Sonstiges
Ent­öde­te Innenstädte

Viel ist der­zeit zu lesen über die Sor­ge um die Ver­ödung von Innen­städ­ten. Damit gemeint ist nicht etwa, dass einst attrak­ti­ve Innen­städ­te seit Jahr­zehn­ten auf­grund des Baus geschmack­lo­ser rund­um­ver­gla­ster Ein­kaufs­zen­tren, als Sah­ne­häub­chen mit­un­ter gar mit­tels der Schän­dung histo­ri­scher Fas­sa­den, ihren opti­schen Reiz ver­lie­ren, son­dern – im Gegen­teil – das Aus­blei­ben gro­ßer Men­schen­men­gen, die sich durch die­se einst attrak­ti­ven Innen­städ­te schie­ben, um in blö­den Geschäf­ten nutz­ar­men Plun­der zu kaufen. 

Dass die­se Men­schen­men­gen ihr Tun selbst nicht für eine bedenk­li­che Aus­wir­kung einer unge­zü­gel­ten Kon­sum­ge­sell­schaft, son­dern für eine schö­ne Frei­zeit­ge­stal­tung hal­ten, ist ins­be­son­de­re in Erwä­gung der spä­te­ren Erzäh­lun­gen im Fami­li­en­kreis wit­zig:

„Wie habt ihr euren Urlaub zu Hau­se ver­bracht?“
„Wir haben eingekauft!“ 

Ich möch­te gar nicht abstrei­ten, dass die Ver­füg­bar­keit von regu­lä­ren Laden­ge­schäf­ten für digi­tal Abge­häng­te – Berg- und Dorf­be­woh­ner, Alte, Kran­ke – sowie Daten­schutz­be­wuss­te wei­ter­hin von ent­schei­den­der Bedeu­tung ist; viel­leicht aber ist die­se Ent­ödung der Innen­städ­te durch die Rück­kehr der Stadt selbst eine gute Gele­gen­heit, den gras­sie­ren­den Ein­zel­han­del sinn­voll zu konsolidieren. 

Am besten da, wo er optisch nicht stört. 

In den NachrichtenPolitik
Säku­la­ris­mus wann anders. (6)

Als die Bun­des­re­gie­rung ihr unter­tä­nig die Bit­te zuge­flü­stert hat­te, viel­leicht dar­über nach­zu­den­ken, an Ostern nicht mit den letz­ten über­le­ben­den Rent­nern Bull­shit­bin­go („Mes­se”) zu spie­len, über­leg­te die katho­li­sche Kir­che nicht lan­ge und befand, das sei zwar eine hüb­sche Idee, aber lei­der sehe man sich außer­stan­de, die Gesund­heit der Ihren nicht zu gefähr­den, und die Bun­des­re­gie­rung sol­le woan­ders spie­len gehen.

Man könn­te dar­über spe­ku­lie­ren, ob das ange­sichts des Umstands, dass die christ­li­chen Kir­chen bis heu­te die ein­zi­gen sind, deren Sym­bol ein anti­kes Fol­ter­in­stru­ment ist, über­haupt beacht­lich ist, oder (was ich für wit­zi­ger hal­te) man bemerkt das schnel­le Ein­schrei­ten des got­tes­staat­li­chen Innenministers:

See­hofer stell­te klar, dass es weder um ein Ver­bot noch um die For­de­rung gehe, Got­tes­dien­ste zu Ostern aus­fal­len zu las­sen. «Ich möch­te aus­drück­lich dar­auf hin­wei­sen, dass es sich hier um eine Bit­te han­delt», beton­te er. «(…) Das Innen­mi­ni­ste­ri­um hat (…) schon sehr früh in der Pan­de­mie gemein­sam mit den Kir­chen Hygie­ne-Kon­zep­te aus­ge­ar­bei­tet, die bis heu­te tadel­los funktionieren.»

