Einen Tag, an dem man Leuten wie mir, zu deren ungeselligen Hobbys es zählt, ab und zu mal Programmcode unter einer wirklich freien Lizenz ins Internet zu würgen, obwohl es an schlechtem Code, der keine real existierenden Probleme löst, bereits kaum mangelt, zwar keine Blumen und/oder Pralinen, wohl aber schreckliche sharepics („Teilbilder“) mit dem eigenen Konterfei „schenkt“ (also von mir aus müsste das jetzt nicht sein), ist zumindest kulturell einigermaßen vorteilhaft, aber ich hätte bitte trotzdem gern stattdessen die Pralinen.
Schmalhans des Tages: Andreas Schwarz, SPD.
Die „Soziale Politik für Dich“-Partei, deren im Europäischen Parlament endgelagertes Altpersonal neuerdings offen von einer eigenen Atombombe für die beste EU, die man mit Geld kaufen kann, feuchtträumen darf, ohne dass jemand hingeht und den angemessenen Satz Backpfeifen verteilt, ist wieder in ihrem Element:
Der SPD-Haushaltspolitiker Andreas Schwarz sagte dem Blatt [der „Süddeutschen Zeitung“, A.d.V.], die Ausgaben für Verteidigung und Zivilschutz sollten (…) dauerhaft von der Schuldenbremse im Grundgesetz ausgenommen werden.
Deutschland müsse dringend in den Zivil- und Katastrophenschutz investieren und brauche viel mehr Cyberabwehr, Bunker, mobile Operationssäle und Lazarettversorgung.
Und bessere Schulbildung, bessere Gesundheitsversorgung, bessere Bahn- und Internetinfrastruktur und nicht zuletzt bessere Armutsbekämpfung. Aber gut. Sollen sie halt Bunker essen.
Auch in diesem Jahr kann man die SPD übrigens wieder aus Parlamenten rauswählen. Ich sag’s ja nur.
Frustwut – Absturz // Krankenhausbeobachtungen
Es ist Montag. Meinen Dank für die zahlreichen Genesungswünsche. Euch esse ich zuletzt.
Ich bin immer noch mehrfarbig und nicht völlig intakt, aber zumindest kurz nach dem Absenden dieses Beitrags wieder aus dem lästigen Krankenhaus raus. Alles war – jenseits der offensichtlichen Klassenunterschiede zwischen Privat- und Kassenpatienten (warum eigentlich?) – dort zwar nicht angenehm (zweifellos ein sadistischer Wichser ist, wer sich vermeintlich in einem sog. „sozialen Beruf“ engagieren möchte, nur um in den Zimmern der wegen Schmerzen oder wegen der ungewohnten Umgebung oder wegen der sonstigen äußeren Umstände oder wenigstens aus Prinzip ohnehin schlecht Schlafenden mornx um nicht-mal‑7 „GUTEN MORGEN“ brüllend das Flutlicht einzuschalten), aber wenigstens akzeptabel, bis ich einen Zimmernachbarn bekam, dem Stille zuwider zu sein schien. Es verging auch ohne meine eigene Teilnahme keine Minute ohne ein über das Atmen hinausgehendes Geräusch, vom Singen (immer nur Reinhard Mey oder Udo Jürgens und immer nur dasselbe Lied und immer nur dieselbe Textstelle, latürnich) über Pfeifen und Selbstgespräche bis hin zum Pusten und Schmatzen. Leider hätten sämtliche mir zur Verfügung stehenden Methoden der mittelfristigen Linderung dieses Treibens die Geräuschkulisse nur geändert, aber nicht beseitigt. Ich hasse Menschen. – Ich vermute, bereits vor mehreren Sätzen habe ich sämtliche Leser unter 20 Jahren verloren. Das ist in Ordnung.
