Guten Morgen, es ist Montag und die Rockmusik ist tot.
In den Niederlanden hat man davon zum Glück noch nicht viel bemerkt.
Die Musiker nennen sich „De Staat“, das Album heißt „Machinery“ und ist wirklich großartig.
Weiter so!
Guten Morgen, es ist Montag und die Rockmusik ist tot.
In den Niederlanden hat man davon zum Glück noch nicht viel bemerkt.
Die Musiker nennen sich „De Staat“, das Album heißt „Machinery“ und ist wirklich großartig.
Weiter so!
Wer übrigens, wie so viele andere Menschen, am Sonntag noch nichts besseres vorhat, dem sei der diesjährige sampler der Plattenfirma Discorporate Records ans Herz gelegt, bei der unter anderem exzellente Musiker wie etwa The Season Standard unter Vertrag stehen. Wie viele andere Indielabels – wie auch immer man dieses „Indie“ zu definieren beliebt – gibt es sozusagen zum kostenlosen Anfixen (denn tatsächlich ist diese Art von Musik eher Droge als Konsumprodukt) gelegentliche Auszüge aus ihrem Katalog zum kostenlosen Runterholen.
Auf dem „Sampler 2011“, den übrigens ein wirklich hübsches Titelbild ziert, sind The Season Standard zwar nicht zu hören, wohl aber der ebenfalls großartige Ableger SchnAAk und Auszüge aus dem Debütalbum der Österreicher broken.heart.collector, das, nebenbei, gute Chancen hat, die diesjährige Jahresrückschau zu zieren.
Der ganze Spaß kostet nichts, jedes Lied ist auf bandcamp.com (scheint das neue MySpace zu werden) für lau anzuhören, herunterladen kann man das Gesamtarchiv ebenfalls ohne nötigen Obulus als MP3, FLAC, AAC oder wonach einem gerade der Sinn steht. Wer seine E‑Mail-Adresse lieber nicht irgendwelchen obskuren Musikanbietern zur Verfügung stellt, der findet die MP3-Version auch bei eMule.
Wärmstens empfohlen!
Wie ausdruckslos, wie lebensmüd‘,
wie todesnah, wie leer
sind, wie man dort oben sieht,
eure Gesichter!
Denn überschwänglich, siegestrun-
ken hab’n eure Genossen
zur Ansehensverbesserung
das Aufhängen beschlossen.
Dabei haben sie allerdings die schwarzen Markierungen ebenso „übersehen“ wie die Schriftzüge, die darauf hindeuteten, dass dort, wo ihr, „Linke“, statt eure naturgemäß eher aus den unteren Gesellschaftsschichten stammende Klientel mit so was wie Politik zu überfordern, lieber die immergleichen Visagen („Oskar kommt“ einself) platziert habt, eigentlich andere Parteien, namentlich Grüne und Piraten hätten plakatieren sollen; in anderen Worten: Ihr, „Linke“, habt ohne Rücksicht auf Verluste – teilweise wurden auch Plakate der Piratenpartei überklebt – versucht, eurem Personenkult Gehör zu verschaffen, und befindet euch dabei in bester Gesellschaft mit der F.D.P. und der SPD, die, statt auf den nun wirklich nicht gerade knapp bemessenen Plakatflächen auch nur ansatzweise etwas darüber zu erläutern, wofür sie sich eigentlich politisch einsetzen, ein paar bekannte Gesichter und blöde Einzeiler hingepappt haben. Eigentlich, ihr Parteien, die ihr gar nicht erst versucht, den Eindruck zu erwecken, ihr hättet auch so etwas wie Inhalt, könntet ihr statt der üblichen hohlen Phrasen genau so gut „Ein ganzer Kerl dank Chappi“ hinschreiben. Das würde auf diesen Plakatwänden vielleicht sogar ein wenig Platz sparen: Ein Plakat pro Partei genügt dann vollends.
(Vorbemerkung: Folgender langweiliger Computerbeitrag ist eine Ergänzung zu einem anderen langweiligen Computerbeitrag und sollte als Empfehlung, nicht aber als Werbung verstanden werden.)
Im Dezember vorigen Jahres pries ich den noch jungen Bildhostingdienst min.us und verschriftlichte einen Wunsch:
(…) kann ich nur hoffen, dass die beiden Betreiber dieses hübsche Experiment nicht irgendwann als ein solches beenden.
