In den Nachrichten
Bahnstrafe für Soldaten

Ich habe lan­ge ergeb­nis­los über­legt, wel­che Strafe jemand ver­dient, der sich frei­wil­lig zum Diener für die wirt­schaft­li­chen Interessen von Ölindustriellen macht und für die­sel­ben in Angriffskriege zwecks Wahrung des Friedens zieht.

Ausgerechnet die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU/CSU hat nun einen Vorschlag gemacht, dem ich mich in sei­ner Perfidität nur anschlie­ßen kann: Zersetzen wir ihre Wehrkraft doch mit Bahnfahren!

„Das sind Menschen, die tag­täg­lich einen Dienst für uns alle lei­sten, und mit der kosten­lo­sen Bahnfahrt gibt es eine Möglichkeit (…), Anerkennung und Dankbarkeit dafür zu zei­gen“, sag­te Seibert.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abge­schafft gehört.

NerdkramsProjekte
In eige­ner Sache: Tweets weni­ger schlimm anzei­gen mit birdcries.

Als daten­schutz­be­wuss­ter Teilnehmer des Mistmachwebs hat man es oft nicht leicht, wenn es dar­um geht, auf akzep­ta­ble Weise öffent­li­che Mitteilungen sei­nen Mitmenschen zugäng­lich zu machen. Verweist man etwa auf ein YouTube-Video, so fin­det viel­fach Datenaustausch mit Google statt. Zusätzlich zu Video- und Reklameinhalten wer­den etli­che Kilobyte an JavaScript gela­den und aus­ge­wer­tet. Eher text­la­sti­ge Medien wie Twitter haben es auch nicht viel leich­ter: Ein ein­zel­ner Tweet passt nur noch mit Mühe auf eine Diskette.

Immerhin: Für YouTube gibt es mit invidio.us eine akzep­ta­ble Alternative; man erset­ze in YouTube-Links youtube.com durch invidio.us und ver­öf­fent­li­che statt­des­sen die­se. Schwieriger scheint es bei Twitter zu sein, denn eine daten­schutz­freund­li­che Möglichkeit, ein­zel­ne Tweets als etwas ande­res als einen Screenshot mit ande­ren Menschen zu tei­len, ist mir nicht geläufig.

Also habe ich selbst eine programmiert.

birdcries - engl. „Vogelschreie“ - ist für Twitter, was invidio.us für YouTube ist. Ich gehe noch einen Schritt wei­ter und ver­zich­te absicht­lich dar­auf, ein­ge­bet­te­te Medien wie Videos oder Bilder anzu­zei­gen. Wer die unbe­dingt sehen möch­te, der möge zum Originaltweet (selbst­ver­ständ­lich jeweils ver­linkt) grei­fen. Um die­je­ni­gen Menschen ein wenig zu ärgern, die trotz allem der Meinung sind, Open Source bedeu­te immer auch hohe Qualität, habe ich birdcries im Quellcode ver­öf­fent­licht. Wer sich bemü­ßigt fühlt, selbst eine Instanz zu instal­lie­ren und/oder mein Original zu ändern, der möge das somit tun.

Als näch­stes grö­ße­res Feature erwä­ge ich oEmbed-Unterstützung, so dass die Vogelschreie wie auch Tweets ein­fach per URL-Nennung ein­ge­bun­den wer­den kön­nen. Ich weiß aber noch nicht, ob sich der Aufwand lohnt.

NerdkramsNetzfundstücke
Komfortabel, sicher und gefähr­lich: Linux als Werbemittel für Closed Source

„hei­se online“, 16. Mai 2019:

Linux kom­for­ta­bel und sicher entsperren

Man kann recht ein­fach eine Passwortabfrage durch eine Gesichtserkennung ersetzen.

„hei­se online“, heu­te:

Sicherheitsgau bei der Biometriedatenbank „Biostar 2“ der süd­ko­rea­ni­schen IT-Firma Suprema: (…) Die Experten konn­ten sich nach eige­nen Angaben ohne gro­ße Mühen Zugang zu 27,8 Millionen Einträgen ver­schaf­fen, die 23 Gigabyte an Daten aus­mach­ten. Darunter waren neben unver­schlüs­sel­ten Profilinformationen wie Nutzernamen und Passwörtern über eine Million Fingerabdrücke sowie eine unge­nann­te Zahl an Gesichtsbildern.

