Es hat sich als sinnvoll erwiesen, die Relevanz von Mitmenschen daran auszumachen, was in ihrer playlist zu finden ist.
Liegengebliebenes vom 22. Oktober 2018
FDP-Männer wollen gegen den Willen der meisten FDP-Frauen eine Frauenquote in Erwägung ziehen. Ich würde darüber gern einen Witz machen, aber es steht noch keine Frau abwechselnd am Mikrofon.
Ein schlimmes Medium, das ich hier absichtlich nicht nennen werde, hat herausgefunden, dass Menschen, die sich mit Whisky beschäftigen, gebildeter wirken. Auf dem Symbolfoto ist ein Herr abgebildet, der einen „Tumbler“, also ein Glas für Whisky mit Eis und/oder Cola, in der Hand hält. Ich finde das zumindest respektabel bizarr.
Apropos Stil: Eine bisher nicht durch herausragende Leistungen aufgefallene natürlich in der SPD tätige Dame hat eine teure Armbanduhr und bittet hierfür um Verständnis, denn sie habe als Kind Holz gehackt. Vermutlich habe ich nur deshalb keine teure Armbanduhr: Ich habe noch nie Holz gehackt.
Im Auftrag der Regierung von Saudi-Arabien ist versehentlich ein Mensch getötet worden, seine Leiche ist verschwunden. Da passt man nur mal kurz nicht auf und dann passiert so etwas. Schlimm, schlimm.
Warum müssen Wirtschaftsredakteure noch arbeiten?
Zu meiner ausbleibenden Überraschung könnte Harvey Weinstein, trotz seines zerstörten Lebens und seiner zerstörten Karriere natürlich, sich als unschuldig herausstellen. Wäre es nicht einfacher und kostengünstiger für die Filmindustrie, sie setzten die Klägerinnen anstatt seiner vor die Tür?
Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen – Leb so, dass es alle wissen wollen
Es ist Montag. Niemals kann man so wunderbar melancholisch sein wie an einem Montag. Schnell ein paar Muppets! Auch der schlechte Ersatz kann zur Manier gehören. Die Sinnsuche ist eine von fraglichem Zweck.
Irgendwo wird dauernd irgendwas gewählt und die Pointen bleiben im Hals stecken. Wer Komiktoleranz mit Interesse an seiner Umwelt verwechselt, der hat es nicht besser verdient. Nicht mal folgerichtig hassen darf man noch. Eine mögliche Ursache für das Ungemach ist schnell entdeckt: Muslime beteten 37 Jahre lang in die falsche Richtung. So wird das nichts mit der Erlösung, allenfalls noch durch Full Spectrum Cyber.
Es ist Montag und alles scheint schrecklich verzichtbar. Dem Hass der Welt und ihrer Dummheit mit Zynismus zu begegnen hat zum Leben nicht gereicht. Was bleibt?
Guten Morgen.
Annahmen zum Linkssein (7): Lange Rede ersetzt kurzen Sinn.
Was das Kritisieren von ökonomischen und ökologischen Schieflagen betrifft: der gute Wille genügt. Er ist mit wenigen Klicks in der Welt, ändert in seiner Tatenlosigkeit nur nichts an den bemängelten Zuständen. Da die Realität sich weigert, sich von selbst zu verbessern, bleibt uns nur die verbale Nachrüstung. So beginnt der Wettstreit um den empörtesten Aufschrei und die umfassendste Liebesbekundung.
Man ist gewillt, von Schreibürgern zu sprechen.
Hannover (anders)
So geht’s auch.

Vorsicht: SPD droht mit Politik.
Und dann, nur wenige Monate vor einer Wahl, in deren Verlauf die bemerkenswert unzufriedenen Bürger des demokratischen Überstaats EU selbigen vermutlich mehrheitlich nochmals daran erinnern werden, dass Supranationalismus kein besserer Nationalismus ist, war da noch Berufsfliege Karl Lauterbach, der anlässlich des drohenden Untergangs der Volksparteien aufgrund gegenseitiger Ignoranz dies mitzuteilen hatte:
Er droht laut der FAZ „mit einem Rückzug aus der großen Koalition“. Der Mann mit der Fliege versucht sich dabei in lockerem, modernen, jungen(?) Ton: „Wenn es nicht besser wird, hallo, dann machen wir auch nicht weiter.“
Das haben wir dann alle davon. Bätschi.
Medienkritik in Kürze: Schweizer Käseblatt
In Ermangelung eines eigenen starken Führers blickt die „Neue Zürcher Zeitung“ sehnsüchtig nach Großbritannien, wo angeblich der nach aktueller Zählung siebte chancenlose Thronfolger unterwegs ist:
Bereits vor Tagen hatten britische Medien spekuliert, Meghans Kleiderwahl könnte ein versteckter Hinweis auf eine Schwangerschaft sein und tippten auf einen Jungen: Sie trug oft weit geschnittene Kleidungsstücke, auffällig oft in blau. So zum Beispiel am vergangenen Freitag bei der Hochzeit von Harrys Cousine Prinzessin Eugenie in Windsor.
