann keinesfalls widerstehen: Musik.
Guten Morgen.
Beim scheintoten Mastodon jubiliert ein „Joe“ angesichts der gestern stattgefundenen „Big Brother Awards“-Gala in „Bielefeld“ Folgendes in die Welt hinaus:
Auf der anderen ist es ein Funke Hoffnung, dass sich tolle Menschen mit diesen Dingen beschäftigen – sie öffentlich zu machen und zu bekämpfen.
Beweise, dass das was bewegt, gibts hier:
https://bigbrotherawards.de/updates
Ich habe ja eher die Vermutung, dass die „tollen Menschen“, die auf diesen Galas unter ihresgleichen bleiben, ihre eigene Wirkung auf die Menschheit grob überschätzen, wie das in Echokammern eben so ist. Ich war ja mal bei der Piratenpartei, wir hatten uns selbst auch immer viel Applaus für unsere Ideen auf unseren eigenen Veranstaltungen zuteil werden lassen. Das geht exakt so lange gut, bis man die Wahlergebnisse liest.
Zu den Preisträgern in diesem Jahr gehören das Unternehmen Microsoft sowie die Videokonferenzklitsche Zoom Video Communications, Inc., was zwei ziemlich gute Beispiele dafür sind, dass diese Preise eher wenig bewegen; die derzeit vorletzte Nachricht auf der verlinkten Seite besagt, dass Microsoft vor längerer Zeit ein umstrittenes Unternehmen gekauft hat, und auch Zoom scheint mir noch weit davon entfernt zu sein, aufgrund der „Awards“ seinen Marktanteil einzubüßen. Überhaupt finde ich in den „Updates“ keinen einzigen Erfolg infolge der „Preisverleihung“, vielmehr wird dort mal wortreich, mal kürzer erzählt, dass diejenigen, die von Digitalcourage, den Schirmherren dieser Veranstaltung, als „Preisträger“ auserkoren wurden, hierdurch keinerlei Einbußen in ihrem unternehmerischen und/oder persönlichen Alltag hinnehmen müssen.
Die „Big Brother Awards“ sind insofern vielleicht eine kurzweilige Art und Weise, aktiv Interessierten (und damit fast niemandem als denjenigen, die sowieso schon in der eigenen Echokammer sitzen) den auch weiterhin von zu vielen Unternehmen und Privatpersonen missachteten Datenschutz des Einzelnen zu präsentieren, aber die wissen das ja schon. Darüber hinaus sind die „Awards“ letztendlich nichts als eine exaltierte Werbeveranstaltung für den dahinter stehenden Verein. Als solche empfehle ich sie zu behandeln.
Du wirst weniger vom Morgen abhängig sein, wenn du das Heute ergreifst.
Seneca der Jüngere
Im „Sog der ‚Infantilisierung‘ “ wähnten Markus Metz und Georg Seeßlen die Gesellschaft am 23. April dieses Jahres im Namen des „Deutschlandfunks“ und sorgten sich über eine Zurückdrängung des Erwachsenseins, meinten den umschließenden Text in Summe aber wohl positiv, indem sie in ihm konstatierten, „man“ müsse „das Kind in sich (…) auch immer wieder einmal frei laufen lassen“. Eine gewisse Verbissenheit der Gesellschaft abzusprechen vermag auch mir nicht zu gelingen.
Nun sind die Klage über eine vermeintliche Spaßgesellschaft sowie das Heraufbeschwören der damit verbundenen Gefahren andererseits vermutlich ungefähr so alt wie das heutige Verständnis einer Gesellschaft selbst, nur der Mindestkonsens zur Definition von „Spaß“ variiert: In der römischen Antike war es ein großes Vergnügen, Christen von Löwen umbringen zu lassen, die es später wiederum zum Spaß unternahmen, vermeintliche Zauberinnen öffentlich anzuzünden. Also die Christen, nicht die Löwen. Löwen können nicht so gut Feuer machen (keine Finger). Mit dem Aufkommen des Rundfunks und als die Nachkriegsgeneration erwachsen wurde, waren dann bewusstseinsverändernde Drogen, Musik mit Gitarren und die Überwindung des Spießertums das, was man als nicht Erwachsener für gute Unterhaltung hielt. Was seitdem passiert ist, entzieht sich meiner Kenntnis noch immer wenigstens in Teilen, jedenfalls gibt es mittlerweile anscheinend Menschen, die alkoholfreiem Bier allein aufgrund dieser Eigenschaft den Produktnamen „Fun“ geben; das sich überdies auch trotz schlimmer Mutationen mit Blutorange oder sonstigen schlimmen Zutaten nicht schlecht verkauft.
