Persönliches
Liebe Kinder!

Es mag vielle­icht spießig klin­gen — und ich bezwei­fle ohne­hin, dass ihr das aus­gerech­net hier lesen werdet -, aber ich als ver­gle­ich­sweise alter Sack sage euch mal was, das ihr euch bitte umge­hend hin­ter die Ohren schreibt:
 
Es gibt wahrlich erwach­senere Anblicke als eine Horde rauchen­der 11-Jähriger, die an der Bushal­testelle ste­hen und mir stolz ins Ohr piepsen, dass sie ihrem Vater das Bier weggetrunk­en haben und danach “voll geil besof­fen” waren!

  • Erstens: Es ist mir egal, ich kenn euch nicht mal!
  • Zweit­ens: Rauchen macht nicht älter oder cool­er, es macht nur ärmer. Und tot­er.
  • Drit­tens: Trinken eben­falls.
  • Let­ztens: Ich bin ver­dammt noch mal nicht taub, und ich will’s auch nicht wer­den, also hört bitte, bitte auf,
    • euch im Lin­ien­bus ständig über 20 Rei­hen hin­weg zu “unter­hal­ten”
    • eure Geil­heit laut­stark zum öffentlichen Gespräch­s­the­ma zu machen (pubertär, besten­falls spät-)
    • Bushi­do oder ähn­liche Spastik­er (siehe ältere Beiträge) in ein­er Laut­stärke zu hören, dass selb­st denen, die die Texte nicht ver­ste­hen, die Ohren zuwach­sen — besten Dank!

Bis später, ihr Eier!
— euer Erk­lär­bär


P.S.: Huhu Stef­fi *sfg*!

MusikPolitikIn den Nachrichten
Noch mal Nahost

[1] Atom­waf­fen, und son­st so?
[2] Öster­re­ich, Teil 2
[3] Her­zlichen Glück­wun­sch, 5 Jahre Krieg!
[4] LaFee bzw. Videokri­tik
[5] Mod­ekrim­i­nal­ro­mane


[1] Kaum hat sich der Libanon ein biss­chen beruhigt, schon stürzen sich die Sicher­heits­fa­natik­er auf ein neues (altes) Opfer, den Iran. Von “UN-Res­o­lu­tio­nen” ist plöt­zlich die Rede und davon, dass wir alle sehr besorgt sind, dass der Iran so gemein ist und Atom­en­ergie erforscht und eventuell sog­ar so was wie Atom­waf­fen her­stellen kön­nte etc.
 
Den Poli­tik­in­ter­essierten dürfte das alles noch bekan­nt vorkom­men: Auch ein gewiss­er Herr Hus­sein soll im Besitz von Atom­waf­fen gewe­sen sein und auch wil­lens gewe­sen sein, sie einzuset­zen. Da drängt sich mit einiger Sicher­heit nicht nur mir die Frage auf: Fliegen dem­nächst Bomber über den Iran, auf der Suche nach dem Präsi­den­ten, der sich der­weil einen noch län­geren, ver­lausten Bart wach­sen lässt und in einem Erd­loch ver­steckt hält?
 
Und eine noch viel inter­es­san­tere Frage lautet doch wieder ein­mal:
Was geht’s uns an?
 
“Der Iran erforscht Atom­en­ergie.” Nun, das tut Deutsch­land eben­falls, genau wie viele andere Län­der. Warum sollte man (i.e. aus­gerech­net wir) ein Prob­lem damit haben?
“Aber der Iran kön­nte Atom­waf­fen her­stellen und in einem Krieg ver­wen­den!” — behauptet bitte wer? Nur weil Ahmadenid­schad über ein enormes Atompoten­zial (lat. potesse -> kön­nen) ver­fügt, sind wir alle in Gefahr? Entschuldigt, wenn das jet­zt naiv aussieht, aber ich für meinen Teil habe vor Bush weitaus mehr Angst als vor dem irren Iran­er. Atom­waf­fen ein­set­zen, um irgend­wo Krieg zu spie­len — warum sollte der Iran so was tun? Für die USA hinge­gen gäbe es mehr als genug Gründe, den Iran zu zer­bomben, zum Beispiel Erdöl, Erdöl oder wie wär’s mit Erdöl?
 
Doch, doch, liebe Skep­tik­er und BILD-Leser, genau so ist’s. Der Iran ist nun mal eine der wichtig­sten Ölförderge­bi­ete, und das ist dem Weißen Haus per se sus­pekt. Erdöl ist spätestens seit der Bushregierung ein nahezu per­fek­ter Anlass, in der jew­eili­gen Region den, äh, Frieden zu sich­ern (nochmals: siehe Irak). Die Unter­stützung der Bevölkerung ist mit Ver­mu­tun­gen wie “die haben Atom­waf­fen, die Schweine” in den USA bedauer­licher­weise fast mit voll­ständi­ger Sicher­heit gewon­nen (ich würde das pauschal als “Naiv­ität” beze­ich­nen), und mehr braucht’s nicht.
 
Gut, gut — von mir aus dür­fen sich Bush und Ahmadeni­d­ings gegen­seit­ig die Häuser weg­pusten. Abge­se­hen von dem ethis­chen Aspekt aber brin­gen solche Kriege üblicher­weise noch ein ganz anderes Prob­lem mit sich, landläu­fig als “Friedens­mis­sion” beze­ich­net, siehe aktuell im Libanon. Ich würde gern wis­sen, wie man sich eine “Friedens­mis­sion” mit Sol­dat­en und Panz­ern denn vorzustellen hat. Oder ist der alte Traum von den Friedenspanz­ern, die Blu­men statt Granat­en schießen, endlich wahr gewor­den?


[2] An dieser Stelle noch ein Wort zu Frau Kam­pusch: Na fein, nun hat sie der Welt also auf RTL — wo son­st? — all das erzählt, was wir seit Tagen wussten. Aber nun wis­sen wir auch, wie sie aussieht. Welch eine Freude. Das hil­ft uns wirk­lich weit­er. ;-)
(vor allem, weil man sie jet­zt leichter erken­nt, auf der Straße zum Beispiel, und den Rest ihres Lebens nicht in Ruhe lässt)
 
Aber immer­hin ist sie ehrlich genug, zuzugeben, dass sie Geld aus ihrer Ent­führung schla­gen will: ein Buch drüber schreiben, noch haufen­weise Inter­views geben und sich dumm und däm­lich ver­di­enen an der Sen­sa­tion­s­gi­er der eben­so Dum­men, was auch durch die angekündigte “Stiftung für Ent­führte” nicht deut­lich pos­i­tiv­er zu werten ist. Mir indes fällt dazu nur ein: Siehste?
 
