Nerdkrams
Inter­net Explo­rer 7: Review

Weil ich das im letz­ten Blog­ein­trag nicht mehr ver­wur­sten konn­te, hier mal außer­halb der Norm ein klei­ner Tech­nik­be­richt…
Habe als tech­nisch inter­es­sier­ter Web­log­ger einen kur­zen Blick auf den neu­en Inter­net Explo­rer gewor­fen; und wie schon Gevat­ter Gaul (Ren & Stim­py Show) sag­te: Nein, Sir, gefällt mir nicht.
 
 
Was sofort auf­fällt
Erster Start: Aha, die zahl­lo­sen Vor­ab-Screen­shots hat­ten lei­der Recht, das Ding sieht zum Ver­zwei­feln aus. Aber inter­es­san­ter­wei­se hat Micro­soft end­lich mal eine Ober­flä­che ent­wickelt, die sich nicht ins Stan­dard­aus­se­hen von Win­dows (das ja per se auch nicht son­der­lich attrak­tiv ist) ein­fügt.
(Fast noch schlim­mer trei­ben sie’s bis­her nur in Office 2007; wer Screen­shots sucht, kann sich ja mal hier umschau­en…)
 
Stan­dard­mä­ßig kei­ne Menü­lei­ste, über­haupt kei­ne Sym­bol­lei­ste; für Deskmod­der ein Graus. Statt­des­sen „Tab­bed Brow­sing“ (meh­re­re Sei­ten in einem Fen­ster), „Liv­e­feeds“ (RSS-Ticker als dyna­mi­sche Lese­zei­chen) und eine Adress­lei­ste, über deren Inspi­ra­ti­on ich nicht all­zu­lan­ge nach­den­ken muss­te:
 

Fire­fox
 

Inter­net Explo­rer
 
Übri­gens, die­se tuf­fi­gen Sym­bo­le rechts neben den Tabs im IE las­sen sich für Fire­fox auch nach­rü­sten; die ent­spre­chen­de Erwei­te­rung nennt sich „MenuX“, gibt’s hier
 
 
Tech­ni­sche Aspek­te
Die schlech­te Nach­richt zuerst: der neue IE benutzt neue Stan­dard­schrift­ar­ten, is‘ also nix mehr mit „sans-serif = Ari­al“; hier wer­den Web­de­si­gner umden­ken müs­sen.
Schö­ner­wei­se hin­ge­gen wur­de die Ren­de­ring-Engi­ne end­lich mal kom­plett umge­krem­pelt; es gibt immer noch eini­ge Unstim­mig­kei­ten zwi­schen den CSS-Stan­dards und der IE-Dar­stel­lung, aber bis­he­ri­ge Fire­fox-Plus­punk­te wie zum Bei­spiel fest ste­hen­de Text­con­tai­ner (fixed) kön­nen jetzt ohne kru­de Brow­ser­wei­chen dar­ge­stellt wer­den.
 
Auch sehr schön sind die neu­en Sicher­heits­ein­stel­lun­gen: fast alle rele­van­ten Neue­run­gen von Fire­fox 2.0 (allen vor­an der Phis­hing­schutz) fin­den sich im IE wie­der; jetzt hängt Micro­soft nur noch weni­ge Mona­te anstel­le vie­ler Jah­re hin­ter­her, Respekt (klei­ner Zynis­mus an die­ser Stel­le)!
 
Und beim Fea­ture­klau aus Fire­fox war Micro­soft groß­zü­gi­ger als erwar­tet: Im Popup­me­nü „Extras“ – das die sehr unpas­send plat­zier­te Menü­lei­ste gut erset­zen kann – fin­det sich sogar ein Addon-Manage­ment, das für die Ver­wal­tung von Brow­ser­plug­ins (BHOs, Brow­ser Hel­per Objects) zustän­dig ist; sehr nütz­lich, wenn Ver­dacht auf infi­zier­te Activ­eX-Objek­te besteht.
 
 
Resü­mee
Der Inter­net Explo­rer 7.0 ist – das muss ich als sonst Micro­soft-kri­ti­scher Benut­zer lei­der zuge­ben – eine sehr brauch­ba­re Erfin­dung. Es wur­de nicht am fal­schen Ende gespart; die Neue­run­gen in der CSS-Dar­stel­lung waren (und sind) eben­so wich­tig wie das Tab­bed Brow­sing – bis­her ein K.O.-Kriterium im Brow­ser­ver­gleich. Auch die Sicher­heits­fea­tures sind ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Ledig­lich das bun­te Durch­ein­an­der der Ober­flä­che hät­te nicht sein müs­sen; war­ten wir mal ab, was noch pas­siert…


So, ‚tschul­digt den klei­nen Exkurs, der näch­ste Ein­trag wird wie­der inter­es­san­ter…
– euer Cyber­ter­ro­rist