MontagsmusikIn den Nachrichten
R.E.M. – 9–9 // Fünf­tau­send Mör­din­nen.

Ich (vor dem Kaffee).Es ist Mon­tag. In einem Hör­buch, das mir mit­tels unli­zen­zier­ter öffent­li­cher Wie­der­ga­be wider­recht­lich zugäng­lich gemacht wur­de, wur­de ich der For­mu­lie­rung eines Käuz­chens, das über eine beson­ders geeig­ne­te Sze­ne flog, gewahr. Die­ses Sprach­bild habe ich sehr lan­ge Zeit all­mon­täg­lich ver­wen­det, außer einem Vor­wurf der Schwül­stig­keit hat­te das aber kei­ne Kon­se­quen­zen aus dem Publi­kum. Viel­leicht soll­te auch das Hör­buch einen Umstieg auf Pan­da­bä­ren in Erwä­gung zie­hen.

Beim Deutsch­land­funk beklagt man, dass in Bra­si­li­en immer mehr Feu­er aus­bre­chen, obwohl das ver­bo­ten sei. Viel­leicht soll­ten sie die Feu­er ein­fach ein­sper­ren. Ein ande­res Weg­sper­ren ist geschei­tert: Patre­on, eine bekann­te Platt­form, die wie auch PayPal dafür bekannt ist, Künst­lern, mit deren Arbeit die Betrei­ber nicht zufrie­den sind, die Ein­nah­men vor­zu­ent­hal­ten, darf das nicht mehr machen, jeden­falls wenig­stens bis zur Beru­fung nicht. Es war eine aus­ge­spro­chen beknack­te Idee, das Inter­net für kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen attrak­tiv zu machen. Ich hät­te gern das alte Inter­net zurück.

Das aus unkla­ren Grün­den wei­ter­hin so hei­ßen­de Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ste­ri­um ließ am Wochen­en­de trau­rig ver­kün­den, der Zuspruch zur staat­lich geför­der­ten Aus­bil­dung zum pro­fes­sio­nel­len Mör­der und Arsch­loch („frei­wil­li­ger Wehr­dienst“) sei wei­ter­hin gering. Soll­te Deutsch­land etwa doch noch zu einem fried­li­chen Land wer­den? Dem ste­hen frei­lich „etwa 5.200 Män­ner und Frau­en“ („WDR aktu­ell“) ent­ge­gen, aber sol­che Pro­ble­me löst in der Armee ja tra­di­tio­nell der Feind, wer auch immer das im Jahr 2020 wohl sein mag. Viel­leicht die Schweiz? Eine ande­re Ras­se, weiß Vol­ker Ditt­mar, ist jeden­falls nicht betei­ligt. Reli­gio­nen sind kei­ne Ras­se.

Sehr, sehr gute Fra­ge: War­um kämp­fen Femi­ni­stin­nen eigent­lich so ver­bis­sen dar­um, als Bäcke­rin­nen bezeich­net zu wer­den, obwohl sie doch viel bes­ser Bäck­in­nen hei­ßen soll­ten?

Gram­ma­ti­ka­lisch lan­ge schon weib­lich und kei­nen stört’s, jeden­falls: Musik.

R.E.M. 9–9

Guten Mor­gen.