Politik⁠Netzfundstücke⁠Computer
Liegengebliebenes vom 31. Mai 2024

Unter­des­sen in der „FAZ“: Die­se Sylt­sa­che war echt ärger­lich – man sieht mit einem über die Schul­ter gewor­fe­nen Pull­over nicht mehr nur ein­fach sack­däm­lich aus, son­dern außer­dem macht man sich damit Gedan­ken. Das wäre ja nun nicht mein wesent­li­ches Pro­blem, aber das Ergeb­nis zählt.


In mei­nem Patri­ar­chat gäbe es Wehr­pflicht nur für Frau­en, aber das ist mit Boris Pisto­ri­us von der femi­ni­sti­schen Pro­gres­si­vi­täts­par­tei SPD nicht zu machen. Ist es nicht erstaun­lich, dass die­je­ni­gen am lau­te­sten nach einer Wehr­pflicht rufen, die als Letz­te an die Front müss­ten?


Uralter, iro­nisch gemein­ter Code von mir habe es in ein neu­es, iro­nisch gemein­tes Plug­in für den Datei­ma­na­ger xplo­rer² geschafft, ist in des­sen Forum zu lesen. Das ist lustig, weil ich selbst kein Win­dows mehr ver­wen­de. Mei­nem Code ent­kommt man aber zuse­hends schwie­ri­ger. Hehe­he! Hehe!


Apro­pos Code: ICQ wird mög­li­cher­wei­se quell­of­fen wei­ter am Leben gehal­ten. Es gibt sie noch, die guten Nach­rich­ten.


Was infol­ge der „künst­li­chen Intel­li­genz“ aus den Blogs wer­de, frug Urblog­ge­rin Clau­dia Klin­ger in dem ihren. Mit Blick auf die Qua­li­täts­blogs, deren Her­vor­brin­ger sich jedes Jahr zu ihrer Eigen­lo­bes­ver­an­stal­tung „re:publica“ ver­sam­meln, bleibt die Hoff­nung zu äußern, dass die als Erste von einem Robo­ter ersetzt wer­den.

Politik⁠In den Nachrichten
Macht- und Rechthaberei

Nach Macht- haben wir jetzt auch Recht­ha­ber, teilt der „SPIEGEL“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) mit:

FDP-Ver­tei­di­gungs­exper­tin Strack-Zim­mer­mann schimpft Olaf Scholz einen Recht­ha­ber und meint gar, »auti­sti­sche Züge« bei ihm zu erken­nen. Die SPD reagiert empört: »Das über­schrei­tet eine rote Linie im demo­kra­ti­schen Wett­be­werb.«

Olaf Scholz zu unter­stel­len, Recht zu haben, ist aber auch echt drü­ber. Grü­ße aus dem auti­sti­schen Zug.


Apro­pos FDP-Ver­tei­di­gungs­exper­tin Strack-Zim­mer­mann: Der Unter­hal­tungs­sen­der Borus­sia Dort­mund wer­de künf­tig von dem staat­lich gepam­per­ten Wich­ser­kon­zern Rhein­me­tall bezahlt, ent­neh­me ich dem Bör­sen­ticker. Aus dem Hin­ter­grund müss­te Rahn schie­ßen.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Everything Everything – Distant Past // Würg (selber)!

Zeit für Frühsport

Es ist Mon­tag. Pas­send dazu gibt es einen Trau­er­fall zu ver­kün­den: ICQ wird dem­nächst abge­schal­tet. Das ist scha­de. Ich mag ICQ. Ande­rer­seits bin ich auch der unge­fähr Vor­letz­te, den ich per­sön­lich ken­ne, der sei­nen Account nie gelöscht hat und sogar noch manch­mal rein­guckt. Wo tref­fen sich die cool kids dann jetzt eigent­lich künf­tig online? Gibt es Hab­bo Hotel noch?