Jemand soll­te mal eine Möglichkeit erfin­den, sich in irgend­ei­nem elek­tro­ni­schen System anzu­mel­den, ohne sei­ne Biometrie preis­ge­ben zu müs­sen. Dass dar­auf noch nie­mand gekom­men ist!


Zu mei­ner beson­ders aus­blei­ben­den Überraschung ist die „Open Source Summit“ der Linux Foundation, eine Art Selbstapplaus von Firmen, die ihr Geld damit ver­die­nen, Benutzer schlech­ter Betriebssysteme zu ver­klap­sen, gar kei­ne Open-Source-Veranstaltung, son­dern eine Werbeveranstaltung für pro­prie­tä­re Software. Das passt her­vor­ra­gend ins Bild. Wohl dem, der sei­ne genutz­te Software nach ihrer Nützlichkeit und nicht nach ihrer Ethik bewertet!

Netzfundstücke
Medienkritik CXVI: Wasser pre­di­gen, Fleischwurst kauen

„Die Presse ist ein Erziehungsinstrument, um ein Siebzig-Millionen-Volk in eine ein­heit­li­che Weltanschauung zu bringen.“
– Adolf Hitler, 1934


Während in den USA die lang­wei­li­ge alte Diskussion dar­über, ob man nicht fie­se Mörderspiele ver­bie­ten sol­le, auf dass das Spielen mit den dort über­all erhält­li­chen Waffen kei­ne grö­ße­ren Schäden anrich­ten möge, schon wie­der ermü­dend aus­führ­lich geführt wird, spre­chen Deutsche über das, womit sie sich aus­ken­nen: Schweine.

In die­sem Fall die Verteuerung ihres Leibes zwecks - Moment, ich muss kurz im Ausredenkalender blät­tern - Klimaschutzes:

Wer Fleisch isst, bela­stet das Klima. So viel steht fest.

Dass bereits das Klima bela­stet, wer nicht augen­blick­lich das Atmen ein­stellt, und dass die Zukunft der Erde als für Menschen bewohn­ba­rer Planet mit­tel­fri­stig nur zu schüt­zen wäre, hör­ten Menschen end­lich mit die­ser von erbärm­li­chem Drang danach, die eige­ne als die sieg­rei­che Rasse erken­nen zu dür­fen, getrie­be­nen Vermehrung auf, wird medi­al unver­än­dert wenig betrach­tet. Den Menschen zu ver­ste­hen zu geben, dass sie das Problem und nicht die Lösung sind, ist außer­halb femi­ni­sti­scher Medien offen­bar kein belieb­tes Mittel. Vorher grei­fen sie lie­ber nach jedem Plastikstrohhalm.

Einzig der „Deutschlandfunk“ fällt aus der Reihe und klaus­kin­s­kit das Publikum: Ihr seid bloß zu doof!

Angesichts der Möglichkeiten, die der Markt bie­tet und die Werbung nutzt, sind die Bürger als Konsumenten erkenn­bar über­for­dert – intel­lek­tu­ell wie moralisch.

Und natür­lich müs­sen des­halb Verbote her[.]

Denn zwar sind die­je­ni­gen, die am lau­te­sten den Verzicht auf ver­meint­li­chen Luxus von ihren Mitmenschen her­bei­zu­kra­kee­len ver­su­chen, selbst die­je­ni­gen, von denen man erwar­ten soll­te, ein Vorbild zu sein zu ver­su­chen, aber das lässt Ulrike Winkelmann, pri­vat ger­ne mal am Flughafen, nicht gelten:

Die Ökoprediger neh­men doch selbst das Flugzeug und essen Fleisch. (…) Greta Thunberg hät­te auch recht, wenn sie statt im Segelschiff mit dem Flugzeug zum Klimagipfel anrei­sen wür­de. (…) Wer for­dert, den Fleischkonsum ein­zu­däm­men, hat recht, auch wenn er unlängst mit einem Schnitzel in der Kantine gese­hen wurde.

Ich bin davon über­zeugt, dass das Klima am Ende sei­ner Kräfte vol­ler Ehrfurcht auf die Prediger des Wahren zurück­blicken und sagen wird: Ja, gut, die haben mir jetzt mehr gescha­det als die mei­sten ande­ren Menschen, aber wenig­stens haben sie unter­des­sen nicht die grund­fal­schen Dinge gesagt.

