Eine „Elfenbeauftragte“ will die Unfallserie auf der A2 mit spirituellen Kräften beenden. Sie habe dort Strecken „energetisch versiegelt“. sagt sie. Unterstützt wurde sie von der Straßenbaubehörde. (…) In Island gebe es längst offizielle staatliche Elfenbeauftragte, sagt Rüter – so etwas wünscht sie sich auch für Deutschland.
Es verkündet der „SPIEGEL“ mit gewohnter Ausgiebigkeit, dass etwas „an den Start“ gehe, als sei ein bloßer Beginn nicht schon bildlich genug:
Die Sammlungsbewegung der Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat einen Namen: „Aufstehen“. Sie geht an diesem Samstag mit der Website www.aufstehen.de an den Start. (…)
Dort ist konsequent immerhin von „#aufstehen“ die Rede. Ohne Hashtag keine Bewegung, schon gar nicht bei dem Wetter!
Sahra Wagenknecht? War das nicht die in ihrer Partei eher weniger beliebte Wortführerin des kümmerlichen Restes ihres einstigen gemäßigten Flügels? Ja, aber 2018, mehrere Jahre nach der Einführung der in Berlin unglaublich erfolgreichen „linken“ Koalition („Rot-Rot-Grün“, kurz „R2G“, sind ja sonst zu viele Buchstaben für das zu erreichende Publikum), muss man nehmen, was man kriegen kann:
Auch der Co-Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, der sich zuvor noch skeptisch zu Wagenknechts Idee geäußert hatte, zeigt sich nun deutlich offener: „Es gibt einen Kulturkampf von rechts. Wir sollten jede Idee ernst nehmen, die sich dem entgegenstellt“, sagte Bartsch dem SPIEGEL.
Jede, hört ihr? Jede! Im Kulturkampf – daher vermutlich der Drang zum Hashtaggen – gegen Rechts kann keine Idee zu dumm sein.
Ich meinerseits habe vorhin auf dem Klo eine liberale Sammelbewegung namens „Rumsitzen“ gegründet und bin damit dem Andenstartgehen, das am 4. September stattfinden soll, zuvorgekommen. Ich bin – gerade angesichts der derzeitigen Temperaturen – vorsichtig zuversichtlich, dass wir das Rennen machen werden.
Im Webangebot der „Mittelbayerischen Zeitung“ – möchte nicht verlinkt werden (LSR) – bekam ich heute Mittag einen Artikel zu Gesicht, dem zufolge die Polizei Oberpfalz am vergangenen Dienstag mit der Unterstützung mutiger Passanten einem Gefährder mal so richtig das Handwerk legen konnte:
Für einen Großeinsatz der Polizei hat am Dienstagmorgen ein verdächtig aussehender Mann im Bereich des Doms gesorgt. (…) Auslöser der Aktion war ein Passant, der der Polizei meldete, dass sich im Dom bei der Morgenmesse eine verdächtige männliche Person aufhält. Aus der Kleidung des „arabisch aussehenden Mannes“ ragten laut Polizei Drähte, die zu einer Auswölbung an der Kleidung führten.
Danke, lieber Passant! Da wurden die Anwohner und gerade auch die Kirchgänger vor dem Schlimmsten bew-
Die Polizei stellte bei der Überprüfung des Mannes fest, dass er Kopfhörer und eine Getränkeflasche bei sich hatte, gefährliche Gegenstände fanden sich nicht. (…) Zu der Frage, wo genau sich die Kopfhörer, die Kabel und die Wasserfalsche an dem Verdächtigen befanden, machte Brück keine Angaben. Man wolle möglichen Nachahmern keine Anhaltspunkte liefern.
Ja, schämt der sich denn nicht? Am hellichten Tag mit einer Wasserflasche und Kopfhörern draußen herumzulaufen kann tödlich enden. Man stelle sich vor, aus dem Kopfhörer schölle plötzlich etwas von Phil Collins. Da wäre selbst ich zu allem fähig! Dieser Meinung waren auch die Hüter des Rechts, weshalb sie geistesgegenwärtig fragten:
Der Polizei ging es um die Frage, ob der Afghane sein verdächtiges Aussehen „bewusst herbeigeführt hat“, oder ob sich selbst gar nicht als verdächtig wahrgenommen hat.
Das sieht doch jeder, dass so einer was im Schilde führen muss!
