Dann, liebe Kinder, kam es 1789 zur Französischen Petition, in der die Bürgerlichen den Adel aufforderten, alle Gefangenen aus der Bastille freizulassen und die Republik einzuführen. Der Adel musste sich der Unterschriftenflut beugen und erfüllte alle Forderungen. Seitdem gilt die Petition als das schärfste politische Schwert der Opposition und sie sollte wegen ihrer unabsehbaren Folgen nur mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden.
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Medienkritik in Kürze: „Funk“ hebt die Sexpflicht auf.
Gute Nachrichten von „Mädelsabende“, einem Kanal von „Funk“, dem „Content-Netzwerk“ („Funk“ über „Funk“) von ARD und ZDF: Es ist legal, sich nach dem Sport zu fühlen wie ein alter Schuh, ohne dabei höchsten Genuss erfahren zu haben.
Hoffentlich erhöhen sie bald mal wieder die Gebühren. Für das Angebot.
EU, der Werbeblockerblockerblocker
Schöne Idee: WordPress-Plugin, das auf einen fehlenden Werbeblocker hinweist.
Das Erkennen von Adblockern (…) auf Geräten der Nutzer sei illegal, so Datenschützer. Sie fordern eine Überprüfung und Stellungnahme der EU.
Na gut. Ich mach’s wieder raus. (Aber dieses eine Mal hoffe ich, die EU verbietet was.)
Closure in Moscow – Here’s To Entropy // Neues Produkt: Apple Kräneklemme
Es ist Montag. „iPhoneBlog.de“ informiert: „Ohne ProRes-Log hätte Apple sein iPhone nicht in Cages, Rigs, Gimbals, Kräne und Dollies geklemmt.“ Bestimmt ist das irgendwas Wichtiges, aber warum schreiben sie das dann nicht auf?
Ein Risiko im Umgang mit zeitgenössischen sozialen Netzwerken, das ich einzugehen bereit wäre:
Wer arm ist, ist rechtsradikal, suggeriert die Qualitätspresse. Gegen Armut aber etwas tun zu wollen will wohl überlegt werden: Bei Amazon zu arbeiten scheint zum Beispiel eine ganz schlechte Idee zu sein.
Das neue Lied der Beatles ist dermaßen ermüdend, es hier zu verlinken wäre sogar mir zu kontraproduktiv. Es ist Montag, da möchte ich wach und nicht gelangweilt werden. Vielleicht doch lieber so:
Guten Morgen.
Drei Kreuze sagt man halt so.
„Drei Kreuze“ werde sie „machen“, kündigte eine Person im Gespräch mit mir an, wenn ihre anstehende Prüfung überstanden sei. Meiner Frage, wobei das wohl helfen solle, wurde entgegnet, das sage man halt so.
Nun bin ich ja – was einer der Gründe für meine energische Opposition gegen die Kindstaufe ist – als Katholik aufgewachsen worden, insofern ist mir sehr klar, was drei Kreuze bedeuten und wo man sie hinmachen sollte. Der Übergang religiöser Rituale in die Alltagssprache (vgl. „oh Gott!“, z.B. beim Ficken) ist mir als anders Orientiertem indes ein Treiben, das zu hinterfragen ist.
Zu unterschiedlichen Zeiten hat man vieles halt so gesagt und es gar nicht so gemeint (etwa „Heil Hitler“ oder „ich liebe dich“).
Die unbezahltesten Wikipediaarbeiter
Ist denen, die der Wikimedia Foundation im Rahmen derer Spendenbanneraktionen freiwillig Geld zukommen lassen, eigentlich bewusst, dass dieses Geld an ungefähr alle Gruppen verteilt wird, nur nicht an diejenige …

…, die die relevante Arbeit erledigt („Autoren“)?
So was von out! (2): Privates ist nicht politisch
Im Januar 2014 schrob ich:
Ein homosexueller Fußballer wird von nicht benannten Personen zum „heterosexuellen Vorzeigespieler“ stilisiert und muss dieses Bild aufrechterhalten, weil sonst was passieren würde?
