Golden Core – Hrafnaspá // Demos – nur gegen mich selbst
Es ist Montag. Es sollte mir langsam besser gehen, aber ich funktioniere nicht mehr und das ist nicht etwa deshalb lästig, weil die Gesellschaft das gern hätte, sondern, weil ich das gern hätte und weil es neulich noch so reibungsarm lief. Es war leichter, als es anders war. Man solle ja nicht immer nur von anderen Menschen abhängig sein, sagen sie. Tja, und jetzt? Werde ich jetzt bestraft? (Natürlich werde ich das.)
Nützt ja nix. Ich mache Routine, brodelnd und am Ende, aber wenn alles andere zerfällt, ist Routine der letzte Rettungsring, an dem wenigstens keiner auch noch Geld verdienen will. Also schreibe ich auch diesen Beitrag. Aus Routinegründen beginne ich ihn mit Politik, doch sind es gute Nachrichten: Die rechtsrutschende SPD ist bald weg. Nachdem sie zusammen mit den Grünen ein verbessertes Deportationsgesetz beschlossen hat, ist das nur folgerichtig. Da haben die Demonstrationen am Wochenende ja doch was gebracht. Und ich Naivling dachte schon, es sei ganz allgemein eine unfassbar zeitraubende Schnapsidee, gemeinsam mit anderen Leuten, die der gleichen Meinung sind wie man selbst, gegen das Böse in ein Mikrofon zu sprechen, dass man der gleichen Meinung sei wie all die anderen Anwesenden. (Persönlich habe ich das Demonstrationswochenende in meiner Stadt übrigens damit verbracht, zu Hause laut Musik zu hören. Von Menschenmengen bekomme ich einen Haschmich und ein Haschmich wäre wirklich das Letzte, das ich jetzt brauchen kann.) Was zählt, ist auf dem Platz. Jetzt noch schnell ein paar Millionen Schulden in das Militär (denn Militär sei wichtig) stecken und dafür weitere Sozialleistungen ersatzlos streichen und dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. – Christian Lindner habe sich letzte Woche vor versammelter Bauernschaft über Leute echauffiert, die für’s Nichtstun Geld bekommen, erfuhr ich in den Nachrichten. Welchen Bundestagsabgeordneten hat er damit eigentlich gemeint?
In einem Kommentar zu einem meiner Beiträge wurde ich unlängst gefragt, was (um alles in der Welt) mich dazu bewogen hat, freiwillig Geld für eine ziemlich gute Suchmaschine auszugeben. Die Frage ist berechtigt, im Internet was zu suchen geht ja auch „kostenlos“ (d.h. zulasten der eigenen Lebensqualität). Ich wollte dazu eigentlich nichts schreiben, weil es andere schon hinreichend gut getan haben, aber nach einigem Nachdenken möchte ich zumindest zwei Argumente nennen: Es ist und bleibt – das verspricht das Geschäftsmodell – werbefrei (auch und gerade in den Ergebnissen, die Algorithmen hinter der Suche sind nutzerfreundlich optimiert worden) und Websites, die mir auf den Sack gehen, lassen sich per Klick für immer aus „meinen“ Ergebnissen entfernen. Ich mache ja unter anderem was mit Computern und in dieser Branche gibt es jede Menge Websitebetreiber, die die Suchergebnisse von herkömmlichen Suchmaschinen mit irgendwelchem unzureichendem KI-Schwachsinn seitenweise vergällen. (Von den Branchenkollegen, die sich ihren kompletten Programmcode von ChatGPT schreiben lassen und sich dann kuhäugig wundern, warum er nicht mal ansatzweise kompilierfähig ist, möchte ich gar nicht erst ausführlich anfangen.) In Kagi habe ich dieses Problem genau einmal und dann nie wieder. Diese Ruhe. Diese wundervolle Ruhe.
Apropos dumme Geschäftsmodelle: Ein „Manager“ des skrupellosen Scheißunternehmens Ubisoft finde es, las ich, bedauerlich, dass Computerspieler immer noch Spiele besitzen wollen, und das müsse endlich aufhören. Ich wünschte, Computerspieler wären etwas weniger leicht von bunten Pixeln daran zu hindern, gegen das Herumgeführtwerden in der Manege etwas einzuwenden, andererseits gibt es ja auch immer noch Menschen, die freiwillig Produkte von Sony kaufen, das um 2000 herum Schadsoftware auf „gekauften“ CDs verteilt hat, damit sie keiner privatkopiert. Was man nicht besitzt, das hat auch keinen Wert. (Philosophische Überlegungen darüber, ob das, was wirklich einen Wert hat, überhaupt besessen werden kann, bitte ich fein säuberlich ausformuliert in Schönschrift ins Altpapier zu kippen.)
