Sonstiges
Medienkritik CXXII: Entspannt dank Intimkosmetik

Über den Intim­be­reich von Frau­en erfährt man neu­er­dings mehr als nötig. Da kann das Maga­zin „mys­elf“ – Unter­ti­tel: „Wir machen Frau­en stark“ – frei­lich nicht zurück­ste­hen und titelt auf sei­ner noch aktu­el­len August­aus­ga­be: „Intim-Kos­me­tik: Braucht man das?“. Damit es nicht so aus­sieht, als wol­le man sei­tens der Redak­ti­on vor allem ver­un­si­chern, domi­niert aber die Anlei­tung zur Gelas­sen­heit, näm­lich sowohl „How to be cool! In jeder Lage sou­ve­rän sein“ als auch „Ent­spannt statt aus­ge­brannt: Ein-Minu­ten-Man­tras zum Run­ter­kom­men“, die Titel­sei­te.

Wie man in einer Dis­kus­si­on über „Intim-Kos­me­tik“ sou­ve­rän sein kann, wür­de mich tat­säch­lich inter­es­sie­ren, also schla­ge ich im Innen­teil (auf Sei­te 22) nach.

Stimmt schon: Nie­mand sagt heu­te noch „cool“, aber alle wären es ger­ne – ein paar Tipps

Es han­delt sich um acht Tipps, um einen pro Sei­te, und sie sind alle­samt schreck­lich. Ich zitie­re mal nur aus zwei davon, zu viel Sou­ve­rä­ni­tät ertra­ge ich nicht.

Das cool­ste Tier der Welt? Die Kat­ze, weil sie ihr Ding durch­zieht.

Ich hät­te ja statt­des­sen den Pan­da­bä­ren genannt, weil er den hal­ben Tag frisst und den hal­ben Tag schläft und inso­fern nicht nur eben­so sein Ding durch­zieht, son­dern auch gar kei­nen gro­ßen Bock auf dau­ern­de action hat, aber Kat­zen sind ja auch ganz in Ord­nung. Die Essenz die­ses Tipps lau­tet jeden­falls, man sol­le halt machen, wor­auf man Bock hat. Lei­der ist vie­les von dem, wor­auf ich Bock habe, ille­gal und ich weiß nicht, ob „miau, ich bin eine Kat­ze“ vor Gericht zum Frei­spruch reicht.

Ein wei­te­rer Tipp ist gar kei­ner:

Was sich (…) nicht auf­hal­ten lässt, ist das Altern. Man kann nicht ein Leben lang wie 30 oder 40 aus­se­hen.

Auch ich wer­de der­einst, sofern ich nicht vor­her erschla­gen wer­de (was ich immer noch für nicht unwahr­schein­lich hal­te), aus­se­hen wie ein alter Lap­pen. Das zu wis­sen ver­setzt mich nun nicht gera­de in sou­ve­rä­ne Cool­ness, aber ich bin ja auch noch kei­ne 40. Viel­leicht kommt das noch. Ein Ein-Minu­ten-Man­tra (Dop­pel­sei­te 34/35) soll’s rich­ten:

Use it or lose it.

Nein, das lie­ber nicht. Lie­ber das:

Ich kann jeder­zeit etwas ändern.

Man muss ja nicht älter wer­den, wenn man nicht will.

Es gibt in die­ser Aus­ga­be der „mys­elf“ einen wei­te­ren Text, der „F*ck, bin ich das Pro­blem?“ zur Über­schrift hat. „Fsternck“ sagt man also noch. Ich gehe grund­sätz­lich immer davon aus, dass Men­schen, die sowohl auf eng­lisch­spra­chi­ge Flü­che zurück­grei­fen als auch die­se dann sicher­heits­hal­ber (war­um?) selbst weg­pie­pen (und sei’s nur schrift­lich), das Pro­blem sind und möch­te mich hier inso­fern selbst nicht vom Inhalt des Tex­tes beein­flus­sen las­sen.


Eine August‑, nein: „August/September“-Ausgabe gibt es auch von der „Cos­mo­po­li­tan“, die sowohl mit „Feri­en-Sex, der fünf Ster­ne ver­dient“ als auch mit „Augen­rol­len ist auch ein Sport: War­um inner­lich Lästern gut­tut“ beti­telt ist. Bestimmt könn­te man das mit­ein­an­der zu einer guten Poin­te kom­bi­nie­ren, aber ich mag nicht.