Ja, aber…
„Ich würde mir wünschen, dass wir, auch wenn ein Auto in Deutschland verkauft wird, quasi ganz selbstverständlich auch das Deutschlandticket zumindest mit dabei haben“, sagte Wissing am Dienstag in Berlin.
… warum nicht andersherum?
Es ist Montag. Bitte leise tippen, der Autor dieser Zeilen schläft noch tief und fest. Zzz!
Philip Kreißel vom schrägen Personalityblog „Volksverpetzer“ hat „herausgefunden“ (Archivversion mit noch beknackterer Überschrift), dass, wer für Twitter Geld bezahlt, um zum Beispiel, um seine Tweets bearbeiten zu können, mindestens Faschistensympathisant sein muss. Ich vermute ja, dass dieses reflexhafte Verteilen von Nazischildchen dem Ziel, mehr Menschen für die gute Sache zu gewinnen, eher abträglich ist. – Keine gute Sache: In den USA wurden kürzlich zwei der ärgerlichsten Erfindungen der Menschheit – Gesichtserkennung und Pistolen – miteinander kombiniert, allerdings derzeit nur zum Entsperren der Waffe. Ob das wohl auch auf der anderen Seite funktionieren würde?
Die seltsamste Sprache, in der ich in den nuschelzig Jahren meines Lebens einen Ohrwurm zu haben das Vergnügen haben durfte, ist seit dem vergangenen Wochenende Althochdeutsch; was eben so passiert, wenn man auf YouTube plötzlich über ein Album einer ziemlich guten, aber vermeintlich seit Jahrzehnten nicht mehr existenten Gruppe stolpert (und dabei hinfällt und sich böse weh tut), dessen Existenz völlig übersehen wurde und darum überrascht.
Guten Morgen.
Bei Twitter geht es seit anscheinend wenigen Minuten bis Stunden zu wie im Taubenschlag: Ohne Dienste wie Keyoxide ist es anscheinend ab sofort (ausgerechnet heute, witzelte ein Depp) nicht mehr möglich zu sehen, ob jemand, der dort ist, der ist, der er zu sein behauptet, weil – wie angekündigt – die visuelle Kennzeichnung „verifizierter“ Konten für Privatpersonen (vorerst?) entfallen ist. Außer, man ist bei der Partei Die Linke, denn als anständige links-antikapitalistische Partei hat Die Linke natürlich Geld und ihre Telefonnummer an Twitter überwiesen. Irgendwelche Froschkönige und ‑königinnen – im Text: Dionne Warwick – wehklagen nun, dass sich ja nun jeder als sie ausgeben könnte, erläutern aber nicht, warum das überhaupt jemand wollen sollte. Dieses Selbstverständnis, dass man so wichtig sei, dass man wenig unversucht lässt, um zu verhindern, dass ein Fremder so tut, als wäre er man selbst, scheint mir eine Zivilisationskrankheit zu sein; die indessen zumindest mit kaltem Entzug bekämpft werden könnte.
Geld regelt, was in einer Gesellschaft der Ungleichen sonst mit Gewalt geregelt werden müsste.
Hermann L. Gremliza
Ein Telefon hat auch kein Verifikationshäkchen, trotzdem nutzen dieselben Figuren es wie selbstverständlich als Werkzeug, um sich vermeintlich zu identifizieren. Die Argumentation ist dünn, aber mir soll es recht sein: Ich verkünde hiermit hochoffiziell, nicht Dionne Warwick zu sein. Machen wir das doch einfach alle. Problem gelöst.
Unter den Kaufempfehlungen in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Couch“ befindet sich keine einzige Couch. Das ist dermaßen enttäuschend, dass ich keinesfalls das neue „eisenbahnmagazin“ gekauft (obwohl: gibt es im „eisenbahnmagazin“ überhaupt Kaufempfehlungen?), sondern stattdessen drei Frauenmagazinen – jeweils in der „Mai“ heißenden Ausgabe, obwohl der April noch stattfindet – Kopf schüttelnd (also meinen) auf die Titelseite geguckt habe, um mich abzureagieren.
