In den Nachrichten
Prost Neu­lärm

In der Geschich­te des Spreng­stoffs hat das Feu­er­werk zu allen Zei­ten eine beson­de­re Bedeu­tung gehabt, mal reli­gi­ös, mal reprä­sen­ta­tiv. Man wol­le böse Gei­ster mit Lärm und Licht ver­trei­ben, behaup­te­te man, aber nach­weis­lich hat das eher mäßig gut geklappt.

Die Deut­schen, ein­mal im Jahr plötz­lich gar nicht mehr so west­lich, son­dern öst­lich ori­en­tiert, emp­fan­den der­lei Folk­lo­re schon immer habens­wert, denn die eige­ne Kul­tur gibt nur wenig Histo­ri­sches her, mit dem man den Mit­men­schen mal so rich­tig auf die Nüs­se gehen könn­te. Weil die­ses Jahr aber alles anders ist, fällt das gewohn­te Abbren­nen hell leuch­ten­der und pfei­fen­der und/oder knat­tern­der Rake­ten aus­nahms­wei­se aus.

Die Stadt Mün­ster, als welt­li­che Insti­tu­ti­on erwar­tungs­ge­mäß reli­gi­ös ori­en­tiert, hat sich einen wit­zi­gen Ersatz aus­ge­dacht:

Um Mit­ter­nacht sol­len an Sil­ve­ster die Glocken der Kir­chen läu­ten. 20 Minu­ten lang wird auf die­se Wei­se statt Feu­er­werk der Jah­res­wech­sel gefei­ert. Dadurch soll den Bür­gern „ein Zei­chen der Kraft, Zuver­sicht und des Zusam­men­halts“ gesen­det wer­den, wie die Ver­ant­wort­li­chen berich­ten.

Die Kon­no­ta­ti­on, dass Bür­ger ohne minu­ten­lan­gen Krach kei­ne Kraft, kei­ne Zuver­sicht und kei­nen Zusam­men­halt erfah­ren dür­fen, ist hier­bei auch bemer­kens­wert. Hat sich nach dem Zwei­ten Welt­krieg, in dem lau­te Geräu­sche nun nicht gera­de für Kraft und Zuver­sicht (wenn auch viel­leicht für Zusam­men­halt) stan­den, schon jemals irgend­je­mand selbst als stär­ker, hoff­nungs­vol­ler und/oder zusam­men­hal­ti­ger emp­fun­den, wenn er aus Glocken­grün­den sein eige­nes Wort kaum mehr ver­stand?

Dass Glocken­läu­ten ein unzu­rei­chen­der Ersatz für Feu­er­werk ist, ver­steht sich aller­dings von selbst, denn bun­tes Licht und Pfei­fen und/oder Knat­tern blei­ben hier aus. Kon­se­quent wäre es, die Kir­chen statt­des­sen in Brand zu stecken. Die Chan­ce aber wur­de ver­tan.

Wie bedau­er­lich.

NetzfundstückeNerdkrams
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Dark Süd­deut­sche

„Süd­deut­sche Zei­tung“ (will nicht direkt ver­linkt wer­den, LSR):

Wenn Web­sei­ten Bestä­ti­gungs­dia­lo­ge ein­blen­den, sind die meist schwer ver­ständ­lich bis mani­pu­la­tiv: Wol­len Sie alle Coo­kies akzep­tie­ren? Dann klicken Sie bit­te auf die­sen rie­si­gen blau­en Knopf. Sie haben etwas dage­gen? Na gut, hier sind 27 Haken, die Sie ein­zeln abwäh­len kön­nen. Sol­che soge­nann­ten Dark Pat­terns sol­len Men­schen dazu brin­gen, Din­gen zuzu­stim­men, die sie gar nicht wol­len.

Auch „Süd­deut­sche Zei­tung“:

„Wir verwenden Cookies“: „Akzeptieren“.

Aber immer­hin: Kei­ne 27 Haken.

Son­dern null.

In den NachrichtenMontagsmusik
Con­rad Schnitz­ler – Die Rebel­len haben sich in den Ber­gen ver­steckt // McDo­nal­di

Nur noch eine Woche... nur noch eine...Es ist Mon­tag. Beim vir­tu­el­len Tref­fen der LED-Gucker („rC3“) geht nicht nur die vir­tu­el­le Treff­soft­ware nicht rich­tig, man kommt über­dies auch nur mit Goo­g­le­coo­kie rein. Wenn das ein „Hacker­kon­gress“ sein soll, ist Kurt Beck ein Pan­da­bär. (Nichts gegen Pan­da­bä­ren hier!)