Mir als — tut mir ja Leid! — Mann fehlt lei­der bzw. schön­er­weise jeglich­es Mit­ge­fühl für so eine Frau. Sie kann nichts dafür, dass sie ent­führt wurde, und die let­zten Jahre waren der Hor­ror für sie und so weit­er und so fort; nun, so hil­febedürftig kam sie mir im Inter­view — das ich im Übri­gen ohne Bild und nur aus dem Neben­z­im­mer ver­fol­gte, aus Desin­ter­esse zum Beispiel — gar nicht vor. Im Gegen­teil, auf mich machte sie den Ein­druck ein­er selb­st­ständi­gen und (trotz öster­re­ichis­ch­er Gene, scnr) gebilde­ten Frau, die alles andere als ver­stört durch die Gegend geht und — siehe oben — sich nicht unbe­d­ingt dafür schämt, die bere­its erwäh­nte Sen­sa­tion­s­gi­er (ich nenne es i.d.R. “BILD-Syn­drom”, weil erblich) der Unter- und Mit­telschicht auszunutzen, zumal

  1. wir wirk­lich inter­es­san­tere Prob­leme haben, z. B. die Arbeits­mark­t­si­t­u­a­tion, und
  2. in Afri­ka und Lateinameri­ka auch ständig Kinder ent­führt, jahre­lang gefoltert und in der Regel getötet (!) wer­den und uns das komis­cher­weise einiger­maßen am Gesäß vor­beige­ht

was ich, neben­bei erwäh­nt, als Phil­an­throp ohne­hin zum Brechen finde, und da frage ich mich doch, was Frau Kam­pusch zu einem besseren Men­schen macht, und über­haupt q.e.d. und Punkt.


[3] Weit­er im Text und apro­pos: Der 11. Sep­tem­ber feiert Geburt­stag. Ich als Kalen­derken­ner und Teilzeit-Erb­sen­zäh­ler halte es ohne­hin für ein Und­ing, dass man ein Datum als fest­ste­hen­den Begriff fes­tlegt (oder wer redet von “der 6. Dezem­ber”, wenn er den Niko­laustag meint?), zumal die Sprach­pan­sch­er eine ganz eigen­tüm­liche neue Regel geset­zt haben, die da lautet: “Nine-Eleven sowie 9/11 sind im deutschsprachi­gen Raum einge­tra­gene Marken des Jahres 2001” oder so ein Quark… ich jeden­falls stre­ich mir den Tag regelmäßig rot an und geh feiern. Kaf­fee und Kuchen und so. Die Musik bring ich aber selb­st mit!


[4] Und nochmals apro­pos, dies­mal Musik bzw. Quark: Heute schon gelacht? Erst kür­zlich hat­te ich das Vergnü­gen (jawoll!), LaFee — m.W. nach eige­nen Aus­sagen, aber zumin­d­est unver­hohlen stolz darauf, die Hauptschule (sic; vgl. Textpas­sagen wie “jed­er Arsch will mit dir gehn”) zugun­sten ein­er Musikkar­riere (sic!) abge­brochen zu haben; “Kopp zu” ist noch das Fre­undlich­ste, das mir dazu ein­fall­en will — also diese LaFee jeden­falls von ein­er ganz neuen Seite ken­nen­zuler­nen, näm­lich der chap­linesken, slap­stick­haften oder wahlweise auch chore­o­graphisch aus­ge­feil­ten. Wer teil­haben möchte an meinem Amuse­ment, möge ein­fach warten, bis auf VIVA das im Übri­gen ermü­dende Lied­chen “Prinzess­chen” von eben­jen­er ehe­ma­li­gen Hauptschü­lerin läuft — was i.d.R. nicht lange dauert — und umge­hend den Ton abdrehen.
 
Für die, bei denen VIVA Hausver­bot hat, habe ich hier eine kleine Zusam­men­fas­sung der Chore­o­gra­phie des Hauptvideos (jenes, in welchem LaFee in Satanis­ten- respek­tive Nut­ten­klei­dung im Wald rum­ste­ht und doof guckt) vor­bere­it­et:
Link­er Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, link­er Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, link­er Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn usw. und das ganze Spiel so 3–4 Minuten lang immer wieder hin und her (was geschrieben weit weniger debil aussieht als ge‑, äh, tanzt) — ich hoffe, das wird nicht der neue “trendy” Som­mer­tanz.
 
Ich, der ich stets einen möglichst großen Abstand zu allem Hiphopesken (… hieß früher Stot­tern und war heil­bar … das nur neben­bei) zu hal­ten bemüht bin, komme den­noch nicht umhin, hier Par­al­le­len zu den spastis­chen Zuck­un­gen von Bushi­do, Eko Fresh und wiesealle­heißen festzustellen; let­z­tendlich bleibt aber ein Gefühl der geisti­gen Über­legen­heit zurück, bei allem Respekt, den man empfind­en mag.


[5] Übri­gens, Mode: Kür­zlich fiel mir ein Krim­i­nal­ro­man in ein­er Frauen­zeitschrift (welche im Übri­gen nicht ich las) auf, der “Mod­ekri­mi” betitelt war. “Mod­ekri­mi?”, fragt sich da so manch­er (z.B. ich), “waren das nicht die 80-er?” … oder was bitte soll man sich unter einem Mod­ekri­mi vorstellen?
 
“Der Ein­brech­er, gek­lei­det in edlen Paris­er Samt mit blauen App­lika­tio­nen (Lager­feld, 500 Euro, gestohlen), brach in das Ate­lier des stat­tlichen Design­ers ein, der ger­ade in seinem kun­st­sei­de­nen Man­tel (Quelle, 39,95 Euro) durch sein nach Chanel duf­ten­des Büro” und so weit­er… na danke.


Har­ren wir also besorgt der Dinge, die da kom­men. Bis dahin blu­mige Grüße, vor allem an Stef­fi!
— euer Hob­by­paz­i­fist


Übri­gens, wieder ’ne neue eMule-Ver­sion von mir -> Klick!

Musik
Offener Brief

Als klein­er Nach­trag zu meinem vorigen Ein­trag, wo wir ger­ade bei “Musik” waren, noch ein Wörtchen an unsere geliebte “Musik“industrie, die ja die let­zten Wochen wieder damit ver­bracht hat, sich über man­gel­nde Ein­nah­men aufzure­gen:

Werte Entschei­der!
Ich weiß, in Zeit­en der glob­alen Ver­net­zung ist es alles andere als leicht, Geld mit etwas zu ver­di­enen, das man mit ein klein wenig Skru­pel­losigkeit auch kosten­los — und unge­heuer bequem! — online bekom­men kann. Es ist ja in der Tat nicht unbe­d­ingt moralisch vertret­bar, sich das geistige Eigen­tum ander­er Men­schen unbezahlt anzueignen; eure Ver­gle­iche mit Kaufhaus­dieben sind in meinen Augen auch dur­chaus berechtigt.
Dass ihr aber, wie so oft, die gesamte Onli­nege­mein­schaft pauschal in Sip­pen­haft nehmen und sym­bol­isch ver­prügeln wollt, halte ich doch für frag­würdig; ger­ade ihr, die ihr doch am meis­ten von ihr prof­i­tiert! Wo würdet ihr ste­hen, wenn nicht einst ein kleines Kind die Net­zge­meinde kosten­los mit dem Lied vom “kleinen Krokodil” bere­ichert hätte (und ihr euch nur wenig später an ihm)? Was wäret ihr nur ohne jene Kün­stler, die allein für die Kun­st und nicht für Geld spie­len — Gnarls Barkley und die Arc­tic Mon­keys, um nur zwei zu nen­nen?