Trotz der Bedenken ist min.us seitdem nicht in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht, sondern wird stetig weiter verbessert. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hilfsprogramme wie etwa mobile apps, Browsererweiterungen und Programme, die ein schnelles Hochladen sozusagen per Tastendruck ermöglichen. Auch der Dienst selbst gewinnt ständig hinzu: Derzeit gibt es 10 Gigabyte dauerhaften Speicherplatz und 2 Gigabyte maximale Dateigröße für jedes Benutzerkonto. Bei der Anmeldung wird unverändert nur nach einem Benutzernamen und einem Passwort gefragt, mehr Daten wollen die Betreiber gar nicht haben, was min.us wohltuend von Daten sammelnden Konkurrenten wie etwa dem unsäglichen Picasa (bald „Google Photo“) abhebt. Diese 10 Gigabyte können auch erweitert werden; pro gewonnenem Benutzer gibt es ein Gigabyte obendrauf. Dass min.us nun allerdings etwas aufdringlicher auf die Möglichkeit einer Anmeldung hinweist, ist nicht etwa ein Versuch, zahlende Kundschaft zu gewinnen, denn auch weiterhin wird min.us ausschließlich mit Sponsorengeld finanziert, und die kostenlose Nutzung ist auch weiterhin uneingeschränkt möglich. Man verzichtet dann lediglich, wie auch bisher, auf die Möglichkeit einer Benutzergalerie und darauf, dass hochgeladene Dateien auch nach mehr als 30 Tagen noch verfügbar sind. (Da Dienste wie min.us aber ohnehin eher für den schnellen Dateiaustausch als den Betrieb einer professionellen Bildergalerie konzipiert sind, sollte dieser Aspekt nicht von Bedeutung sein.)
Auch die Gestaltung der Webseite wird gelegentlichen Änderungen unterzogen, momentan herrscht dezentes Grau:
Unverändert geblieben ist derweil die Bedienung: Dateien (keinesfalls nur Bilddateien) können an beliebiger Stelle in das Browserfenster gezogen werden, min.us erledigt den Rest. Man bleibt seinem Namen treu: Minus statt Plus, einfach statt mit Klickorgien verbunden.
(Dieses Konzept sollte man im Hause Microsoft übrigens auch mal in Erwägung ziehen.)
Von einem Spamversender, der sich lustigerweise „feminismmackey“ nennt und somit also die Rechte von Frauen vermutlich eigentlich ziemlich dufte zu finden vorgibt, erhielt ich nebenbei diesen Einzeiler nebst hier nicht genanntem URL:
Boost your sexual ego and appetite with our new organic remedies
Schön, dann habe ich mein sexuelles Ich und meinen Appetit also mit euren, Spammer, neuen organischen Hausmitteln angetrieben, aber was dann? Dann bin ich rattig und platze beinahe vor erogenem Selbstwertgefühl, aber mehr oder gar besseren Geschlechtsverkehr als bisher habe ich dann immer noch nicht.
Kein Wunder, dass ihr Spam nötig habt; wenn es schon nicht für ein gutes Geschäftsmodell reicht.
Ich spiele in meiner knappen Freizeit hin und wieder das Onlinerollenspiel League of Legends, kurz „LoL“. Während das Spielprinzip eher schlicht ist (zwei gegnerische „Städte“ á 3 oder 5 Spielern, menschlich oder Computergegner, versuchen die jeweils gegenüber liegende Stadt mittels Metzelns und/oder Magie einzunehmen), sind doch die dort anzutreffenden Exemplare Mensch so vielfältig wie die Ausreden eines vorgeblichen Windowsverächters, wenn er dann doch mal Wine nutzen muss.
Zu dem Wesen dieser Spielgattung gehört es, dass die Klientel überwiegend aus Sprösslingen unterer bis mittlerer Bildungsschichten besteht, was sich insbesondere auch in der eingebauten Diskussionsmöglichkeit („Chat“) zeigt, in dem Niederverbalitäten in der Regel vorherrschen, so man sie denn versteht. Franzosen und Spanier sind auf dem westeuropäischen LoL-Server nämlich in größerer Zahl vertreten als Deutsche, und während mein Spanisch vielleicht nicht reisetauglich, aber doch zumindest in Grundzügen vorhanden ist, beschränken sich meine Französischkenntnisse auf „merci“, „bonjour“ und Refrains populären französischsprachigen Liedgutes. Erfreulich ist es da, dass man Einheimische oft am angezeigten Namen erkennt, immerhin bevorzugt man im Alter von 12, 13 Jahren oft Charakternamen wie „bigboss1999“ und „Klaus der Tolle“. (Ähnlichkeiten mit vorhandenen Spielernamen sind bekannt.)
