Senfecke:

  1. Ach, sel­ber patchen muss doch nie­mand, alle Pin­guin­domp­teu­re haben das Update längst:
    Die Lücke wur­de vor 3 Wochen gefun­den und an die Main­tai­ner gemel­det, seit über einer Woche ist sie in allen aktu­ell unter­stütz­ten Ker­nels geschlos­sen. Die Dis­tri­bu­tio­nen hat­ten also alle schon genug Zeit ihre fri­schen Ker­nel­kom­pi­la­te als Update aus­zu­lie­fern und haben das auch wei­test­ge­hend getan…
    Ich wünsch­te, Micro­soft bekä­me das bei kiri­ti­schen Lücken auch so zügig und sou­ve­rän hin ;-)

  2. Wenn wir dann schon bei den ahl Kamel­le sind: Bei Open­So­ur­ce lässt sich (und wird) das wenig­stens über­prü­fen. Bei die­sem pro­prie­tä­ren ver­na­gel­ten Mist ist man (der/die zah­len­de Kun­dIn) auf Gedeih und Ver­derb dar­auf ange­wie­sen, dass der/die Her­stel­le­rIn gewillt ist, das (umge­hend) zu fixen. Und es lässt sich eben nur bedingt über­prü­fen (Netz­werk­traf­fic ana­ly­sie­ren, Ant­wor­ten der ver­na­gel­ten Soft­ware auf Anfra­gen ana­ly­sie­ren, etc.)

    In dem Kon­text erin­ne­re ich an zwei Din­ge:
    – Vor 10 Jah­ren, 1 Monat und 1 Woche gin­gen die Ver­öf­fent­li­chun­gen von Edward Snow­den los, die u.a. die mehr oder weni­ger frei­wil­li­ge Zusam­men­ar­beit der pro­prie­tä­ren Soft­ware­an­bie­te­rIn­nen mit den Behör­den und Infor­ma­tio­nen über gezielt zurück­ge­hal­te­ne Fixes der wer­ten Öffent­lich­keit (u.a. die zah­len­de Kund­schaft) ver­deut­lich­ten.
    – Frü­her hieß es mal: ein Vor­teil der Dis­tri­bu­ti­ons-Viel­falt besteht u.a. dar­in, dass Sicher­heits­lücken nicht gleich alle Dis­tri­bu­tio­nen betref­fen müs­sen. Dies sei den Apo­lo­ge­ten der ach so fort­schritt­li­chen „Flach­pa­ke­te“ (und art­ver­wand­ter Con­tai­ner­for­ma­te) um die wer­ten Hud­deln gehau­en, wenn sie es für eine gute Idee hal­ten, dass – trotz der Erfah­run­gen mit den „binä­ren Pan­de­mien“ bei dem pro­prie­tä­ren Mist – für eine „zeit­ge­mä­ße“ Form hal­ten, wenn über­all der glei­che Binär­murks auf die Plat­te kommt – vor allem in Kom­bi­na­ti­on mit den „unver­än­der­ba­ren Dis­tri­bu­tio­nen“, die dank deren tech­nisch beding­ten Images alle Instal­la­tio­nen mehr oder weni­ger gleich aus­se­hend und somit anfäl­lig wer­den las­sen. Ich weiß ja nicht, wie es euch dabei geht. Aber ich bekom­me bei dem Gedan­ken „Sna­pat­mung“ und suche mir Alter­na­ti­ven dazu – schon allei­ne, weil ich nicht das auf der Plat­te haben will, was „alle Ande­ren“ auch haben. Und: das sicher­ste Pro­gramm und die sicher­ste Biblio­thek sind jene, die nicht auf der Plat­te sind!

    Ich schla­ge daher um es lie­ben Frie­dens und um der aus­ge­gli­che­nen und nicht pro­fan pole­mi­schen Bericht­erstat­tung wil­len, eine wei­te­re par­odi­sti­sche Kate­go­rie „Siche­rer als Linux des Tages“ vor.