Wenn funk­tio­nie­ren­de Hygie­nekon­zep­te in Ver­bin­dung mit erhöh­tem Steu­er­po­ten­zi­al aber schon rei­chen, um die Coro­na­ver­fü­gun­gen der zustän­di­gen Stel­len für nich­tig erklä­ren zu dür­fen: War­um sind in Bay­ern dann eigent­lich die Restau­rants noch zu?

Da darf doch bestimmt auch gebe­tet werden.

NerdkramsIn den Nachrichten
Baby­lon digital

Es gibt Hoff­nung für all die­je­ni­gen, die heu­er in Angst ver­fal­len, weil die­sen Monat noch kein neu­es Audio­for­mat in Sicht ist, das – wie zuvor unter ande­rem Shor­ten (1993), MP3 (1993), Real­Au­dio (1995), AAC (1997), Muse­Pack (1997), Wav­Pack (1998), WMA (1999), Vor­bis (2000), Monkey‘s Audio (2000), FLAC (2001), ALAC (2004), TAK (2007), Opus (2012) sowie neu­er­dings, aber auch schon wie­der vor Mona­ten, Lyra – all sei­ne Vor­gän­ger beer­ben kön­nen soll: Das neue Bild­for­mat JXL („JPEG XL“, obwohl doch schon das alte Bild­for­mat eigent­lich JFIF und nicht JPEG hieß und obwohl man im Web eigent­lich nichts haben möch­te, was „XL“ ist, da kön­nen die Rekla­me­wich­ser pro­kla­mie­ren, was sie wol­len) kön­ne GIF (1987), JFIF (1991), PNG (2006) und WebP (2010) dies­mal aber wirk­lich kom­plett und end­gül­tig im Web erset­zen, impli­ziert „t3n“. Da kann ich nur viel Erfolg wünschen.


Kei­ne Hoff­nung gibt es aller­dings mehr für die­je­ni­ge evan­ge­li­sche Kir­che, die 1 Mose 11,7 offen­sicht­lich als Anlei­tung missversteht.

In den NachrichtenPolitik
Erlaubt, weil man’s tut

Gute Nach­rich­ten für Besit­zer von Koks­plan­ta­gen und Haken­kreuz­flag­gen­drucke­rei­en: Wenn man etwas nur hart­näckig genug tut, will die SPD es irgend­wann erlauben.

So steht etwa im aktu­el­len Ent­wurf ihres „Zukunfts­pro­gramms”, des­sen Name bei einer per­spek­ti­v­ar­men Par­tei wie der SPD zumin­dest Gal­gen­hu­mor beweist, in Antrag 3.14 folgendes:

Wie Alko­hol ist auch __ eine gesell­schaft­li­che Rea­li­tät, mit der wir einen adäqua­ten poli­ti­schen Umgang fin­den müs­sen. Ver­bo­te und Kri­mi­na­li­sie­rung haben den Kon­sum nicht gesenkt, sie ste­hen einer effek­ti­ven Sucht­prä­ven­ti­on und Jugend­schutz ent­ge­gen und bin­den enor­me Res­sour­cen bei Justiz und Poli­zei. Eine regu­lier­te Abga­be von __ an Erwach­se­ne soll in Modell­pro­jek­ten von Län­dern und Kom­mu­nen erprobt wer­den kön­nen, beglei­tet durch Maß­nah­men der Prä­ven­ti­on, Bera­tung und Behand­lung im Jugend­be­reich. Zudem wer­den wir bun­des­ein­heit­lich regeln, dass der Besitz klei­ner Men­gen von __ straf­recht­lich nicht mehr ver­folgt wird.

Im Ursprungs­text steht anstel­le der Aus­las­sungs­zei­chen das Wort „Can­na­bis“, aber mei­ne bei­den Vor­schlä­ge sind doch etwas huma­ner, denn wäh­rend jemand, der neben mir steht und kifft, mich mit Gestank und (viel zu oft auch) Tabak­qualm belä­stigt, mit­hin mei­ne Gesund­heit ernst­lich gefähr­det, wir­ken sich Men­schen, die, in eine Haken­kreuz­flag­ge ein­ge­hüllt, neben mir Koka­in kon­su­mie­ren, auf mei­ne Gesund­heit nicht im Gering­sten aus. Viel­leicht wäre die SPD offe­ner für die Frei­ga­be von Koka­in, wenn es auch stin­ken würde?