Die App der ARD-„Mediathek“ möch­te gern alle Links öff­nen. Das pas­siert, wenn man denen kei­ne wei­te­ren 86 Cent gewährt: Die Pro­gram­mie­rung wird schlecht. Schnell: Rund­funk­bei­trag ver­dop­peln! Das „Traum­schiff“ braucht ja auch noch ab und zu mal War­tung. Lan­ge gewar­tet (ver­stehn­se: War­tung – War­ten) hat man auch in Pom­peii, wo neu­lich ein anti­kes Fast-Food-Restau­rant gefun­den wur­de. Berich­te, dass dort ver­sucht wur­de, sei­nen „Hahn am Stock“ (ebd.) mit Fäkal­nach­wei­sen aus dem Klo neben­an zu bezah­len, erwei­sen sich aller­dings noch als unbe­legt.

Bei einer grö­ße­ren Zei­tungs­ver­lags­grup­pe hat man neu­lich einen Virus rein­ge­tra­gen; einen frem­den, wie es aus­drück­lich heißt. Das beru­higt mich ein biss­chen. Nicht aus­zu­den­ken, wenn die­se Heu­schrecken jetzt auch noch einen eige­nen Com­pu­ter­vi­rus hät­ten!

Apro­pos Virus: „Ärz­te“ raten neu­er­dings davon ab, die von ihnen aus­ge­stell­ten Atte­ste für Mas­ken­un­ver­träg­lich­keit zu nut­zen. Die waren doch eher als Scherz­ar­ti­kel gedacht – genau wie die ärzt­li­che Appro­ba­ti­on dem­nächst, ist anzu­neh­men.

Eh viel gesün­der: Musik.

Con­rad Schnitz­ler – Die Rebel­len haben sich in den Ber­gen ver­steckt

Guten Mor­gen.

Politik
Doom­scroll­ge­dan­ken

In Neu­see­land ist das Wort des Jah­res 2020 „Doom­scrol­ling“ gewor­den, also das unab­läs­si­ge Kon­su­mie­ren schlech­ter Nach­rich­ten für zuse­hends schlech­te­re Lau­ne. Platt­for­men wie Twit­ter sind dafür prä­de­sti­niert, denn für schlech­te Lau­ne gibt es Zustim­mung und Bei­fall.

Für das drin­gen­de Bedürf­nis, das Jahr 2020 mal so rich­tig zu belei­di­gen, gibt es zur­zeit fast 10.000 Herz­chen, wäh­rend mein Gegen­vor­schlag, das Jahr 2020 statt mit „Schrei nach Lie­be“ mit einer ordent­li­chen Por­ti­on Death Metal zu been­den, damit es nicht belei­digt, son­dern taub wird, allen­falls für mit­lei­di­ges Schmun­zeln sorg­te. Ande­rer­seits leben wir in einer Zeit, in der unter der Über­schrift „Die Nach­rich­ten“ Ergeb­nis­se aus dem Glücks­spiel vor­ge­tra­gen wer­den.

Selbst die­se Web­site hier zu lesen depri­miert – manch­mal sogar mich. Ich woll­te neu­lich mal wie­der was über Musik schrei­ben, dann ist mir auf­ge­fal­len, dass ich das gemein­te Musik­al­bum schon letz­tes Jahr hin­rei­chend beju­belt habe. Mich selbst zu wie­der­ho­len war noch nie mein Anlie­gen. Das habe ich ande­ren Ins­in­ter­net­schrei­bern vor­aus, deren Bei­trä­ge sich in ermü­den­der Regel­mä­ßig­keit ver­meint­lich iro­nisch selbst­re­fe­ren­zi­ell auf unzäh­li­ge Male Gele­se­nes stüt­zen. Es gibt im Web (das die­ser Tage 30 Jah­re alt gewor­den ist und somit ein Jubi­lä­um der struk­tu­rel­len Lan­ge­wei­le fei­ern las­sen durf­te) wenig, was weni­ger reizt als die Ver­laut­ba­run­gen von Men­schen, die nie­mals einen neu­en Gedan­ken äußern.