In einer etwas schwächeren Runde nun, die ich vor einigen Stunden absolvierte, waren sich meine Mitspieler spielintern einig, dass wir diese Runde zu gewinnen nicht mehr imstande sein würden. Keinesfalls aber lautete ihre Einschätzung hierzu „wir werden dieses Spiel nicht mehr gewinnen“ oder wenigstens „wir verlieren“, sondern „wir loosen“.
Meinem zaghaften Einwand, man möge doch bitte, wenn man schon englisch reden muss, nicht to lose („verlieren“) mit loose („locker“) verwechseln oder sich eben doch besser auf eine Sprache beschränken, die man auch beherrscht, wurde zum Einen entgegengebracht, dass „loosen“ (sic!) kürzer sei als verlieren („looooosen“ aber vermutlich nicht, was ich aus Gründen temporär mangelnder nervlicher Belastbarkeit indes nicht einbrachte), was keinesfalls von der Hand zu weisen war, zum Anderen überraschte mich einer meiner Mitspieler mit der Frage, ob ich denn Nazi sei „oder was“. Mit dieser Frage hatte ich nicht gerechnet.
Bin ich ein Nazi, weil ich meine Muttersprache beherrsche und Sprachmatsch aus deutschen Satzstummeln und (obendrein falschen) englischen Versatzstücken nur wenig abgewinnen kann? In der Tradition von Adolf Hitler jedenfalls, das beruhigt mich nach kurzer Recherche, stehe ich nicht, denn er billigte Anglizismen ausdrücklich. Insofern aber ist es in mehrfacher Hinsicht bedenklich, dass man, um nicht als „Nazi“ zu gelten, Sprachpanschereien gutmütig zur Kenntnis nehmen muss, denn eigentlich zollt man so wiederum dem Nationalsozialismus Tribut.
Meine dem Nationalsozialismus ähnlichste Eigenschaft ist mein Musikfaschismus, darüber hinaus aber kann ich mir nicht ohne Stolz ein weitgehend integres Weltbild attestieren. Dieses Weltbild lässt mich nun darüber nachdenken, inwiefern Sprache und Nationalsozialismus eigentlich zusammenhängen. Das Forcieren der eigenen Landessprache nebst Dezimierung der alternativ gesprochenen Sprachen im Land ist zum Beispiel in Frankreich Usus, aber von Nationalsozialismus kann dort wahrlich nicht die Rede sein, denn es regiert das Kapital.
Aus der Sprachwahl des mich derart Scheltenden folgere ich, dass man in seinen Augen also nur dann nicht als Nazi („meinten Sie: Nationalist?“) gilt, wenn man sich als Weltbürger zu erkennen gibt und also die Sprache der populistischen US-amerikanischen Kriegstreiber zu der seinen macht, unabhängig von dem nicht zu unterschätzenden Umstand, dass Deutsch in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol und Belgien Amtssprache und in Namibia und den Niederlanden und Teilen Frankreichs, Polens und der Slowakei zumindest eine der meistgesprochenen Umgangssprachen ist und es somit gut und richtig ist, von der Weltsprache Deutsch zu sprechen. Aber sind es nicht eigentlich eben die US-Amerikaner, die dem Nationalsozialismus nahe stehen?
Während die Deutschen alles tun, um die Zeit des Dritten Reichs damoklesschwertartig wie ein Menetekel über den Köpfen jeder heranwachsenden Generation pendeln zu lassen, (was eigentlich eine ziemlich blöde Metapher ist und) worin sich irritierenderweise die noch lebenden Funktionäre des bislang letzten deutschen Verbrecherregimes bis heute hervortun, sieht man es in den Ländern, die gegen die Deutschen einst schweres Geschütz auffuhren, nicht ganz so eng. Der Handel mit Andenken an die Zeit der NSDAP-Herrschaft, etwa Hakenkreuzflaggen und NSDAP-Ansteckern, erfreut sich gerade in den Vereinigten Staaten, unter anderem bei Amazon-Partnern, ebenso großer Beliebtheit wie Rassismus und die Bildung entsprechender Vereinigungen, sei es nun der Ku-Klux-Klan, sei es die NSDAP/AO.