Aber schränkt ein mög­li­ches Verbot von bestimm­tem Fleisch nicht mei­ne Freiheit ein? Ulrike Winkelmann ist für die­se Frage gerüstet:

Dadurch wer­den Freiheiten ein­ge­schränkt – oh ja: zum Wohle ande­rer. Kommt immer mal wie­der vor: Es ist nicht lan­ge her, da war es erlaubt, ande­ren im Restaurant Zigarrenqualm ins Essen zu pusten. Ist jetzt verboten.

Zweimal täg­lich Fleisch essen, ande­ren Gift übers Essen pusten: Alles das­sel­be im Hause Winkelmann.

Wie viel Klima es wohl ret­ten wür­de, schal­te­te man den Webserver vom „Deutschlandfunk“ - die­se Geräte sind kei­nes­wegs dafür bekannt, dass sie zwi­schen zwei Aufrufen einen Wald auf­for­sten - ein­fach mal ab?


Schade: In Berlin war ein Autoteilehändler zu schnell, als es um das spon­so­ring für Warnwesten für Kinder (zum Schutz vor besag­ten Autos) gehen soll­te. Ein Zigarettenhändler hät­te es doch viel nöti­ger gehabt!

In den NachrichtenMontagsmusik
Lunar Grave - Altar of Smoke

Muss diese Eule schmelzen?Es ist Montag. Ein Schuldiger für das Versagen der Menschen beim Bekämpfen des Klimawandels ist gefun­den: Es sind die Grünen. Wer sie wählt und ihnen so zu Geld für Flugreisen ver­hilft, der gefähr­det somit Pinguine, Eis- und sicher­lich auch Pandabären. Nur ein herz­lo­ser Tierfeind lie­ße es also zu, dass sein Umfeld die Grünen unterstützt!

Apropos Populismus: Simone de Beauvoir, „Vordenkerin“ („Deutschlandfunk“) des jün­ge­ren Feminismus, ist unter ande­rem dafür bekannt, dass sie ein­ver­nehm­li­chen Beischlaf mit Kindern ent­kri­mi­na­li­sie­ren woll­te. Ich emp­feh­le die­sen Umstand kei­nes­wegs zu ver­ges­sen, wenn - wie jüngst auf­grund eines unap­pe­tit­li­chen „Zufalls“ - wie­der ein­mal skan­diert wird, dass alte wei­ße Männer immer nur das Böse wollen.

Woher kommt eigent­lich die deut­lich gestie­ge­ne Zahl an rechts­ex­tre­men Straftaten? Sollten wir die­sen nicht eine noch offe­ne­re Gesellschaft ent­ge­gen­set­zen? Anscheinend bes­ser nicht: „Betroffene Juden geben an, dass 81 Prozent der kör­per­li­chen Angriffe auf Muslime zurück gehen“ (sic! A.d.V.), viel­leicht reicht es ja, ein­fach ein paar Gratiskonzerte gegen Übergriffe zu ver­an­stal­ten. Das hat immer gut funk­tio­niert. Gute Nachrichten ertön­ten wäh­rend­des­sen von Leni Breymaier, MdB: Sie habe nichts gegen Prostitution, nur dage­gen, dass es dort Kunden gibt. Ich für mei­nen Teil habe auch nichts gegen die SPD, nur dage­gen, dass sie jemand wählt.

Instagram macht dumm. Bleiben wir klug und hören wir etwas Musik!

Lunar Grave - Altar of Smoke

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: „ZEIT ONLINE“ rät von „ZEIT ONLINE“ ab.

Auf „ZEIT ONLINE“ darf Anna Miller unter dem Sujet des digi­tal detox, der „digi­ta­len Entgiftung“ also, unge­straft konstatieren:

Das digi­ta­le Leben macht uns krank und wir wis­sen das. Wir müs­sen es beenden!

Der Artikel wird, wenn man nicht über die „Komplettansicht“ rein­geht, ohne tech­ni­schen Anlass auf drei „Seiten“ auf­ge­teilt. So was macht mich ja krank und ich weiß das. Er besteht im Wesentlichen dar­aus, dass die Schreiberin ihr Leben ver­passt, weil sie statt­des­sen Zeit im Internet ver­geu­det, indem sie zum Beispiel belang­lo­sen Quatsch auf „ZEIT ONLINE“ ver­öf­fent­licht. Man kann den Artikel per Klick auf Facebook und Twitter tei­len, denn der durch­schnitt­li­che Leser wird für zu doof gehal­ten, einen Link zu kopieren.