    • Kein gei­stig gesun­der Win­dows­nut­zer wür­de sein gesam­tes Umfeld unge­fragt mit „ich nutz Win­dows, das ist viel siche­rer und gei­ler und bes­ser und schö­ner als dein Linux!“ voll­sab­beln. Anders­rum hin­ge­gen…

      • Ne, da sind die Argu­men­te eher: „Ich nutz Win­dows, weil da mei­ne tol­le XY-Soft­ware (Ado­be Crea­ti­ve…, MS Office, irgend­wel­che Spie­le, etc. pp.) drauf läuft. Das gibt es ja unter Linux alles gar nicht!“

        • Was ja erst mal stimmt. Für die Ado­be-Suite gibt es tat­säch­lich zwar eine wirk­lich gute Alter­na­ti­ve (die Affi­ni­ty Suite), aber … Linux halt. ;)

      • Das wäre ein Argu­ment, wenn einem nicht 99% aller Feld­wald­wie­sen­händ­ler beim Kauf eines neu­en PC unge­fragt ein Win­dows auf­drän­gen wür­den, weil „das ist alter­na­tiv­los“ (und natür­lich auch viel gei­ler und bes­ser und schö­ner etc. pp.; „siche­rer“ hört man dage­gen nicht so oft). Ich habe schon Win­dows mit­be­zah­len müs­sen, weil es die für mich per­fek­te Hard­ware ohne vor­in­stal­lier­tes MS-OS ein­fach nicht gab.

        Und im Ver­gleich dazu, dass bspw. das Finanz­amt „Elster­For­mu­lar“ zwar platt­form­un­ab­hän­gig (Qt usw.) pro­gram­miert hat­te, aber durch­ge­hend immer nur für Win­dows ver­öf­fent­licht hat, fin­de ich voll­sab­beln – wenn auch zuge­ge­be­ner­ma­ßen ner­vig – dann doch eher harm­los.

        • Hof­fent­lich ist es bald legal, ande­re Betriebs­sy­ste­me zu instal­lie­ren. Übri­gens: Ich habe noch nie Elster­For­mu­lar ver­wen­det. Ande­re Steu­er­pro­gram­me mit Elster­an­bin­dung exi­stie­ren für ver­schie­de­ne Syste­me.

          Nur für Linux gibt’s halt kei­ne Soft­ware.

          • Legal ist das schon lan­ge. Mei­nes Wis­sens nach gibt es dazu 2 oder 3 jah­re­al­te Gerichts­ur­tei­le (eines davon in Ita­li­en, wenn ich mich da recht erin­ne­re). Aber an der „Lega­li­tät alter­na­ti­ver Betriebs­sy­ste­me“ wird gera­de von ande­rer Sei­te her gesägt:

            https://netzpolitik.org/2023/umstrittene-terror-ermittlungen-der-messenger-signal-als-kult-der-geheimhaltung/
            https://digitalcourage.de/blog/2023/meinungsartikel-la-quadrature-du-net

            Auch wür­de mit der Beto­nung angeb­lich gro­ßer Com­pu­ter­kom­pe­tenz, die zum Bei­spiel damit begrün­det wird, dass ein Ver­däch­tig­ter das Betriebs­sy­stem Linux mit Ver­schlüs­se­lung auf sei­nem Com­pu­ter instal­liert habe, ein „alar­mie­ren­des Nar­ra­tiv“ kon­stru­iert, so La Qua­dra­tu­re.

            Ergo: Wer Linux ein­setzt und (10 Jah­re nach Snow­den) sei­ne Fest­plat­te ver­schlüs­selt, muss ein Kri­mi­nel­ler sein. Es ist genau die­se Denk­wei­se, die Win­dows als „alter­na­tiv­los“ erschei­nen lässt!

            Nichts­de­sto­trotz habe ich mir schon vor Jah­ren – unter Beru­fung auf eines der Gerichts­ur­tei­le – das Geld für das „Zwangs­sy­stem“ zurück geholt. Stich­wort „Win­dows­steu­er­rück­erstat­tung“. Bei der Fra­ge vor­ab beim Erwerb des preis­re­du­zier­ten Rech­ners, schau­te ich in ein erstaun­tes Gesicht der Ver­käu­fe­rin (in einem nor­ma­len Vier Buch­sta­ben-Laden), die Win­dows für „ein gutes System“ hielt. Ok, sie konn­te es nicht bes­ser wis­sen (was ich wert­frei mei­ne). Beim 2. (gebraucht gekauf­ten) Rech­ner habe ich ein­fach die Fest­plat­te aus­bau­en las­sen, was die­sen noch gün­sti­ger mach­te. Zumal ich eh kei­ne gebrauch­ten Plat­ten pro­duk­tiv ein­set­zen wür­de.