War­um die SPD das mit der Besit­z­erlaub­nis klei­ner Men­gen – immer­hin ist sie seit lan­ger Zeit Teil der Bun­des­re­gie­rung – trotz wie­der­hol­ter For­de­run­gen nicht ein­fach tut, möge anson­sten ein Klü­ge­rer beurteilen.

ProjekteNerdkrams
In eige­ner Sache: Aba­yo, Matomo!

Lang­jäh­ri­ge Leser und sol­che, die gern mal in ande­rer Leu­te Quell­code her­um­for­schen, hat­ten es mög­li­cher­wei­se bereits mit­be­kom­men: Für die­se Web­site sowie eini­ge mei­ner Pro­jek­te kam jah­re­lang das Sta­ti­stik­werk­zeug Matomo – schon unter sei­nem alten Namen – zum Ein­satz. Hier­für band ich statt der Ver­wen­dung als Log­ana­ly­se­pro­gramm ein Zähl­script auf eini­gen Sei­ten ein, das die Besu­cher­da­ten direkt live in eine wach­sen­de Daten­bank schrieb, sofern die Besu­cher Java­Script akti­viert und/oder das Opt-Out-Coo­kie nicht gesetzt hatten.

Nun ist eine sol­che Soft­ware zwar im Prin­zip sehr prak­tisch für Men­schen einer unfei­nen Pro­fes­si­on, näm­lich Wer­ber und ähn­li­che Hei­nis, aber der Big-Data-Aspekt die­ses Pro­gramms, das wesent­lich mehr Sta­ti­sti­ken raus­blies als ich brau­chen konn­te (letzt­end­lich inter­es­sie­ren mich am mei­sten die Her­kunfts­sei­ten und die unge­fäh­ren Auf­ruf­zah­len), ver­trug sich nur mit­tel­mä­ßig mit mei­nem ander­wei­ti­gen Pochen auf Daten­schutz. Mehr noch: Matomo ist ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel für fast alles, was ich an heu­ti­ger Web­ent­wick­lung in PHP nicht lei­den kann; so blink­te etwa seit dem letz­ten grö­ße­ren Ver­si­ons­up­date ein roter Feh­ler­bal­ken kurz auf, des­sen Ursprung mir unklar geblie­ben ist. Mehr als ein­mal muss­te ich auch die Soft­ware (immer­hin nicht die Daten­bank) neu instal­lie­ren, weil irgend­ein Script bei der Aktua­li­sie­rung zwi­schen zwei Beta­ver­sio­nen – ja, ich bin mir des Pro­blems bewusst – irgend­wel­che Feh­ler gemacht hat­te, die im Bug­tracker des Matomo­pro­jekts zwar fast immer schon bekannt, aber sel­ten ein­fach zu lösen waren.

Da ich seit eini­ger Zeit ver­su­che, die Nut­zung von PHP-Scripts (zusam­men mit in Python geschrie­be­nen Scripts, die Grün­de sind ähn­lich) auf mei­nen Ser­vern und Webs­paces zu redu­zie­ren und lang­fri­stig ganz ein­zu­stel­len, habe ich auch über die Nut­zung von Matomo noch­mals, wie man es wohl heut­zu­ta­ge nennt, ergeb­nis­of­fen nach­ge­dacht. Die­ses Nach­den­ken hat­te Erfolg, denn auf Uberspace.de, auf deren Ser­vern ich nach meh­re­ren Wech­seln in kur­zer Zeit seit neun Jah­ren eini­ger­ma­ßen zufrie­den den Kram hier mache, gibt es bereits anony­mi­sier­te und aus­führ­li­che Log­da­tei­en. War­um wer­te ich nicht ein­fach die aus? ‘In eige­ner Sache: Aba­yo, Matomo!’ weiterlesen »