Das funk­tio­niert in Coro­na­zei­ten (Imp­fen! Mas­ke auf! Abstand! Imp­fen! Mas­ke auf! Abst-argh!) nicht anders als sonst, es fällt viel­leicht nur mehr auf, weil die The­men­dich­te schein­bar abge­nom­men hat. Selbst Bury­ing – das Tref­fen kon­tro­ver­ser poli­ti­scher Ent­schei­dun­gen, so lan­ge die Welt woan­ders hin­guckt – klappt die­ses Jahr nicht schlech­ter als sonst, nur wegen des Virus statt wegen einer Fuß­ball­mei­ster­schaft. Heu­te schon Nach­rich­ten gele­sen? Ja? War­um?

Eine Gesell­schaft, deren größ­te Sor­ge es ist, am kom­men­den Don­ners­tag viel­leicht auf die gewohn­te Spreng­stoff­de­to­na­ti­on ver­zich­ten zu müs­sen (das muss auch die­se christ­lich-chi­ne­si­sche Tra­di­ti­on des Abend­lan­des sein), ist mit dem Jah­res­wort­sie­ger Doom­scrol­ling ver­mut­lich noch harm­los beschrie­ben. Die als poli­tik­be­zo­ge­ne Apa­thie beschö­nig­te Angst vor eige­nen Ent­schei­dun­gen sorgt nicht für eine Auf­recht­erhal­tung der Wer­te der Auf­klä­rung. Die da oben tun Unge­wünsch­tes, aber man ist ja nur hier unten. Im Kon­text der lau­fen­den Kri­se mah­nen die da oben nun ver­stärkt zur Eigen­ver­ant­wor­tung, was hier unten als Belei­di­gung ver­stan­den wird. Man kann doch nicht ver­lan­gen, dass Mit­mensch Gar­ten­spreng­mei­ster selbst ent­schei­det, was rich­tig ist. Der macht dann nur Unfug.

Es gärt etwas und das macht mich unru­hig. Zum Glück habe ich einen Twit­ter­ac­count. Ich scrol­le ein­fach ein paar Stun­den. Alles wird gut.

Netzfundstücke
Hähn­chen.

„Golem“:

KFC hat zusam­men mit Coo­le­r­ma­ster eine Gam­ing-Kon­so­le gebaut. Die KFCon­so­le läuft auf Intel-Basis, hat eine Asus-Gra­fik­kar­te – und eine Warm­hal­te­kam­mer für Hähn­chen­tei­le.

Wel­che Rea­li­tät ist das eigent­lich gera­de?

Sonstiges
Weih­nachts­wunsch: Kalen­der­rück­sicht.

Wenn man schon unbe­dingt statt der reli­gi­ons­über­grei­fen­den und wenig­stens irgend­wie sinn­voll begründ­ba­ren Win­ter­son­nen­wend­fei­er (21. Dezem­ber) das­je­ni­ge Fest fei­ern möch­te, des­sen Riten das Umbrin­gen eines Baums beinhal­ten, weil man das halt so mache, und sich dabei womög­lich auch noch dar­auf beruft, dass die Tra­di­ti­on das ver­lan­ge, dann soll­te man wenig­stens so tra­di­ti­ons­fest sein, den Vor­abend der Weih­nacht (24. Dezem­ber), die Weih­nacht (25. Dezem­ber) und den Ste­phans­tag (26. Dezem­ber) von­ein­an­der unter­schei­den zu kön­nen.

Am mei­sten freue ich mich ja auf die weni­gen Stun­den zwi­schen dem 26. und dem 28. Dezem­ber, in denen an die Stel­le von „frohs­fest!“ und „frohs­neus!“ ein ange­neh­mes „wie­der­sehn!“ tritt.

Nerdkrams
Kek­se, Blin­ken und dump­fe Beats: Vier Tage vorm #rC3.

Die­ser Arti­kel ist Teil 14 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Die Blog­bei­trä­ge wer­den zuse­hends schwe­rer ver­ständ­lich, wenn man den Feh­ler macht und die deutsch­spra­chi­ge Ver­si­on für deutsch­spra­chig hält. Das kann nur eins bedeu­ten: Der „Con­gress“ ist nahe!