Frage: Gibt es eigentlich Rabatt auf Gehirnchips, wenn man mit gelegentlichen Werbeeinblendungen einverstanden ist? – Als wäre die EDV ohne solche Fragen noch nicht deprimierend genug: Docker und ähnlichen „Container“systemen ungesehen zu vertrauen ist jetzt nicht mehr nur theoretisch, sondern auch praktisch eine nachweislich dumme Idee. Manche Probleme löst man nicht mal mit sieben Proxys und mehr Firewalls. Die „künstliche Intelligenz“ ist auch keine besondere Hilfe mehr, seit man ihr dazu rät, ab und zu mal ein Nickerchen zu machen. Ich persönlich nehme „künstliche Intelligenz“ ja erst ernst, wenn sie auch mal nach dem Saufen einen Kater hat.
Die bürgerliche Presse hat keine Ahnung von Arbeit. Dazu passt: Zur Frage „was denkt Putin?“ auch mal Putin zu fragen, sei rechtsaußen (Archivversion), kolportiert die Demokratieabgabe. Ja, wen denn sonst? Da denke ich über die Anschlussfrage, seit wann man den Präsidenten nicht mehr dekliniert („Carlson interviewt Präsident“, romanes eunt domus), ja schon gar nicht mehr nach.
Einer von 20 Menschen ist ein Soziopath, und sie alle spielen in der Öffentlichkeit Musik direkt aus dem Lautsprecher ihres Telefons. Ich empfehle hierfür insofern Kopfhörer oder ein eigenes Zuhause: Musik.
Guten Morgen.
Damo Suzuki.
Krankenhausgedanke zum Schoduvel
Das Einzige, das es wirklich schwer erträglich macht, über das Karnevalswochenende im Krankenhaus interniert zu sein, ist es, dass man nicht rechtzeitig die Stadt verlassen kann, wenn der leider finanzierte Karnevalsumzug sein teuflisches Werk beginnt.
Akkordwechsel…
Exocrine – Eidolon
Es ist Montag. Diese frohe Botschaft hätte ich schon früher verkündet, aber mit einem frisch gebrochenen Arm schreibt es sich immer so schlecht. Montag kann ich offenbar ganz gut.
Insofern nur kurz hihi: Glück für Deutsche Bahn: Windows‑3.11-Administrator, der 1993 zu einem Bewerbungsgespräch in den Zug stieg, soeben in Berlin angekommen. Vielfahrer kennen das.
Kenn ich auch: Musik.
Guten Morgen.
Ausgenazikeult in Sachsen
Sie – die da oben – haben die Nazikeule erwartbar jetzt so energisch geschwungen, dass ihre Rückschläge sogar dem „SPIEGEL“ (will ich nicht verlinken), der „FAZ“ (soll ich nicht verlinken, LSR) und dem „Standard“ aufgefallen sind:
Deutsche Supermarktkette entschuldigt sich für „gegen Nazis“-Spruch – Peter Simmel, Geschäftsführer der betroffenen Filialen, habe nicht gewusst, wie viele Menschen sich mit dem Begriff „Nazi“ identifizieren würden[.]
Fefe findet das amüsant, weil es ja nur heißen könne, dass diejenigen Einwohner Sachsens, die sich beschwert haben, allesamt zweifelsfrei tatsächlich Nazis seien, aber das eigentliche Problem scheint mir anderswo zu suchen zu sein. In meiner bisherigen Karriere als Depp wurde selbst ich, dem wenig ferner liegt als einen Ausländer aufgrund seiner Herkunft anzuzünden, ungezählte Male als Nazi beschimpft, meist, weil ich Bedenken gegenüber gewaltvoll geführtem „Kampf gegen Rechts“ geäußert habe. Man ändert nicht die Meinung eines anderen Menschen und verbessert so das Miteinander, indem man ihm auf die Fresse haut.