MontagsmusikIn den Nachrichten
Can – Uphill // Hupen für den Busverkehr

Ich muss noch zur Bank.Es ist Mon­tag. Am Wochen­en­de wur­de in Kas­sel demon­striert, die Teil­neh­mer und Orga­ni­sa­to­ren waren jedoch zu einem erheb­li­chen Teil ein biss­chen blö­de, wes­halb weni­ger über den Inhalt der Demon­stra­ti­on als über die Feh­ler aller Betei­lig­ten (Demon­stran­ten, Gegen­de­mon­stran­ten, Schutz­kräf­te) berich­tet wur­de und wird. Der größ­te Feh­ler ist mei­ner Mei­nung nach, dass nicht zugun­sten put­zi­ger Tie­re (war­um nicht mal Pan­da­bä­ren?), son­dern bloß wegen irgend­so­ei­nes Virus demon­striert wor­den ist, das nun wirk­lich kei­ne Hil­fe braucht. Das ist etwas scha­de. Ich mag put­zi­ge Tiere.

Ein Blick in die Nach­rich­ten offen­bar lei­der trotz­dem vor allem Poli­tik – nützt ja nix: Der Ber­li­ner Stadt­bau­rat Flo­ri­an Schmidt von der Gur­ken­par­tei „Die Grü­nen” setzt sich zu nie­man­des Über­ra­schung über das Gesetz hin­weg. Ande­re Poli­ti­ker sind schon über viel klei­ne­re Skan­da­le gestol­pert und haben ihre Par­tei mit­ge­ris­sen. Liegt das am Kli­ma? – Die natür­li­chen Part­ner der Bun­des­grü­nen, die SPD (nicht mit den Sozi­al­de­mo­kra­ten zu ver­wech­seln, die hei­ßen inzwi­schen „Lin­ke”), erneu­ern der­weil ihr „Bekennt­nis zur Bedeu­tung des ÖPNV für die Ver­kehrs­wen­de” (Sep­tem­ber 2020) und wäh­len ihren Direkt­kan­di­da­ten für die Lüne­bur­ger Hei­de mit einem Hup­kon­zert im Auto­ki­no. Brumm, brumm!

Das ist selbst den Dorf­be­woh­nern jetzt zu blöd: In Ueberau wur­de schon wie­der die DKP stärk­ste Kraft, sogar mit Stim­men­zu­wachs. Die­ser Par­la­men­ta­ris­mus amü­siert mich mit­un­ter immer noch. In den ange­schlos­se­nen Leit­me­di­en berich­tet man immer­hin über einen wei­te­ren Erfolg der Bun­des­re­gie­rung: End­lich Droh­nen­macht! Gibt es eigent­lich noch einen ein­zi­gen ver­nünf­ti­gen Grund, nicht in ein Land ohne NATO-Mit­glied­schaft auszuwandern?

Dar­über wird nach­zu­den­ken sein, jedoch gern zu hei­mi­scher Musikbegleitung.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Ampel­röck­chen

Braun­schweig, die mit gro­ßem Abstand schön­ste Groß­stadt zwi­schen Bie­le­feld und Mag­de­burg, hat etwas nicht getan und „Queer.de” ist trotz­dem dagegen:

Die Braun­schwei­ger Stadt­ver­wal­tung ver­bie­tet die vom Bezirks­rat Innen­stadt beschlos­se­ne Instal­la­ti­on von gleich­ge­schlecht­li­chen Ampel­pär­chen – nach neun Mona­ten „Prü­fung” und mit einer absur­den Begründung.

Näm­lich:

Es kön­ne nicht zuver­läs­sig der Nach­weis eines glei­chen Sicher­heits­stan­dards wie bei gewöhn­li­chen Ampeln erbracht wer­den, teil­te sie dem Bezirks­rat mit. Inso­fern wäre die Instal­la­ti­on abwei­chen­der Sym­bol­bil­der „mit einem nicht abschätz­ba­ren Risi­ko verbunden”.