Zu CDs auch: Frank Z. von Abwärts sei verstorben, las ich dieser Tage. Ich mag Abwärts nicht und verschone mein Publikum ja meist mit Dingen, die ich nicht mag. Mag ich hingegen, es ist immerhin Krach und hält so diese elenden Gedanken auf: Golden Core.
Guten Morgen.
(19.1.24)
Ich scheine still, doch es gibt vieles, das ich schreibe. Ich schweige dort, wo das Laute nicht hilft.
Die Dämonen sind unruhig. Das Opfer hat jetzt ein Gewehr.
Es ist auch sehr bemerkenswert, daß es uns niemals einfällt, die Trauer als einen krankhaften Zustand zu betrachten und dem Arzt zur Behandlung zu übergeben, obwohl sie schwere Abweichungen vom normalen Lebensverhalten mit sich bringt. Wir vertrauen darauf, daß sie nach einem gewissen Zeitraum überwunden sein wird, und halten eine Störung derselben für unzweckmäßig, selbst für schädlich.
The Black Angels – Manipulation (live) // Mit der AfD zur Revolution?
Es ist Montag. Die hierzulande abgeschaffte Monarchie hatte zwecks gestriger Ausstrahlung von MEINEN Gebühren!!!11! abermals Sendezeit gekauft, denn es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, dass die Ernennung eines neuen Monarchen in irgendeinem Schrumpfland als Teil der „Grundversorgung“ von der „Demokratieabgabe“ gefördert wird. Schon klar, dass da bald eine Erhöhung nötig ist. Könige sind ein teures Hobby.
Wer will, dass die Regierungspolitik so bleibt, der will nicht, dass sie bleibt. Ich erwarte Hundeblickvideos von CDU, FDP und AfD. Die DKP macht ja eh dauernd welche. – Echte Frauen seien aus dem Computer entstanden, informiert derweil die Junge Alternative Baden-Württemberg unfreiwillig. Da habe ich doch lieber drei unechte. Momentan demonstrieren sie in Deutschland ja aus anderen Gründen gegen die AfD. Sie haben die Vorstellung, alle vier Jahre sei oft genug, insofern endlich überwunden; und sie sind so kurz davor zu verstehen, dass Wahlen allein nicht die Lösung für eine bessere Zukunft sein können. Ob diejenigen, die jetzt für den Aufstand trommeln, das dann immer noch so gut finden, bleibt indes abzuwarten. Ist Staatsschutz links?
Computernachricht: Gitlab ist dermaßen kaputt, dass ich mich mittlerweile frage, ob diejenigen, die von einem Entwickler verlangen, gefälligst Git zu nutzen, dafür eigentlich Geld bekommen. – Nabelschau zum Thema: Aufgrund positiver Rückmeldung habe ich tatsächlich mal wieder an meinem groff-IDE gearbeitet. Version 0.13.0 ist veröffentlicht, Version 0.13.1 folgt vielleicht demnächst. Angeblich läuft das Programm auch unter Linux problemlos. Das mögen andere Menschen besser beurteilen können als ich. Das Leben ist zu kurz für Linux. Wahrscheinlich muss ich mich mit neuen Versionen aber beeilen: Open Source ist tot. Ja, schon wieder. Langsam wird das vorhersehbar.
Bleibt unvorhersehbar: Musik.
Guten Morgen.
Schade, dass Soziale-Medien-Nutzer keine Hunde sind.
Es scheint immer noch vorzukommen, dass Menschen, die sich mit Hunden noch nicht so gut auskennen, selbige mit der Nase in deren Kacke stupsen, wenn sie (die Hunde) ins Haus gekackt haben, auf dass sie das nie wieder tun mögen.
Wenn jedoch in sozialen Medien, in denen unsereins sich ja einfach nur ungestört vergnügen will, jemand Politik in die Witze reinkackt, dann stupst diesen Jemand niemand mit der Nase in seine Kacke. Das ist ungerecht.