Der Text über das Lästern beginnt mit einer Bit­te um Ehr­lich­keit, aber wenn ich ehr­lich bin, bin ich gar nicht so.

End­lich Urlaub, end­lich ent­spannt … glot­zen! Sei­en wir ehr­lich zu unse­rer tole­ran­ten Grund­hal­tung, nichts macht mehr Spaß, als sich an Pool und Buf­fet über die ande­ren Urlaubs­gä­ste lustig zu machen.

Die „Cos­mo­po­li­tan“ dürf­te damit offi­zi­ell das deut­sche­ste Frau­en­ma­ga­zin sein, das am Bahn­hofs­ki­osk her­um­liegt. Der „Land­ser“ ist ein Witz dage­gen. Es wer­den fünf Arten von Urlaubs­gä­sten genannt (dar­un­ter die „Alman-Annet­te“ und die „Strand­prin­zes­sin“), über deren Eigen­hei­ten man sich sei­tens der Redak­ti­on zu beöm­meln pflegt, jedoch ist „die blö­de Nuss, die in der Cos­mo­po­li­tan gele­sen hat, dass es echt toll ist, sich über ihres­glei­chen lustig zu machen, und damit jetzt den gan­zen Urlaub zu ver­brin­gen gedenkt“ nicht dabei. Scha­de.

Auf Sei­te 106 ist eine Frau abge­bil­det, die offen­sicht­lich unter ihrem weit­ge­hend durch­sich­ti­gen Kleid kei­nen BH trägt. Der Text dane­ben weist dar­auf hin, dass sie einen total ver­füh­re­ri­schen Lip­pen­stift tra­ge, aber so weit nach oben habe ich noch nicht geguckt. Was für eine Ver­schwen­dung von Lip­pen­stift!

Einer der weni­gen Män­ner im Heft, Cor­ne­li­us Poll­mer (sonst mit dem Föje­tong der „Süd­deut­schen“ beschäf­tigt), kommt in die­ser Aus­ga­be mit einer Kolum­ne zum The­ma Som­mer zu Wort. Die Kolum­ne trägt die Über­schrift „Man wun­dert sich“, eine Zwi­schen­über­schrift heißt mehr­fach­plu­ra­li­sie­rend „In den AGBs des Som­mers lau­ern Tücken“. Man wun­dert sich. Sein Kol­le­ge Yan­nick Werani, dem die letz­te Inhalts­sei­te zur Ver­fü­gung stand, gesteht dort zwei­spal­tig, dass er sehr gern im Zug die pri­va­ten Nach­rich­ten ande­rer Leu­te mit­le­se. Er sei bis­her nur ein­mal dabei erwischt wor­den, aber er „wür­de es immer wie­der tun …“, denn die Frau, vor deren Auf­merk­sam­keit sich in Acht zu neh­men ihm nicht gelun­gen war, habe sich ledig­lich weg­ge­setzt und ihm nicht etwa nach­drück­lich auf­ge­zeigt, wel­che Kon­se­quen­zen die­ser feh­len­de Respekt vor dem Pri­vat­le­ben ande­rer Leu­te haben könn­te, wenn die­se kein zivi­li­sier­tes Mit­glied der Gesell­schaft sind.

Ich nei­ge selbst nicht dazu, mei­ne pri­va­te Kor­re­spon­denz dort zu erle­di­gen, wo Drit­te zuschau­en, jedoch stel­le ich fest, dass ein Foto von Yan­nick Werani neben sei­nem Text zu sehen ist. Er sieht genau so aus wie jemand, über den die übri­ge Redak­ti­on im Urlaub wahr­schein­lich aus­gie­big lästern wür­de, und scheint das drin­gen­de Bedürf­nis zu haben, end­lich mal ver­mö­belt zu wer­den.

Die näch­ste Aus­ga­be der „Cos­mo­po­li­tan“ kommt am 5. Sep­tem­ber raus und ent­hält, ver­spricht der Innen­text, unter ande­rem einen Text dar­über, was man machen kön­ne, wenn aus­nahms­wei­se mal der Mann in einer klas­si­schen Paar­be­zie­hung kei­ne Lust auf Bei­schlaf hat. Ich glau­be, die kann ich aber nicht kau­fen. Ich hab’ Migrä­ne.