Dass die­se Begrün­dung zumin­dest erstaun­lich ist, stel­le ich hier­bei gar nicht in Abre­de. Gele­sen wird das aber nicht als Bei­spiel für selt­sa­me Aus­wir­kun­gen der Büro­kra­tie, son­dern als homo­se­xu­el­len­kri­tisch:

Für ihr vor­ge­scho­be­nes Sicher­heits­ar­gu­ment ver­lei­hen wir der Stadt Braun­schweig unse­re Homo-Gurke!

Ich las­se Wit­ze über das Wort „Gur­ke” an die­ser Stel­le unge­macht, denn mei­ne Leser haben hier­zu oft noch schö­ne­re Ideen als ich. Ver­meint­lich gelun­ge­ne Wit­ze über das Wort „Gur­ke” in die­sem Kon­text bit­te ich inso­fern in die Senf­ecke zu senf­en. Erwäh­nens­wer­ter ist aber die Impli­ka­ti­on, es för­de­re die Tole­ranz und/oder Akzep­tanz für nicht hete­ro­se­xu­el­le Pär­chen­be­zie­hun­gen, wenn man Figu­ren auf beleuch­te­ten Stra­ßen­ver­kehrs­schil­dern anders anbringt.

Dass das klas­si­sche Bezie­hungs­mo­dell „ein Mann und eine Frau” noch immer nicht auf „drei oder mehr Per­so­nen belie­bi­ger Iden­ti­tät” erwei­tert wor­den ist, kann ich an die­ser Stel­le noch ver­ste­hen – auf Ampeln sind Sil­hou­et­ten von Per­so­nen ab einer gewis­sen Anzahl nur noch schwer zu erken­nen. Kaum zu über­se­hen ist aber die Impli­ka­ti­on, man kön­ne an einer Sil­hou­et­te das Geschlecht erken­nen: Zwei Men­schen ohne Rock, zwi­schen denen ein Herz­chen prangt – das muss ein Her­ren­pär­chen sein!

Was mich zu der Fra­ge führt: Wie homo­gur­kig ist eigent­lich „Queer.de”?

(Nach­trag vom 11. Janu­ar 2022:) Es gibt die­se Ampel­än­de­rung jetzt doch. Schade.


Und dann war da noch die­se Eil­mel­dung von gestern Abend:

Kurz vor den Bera­tun­gen von Bund und Län­dern wies Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf die Anfang März beschlos­se­ne Coro­na-Not­brem­se hin und sag­te: „Wir wer­den lei­der auch von die­ser Not­brem­se Gebrauch machen müssen.”

Ich habe eben einen neu­en Beam­ten­witz erfun­den und der geht so: Wel­ches For­mu­lar muss man eigent­lich mit wel­cher Frist in wie­viel­fa­cher Aus­füh­rung ein­rei­chen, wenn man in der Büro­kra­tie eine Not­brem­sung voll­zie­hen möchte?

In den Nachrichten
Erwach­se­ner wird von Blei erfasst – Corona.

Autos sind sooo 2020, beim „Tages­spie­gel” ist man weiter:

50 Men­schen sind 2020 im Ber­li­ner Stadt­ver­kehr gestor­ben, dar­un­ter waren allein 17 Rad­fah­rer. Das könn­te auch mit der Coro­na-Pan­de­mie zusammenhängen.

Weil näm­lich:

Ver­kehrs­ex­per­ten hat­ten (…) bereits im Früh­som­mer dar­auf hin­ge­wie­sen, dass durch die Coro­na-Pan­de­mie (…) mehr Men­schen aufs Rad umstei­gen würden.

Muss man ja ver­ste­hen: Steigt man aufs Rad, kommt man halt um. Fahr­rä­der sind gefährlich.

Viel­leicht doch lie­ber Auto fah­ren. Da kommt die­ses Coro­na nicht rein.

PolitikIn den Nachrichten
CSU über­rascht: Wah­len sind möglich.

