In den Nachrichten
Bots gegen Autos

Vor|bild, das:

Ent­ge­gen der Aus­sa­gen eini­ger CDU-Abge­ord­ne­ter, der Pro­test gegen die Arti­kel 11, 12 und 13 der Urhe­ber­rechts­richt­li­nie sei­en nur auto­ma­ti­sier­te Pro­gram­me, demon­strier­ten heu­te 2.000 Men­schen für ein frei­es Inter­net. Mit “Wir sind die Bots!” grif­fen sie humor­voll die Dif­fa­mie­rungs­ver­su­che der CDU auf.

Bä|ren|dienst, der:

Die gestern gestar­te­te Abstim­mung der CDU zum Ver­bren­ner-Ver­bot ist mas­siv mani­pu­liert wor­den. Dabei sind Zehn­tau­sen­de Stim­men auto­ma­ti­siert abge­ge­ben wor­den.

Kopf|schmer|zen, die.

Netzfundstücke
Din­ge aus dem Aus­land kau­fen mit forward2me

Wir Lieb­ha­ber schö­ner Din­ge haben ja bis­wei­len das Pro­blem, dass die­se schö­nen Din­ge nicht immer ganz leicht in unse­re Gefil­de zu trans­fe­rie­ren sind; nicht jeder Schö­ne-Din­ge-Dea­ler dealt auch mit Deut­schen.

Ein Tipp aus Whis­ky­krei­sen führ­te mich zu forward2me (unbe­zahl­ter Wer­be­link ohne tracker; eigent­lich dumm von mir), einem Dienst, der gegen einen gerin­gen Obe­lix Obo­lus bei Nut­zung – lee­re Lager kosten nix – sozu­sa­gen einen „eige­nen“ Paket­ka­sten in Groß­bri­tan­ni­en, Japan, Deutsch­land (gut, das ist hier eini­ger­ma­ßen witz­los), den USA und der Tür­kei ver­mie­tet, an den man sich Din­ge lie­fern las­sen kann und von wo aus man die­se Din­ge dann mög­li­cher­wei­se gün­sti­ger (eine Aus­wahl der Ver­sand­art ist zumin­dest theo­re­tisch vor­ge­se­hen) nach Hau­se lie­fern las­sen kann. Das geht sogar ziem­lich schnell; ein Paket aus Groß­bri­tan­ni­en, das ich zwecks Tests des Dien­stes geor­dert hat­te, war vom dor­ti­gen Lager aus bei „nor­ma­ler“ Lie­fe­rung per DHL Express, Ver­zol­lung ein­ge­schlos­sen, kei­ne drei Tage unter­wegs. Dabei schei­nen die Betrei­ber über­dies fair (ein der­zeit über­stra­pa­zier­tes Adjek­tiv, das momen­tan irgend­was mit Kli­ma bedeu­tet) zu arbei­ten und bie­ten an, Sen­dun­gen aus meh­re­ren Pake­ten in ein ein­zi­ges Paket umzu­ver­packen, was gege­be­nen­falls ein paar Euro der Ver­sand­ko­sten spa­ren kann oder auch nicht.

Net­te Sache, emp­feh­le ich wei­ter.

MusikNetzfundstückeComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 21. Mai 2024

Oh, ein Sar­kas­mus­de­tek­tor! Eine sehr nütz­li­che Erfin­dung!


Die groß­ar­ti­ge Musik­grup­pe Beard­fi­sh (irgend­was mit Pro­gres­si­ve Rock) ist seit Anfang Mai – nach unge­fähr neun Jah­ren Pau­se – wie­der auf Büh­nen zu sehen, ein neu­es Album sei „in Arbeit“, erfah­re ich. Ich fin­de das gut.


75 Jah­re Grund­ge­setz, 35 Jah­re DDR ist mit­ge­meint.


Sie kön­nen über die Simpsons sagen, was Sie wol­len, aber Pro­fes­sor Pocket­pool ist unge­fähr das Lustig­ste, das ich dort in den letz­ten *nuschel*zig Jah­ren mei­nes Lebens gese­hen habe.


Ope­nAI raub­ko­piert jetzt auch Stim­men. Noch unge­fähr minus drei Jah­re bis Sky­net.


Apro­pos: Ist Pri­vat­sphä­re es wert?

NetzfundstückeMontagsmusikPersönliches
Monkey3 – Prism (live) // 2024 ist das neue 2024 (bzw. Sie: Frag­ment 9: ein Nach­trag)

Auch 'nen Snack?