Vielleicht ist bereits eine „ZEIT-ONLINE“-Entziehungskur ein rich­ti­ger Schritt.

Netzfundstücke
Dach überm Kopf for Future

„Blick“:

Schon am drit­ten Tag lie­gen bei den Klima-Teenies die Nerven blank. Die Unzufriedenheit unter den Teilnehmern des «Smile for Future»-Klimagipfels in Lausanne ist förm­lich zu spü­ren. (…) «Es ist schon schön, dass jeder immer über sei­ne Gefühle reden kann», kom­men­tiert ein Schweizer Teilnehmer. «Ich ver­ste­he aber auch, dass ande­re mehr arbei­ten wol­len.» Die Krux: Die Graswurzelbewegung will, dass jeder glei­cher­ma­ssen zu Wort kommt. Nicht immer klappt das – auch hier gibt es Teilnehmer, die nach vor­ne drän­gen. Das führt bei sen­si­ble­ren Teilnehmern zu Unmut. Und: Sobald jemand mit den Händen ein Dach über dem Kopf formt, bedeu­tet das «Ich füh­le mich unwohl». Dann darf er sofort dar­über spre­chen – selbst im Plenum mit rund 450 Teilnehmern.

Ist es wirk­lich klug, uns bei der Planung unse­rer Zukunft von Sozialarbeitern und Waldorfpädagogen bera­ten zu lassen?

In den Nachrichten
Säkularismus wann anders. (4)

Am 26. Juli, so wird berich­tet, wur­de in Berlin, der Stadt, die Verrückte macht, ein Rabbiner auf Arabisch beschimpft und bespuckt. Was von einer Gesellschaft („Kultur“) zu hal­ten ist, in der das Bespucken als akzep­ta­ble Form der Kritik gilt, soll hier und heu­te nicht mein Thema sein. Den Konsens der Zivilisierten abzu­bil­den ist uninteressant.

Lesenswerter ist, was die Souveränsassistenz dazu mit­zu­tei­len hat:

Nach dem anti­se­mi­ti­schen Angriff auf einen Rabbiner wird Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD [Kleinstpartei im Parlament, A.d.V.]) am Freitag zu einem Solidaritätsgebet in Berlin erwar­tet. (…) Bei dem Solidaritätsgebet wür­den Gebete für Frieden und Toleranz für alle Menschen aller Religionen auf Hebräisch und Deutsch gelesen.

Gedanken und Gebete. Das wird dabei hel­fen, reli­giö­sen Zwist zu über­win­den: Mehr Religion!

Bonuspunkte bekommt der evan­ge­li­sche Pressedienst im Übrigen für die Formulierung, es habe „eine Davidstern-Schmiererei“ gege­ben. Als „Schmiererei“ wur­den reli­giö­se Symbole jen­seits des Buddhismus in der hie­si­gen Presse bis­lang eher sel­ten bezeichnet.

In den NachrichtenWirtschaft
Fachkräftebezahlungsmangel (2)

Ich, 2016:

Der hie­si­ge Arbeitsmarkt lei­det nicht unter einem „Fachkräftemangel“, der sich nur mit oft schlecht aus­ge­bil­de­ten, aber dafür gün­sti­gen aus­län­di­schen Arbeitern mil­dern lie­ße. Er lei­det an wirt­schaft­li­chen Erwägungen (lies: am Geiz) derer, die ihn beklagen.

„Golem.de“, heu­te:

Angeblich fehl­ten der Industrie noch nie so vie­le IT-Experten wie zur­zeit. Doch die Firmen rei­ßen sich um die vor­han­de­nen Softwareentwickler offen­bar nicht mit ent­spre­chend höhe­ren Gehältern.

Ach, hm, tja.

Ist ja kein Problem, die Zugezogenen las­sen sich ja noch ver­schau­keln, wie die SPD am 7. Juni die­ses Jahres fest­stell­te:

Deutschland hat ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz. (…) Zusätzliche Fachkräfte sind ein Fundament für unse­ren künf­ti­gen wirt­schaft­li­chen Erfolg und garan­tie­ren so sozia­le Sicherheit für alle in Deutschland.