Dass es tat­säch­lich noch Musik­er gibt, die sich nicht um euer Geld scheren, ist euch sichtlich unan­genehm. Klar, mit kosten­losen Down­loads habt ihr schlechte Erfahrun­gen gemacht. Wenn man euren Aus­führun­gen glaubt, sind Media Markt und das Pressezen­trum längst ver­gan­gene Bas­tio­nen glo­r­re­ich­er Zeit­en. Aber, ganz im Ver­trauen, ich sag euch mal was:

Nie­mand mit nur ein klein wenig Musikver­stand ist bere­it, sein (ger­ade angesichts der derzeit­i­gen Wirtschaft­slage) sauer ver­di­entes Geld für eure Retorten­bands auszugeben. Welch­es Argu­ment recht­fer­tigt bei der “rel­e­van­ten Ziel­gruppe” (das sind meines Wis­sens Men­schen über 12 Jahren) den Kauf ein­er CD von Bana­roo, Yoomi­ietc. und wie sie alle heißen mögen? Ander­sherum: Wie viele Kinder im Alter von sagen­wirmal 10–12 haben in Deutsch­land denn genug Geld, um euch über Wass­er zu hal­ten?

Ihr habt es euch zum Ziel geset­zt, alles, was euren Verkauf von Ton­trägern irgend­wie behin­dert oder erschw­ert, aus dem Weg zu räu­men, sofern möglich. Sehr edles Ziel. Aber meines Eracht­ens ist euer Wahlspruch der falsche. “Copy kills music” — das wäre zu ein­fach. Nein, das Prinzip heißt ein­deutig “Indus­try kills music”.
Ich gebe es zu, ich selb­st bin ein­er dieser Schw­erver­brech­er, denen der Kopf abge­hackt gehört, weil ich unver­schämt genug bin, lieber Webra­dio zu strea­men statt eure Plat­ten zu kaufen. Nun, so sind die GEZ-Gebühren immer­hin sin­nvoll angelegt. Dabei war es doch ein­mal so ein­fach: Ihr stellt Musik her, wir kaufen sie. Nur hat sich mit­tler­weile einiges geän­dert, und Ange­bot (Retortenge­hopse) und Nach­frage (Musik) sind alles andere als deck­ungs­gle­ich. Auf Dauer kann man auch mit noch so tollen Extras keine schlechte Musik wettmachen. Tool allerd­ings sind da eine Aus­nahme; ich wage zu behaupten, dass es zum Beispiel von 10.000 days mehr legale als ille­gale Kopi­en gibt, allein wegen des Art­work. Und warum wer­den seichte Grup­pierun­gen wie US 5 von euch mit Geld und Lob über­häuft, während musikalisch anspruchsvolle Kün­stler wie Ostkreutz oder sagen­wirmal The Gos­sip höch­stens unter “haben wir auch irgend­wo rum­liegen” geführt wer­den?

Ich denke, ich spreche für viele mein­er Leser, wenn ich euch fol­gen­des Geschäft vorschlage:
Ihr pro­duziert wieder gute Musik, und wir kaufen sie. Glaubt mir, mit Bands, die nach The Who oder meinetwe­gen auch nach The Bea­t­les klin­gen, kann man auch nach 40 Jahren noch reich wer­den. Dann fällt die kleine Quote der armen Irren, die weit­er­hin Tokio Hotel und Bana­roo down­load­en, nicht mehr ins Gewicht…

Klingt doch fair? Gut!

MusikPolitikIn den Nachrichten
Aktuelles zur Zeit

Huhu!
Bin kurz mal wieder da und habe doch tat­säch­lich eine Menge neuer Zeitkri­tik mit­ge­bracht!

[1] Neues vom Sex
[2] Arbeit­slosigkeit
[3] Ösis, Tiere, Sen­sa­tio­nen
[4] Nahost a.k.a. “heul doch!”
[5] Wir kapit­ulieren!
[6] Jam­ba und “Musik” im Fernse­hen
[7] Sur­face — Unheim­lich­er Schwachsinn


Fan­gen wir mal harm­los an:
[1] Es gibt Neuigkeit­en aus der Welt des Sex: Forschun­gen haben ergeben, dass Män­ner, die sich das Bett mit ein­er Frau teilen, am näch­sten Mor­gen unter Gedächt­nisver­lust lei­den. Das hat mit der unbe­wussten (soso, hm, aha?) ständi­gen Wahrnehmung des weib­lichen Kör­pers oder so zu tun… würde jeden­falls einiges erk­lären.


[2] Apro­pos erk­lären: Seit neuestem erk­lärt die Regierung ja jeden, der alle ihm zuste­hen­den sozialen Leis­tun­gen auch in Anspruch nimmt, gle­ich­sam zum Schmarotzer oder der­gle­ichen. Kön­nte mir evtl. irgend­je­mand erläutern, wo da der Sinn beste­ht? “So, jet­zt kön­nen Sie Hartz IV beantra­gen. Aber wehe, Sie machen das, Sie Sozialschmarotzer!”… oder wie? Wofür gibt es dann die zahlre­ichen staatlichen Förderun­gen, wenn sie nicht beansprucht wer­den sollen? Werte Mit­bürg­er, der Sozial­staat ist eine Lüge auf unsere Kosten! Wäre nett, wenn mal jemand was dage­gen unternähme. “Wir wer­den so regiert, wie Hei­de Simo­nis getanzt hat” (Urban Pri­ol).


[3] Dann ist da noch was anderes passiert, was ins­beson­dere die per se schreck­haften (“o Gott ich bin zu fett”) Frauen bewegt haben dürfte: So’n Mäd­chen — 18 Jahre — im Land der Schlucht­en­scheißer (i.e. Ösi­land) hat nach 8 Jahren der Ent­führt­seiung* erfol­gre­ich den Weg nach Hause wiederge­fun­den. So weit, so gut. Aber ich für meinen Teil schäme mich für mein Land und seine Medi­en! “Aus Rück­sicht auf das Mäd­chen wer­den vor­erst keine Befra­gun­gen durchge­führt”, aha, soso? Auf die Idee, aus Rück­sicht auf das Mäd­chen ein­fach mal die paar hun­dert Jour­nal­is­ten aus dem Vor­garten zu ent­fer­nen und aufzuhören, 24 Stun­den am Tag live vom Wohn­haus der Ent­führten zu bericht­en, kommt ihr also nicht, sen­sa­tions- und quotengeile Dep­pen, die ihr seid? Würde mich auch über­haupt nicht stören, nach 8 Jahren des (vorge­blichen, siehe weit­er unten) Mar­tyri­ums Tag und Nacht nicht in Ruhe gelassen zu wer­den. Echt nicht.
Kann mir, neben­bei gefragt, an dieser Stelle jemand erk­lären, wie man einen Men­schen, gle­ich ob Männlein oder Weiblein, eigentlich “sex­uell miss­brauchen” kann? Wenn mich mein aus­geprägtes Gespür für hohle Phrasen nicht sehr in die Irre führt, kann man doch nur missbrauchen, was man ander­sherum auch gebrauchen kann — hm? Ana­log cf. “Dro­genmissbrauch” (was wäre denn, liebe Phrasendresch­er, ein Kokaingebrauch im erlaubten Sinne?).