Mozilla, dessen sterbender Browser ganz bestimmt nicht Chrome zu sein versucht, hat augenscheinlich lange darüber nachgedacht, wie man den weiteren Siegeszug des keineswegs als Vorbild anzusehenden Browsers von Google aufhalten kann, berichtet „heise online“:
Mozilla-Designer entwickeln ein neues Firefox-Logo samt Design-System.
Wenn man den Fehler macht, den Heilsversprechungen derer, die am liebsten das komplette Betriebssystem in den Webbrowser schieben würden, zu glauben, wird man grundsätzlich im unpassendsten Moment daran erinnert, warum das eine furchtbare Idee ist: Verabschiedet sich der Webbrowser, verabschiedet sich auch alles, was man gerade formuliert hat. Wenn sich die eigenen Beiträge im Web nicht gerade auf Hashtagwellen auf Instagram oder grammatikalisch nicht empfehlenswerte Kurztexte auf Twitter beschränken, dann könnte das unter Umständen eher unangenehm werden. Wer tippt schon gern über Stunden – wenn nicht: Tage, gar Wochen – ausgefeilte Texte gern ein zweites Mal von vorn?
Es ist Montag. Die „WELT am Sonntag“, kurz und viel lustiger „WamS“, fragte in derselben Ausgabe, in der empfohlen wurde, man solle „wieder lernen, hinzusehen“, ob „wir“ (Deutschland) „die Bombe“ (Atom, Riesenwumms) „brauchen“. Montags sollte man diese Frage lieber nicht stellen und stattdessen „uns“ (Deutschland) mit Pandabären ausstatten. Pandabären tun niemandem was.
Pandabären sind eben auch keine Inder: In deren Heimatland starb jüngst eine Ziege infolge einer Massenvergewaltigung. Für welche zeitgenössische Sängerin sie vermutlich gehalten wurde, ist in der Serie „South Park“ hinreichend dokumentiert. – Wer im Übrigen auch reicht, ist ja Heiko Maas, aber er geht einfach nicht weg: Heiko Maas fürchtet Imageschaden, so langsam möchte man ja gar nicht sein.
Im Feuilleton von „FAZ.net“ (möchte wegen des Leistungsschutzrechts nicht verlinkt werden) überschriftete gestern Patrick Bahners, sonst als schlimmer Autor bekannt, es sei „genug Aura für alle da“. Wie wahr, wie wahr.
Wovon aber niemals genug für alle da sein kann: Musik.
Chubby Thunderous Bad Kush Masters – Mother Chub (Official Video)
Der „Guardian“ hat eine Liste mit über 34.000 ertrunkenen Flüchtlingen – Stand: Mai 2018 – veröffentlicht, natürlich mit allen notwendigen Angaben (Name, Geschlecht, Alter, Herkunft), denn um Rationalität geht es schon lange nicht mehr, sondern um Mitleid; denn wie es auch vermeintliche Tierfreunde gibt, die an Steaks den Namen und vielleicht noch ein Foto des jeweiligen Tieres heften wollen, weil sie glauben, dass es dem Genießer so richtig schön leid tut, wenn er sich das Fleischstück im noch lebenden, niedlichen Zustand vorstellen kann, während er es verzehrt, so scheint es vermeintliche Menschenfreunde zu geben, die glauben, irgendetwas werde künftig besser, wenn man das Erregen von Mitleid für eine vornehme Aufgabe von Journalisten hält. Als sei das Berichtenswerte die Identität der Toten!
Wie auch das Errichten von Denkmälern für jeden einzelnen gefallenen Soldaten des ersten Weltkriegs dem zweiten Weltkrieg eben auch nicht geschadet hat.
1995 wurde JavaScript, wie mir ein anderer Tweet leider in Erinnerung rief, als eine Sprache angekündigt, mit der vor allem Gelegenheitsentwickler Code schreiben können. Das hätte eine Warnung sein müssen.
Die Kryptoklitsche „Coinbase“ hat ein neues Produkt entwickelt: „e‑gift cards“, Elektronische-Geschenke-Karten also, die man statt mit „Geld“ mit „Coins“, also Spielgeld, befüllen kann. So haben beide etwas davon, denn auch der Schenker wird vom Kurssturz überrascht sein.
Mozilla setzt den Krieg gegen die eigenen Benutzer fort und schmeißt nach Gopher, MNG und FTP auch die RSS-Unterstützung aus Firefox raus. Der hier vor über einem Jahr schon mal erwähnte Autor der in seinem Blog als Alternative vorgeschlagenen Erweiterung „SubToMe“, die seit 2016 keine Pflege mehr erhalten hat, findet diese Änderung natürlichgut, denn „[die] Feed-Komponente hat seit Jahren keine Pflege mehr erhalten“.