Und während hierzulande zum Beispiel Komödien über Adolf Hitler trotz all der im Film implizit geschwungenen Zeigefinger vom Föjetong mit großem Grausen aufgenommen wird, weil es ja nicht sein könne, dass man Adolf Hitler filmisch zu einer grotesken Karikatur seiner selbst macht (vielleicht wäre den jeweiligen Schreiberlingen eine ehrfürchtige Huldigung lieber gewesen), ist das Kunstwerk Hitler in Übersee schon seit Jahrzehnten Gegenstand von Ehrerbietung einerseits und andererseits eben grotesker Karikatur, wie man etwa auf dem Künstlerportal deviantArt.com sehen kann.
Es zeugt also nicht von angemessener Wachsamkeit, die Sprache der US-Amerikaner der deutschen vorzuziehen, will man zeigen, dass man kein „Nazi“ ist; es zeugt vielmehr von einer gefährlich naiven Einschätzung der Weltpolitik. Längst nämlich sind es nicht mehr die paar hundert NPD’ler, um die sich der aufrechte Antifaschist sorgen sollte, es sind ihre paar tausend US-amerikanischen Gesinnungsgenossen, die sich dort seit Jahrzehnten unwidersprochen ausbreiten können. Dass eine Demokratie auch faschistische Meinungen ertragen können muss, um noch eine starke Demokratie zu sein, habe ich bereits anderswo ausreichend erläutert, insofern ist das nun keinesfalls ein Aufruf, linksradikale Guerilla in den USA zu etablieren. Man sollte allerdings doch, sofern man irgendwann einmal zufällig auf diesen Text stößt, kurz darüber nachdenken, ob eine Sprache, deren primäre Sprecher – einmal unterstellt, der Nachwuchs bezieht seine Englischkenntnisse aus den Medien statt aus der Schule und bemüßigt sich also des US-amerikanischen, nicht des britischen Idioms – Hitler überwiegend alltagstauglich finden, sich selbst als Weltpolizei verstehen (die Zugriffsrechte des FBI auf aus der EU stammende Daten jeglicher Art seien nur einmal als Beispiel genannt), seit Jahrzehnten Angriffskriege führen, dunkelhäutigen Ausländern nicht immer allzu offenherzig begegnen und großteils kein Problem mit der Todesstrafe haben, wirklich weniger nazihaft wirkt als die Verwendung der Muttersprache im Gespräch mit Muttersprachlern, und das Ergebnis dann ausdrucken und in großen roten Buchstaben an seinen Bildschirm tackern, auf dass er auf derartige Vermutungen künftig verzichte.
Aber: „Endlich können wir uns wieder selbst geißeln!“ (Anonymus „Monark“ in völlig anderem Zusammenhang.)
Yeah, sozusagen.
Die montägliche Beschallung in dieser Woche übernimmt die großartige finnische Band Jeavestone:
Genre? Brauchen wir nicht. „Großartige Musik“ ist Schublade genug.
Empfehlung: Gut finden.
Zum To‘ von Loriot (na kommt, der lag nahe!) habe ich hier bewusst bis jetzt nichts geschrieben, denn ich wusste, die Medien würden mir diese Arbeit in bekannt destruktiv-desinformierter Manier abnehmen; haben sie dann auch und werden sie nun, da er nicht mehr widersprechen kann, erst recht, schreibt „quirinus“:
(…) noch wird er von der Mehrheit gefeiert. Allerdings ist abzusehen, daß es schon bald Leute geben wird, die ihn entlarven werden; denn bei einem, der drei Jahre lang Offizier an der Ostfront war, wird sich doch etwas finden lassen, was der eigenen Karriere förderlich sein kann.
Genau diesen Menschenschlag hat Loriot zu Lebzeiten nur allzu gern subtil aufs Korn genommen; albern konnte er aber auch hervorragend:
Was bleibt? Mario Barth. Oliver Pocher. Cindy aus Marzahn.
Der Rest ist Schweigen.
Schönen Sonntag.
