Hätte ich ja gern für’s Smartphone: Telefon mit Lochkartenwahl. In Abmessung meines virtuellen Telefonbuchs mit der Liste an Menschen, mit denen ich tatsächlich oft telefoniere – exakt 1 Person enthaltend – könnte das Lochkartenfach dann auch außerordentlich kompakt gehalten werden. (/ Idee: Kontakte immer lochen.)
Liegengebliebenes vom 11. Juli 2023
Der Präsident der – freundlich beschrieben – überflüssigen Lobbyorganisation Bitkom freut sich über den nächsten Versuch, den Unrechtsstaat USA als Land des Datenschutzes umzudefinieren: Firmen erhielten damit „grundsätzlich wieder Rechtssicherheit, wenn sie personenbezogene Daten zwischen der EU und den USA transferieren müssen“. Denselben wahrscheinlich entlarvende Frage: Wieso muss das überhaupt irgendeine Firma?
Nächste Frage, diesmal an Christian Rath von der „taz“:
Kiffen bleibt vorerst strafbar
(…) Derzeit sind Anbau, Besitz und Weitergabe von Cannabis in Deutschland strafbar, nur der reine Konsum ist straflos.
Merken’se selber, ne? (Die dortigen Kommentatoren nämlich augenscheinlich nicht.)
Zufallsfund in der Kategorie „gute Musik“: Weite aus Berlin und/oder Hamburg spielen instrumentalen Psychedelic Rock („Krautrock“), der mir heute ein sanftes Kopfneigen entlockt. Man kopfneige mit mir.
Apropos Musik; mit dem Till Lindemann des Monats hätte wenigstens ich nicht gerechnet: Roland Kaiser.
Seven Impale – Oh, My Gravity! // Kanton ohne Zug
Es ist Montag. Da macht man mal ein paar Tage lang etwas anderes als auf den Kalender zu gucken und schon geht das wieder los.
Nicht ganz so pünktlich wie der Montag ist die Deutsche Bahn. Die Schweiz, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (will nicht verlinkt werden, LSR), möchte daher deren Züge künftig nicht mehr im Inland verkehren lassen. Ich vermute, das wirkt sich positiv auf die Verspätungsstatistiken aus: Wo kein Zug fährt, da kommt auch kein Zug zu spät.
Gute Nachrichten für EDV-Nutzer, die ebenfalls immer auf den gerade fahrenden Zug aufspringen wollen: SoftMaker, ein süddeutscher Hersteller akzeptabler Büroanwendungen, hat in seiner Textverarbeitung jetzt Funktionen eingebaut (Archivversion), um „beliebige neue Texte für Sie“ zu schreiben. Ich hätte große Lust, die neue Version einmal auszuprobieren und das Programm einen Text darüber schreiben zu lassen, warum ich dieses Wegautomatisieren von Kreativität für eine geradezu abscheuliche Idee halte, aber diese Textgattung scheint selbst bereits hinreichend gesättigt zu sein. Schade.
Die Linke (die Partei, nicht die Bewegung) erkennt richtig: Wenn man will, dass die AfD kleiner wird, dann sollte man „soziale Gerechtigkeit“ oder das, was man eben gerade so nennt, vielleicht nicht auch kleiner machen. Warum die Linke (die Partei, nicht die Bewegung) dann ausgerechnet Sahra Wagenknecht rauswerfen will, erschließt sich mir nicht. – Andererseits: der Nazi der Woche ist Fridays For Future. Die Revolution – nicht diese hier, sondern die, bei der man den Rasen nicht betreten darf – frisst die Kinder lieber schon im Voraus. Damit sie keinen weiteren Unsinn anstellen.
Apropos Hunger: Das Apple-Pizzaemoji ist zu klein. Groß hingegen: Musik.
Guten Morgen.
„Sicherer als Windows“ des Tages (31)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euren Kernel!
Politiker.

The Simpsons (2F16)
Um die Erderwärmung zu stoppen, prüft die US-Regierung, wie die Sonne mit Aerosolen in der Atmosphäre abgedunkelt werden kann.
ZDF.de
$uicideboy$ feat. Ghostemane – Bloody 98 // Was ein schlimmer Stau.
Es ist Montag. Was ein schlimmer Stau!
Ein Teil von Pompeii „warte darauf“, ausgegraben zu werden, entnehme ich den Nachrichten. Der Mensch findet mitunter seltsame Begründungen für seine seltsamen Hobbys. Hier: ChatGPT für Windows 3.1. Diese Begründung ist aber gar nicht mal so blöd: Weil es geht.
„Hacker“ tun ansonsten das, wofür sie seit der Implosion des Chaos Computer Clubs bekannt sind, nämlich schmutzige Wäsche waschen. Das ist schade, denn das bindet wichtige Ressourcen, um was gegen Fingerabdrücke im Personalausweis zu tun. Ich kann so nicht arbeiten. – Lohnt sich aber auch nicht, die Inflation nimmt dem Gehalt sowieso einen nennenswerten Teil seines Nettobetrags. Woran das liegt, hat jetzt die Wissenschaft herausgefunden: Profite. Wo bleibt eigentlich die Revolution?