Muss man 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirklich noch erklären, was ein Nazi ist? Antje Hildebrandt
Immerhin reihe ich mich mit diesem Stigma ein in eine illustre Reihe von Richard Stallman bis hin zu Theo Müller, dessen Müllermilch-Produkte momentan schon wieder boykottiert werden sollen, weil er mit Alice Weidel befreundet sei und das mal so gar nicht gehe. Ich fürchte ja, wer nur noch Produkte von Unternehmen und/oder Landwirten kauft, deren antifaschistische Grundüberzeugung über jeden Zweifel erhaben ist und die ihre privaten Freundschaften komplett vom Wahlverhalten anderer Leute abhängig machen, dessen Kühlschrank wird in absehbarer Zeit nicht mehr prall gefüllt sein.
Aber bei den meisten fragen sie eben auch lieber nicht nach.
Kein richtiger Parteienstaat im falschen
Bundeszentrale für politische Bildung:
Der demokratische Parteienstaat gründet (…) im Prinzip politischer Repräsentation, und er gibt diesem Prinzip in Gestalt des Fraktionenparlaments des Bundestages und der Landtage sein zeitgemäßes Gesicht.
Lars Hünich, AfD (Archivversion):
Wenn wir morgen in einer Regierungsverantwortung sind, dann müssen wir diesen Parteienstaat abschaffen.
Woraufhin Ulrike Liedtke (Landratspräsidentin in Brandenburg, SPD, also nicht vom Fach):
Es gibt in Deutschland keinen „Parteienstaat“, wie behauptet wird, sondern eine pluralistische Demokratie mit freien, gleichen und geheimen Wahlen.
Genau. Es gibt hier keinen Parteienstaat, weil man Parteien hier nämlich wählen kann.
Sie machen es ihnen einfach viel zu leicht.
Apropos: Mark Zuckerberg habe, befand der US-Senat, „ein Produkt, das Menschen tötet“. Nicht überliefert ist, ob der Senat desjenigen Staates, der nicht nur immer noch die Todesstrafe nicht flächendeckend abzuschaffen gedenkt, sondern allein jetzt gerade in fünf Kriege verwickelt ist, das anerkennend gemeint hat.
Apropos „apropos“: In derjenigen Realität, in der Polen im Web kein Ś eingeben können, weil das Land mal kommunistisch war, sei das Internet, geschaffen von Menschen für Menschen, längst der Feind des Menschen geworden, schrieb Ed Zitron in einem außerordentlich lesenswerten Text (englischsprachig, hier teils übelsetzt) in das Feindesland hinein. Wärmstens empfohlen.
Liegengebliebenes vom 31. Januar 2024
„Es gibt für mich keinen Unterschied mehr zwischen Musik und Politik.“ Ich kenne das. Musik ist Politik. Ich möchte regiert werden von walls of sound, möchte Gitarren ankreuzen, möchte einen Bass als Außenminister. Ein Schlagzeug für Kultur und Sport. Gute Lyrik oder wenigstens entlüftende Aggression als Beitrag zur Haushaltsdebatte. Stattdessen bekomme habe ich platte Reifen. Pompös präsentierte platte Reifen zwar, doch platt nichtsdestoweniger.
Deutschland im Endstadium: „Nicht so laut tippen!“ Und schon wieder dieses Bedürfnis, meine olle 1981er IBM ans MacBook anzuschließen und damit produktiv im Zug zu sitzen.
Die „Arbeitslosenquote in Berlin steigt auf fast zehn Prozent“, aber das sei normal, sagt das Arbeitsamt. Berlin halt. Jahreswechsel halt. Ach so. Na dann.
Meine Lieblingsyogafigur ist der schlafende Fettsack.
Es gab in Deutschland allein 2022 mehr Todesopfer infolge der Rücksichtslosigkeit irgendwelcher Autofahrer als seit 1945 an rechter Gewalt Verstorbene. Warum soll eigentlich die AfD verboten werden, aber Volkswagen nicht?
Schlechtes Mobilnetz gegen Rechts!