Kurz gefragt (8): Christian Dürr!
Es ist ja wirklich nicht leicht, in dieser Zeit, in der vermeintliche Gewissheiten schneller umfallen als das Wahlprogramm der Grünen an einem Wahlabend, noch politisch tätig zu sein, ohne sich dabei mittels versehentlich konsequenten Handelns in einen Fettnapf zu legen, weil irgendjemand beschlossen hat, dass das, was eben noch völlig richtig war, jetzt plötzlich völlig falsch ist.
Viele haben es vermutlich nicht kommen sehen, dass nicht einmal einen Monat, nachdem Sie, Christian Dürr, Vorsitzender der F.D.P.-Bundestagsfraktion, im Bundestag Ihre Solidarität mit Israel, das ein „Symbol für die Werte der Demokratie“ sei, bekräftigt hatten, die rechtsextreme Regierung Israels versehentlich Pläne verlauten ließ, die Palästinenser im Gazastreifen irgendwohin umzusiedeln, wo sie sie nicht mehr sehen muss. Sie scheinen immerhin daraus – das kann man ja auch nicht von jedem zeitgenössischen Politiker sagen – lobenswerterweise etwas gelernt zu haben, wie ich dem Deutschlandfunk (Archivversion) entnehme.
Als nämlich unlängst bekannt wurde, dass bei der AfD auch Menschen mitmachen dürfen, die eine Zwangsumsiedlung von irgendwie ausländischen Deutschen befürworten, teilten Sie folgende Ansicht mit:
Der FDP-Fraktionsvorsitzende Dürr schrieb auf der Onlineplattform X: „Die Pläne zur Vertreibung von Millionen Menschen erinnern an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.“ Die vom Medienhaus Correctiv angeführte Recherche zeige, dass die AfD die Demokratie und freiheitliche Grundordnung zutiefst ablehne.
So weit, so einwandfrei begründet. Aber fragen möchte ich dann doch mal: Diese „Werte der Demokratie“ – sind die jetzt gut oder doch nicht mehr so?
Liegengebliebenes vom 10. Januar 2024
Vermutung (neu): Wer hauptsächlich (oder überhaupt noch) Mitglied bei Digitalcourage (ehemals FoeBuD e.V.) ist, ist bloß zu feige für Piratenparteitage. Dabei geht es dort zumindest ähnlich zu.
Der, äh, würdige Nachfolger des lesbischen Kaffeetrinkens gegen Rechts ist gefunden: Eisbaden gegen Rechts.
Für Computerarchäologen: Hier (Allergikerwarnung: Quora) erzählt ein früher für OS/2 Zuständiger mal ausführlich, wieso ausgerechnet Windows sich durchsetzen konnte.
2024 ist schon wieder ein „Kant-Jahr“. Kaum auszumalen, was der umstrittene Philosoph und Aufklärer Kant von denen hielte, die heute seine Zitate (oder wenigstens das eine Zitat) im Munde führen.
Hübsche Idee, die mir in letzter Zeit häufiger begegnet (was ich bis 2023 auch noch für eine unglaublich bescheuerte Idee gehalten hatte: Geld für die Nutzung einer wirklich guten Suchmaschine auszugeben): Eine Übersicht über den „digitalen Untergrund“ zu erstellen. Früher hatten wir für so was Linkverzeichnisse, mag jetzt manch älterer Leser einwenden. Ich gebe zurück: Die haben wir noch.
Es scheint schwer gewesen zu sein (Archivversion), auf der Trauerfeier für Wolfgang Schäuble traurige Gesichter zu sehen. Ich stelle hierzu an dieser Stelle keine weiteren Vermutungen an.
Entödete Innenstädte (III): Versunkene Kosten
Es ist für wohl niemanden, der nicht unbedingt für eine anstehende Wahl Stimmen von Wählern ohne allzu viel wirtschaftliches Verständnis braucht, eine langfristig gute Idee, Arbeitsplätze in einer nicht mehr zeitgemäßen Branche mit immer neuem „öffentlichem“, d.h. meinem, Geld gegen den Widerstand des freien Marktes über die Zeit zu tragen und dabei zu hoffen, dass der freie Markt es sich noch mal anders überlegt.