Aber zurück zum The­ma Ösient­führung: Ich finde es, gelinde aus­ge­drückt, “zum Brüll’n” (R. Gern­hardt), wie sich die “öffentliche Mei­n­ung” wieder ein Bild zurechtrückt. Zusam­men­fas­sung der von mir gesichteten Berichter­stat­tun­gen zu diesem The­ma: Das Mäd­chen behauptet, es sei ihm bei dem Ent­führer gut gegan­gen, so real­itäts­fern ist es gewor­den. Anders aus­ge­drückt liest sich das so: Es ging dem Mäd­chen gut, das ist Mist, dann haben wir nichts, worüber wir uns aufre­gen kön­nen, tz, dieses per­verse Schwein hat doch bes­timmt usw. … Gen­er­a­tion BILD, ich liebe dich!


[4] Soll­tet ihr übri­gens, werte Leser, an dieser Stelle einen mein­er gewohnt bis­si­gen poli­tis­chen Kom­mentare zum The­ma Nahost (ja nun auch schon was älter) ver­mis­sen, so muss ich geste­hen, dass mir nicht so recht was dazu ein­fall­en will. Denn mal ganz im Ernst und im Ver­trauen: Inter­essiert uns Israel wirk­lich, oder wollen wir — nach Afghanistan, Irak und Kon­go — nur wieder ein­mal den USA beweisen, dass wir uns als Welt­polizei dur­chaus eignen? Ich für meinen Teil — die extremen Linken unter meinen Lesern mögen mir verzei­hen — sehe es nicht ein­mal ein, den Staat Israel als gegebenes Poli­tikum zu akzep­tieren. Ist es nicht vielmehr so, dass Israel 1947 von Staat­en, die das im Grunde gar nichts ange­ht, unge­fragt mit­ten in die bere­its jemand anderem gehörige Pam­pa gepflanzt wurde und wir Deutschen seit­dem in all unser­er Schuld und unserem vorge­blichen Unrechts­be­wusst­sein die umgangssprach­lichen Füße still­hal­ten müssen, um im mil­itärisch erzwun­genen Bild von der heilen Welt (welch Ironie an dieser Stelle!) nicht aufz­u­fall­en; dass eben­so dieses Deutsch­land nach dem bish­er let­zten “offiziellen” deutschen Krieg (vgl. Kon­go etc.) selb­st de fac­to von ein­er Mil­itär­regierung gelenkt und geleit­et wurde, die auch nach dem Ende des Eis­er­nen Vorhangs weit­er ihre Fäden zieht, gle­ich­sam dafür Sorge trägt, dass aus­gerech­net im Land der Dichter und Denker unser dur­chaus berechtigter Nation­al­stolz (vgl. SPIEGEL 32/06, Seite 46 ff.) zum staats­feindlichen Gedankengut diskred­i­tiert wurde?

Und ist nicht eigentlich selb­st dieses Deutsch­land anno 1949 nur als Pro­vi­so­ri­um erschaf­fen wor­den, als “let­zte Bar­riere” der abendländis­chen Kul­tur, für dessen Bestand indes es seit 1990 keine rechtliche Grund­lage mehr gibt? Man erin­nert sich: Der Zwei-plus-Vier-Ver­trag, der Deutsch­land in sein­er heuti­gen Form zum Staat machte, wurde von ein­er Regierung geschlossen, die nach wie vor nur als Vertreter der de fac­to längst nicht mehr existieren­den “Siegermächte” han­del­ten; desweit­eren fehlt der Bun­desre­pub­lik seit eben­jen­em Jahr ein zen­traler Bestandteil ihrer Exis­tenz, näm­lich eine recht­skräftige Ver­fas­sung. Auch hier wird oft überse­hen, dass das so genan­nte “Grundge­setz” nur für die Dauer der Besatzung Bestand hat­te und nur für die Gren­zen von 1949 Gültigkeit besaß. Glas­nost, Per­e­stroi­ka und Kohl — klein­er intellek­tueller Scherz an dieser Stelle — haben diese Tat­sache bewusst ver­schwiegen, um die Vere­ini­gung — eine “Wiedervere­ini­gung” gab es bish­er nicht in der Geschichte der BRD; z.B. ein Deutsch­land in den Gren­zen von 1939 wäre wieder vere­inigt, aber die 1990 erschaf­fene Kon­stel­la­tion der deutschen Län­der war und ist ein völ­liges Novum — möglichst schnell und unbe­merkt durchzuführen, während eine rechtlich gese­hen notwendi­ge Volksab­stim­mung des “neuen” Deutsch­lands über die Ver­fas­sung völ­lig unter den Tisch fiel.

Faz­it: Die Deutschen in all ihrem vorge­blichen Freuden­taumel sind seit 1990 verfassungs‑, ergo staaten­los, fol­glich dur­chaus in ein­er israel-ähn­lichen Sit­u­a­tion. Und auch für jene, die “dieses poli­tis­che Gefasel” nicht inter­essiert, bleibt die Frage: Haben wir, in viel­er­lei Hin­sicht längst auf ein­er Stufe mit einem Entwick­lungs­land, nicht weitaus wichtigere Sor­gen als Atom­reak­toren im Iran (und wer beschw­ert sich über die USA? Na?) oder tote Kinder in Osteu­ropa?


[5] Dass unsere Ver­fas­sung (siehe oben) von Anfang an fes­tlegte, dass die Bun­deswehr auss­chließlich als Vertei­di­gungsarmee benutzt wer­den soll, wird auch gern mal unter den Tisch gekehrt; schon ein gewiss­er Franz Josef Strauß schick­te sie ins Aus­land, und die späteren SPD-Regierun­gen macht­en es nicht viel bess­er. Auch dass seit dem Zer­fall des “Fein­des” — sprich: des Ost­blocks — in den 90-ern jeglich­er Anlass zur Aufrechter­hal­tung ein­er Vertei­di­gungsarmee fehlt, führte nicht zu entsprechen­den Kon­se­quen­zen, son­dern im Gegen­teil zu der für Juris­ten und Bush­fre­unde inter­es­san­ten These “wenn wir uns nicht mehr vertei­di­gen müssen, sind wir für den Angriff bere­it”.