Ein bisschen dürfte sich Martin Sellner am Montagabend geärgert haben. Er hatte alles so gut vorbereitet, sich gerade kurz vor der deutschen Grenze mit Kamerad*innen getroffen – sein Livestream lief, er rollte auf die Grenze zu. Und dann: Funkloch. (…) Sellners Kalkül: die Bundesrepublik zu blamieren. (…) Die Selbstinszenierung gelang Sellner also nur in Teilen. Neben Antifaschist*innen dürfte das Funkloch im Grenzgebiet seine Show am stärksten gestört haben.
Das ist so knalldämlich, da lass‘ ich sogar den Stern mal drin. Immerhin: Das Blamieren hat geklappt.
Deutschland, deine Allegorien! (26)
Danheim – Hefna // Podcasts endlich laberfrei
Es ist Montag. Wie gefällt er euch bisher? Mir gefällt es nicht, nichts davon, irgendwie. Dass der Mensch ein soziales Wesen ist, macht den Wegbruch des Sozialen kaum erträglicher. Wie machen Menschen das, die keinen an der Murmel haben?
Aber es gibt ja Betäubungsmittel. Zu Beginn des jüngst vergangenen Wochenendes trieb ich mich insofern in Hamburg, einer meiner Lieblingsstädte, herum, wo eine größere Spirituosenmesse stattfand. In diesem Rahmen habe ich festgestellt, dass in Australien anscheinend Ingwerbier gebraut wird, das einzig dem Zweck dient, dass man in die hierfür verwendeten Fässer Whisky reintut. Schmeckt, wie man’s glaubt. Wer nix probiert, der lernt auch nix.
Apropos, gute Nachrichten: Die „Süddeutsche Zeitung“ hat abschließend festgestellt, welcher Tee schmeckt und welcher nicht. Geschmäcker sind, was in der Zeitung steht. Es mag vieles erklären.
Der beste Tag, um das Benutzerkonto bei Adobe zu löschen, war immer gestern. Wichtiger Tipp ansonsten: Ist man ein Betrüger und möchte einen Autisten reinlegen, dann ist es empfehlenswert, von vornherein ehrlich zu sein. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit des Erfolges. Das Smartphone Pixel 8 Pro könne man jetzt auch als Fieberthermometer nutzen, las ich dieser Tage. Man betrachte Form und Material und habe fortan nie wieder Fieber. Podcasts sind derweil demnächst – jedenfalls für Applekunden – zum Lesen verfügbar, ob die Betreiber das jetzt wollen oder nicht. Damit sind all meine Einwände gegen Podcasts aufgehoben und ich werde sehr viele von ihnen abonnieren müssen. Es ist alles sehr schlimm.
Gedanke: Incitatus wäre ein guter Bundeskanzler geworden. Dessen Kopf stand nicht im Weg herum. In Thüringen (Saale-Orla-Kreis) hat ein CDU-Kandidat mit Unterstützung der Linken eine Landratswahl gewonnen. Wofür genau gibt es jetzt eigentlich noch mal mehr als eine Partei?
Wovon es wiederum nicht genug geben kann: Musik.
Guten Morgen.
Sprache.
Man trifft sich nicht; man marschiert auf. Deren brutaler Befehls‑, wo nicht: Machthaber, unser gütiger Präsident. Deren Horden, unser Heer. Deren völkerrechtswidriger (wo’s halt keinen besseren gibt) Angriffskrieg, unser Friedenseinsatz. Deren Barberei, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung.
Je Silben, desto doof.
Liegengebliebenes vom 24. Januar 2024
LOL: Gesichtserkennung erkennt Straftäter – falsch.
LOL: Die Bayernpartei (sie ist sehr gut) will Straße nach Franz Beckenbauer benennen.
LOL: Nehmt kein Kokain, bleibt bei langsam tötenden Drogen wie Tabak.
LOL: Die SPD würde ja gern ihren guten Datenschutzbeauftragten behalten, aber die Wehrbeauftragte ist wichtiger. (Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.)
LOL: 1674 wollten’se Kaffee verbieten, damit die Männer wieder ficken wollen.
pepe sad.png: Rick Wakeman geht auf Abschiedstournee.