Es ist Mon­tag. Guckt mal: Künst­li­che Intel­li­genz kann jetzt auch Comics zeich­nen. Fin­det ihr das auch so fort­schritt­lich wie ich? Um dem wie­der ein Gleich­ge­wicht zu ver­lei­hen, hat die Bahn sich ent­di­gi­ta­li­sie­ren las­sen. Wie frü­her. Nur die Zuver­läs­sig­keit und die Prei­se sind noch nicht wie­der wie frü­her. Kommt wahr­schein­lich auch nicht mehr.

Kommt auch nicht mehr: Peter Sturm klagt in der aktu­el­len Sonntags-„FAZ“, dass es sich end­lich mal her­um­spre­chen soll­te, dass 2024 nicht wie 1923 und auch nicht wie 1933 ist, son­dern wie 2024; und aller­dings ist genau das ja auch wie­der irgend­wie blöd, weil man gegen 2024 nicht mit den Mit­teln gegen 1923 und 1933 ankommt. – Schö­ne Idee auch: Mit­tel gegen Jah­re. (Weil die Jah­re ja immer nur flie­ßen und man selbst nicht; bzw. weil dann gele­gent­lich ein Fun­ke reicht, um dar­über nach­zu­den­ken, was vor zehn Jah­ren schief gelau­fen ist, ins­be­son­de­re bei sich im Kopf und im Drum­her­um, und was man eigent­lich dar­aus gelernt hat und – na, wie­der nicht viel. Weil leid tut, was leid tun muss, aber noch mehr leid tut, dass man’s nicht mehr ändern kann, weil: man wür­de.)

Unge­fähr 38 Pro­zent der Web­sei­ten, die ihr 2013 auf­ge­ru­fen habt, gibt es nicht mehr. Zum Glück ver­gisst das Inter­net nichts. (Irgend­wo hier im Text habe ich Links ver­steckt, die augen­schein­lich gar nichts mit dem Text zu tun haben. Ich Schelm.)

Unver­gess­lich auch: Musik.

MONKEY3 – Prism (Live at Munich) | Napalm Records

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Rein­hard Mül­lers Zukunfts­gott

Jurist und Redak­teur Rein­hard Mül­ler ließ in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) sich bezüg­lich der neu­er­dings doch über­mä­ßig oft statt­fin­den­den Gewalt an Poli­ti­kern zu der put­zig-nai­ven Bemer­kung hin­rei­ßen, durch die Erwäh­nung Got­tes im Grund­ge­setz wer­de „klar, dass die frei­heit­li­che Ord­nung in die Zukunft blickt“.

Als Anhän­ger einer doch recht ande­ren Welt­an­sicht als der all­zu jen­seits­be­zo­ge­nen des Chri­sten­tums woll­te ich an die­ser Stel­le erst fra­gen, auf wel­ches Jahr­tau­send der Begriff der „Zukunft“ hier Bezug neh­men soll, aber da ich das neue CDU-Grund­satz­pro­gramm gele­sen habe, revi­die­re ich mei­nen Ein­wand und schrei­be statt­des­sen: Ja, das fürch­te ich auch.

Nerdkrams
Wie ich ein­mal dem histo­ri­schen vi nach­forsch­te (und alle davon pro­fi­tier­ten)

Vim – der die­ser Tage meist­ver­wen­de­te Nach­bau des BSD-Text­edi­tors vi – ist bekannt­lich ein Text­edi­tor mit reich­hal­ti­gem histo­ri­schem Bal­last; immer­hin gehen sei­ne Ursprün­ge auf die Arbeit von Bill Joy, Füh­rungs­fi­gur der frü­hen BSD-Ver­sio­nen, zurück. Ich bin nicht völ­lig unzu­frie­den damit, das Erbe des ver­stor­be­nen Bram Moo­len­aar fort­zu­füh­ren, indem ich eine auf sei­nen Wunsch hin ent­stan­de­ne Win­dows­ver­si­on bis heu­te pfle­ge.