Wo bleibt eigent­lich die Revolution?

In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Senogul - Pijamas // Schwule Playboys

Arschbombe!Es ist Montag. Millennials sol­len den Playboy ret­ten, an Bord sind Feministinnen und Schwule. Das wird dem Magazin, das davon lebt, dass Männer gern schö­ne Frauen angucken, sicher­lich ganz neue Erfolge ein­fah­ren, nur viel­leicht nicht die erwünschten.

Erwünscht schei­nen zur­zeit „E-Scooter“ zu sein, eine Art Tretroller mit Motor, zu mei­ner Enttäuschung aber ohne Stützräder. Die Besitzer der­sel­ben ver­hal­ten sich jeden­falls offen­bar wie die Besitzer jedes unmo­to­ri­sier­ten Tretrollers auch, näm­lich wie Vierjährige: „Viele E-Rollerfahrer fah­ren ille­gal auf dem Fußweg und gefähr­den Passanten, ärgern sich Behinderten-Vertreter“, da muss man erst mal nach­gucken, auf wel­cher Seite die stehen.

Werfen wir zur Beibehaltung der Montagsstimmung einen Blick in die Politik. Robert Habeck, desi­gnier­ter Kanzlerkandidaturanwärter in spe, erklärt schon mal, was von einer wei­te­ren Regierungsbeteiligung der Grünen zu erwar­ten wäre: Lange kei­nen Angriffskrieg mehr geführt. Wir sind wie­der wer! Auch bei ande­ren Kurzdenkern kommt es gele­get­lich zu Ausfällen: „Die Deutschen besit­zen (…) im Durchschnitt weni­ger Vermögen als Italiener, Franzosen und Spanier, die im Rahmen der euro­päi­schen ‚Solidarität‘ eine grö­ße­re Anstrengung von uns ver­lan­gen.“ Manchmal ist Armut vor allem mensch­lich anstrengend.

Apropos Geld: Facebook inve­stiert Geld ins Gedankenlesen. Dabei sind mei­ne Gedanken oft sehr schlicht: Sie dre­hen sich um die Musik.

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Onségen Ensemble - Awalaï

Onségen Ensemble - AwalaïLange nichts mehr über Musik geschrieben.

In der Zeuhlwelt gibt es außer den unver­min­dert groß­ar­ti­gen Magma ja eine ver­gleichs­wei­se klei­ne Auswahl an Musikgruppen, die sich dar­an ver­su­chen, die­sem doch recht ein­ma­li­gen Stil eine eige­ne Note hin­zu­zu­fü­gen. Oft stam­men die­se weni­gen Gruppen aus Frankreich oder Japan. Auch, aber nicht nur des­halb, ist das Onségen Ensemble erwäh­nens­wert, denn es ist in Finnland zu Hause.

Dort nahm es nach lan­ger Zeit des Wartens sein Vollzeit-Debütalbum „Awalaï“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) auf, das Anfang Januar 2016 schließ­lich ver­öf­fent­licht wur­de und schon nament­lich ahnen lässt, wohin es ehen soll. Wie vie­le Musiker betei­ligt waren, ließ sich nicht ein­fach her­aus­fin­den, aber die­ses Ensemble ist auch in unkla­rer Größe erfreulich.

Die eige­ne Note ist hier aber domi­nant, was man nicht nur an den fin­ni­schen Titeln der ersten bei­den Stücken, son­dern auch in der Darbietung erken­nen kann. „Awalaï“ ist ein Album mit jazz­ge­tränk­tem Spacerock, der von einem zeu­h­les­quen Frauenchor beglei­tet wird. Gelegentlich („Solei“) schafft der Zeuhl es zu etwas mehr Stärke, in ande­ren Momenten („HottoizzoH“) klin­gen aber auch mal Rush - eine die­ser Gruppen, um die es scha­de ist - an.

Kann man hören.