Laut Fahr­plan geht es bei der cha­os expe­ri­ence auch in die­sem Jahr um das, was die Ziel­grup­pe (Men­schen, die Löt­an­lei­tun­gen mit vie­len LEDs befol­gen, was mit Hacken unge­fähr so viel zu tun hat wie einen IKEA-Schrank wie emp­foh­len zusam­men­zu­set­zen) wirk­lich inter­es­siert, näm­lich Tech­nik, Quatsch, Kek­se und Blin­ken und dump­fe Beats, nein, Huren und haupt­be­ruf­li­ches Por­no­gucken – so stimmt’s. Was man halt so macht als Hacker. Rund­mails sind zu anstren­gend, Varia­blen in E‑Mails zu erset­zen ist Zau­be­rei. Da kom­men ja nicht mal bun­te Blink­lich­ter drin vor.

Wäh­rend ich dies schrei­be, erhal­te ich die Infor­ma­ti­on, dass der „Hacker­club“ gera­de aus­läuft, also leakt. Mich über­rascht nichts mehr. Hät­ten die halt wen gefragt, der sich mit die­sem Tech­nik­kram aus­kennt.

CCC-Leaks

Zehn Minu­ten nach der ver­meint­li­chen Abschluss­ver­an­stal­tung endet eine Ver­an­stal­tung namens „Die Suche nach dem Alten Wei­ßen Mann“, was iro­nisch wirkt, wenn man über die Geschich­te des Hackens und ihre her­aus­ra­gen­den Hero­en nach­denkt, aber Selbst­iro­nie kön­nen sie ja auch fast nicht mehr.

Schon wie­der sind im Fahr­plan trotz wie­der­hol­ten Ohren­blu­tens mei­ner­seits meh­re­re eng­lisch­spra­chi­ge Vor­trä­ge von Men­schen zu fin­den, weil ihnen irgend­wer nicht davon erzählt hat, dass es zur Über­set­zung von Vor­trä­gen ein gan­zes Über­set­zungs­team geben soll. Ande­rer­seits habe ich das Ver­ste­hen­wol­len schon vor Jah­ren auf­ge­ge­ben. Ich las­se es ein­fach auf mich ein­pras­seln. Ich ver­mu­te, das ist irgend­ei­ne Schutz­maß­nah­me. Sie hilft.

Ich wünsch­te, ich emp­fän­de den „Con­gress“ nicht als eine so trau­ri­ge Ver­an­stal­tung. Ich wünsch­te, er wäre mir egal.

NetzfundstückeNerdkrams
Berlin@GMX.de

Die Digi­ta­li­sie­rung so:

Wir bit­ten für die Antrag­stel­lung auf eine stan­dar­di­sier­te E‑Mail-Adres­se bekann­ter Anbie­ter (z.B. web.de, gmx.de etc.) zurück­zu­grei­fen. Andern­falls wird die ine­ter­net­ba­sier­te (sic! A.d.V.) Antrag­stel­lung schei­tern.

Kann ich die­sen elek­tro­ni­schen Behör­den­gang noch mal sehen?

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Krei­se.

Wer ist die­ser Herr oder die­se Frau Krei­se …

Krei­se: Auch Micro­soft will eige­ne Com­pu­ter­chips bau­en

Krei­se: Bera­tun­gen der Kul­tus­mi­ni­ster am 4. Janu­ar

Krei­se: Brexit-Ver­hand­lun­gen blei­ben schwie­rig

Krei­se: Sie­mens erwägt Ver­kauf der Logi­stik­spar­te

Krei­se: Kret­sch­mann für dra­sti­sche Coro­na-Ein­schrän­kun­gen

… und war­um ist er oder sie eigent­lich immer so gut infor­miert?

Mir wird geschlechtNetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Ingri­na (live) // Min­der­hei­ten­do­mi­no

MontagslächelnEs ist Mon­tag. Das ritu­el­le Wän­de­be­schmie­ren mit schie­fem Gesang ist in Öster­reich eine unauf­schieb­ba­re beruf­li­che Tätig­keit und mehr muss man über Öster­reich nicht wis­sen. Die haben ja nicht mal Pan­da­bä­ren dort.