Als erste deutsche Großstadt stellt München die rund 14.000 städtischen Computer von Windows auf Linux um. (…) Man sei künftig nicht mehr gebunden, wenn ein Hersteller sage, dass man auf eine neue Variante seiner Software umstellen müsse, hieß es. Die Entscheidung der Stadt war nötig geworden, weil Microsoft die technische Unterstützung für das bisherige Münchener System Windows NT auslaufen lässt.
In der niedersächsischen Steuerverwaltung sollen die Arbeitsplatz-Computer von Linux zurück auf Microsoft migriert werden. (…) Ein Upgrade oder Wechsel des Linux-Systems wäre früher oder später nötig gewesen, da die eingesetzten Suse-Varianten von dem Hersteller offiziell nicht mehr mit Support unterstützt werden. Die rund 12.500 Rechner auch auf dem Desktop in der Open-Source-Welt zu halten, würde unter anderem neue Schulungskosten sowie möglicherweise den Austausch mancher Hardware einsparen.
Ob es das ist, was die jetzt natürlich aufgebrachten Kommentatoren in Blogs und Foren meinen, wenn sie sagen, Linux sei Windows inzwischen durchaus ebenbürtig?
In einem ausschließlich von Automatismen befüllten, inzwischen in ungezählten Datenbanken von Spammern zu findenden E‑Mail-Postfach (sagt man das noch, „Postfach“?) traf soeben unter obiger Überschrift folgende freundliche Anfrage ein:
Hello,
Do you requiring for the aluminium profile, aluminium coil, aluminium sheet and other Aluminium extruded Profile?
Contact us for more details.
Warm regards,
Mr. Henry
MAXL INTERNATIONAL GROUP CO.,LTD
WenChen Indstial zone, chiping county, Liaocheng,Shandong province, China
Tel: 86–13773228028
Fax: 86–512-58975331
Leider benötige ich gerade nicht für das Aluminiumprofil, Aluminiumspule, Aluminiumblatt und anderes Aluminiumstrangpressprofil. Aber ich komme gern später auf das Angebot der Indstiezone zurück.
Es ist Montag, da darf der Tag doch gern mit einem Pandabären beginnen. Im National Zoo etwa feierte Mei Xiang Geburtstag und sah dabei überaus bärig aus. Bärigkeit ist eine willkommene Eigenschaft, das sollte nicht vergessen werden. Bärig ist selbst ein Montag zu ertragen.
Zu den Nachrichten: Beeindruckt von der überwältigenden Resonanz hat die Stadt Frankfurt beschlossen, künftig dauerhaft homosexuelle Ampelpärchen einzublenden. Anscheinend gibt es Menschen, die ihre eigene Sexualität nur dann für akzeptiert halten, wenn diese auf Verkehrsschildern abgebildet ist. Vor diesem Hintergrund schlage ich erstens vor, außerdem Ampeln mit piktografischen Menschen in einer Dreier- oder Vierer- oder gar einer objektophilen Beziehung auszustatten, denn nichts davon ist gesellschaftlich bisher so unkritisch angekommen wie Homosexualität, zweitens halte ich, unversehens in Spottlaune geraten, die „Elternteil-mit-Kind“-Straßen- und Wegschilder für einigermaßen bedenklich und würde gern eine Umgestaltung zur Diskussion stellen.
Inzwischen haben sich Die Ärzte (aus Berlin, A.d.V.) mal wieder irgendwo blicken lassen, nämlich in einem Video zwecks Bewerbung von Schleusertum („Seenotrettung“). Ihre Vermutung: Menschen, die vor der libyschen Küste in einem Schlauchboot sitzen, über mehrere tausend Kilometer nach Europa zu schleppen, statt sie an Land zu bringen, sei „Rettung“ und kein Schleusertum. Das kann man so in eine Kamera reinsprechen, allerdings habe ich die Vermutung, dass Berühmtheit nicht unbedingt zu Weisheit führen muss. Worin die Grenzen liegen, möge selbstredend die Rechtsprechung entscheiden, mir scheint aber beidseitig sehr viel behauptet und allein dadurch für wahr gehalten zu werden.