Persönliches
Entödete Innenstädte (II): Verlorene Kneipenkultur

Im März 2021 schrieb ich, der Ver­ödung von Innen­städ­ten kön­ne man mit dem Bau von Ein­kaufs­zen­tren kei­nes­wegs ent­ge­gen­wir­ken. Einen nicht uner­heb­li­chen Aspekt hat­te ich dabei noch gar nicht erwähnt.

Ich kom­me all­mäh­lich in das Alter, in dem ich so etwas wie eine Knei­pen­kul­tur ent­wick­le. Ich den­ke offen dar­über nach, das Wort künf­tig mit Doppel‑P zu schrei­ben, weil das dann so schön nach Fuß­bad und nicht häss­lich nach „der alte Mann orgelt sich acht­ar­mig Fusel rein“ klingt. Was davon im Übri­gen zutrifft, über­las­se ich der Fan­ta­sie des Lesers. In einer mir bis dahin unbe­kann­ten Knei­pe in einer anson­sten nicht wei­ter inter­es­san­ten Stadt jeden­falls geriet ich vor einer Wei­le – das pas­siert mir neu­er­dings des Öfte­ren – mit dem Wirt ins Gespräch, einem rede­freu­di­gen Aus­wärts­stäm­mi­gen, der es mehr oder weni­ger geschafft hat, sein mitt­ler­wei­le eige­nes Eta­blis­se­ment durch die Kri­se zu tra­gen. Das ist nicht allen gelun­gen, was ich bedau­re.

Es war ein eher ereig­nis­ar­mer Wochen­tag, wes­halb man in die­ser Knei­pe kein ent­hemm­tes Gedrän­ge vor­fand, son­dern eine ein­stel­li­ge Zahl an Gästen, die sich im Lau­fe des Abends auf drei redu­zier­te. Es sei ja, klag­te der Wirt, nicht mehr so viel los, seit die Leu­te sich dar­an gewöhnt haben, abends blö­de zu Hau­se zu sit­zen. Schon zuvor aller­dings war ein gesell­schaft­li­cher Wan­del zu erken­nen und die da oben sind dar­an schuld.

Vor etwa zwan­zig Jah­ren boom­te (also bum­ste) die Bau­tä­tig­keit der in meh­rer­lei Hin­sicht stil­lo­sen ECE Group in Nie­der­sach­sen, meh­re­re Städ­te erhiel­ten unfass­bar häss­li­che Ein­kaufs­zen­tren anstel­le der zuvor an der­sel­ben Stel­le befind­li­chen Parks oder son­sti­gen Flä­chen. Dass kurz dar­auf der Inter­net­han­del dazu füh­ren wür­de, dass zuse­hends mehr Men­schen sich das alber­ne Geschub­se in die­sen Geschäf­ten schlicht erspa­ren wür­den, hät­te man zwar ahnen kön­nen, aber es hat ja auch offen­bar nie­mand von Belang danach gefragt. Jetzt ste­hen die Klöt­ze da und kei­ner will mehr rein. Tja.

Zu den­je­ni­gen Gebäu­den, die vor ein paar Jah­ren auf Geheiß eines ande­ren Inve­stors einem Ein­kaufs­zen­trum wei­chen muss­ten, gehör­te in min­de­stens einer Stadt auch eine seit Jahr­hun­der­ten eta­blier­te Knei­pe. Das ist zwar, für sich genom­men, zunächst ein­mal nur eine ein­zel­ne Anek­do­te, aber das Aus­dün­nen der Knei­pen­land­schaft bei gleich­zei­ti­ger rasan­ter Aus­deh­nung von Läden beob­ach­te ich mitt­ler­wei­le hin­rei­chend lan­ge, so dass ich min­de­stens eine Kor­re­la­ti­on erken­ne: je mehr Kon­sum, desto weni­ger Gesel­lig­keit.

Man kommt im Super­markt nicht mal eben mit Frem­den ins Gespräch, sieht man von den Panik­ham­stern jeden Sonn­abend – mor­gen is’ zu, mor­gen is’ Welt­un­ter­gang – ab, die Umste­hen­de gern dar­auf hin­wei­sen, dass ihres­glei­chen zu lan­ge an der Kas­se steht, wenn ihres­glei­chen vor ihnen dran ist. Ein Her­um­ge­drücke auf dem Smart­phone ersetzt kein Bru­der­schaft­trin­ken am Alt­holz­tisch. Auf Super­markt­re­ga­len hin­ter­lässt nie­mand (war­um eigent­lich nicht?) selt­sa­me Zeich­nun­gen oder wenig­stens die Anek­do­te, er sei „hier gewe­sen“. Der Mensch ver­einsamt nicht wegen des Digi­ta­len, son­dern, weil er mit der Abschaf­fung des Ana­lo­gen ins Digi­ta­le getrie­ben wird. Bier­trin­ken vor’m Com­pu­ter ist unbe­frie­di­gend, so lan­ge der Kör­per nicht danach ver­langt. Dann aller­dings ist es für vie­les zu spät, was auch – gera­de – eine Knei­pe nicht mehr zurück­ho­len könn­te.

