In den NachrichtenNerdkrams
Die Welt vom Sofa aus ver­än­dern (3): Apple zur Besin­nung hash­tag­gen

Den schon jetzt trau­rig­sten Satz des Jah­res, der die digi­ta­le Gesell­schaft des noch jun­gen 21. Jahr­hun­derts tref­fen­der zusam­men­fasst als jede mir bis­her unter­ge­kom­me­ne Äuße­rung zeit­ge­nös­si­scher Phi­lo­so­phen, kön­nen Inter­es­sier­te momen­tan bei „Com­pu­ter­Ba­se“ lesen:

Abseits des Rechts­we­ges ruft der Ent­wick­ler Fort­nite-Spie­ler unter dem Hash­tag „Free­Fort­nite“ offen­siv zur Rebel­li­on auf[.]

Noch etwas genau­er, aber weni­ger thea­tra­lisch erklärt „Games­Wirt­schaft“, was gemeint ist:

Die Spie­ler wer­den auf­ge­for­dert, sich via Hash­tag #Free­fort­nite auf Epi­cs Sei­te zu schla­gen.

Der Hin­ter­grund sei, dass ein Spie­le­her­stel­ler absicht­lich gegen die Haus­re­geln eines bekann­ten Down­loa­d­an­bie­ters ver­sto­ßen hat­te und die­ser ihn dar­auf­hin raus­warf.

Ich bin jeden­falls davon über­zeugt, dass das zahl­rei­che Hash­tag­gen die Haus­re­geln nach­träg­lich anpas­sen las­sen wird. Sonst wäre das doch total däm­lich.

Nerdkrams
Chrom­e­fox‘ Kampf gegen die Sicher­heit geht wei­ter

Wie kommt es eigent­lich, dass immer mehr Men­schen auf irgend­wel­che schä­bi­gen Phis­hing­sei­ten rein­fal­len? Nun, viel­leicht hilft die neue­ste Ände­rung aus dem Hau­se derer, die den Namen Mozil­las fast ärger beschmutzt haben als Linux den von Unix, beim Ver­ständ­nis:

Die Neu­auf­la­ge von Fire­fox für Android ist zwar als sta­bi­le Ver­si­on ver­füg­bar, es feh­len jedoch noch Funk­tio­nen. Zudem zeigt der Brow­ser Tei­le der URL nicht mehr an.

Klar: Wer eine Alter­na­ti­ve zum Markt­füh­rer von Goog­le eta­blie­ren will, der muss die­se Alter­na­ti­ve exakt nach­bau­en. Sonst will sie ja kei­ner haben.

Auch ande­re Brow­ser gehen so vor, etwa Chro­me und Chro­mi­um-basier­te Brow­ser. (…) Goo­gles Argu­ment ist, dass die mei­sten Nut­zer sich nicht mit der Sub­do­main befas­sen wür­den und kom­plet­te URLs zu lang und kom­pli­ziert sei­en.

Hof­fent­lich erfin­det bald jemand eine Lese­zei­chen­lei­ste.

Was genau war noch mal der gro­ße Vor­teil von Fire­fox?


Nach­trag vom 12. August 2020: Wie man anders­wo lesen kann, hat sich das Pro­blem bald von selbst erle­digt – das Unter­neh­men Mozil­la, für das „der Mensch bei allem, was wir sagen, ent­wickeln und tun, über dem Pro­fit“ ste­he (gele­sen auf mozilla.org), schmeißt gan­ze Abtei­lun­gen raus, weil zu wenig Pro­fit rein­kommt. Viel bes­ser als Goog­le, man las­se sich da nichts ein­re­den.

PolitikIn den Nachrichten
Wumms ist auch ein Auf­prall­ge­räusch.

Olaf Scholz (wer?), Juni 2016, „WELT am Sonn­tag“:

Der stell­ver­tre­ten­de SPD-Vor­sit­zen­de Olaf Scholz sieht das Poten­zi­al sei­ner Par­tei bei der Bun­des­tags­wahl 2017 bei über 30 Pro­zent und damit erheb­lich über den Wer­ten in aktu­el­len Umfra­gen.

Olaf Scholz (bekannt für sei­nen Knall), August 2020, Pres­se­kon­fe­renz:

„Wir trau­en uns zu, dass wir deut­lich über 20 Pro­zent abschnei­den[.]“

Da geht noch was!