Zum The­ma „cool Kids“ habe ich auch sogleich ein Gegen­bei­spiel zu bie­ten: „Tief bewegt sind die Men­schen nach dem Todes­fall einer 13-jäh­ri­gen Schü­le­rin aus dem Land­kreis Kas­sel. Ein Tik­tok-Trend ende­te für sie töd­lich“ (via, Archiv­ver­si­on). Bei nähe­rer Betrach­tung der Todes­um­stän­de – anschei­nend habe ich den Trend, sich selbst bewusst­los zu wür­gen, und zwar mehr­fach, falls beim ersten Mal das ent­stan­de­ne Video nicht gut genug war, bis­her völ­lig zu Unrecht voll­kom­men zu beach­ten ver­nach­läs­sigt – bewegt indes auch mich etwas tief. (Schal­len­des Lachen. Es ist schal­len­des Lachen.)

Ich glau­be ja, die „ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Dele­gi­ti­mie­rung des Staa­tes“ ist Selbst­ver­tei­di­gung, aber ich bin ja auch nicht beim Ver­fas­sungs­schutz. (Ein­wand zum Kur­si­ven: Bei Jan Ass­mann las ich in einem anson­sten sehr lang­wei­li­gen Buch die Fest­stel­lung, der Glau­be sei etwas zutiefst Unre­li­giö­ses. Gläu­bi­ge glau­ben ja nicht an ihren Gott, son­dern sie wis­sen von ihm. Ich wer­de mir die­se Unter­schei­dung zuei­gen machen.)

Apro­pos Staat: Beim digi­tal­cou­ra­ge e.V. gibt es eine Peti­ti­on für ein Recht auf ein Leben ohne Digi­tal­zwang, also etwa ohne vor­ge­schrie­be­ne app für jeden Aspekt des Lebens. Die­se Peti­ti­on muss soll man online aus­fül­len oder her­un­ter­la­den und aus­drucken (an die­ser Stel­le mei­nen Dank dem Kom­men­ta­tor hier unten drun­ter – es gibt Grün­de, war­um ich den Kom­men­tar­be­reich offen las­se). Ich wünsch­te, das könn­te mich noch amü­sie­ren.

In letz­ter Zeit lese ich immer wie­der irgend­was über „pro­west­li­che“ Akteu­re. Ver­ste­he ich nicht. Ich bin ja eher pronörd­lich. „Akteu­re“ mag ich auch am lieb­sten, wenn man sie Akteu­re nennt, weil sie Musik machen; zum Bei­spiel die fol­gen­de.

Ever­ything Ever­ything – Distant Past

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Bots gegen Autos

Vor|bild, das:

Ent­ge­gen der Aus­sa­gen eini­ger CDU-Abge­ord­ne­ter, der Pro­test gegen die Arti­kel 11, 12 und 13 der Urhe­ber­rechts­richt­li­nie sei­en nur auto­ma­ti­sier­te Pro­gram­me, demon­strier­ten heu­te 2.000 Men­schen für ein frei­es Inter­net. Mit “Wir sind die Bots!” grif­fen sie humor­voll die Dif­fa­mie­rungs­ver­su­che der CDU auf.

Bä|ren|dienst, der:

Die gestern gestar­te­te Abstim­mung der CDU zum Ver­bren­ner-Ver­bot ist mas­siv mani­pu­liert wor­den. Dabei sind Zehn­tau­sen­de Stim­men auto­ma­ti­siert abge­ge­ben wor­den.

Kopf|schmer|zen, die.

Netzfundstücke
Dinge aus dem Ausland kaufen mit forward2me

Wir Lieb­ha­ber schö­ner Din­ge haben ja bis­wei­len das Pro­blem, dass die­se schö­nen Din­ge nicht immer ganz leicht in unse­re Gefil­de zu trans­fe­rie­ren sind; nicht jeder Schö­ne-Din­ge-Dea­ler dealt auch mit Deut­schen.