Mal ganz davon abge­se­hen, dass wir uns von ganz allein immer ver­wund­bar­er zeigen, was spätestens seit den dänis­chen Mohammed-Karika­turen selb­st dem Laien ersichtlich sein dürfte. Mein­er per­sön­lichen Ansicht nach ist auch dies eine Folge unseres ver­lore­nen Nation­al- und Kul­turbe­wusst­seins. Hen­ryk M. Broder drückt es im SPIEGEL 33/2006 meines Eracht­ens sehr passend aus:

Die Diskus­sion darüber, welche Pro­voka­tio­nen WIR unter­lassen soll­ten, damit SIE sich nicht gekränkt fühlen, führt zwangsläu­fig in das Reich des Absur­den.
Dür­fen fromme Juden von Nichtju­den den Verzicht auf Schweine­fleisch ver­lan­gen? Und mit Sank­tio­nen dro­hen, wenn ihre Forderung nicht erfüllt wird? Darf ein Hin­du in Indi­en Amok laufen, weil die Nieder­län­der die Heiligkeit und Unan­tast­barkeit der Kuh nicht anerken­nen? Wer Mus­li­men das Recht ein­räumt, sich darüber zu empören, dass die Dänen sich nicht an ein islamis­ches Ver­bot hal­ten, von dem nicht ein­mal fest­ste­ht, dass es tat­säch­lich existiert, muss solche Fra­gen mit einem klaren Ja beant­worten. Und schließlich auch Anal­pha­beten erlauben, Buch­hand­lun­gen zu ver­wüsten, denn in ein­er Welt, in der sich jed­er gekränkt und gedemütigt fühlen darf, darf auch jed­er entschei­den, welche Pro­voka­tion er nicht hin­nehmen mag.

Eine mögliche Lösung — die auch Broder ken­nt — hat­te der dänis­che Fortschrittspartei-Poli­tik­er Mogens Glistrup schon 1972:

Um Steuern zu sparen, sollte die dänis­che Armee aufgelöst und im Vertei­di­gungsmin­is­teri­um ein Anruf­beant­worter geschal­tet wer­den: “Wir kapit­ulieren!”

Gute Idee eigentlich.


[6] Würde es sich eigentlich lohnen, Jam­ba wegen Vor­spiegelung falsch­er Tat­sachen oder was-auch-immer zu verk­la­gen angesichts der bek­loppten “keine Coverversionen”-Werbung?
Kurze Auflis­tung:

  • Ser­gio Mendez feat. Black Eyed Peas: Mas que nada
    Cov­er von: Ser­gio Mendez: Mas que nada
  • Lumidee: Dance!
    Cov­er von: irgendso’ner 80er-Band
  • “Vogel­grippe”
    Cov­er von: einem ural­ten Kinder­lied (voll trendy, wa?)

Habe die Reklame ger­ade nicht hier, will ich auch nicht unbe­d­ingt. Da war jeden­falls noch irgen­dein viert­er hip­per Cov­erklin­gel­ton dabei. Kön­nt ihr ja beizeit­en selb­st über­prüfen, irgend­wann und qua­si jed­erzeit auf MTV (wofür stand das “M” doch gle­ich?), wenn nicht ger­ade ein­er dieser Dat­ing- oder Tun­ingsendun­gen kommt.

Apro­pos MTV (zur Ori­en­tierung: Das ist der Sender, auf dem die trendy Klin­gel­ton­wer­bung nur gele­gentlich vom Pro­gramm unter­brochen wird. Wie störend!): Die let­zten brauch­baren Musik­sendun­gen im deutschen Fernse­hen sind der Rock­palast (WDR), Tracks (arte) und MTV Rock­zone (doch, ehrlich). Nur meine Mei­n­ung.


[7] Als nor­maler­weise eher klar denk­ender Men­sch (der dies auch zu bleiben gedenkt) habe ich mich bis zur let­zten Folge von “Sur­face” erfol­gre­ich davor bewahren kön­nen, mir dieses irra­tionale Mach­w­erk anzuse­hen. Nun bin ich ja von Natur aus schaden­froh; vielle­icht ist das der Grund, warum ich eben­jene let­zte Folge ange­se­hen habe, in der Hoff­nung, dass die Charak­tere abtreten oder was-auch-immer Schreck­lich­es passiert (eine let­zte Folge ist nor­maler­weise nicht zum Spaß eine let­zte Folge). Ich muss zugeben, dieses grüne Wesen (Nim oder wie es sich nen­nt) hat was Sehenswertes an sich (wen­ngle­ich ich deut­liche Anlei­hen an E.T. erken­nen kann). Über den Rest der Folge war ich allerd­ings bestürzt (wenn auch nicht son­der­lich über­rascht) angesichts der erstaunlich vie­len Logik­fehler in erstaunlich kurz­er Zeit. Fassen wir die let­zten Minütchen mal zusam­men: Die scharfe Alte (Namen vergessen) tele­foniert, legt das Handy “kurz zur Seite” (wohin?), klet­tert handy­los über einen engen Maschen­drahtza­un und tele­foniert auf der anderen Seite see­len­ruhig weit­er. Da fragt man sich: Wie das?
Weit­er geht’s: Es fol­gt eine Belehrung, dass der Raum, den die bei­den Pro­tag­o­nis­ten betreten wollen, nicht bio­metrisch, son­dern durch einen Reti­nascan­ner gesichert ist. Schade, hier wird Bio­me­trie auf Fin­ger­ab­drücke etc. reduziert, aber außer Acht gelassen, dass die Reti­na (das Dings da in eurem Auge, liebe Leser) auch ein bio­metrisches Kri­teri­um darstellt, übri­gens weitaus fälschungssicher­er als Fin­ger­ab­drücke.
Wie auch immer man es aber nen­nt, jene scharfe Alte (siehe oben) jeden­falls umge­ht den “Augen­test” mit einem elek­tro­n­is­chen (!) Bild (!!) von einem zugangs­berechtigten Men­schen. Fre­unde von Dan Browns Buch “Illu­mi­nati” dürften wis­sen, dass kein Reti­nascan­ner der Welt etwas anderes zulässt als echte Augen, zumal kein gle­ich­wie hoch auflösendes Bild alle kleinen Details der Reti­na abbilden kann, schon gar nicht ein der­art flack­ern­des Com­put­er­bild wie in “Sur­face”. Für Inter­essierte empfehle ich Dan Burstein, “Die geheime Brud­er­schaft”, Seite 438 ff.
Über die Logik der Serie an sich ver­liere ich an dieser Stelle kein weit­eres Wort, das erübrigt sich dann wohl… (Sci­ence-Fic­tion ist ein selb­sterk­lären­der Begriff, denke ich. Quark und Käse eben­falls.)


(Wieso haben eigentlich der­art über­durch­schnit­tlich viele Indone­si­er die Vogel­grippe? Sodomie?)

Bis in ein paar Wochen dann. Vielle­icht.
Mein­ja­nur.
— euer Zyniker … np: Ostkreutz — Motor


Ach so, noch was… vor ’ner Weile im TV:
“Drück auf den grü­nen Knopf!” “Wie sieht’n der aus?” “Grün.” (Ster­ben — aber richtig, Pro Sieben; nicht ver­wech­seln mit einem ähn­lichen Zitat aus Ram­bo III!). Find ich spaßig, hihi — wenn auch nicht ansatzweise so spaßig wie der gle­ich­falls schon einige Wochen alte lit­er­aturkri­tis­che Geschrieb* “Man schreibt Deutsh” (sic!) von Ste­fan Gärt­ner (10,00 Euro, ein­fach im Buch­han­del guck­en), den ich nun, um diesen Ein­trag zu beschließen, zumin­d­est lit­er­arisch unbe­lasteten Tuxblog-Lesern ans Herz leg­en möchte (wen­ngle­ich, auch Fre­unde von Adorno und/oder Grün­bein wer­den ihre Freude daran haben).


