Jetzt findet ihr die 150 Euro für so ein pinkes Trikot auch albern, nicht wahr?
Aus dem Ausland Liegengebliebenes vom 4. Juli 2024
In Chile gibt es alle Wetter. Wieder was gelernt.
In Korea (unklar, ob nur im Süden) wurden 2023 erstmals mehr Haustier- als Kleinkindkarren verkauft. Ich halte das für eine positive Entwicklung. Haustiere sind wichtig.
In den Vereinigten Staaten wird einem Straftäter anscheinend bisweilen die Bewährung aberkannt, wenn dieser sich an einem Gottesdienst teilzunehmen weigert.
Der in der Türkei entstandene „Wolfsgruß“ sehe, teilt „ZEIT ONLINE“ mit, dem „Schweigefuchs“ zu ähnlich, den Pädagogen anwenden, wenn sie zwar wollen, dass die ihnen anvertrauten Kinder mal ihr vorlautes Maul halten still sind, aber Trillerpfeifen für nicht zielführend halten. Mein Vorschlag: „Silentium!“ sagen. Dabei lernen die Kinder auch ein neues Wort und nicht nur, ohne großes Nachdenken Befehle zu befolgen.
In Weiß… Moment, ich muss nachschlagen – in Belarus dekliniert die Europäische Union gerade den Kapitalismus durch: „(…) gab es insbesondere wegen deutscher Widerstände keine Einigung auf ein umfangreiches EU-Ausfuhrverbot für Fahrzeuge. (…) Auch Frankreich und Italien hatten Nachbesserungen verlangt: So sind zum Beispiel Luxus-Lederwaren, Parfüms und Weine nicht von den Ausfuhrverboten betroffen“, aber immerhin darf man in der EU derzeit keine Werbeflächen mehr für dortige Unternehmen anbieten. Ich möchte jetzt auch die Ukraine angreifen. Damit es endlich verboten ist, mir Reklame zu zeigen.
In eigener Sache: Dateien mit yymmdd_ präfigieren per Drag&Drop
Die Geschichte der Versionskontrollsysteme ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Eines dieser Missverständnisse ist, dass man für das Versionieren von Dokumenten zwingend ein kompliziertes System benötigt, dessen unnötig unlogische Bedienung nicht nur ein Handbuch, sondern auch das Lesen von zwölfundvierzig „Tutorials“ auf windigen Websites voraussetzt, um überhaupt die Grundlagen einigermaßen auf die Kette zu kriegen.
Am anderen Ende des Komplexitätsspektrums sitzen freilich Firmen, deren Versionskontrolle darin besteht, dass sie der jeweils aktuellen Ausführung eines Dokuments das jeweils aktuelle Datum im Dateinamen voranstellen. Das indes empfiehlt sogar die Bibliothek der Harvard-Universität, wo man häufiger mal mit Dokumenten arbeitet, habe ich gehört. Wenn man aber ein Dokument von gestern hat und es für heute neu versionieren möchte, dann muss man es umständlich kopieren, die Umbenennen-Taste drücken, das alte Datum aus dem Namen löschen und das neue Datum in den Namen reinkopieren.
Das finde ich albern.
Und weil ich alberne Computerprobleme gern löse, habe ich ein kleines Programm geschrieben, das diese Schritte komplett dadurch ersetzt, dass man es startet und dann beliebig viele Dateien in sein Fenster hineinzieht, die dann entsprechend kopiert und versioniert werden. ‘In eigener Sache: Dateien mit yymmdd_ präfigieren per Drag&Drop’ weiterlesen »
Lustmord – Their Souls Asunder // Nächster Schritt: Ganzjahresmelancholie
Es ist Montag. Bei The Verge beklagt sich jemand, dass ein von ihm getesteter Laptop über 92 °C heiß wird, wenn er einen Webbrowser benutzt. Von der lustig gemeinten Frage meinerseits, was das wahlweise über das Wort „Laptop“ oder über den Schoß des Autors aussagt, abgesehen könnte man daraus etwas über die Fehlentwicklung des Webs und/oder der Webbrowser folgern. (Dass sie nämlich ein einziger Graus ist.)
Apropos Web, ein musikalischer Exkurs: Meine musikalische Entdeckung des Wochenendes waren DG 307 (cf.), aber natürlich habe ich von denen auch mal wieder viel zu spät erfahren. Manchmal fragen mich so Leute, wo ich eigentlich immer solche obskure Musik finde, und für obskure Musik ist, neben den einschlägigen Musikmagazinen vom Bahnhofskiosk, das Internet (Suchbegriffe: „music“, „reviews“, eventuell ergänzt um eine ungefähre Richtung, dort dann stöbern; Music-Map ist für das Auffinden „ähnlicher Künstler“ aber auch erstaunlich gut geeignet) eine fantastische Anlaufstelle. Fast immer fand ich Gutes dort ohne allzu viel eigenes Zutun. Es liegt am Straßenrand, man muss es nur aufsammeln.