Diejenigen Revolutionäre, denen es nicht um konstruktiven Diskurs geht, sind gerade abgelenkt: Bei Rammstein schmeißen sie jetzt die Scheiben ein. Mir ist es ja lieber, die Scheiben fallen aufgrund der Beschaffenheit der Beschallung von allein raus. (Hübsches Hobby: Ironisch Schlimmes hören.)
Guten Morgen, auch den Nachbarn.
Burning Pants 2023: Nachlese.
1. Kühe.
Es gab viele Kühe; so viele Kühe gar, dass manche Teilnehmer morgens an ihrem Kaffee zweifelten, weil das Aroma so sehr biss. Als der Wind heute früh aus der anderen Richtung kam, machte ich mir Sorgen um ihr Wohlergehen: es roch nicht mehr nach Kuh. Der „Campingplatz“ war eigentlich eine Kuhwiese. Zelten war ein Minensuchspiel. Zum Glück mochte ich Zelten schon vorher nicht.
2. Einhörner.

Medienkritik in Kürze: „Dramatischer“ „Negativrekord“
Die Deutsche Presse-Agentur („Den Fakten verpflichtet“, ebd.) lässt die angeschlossenen Funkhäuser falsch verbreiten:
Es ist ein dramatischer Negativrekord: Mehr als eine halbe Million Menschen sind 2022 in Deutschland
inaus der katholischen Kirche ausgetreten.
Schauen wir mal ins Wörterbuch: „Dramatisch“ heißt in diesem Kontext entweder „in Erregung versetzend“ oder „klar und deutlich“, was zumindest irgendwie Sinn ergibt. Ein „Negativrekord“ jedoch ist ein Misserfolg – ein solcher aber liegt hier nicht vor, denn eine große Zahl an Kirchenaustritten ist zweifellos ein (später) Erfolg der Aufklärung. Eine Freundin erzählte mir heute, ihr noch junges Kind „müsse“ demnächst getauft werden, damit es auf die katholische Schule – die einzige nicht völlig unattraktive Schule in der näheren Umgebung – gehen könne. Das ist ein „dramatischer Misserfolg“.
Wer nun mit den Augen rollt und denkt (oder gar bereits kommentieren möchte), der Autor dieses Textes sei eine unnötig bissige Nudel und die kaum verhohlene Kritik an der schrecklichen katholischen Kirche sei nun wirklich keine „Medienkritik“, dem sei als dritter Fehler aufgezeigt: Nein, eine halbe Million Menschen sind nicht ausgetreten – eine halbe Million (das sagt ja der Artikel „eine“ bereits) ist ausgetreten. Inhaltlich und grammatikalisch weniger fürchterlich formuliert lautete das Zitat also ungefähr so:
Es ist ein neuer Höchststand: Mehr als eine halbe Million Menschen ist 2022 in Deutschland aus der katholischen Kirche ausgetreten.
Dieses Mal lektoriere ich euch das noch gratis, nächstes Mal müsst ihr mich schon echt überzeugen wollen.
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(Die Whiskyrezensionen bleiben, wo sie sind. Dezentrale Kopien davon sind ja auch in meinem Sinne.)
Klidas – Shores (live) // Böse Tauben
Es ist Montag. Ein Blick in den Kalender versichert mir: der nächste ruhige Tag wird irgendwann in zwei Wochen sein. Als ich ein kleiner, dicker Junge war, versprach man mir, wenn ich „irgendwann“ einmal – jedenfalls biologisch betrachtet – „erwachsen“ sein würde, dürfte ich endlich alles tun, was ich wolle. Folgende Frage beginne ich mir zu stellen: Habe ich vergessen, das irgendwo zu beantragen, oder kommt das noch?
Ein bisschen Politik Taubenzüchterei, denn es ist Montag und da ist die Laune sowieso schon nach dem Aufstehen hinüber: In der den meisten Menschen bis dahin unbekannten Spielzeugstadt Sonneberg (Thüringen) hat sich das Versagen der übrigen Taubenzüchtervereine, die Linderung der Sorgen der örtlichen Taubenfreunde betreffend, erstaunlich spät dergestalt gezeigt, dass ein Bösetaubenzüchterverein nun erstmals einen Taubenverantwortlichen stellt. Bis zur nächsten Wahl eines Taubenverantwortlichen wird es also mehr böse Tauben geben als zuvor. Es gibt mehrere denkbare Ansätze, wie man dieser Wendung – sofern man inhaltlich überhaupt daran interessiert ist – begegnen könnte. Der Ansatz, den Großteil der an der Stichwahl teilgenommen habenden Taubenfreunde zu beschimpfen, scheint wenig vielversprechend, denn das jahrelange Beleidigen des Bösetaubenzüchtervereins hat bisher nicht dazu geführt, dass selbige sich plötzlich mit den Tauben derjenigen Vereine zufriedengeben, deren Züchter ihnen eben noch Schmähungen entgegengebracht haben. Diejenigen, die sich ohnehin selbst als Freunde böser Tauben begreifen, wird man mit der Bezeichnung als Bösetaubenfreunde jedenfalls eher nicht zum Umdenken bewegen. Man könnte diesem Phänomen begegnen, indem man die Ursachen für die Unzufriedenheit mit den Tauben der anderen Taubenzüchtervereine untersucht und beseitigt und so den Bösetaubenfreunden Taubenangebote macht, die die Verheißungen des Bösetaubenzüchtervereins werden lassen; oder man intensiviert das Verfluchen des Vereins und seiner Taubenfreunde und ändert sonst einfach nichts. Das ist zumindest leichter. Haben wir schon immer so gemacht.