Kaum war die Nachricht raus, überschlugen sich die Spekulationen, wie das neue Royal-Baby heissen wird. Als heisse Kandidaten bei den Buchmachern für ein Mädchen gelten Alice, Diana, Elizabeth oder Victoria. Als Jungennamen werden Arthur, James, Philip und Edward gehandelt.
Wann ist endlich wieder Fußball?
The Re-Stoned – Space
Es ist Montag. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die zählen, manchmal die großen, schwarz-weißen. Leider ist man auch heute wieder aufgewacht, um eine neue aufregende Woche zu erleben; also eine, die aufregt.
Apropos „leider“; leider war am vergangenen Wochenende schon wieder „Politik“ dran: In Bayern sind die, die glaubten, sie seien mehr, nur mehr fünftstärkste Partei geworden. Anscheinend ist das Beschimpfen von Wählern selten ein Garant für Stimmzuwachs. Allein die Wähler der bayrischen Grünen haben aus Berlin nichts gelernt. Die san die. Heute die „Nachrichten“ zu lesen stelle ich mir jedenfalls wenig magenschonend vor. Martin Sonneborn verkleidete sich derweil als NSDAP-Größe, was im Föjetong versehentlich „lustige Satire“ heißt. Deutscher Humor ist, wenn man sich totlacht.
Gute Nachrichten inzwischen aus der Welt der deutschen Staatsunternehmen: Diesmal ist die Bahn auf den Winter vorbereitet, die Heizungen funktionieren gut. Dass 2019 das Jahr der Bauarbeiten bei höheren Preisen werden soll, ist man da fast bereit zu vergessen. Das Irre erfasst selbst Supermärkte: Entspannte Überwachung bei völligem Fotografieverbot. Wer zurückfilmt, fliegt raus. Diese Zukunft ist verwirrend.
Verwirrende Entwicklungen hat auch der Feminismus vorzuweisen: Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass Frauen manchmal lügen. Wenn sich das bloß nicht herumspricht! Herum spricht sich währenddessen die bevorstehende Revolution der Briten: Möglicherweise werden mit einem Austritt Großbritanniens aus der EU auch Spotify und Netflix ausgesperrt.
Andererseits gibt es gute Musik längst nicht mehr nur bei einem einzigen Anbieter, das sei der Digitalisierung positiv anzurechnen. Beginnen wir also auch diese Woche ohne Spotify und trotzdem mit Musik!
Guten Morgen.
Sätze übers Menschsein (2)
Die Kunden sollen einen eigenen Garten haben, aber die schwere Arbeit machen andere, so die Idee der Gründer.
Milena Zwerenz, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Kia am Steuer
Nvidia baut einen Führerschein für fahrerlose Automobile auf
(Schlimme Übersetzung von mir.)
Die Autos der Zukunft müssen also erst eine theoretische und eine praktische Prüfung ablegen, bevor sie sich ans Steuer eines anderen Autos setzen dürfen. Finde ich gut.
Kurz angemerkt zu #unteilbar
Dass am kommenden Sonnabend ein unter anderem vom sich sichtlich längst über jede Besonnenheit erhaben fühlenden Fernsehkasper Jan Böhmermann sowie von Protagonisten kruder „Parteien“ am jeweiligen Rand des politischen Wahnsinns beworbenes Bündnis aus Menschen, die noch nie im Leben wirkliche Not erleiden mussten und daher bis auf Weiteres als mittelständische Wohlstandskinder anzusehen sind, seine jüngste Suche nach Problemen, die man ja mal haben könnte – denn anders als wirklich notleidende Menschen, denen fortwährend irgendwelche Diplomatie Haus und Familie ferngesteuert wegsprengt, gilt es bei den Unteilbaren schon als mikroaggressive Zerstörung des eigenen Lebensraums, wenn bei Starbucks der vegane Kaffeeersatz mal versehentlich den falschen Namen trägt, weshalb der Hunger nach mehr sozialem Überfluss in Ermangelung von dem Mitleid anderer Leute sicher förderlichen, jedoch leider ausbleibenden Krieg im eigenen Land gelegentlich einer aktiven Motivation bedarf -, in der Form zu einer Lösung zu bringen versucht, dass es „für eine offene und freie Gesellschaft“ solidarisch und miteinander in Berlin herumstolpert, entfaltet seine komödiantische Durchschlagskraft ja erst in der Totalen, wenn sich der freie Blick auf die teilnehmenden Blöcke, darunter neben diversen „linken“ und religiotischen Antisemiten, mithin an dem Leid zu vieler Menschen Mitschuldigen, auch ein „feministischer Block“ (meinten Sie: Blöck*in?), dessen Betreten ein Eintreten ausschließlich und unsolidarisch für die Rechte derer, die als Frau durchgehen, bedingt, nicht mehr mit liebevoll ausgekotzten Emojis und vielen Ausrufezeichen verstellen lässt.