(Es gibt ja Menschen, die im Herbst melancholisch werden und im Sommer das blühende, schweißnasse Leben sind. Ich glaube, ich habe inzwischen die Sommermelancholie perfektioniert. Nächster Schritt: Ganzjahresmelancholie. Da ist die Musik dann auch besser als bei der ständigen Depression, die sich nur mit Postpunk und Doom Metal noch halbwegs wegblasen lässt. Heititei, die Psyche brennt.)
Reden wir über was Heiteres, reden wir über Politik: Annalena Baerbock möchte nicht wie ein Totengräber aussehen. Ich weiß nicht, was Annalena Baerbock gegen Totengräber hat, würde mir aber wünschen, dass die Vertreter des Volkes mehr für gute Politik und weniger für die fotografische Abbildung ihrer Schokoladenseite (auch so’n Wort) tun würden. Untergegangene Kulturtechnik, wie mir scheint: Sich etwas bei etwas denken.
Bleibende Kulturtechnik derweil: Musik (fröhlich).
Guten Morgen.
Trump / Biden / ?
Es wird Zeit, dass das Haus Sachsen-Coburg und Gotha das Experiment beendet. Karl III. wäre wenigstens noch nicht senil.
Liegengebliebenes vom 28. Juni 2024
Freunde des Pi Days, tretet zur Seite: Heute ist Tau Day.
Neues aus der Reihe „Computer waren eine dumme Idee“: Kopfhörer kriegen ein Sicherheitsupdate (via). Also meine nicht. Die haben ja nicht mal eine Software drauf. Sondern ein Kabel. Ich werde die Sache mit dem Sicherheitsupdate als Argument bereithalten, wenn wieder jemand fragt, warum ich nicht „endlich“ (als ginge das irgendwen überhaupt was an) auf kabellose Kopfhörer umsteige. Habe ich nicht vor. Dinge, die Batterien brauchen, die überdies nicht mal drei längere Musikalben am Stück durchhalten, sind ein witziges Spielzeug, aber als Kopfhörer ungeeignet. Wer will es mir verübeln?
Daraus, dass während der datenschutzagnostischen Frauenfußballeuropameisterschaft der Männer – ich habe, das nur nebenbei angemerkt, schon weniger Erbärmlichkeit erlebt als die derjenigen Menschen mit „solidarischer“ ukrainischer Nationalflagge im Profilnamen, die sich trotzdem über die allgegenwärtigen echten Nationalflaggen während einer internationalen Sportmeisterschaft echauffieren – selbst das Ausland sich über die Qualität der Deutschen Bahn aufregt, zieht die Bundesregierung endlich erste Konsequenzen: „Die Bundesregierung plant, eine Milliarde an Investitionsmitteln für 2025 von der Schiene auf die Straße zu verlagern.“ Hup hup!
Die Washington Post (Archivversion) erläutert, warum die Menschen für nicht polyamor oder wenigstens offen geführte Beziehungen offensichtlich ungeeignet sind: Als „Micro-Cheating“, also Kleinstbetrug, könne es verstanden werden, wenn der jeweilige Partner in einem sozialen Medium einen Beitrag einer möglichen Konkurrenz positiv bewertet. Persönlich vertrete ich die Ansicht, dass jemand, der so wenig Vertrauen in eine Beziehung einbringt, dass „Micro-Cheating“ seine tatsächliche Sorge ist, so etwas wirklich nicht verdient hat. Also so etwas wie eine Beziehung.
Ich kann mich durchaus in eine eifersüchtige Person hineinversetzen, ich war ja selbst mal eine. Wenn man allerdings erst einmal verstanden hat, dass Eifersucht letztlich nichts ist als ein Ausdruck fehlenden Vertrauens, dann ist ein gesunder Umgang damit (dornig, aber) erlernbar. Wer versteht, dass, wer zu teilen bereit ist, dadurch nicht verliert, sondern das Band noch stärkt, der kann das Damoklesschwert zerbrechen; aber auch eine Beziehung, die Liebe mit Exklusivansprüchen gleichsetzt, kann funktionieren, wenn damit keine Besitzverhältnisse verbunden sind. Sonst ist es keine Beziehung. Sondern Sklaverei.
Polizeiarbeit des Tages: Die Zahl in der Mailadresse des Täters entspricht nicht dem Alter des Beschuldigten? Eindeutig unschuldig! (Erinnert mich bitte daran, mir eine Mailadresse mit „104“ drin zuzulegen. Wenn ich jemals 104 Jahre alt werden sollte, dann hatte ich bis dahin wenigstens ein vor Strafverfolgung geschütztes Leben.)