In den NachrichtenMusik
Vinyl 3 (6): 31 Sekunden gegen Enteignung

In mei­nen wie­der­keh­ren­den Musikrückschauen wei­se ich regel­mä­ßig dar­auf hin, dass die von mir vor­ge­stell­ten Musikalben zumeist auch auf Amazon.de test­zu­hö­ren sind, wo die Länge der Hörproben - ich nen­ne sie gele­gent­lich begründ­bar „Schnipsel“ - auf etwa 30 Sekunden begrenzt ist. Dass die­se 30 Sekunden für einen ver­nünf­ti­gen Eindruck kaum rei­chen, sofern das Stück nicht gera­de selbst nur weni­ge Sekunden lang ist, hal­te ich sel­ten für aus­rei­chend erwäh­nens­wert. Letztendlich ver­bin­de ich mit mei­nen Empfehlungen ja nai­ver­wei­se auch immer die Vermutung, dass, wer Musik mag, sich ohne­hin den rich­ti­gen Tonträger zule­gen wird.

Zu Unrecht?

Popmusik war schon immer ein eige­ner Kosmos im ste­ti­gen Wandel. Welchen Einfluss hat die fort­schrei­ten­de Digitalisierung dar­auf? Nicht nur die Weise, wie wir Pop hören, son­dern auch die Art, ihn zu pro­du­zie­ren, ändert sich. (…) Ein Song muss sofort ins Ohr gehen, damit er nicht weg­ge­klickt, son­dern län­ger gestreamt wird. So braucht es 31 Sekunden Verweildauer bei einem Track auf Spotify, damit über­haupt Geld an den Künstler fließt.

Dass Streaming fak­tisch wegen der gerin­gen Umsatzbeteiligung pro „Stream“ den Musikern, wegen sei­nes Konzepts als jeder­zeit abschalt­ba­re Leihaudiothek auch den Musikhörern scha­det, ist ein von mir inzwi­schen ermü­dend oft wie­der­hol­ter Umstand. Ich habe den­noch den Eindruck, dass nur eine fort­wäh­ren­de Wiederholung die­ses Einwands irgend­wann ein­mal zu etwas mehr Bedenken füh­ren wird. Der Mensch neigt zur Trägheit.

Schlimmer noch: Nicht nur wer­den Künstler arm und Konsumenten besitz­los gehal­ten, auch der ideel­le Wert der Musik wird wei­ter­hin aus der Betriebswirtschaft herausgehalten.

Michael Krause, Managing Director bei Spotify für Zentraleuropa, (…) befür­wor­tet jedoch Playlisten mit „funk­tio­na­ler Musik, kura­tiert von unse­rer Redaktion“.

Wenn die­se blut­leer gewor­de­ne Welt eines nicht unbe­dingt braucht, dann ist es eine Generation von Menschen, für die Leidenschaft und Musik in zwei völ­lig ver­schie­de­ne Kategorien gehö­ren, die mit­ein­an­der allen­falls Berührungspunkte haben. Wie trau­rig wäre es, wäre die Musik der Zukunft von nicht mehr als Algorithmen geschrie­ben und auf­ge­führt! Wie arm wäre eine Gesellschaft, in der der letz­te Wert der Musik ihr Preisschild ist! - Ich ver­schan­ze mich hin­ter einer Barrikade aus Schallplatten und CDs. Die letz­te Schlacht gewin­nen wir.

Wer macht mit?

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Gewalt hat eine Kultur: Der Europarat leb­te lie­ber männerarm.

2013 initi­ier­te der Europarat, eine inter­na­tio­na­le Organisation aus offen­sicht­lich zu vie­len Staaten, das „No Hate Speech Movement Deutschland“. Dies ist eine in der deutsch­spra­chi­gen Wikipedia vol­ler blö­der Sternchen und mit einem Übermaß an Leerzeichen als „Jugendbewegung“ beschimpf­te Organisation, deren Ziel es sei, von „Hassrede“ Betroffene zu empowern. Tschakka!

Anlässlich des Zutodekommens eines Achtjährigen in Frankfurt, den ein, wie man liest, gut inte­grier­ter Schweizer Eritreer mit­hil­fe eines Zuges gemeu­chelt hat, haben die Empowerer ver­ständ­li­cher­wei­se viel damit zu tun, jeden, der es unbe­dingt lesen müs­se, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass das gar kein Problem der Herkunft sei.

So weit, so richtig.