Apropos Werden: Meine Blogsoftware, die ich hier vor etwas über zwei Jahren angekündigt hatte, jedoch lieber nur anderswo selbst einsetze, hat am vergangenen Wochenende eine recht umfangreiche Aktualisierung erhalten, sie kann nun – theoretisch – etwas flexibler gestaltet werden und funktioniert möglicherweise auf Systemen mit vielen Kernen etwas zuverlässiger als bislang. Mir schien die Gelegenheit geeignet, noch einmal etwas Werbung dafür zu machen. Die Weltherrschaft ergibt sich nicht von allein.
Was sich aber jede Woche wieder neu ergibt, ist, dass plötzlich gute Musik aus dem Kopfhörer schallt. Heute etwa diese:
Während in München wohl zu großen Teilen nicht dort wahlberechtigte „Zehntausende“ („ZEIT ONLINE“), darunter ausgerechnet Fahnen schwingende Mitglieder der populistischen PARTEI und der Verbotspartei „Die Grünen“, unter dem twittertypisch infantilen Motto „ausgehetzt“ – nur echt mit hashtag – gegen „Hetze“, „Denke“ und „Spreche“ demonstrierten, haben im schwäbischen Kaufbeuren fast 60 Prozent dagegen gestimmt, dass die DİTİB eine Moschee auf öffentlichem Boden bauen darf.
Man könnte fast meinen, die politische Agenda linker Nord- und Mitteldeutscher sei bayrischen Wählern völlig egal.
In der Schweiz ist vieles anders als in anderen Ländern: Die Sprache ist bizarr, die Bierpreise sind absurd, die Züge sind pünktlich, die Landschaft ist mitunter bezaubernd und die Musikszene ist kreativ und produktiv. Im Verlauf der vergangenen Jahre, von mir bislang unbemerkt, erspielte sich die im französischsprachigen Teil des Landes ansässige Gruppe Abraham „einen Ruf als eine der führens Post Metal Bands (sic!) in Europa“, glaubt man den Vermarktern, die wahrscheinlich „eine der führenden Post-Metal-Bands“ meinten. Bei ihrem im Mai dieses Jahres veröffentlichten dritten Album „Look, here comes the dark!“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL) handele es sich demnach um eine „postapokalyptische Dystopie“. Zum Glück klingt es trotzdem nur wenig tödlich.
Andererseits würde ich den fünf Herren durchaus eine wenigstens künstlerische Aggression zutrauen, denn sie haben nicht nur Growling, sondern auch instrumentale Kraft im Repertoire.
Selbst in den ruhigeren Momenten sieht man sich zur eigenen Bewegung verleitet, in den anderen, zahlenmäßig überlegenen indessen gibt es kaum ein Halten. Das ist ein bisschen schade, wenn man sich ein bisschen ausruhen möchte, aber dafür sind Abraham auch nicht gerade die am besten geeignete Band. Dichter, hektischer Garagenrock („I Ride the Last Sunrise“), einfacher („Wonderful World“, „Silent at Last“) und Drone-Metal („To the Ground“, „Wind“), harmonisch einander ergänzend, finden auf „Look, here comes the dark!“ Platz und strömen von dort in den Kopfhörer und aus diesem in den Kopf.
Da soll noch jemand behaupten, Twitter sei ein Medium ohne Mehrwert: Nutzer @OrwellNGoode sammelt anklagende Überschriften über diese weißen Leute aus anglophonen Medien. Ich bin fast ein bisschen amüsiert.
Es verstößt, das bleibt gesichert, nicht gegen die Grundrechte, wenn jemand dazu genötigt wird, die angebliche „Grundversorgung“ mit, wenn schon nicht guter Musik (denn das liegt nicht im Interesse der Plattenverlage), wenigstens Rosamunde-Pilcher-Filmen, Spielshows, Reiseberichten und dem Blödsinn von Jan Böhmermann aktiv mitzufinanzieren, obwohl er nichts davon jemals sehen wollte, denn, wie das Bundesverfassungsgericht bemerkt hat, er hat ja trotzdem weiterhin gemäß Vorschrift die Möglichkeit dazu.
Jetzt wäre es natürlich interessant herauszufinden, ob es nicht ebenso nicht gegen die Grundrechte verstößt, wenn jeder Steuerzahler jährlich dazu genötigt wird, den jeweils durchschnittlichen Preis eines Neuwagens ebenso in eine gesonderte Kasse zu zahlen, denn auch, wenn er gar kein neues Auto haben möchte, sollte er doch wenigstens die Möglichkeit dazu haben.