Mehr Ein­kaufs­zen­tren zu und mehr Knei­pen auf. Ein­ge­kauft wird online, gefei­ert wird, wo Platz ist. Was spricht eigent­lich dage­gen?

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Phew – Depth of the Forehead // Funky Mariechen

Interessant, erzähl mir mehr.

Es ist Mon­tag. Idee für einen Punk­band­na­men (wohl noch frei): 500 E‑Autos auf ’nem Frach­ter. Feu­ri­ge Büh­nen­show garan­tiert.

Beim Kapi­ta­lis­mus, stell­te ich die­ser Tage anders­wo fest, muss sich die NATO gera­de von Chi­na erklä­ren las­sen, wie er funk­tio­niert: Über­ra­schend stellt sich raus, dass der Rus­se ein pro­fi­ta­bler Han­dels­part­ner ist und, wenn man ihn gehen lässt, halt ande­re den Pro­fit abgrei­fen. Man möch­te fast Mit­leid haben. Als wit­zi­ger Bei­fang des so Her­aus­ge­stell­ten haben For­scher uner­war­tet her­aus­ge­fun­den (All­er­gi­ker­war­nung: „Golem.de“), dass, wenn man sich ohne tech­ni­sche Not­wen­dig­keit, son­dern allein aus kaum ver­brämt natio­na­li­sti­schen Erwä­gun­gen her­aus („die Chi­ne­sen!!!!“) funk­tio­nie­ren­der Infra­struk­tur ent­le­digt, plötz­lich das mobi­le Netz an Zuver­läs­sig­keit ver­liert. Ich rech­ne es den zustän­di­gen Regie­run­gen ja hoch an, dass sie plötz­lich was gegen Über­wa­chung haben, aber war­um immer nur gegen die ande­re?

Welt­geist der Woche: Bei einem Auto namens Funky Cat kann es zu Fun­ken­flug kom­men. Das ist zwar eigent­lich über­haupt nicht lustig, aber ich habe sowohl ein schlich­tes Gemüt als auch mein heu­ti­ges Kaf­fee­soll noch nicht erfüllt. Da fin­de ich immer vie­les lustig.

Wort der Woche: Waf­fen­por­no. Viel fried­li­che­rer, dafür jedoch selt­sa­mer Groo­ve zum Wochen­start: Phew.

Depth Of The Fore­head

Guten Mor­gen.

Persönliches⁠Nerdkrams
Man muss nirgendwo „sein“.

Ein ver­mut­lich bereits alter Witz, den ich gleich­wohl erst­mals auf Twit­ter gele­sen hat­te, geht unge­fähr wie folgt: Zwei Men­schen unter­hal­ten sich, es fragt der eine: „Was machst du am Wochen­en­de?“. Erschrocken fragt der ande­re: „Ich muss da was machen?“. Das ist lustig, weil es stimmt.

Ich muss gar nix außer schla­fen, trin­ken, atmen und ficken
und so pünkt­lich, wie es geht, mei­ne Steu­er abschicken.
(Gross­stadt­ge­flü­ster: Ich muss gar nix)

Selbst das mor­gend­li­che Auf­ste­hen hat das Virus ja in eini­gen Bran­chen weit­ge­hend zur Opti­on hoch­ge­stuft. Man muss das Bett nicht mehr ver­las­sen, um „im Büro“ zu sein, jedoch hat man dann statt eines oder meh­re­rer fan­ta­sti­scher ande­rer Per­so­nen nur sein Büro im Bett. Ob das nun unbe­dingt bes­ser ist, möge selbst her­aus­ge­fun­den wer­den.