Mei­ne­da­mund­herrn, die Inlands­nach­rich­ten: Weil die Men­schen jetzt am lieb­sten online ein­kau­fen, weil der Ein­zel­han­del aus Pan­de­mie­grün­den vor­erst nicht off­line statt­fin­den darf, haben CDU/CSU und SPD die Ansicht geäu­ßert, dass man dem Online­han­del zur Stra­fe mehr Geld abneh­men soll­te. Begrün­det wird die­ser Quark mit „Chan­cen­gleich­heit“, was die­je­ni­gen, die in sowie­so schon innen­stadt­ar­men Dör­fern woh­nen, noch bizar­rer fin­den dürf­ten als ich. Der fei­ne Unter­schied zwi­schen poli­ti­schen Syste­men ist ja auch der, dass es in man­chen Syste­men allen gleich gut, in ande­ren hin­ge­gen gleich schlecht geht. Ande­rer­seits: Deutsch­land holt Dschi­ha­di­stin­nen zurück, so mutig muss man ja auch erst mal sein. – Fast auch Poli­tik: Micha­el Kell­ner (Grü­ne) hat stolz ver­kün­det, sei­ne Par­tei habe mit gro­ßer Mehr­heit ein „Viel­falts­sta­tut“ ange­nom­men, das das bis­he­ri­ge „Frau­en­sta­tut“ ergänzt und unter ande­rem besagt, dass das Prä­si­di­um der Grü­nen und ange­schlos­se­ner Ver­ei­ne künf­tig auch der­art besetzt wer­den soll, dass die Viel­falt in der Gesell­schaft abge­bil­det wird; das heißt: Wenn sich irgend­wann her­aus­stellt, dass zwan­zig Pro­zent der Deut­schen pan­se­xu­el­le ein­bei­ni­ge Auti­sten aus dem Volk der Sin­ti sind, dann muss auch der Bun­des­vor­stand der Grü­nen zu einem Fünf­tel aus pan­se­xu­el­len ein­bei­ni­gen Auti­sten aus dem Volk der Sin­ti bestehen, und obwohl mir das bei den Grü­nen, bei denen ich – als wei­ßer Mann mit deut­li­cher Aver­si­on gegen Krieg und Schwach­sinn immer­hin ihr wesent­li­cher poli­ti­scher Geg­ner – nicht mal tot überm Zaun hän­gen wol­len wür­de, gewis­se Türen öff­nen könn­te, ist mir unklar, wie sie die nöti­gen Daten zu erhe­ben gedenkt, denn es ist zwar recht leicht, das Geschlecht eines Men­schen zu ermit­teln (erbo­ste Zuschrif­ten hier­zu bit­te direkt an den Weih­nachts­mann adres­sie­ren), aber die Zuge­hö­rig­keit zu ande­ren ver­meint­lich oder tat­säch­lich benach­tei­lig­ten Grup­pen wür­de ein outing jedes Bun­des­bür­gers vor­aus­set­zen und das klingt nicht nur sehr auf­wen­dig, son­dern auch sehr kon­tra­pro­duk­tiv. Eine Nach­fra­ge mei­ner­seits auf Twit­ter blieb bis­lang zu nie­man­des Über­ra­schung unbe­ant­wor­tet.

Die Schot­ten, noch immer nicht voll­ends als Aus­land akzep­tiert, hin­ge­gen wol­len schon wie­der viel­leicht aus dem Ver­ei­nig­ten König­reich aus­schei­den. Deut­sche Medi­en fin­den das groß­ar­tig, denn wenn eine natio­na­li­sti­sche Par­tei eine Nati­on wie­der gre­at maken will, dann ist das eine gute Nach­richt. Außer, es sind die Deut­schen. Oder Donald Trump. Dass ein Über­tritt der Schot­ten von ihrem wich­tig­sten Han­dels­part­ner in die EU eine bescheu­er­te Idee wäre, erklärt sowohl sich selbst als auch Car­sten Vol­kery, wenn­gleich bereits im Sep­tem­ber.

Wir kom­men zur EDV: Bei Insta­gram sind „Sticker“ mög­li­cher­wei­se nicht mit dem EU-Daten­schutz­recht kom­pa­ti­bel. Mir ist unklar, was man in „Sticker“ rein­tun muss, damit sie mei­nen Daten­schutz gefähr­den, aber ich nut­ze auch kein Insta­gram zum Ver­tei­len der­sel­ben, was offen­bar eine gute Idee ist. „Wired“ wagt der­weil einen Aus­blick auf die Zukunft und unkt, künf­tig fin­de sozia­les Netz­wer­ken nur noch per Stim­me statt per Tasta­tur statt. Dass aus­ge­rech­net die Pod­ca­ster, die­se ver­meint­lich hete­ro­ge­ne Mas­se von Men­schen, die sich dadurch aus­zeich­nen, dass Stil­le sie furcht­bar ner­vös zu machen scheint (gibt es dage­gen kei­ne wirk­sa­me The­ra­pie?), am Ende gewon­nen haben wer­den, muss unbe­dingt ver­hin­dert wer­den. Ich lösche bei­zei­ten mei­ne Web­brow­ser und zie­he ins Use­net um. Sol­len sie doch mit sich sel­ber quat­schen.