Dass dieser Tage zwar nicht die Sexualität, wohl aber die politische Ansicht von Fußballspielern versehentlich für eine Nachricht gehalten wird (vgl. ZDF von MEINEN Gebühren!!11! u.a.), sei dieser Frage als aktuelle Episode beigefügt.
Denn (macht man ja auch nicht: Sätze mit „Denn“ beginnen) man muss die Meinung eines Fußballspielers zum Nahostkonflikt nicht teilen, und auch, dass mancher lieber wieder eine Kleiderordnung für Kinder und weitere Errungenschaften deutscher Vorgeschichte, um es den Bösen mal so richtig zu zeigen, restaurieren möchte, bleibt diesem Manchen unbenommen (der Deutsche mag einfache Antworten). Dass aber die neue Gretchenfrage – wie hältst du’s mit dem Nahostkonflikt? – nicht nur eine einzige richtige Antwort haben dürfe, sondern auch jedem Menschen als Sozialkreditfrage gestellt werden müsse, ist eine Entwicklung, die das übliche Maß an einfachen Lösungen für komplizierte Probleme deutlich übersteigt.
Man bezahlt einen Sportler, einen Wissenschaftler oder einen Pornodarsteller nicht dafür, auf irgendwelchen Dödelwebsites (hier: Instagram) die richtige politische Meinung zu vertreten, wie man auch zum Beispiel Politiker nicht dafür bezahlt, besonders gut in Sport, Wissenschaft oder Bumsen zu sein (obwohl). Ich weiß nicht, was mein Friseur von Israel hält, und wenn er Israel nicht mag, suche ich mir trotzdem keinen anderen Friseur. Ich bezahle ihn ja fürs Haareschneiden und nicht für eine Haltung.
Entspannt euch mal. Musik kann helfen.
Reflektion (I)
Mein Körper gehört mir (im Rahmen des BtMG).
Allgemeiner Dönerbuden-Abräum-Club

(Zweitverwertet von mir selbst.)
Flakes – Swinton // Die weiße Iris (Wdh.)
Es ist Montag. Letzte Woche traf der neue Asterixband „Die weiße Iris“ in meiner Sammlung ein, und während bereits sein Erwerb ein untrügliches Zeichen dafür sein dürfte, dass ich nur noch wenige Monate davon entfernt bin, ein wirr brabbelnder Greis zu werden, lässt er mich bereits jetzt grantelnd zurück. Das ist doch alles schon mal da gewesen, „Streit um Asterix“ und „Der Seher“ erzählen letztendlich die gleiche Geschichte. Andererseits: Nach „Gallien in Gefahr“ traue selbst ich mich nicht mehr, allzu viel Neues zu erwarten. Sonst wird es nicht gut.
Auch nicht neu: Alles Hitler außer Budapest. Dass es einigermaßen schwer ist, ein zumindest innereuropäisches Land zu finden, dessen Infrastruktur und Gesellschaft, allen dortigen Hitlereien zum Trotz, noch abgewirtschafteter ist als die hiesige, könnte zu denken geben, aber es wird nicht gedacht. Anderswo in Europa ist es besser als hier? Klarer Fall: Einfach mehr Europa sein. Nicht in Deutschland was ändern, sondern mehr „aber wir sind ja eigentlich auch Europa“ in die Politik tragen. Mit so was feiern ulkige Spaßparteien wie Volt und die CDU/CSU Achtungserfolge: Hier ist alles gut. Hier ist ja Europa. Internet zu schlecht? Miesmacherei. Städte kaputt? Ja, das waren immer die Vorgänger. Die Anderen. Außer, die Vorgänger waren SPD und Grüne. Dann gibt es gar kein Problem.
Manchmal, jahreszeitenunabhängig, betreibe ich digitalen Frühjahrsputz. Gestern zum Beispiel habe ich eine neue RSS-Lese-app auf meinem Smartphone installiert, weil die alte (obwohl auch weiterhin nicht schlechte) unbedingt ein Abonnement haben will und ich die Anzahl an Abonnements gern bei möglichst geringem Verlust an Lebensqualität reduzieren möchte. „Sind doch nur ein paar Euro“ sind doch ein paar viele Euro, wenn man das erst mal oft genug macht. – Der „Guardian“ ist da einer ganz heißen Sache auf der Spur: Tauben, zitiert er eine Studie, lösen Probleme fast so wie eine „künstliche Intelligenz“. Man könnte fast meinen, natürliche Intelligenz sei von Computern inspiriert. Ach nee, das war andersrum, oder?