Weil die­ses Twit­ter aber inzwi­schen völ­lig ent­kernt und geXt wird, „müs­se“ man doch woan­ders ange­mel­det sein, teilt die Welt­öf­fent­lich­keit ein­an­der unge­fragt mit und hängt zumeist die Infor­ma­ti­on an, wo (und sowie­so: unter Zuhil­fe­nah­me wel­cher Zugangs­mit­tel) die­ses „woan­ders“ denn der­zeit statt­zu­fin­den habe. Ich emp­fin­de es als ja gewöhn­lich, dass Men­schen eine Ernäh­rung, ein Betriebs­sy­stem, eine Reli­gi­on, eine Par­tei, eine Sexua­li­tät und/oder ein sozia­les Netz­werk haben, aber war­um infor­mie­ren sie ein­an­der dar­über, ohne dass sie über­haupt danach gefragt wur­den? – Es kann dar­an lie­gen, dass sie Gesprä­che nur noch als asyn­chro­ne Mono­lo­ge ver­ste­hen. So funk­tio­niert Kom­mu­ni­ka­ti­on im Digi­ta­len: Man plap­pert eben drauf­los.

‘Man muss nir­gend­wo „sein“.’ wei­ter­le­sen »

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Electric Moon – Burning Battenberg // Emotional verrammsteint.

Popo.Es ist Mon­tag. Super RTL wird zu RTL Super, aber Mon­tag heißt immer noch nicht Tag­mond. Dar­auf ein Tee­eis.

Gute Nach­rich­ten, Putin ist so gut wie besiegt: Polen lässt eine rus­si­sche Ten­nis­spie­le­rin nicht ein­rei­sen. Wenn das den Krieg nicht been­det, dann weiß ich auch nicht wei­ter. – Eine bemer­kens­wer­te Stu­die wur­de mir unter­des­sen aus Neu­see­land bekannt gemacht: Kif­fen rich­te mehr Scha­den an als Kok­sen. Ich möch­te damit nichts mit­tei­len, was ich nicht schon mal geschrie­ben hät­te, jedoch stel­le ich zumin­dest fest, wie gut das alles ins Bild passt.

Die gewohnt beäng­sti­gen­de „taz“ lässt unter­des­sen einen Herrn mit dem trotz­dem groß­ar­ti­gen Namen Ambros Waibel („taz2-Redak­teur“ – um Him­mels Wil­len, es gibt zwei davon?), der mir prompt als Recht­schreib­feh­ler mar­kiert wird, Musik­hö­rer patho­lo­gi­sie­ren: „Ramm­stein-Fans“ näm­lich, so heißt es dort, sei­en mit „ihrer emo­tio­na­len Ver­wahr­lo­sung“ zwar in einer Min­der­heit, aber „kei­nes­wegs allein“. Nun bin ich aus den neue­ren Alben von Ramm­stein raus­ge­wach­sen, aus ihrem ein­sti­gen Neu­ar­ti­gen („Her­ze­leid“) ohne­hin, und inso­fern selbst kein „Ramm­stein-Fan“, jedoch erscheint mir die­ses Urteil auf zu Bana­lem begrün­det. Auch fürch­ter­li­che Men­schen mögen gute Musik (was auch immer man im momen­ta­nen Fei­er­zu­stand dar­un­ter ver­steht) hören und/oder spie­len. Hör­te ich nur Musik von Men­schen von ein­wand­frei­em Ruf, so hät­te ich wahr­schein­lich wie­der jede Men­ge Zeit zum Lesen, aber tat­säch­lich inter­es­siert mich der Künst­ler hin­ter der Musik in der Regel nicht die Boh­ne. Dass im ver­link­ten Arti­kel Besu­cher von Ramm­stein­kon­zer­ten, AfD-Wäh­ler und Auto­fah­rer in den­sel­ben Topf geschmis­sen (hier: geschrie­ben) wer­den, ist pas­sen­der­wei­se von bemer­kens­wer­ter Schlicht­heit. – Unge­klärt bleibt die Fra­ge, mit wel­cher Art von Musik sich Ambros Waibel emo­tio­nal ins geho­be­ne Bür­ger­tum auf­schwingt, so dass er von dort oben hin­ab zwar alt­vä­ter­lich, aber doch sich selbst über­schät­zend über „Ramm­stein-Fans“ urteilt. Bestimmt hört er irgend­ei­nen lang­wei­li­gen Käse mit eng­lisch­spra­chi­gen Tex­ten. Da geht es zwar auch dau­ernd ums Bum­sen mit Grou­pies, aber das merkt man ja dann nicht so.

Wor­um es bei Elec­tric Moon geht, weiß ich im Übri­gen gar nicht. Anschei­nend um Dro­gen und/oder einen bren­nen­den Berg oder so.

