Wisst ihr noch, damals, als die Medien nach der Claas-Relotius-Sache vorübergehend aufhören wollten, einander Preise zu verleihen? Damit ist jetzt Schluss!
Ich habe keine Ahnung, welche Browser die Qualitätsjournalisten von der „tagesschau“ so nutzen, aber in ihren gängigen Browsern ist die Nutzung von Proxyservern anscheinend nicht möglich. Mich überrascht die technische Unbelecktheit der angeschlossenen Verantwortlichen täglich ein bisschen weniger.
Die hessischen „Grünen“ sind jetzt pro Gentechnik eingestellt, indem sie eine Impfung gegen Coronaviren befürworten. Man behalte diese Aussage in Erinnerung, wenn es wieder an die Schaffung neuer Wahlkampfparolen geht.
Smartes Dingsbums des Tages: Eine Türklingel, die brennt, wenn man die falschen Schrauben zur Montage nutzt.
Markus Söder, behaupten so Medien, setze sich jetzt auch für eine Frauenquote ein, räumt seinen Posten aber trotzdem lieber nicht zugunsten einer Frau. Zu einem ähnlichen Thema „berichtet“ die „FAZ“, dass in der Arbeitswelt „die sexuelle Orientierung noch oft ein Tabu-Thema“ sei, aber Arbeitgeber das gern zugunsten irgendeiner Diversität ändern wollen. Wir suchen noch eine Lesbe für den Aufsichtsrat. 2020 regt mich auf.
Kurze Durchsage von Joe Biden: Die USA seien bald wieder im Spiel. Ich bin geneigt, dieses Wort für zynisch zu halten.
Rïcïnn ist das Soloprojekt von Laure Le Prunenec, Sängerin diverser Gruppen aus dem Krachumfeld (u.a. Igorrr), in dessen Rahmen sie mal etwas anderes macht als Krach, nämlich vor allem Stimmarbeit. Ich sehe mich beim ersten Reinhören ins diesjährige Album „Nereïd“ (Amazon.de, Bandcamp.com) an Janet Jackson, Evangelista und Neneh Cherry erinnert. Das ist eine witzige Kombination.
Wer jetzt erwartet, die Künstlerin bringe eh immer die gleiche Musik raus, der wird sich bereits in den ersten anderthalb Stücken, die überwiegend a cappella stattfinden, wundern. Das zweite Stück „Doris“ prescht jedoch plötzlich mittendrin mit wirbelnden Trommeln los, bevor das Thema vom Anfang wieder aufgegriffen wird; und wer (wie ich) glaubte, das war es jetzt, der wird in der letzten Minute (wie ich) eines Besseren belehrt. Hat da jemand „Metal“ gesagt? Nein, nicht ganz, aber es kommt schon recht nah ran. Lauter wird es auf „Nereïd“ aber nicht.
Das Titelstück des Albums enthält Streicher und ist ebenfalls von recht stiller, geradezu sakraler Natur; es klingt, als hätte Enya die hypothetischen Sedativa abgesetzt. Man mag den Stil des Albums Artpop, moderne Klassik oder beides nennen. Das noch stillere „Missäe“ erschließt sich mir nicht, so weit reicht mein Kunstverständnis vermutlich einfach nicht. Das folgende „Artäe“, ein Wechselspiel aus sanften Streichern und bedrohlicher Perkussion, über dem der zweifellos traumhafte Gesang Laure Le Prunenecs schwebt wie ein Damoklesschwert. „Nereïd“ sei ein vertontes Begräbnis für die Welt, schrieb jemand anderswo. Ich hätte es nicht besser formulieren können.
„Ëön“ ist mit seinem ausnahmsweise männlichen Gesang abermals eine Zäsur, die hier auch gut passt, denn das folgende „Psamatäe“ führt den Synthesizer als führendes Instrument ein, ebenfalls unterstützt von prachtvollen Trommeln. Beschwörend intoniert Laure Le Prunenec dazu Texte, die ich nicht verstehe. Schade eigentlich. Mitten im Stück wird abermals das Tempo angezogen, das Stück verharrt zwischen der „Batman“-Titelmelodie, Pop Will Eat Itself und God Is An Astronaut. Eine schöne Kombination, die leider nicht lange genug durchgehalten wird. – Die Melodie von „J‑C“ klingt anfangs nach Spieluhr oder Game Boy, abhängig davon, wie alt man ist. Streicher und Perkussion erledigen das aber schnell und elegant, obwohl mir auch hier wieder auffällt, dass die besten Momente auf „Nereïd“ immer zu kurz sind. Das macht die Frau doch mit Absicht!