Ich weise nach­tragsweise hier­mit darauf hin, dass mit * gekennze­ich­nete Worte mein geistiges Eigen­tum sind. Wortk­lauer wer­den mit Böseangeguck­t­fühlen* bestraft. Fies, wa?

PersönlichesProjekte
Tuxis Wellness-Tipps, Teil I

Tipp des Tages: Ein­fach mal so 4–5 Tage kein großes Geschäft ver­richt­en. Nach dieser Zeitspanne kann man’s wagen. Ihr werdet sehen: Ein abso­lut geiles, entspan­nen­des Gefühl. Hab ich übri­gens das Patent drauf. Tux­is Well­ness-Schiss. E_E

Genug gewitzt… gibt was Neues für alle Fre­unde legaler Tauschbörsen… meine eMule-Mod­i­fika­tion eMule beba ist endlich im Final-Sta­tus angekom­men. Wün­sche viel Spaß.

So, bin wieder weg… ;-)

PolitikIn den Nachrichten
Die Welt trauert

Liebe Fre­unde der absur­den Com­e­dy,
trau­rige Über­schrift, nech? Ja, die Welt trauert, und das ist aus­nahm­sweise nicht mal pes­simistisch dargestellt.

Deutsch­land trauert spätestens seit Klins­man­ns Rück­tritt — das hat ja nicht lange gedauert mit der WM-Euphorie. Zu dumm für das Merkel, da hat­te es gar keine Chance, die während der WM ver­saubeutel­ten “Refor­men” zu ver­steck­en! Wenn Brecht das wüsste…

Und dann wären da noch einige “echte” Todes­fälle zu bekla­gen:

  • Robert Gern­hardt (“der Kra­gen­bär, der holt sich munter / einen nach dem andern runter”)
    Welch­er Banause hat eigentlich den Stuck­rad-Barre dafür bezahlt, dessen Nachrufe zu ver­fassen? Pein­lich, pein­lich…
  • Rudi Car­rell (Käse aus Hol­land, n.f.c.)
  • … und dann wäre da noch ein­er der kreativsten Musik­er der let­zten 40 Jahre, Mit­grün­der von Pink Floyd und Fast­gan­za­llein­ver­fass­er von denen ihrer eigentlich ganz guten ersten Plat­te:
    Syd Bar­rett!
  • Das aber nur der Voll­ständigkeit wegen. Schlimm genug, dass die Medi­en sich auf den Car­rell “eingeschossen” haben und darüber den Bar­rett fast vergessen…

    Apro­pos Tote: Geht dem­nächst mal wieder ins Kino. Helge Schnei­der spielt Hitler — das kann nur ein Erfolg wer­den! ;-)

    Nun aber mal genug getrauert, Zeit für etwas Ablenkung. Heute keine schlecht­en Witze, dafür ist die Welt zu schlecht. Stattdessen noch ein paar Hin­weise in eigen­er Sache:

  • Buchempfehlung: Robert Gern­hardt: Gesam­melte Werke (oder wie sich das nen­nt).
    Wer bish­er nichts mit Lyrik zu tun haben wollte, wird hier schnell seine Mei­n­ung ändern. Ihr werdet euch in der ersten Hälfte krank und in der zweit­en wieder gesund lachen (frei nach Erich Käst­ner) — ver­sprochen!
  • CD-Empfehlung: The Gos­sip: Stand­ing in the way of con­trol. Laut, sel­ten und völ­lig irre — also genau das Richtige für alle fleißi­gen Tuxblog-Leser. ;)

Schöne Ferien an alle Nichtver­sager, Topfkuchen und Rest der Welt! Viel Spaß mit euren School’s Out-Bekan­ntschaften (hehe)…
* Tuxi (gibt’s auch als Sin­gle-CD *gröl*)

P.S.: Zitat des Tages: “Sie sind festgenom­men wegen ziel­losen Herum­schlen­derns” (RTL II, “Cops”). Schöne neue Welt!

Edit:
Los, kauft mir was! *sfg*

Persönliches
Übrigens, im Auftrag…

Es passiert nicht oft, dass ich so kurz hin­tere­inan­der so viele Beiträge (2!) schreibe, aber wer kön­nte den schön­sten Augen der Welt wider­ste­hen?

“end eeeeeeeeeeeeeeeeeiei will olweis loff juu­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­u­uhuhuhuhuhuhuh­huhuhu, eii­i­i­i­i­i­i­i­i­i­ii will olweis loff juu­u­u­u­uu!”

*hüs­tel*

Äh, weit­ergehn, hier gibt es nichts zu sehn…

Übri­gens, schö­nen Tag des Kuss­es an alle Anwe­senden…

MusikSonstiges
Waldmeister zum Zweiten

54, 74, 90, 2582096236… wie auch immer — sagte ich ja. Bleibt die Frage, ob Wald­meis­ter oder Vize­wald­meis­ter. Mal schauen.

PolitikIn den Nachrichten
Zum Thema Nationalstolz

Sers,
aus aktuellem Anlass (The­ma “Abschaf­fung der Nation­al­hymne”) mal ein paar total tolle Fra­gen und Mei­n­un­gen:

Erstens: Die Begrün­dung “Naz­i­hymne” ist lächer­lich. Wer Hoff­mann von Fall­er­slebens restliche Werke ken­nt, weiß das. Davon mal abge­se­hen: Stich­wort “Die Inter­na­tionale”. Böse, böse Kom­mu­nis­ten. Wo bleibt der Ver­bot­santrag?
Zweit­ens: Die Begrün­dung “deutschna­tion­al” ist lächer­lich. Es heißt nicht zum Spaß “Nation­alhymne”. Und sowieso: Im Ver­gle­ich zu den Nation­al­hym­nen von kul­turellen Bren­npunk­ten wie z.B. Frankre­ich oder (hehe) Togo ist das “Deutsch­land­lied” harm­los­er als ein Kinderge­burt­stag. “Zu den Waf­fen!”…
Und sowieso: Ver­lo­gene Bande. Ein­er­seits lassen “wir Deutschen” keine Gele­gen­heit aus, den “Amer­i­can Way of Life” zu leben, aber ander­er­seits… Coca-Cola jed­erzeit, aber “Ster­ben für den Sieg” auf keinen Fall. MTV sich­er, Angriff­skriege bloß nicht. Hip-Hop ja, Patri­o­tismus nein. Nicht, dass ich gern einen deutschen Angriff­skrieg miter­leben würde, oller Paz­i­fist, der ich bin — nur…
Habe ich schon erwäh­nt, dass die USA ein­gereiste Aus­län­der nicht länger als ein Jahr im Land dulden? Aber so was ist bei uns in weit­er Ferne. Natür­lich: Wer Ein­reisebeschränkun­gen fordert und dazu patri­o­tis­che Flaggen schwenkt, ist ein bös­er, bös­er Hitler­fa­natik­er und gehört umge­hend ver­gast. Nicht wahr, Herr Bush?