Etwas Nerdpr0n: Unter bestimm­ten Umstän­den kann man Arbeits­spei­cher zu WLAN-Anten­nen umfunk­tio­nie­ren. Ich emp­feh­le jede Minu­te so zu ver­brin­gen, dass mög­li­che Angrei­fer beim Fern­aus­le­sen des Spei­chers zumin­dest gute Musik hören müs­sen.

Also:

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
#rC3: Ahi­sto­ri­sches für Tech­nik­frem­de

Die­ser Arti­kel ist Teil 13 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Wäh­rend die Vor­be­rei­tun­gen für die dies­jäh­ri­ge Stu­den­ten-CeBIT („remo­te cha­os expe­ri­ence“) anschei­nend getrof­fen wer­den, obwohl von einem Fahr­plan noch immer nichts zu sehen ist, geben die Ver­an­stal­ter in einer Art FAQ (All­er­gi­ker­war­nung: Gen­dera­la­la) ver­schie­de­ne nett gemein­te Hin­wei­se bekannt.

Dar­un­ter auch die­sen:

IRC

Ein­fach gesagt nicht (sic! A.d.V.) ande­res als die klas­si­chen (sic! A.d.V.) Online Chat­räu­me (sic! A.d.V.) der 00er-Jah­re. Ein­fach und schnell.

Nun exi­stie­ren IRC-Net­ze im Wesent­li­chen seit 1988, erleb­ten ihre Hoch­zeit in den Neun­zi­gern und ihre Nut­zer­zah­len sind trotz eini­ger Unbe­lehr­ba­rer wie mir, die von den Beglückungs­ideen von irgend­wel­chen Web­hip­stern, die glau­ben, ein Doku­men­ten­be­trach­ter („Web­brow­ser“) sei eine gute Platt­form, und dar­um auch wei­ter­hin in zuse­hends mehr IRC-Räu­men rum­hän­gen, wenig hal­ten, seit spä­te­stens 2003 meist im frei­en Fall befind­lich.

Aller­dings ist unser­eins in den 00er-Jah­ren auch in klas­si­chen Online Chat­räu­men (mein Kopf!) unter­wegs gewe­sen. Sie hie­ßen zum Bei­spiel „Chat-Tem­pel“ und lie­fen in einem Javaapp­let, was damals schon fürch­ter­lich zu benut­zen war, oder sie hie­ßen zum Bei­spiel ICQ und mach­ten wit­zi­ge Geräu­sche, wenn man eine Nach­richt bekom­men hat. Ich wür­de anneh­men wol­len, dass die­je­ni­gen, denen man erklä­ren muss, was ein „IRC“ sein soll, sich genau das unter einem klas­si­chen Online Chat­raum der 00er-Jah­re (mei­ne Augen!) vor­stel­len und nicht etwa so was:

mIRC. Screenshot: George Araujo

Aber gut. Muss man nicht wis­sen, ist bloß Tech­nik. Hat nichts mit blin­ken­den LEDs, schlim­mer Bums­mu­sik und Dro­gen­han­del zu tun. Da kennt man sich beim CCC nicht aus.

Wen genau wol­len die Macher des Ver­an­stal­tungs­blogs eigent­lich infor­mie­ren und zu wel­chem Zweck?

Persönliches
Zum Glück haben Arme nur im Win­ter Hun­ger.