Heda, „Rentnerinnen und Rentner Partei“ (sic!) Wolfenbüttel,
da schlendert man gedankenverloren durch die Innenstadt besagter Ortschaft und erblickt dann zwischen den Phrasen dreschenden großen bunten Heißluftplakaten der etablierten Parteien eure Streitschrift, beachtlich schlicht und präzise pointiert:
Auf den Fauxpas, schon im Namen eine soziale Ungleichheit der Geschlechter sowie zwischen Rentnern und Berufstätigen zu beschwören und dennoch im Namen „sozialer Gerechtigkeit“ aufzutreten, gehe ich hier ausnahmsweise nicht ein; die andere Partei der „sozialen Gerechtigkeit“, die unsägliche „Linke“, hat da noch mit Geschichten ganz anderen Kalibers aufzuwarten.
Aber haltet ihr es nicht auch für zumindest brisant, dem potenziellen Wähler die Wahl zu lassen zwischen dem, „was ihm gefällt“, und euch? Seid ihr also das, was ihm ganz bestimmt nicht gefällt?
Seht ihr, das glaube ich auch.
Stets zu Diensten!
Frau „Morgan Zamora“ gehört zu der Sorte „Frauen“, die es offenbar heftig juckt; denn „sie“ verzichtet auf die Erzählung einer meterlangen Lebensgeschichte und kommt direkt auf den Punkt:
hallo) mein Name ist Morgan Zamora . Ich möchte Sie kennen lernen. Ich habe Ihnen meine Bilder. Schreiben Sie mir, wenn ich Ihnen gern
Die Zeilensprungtaste ist wirklich schwer zu finden auf so einer Tastatur, als Dienstleistung für meine Leser strukturiere ich den Text dennoch mal etwas übersichtlicher:
hallo)
Tag)
mein Name ist Morgan Zamora .
Das ist aber interessant .
Ich möchte Sie kennen lernen.
So knapp formuliert lässt mich das frösteln; wissenschon, „Sie werden mich noch kennen lernen“.
Ich habe Ihnen meine Bilder.
Ich bin Ihnen Witz.
Schreiben Sie mir, wenn ich Ihnen gern
Ja, eilig hat sie es tatsächlich, nicht einmal für das Satzende fand sie Zeit. Spricht das nun eigentlich für sie?
„Frau Zamora“, mailend via Alias „pwalters“, scheint sich überdies so sehr nach einem Mann zu sehnen, dass besagte Mail – ja, das war der ganze Text – mich gleich zweimal erreichte, angehängt jeweils eine Datei namens „sexy photo_1314173648.zip“, und ich fragte mich, ob es denn von besagter Dame auch unsexye Fotografien gebe, denn eine potenzielle Partnerin bekommt man nach erfolgreicher Eroberung in der Regel öfter unsexy als sexy zu sehen und muss doch wissen, worauf man sich einlässt; enthalten jedenfalls war jeweils eine Datei namens my image.scr, eine Bildschirmschonerdatei also, und ich folgte der Weisung und schonte meinen Bildschirm per beherztem Druck auf die Taste, die jene Texte verschwinden ließ, denn das bewahrte meinen Bildschirm vor nachhaltiger Verunreinigung mit Kaffee, denn ich bin zwar ehrlich, aber nicht ernst.
Das war allerdings auch nicht gefordert.
Liebe Leser,
dass ihr euch überhaupt hier eingefunden habt, ist beinahe schon anachronistisch, denn außer Loriot haben wir dieser Tage noch einen anderen üblen Todesfall zu beklagen, nämlich Blogs und Nichtblogs wie das meine. Blogs sind tot. Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.
Denn anstatt hier regelmäßig Gebühren für den Speicherplatz abzudrücken, könnte ich mir das auch einfach sparen und zu Google+ umziehen, denn dort finde ich als nicht profitorientierter Insinternetschreiber alles vor, was ich benötige:
Es gibt keine Limitierung der Post-Länge, wie es beispielsweise bei Facebook der Fall ist. Zudem lassen sich problemlos Medien wie Bilder und Video einfügen und es gibt eine Kommentarfunktion. Also eigentlich ist doch alles da, was ein Blogger braucht. Und die ersten Blogger haben sich bereits von ihren Blogs verabschiedet. Kevin Rose will beispielsweise nur noch bei Google+ Inhalte einstellen und teilen.