Dennoch ist das Wehklagen heute nicht minder groß als die Verblüffung, dass, wer immer die gleiche Arbeit verrichtet, stets das gleiche Ergebnis erwarten sollte, denn „Karstadt“, d.h. Galeria Karstadt Kaufhof, ist zum dritten Mal innerhalb von nur drei Jahren „befreit“ (Olivier van den Bossche), d.h. „insolvent“ (Archivversion), d.h. pleite. Man könnte daraus vermutlich, wie ich schon vor fast drei Jahren feststellte, etwas lernen. Die Existenz von Warenhäusern, in die man reingehen und für viel Geld genau das nicht finden kann, was man gerade benötigt, woraufhin man auf Amazon.de (gegründet 1998, also quasi noch underground und Neuland) geht und ein reiches Arschloch (Noah Berlatsky) noch reicher macht, ist mit Tradition und Kultur allein jedenfalls nicht mehr zu entschuldigen.
Tausend Augen – Systemfehler // They’ve got the Bauer
Es ist Montag. Beobachtung an mir selbst: Je trauriger ich bin, wenn ich in Genussforen zugegen bin, desto größer ist mein Interesse daran, mir demnächst ein noch gesundheitsschädlicheres Laster als bisher zuzulegen. Vielleicht sollte ich anfangen zu rauchen. Selbstzerstörung ist immerhin eine Kunst, die beherrscht sein will. Selbst Elon Musk, raunten so Medien neulich, nehme „in großem Stil“ Drogen. Narr, wer bei Bier und Zigarette in seinen Bart murmelt, damit sei er, Musk, wohl erledigt.
Ab Mittwoch fährt die Deutsche Bahn aus anderen Gründen als sonst nicht (Streik), auf den Autobahnen geht es heute schon los. Dass das öffentliche Leben eine Weile stillsteht, haben wir ja jahrelang geübt, das sollte insofern kein Problem darstellen. Dabei sind die Lager klar aufgeteilt: Wer zugunsten der Landwirtschaft protestiert, ist rechtsradikal, mindestens aber neoliberal. Es wurden Traktoren mit Reichssymbolik gesichtet, das reicht als Urteil über den Bauern an sich. Denen geht es doch gut sagen die, denen es zu gut geht. Das wird den Rechtsruck auf dem Land sicher verhindern. Auf die Idee, dass man als Linker nicht unbedingt die Bundesregierung gegen Proteste der Arbeiter und Bauern in Schutz nehmen sollte, kommen sie schon gar nicht mehr. Die neue Staffel Bauer Rangers irritiert mich. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Lieblingscomichelden Feman.
Apropos: Bei der SPD wird man jetzt ausgebuht (Archivversion), wenn man den Kanzler darum bittet, sozialdemokratische Politik zu machen. Man erntet, was man sät. „Immer noch besser als die CDU“ sagen sie und halten das für eine Entschuldigung. Der DGB verlangt unterdessen einen Sonderfonds zur Sanierung der kaputten Bahninfrastruktur. Wäre es nicht nachhaltiger, den Laden direkt wieder zu verstaatlichen und die Vorstände einer anständigen Arbeit zuzuführen?
Manöverkritik, da wir gerade bei den Nachrichten sind: „Die Israelis fühlen sich verfolgt.“ („FAS“, aktuelle Ausgabe, Titelseite) ist sicherlich ein valider Satz, wenn es darum geht, darüber zu berichten, dass der rechtsradikal regierte Unrechtsstaat Israel sich vor dem IGH verantworten muss, aber mal so ganz unter uns: Direkt erwähnenswert ist das ja nun nicht, oder?
Fundstück: Es scheint ein Unicodesymbol zu geben, von dem niemand weiß, was es überhaupt bedeuten soll. Das geht mir ja mit den meisten Emojis so.
Verstehe ich hingegen sehr gut: Musik.
Guten Morgen.
Autonome Preise
Am 1. Januar 2024 ändern sich im gesamten Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) die Fahrpreise. (…) Um durchschnittlich 7,74 Prozent erhöhen sich die Preise gegenüber dem Vorjahr.
Ach, tun sie das? Das ist aber nicht sehr nett von den Preisen.
Ist ja bloß Sprache.