Die Verschwörungstheorie des Tages: Die Titanic (und inzwischen auch das Tauchboot Titan) wurde(n) absichtlich versenkt. Das Internet ist seltsam.
Andererseits: Im Internet gibt’s gute Musik.
Guten Morgen.
Peter Brötzmann.
Die Deföderierten
Auch eine Frage, deren Antwort sich mir nicht ohne Weiteres erschließt: Warum meldet man sich eigentlich eigens in einem „föderierten“ sozialen Netzwerk (Mastodon, Pleroma, Lemmy und so weiter, das Protokoll dahinter ist das gleiche) an, dessen maßgeblicher Charme es ja sein soll, dass jeder alle Inhalte von allen Servern bekommen kann, und lobbyiert dann dort dafür, dass Menschen, die auf Servern angemeldet sind, die man selbst als böse erachtet, von der Föderation mit dem eigenen Server ausgeschlossen werden, weil man gar nicht will, dass Menschen von anderen Servern auch mitmachen dürfen, statt einfach auf Twitter/Facebook/Instagram/Myspace zu bleiben und/oder einfach ein Blog zu schreiben, wo man auch keine Widerworte erdulden muss?
Nicht wie Steve Huffman sein.
Idee für erfolgreiche Internetkonzerne: Exakt das Gegenteil von dem machen, was Reddit macht.
Schenke ich euch.
Besombes, Riet – Evelyse // Sechsjähriger mit sieben Jahren Berufserfahrung gern gesehen.
Es ist Montag. Die seltsamste Erscheinung des Wochenendes: Menschen, die sich erhoffen, Empathie möge für den Gegenüber kein Fremdwort sein. Ja, was für ein Wort soll es denn sonst sein? Immerhin kommt’s aus dem Griechischen!
Die zweitseltsame Erscheinung immerhin: Ausnahmsweise ging ich mit Freunden einmal an der städtischen Teenagerdiskothek vorbei. Dort sei „einiges los“, wusste ich vorher; dass indes ein augenscheinlich Bekloppter mit einem Straßenschild um sich schlagen würde, wobei er mich beinahe zufällig getroffen hätte, was wohl noch weitere Konsequenzen hatte, denn keine Stunde später standen dort mehrere Fahrzeuge mit einem lustigen Blinklicht oben drauf, konnte ich allerdings nicht ahnen. Ich werde es in die Liste der Gründe aufnehmen, warum ich es eigentlich ganz in Ordnung finde, auch mal blöde zu Hause zu sitzen und nichts zu machen als Musik zu hören und dabei sanft zu atmen.
Musik zu hören ist allerdings jetzt auch schon wieder nicht korrekt: Zwei von drei Musikgruppen auf größeren Musikfesten seien rein männlich (Archivversion), teilt das ZDF von meinen Gebühren mit. Ich werde trotzdem auch weiterhin großen Abstand von Silbermond und Ariana Grande halten. Das hat nichts damit zu tun, wie ich zu Frauen an sich stehe, die Musik ist jedoch scheiße. Vielleicht sollten einfach mehr Frauen gute Musik machen.
Neulich hat die Firma Apple ein neues System namens visionOS vorgestellt, das auf ihren smarten Brillen installiert werden soll. Ein Witzbold schrieb daraufhin mehrjährige Erfahrung mit visionOS in sein LinkedIn-Profil (LinkedIn ist so was wie Xing). Ein Rekrutierungsdepp war umgehend beeindruckt. Wenn Unternehmen schon medial umtanzt Fachkräfte suchen: wäre es nicht gut, sie fingen diesbezüglich erst mal bei ihrer Personalabteilung an? – Apropos Personalabteilung: Wie geht es eigentlich der wieder in Wahlkämpfe eintretenden Piratenpartei, so ganz ohne mich? Nun, wie immer, weiß das stets hilfreiche Internet. Beständigkeit ist wichtig. Der Wähler schätzt es ja, wenn er weiß, was ihn erwartet.
Früher hatten Uhren keinen Minutenzeiger und die Menschen waren trotzdem pünktlich. Heute, in der Gesellschaft der Sekundenzeiger, muss zur Entschleunigung anderes herhalten. Ich versuche das ja gern mal mit Musik. (Oho, da versteckt dieser Schlingel wieder obskuren Krach in seinen Texten. So ein Schelm.) Geschlecht egal.
Guten Morgen.