Medienkritik in Kürze: Vom richtigen Umgang mit der Generation Fax
Es titelt der dieswöchige „SPIEGEL“ dumm, aber glücklich:
Mein Kind, sein Handy und ich: Vom richtigen Umgang mit der Generation Smartphone
Fast hundertmal am Tag, fand man bei der Redaktion aus der Generation Fax heraus, sehe ein typischer Smartphonenutzer, zumeist natürlich jugendlich, auf das Gerät, das ihm Briefkasten, Telefon, Notizblock, Schreibmaschine, Musikspieler, Supermarkt, Spielkonsole, Fernseher, Tageszeitung und Buch zugleich ist. Worte können meine Fassungslosigkeit kaum beschreiben.
Gute Juden, schlechte Juden
Nehmen wir an, es gebe eine einigermaßen große Gruppe von Menschen, die jahrhundertelang bloß aufgrund ihrer Weltanschauung mal mit Worten, meist aber mit Taten vom gesellschaftlichen Leben (oder: dem Leben insgesamt) ausgeschlossen wurde; nicht nur, aber vorübergehend auch und vor allem in einem bestimmten Land. Nehmen wir weiterhin an, dass, nachdem dieses bestimmte Land diesbezüglich zur Besinnung gekommen war, jahrzehntelang weitgehend Friede zwischen den Weltanschauungen herrschte.
Nun habe sich aber weiterhin in besagtem Land in den letzten Jahren eine weiterhin steigende Zahl an Menschen angefunden, deren übersteigerte Form der Weltanschauung eine Bekämpfung der zuvor verfolgten Gruppe quasi voraussetzt, und nur eine der politischen Parteien dieses Landes spreche sich kompromisslos dafür aus, diese steigende Zahl von Kämpfern wieder auf ein vernünftiges Maß zu beschränken. Teile der zuvor und nun wieder verfolgten Gruppe also fänden sich in dieser politischen Partei zusammen, um der Lebensgefahr für die Ihren etwas entgegenzusetzen; dies aber habe nicht etwa zur Folge, dass ihren Sorgen mehr Gehör geschenkt würde, sondern, dass der andere Teil der Ihren sich argumentativ den Aggressoren anschlösse, denn es sei eines Verfolgten unwürdig, sich gegen sein unweigerliches Schicksal politisch zu wehren.
Wie bizarr, peinlich gar, fänden wir es, wäre das Land nicht das unsere?
Rotor – Costa Verde
Es ist Montag. Unter größtmöglicher Anstrengung haben die nordrhein-westfälischen Grünen herausgefunden, dass es „keinen Planeten B“ gebe. Wohin man sie für solche Sätze schießen möchte, sei hier nicht weiter ausgeführt; nach China jedenfalls nicht, denn dort leben Pandabären und die haben solche Gesellschaft nun wirklich nicht verdient.
Unter medialem Beifall wird derzeit die junge „Hanfpartei“, die sich als „die wahren Sozialdemokraten“ (ebd.) versteht, eilends wahlfein gemacht. Mit ihren „sozialdemokratischen Inhalten“ seien sie „mehrheitsfähig“, teilte der Bundesvorsitzende in dem auch sonst für Nichtmitglieder sehr lustigen Interview mit. Da werden sich die Altparteien jetzt bestimmt Gedanken machen. – Apropos Parteien: Die „Me-Too“-Aufschreierei rettet in den USA gerade den Republikanern die Umfragewerte. Mir scheint das wie mit den Anglerfischen zu sein, die ja auch vor allem hässlich sind und sich voneinander ernähren.
In London hat sich derweil ein Kunstwerk nach dem Kauf selbst zerstört. Ich finde es bedauerlich, dass das so selten mit Musik mit Phil Collins passiert, denn andernfalls wäre in den Plattenläden mehr Platz für gute Beschallung.
Zum Beispiel für diese:
Guten Morgen.
Grüner Sexismus und Münchener Keuschheit
Die Frauenquote bei den Bundesgrünen beträgt etwa 39 Prozent. Ich finde das ziemlich sexistisch und unterdrückerisch. Bevor sich aber jemand angemessen darüber aufregen konnte, zogen die Grünen im Münchener Stadtrat – dort drittstärkste Kraft – schnell die Aufmerksamkeit auf sich:
Die Vertragspartnerin ist verpflichtet, Werbeaufträge zurückzuweisen, deren Inhalte gegen eine behördliche Anordnung, gegen allgemeine Gesetze, gegen die guten Sitten oder die Menschenwürde verstoßen. Dies gilt auch für sexistische Werbung.
Da das Belästigen mit Reklame ebenso wie die Absicht, Passanten mit plumpen Werbelügen für dumm verkaufen zu wollen, gegen gute Umgangsformen verstößt, lässt diese Formulierung nur den Schluss zu, dass nicht nur „sexistische“, sondern sämtliche Werbung in München fortan verboten sein wird; was mir, wenn das die Vertragspartnerin nur auch so sähe, einen gewissen Respekt abverlangte. Ist aber wohl leider anders gemeint.