+++ EIL +++ EIL +++ EIL +++:

Eines sei seit Sonn­tag­abend klar: „Es gibt theo­re­tisch Mehr­hei­ten jen­seits der Uni­on”, sag­te Söder. Es sei nicht mehr hun­dert­pro­zen­tig sicher, dass die Uni­on in jedem Fall den Kanz­ler stel­le, warn­te er.

Einen ähn­li­chen Ton schlug CDU-Chef Armin Laschet an. Es sei nicht gott­ge­ge­ben, dass die CDU den Bun­des­kanz­ler stel­le, sag­te Laschet nach Infor­ma­tio­nen der Nach­rich­ten­agen­tur dpa am Mon­tag in einer digi­ta­len Vor­stands­sit­zung sei­ner Partei.

Ver­damm­te Kommunisten!

MontagsmusikIn den NachrichtenPolitik
Weed­eater – God Luck and Good Speed // Kor­rupt und zufrieden

Na gut, noch ein Schläfchen.Es ist Mon­tag. Gestern war schon wie­der in meh­re­ren Bun­des­län­dern Wahl­tag und schon wie­der kam kein ein­zi­ger Pan­da­bär ins Fern­se­hen, um sei­ne Mei­nung zu den Hoch­rech­nun­gen in die Wohn­zim­mer zu brum­men. Ich pran­ge­re das an.

In der „Jüdi­schen All­ge­mei­nen” wird gegen Gen­der­stern­chen gewet­tert. Ich gehe davon aus, dass ein­schlä­gi­ge Akti­vi­sten noch nach einer mög­lichst neben­wir­kungs­ar­men Gele­gen­heit suchen, die „Jüdi­sche All­ge­mei­ne” zu can­celn. Bis dahin nut­zen sie die Zeit sinn­voll und schmei­ßen zum Bei­spiel in Thü­rin­gen die Front­schei­ben eines Sei­fen­la­dens ein, weil in Ber­lin ein wider­recht­lich besetz­tes Haus mög­li­cher­wei­se geräumt wer­den soll. Ich bin ja Gro­tes­ken gegen­über durch­aus auf­ge­schlos­sen, aber muss es aus­ge­rech­net eine poli­ti­sche sein?

Wir blei­ben bei Gro­tes­ken: Die Hamas, berich­tet der „Deutsch­land­funk”, habe neu­er­dings Frau­en im Polit­bü­ro. Mich über­rascht, dass das noch kei­ne Par­tei, die Quo­ten for­dert, als Erfolg ver­mel­det hat. Ande­rer­seits hat man als SPD ja so wenig zu fei­ern, dass man die weni­gen Erfol­ge aus­gie­big aus­ko­sten muss; so hat sie etwa letz­te Woche in Meck­len­burg-Vor­pom­mern einen Sieg errun­gen, indem ihr zugu­te gehal­ten wur­de, dass ihre Mini­ster­prä­si­den­tin ent­ge­gen sol­cher Vor­wür­fe nicht gegen Coro­na­re­geln ver­sto­ßen habe, weil die­se für Poli­ti­ker gar nicht aus­drück­lich gäl­ten. Als gele­gent­li­cher Kom­mu­nal­po­li­ti­ker bin ich der SPD hier­für sehr dank­bar und wer­de mein wei­te­res Han­deln sorg­fäl­tig abwä­gen. Ihrem Genos­sen Olaf Scholz hin­ge­gen muss ich – wenn auch nur ungern – aus­nahms­wei­se zustim­men, denn er habe sich, berich­ten die Medi­en, „zufrie­den über das Ergeb­nis” in Baden-Würt­tem­berg gezeigt, wo sie nach den letz­ten Pro­gno­sen nur knapp dem Abstieg auf den fünf­ten Platz ent­rin­nen konn­te. Die­ser Trend stimmt auch mich zufrieden.