Das Polizeipräsidium Mannheim informiert: Ein Kind wurde von einer Autofahrerin „touchiert“ und hernach von dem dazu gehörenden Fahrzeug „abgewiesen“. Es waren leichte Verkehrsbeeinträchtigungen festzustellen. Ganz schön frech von dem Kind.
Apropos Verkehr: Am 9. November – also demnächst – bietet der Queerreferat an den Aachener Hochschulen e.V. einen workshop zum Thema sexuelle Atemkontrolle an. – Nee, Unsinn. Apropos Verkehr: Am 3. November – also demnächst – ist Weltmännertag. Man wird sehen, wie sich das auf die Zahl der Autotouchierungen auswirkt.
Guten Morgen.
Liegengebliebenes vom 28. Oktober 2023
„Die Marke Fridays for Future“, kolportieren Qualitätsmedien, sei „kaputt“ und/oder „irreparabel beschädigt“, weil deren Galionsfiguren den Nahostkonflikt differenziert („antisemitisch“) betrachten. Der Umstand, dass die „Klimabewegung“ von der NGO zur „Marke“ avanciert wurde, stört offenbar erst jetzt auch die Medienmacher. Soziale Bewegungen verlieren ihren Sog, sobald sie als Shirtmotiv etabliert sind. Allein – das stimmt:
Wer eine Bewegung startet, muss immer einpreisen, dass sie nicht nur Spinner anzieht, sondern auch komplett Verwirrte.
Tertium non datur.
Zu Beginn der Woche unterhielt ich mich in privatem Rahmen über Kammermusik und deren neuzeitliche Interpretation der Kammerrockmusik. Es ist schön, dass mich das dazu verleitet hat, nochmals mit einem anderen Ohr an Univers Zero, Art Zoyd und Present heranzutreten. Eine gute Jahreszeit dafür hat’s immerhin: Diese Düsterklassik stimmt mich doch etwas klaustrophobisch.
Apropos: Univers Zero feiern nächste Woche ihr fast 50-jähriges Bestehen mit einem neuen Album. Die ersten verfügbaren Ausschnitte holen mich ab. So viel Zeug, so wenig Zeit.
Bei ALDI Nord gab es kürzlich Lorem Ipsum (versch. Sorten). Der Kampf der kleinen Händler gegen Amazon nimmt erbitterte Züge an. (Danke, E.!)
Der „Kicker“ frägt: „Wird die Bundesliga zur Zweiklassengesellschaft?“ Irgendwas an dieser Überschrift scheint mir unüberlegt zu sein, aber ich komme nicht darauf.
Fantastische Idee der Deutschen Bahn: Mehr Überwachungskameras überall und wenn man ein Smartphone hat, kann man nicht nur den Notruf über das altmodische Telefon absetzen, sondern auch eine voll praktische „App“ verwenden:
Die „SafeNow“-App steht ab sofort kostenlos im App Store und Google Play Store zum Download bereit. Im Falle von Gefahren oder Notfällen kann der Nutzer mittels der App einen Notruf absetzen, wobei automatisch der Standort an die DB-Sicherheitszentrale übermittelt wird.
Viel besser als früher. Es ist immerhin zweinull und cyber.
Die zusätzlichen Überwachungskameras sollen dazu beitragen, Straftaten zu verhindern und potenzielle Täter schneller zu identifizieren.
Wetten, das klappt nicht?
Warum steht Großbritannien eigentlich noch auf keiner Sanktionsliste?
Während die Parteibasis auf Mastodon zu dem Schluss gekommen ist, dass das Einzige, was die Piratenpartei noch retten könne, ein Aufstand der sich „woke“ Nennenden sei, leistet deren EU-Abgeordneter weiterhin solide Arbeit: Die anlasslose Überwachung vermeintlich verschlüsselter Kommunikation wird wohl nicht kommen. Dass man solche Feststellungen gegen den Willen hochrangiger Politiker treffen muss, ist indes Teil des Problems.