Ein Tipp aus Whis­ky­krei­sen führ­te mich zu forward2me (unbe­zahl­ter Wer­be­link ohne tracker; eigent­lich dumm von mir), einem Dienst, der gegen einen gerin­gen Obe­lix Obo­lus bei Nut­zung – lee­re Lager kosten nix – sozu­sa­gen einen „eige­nen“ Paket­ka­sten in Groß­bri­tan­ni­en, Japan, Deutsch­land (gut, das ist hier eini­ger­ma­ßen witz­los), den USA und der Tür­kei ver­mie­tet, an den man sich Din­ge lie­fern las­sen kann und von wo aus man die­se Din­ge dann mög­li­cher­wei­se gün­sti­ger (eine Aus­wahl der Ver­sand­art ist zumin­dest theo­re­tisch vor­ge­se­hen) nach Hau­se lie­fern las­sen kann. Das geht sogar ziem­lich schnell; ein Paket aus Groß­bri­tan­ni­en, das ich zwecks Tests des Dien­stes geor­dert hat­te, war vom dor­ti­gen Lager aus bei „nor­ma­ler“ Lie­fe­rung per DHL Express, Ver­zol­lung ein­ge­schlos­sen, kei­ne drei Tage unter­wegs. Dabei schei­nen die Betrei­ber über­dies fair (ein der­zeit über­stra­pa­zier­tes Adjek­tiv, das momen­tan irgend­was mit Kli­ma bedeu­tet) zu arbei­ten und bie­ten an, Sen­dun­gen aus meh­re­ren Pake­ten in ein ein­zi­ges Paket umzu­ver­packen, was gege­be­nen­falls ein paar Euro der Ver­sand­ko­sten spa­ren kann oder auch nicht.

Net­te Sache, emp­feh­le ich wei­ter.

Musik⁠Netzfundstücke⁠Computer
Liegengebliebenes vom 21. Mai 2024

Oh, ein Sar­kas­mus­de­tek­tor! Eine sehr nütz­li­che Erfin­dung!


Die groß­ar­ti­ge Musik­grup­pe Beard­fi­sh (irgend­was mit Pro­gres­si­ve Rock) ist seit Anfang Mai – nach unge­fähr neun Jah­ren Pau­se – wie­der auf Büh­nen zu sehen, ein neu­es Album sei „in Arbeit“, erfah­re ich. Ich fin­de das gut.


75 Jah­re Grund­ge­setz, 35 Jah­re DDR ist mit­ge­meint.


Sie kön­nen über die Simpsons sagen, was Sie wol­len, aber Pro­fes­sor Pocket­pool ist unge­fähr das Lustig­ste, das ich dort in den letz­ten *nuschel*zig Jah­ren mei­nes Lebens gese­hen habe.


Ope­nAI raub­ko­piert jetzt auch Stim­men. Noch unge­fähr minus drei Jah­re bis Sky­net.


Apro­pos: Ist Pri­vat­sphä­re es wert?

Netzfundstücke⁠Montagsmusik⁠Persönliches
Monkey3 – Prism (live) // 2024 ist das neue 2024 (bzw. Sie: Fragment 9: ein Nachtrag)

Auch 'nen Snack?

Es ist Mon­tag. Guckt mal: Künst­li­che Intel­li­genz kann jetzt auch Comics zeich­nen. Fin­det ihr das auch so fort­schritt­lich wie ich? Um dem wie­der ein Gleich­ge­wicht zu ver­lei­hen, hat die Bahn sich ent­di­gi­ta­li­sie­ren las­sen. Wie frü­her. Nur die Zuver­läs­sig­keit und die Prei­se sind noch nicht wie­der wie frü­her. Kommt wahr­schein­lich auch nicht mehr.

Kommt auch nicht mehr: Peter Sturm klagt in der aktu­el­len Sonntags-„FAZ“, dass es sich end­lich mal her­um­spre­chen soll­te, dass 2024 nicht wie 1923 und auch nicht wie 1933 ist, son­dern wie 2024; und aller­dings ist genau das ja auch wie­der irgend­wie blöd, weil man gegen 2024 nicht mit den Mit­teln gegen 1923 und 1933 ankommt. – Schö­ne Idee auch: Mit­tel gegen Jah­re. (Weil die Jah­re ja immer nur flie­ßen und man selbst nicht; bzw. weil dann gele­gent­lich ein Fun­ke reicht, um dar­über nach­zu­den­ken, was vor zehn Jah­ren schief gelau­fen ist, ins­be­son­de­re bei sich im Kopf und im Drum­her­um, und was man eigent­lich dar­aus gelernt hat und – na, wie­der nicht viel. Weil leid tut, was leid tun muss, aber noch mehr leid tut, dass man’s nicht mehr ändern kann, weil: man wür­de.)