Elec­tric Moon-Bur­ning Bat­ten­berg

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten⁠Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 21. Juli 2023

Was pas­siert, wenn man Schwarz-Grün wählt? Lan­ge nichts, dann schließt sich die Regie­rung den For­de­run­gen der AfD an.


Künst­li­che Intel­li­genz „infor­miert“: Das Saar­land ist viel klei­ner als ein Fuß­ball­feld (und damit als Maß­ein­heit doch geeig­net).


Ein wei­te­rer Super­markt, dies­mal einer in Greifs­wald, führt eine „stil­le Stun­de“ (Archiv­ver­si­on) ein, in der man beim Ein­kau­fen nicht mit lau­ter Beschal­lung und grel­lem Licht genervt wird. Fol­gen­de Fra­gen: War­um nicht über­all und war­um nicht jeder­zeit?


Drei Vier­tel der Befrag­ten fin­den die Kir­chen­steu­er unzeit­ge­mäß. Hof­fent­lich ist es bald legal, aus der Kir­che aus­zu­tre­ten, so dass man die­se Steu­er nicht mehr zah­len muss.


Ande­rer­seits, da wir’s gera­de mit Mei­nungs­um­fra­gen hat­ten: Mani­pu­la­ti­ve EU-Mei­nungs­um­fra­ge taugt nicht zur Recht­fer­ti­gung der Chat­kon­trol­le. Über­ra­schend stellt sich her­aus, dass die füh­ren­den Poli­ti­ker der EU (haha, die­se Bri­ten, die wis­sen ja gar nicht, was ihnen ent­geht) auch vor unsau­be­ren Umfra­ge­me­tho­den nicht zurück­schrecken, um in eure Smart­phones eine Wan­ze rein­zu­ver­pflich­ten. Was genau war noch mal der Grund dafür, dass Deutsch­land sich die­ser Euro­päi­schen Uni­on ange­schlos­sen hat? Frei­heit und Demo­kra­tie schei­nen es jeden­falls nicht gewe­sen zu sein. Der rich­ti­ge Zeit­punkt für einen EU-Aus­tritt war immer gestern.


Das gru­se­li­ge Online­ma­ga­zin „Golem.de“ teste­te Was­ser­ge­weh­re, die fast so hoch­ge­rü­stet sind wie rich­ti­ge Geweh­re. Wann wer­den Spiel­plät­ze end­lich demi­li­ta­ri­siert (und war­um ist das so eska­liert)?


In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist es nun­mehr mög­lich, Fern­se­her aus­zu­lei­hen. Leih­ge­büh­ren: Man muss sich Rekla­me angucken. Eine kur­ze Umfra­ge im unmit­tel­bar ver­füg­ba­ren Bekann­ten­kreis för­der­te im Wesent­li­chen ein „na und?“ zuta­ge. Ich fürch­te, der Hin­weis­text „ent­hält Wer­bung“ taugt mitt­ler­wei­le als Lebens­mot­to und es ist den Men­schen zu egal. Kein Wun­der: Wer mit rie­si­gen Fir­men­lo­gos auf der Brust durch eine beleb­te Stadt läuft, kriegt nicht etwa direkt eine Back­pfei­fe, son­dern höch­stens nei­di­sche Blicke. Wann und war­um hat die Gesell­schaft auf­ge­hört, sich gegen die All­ge­gen­wart außer­or­dent­lich ärger­li­cher Mit­men­schen wie Wer­bern zu weh­ren, und wie kriegt man das wie­der weg?

In den Nachrichten
Homo homini leo est.

Ja (Archiv­ver­si­on), aber …

An Ber­lins Stadt­gren­ze läuft offen­bar eine Löwin frei her­um. Die Poli­zei ist mit Hub­schrau­bern im Ein­satz. Die Behör­den warn­ten die Bevöl­ke­rung im Süden der Haupt­stadt vor einem „frei­lau­fen­den gefähr­li­chen Wild­tier“.

… was hat denn die Löwin jetzt damit zu tun?

Sonstiges
Kurz angemerkt zu Schneewittchen

Das mul­ti­me­dia­le Weh­kla­gen dar­über, dass der skru­pel­lo­se Dis­ney­kon­zern in einer Neu­ver­fil­mung des Mär­chens „Schnee­witt­chen“, des­sen Titel­fi­gur eine Haut „so weiß wie Schnee“ habe, sel­bi­ge mit einer eben nicht hell­häu­ti­gen Schau­spie­le­rin besetzt hat, ver­ste­he ich übri­gens nicht; habt ihr euch in letz­ter Zeit mal den Schnee in einer Groß­stadt ange­se­hen?