NetzfundstückeMontagsmusik
Farin Urlaub Racing Team – Zu heiß // Wan­zen wan­zen über­ra­schend.

Zu warm für einen AlternativtextEs ist Mon­tag. Die Zeit der nied­ri­gen Mehr­wert­steu­er wird, wie man die­ser tage erfährt, end­lich sinn­voll genutzt: Fuß­ball­chö­re wer­den pro­fes­sio­nell pro­du­ziert, weil Sta­di­en gera­de eher lei­se sind. Ich befür­wor­te es ja, dass man den lästi­gen Fuß­ball zum künst­li­chen Gegrö­le gleich ganz weg­lässt. Das dann frei wer­den­de Geld könn­te man sinn­voll in (zum Bei­spiel) Pan­da­bä­ren inve­stie­ren.

Nur min­der gut war bis­her eine Inve­sti­ti­on in Goo­gles smar­te Laut­spre­cher, die sich dadurch aus­zeich­nen, dass ihre wesent­li­che neue Funk­ti­on eben nicht die der Wie­der­ga­be, son­dern die des Auf­neh­mens ist. Völ­lig über­ra­schend hat sich näm­lich her­aus­ge­stellt, dass die­se auch dann den Umge­bungs­ton auf­neh­men, wenn sie nicht per Sprach­ein­ga­be dar­um gebe­ten wer­den. Zum Glück hat nie­mand etwas, das in sei­nem Wohn­zim­mer vor sich geht, zu ver­ber­gen. Sonst wäre es doch total däm­lich, sei­ne eige­nen vier (oder mehr) Wän­de mit so einem Gerät aus­zu­stat­ten.

Auch woan­ders ist man nicht klug: Bei Dop­pel­zün­gig­keit ertappt? Kein Pro­blem, die Kri­ti­ker sind eh alle rechts. (Kon­text.) Das Schö­ne an sol­chen Bewe­gun­gen ist ja, dass man ihnen bequem zurück­ge­lehnt beim Zer­fall zugucken kann. Implo­si­on durch rei­nes Recht­ha­ben. Man soll­te mei­nen, der Effekt nutzt sich irgend­wann ab, aber er ent­lockt mir immer noch ein lei­ses Schmun­zeln.

Zu mehr reicht das Wet­ter heu­te aber auch nicht. Naja, zu Musik viel­leicht.

Farin Urlaub – Zu Heiss Offi­zi­el­les Musik­vi­deo – LIVE

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
Tore zum Mist­mach­web (6): Das zwei­te wirth­sche Gesetz

Medi­al wird beklagt:

Ein wei­te­res Kern­vor­ha­ben ist es, das von der gro­ßen Koali­ti­on geplan­te Recht auf schnel­les Inter­net für alle Bür­ger ein­zu­füh­ren, um ihnen die „sozia­le und wirt­schaft­li­che Teil­ha­be“ an der digi­ta­len Gesell­schaft zu ermög­li­chen.

Zu mei­nem gro­ßen Erstau­nen macht sich aber nie­mand Gedan­ken dar­über, war­um im Jahr 2020 plötz­lich Lei­tun­gen mit einem Viel­fa­chen der Lei­stung eines der rau­schen­den und zwit­schern­den Modems aus den Neun­zi­gern not­wen­dig sein soll­ten, um sozi­al und wirt­schaft­lich an der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on teil­ha­ben zu kön­nen. Die Ange­bo­te von Kon­zer­nen wie Net­flix und Spo­ti­fy eig­nen sich nicht als Argu­ment, denn die­se sind besten­falls ein Ersatz für den Rund­funk, nicht aber geeig­net zur akti­ven Teil­ha­be an mehr als belang­lo­sen Gesprä­chen über fik­ti­ve Gestal­ten.