Während „Thaliäe“ läuft, stelle ich nebenbei weitere Recherchen zum Album an. „Experimental Folk“ soll das hier sein. Ja, das kann stimmen. Ist Folk auch immer zu kurz? Beschließe, das irgendwann herauszufinden. Das vorvorletzte Stück heißt „Ele“, aber das vorletzte nicht „Fant“, sondern „Söre“. Mir fällt ein, dass ich „Nereïd“ vor allem deshalb in die Hörliste aufgenommen hatte, weil irgendwer behauptet hatte, dass es wie etwas von der fantastischen Anna von Hausswolff klinge. Ich teile diese Einschätzung nicht, nehme wohl aber zur Kenntnis, dass die Stimmung – Begräbnis, man erinnert sich – durchaus eine ähnliche ist. „Erani“ schließlich musste ich etwas lauter drehen, denn es ist das intimste (also das leiseste) Lied auf „Nereïd“, aus kaum mehr als Laure Le Prunenecs Gesang bestehend.
Seltsames Album, das. Aber schlecht ist es nicht.
Die „Süddeutsche Zeitung“ (will nicht verlinkt werden, LSR) informiert:
Gerade in Frankreich sei traditioneller Fernsehkonsum sehr beliebt, heißt es in einem Statement, Zuschauer schätzten dort ein gestaltetes Programm, „das vermeidet, dass sie selber aussuchen müssen, was sie sehen werden.“
An manchen Menschen wirkt ein freier Wille wie ein Hühnerkostüm.
Entweder werde ich im Alter doch noch schwach oder Sarah Connor hat sich wirklich zu einer großartigen Musikerin entwickelt, an deren Hervorbringungen selbst ich nichts mehr auszusetzen habe.
„Drei Viertel der Besucher kommen nur wegen der Tasse Glühwein zum Weihnachtsmarkt, erst danach kauf‘ ich Christbaumkugeln und gebrannte Mandeln.“
Wenn aber drei Viertel der Besucher meine Einschätzung teilen, dass man die miserable Gastronomie auf solchen Märkten nüchtern ebenso wenig erträgt wie die abscheulichen Bretterbuden mit den lieblos drangezimmerten Christentumsmotiven, in denen hässlicher Kitsch an geschmacklose Hausfrauen zu teuer verkauft wird, während man mit unfassbar langweiliger Beschallung Informationen über Glocken und Schnee ins wehrlose Ohr reingedudelt bekommt, wenn also die große Mehrheit der Besucher von Weihnachtsmärkten völlig zutreffend feststellt, dass sie von dem als besinnlich missverstandenen Zuckerwatteland eigentlich vor allem gelangweilt wäre, weshalb ihnen nur das Reinzimmern hinreichender Mengen qualitativ minderwertigen Alkohols einen schönen Abend zu bereiten vermöge: Wäre es dann nicht eine sich geradezu aufdrängende Idee, den Budenzauber ab sofort einfach wegzulassen und künftig vollständig auf mobile Bier- und Whiskybars zu setzen, für die dann auch mehr Platz zur Erweiterung des Sortiments wäre?
Dann würde ich vielleicht auch mal wieder hingehen.
Kamala Harris hat schon jetzt Geschichte geschrieben. Als Kind von Einwanderern hat sie es bis zur Anwärterin in das Amt als amerikanische Vize-Präsidentin geschafft.
Spiro Theodore Agnew (…) amtierte von 1969 bis 1973 unter Präsident Richard Nixon als 39. Vizepräsident der Vereinigten Staaten. [Er] wurde als Sohn von Theodore Spiros Agnew, einem griechischen Einwanderer, (…) geboren.
Verstehe schon: Kein Geld mehr für eine kurze Recherche da. Zum Glück werden bald wieder die Gebühren erhöht.
Mir ist wirklich unklar, warum es in der EU so viele Politiker gibt, die die EU gar nicht so toll finden:
Im EU-Ministerrat wurde binnen fünf Tagen eine Resolution beschlussfertig gemacht, die Plattformbetreiber wie WhatsApp, Signal und Co. künftig dazu verpflichtet, Generalschlüssel zur Überwachbarkeit von E2E-verschlüsselten Chats und Messages anzulegen.
Aber keine Sorge:
Statt der in allen Dokumenten seit 1995 üblichen Strafverfolger („law enforcement“) ist nun konsequent von „competent authorities“ die Rede.
Und da es in Deutschland keine fähigen und sachkundigen – beides sind zulässige Bedeutungen von „competent“ – Menschen innerhalb der digitalen Strafverfolgung zu geben scheint, haben wir vor BND und BKA auch weiterhin nichts zu befürchten. Da Hintertüren aber meist zuerst denen bekannt sind, die zu ihrer Nutzung gesetzlich eher nicht befugt sind, kann ich mich trotzdem nicht so recht entspannen.