Unge­fähr 38 Pro­zent der Web­sei­ten, die ihr 2013 auf­ge­ru­fen habt, gibt es nicht mehr. Zum Glück ver­gisst das Inter­net nichts. (Irgend­wo hier im Text habe ich Links ver­steckt, die augen­schein­lich gar nichts mit dem Text zu tun haben. Ich Schelm.)

Unver­gess­lich auch: Musik.

MONKEY3 – Prism (Live at Munich) | Napalm Records

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Reinhard Müllers Zukunftsgott

Jurist und Redak­teur Rein­hard Mül­ler ließ in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) sich bezüg­lich der neu­er­dings doch über­mä­ßig oft statt­fin­den­den Gewalt an Poli­ti­kern zu der put­zig-nai­ven Bemer­kung hin­rei­ßen, durch die Erwäh­nung Got­tes im Grund­ge­setz wer­de „klar, dass die frei­heit­li­che Ord­nung in die Zukunft blickt“.

Als Anhän­ger einer doch recht ande­ren Welt­an­sicht als der all­zu jen­seits­be­zo­ge­nen des Chri­sten­tums woll­te ich an die­ser Stel­le erst fra­gen, auf wel­ches Jahr­tau­send der Begriff der „Zukunft“ hier Bezug neh­men soll, aber da ich das neue CDU-Grund­satz­pro­gramm gele­sen habe, revi­die­re ich mei­nen Ein­wand und schrei­be statt­des­sen: Ja, das fürch­te ich auch.

Nerdkrams
Wie ich einmal dem historischen vi nachforschte (und alle davon profitierten)

Vim – der die­ser Tage meist­ver­wen­de­te Nach­bau des BSD-Text­edi­tors vi – ist bekannt­lich ein Text­edi­tor mit reich­hal­ti­gem histo­ri­schem Bal­last; immer­hin gehen sei­ne Ursprün­ge auf die Arbeit von Bill Joy, Füh­rungs­fi­gur der frü­hen BSD-Ver­sio­nen, zurück. Ich bin nicht völ­lig unzu­frie­den damit, das Erbe des ver­stor­be­nen Bram Moo­len­aar fort­zu­füh­ren, indem ich eine auf sei­nen Wunsch hin ent­stan­de­ne Win­dows­ver­si­on bis heu­te pfle­ge.

Nun hat Vim den histo­ri­schen Bal­last von vi nie­mals völ­lig abge­wor­fen, und so ist es immer noch zumin­dest theo­re­tisch mög­lich, eine Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei aus vi in Vim zu nut­zen. Dabei ist es neue­ren Ent­wick­lun­gen (und bis­wei­len bewuss­ten Ent­schei­dun­gen) geschul­det, dass man­che Optio­nen schlicht ent­fal­len sind. Der alte vi lief auf Hard­ware, die heu­te kaum mehr exi­stiert, ent­spre­chend war er in man­cher Hin­sicht anders kon­fi­gu­riert als das heu­ti­ge Vim. In Vim gibt es daher bis heu­te – :help vi-differences – eine infor­ma­ti­ve Hilf­e­sei­te, die über die Unter­schie­de infor­miert.

Zu die­sen Unter­schie­den zäh­len auch Optio­nen, die mitt­ler­wei­le nicht mehr vor­han­den sind (und deren Vor­han­den­sein inso­fern fol­gen­los bleibt). beautify zum Bei­spiel – Stan­dard: aus. open – Stan­dard: an. Und flash – Stan­dard: unbe­kannt. Moooooo­ment. ‘Wie ich ein­mal dem histo­ri­schen vi nach­forsch­te (und alle davon pro­fi­tier­ten)’ wei­ter­le­sen »

Sonstiges
Rückständige Personalausweise

War­um (wofür) muss ich im Rei­se­pass mein Geschlecht rein­schrei­ben las­sen, aber habe im Per­so­nal­aus­weis nicht mal Platz für mei­nen PGP-Schlüs­sel?