Das Magazin „Maxi“ („steht für… …Lebensfreude und Neugier“, originalorthographiert sein Verlag) beginnt mit einer schönen Dichotomie:
Ewig verliebt? Ja, das geht! Wir kennen die Geheimnisse von glücklichen Paaren
Nämlich vermutlich:
Solo? Logo! Warum es so gut tut, auch mal Dinge allein zu machen
Die Frau auf der Titelseite streckt den links von ihr stehenden Lesern (Quatsch: Leserinnen, wir wissen’s doch alle) die Zunge raus. Das ist aber kein gutes Benehmen, Frollein.
Gute Nachrichten, Männer! Die „Cosmopolitan“ bestätigt: Lieber widerlich als wieder nicht.
Kaum Lust? Bitte kein Frust! Denn wenig Sex ist besser als gar keiner – sagen Deutschlands beste Therapeuten
Bei welcher Kasse man das abrechnen kann, steht aber nicht drin. Ich habe eigens nachgesehen. – Immerhin musste ich nicht auch noch die Antwort auf die größtgeschriebene Titelfrage nachlesen:
Ich fühl mich[.] Welche Art Selfcare wirklich zu Ihnen passt – der Cosmo-Test verrät’s
Es ist vermutlich Onanieren. Denn wenig Sex ist besser als gar keiner – sagen Deutschlands beste Therapeuten.
Was kann nach so viel Emotion noch kommen? Natürlich die „emotion“, das Heftlein „für Frauen, die ihren Weg gehen“ (oder halt „Ihren“, das ist so der Nachteil an dem allgegenwärtigen Schriftgebrüll), die einerseits offenbar Stress mit der „Cosmopolitan“ will, indem sie die Titelseitenredaktion „Wird Sex überschätzt?“ fragen und „Düfte, die beflügeln“ ankündigen lässt, andererseits jedoch Hannah Herzsprung, offenbar die abgebildete Frau, mit den Worten zitiert, sie „gebe nicht viel auf die Meinung anderer“. Hannah Herzsprung wäre ein weniger dankbarer Kunde der „emotion“-Redaktion als ich. Ich mache ja hier sogar indirekt Werbung für den Kram.
Zum Glück geben meine Leser oft auch nicht viel auf die Meinung anderer.
Es ist Montag. Hätte ich eine Frisur, hätte sie euch alle 1,3 Millionen Euro gekostet. Betrachtet mein Aussehen insofern bitte als Dienst am Volke.
Meinung: Es ist ja erst mal richtig, daſz eine große Mehrheit derer, die hierzulande Texte jeglicher Art zu verfassen pflegen, nicht an die Inhalte von Rechtschreibbüchlein gebunden ist, aber ich fände es trotzdem zumindest beruhigend, würde nur 29 Jahre nach dem Sendebeginn der bescheuerten Clatschsendung „Exclusiv“ der Buchstabe K nicht das gleiche Schiccsal erleiden wie das lange S und aus dem Alltag verschwinden. Ich habe Platz auf dem Schreibtisch, das K – wie schon das lange S – auf der Tastatur wegzulassen, bloß weil’s ceiner mehr nutzen mag, wäre ohne weiteren Mehrwert. Nicht alles gewinnt an Wert, indem man’s altertümlich schreibt, man frage nur die Commerzbank.
Umweltsau des Monats: ChatGPT. Mal gucken, wer sich demnächst an dessen Server kettet. Bis Juni sollte das durch sein, denn dann wird absehbar das nächste große Schattenboxen die mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nämlich der 38. Evangelische Kirchentag, den zumindest Bayern bezahlen müssen (warum eigentlich?). Niedersachsen ist erst im Jahr 2025 dran und niemand wird es verhindern können. – Andere Religionen machen sich ja anders unbeliebt: Der Dalai Lama habe, erfuhr ich ohne Absicht, einen fürchterlichen Witz gemacht, der pädophil ausgelegt werden könnte. Schöne Satire dazu: Der Papst sei hierüber erbost, immerhin seien Zungenspiele mit Jungs katholisches Privileg.
Fast war ich versucht, die Woche mit zu den Nachrichten Passendem einzuläuten, aber davon wird man ja bescheuert. Also gibt’s stattdessen Postrock.
Guten Morgen.
(Schon wieder Computer? Aber ja!)