Kann ich die Nachteile eines EU-Austritts noch mal sehen?
Es ist Montag. In Leipzig hat sich irgendwer geprügelt, berichten zu viele Nachrichten zu ausführlich; dabei wäre es doch höchstens eine Nachricht, wenn es in Leipzig mal wenigstens ein paar Tage lang nicht zu Schlägereien käme. So habe ich mir die Einheit nicht vorgestellt. Selbst die Pandabären dort sind winzig!
Während die hiesige Presse hoffend in die Vereinigten Staaten stierte, haben die Vereinten Nationen weitgehend unkommentiert den Tempelberg den Muslimen übereignet. Die aber konnten sich auch nicht so recht darüber freuen, denn sie waren noch zu sehr empört, dass man in Berlin von ihnen verlangt, das Entrüben von Lehrern nicht gut zu finden. Es passiert einfach zu viel gleichzeitig auf der Welt. Mit der Sprache ist auch nichts mehr los: Erst hat es plötzlich und unerwartet negative Folgen, wenn man eine Schulsoftware ohne vernünftigen Grund englisch benennt, dann wird man sogar im Supermarkt sprachlich entrespektiert. Früher hätte es das nicht gegeben, jawohl!
Als youtube-dl, ein bekanntes Werkzeug zum Offlinegucken von langweiligem Unsinn, vor zwei Wochen rechtliche Probleme bekam, weil die RIAA anscheinend der Ansicht ist, dass das Besorgen urheberrechtlich geschützten Popmülls kein legitimes Nutzungsbeispiel sein sollte, geriet das Netz wieder einmal in hektische Angst, was die Zukunft des Herunterladens betrifft. ‘In eigener Sache: YouTube – wie schwer kann es schon sein?’ weiterlesen »
Jetzt, da selbst das wandelnde Verlagssterben Carsten Luther von „ZEIT ONLINE“ ergriffen „berichtet“, dass „endlich“ (ebd.) Tote und alte weiße Männer auf Kosten ethnischer Minderheiten einen kriegs- und polizeiverrückten Rassisten zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu haben scheinen, ist die westliche Demokratie mitsamt ihrer Wirtschaft (d.h. Metall- und Rüstungsindustrie) ja endlich gerettet.
Herbert Grönemeyer – geschätztes Vermögen: 18 Mio. Euro – so: Also am meisten unter der willkürlichen Schließung von Gastronomie und Biergärten leiden ja wohl die Künstler mitsamt ihrer Entourage – da könnte man doch wohl verlangen, dass man denen mal Geld umverteilt!
Ich – geschätztes Vermögen: knietief im Dispo – finde ja, dass in der Krise eine Umverteilung von Herbert Grönemeyer auf Gastronomen eine hervorragende Idee wäre. Ich wäre gern willens, den Transfer zu übernehmen. Ich nehm‘ auch PayPal!
Gnihihi: Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat ein eigenes Logo.
Dieses hier:
Ich beginne zu verstehen, wieso Schulen es sich erlauben können, von (auch armen) Eltern zu verlangen, Microsoftgeräte anzuschaffen: Sind wahrscheinlich Lizenzgebühren.
Während deutsche Medien so tun, als sei es politisch irgendwie bedeutsam, welcher der beiden alten weißen Männer – obwohl gerade alte weiße Männer diesmal so abgestimmt haben, wie es unserer Presse gefällt – künftig die Befehlsgewalt über zu viel Kriegsgerät haben soll, wählt der US-Bundesstaat Mississippi auch das Gestern:
Der US-Bundesstaat Mississippi bekommt eine neue Flagge ohne die bisherige Symbolik der einstigen Sklavenhalterstaaten. (…) Die neue Flagge trägt zudem die Inschrift „In God We Trust“ (Auf Gott vertrauen wir).
Über Jahrhunderte hielten Christen – wie Paulus in der Lesung – Sklavenhaltung für gerechtfertigt. Sie besaßen sogar welche. Erst im 19. Jahrhundert begann das Umdenken.
Das ist aber auch immer ärgerlich, wenn man sich entscheiden muss, welcher der beiden Fehltritte des 19. Jahrhunderts man 2020 auf seine Flagge tun möchte.
Man könnte eine Flagge übrigens auch unbemottot lassen. Versucht das doch auch mal!
Na, auch in Niedersachsen zu Hause und die SPD gewählt, weil die so knuddelig harmlos ist? Dann meinen herzlichen Dank auch hierfür:
Laut Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums soll die zulässige tägliche Arbeitszeit von Pflegefachpersonen auf bis zu zwölf Stunden pro Tag bei maximal 60 Stunden wöchentlich verlängert werden.
Dieser gewaltlose Umgang mit SPD-Wählern scheint die Situation echt nicht zu verbessern.