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Furor Gallico – Medhelan // Tourhitzige Touristen

Naja, Frühstück.Es ist Montach. (Manch­mal kommt der Nord­deut­sche in mir hoch raus. Zur Defi­ni­ti­on von Nord­deutsch­land viel­leicht so viel: es ist nörd­lich von Bay­ern.) In der Wiki­pe­dia steht, „1989 besuch­te Johan­nes Paul II. Indo­ne­si­en und das von ihm besetz­te Ost­ti­mor“. Ich wuss­te gar nicht, dass der frü­he­re Papst mal ein Land besetzt hat. Hät­te ich ihm gar nicht zuge­traut. Wie­der was gelernt.

Fast rich­ti­ger Satz von Radio MK: „Mehr Men­schen heißt auch mehr Dreck – im Was­ser, auf den Wie­sen und auf den Wegen.“ Lei­der geht es aber doch nur um Gän­se, und so ist die End­lö­sung abseh­bar. Dabei wäre doch das, was der Natur („dem Kli­ma“) am zuträg­lich­sten wäre, tat­säch­lich ein deut­li­cher Rück­gang des Men­schen; das sieht auch die anson­sten schlim­me Vize­prä­si­den­tin der Ver­ei­nig­ten Staa­ten so und for­dert eine „Bevöl­ke­rungs­re­duk­ti­on“, was irgend­wel­che Kolum­ni­sten zu Zeter und Mor­dio ver­lei­tet, denn das kann man ja nicht sagen kann man das nicht. Der Mensch ist dem Men­schen immer etwas Bes­se­res, aber das Blatt beginnt sich in eine erbau­li­che Rich­tung zu wen­den. Mögen wir lan­ge leben und aus­ster­ben. – Sie arbei­ten ja dran: Im Death Val­ley herr­schen Tem­pe­ra­tu­ren von bis zu 131 °F (in Cel­si­us: echt warm), was hin­sicht­lich der ver­läss­li­chen Auf­zeich­nun­gen ein Welt­re­kord wäre, also pil­gern Men­schen dort­hin. Weil mir par­tout nicht ein­fal­len mag, wel­chen ande­ren Grund jemand dafür haben könn­te, ver­mu­te ich: um zu ster­ben. Vor­bild­lich!

Sich selbst macht der Mensch das Leben indes nicht leich­ter: Den Platz für den Kopf­hö­rer­an­schluss (kostet sicher min­de­stens 5 Marx) möch­te man sich spa­ren, aber immer dicke­re Kame­ras pas­sen in so ein Smart­phone ja immer noch rein. Las­sen wir doch den Bild­schirm auch noch weg – was das erst an Platz spa­ren wür­de! – Auch Platz spart man im No CSS Club, indem man also sei­ne Web­sites ohne irgend­was erstellt, was nicht HTML ist. Eine schö­ne Idee, die ich ins­be­son­de­re denen gern wei­ter­emp­feh­le, die sich vor allem um SEO und um das Aus­se­hen sor­gen. Das Pro­blem habe ich ja zum Bei­spiel nicht. Mei­ne Web­sites sind auch mit CSS immer sehr häss­lich. Das hat aber einen ein­fa­chen Grund: Ich bin ein­fach echt schei­ße in Gestal­tungs­din­gen. Einer­seits soll­te ich mir wirk­lich mal mehr Zeit dafür neh­men, hier ein biss­chen her­um­zu­op­ti­mie­ren, ande­rer­seits will ich ja seit Jah­ren von Word­Press auf ein bes­se­res System umstei­gen und da lohnt sich das jetzt ja eigent­lich auch nicht mehr. – Apro­pos: Die neue Micro­soft-Schrift­art Bier­stadt heißt künf­tig Aptos, weil der Gestal­ter dort gern Urlaub macht. Zum Glück kennt und/oder mag er Lein­fel­den-Ech­ter­din­gen anschei­nend nicht.

Gutes The­ma für Rap: Intim­ver­kehr mit Frau­en. Gutes The­ma für ander­wei­ti­ge Musik: Mai­land.

Furor Gal­li­co – Med­hel­an

Guten Mor­gen.