Alle Ebenen
Die Universität Augsburg fördert als Teil der internationalen Wissensgemeinschaft zum gemeinsamen Nutzen den Austausch mit den Universitäten des In- und Auslandes auf allen Ebenen. Dazu schreiben die Studenten in ihrem Antrag: „Das Erbauen der Gloryholes erlaubt es der Universität, sich als heteronormativitätskritischen Raum zu verstehen zu geben, da Kink als nicht heteronormative Praxis zu verstehen ist.“
Medienkritik in Kürze: Personenkult und Parteien
Dass Sahra Wagenknechts zur Überraschung der zu Recht Getroffenen heute vorgestellter Verein – ich vertrete ja immer noch die Ansicht, es wäre wahrscheinlich klüger, weniger miteinander konkurrierende Parteien im selben Teich schwimmen zu lassen, aber ich habe ja keine Ahnung von Politik – sich im Wesentlichen mit Personenkult befasse, wie es Qualitätspresse und vereinzelte Funktionäre der „Linken“ ausdrücken, ist einer dieser Vorwürfe, die ich nicht verstehe. Wenn anderen Parteien und/oder Wählern der Personenkult nicht wichtig ist, warum sind ihre Wahlplakate dann jedes Mal vor allem mit Gesichtern und dazugehörenden Namen und nicht mit Inhalten bedruckt?
Faun Fables – Housekeeper // Micky, das Jugendwort.
Es ist Montag. Der Neandertaler sei, erzählt der „Standard“ (sollte man ja auch nicht mehr verlinken mit der versuchten Reklameverhinderungsverhinderung), ebenso intelligent gewesen wie der heutige Mensch. Das glaube ich gern. Ich war ja am Wochenende in Berlin.
Ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, etwas länger in Berlin zu bleiben, um auf irgendeiner Demonstration für/gegen Israel stattzufinden. Aber ich hatte nicht. Das Leben ist zu kurz und zu gewaltig für Schildleinheben und Parolchenrufen. Das ist mir zu goofy. (Mache ich das richtig?) Jugendwort des Jahres 2024 (Vorschlag): Pluto. Die Bedeutung erfindet bis dahin bestimmt noch jemand über 30.
Noch nicht ganz über 30: Musik.
Guten Morgen.
Umfassende Konzertkritik: Sleaford Mods (21. Oktober 2023, Berlin)
Jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, verstehe ich, warum Berliner Blogger, die über ihre Psyche schreiben, so sind, wie sie sind.
Die Columbiahalle (restlos ausverkauft) war zu voll und zu warm und zu schlecht belüftet (wegen restlos ausverkauft). Der Ton war jedenfalls mitten im Raum mäßig gut, aber wenigstens konnte auch niemand zur Musik „tanzen“ (kein Platz, wegen restlos ausverkauft). Feststellung (erneut): Konzertfotografie kann ich aufgrund grundlegenden Unverständnisses von Beleuchtung, Ausrüstung und sonstiger Parameter exakt so gut betreiben, dass ich schon aus Scham nicht mehr als ein Bild zu veröffentlichen bereit wäre. Ich kann diese Scham nur weiterempfehlen. Dann sieht man vom Konzert auch mal mehr als irgendwelche Smartphonebildschirme.

Andere gehen auf die Buchmesse, ich gehe auf Konzerte. Bier 5 Euro plus Pfand, Garderobe 4 Euro. Ich ahne, warum Berliner sich keine Wohnung leisten können.
Die setlist war in Ordnung, Gastgesang gab’s indes vom Band. Nicht schlimm, es kann ja nicht immer jeder mit jedem überall unterwegs sein. Die Sleaford Mods seien so 2013, erfuhr ich des Öfteren. Passt: damals war auch ich noch jung jünger und denke manchmal wohlig, manchmal schreckensreich daran zurück. Opa erzählt vom Krieg. Gut, ist ja auch irgendwie Krieg. Ein bisschen wie Berlin.