Es ist bedrück­end, in dem Land der Dichter und Denker zu leben und sich dafür schä­men zu müssen. Noch die dritte Nachkriegs­gen­er­a­tion soll gefäl­ligst im Staub kriechen vor den allmächti­gen Ali­ierten, als Entschuldigung für all das, was man in der Jus­tiz “Erb­schuld” nen­nt und unter Hitler “Sip­pen­haft” betitelt wurde. Hach ja, da kommt so ein spaßiger ras­sis­tis­ch­er (sic!, vgl. Mar­tin Luther King) Nar­ren­vere­in (USA) in Deutsch­land reinspaziert und drückt uns seine Geset­ze auf…

Klein­er Denkanstoß: Die NSDAP-Regierung war de iure kein Ver­brecher­regime (wir dür­fen das nicht nach unseren Maßstäben beurteilen — andere Gesellschaft, andere Ver­fas­sung!), da kön­nen sich die Lehrergew­erkschaften aufre­gen, wie sie lustig sind. Nach welchen Maßstäben denn bitte? Etwa Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit? Men­schen­rechte (sofern man im Ver­gle­ich mit den USA dieses Wort über­haupt nen­nen darf –> Guan­tanamo) gab es in den 30-er Jahren fak­tisch nicht, auch nicht in Deutsch­land. Bürg­er­rechte gab es allerd­ings, auch in Deutsch­land — nur ist es damals wie heute Sache des Staates, zu bes­tim­men, wer Bürg­er sein darf und wer nicht.
(Nehmen wir ein­mal an, ich liege gewaltig daneben — wäre nicht das erste Mal! — und es gab doch grundle­gende Men­schen­rechte in Deutsch­land. Was geht es die USA dann an, ob die Deutschen sie respek­tierten oder nicht?)

Die “Ver­brechen”, die den Deutschen ange­lastet wur­den und noch heute wer­den, waren keine: Die Juden­ver­nich­tung zum Beispiel, so unmen­schlich sie erscheinen mag, war dur­chaus geset­zlich legit­imiert. Dank der absoluten Mehrheit der vom Volk (!) gewählten NSDAP ver­lief all das poli­tisch kor­rekt. Mal als Beispiel: Die Große Koali­tion z.B. hat eine ähn­liche Entschei­dungs­ge­walt, sie kön­nten die Ver­fas­sung eben­so nach Belieben ändern. Schön, dass wir keine radikalen Kräfte in der Regierung haben (ja, wer spon­sert denn die Antifa? Huch!) — son­st wären wir arm dran. Ach so, sind wir ja…

Apro­pos Juden­ver­nich­tung: Seit dem Mit­te­lal­ter wer­den Juden sys­tem­a­tisch ver­fol­gt. Schon vor Hitler mussten Juden in Deutsch­land (resp. im Kaiser­re­ich) viele Ein­schränkun­gen in Kauf nehmen, z.B. was ihre Schul­bil­dung und ihren Beruf­sweg betraf. Ver­gast oder nicht ver­gast, Ver­fol­gung bleibt eben doch Ver­fol­gung. Und wer käme denn auf die Idee, die christliche Kirche zu ver­bi­eten? Sie hat im 12. Jahrhun­dert auch einige sehr inter­es­sante Dinge in Jerusalem getrieben. Oder ist das, ups, schon ver­jährt? Wann ver­jährt Juden­ver­fol­gung eigentlich?

Ich bitte alle poli­tisch informierten Leser darum, diese Fra­gen in den Kom­mentaren zu erläutern. Ich versteh’s nicht…
(nein, “Hitler war scheiße” und “lol du Nazi” ist keine Begrün­dung, liebe Antifa)

Noch was zum The­ma Nation­al­hymne:
Ich weise dezent darauf hin, dass während der Entste­hung des “Deutsch­land­liedes” eben­jenes “Deutsch­land” kein ein­heitlich­er Staat war, und ich bezwei­fle, dass die deutschen Könige und Herzöge eine solche Vere­in­heitlichung gle­ich­welch­er Art irgend­wie befür­wortet hät­ten. “Deutsch­land, Deutsch­land über alles”… nun, man kann es dur­chaus als Ein­heitswun­sch inter­pretieren. Oder eben auch nicht…

Grüße von eurem Lieblingssokratik­er!

NACHTRAG:
Der Bär ist tot, es leben die Mörder! Ich hoffe, der Tier­schutzvere­in hat wenig­stens dies­mal Erfolg…

In den Nachrichten
Ärzte ohne Grenzen

Pri­ma, pri­ma: Da haben sich doch ein paar Pol­lidick­er tat­säch­lich meine Ideen zur Gesund­heit­sre­form abgeschaut. 5 Euro pro Arztbe­such… dann wird Deutsch­land wieder jünger. Oh, jubel, freu (Ren & Stimpy).

Har­ren wir also der Dinge, die da noch kom­men — vielle­icht wer­den wir sie noch (üb)erleben. Prost Mahlzeit!

Sonstiges
Modisches

Liebe Mäd­chen!
Ich weiß, es wird Som­mer, fol­glich heiß; dass sich das nahezu zwangsweise auch auf die Bek­lei­dung auswirkt, ist mir eben­falls bekan­nt. Aber auch, wenn die BRAVO was anderes behauptet: Es ist sehr, sehr unat­trak­tiv, wenn dicke Mäd­chen aus viel zu kurzen Tops und Röck­en quillen. Sieht aus wie Topfkuchen, ist nur nicht so appeti­tlich.

Und apro­pos viel zu kurz: Muss es wirk­lich sein, dass man mit 14, 15 Jahren schon herum­läuft wie Mata Hari? Män­ner fängt man i.d.R. mit Charme — mit Erotik fangt ihr garantiert nur diejeni­gen, die ihr am aller­wenig­sten fan­gen wollt.

Wie sagte schon mein ehem. Griechis­chlehrer? “Mode hat was mit Ver­mod­ern zu tun.”

Lasst es euch mal durch den Kopf gehen, und eine Kugel gle­ich hin­ter­her!

Sexy Grüße,
der Spielverder­ber.