(via netz10.de)
Ohne Hose gegen Twitch
Twitch (das ist so was wie YouTube für Menschen mit ADHS) so:
Es ist nicht länger zulässig, nackt vor der Twitch-Kamera zu sitzen, selbst wenn das im Bild gar nicht zu sehen ist. Ebenso verboten ist, den Verdacht zu erregen, die gezeigte Person sei außerhalb des Bildes entblößt, selbst wenn sie es gar nicht ist.
Ich trage, während ich dies schreibe, vielleicht keine Hose. Twitch kann mir gar nix.
Chris Karrer.
Aus Gründen.
(Neues Jahr, neuer Nekrolog.)
Medienkritik in Kürze: Silvester in Berlin
October Drift – Losing My Touch // Wetter einfach abwählen
Ach guck, Montag ist ja auch noch. Das Jahr beginnt gar nicht so blöd: Die Sparmaßnahmen der Bundesregierung betreffen auch den bescheuerten elektronischen Personalausweis. Nur schade, dass der weiterhin nicht von Steuern bezahlt wird, sondern eigens Geld kostet, wenn man ihn verlängern muss. Warum eigentlich?
Ein Blick in die „sozialen Medien“: Bruno Hönel von den Grünen quatscht, dass irgendein Zusammenhang zwischen Hochwasser und den guten Umfragewerten für die AfD bestehe. Frage: wen muss ich wählen, wenn ich weniger Hochwasser haben möchte? Geht es weg, wenn die Grünen noch mal Posten in Sachsen bekommen? Wenn ja: warum? (André Vatter findet diese ständige Berieselung mit gebrüllten Meinungen alternativlos und hält RSS auch nicht für die Lösung. Ich glaube ja, damit hat er Unrecht.) Und da ich gerade am Fragen bin: Könnte Boris Pistorius sich bitte mal entscheiden, ob der Russe jetzt mit hoffnungslos veralteter Maschinerie einen aussichtslosen Krieg führt oder ob er noch in diesem Jahrzehnt quasi über Nacht Deutschland einnimmt? Andererseits: Um Berlin wäre es nicht schade.
Schade hingegen: Mozilla, das früher mal für einen Webbrowser bekannt war, sammelt Spenden, damit des Unternehmens Vorstand sich weiterhin sein obszönes Gehalt bezahlen kann. Das muss diese Zukunft des freien Internets sein, von dem immer alle reden. Der ehemalige Hackerverein CCC möchte seine Vereinszeitung demnächst um eine „feministische Ausgabe“ bereichern. Das Thema wäre dann damit erledigt.
Musik hatten wir ja heute schon, aber es ist Montag und Tradition ist Tradition.
Guten Morgen.
Musik 12/2023 – Favoriten und Analyse
Ein Jahr ist vorbei und ihr wisst, was das heißt: Die Liste meiner bevorzugten Alben des Jahres bedarf wieder eurer ungeteilten Aufmerksamkeit. Es könnte das letzte Mal sein, dass ich es euch so einfach mache: Der außerordentlich unhöfliche Konzern Songtradr hat 2023 Bandcamp halbiert. Ich würde ja gern mit positiven Aussichten das Musikjahr 2023 verabschieden, aber ich kann nicht. Ich kann einfach nicht.
Steven Wilson hat 2023 mit „The Harmony Codex“ ein weiteres vielgerühmtes Album mit Stampfpop (na gut: artpop) rausgebracht. Die Rezensenten waren wie üblich hin und weg, weil man Musik von Steven Wilson (Steven Wilson!) ja nicht einfach ignorieren darf. Ich wollte das Album eigentlich selbst nicht hören (der Vorgänger „The Future Bites“ war wirklich schlimm, aber ich hatte zu viel Zeit und fasse mich mal kurz: Ich wünschte, Popmusik würde mich interessieren. 2024 werde das „Jahr der Popfrauen“, mutmaßte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ im Dezember. Das hoffe ich doch einfach mal nicht.
Dass es im jüngst abgelaufenen Jahr trotzdem ziemlich gute Musik gab, sei hier dennoch nicht verschwiegen. Einiges davon, nämlich die jeweiligen Alben von Uriah Heep, PoiL Ueda, scheissediebullen und Sigur Rós, hatte ich schon früher im Jahr positiv bewertet. Siebzehn weitere gelungene Werke folgen im Folgenden. Es möge euch von Nutzen sein.
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