Durch die Welt der Mailanbieter tobt ein Sturm im Wasserglas: Fastmail hat Gewerkschaftern gekündigt. Die häufigste Diskussion dreht sich um die Frage, welchem anderen Unternehmen man künftig seine private Korrespondenz anvertrauen sollte. Mein Vorschlag wäre ja: Nur sich selbst. Aber dann ist man selbst schuld und verantwortlich, wenn etwas schiefgeht. (Was ein zu verschmerzender Nachteil ist.)
Vergleiche (musikalisch)
BAP (BAP! Herrje!) sind jetzt größer als die Beatles sind populärer als Jesus ist größer als eure Probleme seid nicht ihr.
„Westliche Werte“ des Tages (aber unironisch)
Julian Assange ist frei. (Wann Snowden?)
Hokr – Karabáč // Sexy: Murmeltiermänner
Es ist Montag. Schnurrmaschine gefällig?
Vorgestern habe ich endlich herausgefunden, wie man im „Fediverse“ Beiträge so formatiert, dass sie auch außerhalb der eigenen Technikblase, vulgo „Plattform“ (d.h. Mastodon auf Mastodon geht natürlich, Honk auf Lemmy ist nicht ganz so offensichtlich), funktionieren. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wofür man das überhaupt sinnvoll benutzen kann.
Frage der Woche: „Sicher, dass du lebst?“ Einerseits: Nein. Andererseits hätte ich dann vom Tindertrend des Jahres nichts mitbekommen: „Die Generation Z hat angeblich ein neues Sexsymbol: Männer, die wie Nagetiere aussehen“ (FAZ); womit das Problem der Überbevölkerung sich beizeiten ja auch erledigt haben sollte.
Während der Europameisterschaft seien Obdachlose noch weniger gern gesehen als sonst, erfahre ich im Gegenteil der FAZ. Mein Vorschlag wäre ja, ihnen eine Wohnung zu geben. Aber wer bin ich schon?
Was ich jedenfalls bin: Ein Freund guter Musik. Dieser hier zum Beispiel. (Keine Ahnung, worum es in dem Text geht. Aber es klingt gut.)
Guten Morgen.
State of Mind (22.06.2024)
I’d like to be just a little less rational.
Das Kaspersky der Anderen
Guter Anfang (Archivversion):
Die US-Behörden haben das Antivirenprogramm der russischen Firma Kaspersky verboten. (…) Grund für das Verbot sind demnach die Cyberangriffs-Fähigkeiten der russischen Regierung und deren Möglichkeiten, Aktivitäten von Kaspersky zu beeinflussen. Die Software der Firma sei in der Lage, Informationen von US-Unternehmen und Bürgern zu sammeln, die von der russischen Regierung missbraucht werden könnten, warnte die Behörde.
Aber mal so aus Interesse gefragt: Wann steht dasselbe für US-Software auf der Tagesordnung?
Liegengebliebenes vom 20. Juni 2024
Es wird einen zweiten Teil von Spaceballs geben. Leider ohne Möter.
Mozilla ist jetzt auch offiziell ein Reklameunternehmen. Hoffentlich bringt bald mal jemand einen Browser ohne kommerziellen Hintergrund raus. Gemeinnützig oder so. Warum ist eigentlich noch nie jemand auf diese Idee gekommen?
Großartige Zusammenfassung der derzeitigen Diskrepanz zwischen Unternehmen, die „künstliche Intelligenz“ nutzen, und solchen, die „künstliche Intelligenz“ nutzen sollten: „I Will Fucking Piledrive You If You Mention AI Again“.
xkcd, 2017: Haha, wäre es nicht lustig, könnte man jedes Emoji zu einem kotzenden Emoji machen?
Apple, 2024: Gute Idee!
Sportfans aufgepasst: Es sind – auf den Tag genau – nur noch fünf Monate bis zur Weltmeisterschaft!
Press F to pay respects
Schon jetzt mein Lieblingsfeminismus des Monats ist die Sportschau F, deren ausweisliches Ziel es ist, zusätzlich zu beliebten Menschensportarten wie Einen-Ball-Treten, Im-Kreis-Rennen und Schnellfahren auch Sport für andere Lebewesen wie zum Beispiel Frauen wenigstens am Rande zu streifen. Natürlich läuft das nicht im Fernsehen, weil sich normale Menschen nicht für Frauensport interessieren, sondern in dem carolintauglichen Blasenmedium Instagram.
Wo bleibt eigentlich die Sportschau D?
Warum habt ihr überhaupt noch ein Blog?

(Ernsthaft: Wenn ich noch einen einzigen Beitrag wie diesen in diesem Internet lese, in dessen Postscriptum sich irgendwelche Blogbetreiber darüber freuen, dass sie keine einzige Silbe selber schreiben müssen, komm‘ ich vorbei und zieh‘ euch das WLAN-Kabel raus.)
Russische Coronaleugneramerikaner
Die Globalisierung erreicht neue Sphären, erfahre ich: Die russischen Propagandabots der rechtsradikalen Coronaleugnerszene der Woche sind das US-amerikanische Militär.