Mit dem Nie­der­gang auf wenig Res­sour­cen­ver­schwen­dung opti­mier­ter Dien­ste wie Gopher, Use­net und mitt­ler­wei­le sogar E‑Mail bleibt nach dem Aus­schluss­kri­te­ri­um eigent­lich nur noch das Web als Aus­lö­ser übrig. Und tat­säch­lich gab es dazu im Mai 2020 eine Unter­su­chung, deren Ergeb­nis mich nicht mal theo­re­tisch über­rascht (Übel­set­zung von mir):

Vor 23 Jah­ren sah das Inter­net von dem, das wir heu­te nut­zen, noch recht ver­schie­den aus. Goog­le exi­stier­te noch nicht, weni­ger als 20 Pro­zent der Haus­hal­te in den USA waren ans Inter­net ange­schlos­sen und nutz­ten hier­für noch eine Ein­wahl­ver­bin­dung. (…) Über­ra­schen­der­wei­se, trotz der heu­ti­gen viel höhe­ren Netz­werk­ge­schwin­dig­kei­ten und Com­pu­ter­pro­zes­so­ren, wer­den Men­schen, die heut­zu­ta­ge das Inter­net benut­zen, noch immer von genau der­sel­ben Frust­ur­sa­che gequält: lang­sa­me Web­sites.

Dass die Autorin impli­zit einen Inter­net­dienst mit dem Inter­net gleich­setzt, sei hier nur am Rand bemerkt, denn an der wesent­li­chen Aus­sa­ge ändert es nichts. Wei­ter:

Wie Sie sich vor­stel­len kön­nen, ist es auf mobi­len Gerä­ten noch schlim­mer – sicher­lich haben sich die Geschwin­dig­kei­ten ver­bes­sert, aber in den letz­ten zehn Jah­ren haben sich die mobi­len Lade­zei­ten von Web­sites, die Htt­par­chi­ve beob­ach­tet hat, sogar noch erhöht.

1995 hat­te Niklaus Wirth, der Ent­wick­ler meh­re­rer Pro­gram­mier­um­ge­bun­gen wie Pas­cal und Obe­ron, in einem Arti­kel den Merk­satz geprägt, dass Soft­ware schnel­ler lang­sa­mer wer­de als Hard­ware schnel­ler. Ich bin geneigt, dem ein zwei­tes Gesetz bei­zu­fü­gen: Das gilt auch für Web­sites.

Hof­fent­lich hebt bald jemand die lästi­ge Pflicht auf, dass man zur Anzei­ge von zwei Absät­zen Text auf einer Web­site min­de­stens fünf Mega­byte Java­Script-Unfug ein­bin­den und des­sen Laden erzwin­gen muss.

In den Nachrichten
Lisa Eck­hart

Eine öster­rei­chi­sche Lang­wei­le­rin darf in Ham­burg nicht auf­tre­ten, weil der Ver­an­stal­ter auf­grund eines ande­ren Sati­re­ver­ständ­nis­ses von einem eher lin­ken Mob bedroht wur­de. Das ist eine selt­sa­me Art des Umgangs mit Klein­künst­lern; ich mag Die­ter Nuhr zum Bei­spiel auch nicht, aber bin durch­aus in der Lage, mich mit sei­nem out­put dar­um ein­fach nicht wei­ter zu beschäf­ti­gen, statt das zu einem Pro­blem ande­rer Leu­te zu machen.

Grund­sätz­lich nei­ge ich ja dazu, bezüg­lich des beruf­li­chen Benach­tei­li­gens von Kaba­ret­ti­sten und Sati­ri­kern, die ein auf­ge­brach­ter Pöbel nicht mag, auf Wer­ner Fin­ck („Kom­men Sie mit oder soll ich mit­kom­men?“) zu ver­wei­sen, aber ich bezweif­le das histo­ri­sche Ver­ständ­nis des Pöbels. In jün­ge­rer Zeit, es ist noch nicht lan­ge her, war noch fast jeder Char­lie, weil Sati­re – nach Tuchol­sky, aus des­sen Grab man der­zeit auch einen gran­dio­sen Motor machen könn­te, hät­te man ihn nur begra­ben und nicht vor­her ver­brannt – alles dür­fe, selbst Moham­med­ka­ri­ka­tu­ren abdrucken. Ande­rer­seits ist der Anschlag auf die Char­lie-Heb­do-Redak­ti­on auch schon wie­der fünf­ein­halb Jah­re her und selbst­ver­ständ­lich etwas völ­lig ande­res, denn Lisa Eck­hart hat kei­ne Iko­nen von Gewalt­tä­tern wit­zig gezeich­net, son­dern unter ande­rem Anti­se­mi­ten den Spie­gel vor­ge­hal­ten. Als hin­rei­chen­den Anlass für das gemein­schaft­li­che Vor­ge­hen gegen ihre Auf­trit­te wur­de wie­der­holt fol­gen­der Aus­schnitt aus einer auch sonst sehr unin­ter­es­san­ten Sen­dung des West­deut­schen Rund­funks genannt:

Die Wahr­schein­lich­keit, dass sich einer mei­ner Leser jetzt dazu auf­ge­ru­fen fühlt, wahl­wei­se der Künst­le­rin oder einem der von ihr auf­ge­zähl­ten Grup­pen Gewalt anzu­tun, hal­te ich für ent­span­nend gering. Man könn­te argu­men­tie­ren, dass das Gese­he­ne und Gehör­te aber zumin­dest nicht lustig sei, was auf Twit­ter echt pas­siert ist, und sich dar­über aus­las­sen, dass das Belei­di­gen alter Leu­te sei­tens des WDRs viel wit­zi­ger gewe­sen sei.

Oder man lernt end­lich was aus der Geschich­te und drückt bei Miss­fal­len mit dem Auf­tritt eines Komö­di­an­ten nicht etwa 110 auf dem Tele­fon, son­dern den Aus­schalt­knopf des Fern­se­hers.

Das ist auch viel ent­span­nen­der dann.

In den NachrichtenComputer
Micro­soft Naming for Sci­ence™ 365

BBC, 25. August 2016:

Micro­soft Excel wird für Feh­ler in aka­de­mi­schen Tex­ten über Geno­mik die Schuld gege­ben. For­scher, die ver­su­chen, die­ses Pro­blem öffent­lich bekannt zu machen, geben an, dass die Tabel­len­kal­ku­la­ti­on auto­ma­tisch die Namen bestimm­ter Gene in ein Datums­for­mat umwan­delt.

Man möge jetzt aber nicht vor­schnell eine Emp­feh­lung aus­spre­chen:

Die Stu­die behaup­te­te zudem, dass das Umwand­lungs­pro­blem von Excel auch in ande­ren Tabel­len­kal­ku­la­tio­nen wie Apa­che Open­Of­fice Calc besteht.

(Schie­fe Über­set­zung von mir.)

Fast vier Jah­re spä­ter wur­de die­ses Pro­blem nun end­lich beho­ben. In Excel? Nö, in der Wis­sen­schaft: Gene tra­gen seit dem 3. August nur noch Namen, mit denen Soft­ware klar­kommt. :facepalm:


Anders­wo:

Da es in der Stadt­woh­nung kaum mög­lich ist, geerb­te Bibeln, Hei­li­gen­bil­der und Kreu­ze zu ver­bren­nen, um sie danach am Grün­strei­fen zu begra­ben, hat die Sagra­da Fami­lia-Gemein­de im süd­spa­ni­schen Mála­ga nun eine Recy­cling-Box für die­se Objek­te ein­ge­rich­tet.

Ergibt Sinn. Jesus wur­de ja, glaubt man christ­li­chen Publi­ka­tio­nen, erst durch sein Recy­cling berühmt.

MusikIn den Nachrichten
Vinyl 3 (10): Spo­ti­fy ent­eig­nen!

Dani­el Ek, Mit­grün­der und Geschäfts­füh­rer des skru­pel­lo­sen Unter­neh­mens Spo­ti­fy, das das gesam­mel­te Ein­kom­men besag­ten Herrn Ek mit­tels Wie­der­ga­be von Stücken wirk­lich arbei­ten­der Men­schen (hier: Musi­ker) gegen eine Lizenz­zah­lung in erbärm­li­cher Höhe auf mitt­ler­wei­le meh­re­rer Mil­li­ar­den US-Dol­lar hat wach­sen las­sen, hat­te neu­lich eine total gute Idee, wie Musi­ker die­se har­te Zeit über­ste­hen und trotz­dem noch ihre Rech­nun­gen zah­len kön­nen: Wenn ihnen das Geld nicht rei­che, das ihnen Strea­ming­klit­schen wie Spo­ti­fy bereit sind zu zah­len, sol­len sie halt mehr mit den Fans zusam­men­ar­bei­ten. Bei Tay­lor Swift habe das doch auch geklappt, ergänzt er.

Mein Gegen­vor­schlag wäre ja: Fin­ger weg von die­sem Strea­min­g­un­sinn, statt­des­sen mög­lichst vie­le Ton­trä­ger direkt bei den Künst­lern kau­fen. Wer will, dass die Musik die Kri­se über­steht, dem muss sie mehr wert sein als zehn Euro im Monat und zu wich­tig, um nur leih­wei­se zu bestehen.