Ich bewun­de­re ja jedes Jahr aufs Neue den Zynis­mus, mit dem irgend­wel­che Zei­tun­gen und irgend­wel­che Kir­chen­ver­ei­ne – die zwar selbst genug Geld hät­ten, aber der Was­ser­kopf braucht eben sei­ne Yacht – pünkt­lich zur aus­wär­ti­gen Abküh­lung off­line und (die­ses Jahr bevor­zugt) online dar­um bit­ten, dass die­je­ni­gen Men­schen, die ohne­hin gera­de so viel Geld für blö­den Krem­pel aus­ge­ben wie sonst nur sel­ten, weil der Kalen­der das für eine gute Idee hält, auch ihnen ein paar Dut­zend Euros in den Becher wer­fen, damit Arme/Obdachlose/Kinder/Pan­da­bä­ren kei­ne über­ra­schend schlech­te Lebens­qua­li­tät mehr haben; schon, weil man wäh­rend der ande­ren Mona­te im Jahr nur wenig von ihnen liest, sieht und/oder hört.

Offen­sicht­lich gehö­ren Arme/Obdachlose/Kinder/Pandabären einer sel­te­nen Spe­zi­es an, die nur im Dezem­ber arm/obdachlos/Kind/Pandabär ist und sich wäh­rend der ande­ren elf Mona­te bester Gesund­heit und exzel­len­ter Ver­sor­gung erfreut, denn sonst wür­de das ja bedeu­ten, dass es die­sen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen gar nicht dar­um geht, das Leben die­ser Menschen/Bären wirk­lich zu ver­bes­sern – son­dern bloß um gute Pres­se.

Das wäre doch absurd, oder?

(Nach­trag: Wie vie­le Impf­do­sen könn­te man eigent­lich mit einem Jahr Kir­chen­steu­ern bezah­len?)

Sonstiges
Din­ner For One (Coro­na-Edi­ti­on)

Ohne Fred­die Frin­ton und May War­den.

ARVE error: Modus: lazy­load nicht ver­füg­bar (ARVE Pro nicht aktiv?), Ver­wen­de Nor­mal­mo­dus

Scha­de.

PersönlichesPiratenpartei
Last Exit Netz­par­tei: Hier gärt­nert der Bock noch selbst.

Wisst ihr noch, damals, als wir noch Träu­me hat­ten?

Es gab vie­le gro­ße poli­ti­sche Übel – und ein klein­stes unter den gro­ßen; so klein, dass man zu schnell zu viel woll­te. Es wur­den nicht nur vie­le Frei­wil­li­ge ver­heizt, son­dern auch Mit­glie­der rein- und raus­ge­spült, als wäre man in einen nicht enden wol­len­den Tsu­na­mi hin­ein­ge­ra­ten. ‘Last Exit Netz­par­tei: Hier gärt­nert der Bock noch selbst.’ wei­ter­le­sen »

Netzfundstücke
Freie Demo­kra­ti­sche Punks

Die Fried­richs­hain-Kreuz­ber­ger F.D.P., Heim­statt des ehe­ma­li­gen Pira­ten­vor­sit­zen­den Bernd Schlö­mer, sei jetzt Punk, teil­te sie auf Twit­ter mit.

Prompt schar­ten sich ande­re Anwe­sen­de um die­sen Tweet, um ein­an­der falsch zu erklä­ren, was Punk wohl sei: Ein Bekennt­nis gegen rech­te Welt­an­schau­un­gen oder gar offen anti­ka­pi­ta­li­stisch, was natür­lich bei­des nicht stimmt, denn kom­mer­zi­el­ler Miss­erfolg macht einen Men­schen noch nicht zum Punk und auch die pau­scha­le Leckt-mich-Atti­tü­de, deret­we­gen selbst Sioux­sie Sioux und Sid Vicious – bei­de nicht unbe­dingt für ihr Rechts­sein bekannt – Swa­sti­ken tru­gen, ist vor allem ein aus­drück­li­ches Bekennt­nis gegen die­je­ni­gen Welt­an­schau­un­gen, die eine eng­stir­ni­ge Vor­stel­lung von Moral zula­sten der Frei­heit des Ein­zel­nen zur Maxi­me zu erklä­ren ver­su­chen. Die Punks der 1970er wür­den inso­fern heut­zu­ta­ge ver­mut­lich die Grü­nen als ihren Geg­ner aus­ma­chen.

Dass aus­ge­rech­net Die Ärz­te von ver­schie­de­nen Kom­men­ta­to­ren als qua­li­fi­zier­te Instanz zur Punk­de­fi­ni­ti­on aus­ge­macht wor­den sind, irri­tiert aber doch: Wenn eins kein Punk ist, dann ja wohl Die Ärz­te!

(Abt.: Seufz.)