Ich weiß zwar nicht, wer dieser Kevin Rose genau ist, aber wenn er auf t3n.de erwähnt wird, ist er sicher sehr wichtig. Das gibt mir schon zu denken. Überdies hätte ich noch weitere Vorteile davon, künftig ausschließlich auf Google+ zu publizieren, denn dort profitiere ich von der Virilität des Netzes:
Blogger, die nur ihre Inhalte veröffentlichen wollen, um sie mit anderen Leuten im Internet zu diskutieren, haben eine andere Ausgangslage. Sie können dies ohne große Probleme auch bei Google+ machen und profitieren dabei von der Viralität des Social Networks.
Viren pflegte ich bisher zu bekämpfen; jetzt erfahre ich, dass Virenartigkeit ein positiver Aspekt ist, wenn man Menschen erreichen möchte. Verdammt, da habe ich eine große Chance vertan. Aber das ergibt Sinn: So eine Grippe verbreitet sich ja auch rasend schnell. Der gesellschaftliche Aufstieg vom Publizisten zum Virus ist wahrlich verlockend.
Aber wie kommt man eigentlich auf die Idee, Blogs seien tot?
Nun, Robert Scoble – anscheinend wieder jemand mit viel Wichtigkeit, denn auch ihn erwähnte t3n.de nebst Verlinkung – hat bemerkt, dass in „sozialen Netzen“, etwa Facebook und Google+, viel mehr Kommunikation herrsche als in den Kommentarbereichen großer Nachrichtenseiten. (Im IRC, andererseits, findet auch mehr Kommunikation statt als in einer Bücherei, aber vielleicht kennt Robert Scoble das IRC ja nicht und kann daher diese Parallele nicht erkennen. Oder Büchereien.) Er zieht also den Schluss: Inhalte an den Mann zu bringen ist nur dort sinnvoll, wo viele Menschen aufeinander treffen. So weit ist das richtíg, in Berlin sind Dönerbuden vermutlich auch gefragter als in Paderborn, aber t3n.de verwechselt hier Interaktion und Mitteilung.
Ein Internetauftritt wie dieser hier oder wie die meisten Blogs dient vorrangig dem Zweck, einem interessierten Publikum Texte oder andere Medien nahe zu bringen. Ein solcher Internetauftritt ist sozusagen das persönliche Sprachrohr seines Besitzers oder seiner Besitzer, ungleich etwa einem Internetforum. Um bei der Analogie zu bleiben: Hätte ich ein Facebook-Profil, so würden die Menschen dort mit eventuellen Kommentaren auf mein Mitteilungsbedürfnis reagieren, aber ich würde es keinesfalls unterhalten, um Kommentare zu bekommen. Dies wäre bei Google+ zum Beispiel sicherlich auch nicht einfacher als hier, denn während ich hier mit eigener Internetadresse und weitgehend allein und mit größtmöglicher Gestaltungsfreiheit mal bessere, mal schlechtere Texte hinterlase und dafür mitunter von anderen Insinternetschreibern erwähnt werde, hätte ich bei Google+ genau das Problem der Virilität: In einem Sumpf aus hunderten, gar tausenden „Bloggern“, die unter schlecht zu merkenden Internetadressen mit dem immer gleichen design ihren Senf ablassen, findet man sich auch nicht besser zurecht, wenn die alle untereinander verlinkt sind. Google+ ist sozusagen ein Abbild der deutschen Blogosphäre ohne ihre zentralen Lichtgestalten, aber ich nehme an, das liegt lediglich daran, dass das Netz noch recht neu ist und Sascha Lobo noch keine Gelegenheit hatte, im Fernsehen zu erklären, wieso er Google+ verstanden hat und alle anderen nicht.
Natürlich ist gelegentliche Rückmeldung von Lesern hilfreich, natürlich fühlt man sich am Bauch wie auch an anderen Gliedmaßen mit Freuden bepinselt, wenn man positive Kritik erhält. Wer aber eine solche Internetpräsenz nur an den Kommentaren misst, wer sie also nur unter der Bedingung für relevant hält, dass sich eine Vielzahl von Besuchern als Kommentatoren hervortut, dessen Beweggründe seien hiermit angezweifelt.
Das tote Pferd ist quicklebendig. Es wiehert.
Man stelle sich vor, irgendwo auf der Welt schafft es ein Revolutionär, 42 Jahre lang eine Diktatur aufrecht zu erhalten.
Man stelle sich vor, diese Diktatur wird von der Achse des Guten während all dieser Zeit zwar kritisch zur Kenntnis genommen, aber nicht mit nachhaltigen Sanktionen bedacht; wohl auch aufgrund signifikanten Mangels an Ölquellen.