Wegen der Coro­na­sa­che ist auch die CDU/C­SU-Frak­ti­on, aus deren Rei­hen im Wahl­jahr 2021 immer mehr Fäl­le von per­sön­li­cher Berei­che­rung an Mas­ken­ge­schäf­ten („Kor­rup­ti­on”) bekannt wer­den, gera­de medi­al prä­sent. Mar­kus Söder von der CDU/C­SU-Frak­ti­on, aus deren Rei­hen im Wahl­jahr 2021 immer mehr Fäl­le mit per­sön­li­cher Berei­che­rung an Mas­ken­ge­schäf­ten („Kor­rup­ti­on”) bekannt wer­den, bit­tet daher dar­um, den Umstand, dass aus den Rei­hen der CDU/C­SU-Frak­ti­on im Wahl­jahr 2021 immer mehr Fäl­le von per­sön­li­cher Berei­che­rung an Mas­ken­ge­schäf­ten („Kor­rup­ti­on”) bekannt wer­den, im Wahl­jahr 2021 nicht dafür zu miss­brau­chen, ande­re Par­tei­en als weni­ger anfäl­lig für per­sön­li­che Berei­che­rung an Mas­ken­ge­schäf­ten („Kor­rup­ti­on”) dar­zu­stel­len. Das wäre nicht nett gegen­über der CDU/C­SU-Frak­ti­on, aus deren Rei­hen im Wahl­jahr 2021 immer mehr Fäl­le von per­sön­li­cher Berei­che­rung an Mas­ken­ge­schäf­ten („Kor­rup­ti­on”) bekannt werden.

Gute Fra­ge: War­um gibt es eigent­lich noch kein zeit­ge­nös­si­sches Pun­k­al­bum namens „Gut fri­siert in den Bau­markt”? Höre ich halt statt­des­sen mal wie­der Weed­eater (und ihr jetzt auch).

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Emer­son, Lake & Pal­mer – Brain Salad Surgery

Brain Salad SurgeryLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Nor­ma­ler­wei­se emp­feh­le an die­ser Stel­le neue­re Alben – bis hin zu noch nicht mal erschie­ne­nen Wer­ken -, aber ich hör­te die­ser Tage wie­der ein­mal das erst­mals 1973 ver­öf­fent­lich­te „Brain Salad Sur­ge­ry” (Amazon.de, TIDAL) von Emer­son, Lake & Pal­mer und stell­te heu­te fest, dass ich hier noch gar nicht mei­ne Freu­de über die­ses Album aus­ge­drückt habe. Das hole ich jetzt mal nach.

Denn fast alles an die­sem Album weiß zu gefal­len: Vom pro­vo­kan­ten Plat­ten­co­ver über den „aggres­si­ven musi­ka­li­schen Gewalt­ex­zess” (Quel­le: Inter­net) „Toc­ca­ta”, eine Adap­ti­on des vier­ten Sat­zes von Alber­to Gina­ste­ras Kla­vier­kon­zert Nr. 1, bis hin zu „Karn Evil 9”, mei­nes Erach­tens in der First Impres­si­on das best­ge­lun­ge­ne Stück Musik, das die drei mitt­ler­wei­le zu zwei Drit­teln ver­stor­be­nen Musi­ker jemals gemein­sam ver­öf­fent­licht hatten.

Karn Evil 9 [1st Impres­si­on] – Emer­son, Lake & Pal­mer (HQ Audio)

Dass das „unsin­ni­ge” (Gor­don Flet­cher) Stück „Ben­ny the Boun­cer” sich in das sonst sehr klas­sik­na­he Album nicht recht ein­fü­gen mag, wur­de schon viel­fach beschrie­ben, macht es aber an sich nicht zu einem schlech­te­ren Stück. Viel­leicht hät­te es als B‑Seite mehr getaugt?

Ben­ny the Boun­cer (2014 Rema­ste­red Version)

Irgend­wo las ich neu­lich die Fra­ge, wel­che Alben des klas­si­schen Pro­gres­si­ve Rock man unbe­dingt besit­zen soll­te. „Brain Salad Sur­ge­ry” gehört mei­ner Mei­nung nach klar dazu.

Wer es noch nicht besitzt und sich die­se Fra­ge eben­falls stellt, der möge das inso­fern ändern.