Nun hat Vim den histo­ri­schen Bal­last von vi nie­mals völ­lig abge­wor­fen, und so ist es immer noch zumin­dest theo­re­tisch mög­lich, eine Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei aus vi in Vim zu nut­zen. Dabei ist es neue­ren Ent­wick­lun­gen (und bis­wei­len bewuss­ten Ent­schei­dun­gen) geschul­det, dass man­che Optio­nen schlicht ent­fal­len sind. Der alte vi lief auf Hard­ware, die heu­te kaum mehr exi­stiert, ent­spre­chend war er in man­cher Hin­sicht anders kon­fi­gu­riert als das heu­ti­ge Vim. In Vim gibt es daher bis heu­te – :help vi-differences – eine infor­ma­ti­ve Hilf­e­sei­te, die über die Unter­schie­de infor­miert.

Zu die­sen Unter­schie­den zäh­len auch Optio­nen, die mitt­ler­wei­le nicht mehr vor­han­den sind (und deren Vor­han­den­sein inso­fern fol­gen­los bleibt). beautify zum Bei­spiel – Stan­dard: aus. open – Stan­dard: an. Und flash – Stan­dard: unbe­kannt. Moooooo­ment. ‘Wie ich ein­mal dem histo­ri­schen vi nach­forsch­te (und alle davon pro­fi­tier­ten)’ wei­ter­le­sen »

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
sleep­makes­wa­ves – Gre­at Nor­t­hern // Brand­mau­er aus Pan­zern

Es ist Mon­tag. Depres­sio­nen vom Berufs­le­ben? Kei­ne Sor­ge, Ret­tung naht: Arbeit­ge­ber ver­tei­len neu­er­dings Ket­amin, um die Sym­pto­me zu lin­dern. Der Kapi­ta­lis­mus ist eine sehr gute Idee gewe­sen, aber viel­leicht soll­te man es inzwi­schen las­sen.

Der Rus­se ist der Feind und steht der „regel­ba­sier­ten inter­na­tio­na­len Ord­nung“ (B. Pisto­ri­us, zitiert nach dpa) im Weg, der zufol­ge „Auf­rü­stung, aggres­si­ve Wirt­schafts­po­li­tik und Stre­ben nach geo­po­li­ti­scher Domi­nanz“ (a.a.O.) etwas Schlech­tes sind, wenn die Ande­ren es machen. Fick dich, Joe Biden.

Deutsch­land sei, beton­te der sol­ches Spre­chen­de, wie frü­her end­lich wie­der mili­tä­risch zu einer „Füh­rungs­rol­le bereit“. Sel­ten sah ich so eine über­zeu­gen­de Brand­mau­er gegen rech­tes Gedan­ken­gut. Aber wie das mit der Füh­rungs­rol­le eben so ist: Wer führt, der geht vor­an. Boris Pisto­ri­us mit­samt der Döner­par­tei an die Front! Not­falls demon­strie­re ich dafür beim Fuß­ball, ein­fach, weil ich das nicht machen soll.

Wie­der was gelernt: 3,5‑Zoll-Disketten sei­en ver­gleichs­wei­se sta­bil ent­wor­fen wor­den, weil die Unter­neh­men, in denen sie genutzt wer­den soll­ten, davon aus­gin­gen, dass irgend­wel­che nichts­nut­zi­gen Schlips­trä­ger sie anfas­sen wür­den; und das soll­te natür­lich die Daten nicht beschä­di­gen. Es war offen­bar schon vor vie­len Jah­ren eine enorm dum­me Idee, jeden Trot­tel an einen Com­pu­ter zu las­sen. Damit mei­ne ich übri­gens vor allem mich.

Die mit „legen­där“ unzu­rei­chend beschrie­be­ne Musik­grup­pe MC5 hat mit dem Able­ben ihres Schlag­zeu­gers am 8. Mai die­ses Jah­res auf­ge­hört zu exi­stie­ren. Die Ein­schlä­ge kom­men näher. Schnell noch Musik hören. Bevor es zu spät ist.

sleep­makes­wa­ves – Gre­at Nor­t­hern (offi­ci­al music video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Jarl – Spec­trum Con­fu­si­on

Jarl - Spectrum Confusion

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Erik Jarl – ein Name wie Don­ner­hall, jeden­falls bei den Wikin­gern – ist ein schwe­di­scher Musi­ker, der sei­ne Wer­ke, glaubt man dem Pres­se­text, kom­plett ana­log ein­spielt und dabei Syn­the­si­zer, ana­lo­ge Sequen­zer, Wel­len­form­ge­ne­ra­to­ren und Oszil­la­to­ren sowie ver­schie­de­ne Echo-/Re­verb- und Delay-Effekt­ge­rä­te ein­setzt. Im Okto­ber 2021 ver­öf­fent­lich­te er mit „Spec­trum Con­fu­si­on“ (Bandcamp.com) sein lei­der nur als CD und Down­load erhält­li­ches fünf­tes Album, das aus drei Stücken von zwi­schen 12 und 21 Minu­ten Län­ge besteht.