Hehe, witzelte die Freundin, die mir dieses Foto von der Anzeige eines offenbar ausgefallenen Fahrkartenautomaten – Anzeige ist raus! – zuschickte, sinngemäß, da müsse man sich ja nicht wundern.

Nachfragen ergaben, dass damit gemeint war, dass, hihi, Fahrkartenautomaten (deren Anschaffung und Wartung in Summe doch nicht eben als Schnäppchen gelten dürften) im Jahr 2023 nicht mehr mit Windows XP laufen sollten. Eine Antwort, womit denn sonst, gab die Einsenderin nicht. Sicher: Ein solcher Fehler ist amüsant, aber auch ein regelmäßiges Durchwechseln des Betriebssystems erschiene mir nicht als sinnvolle Lösung, weil neue Soft- in der Regel, mindestens aber langfristig auch neue Hardware braucht, was mit Kosten verbunden ist, die ja „irgendwer“ (d.h. die Fahrkartenkäufer und/oder alle Steuerzahler) begleichen müsste, was ohne gegebene technische Notwendigkeit nicht vernünftig begründbar wäre. Die technischen Anforderungen eines Fahrkartenautomaten sind mir nicht aus erster Hand bekannt, aber ich nehme doch an, dass Internettauglichkeit nicht unbedingt ein relevantes Kriterium ist. Wenn in eins kein Internet rein muss, dann in Fahrkartenautomaten.
Dass auf einem wahrscheinlich nicht in einem öffentlichen Netzwerk befindlichen Gerät ohne Möglichkeit freier Nutzereingaben ein Betriebssystem mit möglichen Sicherheitslücken installiert ist, wirkt auf mich insofern erst mal wenig erschreckend. Hätten die Verkehrsbetriebe genug finanzielle Möglichkeiten, andauernd die alten Automaten durch das jeweils neueste Modell auszutauschen, hätten sie also vermutlich Blockchains in der Quantencloud statt papierner Belege, so wäre damit wenig gewonnen außer der zumindest denkbaren Finanzierbarkeit eines komplett fahrscheinfreien Nahverkehrs; die dann andererseits Fahrkartenautomaten auch wieder unnütz machten.
Ist neuer immer besser?
Und dann war da noch, wie bereits unangenehm vorhergesehen, das neue Winamp (weder Win noch Amp), das …

… glattpolierter und kraftvoller sei, aber zum Ersten nur im Webbrowser läuft, zum Zweiten eine Anmeldung voraussetzt (es gibt zwei Schaltflächen mit identischer Anmeldefunktion, dabei wäre doch noch so viel Platz für drei weitere!) und dabei nicht mal so recht das Laden der lokalen Musikdateisammlung unterstützen mag.
Mundus transit et concupiscentia eius.
1 Joh 2,17
Die Hans-Böckler-Stiftung („Hans Böckler Stiftung“ bzw., wie es der WDR schreibt, „Hans Böckler-Stiftung“; irgendwo kommt da bestimmt ein Bindestrich rein und es ist ja egal, wo, ist ja bloß öffentlicher Qualitätsrundfunk) zeigt sich besorgt (Archivversion): In Deutschland arbeite in einer Zeit, in der alles teurer wird, nur die Arbeitskraft der Arbeiterklasse nicht, jeder Zehnte länger, als es Gesetz und Arbeitsvertrag zwingend vorschreiben, um seine immer höheren Rechnungen zu bezahlen. Das sei schlecht für die Gesundheit, insbesondere auch deshalb, weil die Sorge um das künftige Wohlergehen die Arbeitnehmer nicht nur zur Arbeitszeit, sondern auch nach Feierabend noch quäle. Der Vorschlag der Hans-Böckler-Stiftung ist schlüssig: Einfach mal aufpassen, dass man nicht zur Suchtberatung geschickt wird. Nächsten Monat noch seine Rechnungen bezahlen zu können kann schneller abhängig machen als man glaubt.
Wo bleibt eigentlich die Revolution?
Frage an die Computerarchäologen unter meinen Lesern: Ab morgen könne man „das neue Winamp“ (voraussichtlich 6.0) auch „im Webbrowser“ nutzen, entnehme ich den Nachrichten (d.h. Caschys Blog), und „bald“ unterstütze es auch lokale Dateien. Ist es zu spät, den Erfinder des Webbrowsers mit einem Spaten zu erschlagen?