Ich kann nur zur Vor­sicht raten.

Sonstiges
Mac­Book mit Trink­geld

Beim Empör­me­di­um Twit­ter wird seit gestern dar­um gestrit­ten, ob und wie viel Trink­geld für ein­fa­che Dienst­lei­ster denn in einer Zeit des Min­dest­lohns ange­mes­sen sei und ob das Aus­blei­ben von Zuwen­dun­gen im nied­ri­gen Euro­be­reich nicht eher für einen unzu­rei­chen­den Arbeit­ge­ber als für einen unver­schäm­ten Gast spre­che, der die Per­so­nal­ko­sten im Nor­mal­fall bereits mit dem regu­lä­ren Rech­nungs­be­trag begleicht; frei­lich wuss­te bis­her nie­mand zu beant­wor­ten, war­um man gefäl­ligst in teu­ren Restau­rants einer hin­rei­chend freund­li­chen Bedie­nung wenig­stens zehn Pro­zent Trink­geld zu geben habe und den nicht min­der auf­dring­lich freund­li­chen Ange­stell­ten im Apple Store nicht.

In den NachrichtenMontagsmusik
R.E.M. – 9–9 // Fünf­tau­send Mör­din­nen.

Ich (vor dem Kaffee).Es ist Mon­tag. In einem Hör­buch, das mir mit­tels unli­zen­zier­ter öffent­li­cher Wie­der­ga­be wider­recht­lich zugäng­lich gemacht wur­de, wur­de ich der For­mu­lie­rung eines Käuz­chens, das über eine beson­ders geeig­ne­te Sze­ne flog, gewahr. Die­ses Sprach­bild habe ich sehr lan­ge Zeit all­mon­täg­lich ver­wen­det, außer einem Vor­wurf der Schwül­stig­keit hat­te das aber kei­ne Kon­se­quen­zen aus dem Publi­kum. Viel­leicht soll­te auch das Hör­buch einen Umstieg auf Pan­da­bä­ren in Erwä­gung zie­hen.

Beim Deutsch­land­funk beklagt man, dass in Bra­si­li­en immer mehr Feu­er aus­bre­chen, obwohl das ver­bo­ten sei. Viel­leicht soll­ten sie die Feu­er ein­fach ein­sper­ren. Ein ande­res Weg­sper­ren ist geschei­tert: Patre­on, eine bekann­te Platt­form, die wie auch PayPal dafür bekannt ist, Künst­lern, mit deren Arbeit die Betrei­ber nicht zufrie­den sind, die Ein­nah­men vor­zu­ent­hal­ten, darf das nicht mehr machen, jeden­falls wenig­stens bis zur Beru­fung nicht. Es war eine aus­ge­spro­chen beknack­te Idee, das Inter­net für kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen attrak­tiv zu machen. Ich hät­te gern das alte Inter­net zurück.

Das aus unkla­ren Grün­den wei­ter­hin so hei­ßen­de Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ste­ri­um ließ am Wochen­en­de trau­rig ver­kün­den, der Zuspruch zur staat­lich geför­der­ten Aus­bil­dung zum pro­fes­sio­nel­len Mör­der und Arsch­loch („frei­wil­li­ger Wehr­dienst“) sei wei­ter­hin gering. Soll­te Deutsch­land etwa doch noch zu einem fried­li­chen Land wer­den? Dem ste­hen frei­lich „etwa 5.200 Män­ner und Frau­en“ („WDR aktu­ell“) ent­ge­gen, aber sol­che Pro­ble­me löst in der Armee ja tra­di­tio­nell der Feind, wer auch immer das im Jahr 2020 wohl sein mag. Viel­leicht die Schweiz? Eine ande­re Ras­se, weiß Vol­ker Ditt­mar, ist jeden­falls nicht betei­ligt. Reli­gio­nen sind kei­ne Ras­se.

Sehr, sehr gute Fra­ge: War­um kämp­fen Femi­ni­stin­nen eigent­lich so ver­bis­sen dar­um, als Bäcke­rin­nen bezeich­net zu wer­den, obwohl sie doch viel bes­ser Bäck­in­nen hei­ßen soll­ten?

Gram­ma­ti­ka­lisch lan­ge schon weib­lich und kei­nen stört’s, jeden­falls: Musik.

R.E.M. 9–9

Guten Mor­gen.