Jarl: Spec­trum Con­fu­si­on – Part 3 (Extra­ct)

Zu hören gibt es an- und abschwel­len­de Klang­land­schaf­ten, in Teil 1 eher an die Ant­ark­tis als an Gal­li­frey erin­nernd, im kür­ze­sten Teil 2 jedoch wenig­stens vor­über­ge­hend ins Spa­ci­ge über­ge­hend. Klaus Schul­ze kommt in den Sinn. Müss­te ich in die­ser Land­schaft woh­nen, ich wür­de sie als trost­los bezeich­nen; mehr Duis­burg als Han­no­ver frei­lich, weil’s zwar archi­tek­to­nisch kühl, aber nicht im Gering­sten lang­wei­lig ist.

Ein gutes Album für einen ent­spann­ten Sonn­tag­nach­mit­tag im Mai.

Persönliches
Kin­der­kne­ten und Bal­lon­schmin­ken

Die Sonn­aben­de unmit­tel­bar vor einer Wahl las­sen deut­sche Innen­städ­te noch schwe­rer zu ertra­gen wer­den als sonst. Zu bemit­lei­den sind sicher­lich die­je­ni­gen, die ohne jedes Rede­ta­lent einen Infor­ma­ti­ons­stand ihrer Par­tei zu beman­nen haben: Wäh­ler der hie­si­gen AfD zum Bei­spiel wird man ver­mut­lich, obwohl, und nicht, weil man mit ihren Wer­bern gespro­chen hat.

In der Innen­stadt zahl­lo­se Klein­kin­der mit Par­tei­luft­bal­lons zu sehen wirft in mir regel­mä­ßig die Fra­ge auf, was Par­tei­en sich davon ver­spre­chen: Kin­der im Luft­bal­lon­al­ter haben kein Stimm­recht und Eltern legen (hof­fent­lich) mehr Wert auf poli­ti­sche Inhal­te als auf Kugel­schrei­ber und Auf­kle­ber.

Ande­rer­seits: Vor eini­gen Jah­ren ver­teil­te ich selbst an poli­ti­schen Info­stän­den Auf­kle­ber. Die­se hat­te ich selbst gestal­tet und es war kein Par­tei­lo­go dar­auf zu sehen, statt­des­sen tru­gen sie die Auf­schrift „Fickt euch!“ oder ein schlich­tes „Nein.“. Mit so etwas gewinnt man inter­es­sier­tes wahl­be­rech­tig­tes Publi­kum, nicht mit Gefa­sel und Kin­der­schmin­ken.

Die Lin­ke hat es heu­te rich­tig gemacht: Dort erhielt ich einen Becher mit hin­rei­chend star­kem Kaf­fee. Damit hat die Lin­ke es als bis­her ein­zi­ge Par­tei geschafft, selbst im Rah­men ihres Wahl­kamp­fes mein Leben zu ver­bes­sern. Ob und wie sich das auf mein Wahl­ver­hal­ten aus­wirkt, soll hier gar nicht das The­ma sein; aber wenn eine Par­tei, die hin­sicht­lich der Zustim­mung im Vol­ke gera­de strau­chelt, hier nach Ideen forscht, so emp­feh­le ich einen Aus­schank. Poli­tik ist trocken genug.

Mit Bal­lon­schmin­ken und Kin­der­kne­ten taugt man nur zum Zir­kus.

In den Nachrichten
Phil­ipp Fürch­te­gott Reemts­ma gefällt das.

Moham­med sei in meh­re­ren deut­schen Bun­des­län­dern der belieb­te­ste Name für männ­li­che Neu­ge­bo­re­ne, teil­te die Gesell­schaft für deut­sche Spra­che mit. Meh­re­re Men­schen namens Chri­sti­an kri­ti­sie­ren seit Jah­ren die­sen reli­giö­sen Ein­fluss auf den All­tag von Anders­gläu­bi­gen, fin­den es aber auch wei­ter­hin rich­tig, dass ich sonn­tags kein Klo­pa­pier kau­fen darf. Wegen Jesus.