MusikIn den NachrichtenKaufbefehle
Das Runde muss in das Eckige

Huhu, liebe Fußball­fans, und natür­lich huhu Natha :>,
bei Durch­sicht mein­er Noti­zen fiel mir doch tat­säch­lich auf: Bald ist wieder Bürg­erkrieg, äh, Fußball-WM! Da dachte ich mir als i.d.R. halb­wegs akzept­abel informiert­er Nich­tan­hänger jeglich­er sportlich­er Betä­ti­gung und in mein­er Rolle als Web­spam­mer, äh, ‑blog­ger, guck­ste doch mal, ob du das irgend­wie ver­wursteln kannst. Et ecce, da find­en sich einige Sus­pec­ta:

Begin­nen wir mit der Vorgeschichte: Vor weni­gen Jahren kommt das “endgültige Satiremagazin” Titan­ic nach eini­gen Jahren öffentlichkeitswirk­samer Poli­tak­tio­nen (als Beispiele seien nur mal die “Wahlkämpfe” für die SPD (Mot­to: “wir geben auf.”) sowie für die F.D.P. (“juden­frei und Spaß dabei”) erwäh­nt) auf die cet. nicht mal schlechte Idee, bei der Wahl des Aus­tra­gung­sortes 2006 mitzus­tim­men. Der Ver­such, die Jury mit einem Paar Würsten und ein­er Kuck­uck­suhr (sic!) zu bestechen, resul­tierte immer­hin darin, dass das entschei­dende Jurymit­glied (Zitat: “This final fax broke my neck”) sich ver­stört sein­er Stimme enthielt; im Rück­blick nun auch darin, dass wir Deutschen in Kürze haufen­weise grölende, pöbel­nde, betrunk­ene Neg‑, äh, starkpig­men­tierte Men­schen afroamerikanis­ch­er Herkun­ft begrüßen “dür­fen” — übri­gens eine fremde Fed­er, mit der sich “Kaiser” Beck­en­bauer heute gern schmückt. Der Depp.

Apro­pos Neger — gehen wir über zum näch­sten Punkt, näm­lich dem Slo­gan* “Die Welt zu Gast bei Fre­un­den”. Eins vor­weg: Wer sich so was aus­denkt, pappt sich auch bunte “Du bist Deutsch­land”-Kack­haufen aufs Auto. Ander­er­seits, wusste da das Organ­i­sa­tion­skomi­tee wieder mehr als ich? Denn nun ist’s wurscht, wie schlecht die Deutschen spie­len — wir kön­nen hin­ter­her mit Fug und Recht behaupten, es seien ja ohne­hin nur Fre­und­schaftsspiele gewe­sen. Ich frag mich nur: Wessen Fre­unde woll’n wir sein? Um Gottes Willen nicht die von diesem grausi­gen Goleo-Viech (was sym­bol­isiert das eigentlich? Christoph Daum auf Koks?) — da schon lieber die vom Schied­srichter (Merk?)!

Bin ich übri­gens der Einzige, dem die tolle WM-Hymne jet­zt schon auf den Zeiger geht? …

P.S.:
Olé Brasil­ia!

P.P.S.:
Bish­eriges Topal­bum des Jahres: Tool — 10.000 Days. Kann ich nur wärm­stens empfehlen. Das Album neb­st Rezen­sion gibt’s hier. Allein schon das Art­work (derzeit gibt’s eine ver­mut­liche Lim­it­ed Edi­tion mit beigelegter Lupe, damit man’s bess­er beäu­gen kann) ist den Kauf alle­mal wert. HTH!

* Slo­gan kommt übri­gens aus dem Gälis­chen (slough ghain = Schlachtruf) — na, dämmert’s?

In den Nachrichten
Gedanken zum 1. Mai

Ach, klein­er Nach­trag (hätt ich fast vergessen):

[13:26] @Theodor_Adorno> 1.mai ist bul­len­klop­pen @ berlin
[13:26] @Theodor_Adorno> wer kommt mit?
[13:26] @[D]Tr1GGeR> ach scheiße
[13:26] @[D]Tr1GGeR> maikrawalle sind uch noch
[13:26] @[D]Tr1GGeR> ;(
[13:28] @[D]Tr1GGeR> ma bei ebay guck­en ob man wieder balkon­plätze für die maikrawalle in berlin ersteigern kann
[13:28] @[D]Tr1GGeR> :D

Also schlag ich doch direkt mal nach:

- Tag der Arbeit in vie­len Staat­en (“Inter­na­tionaler Kampf­tag der Arbeit­erk­lasse”)
— Die Nacht zum ersten Mai wird auch als Walpur­gis­nacht beze­ich­net
— In Berlin find­en an diesem Tag die Kreuzberg­er Krawalle statt, die stets mit gewalt­täti­gen Auss­chre­itun­gen ver­bun­den sind.

(Quelle)

Gehen wir die Liste mal durch:

Tag der Arbeit

Er wird auch als Kampf­tag der Arbeit­er­be­we­gung, Tag der Arbeit oder Maifeiertag beze­ich­net.

“Kampf­tag” — wieso ist aus­gerech­net das meine erste Assozi­a­tion? Bin ich durch die Medi­en so sehr ver­dummt wor­den, oder ist es die Absicht unser­er Poli­tik, den “Tag der Arbeit” zu ver­dunkeln? Ich meine, angesichts der derzeit­i­gen Wirtschaft­slage wäre “Tag der Arbeit” auch Gal­gen­hu­mor im schwärzesten Sinne (R.I.P. Bill Hicks).

In den sozial­is­tis­chen Län­dern wurde der 1. Mai als “Inter­na­tionaler Kampf- und Feiertag der Werk­täti­gen für Frieden und Sozial­is­mus” began­gen.

Logis­che Fol­gerung: Deutsch­land ist 1) ein sozial­is­tis­ches Land, zumin­d­est aber 2) über­wiegend von Alt- und Neu­sozial­is­ten bewohnt.
(nun, die Zustände in Deutsch­land sind in der Tat denen in der DDR 1989 sehr ähn­lich — nur dass wir ver­mut­lich nicht auf einen Umsturz hof­fen dür­fen, Polizei etc.)

Walpur­gis­nacht
Die Wikipedia ken­nt dazu Alte Bräuche — Das Hex­en­bren­nen in der Ober­lausitz.

Hex­en­bren­nen, hmmm… eigentlich eine sehr nüt­zliche Tra­di­tion… n.f.c.

Krawalle
Siehe oben.

In diesem Sinne, feiert schön und haut mal so richtig auf die Po… den Putz!

Sonstiges
Wetter, Wetter, Wetter

So, liebe Fre­unde des debilen Humors,
ich bin überzeugt, ihr ken­nt das Prob­lem: Ihr sollt, wollt oder müsst unbe­d­ingt was schreiben, aber euch fehlt ein geeignetes The­ma. Und was machen Leute, die kein The­ma haben? Richtig, sie reden übers Wet­ter.

Nun, was ist zu unserem Wet­ter zu sagen? Ver­reg­net (Goslar), angenehm (Bay­ern), arschkalt (Nord­see)… alles beim Alten, auch die Gemüter der Leute, die da wohnen. Woran liegt’s? Ich ver­mute, wie immer an der Poli­tik (z.B. der Repres­sion, äh, “Kon­junk­tur”). Aber was will man dage­gen machen? Selb­st unsere Ang­ie macht gute Miene zum bösen Gesicht, äh, Spiel. Also doch Rev­o­lu­tion? Wir müssen’s ja der Antifa nicht sagen, dann bleibt’s auch schön friedlich.

Denkt drüber nach!
— ich (heute mal i.V. Neue Frank­furter Schule)