Nur der Folgeschluss ist ein tran­tü­ti­ger: Nicht näm­lich sei Gewalt einer Nationalität geschul­det, son­dern schlicht der Biologie:

Aber Gewalt hat kei­ne Nationalität, son­dern ein Geschlecht. #toxicMasculinity

Schädelvermessung war gestern, heu­te wer­den Chromosomen gezählt. Sieht man von die­ser histo­ri­schen Parallele, dass näm­lich unge­zähl­te über­le­ge­ne und eine unter­le­ge­ne Menschenart exi­stier­ten, nach dem Abklingen der plötz­lich ein­set­zen­den star­ken Kopfschmerzen ein­mal ab, dann muss man sich gege­be­nen­falls wie ich sehr zügeln, um nicht die offen­sicht­li­che Frage zu stellen:

Wenn Gewalt also ein Problem von Männern und nicht ein Problem von Nationalitäten ist, ist es dann nicht eine ziem­lich blö­de Idee, in Seenot gera­te­ne Männer an Land zu bringen?

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Liegengebliebenes vom 31. Juli 2019

Die Fridays-for-Future-Demonstrationen, ange­führt von Kindern rei­cher Eltern, haben das mit der Sympathiegewinnung beim Pöbel echt raus: Bis zu 100.000 Euro soll­te das kosten, letzt­lich zahl­te Schestag rund 77 000 Euro. Fünf Wochen spä­ter hat Jannik Schestag noch kei­nen Cent sei­nes Geldes zurück­erhalten. Da spen­det man doch gern.


Demnächst gibt es Trojaner an jeder Milchkanne: Gegenüber dem Bundestag hat sich die Bundesregierung etwas in die Karten blicken las­sen, wie 5G-Mobilfunk über­wacht wer­den soll. „Gar nicht“ steht übri­gens nicht zur Diskussion.


Auf Twitter sind jetzt fast alle „Antifa“, berich­tet die „Deutsche Welle“. Ich bin davon über­zeugt, Hitler schlot­tern bereits die Knie - unklar bleibt aller­dings wie gewohnt, auf wel­cher Seite die Twittermaulhelden gekämpft hät­ten, wenn ihr Leben und nicht bloß ihre Herzchenstatistik davon betrof­fen wäre. Ich befürch­te wei­ter­hin das Schlimmste für den näch­sten Versuch.


Bernd Lucke, Gründer der damals euro- und nicht bloß migra­ti­ons­kri­ti­schen AfD und heu­te anders­wo aktiv, gedenkt sei­ne frü­he­re Stelle als Professor in Hamburg wie­der auf­zu­neh­men. Studenten („Studierende“) fin­den, das sei eine schlech­te Idee, denn sei­ne „bür­ger­li­che Fassade“ habe der AfD „den Weg geeb­net“. Unklar ist, wie eine Fassade zum Ebnen eines Weges bei­tra­gen kann; unklar ist über­dies, seit wann und war­um Bürgerlichkeit als abzu­leh­nen ange­se­hen wird und wel­che Art des Umgangs mit Bürgerlichen von Hamburger Studenten („Studierenden“) bevor­zugt wird.


In Frankfurt hat ein Schweizer mit Migrationshintergrund einen Achtjährigen mit einem Zug getö­tet. Während der deut­sche Innenminister mehr Videoüberwachung ver­spricht, als sei­en Kameras inzwi­schen in der Lage, Kinder von Gleisen zu zie­hen, ist das grü­ne Hausblatt „taz“ schon ganz woan­ders: Das wesent­li­che Problem sei­en „rech­te Straftaten“, wird dort fabu­liert. Da freut sich die geret­te­te Mutter aber: Wenigstens hat ihren Sohn aus­nahms­wei­se kein Neonazi umgebracht!


Bei der­sel­ben „taz“ regt sich immer­hin ein Schwuler dar­über auf, dass ihn und sei­ne Mitschwulen die inzwi­schen schlag­kräf­ti­gen „Queers“ immer wei­ter unsicht­bar wer­den las­sen. In den „sozia­len“ Medien lau­tet der der­zei­ti­ge Konsens, er sol­le sich als alter wei­ßer Mann nicht so anstel­len, es sei halt 2019 und damit sol­le er klar­kom­men. Das muss die­ses „bunt“ sein.


Die säch­si­sche Piratenpartei hat ihr Wahlprogramm für die näch­ste Landtagswahl ver­öf­fent­licht. Sollte sich jemand über die Wahlergebnisse der AfD wun­dern, so emp­feh­le ich ein­fach mal die Lektüre des­sen, was ein poli­ti­sches „Gegenangebot“ sein soll­te. Hierfür bes­ser kei­ne Getränke im Mund aufbewahren.