Man stelle sich vor, nach 42 Jahren entschließt sich eine Armee von Rebellen, militärisch gegen diese Diktatur vorzugehen, und wird von den Westmächten als Befreier des Landes gefeiert, obwohl diese Armee letztlich einen schwelenden Bürgerkrieg entfacht hat.
Man stelle sich vor, Mitgliedsstaaten der Achse des Guten stehen diesen Rebellen militärisch bei, indem sie zum Beispiel mittels Bombardements mal eben die halbe Familie erwähnten Diktators von der Landkarte putzen.
Man stelle sich vor, diese Guten führen als Begründung für diese militärischen Eingriffe die Nichtbeachtung von Menschenrechten seitens des – von den Attentaten nicht einmal verletzten – Diktators an.
Man stelle sich vor, nach erfolgtem Sieg der Rebellen verkünden die Staaten, die zuvor ihr Bestes gegeben haben, um für möglichst viel Verwüstung in unter besagter Diktatur stehendem Land zu sorgen, einhellig, es liege gänzlich in ihrem Interesse, dass der bombardierte und in einen Bürgerkrieg gestürzte Staat nun aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe wieder auf die Beine komme.
Man wartet doch dann eigentlich nur noch darauf, dass Charlie Sheen in seiner Paraderolle als Topper Harley vor die Kameras tritt und eine derbe Zote reißt, oder?
(Vorbemerkung: Natürlich könnte ich mich an dieser Stelle über die jüngsten Reibereien zwischen Vorstand und Basis des niedersächsischen Landesverbandes der Piratenpartei auslassen, aber das erscheint mir noch etwas verfrüht, angesichts der hier bewusst nicht verlinkten Desinformationskampagne ehemals aktiver Piraten in inzwischen Anti-Piraten-Blogs wohl auch taktisch unklug. Mehr dazu also frühestens später hier oder gegenwärtig in der entsprechenden Mailingliste [Anmeldung erforderlich].)
Um Gerüchten entgegenzuwirken, übermäßig viele Erweiterungen würden den standardmäßig schlanken und schnellen Browser Firefox unnötig überladen, hat sich der Entwickler der Firefox-Erweiterung AutoPager etwas besonderes ausgedacht und den Einstellungsdialog beim ersten Aufruf auf ein Minimum reduziert:

(Ich musste übrigens auch ein wenig schmunzeln, als ich im Zeitschriftenregal die Zeitschrift „Der große Facebook Ratgeber“ (sic!) erblickte, dessen Titel unter anderem die Rubrik „Sicherheit ganz groß“ mit dem Thema „Privatsphäre und Datenschutz – Profil vollkommen wasserdicht machen“ ankündigte: Eine Anleitung zur „Kontenlöschung“ für 7,80 Euro zu verkaufen erschien mir doch etwas überzogen.)
Dass das Internet dem geneigten Musikfreund dem Garten Eden nicht unähnlich erscheint, ist im Jahr 13 nach Napster (heute erfinden wir mal Zeitrechnungen) keine Überraschung mehr, allen Widrigkeiten und der GEMA zum Trotz. Die Technik dahinter wird kontinuierlich weiter diversifiziert, Peer-to-Peer-Tauschbörsen sind längst nicht mehr die einzige Bezugsquelle für Lieder aller Art. Und wenngleich sich eMule aufgrund ausgereifter Technik und Dezentralisierung noch immer als die benutzerfreundlichste und, neben BitTorrent, reichhaltigste Tauschbörse behaupten kann, so mangelt es doch nicht an Alternativen, die oft völlig andere Konzepte verfolgen.
Derzeit wird in deutschsprachigen Blogs das Konzept der Musikstreamingdienste, die gegenwärtig eine Blütezeit erleben, gepriesen, wohl auch bedingt durch den Umstand, dass der deutsche Dienst Simfy, etwa von Caschy wortreich für ansehenswert befunden, den Kinderschuhen entwachsen ist. Im Folgenden werde ich mich mit diesem Thema befassen und den von mir genutzten Dienst Grooveshark als Vergleich heranziehen. Den, wohl aus psychologischen Gründen, noch in einer „geschlossenen Testphase“ befindlichen Datensammeldienst „Music“ von Google werde ich hier selbstverständlich nicht berücksichtigen. ‘Grooveshark und Simfy: Zwei Dienste, ein Lied’ weiterlesen »