            Es gibt also gleich meh­re­re Optio­nen, wenn man kei­ne Lust auf „alter­na­tiv­lo­se“ Soft­ware hat.

            • Ich ver­mu­te ja: Com­pu­ter­kom­pe­tenz erkennt man dar­an, dass man eben nicht Linux ein­setzt. Seit sogar der unaus­steh­li­che „SPIEGEL“ Linux für das Groß­ar­tig­ste hält, was je auf eine DVD gebrannt wur­de, ist die­ser Teil des Nar­ra­tivs aus­er­zählt.

              Sicher: die poli­ti­sche Sei­te der Dis­kus­si­on lei­det sehr dar­un­ter, dass die Ent­schei­der sel­ten Nerds im klas­si­schen Sin­ne sind. Poli­tik raus aus der Com­pu­te­rei – alte For­de­rung von mir.

              Unser­eins ist ja im Zwei­fel in der Lage, ein System auf dem Com­pu­ter zu instal­lie­ren, das Ermitt­lungs­be­hör­den nicht mal iden­ti­fi­zie­ren könn­ten, wenn sie es boo­ten könn­ten. Das ist alles Teil des Pro­blems: auch die Kri­mi­na­li­sie­rung von Bast­lern.

          • Wie­so, das kannst Du doch im Brow­ser machen!? Das geht mit Elster völ­lig pro­blem­los. Damit mei­ne ich die Soft­ware und nicht die Steuerlogik!!!!/https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_biggrin2.gif

                • Hängt davon ab, was du vor­hast.

                  Auf mei­nen Ser­vern lau­fen Open­BSD und Omni­OS (Sola­ris) – für Spitz­fin­di­ge: tuxproject.de läuft aus schie­rer Faul­heit noch auf einem Uber­space, aber das ist ja nur einer von sehr vie­len Inter­net­dien­sten, die ich irgend­wie betrei­be. (Ein Umzug in mei­ne eige­ne Infra­struk­tur ist aber schon län­ger geplant, muss ich nur machen…)

                  Auf dem Desk­top habe ich die­ses Jahr im März Win­dows final durch macOS ersetzt und dabei neben­bei auch Open­BSD über­flüs­sig gemacht. Freie Alter­na­ti­ven:
                  – Wenn du nicht unbe­dingt Blue­tooth brauchst: Open­BSD. Sehr sta­bil und zuver­läs­sig, auch auf Lap­tops.
                  – Wenn doch: Open­In­dia­na (hieß frü­her Sola­ris) oder Free­BSD.

                  • Ich habe nur nicht ver­stan­den wie man sich tux0r nen­nen kann und gegen
                    Linux sein kann. Tux ist eigent­lich das Mas­kott­chen von Linux.

                    macOS ist jetzt aber auch nicht mehr das Gel­be vom Ei, bis auf die Hard­ware.
                    BSD auf ein Lap­top instal­lie­ren fin­de ich gewagt, habe es ander­seits dort
                    noch nicht aus­pro­biert. Wer heu­te BSD oder ein Fork dar­aus aus­er­halb von
                    Bei­spiel Fire­walls benutzt, gilt als Exot.

                    Suche eher ein Ersatz für ein Ubun­tu-Deri­vat, das lei­der vor­in­stal­liert war.

                    • Tuxe­do ist Eng­lisch und heißt Anzug. Wer Tux nur noch als Pin­gu­in kennt, ist ein trau­ri­ger Mensch.

                      Als Exot gilt, wer Win­dows nicht nutzt. BSD und UNIX sind ein ziem­lich guter Ersatz für aus­ge­rech­net Ubun­tu. Außer, du willst unbe­dingt Docker oder so haben. (Aber machen wir uns nichts vor: nie­mand braucht Docker.)

  3. Es ist ja nun auch nicht mög­lich Soft­ware ohne Feh­ler und Sicher­heits­lücken zu pro­gram­mie­ren, wenn sie sich fort­ent­wickeln soll.

    Das ist, als wür­de man sich dar­über lustig machen, dass Men­schen, die sich gesund ernäh­ren auch mal krank wer­den.

  4. Wie 2000 ist das denn, dass Linux­user den gan­zen Tag rum­lau­fen und allen erzäh­len, was sie nut­zen?

  5. kei­ne ahnung was ihr hier lab­bert dig­gens. ich mag wurst.

    bus­si, kiez­beu­bo­ti­ker

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