Nerdkrams
Exif- und IPTC-Tags sta­pel­wei­se löschen

Ihr kennt das viel­leicht: Ihr geht mit eurer Digi­tal­ka­me­ra durch eure Umwelt, macht Fotos und publi­ziert sie womög­lich gar, und Mona­te spä­ter fällt euch auf, dass eure Kame­ra Meta-Tags in den Bil­dern hin­ter­las­sen hat, was die Datei­en unnö­tig auf­bläst und oben­drein beredt Aus­kunft über euer equip­ment erteilt. Meist habt ihr die Bild­da­tei­en nicht ein­mal mehr auf der Fest­plat­te, müss­tet sie also erst wie­der her­un­ter­la­den, um die Tags ent­fer­nen zu kön­nen.

Nun könn­te man die­sem Pro­blem natür­lich mit spe­zi­el­len Anwen­dun­gen wie etwa dem in der kosten­lo­sen Ver­si­on nicht sta­pel­fä­hi­gen Exif Tag Remo­ver oder den übli­chen Hilfs­pro­gram­men (einem FTP-Cli­ent zum Run­ter- und Hoch­la­den eurer Datei­en und einem skript­fä­hi­gen Gra­fik­pro­gramm wie etwa dem gleich­falls nicht all­zu preis­wer­ten Ado­be Pho­to­shop) zu Lei­be rücken, aber ich neh­me an, ihr als mei­ne Leser erwar­tet fle­xi­ble­re und vor allem kosten­lo­se Alter­na­ti­ven, die sich wun­der­bar in der Kon­so­le und somit etwa auch in Batch-Skrip­ten nut­zen las­sen. Die fol­gen­den Schrit­te sind unter Win­dows, Mac OS X und Linux glei­cher­ma­ßen durch­zu­füh­ren, die ver­wen­de­te Soft­ware läuft über­all dort. Ich erklä­re es mal im fol­gen­den Bei­spiel nur für Micro­soft Win­dows, da die mei­sten mei­ner Besu­cher die­ses Betriebs­sy­stem ver­wen­den; die Vor­ge­hens­wei­se unter den ande­ren Betriebs­sy­ste­men ist aber weit­ge­hend iden­tisch.

Zunächst soll­tet ihr den NcFTP-Cli­ent instal­lie­ren, ein Kon­so­len-FTP-Pro­gramm, das weit mehr Mög­lich­kei­ten bie­tet als der jeweils betriebs­sy­stem­ei­ge­ne ftp-Befehl. Dar­auf kom­me ich noch zu spre­chen. Außer­dem braucht ihr das Exif­Tool; ich emp­feh­le die vor­kom­pi­lier­te Ver­si­on, sofern ihr nicht Linux nutzt oder euch mit Perl aus­kennt (in die­sem Fall soll­tet ihr statt die­sem Bei­trag zunächst die Doku­men­ta­ti­on kon­sul­tie­ren), unter Win­dows also das im .zip-Archiv ent­hal­te­ne Pro­gramm exiftool(-k).exe, das ihr belie­big umbe­nen­nen könnt. Spei­chert es am besten im NcFTP-Ver­zeich­nis, das spart spä­ter ein wenig Tipp­ar­beit.

Ist alles so weit ein­ge­rich­tet, kann die Arbeit begin­nen. Öff­net ein Kon­so­len­fen­ster mit der Tasten­kom­bi­na­ti­on Windowstaste+R und der Ein­ga­be cmd. Ein schwar­zes Fen­ster mit einem Ein­ga­be­cur­sor soll­te geöff­net wer­den. Wech­selt dort nun in euer NcFTP-Ver­zeich­nis und legt ein Unter­ver­zeich­nis an, in dem ihr die Bild­da­tei­en zur Ver­ar­bei­tung zwi­schen­spei­chern könnt, zum Bei­spiel so:

cd „C:\Program Files\NcFTP“
md abla­ge

Jetzt könnt ihr mit­tels NcFTP zunächst die zu ändern­den Bild­da­tei­en auf euren Rech­ner (in das neu erstell­te Ver­zeich­nis „abla­ge“) kopie­ren, am besten also gleich euer gesam­tes Bil­der­ar­chiv. NcFTP besteht im Wesent­li­chen aus den bei­den Pro­gram­men NcFTPGet (her­un­ter­la­den) und NcFTPPut (hoch­la­den). Zunächst wird erste­res benö­tigt. Die Syn­tax für das Kopie­ren von Ver­zeich­nis­sen vom FTP-Ser­ver auf eure Fest­plat­te lau­tet:

ncftpget ‑R ‑u Benut­zer­na­me ‑p Pass­wort FTP-Ser­ver Ziel­ord­ner Quell­ord­ner

Ange­nom­men, eure Bil­der lie­gen auf dem FTP-Ser­ver meinServer.de unter /archiv/bilder/ und des­sen Unter­ord­nern, sähe der zu ver­wen­den­de Befehl also wie folgt aus:

ncftpget ‑R ‑u Benut­zer­na­me ‑p Pass­wort meinServer.de ./ablage /archiv/bilder

Eine voll­stän­di­ge Para­me­ter­li­ste erhal­tet ihr übri­gens mit dem Para­me­ter -help hin­ter dem Pro­gramm­na­men. Die Ein­ga­be obi­gen Befehls jeden­falls soll­te das Ver­zeich­nis bil­der mit­samt allen Unter­ord­nern und Datei­en in …\NcFTP\ablage kopie­ren.

Lagen eure Bild­da­tei­en ohne­hin noch auf eurer Fest­plat­te, so beginnt der Bei­trag hier für euch. ;-)

In die­sem Bil­der­ver­zeich­nis nun könnt ihr mit­hil­fe des Exif­Tools auto­ma­ti­siert alle Exif- und son­sti­gen Tags ent­fer­nen. Die Syn­tax lau­tet:

exiftool(-k) Para­me­ter Datei­en

Um also rekur­siv (-R) alle Infor­ma­ti­ons­tags (-0:all) im Ver­zeich­nis abla­ge zu löschen (=), muss der Befehl wie folgt lau­ten:

exiftool(-k) ‑R ‑0:all= abla­ge

Das Exif­Tool unter­stützt hier­bei übri­gens neben .jpg‑, .png- und .gif-Datei­en auch ver­schie­de­ne Office-Doku­men­te und Audio-/Vi­deo­for­ma­te, aus denen es mit dem Befehl auch die Copy­right­in­for­ma­tio­nen ent­fernt, wenn ihr die Anga­be 0: weg­lasst oder durch 1: ersetzt. Nach erfolg­ter Ver­ar­bei­tung soll­te das Exif­Tool eine Sta­tus­mel­dung aus­ge­ben, die etwa so aus­sieht:

12 direc­to­ries scan­ned
 3 image files updated
 2 image files unch­an­ged
 1 files weren’t updated due to errors

Even­tu­el­le „Feh­ler“ könnt ihr hier igno­rie­ren. Von allen geän­der­ten Datei­en legt das Exif­Tool vor der Ände­rung eine Kopie an, so dass ihr gege­be­nen­falls kei­nen Daten­ver­lust zu befürch­ten habt. Sind alle Datei­en unver­sehrt, könnt ihr die­se Sicher­heits­ko­pien gefahr­los löschen.

Ist alles zu eurer Zufrie­den­heit ver­lau­fen, so könnt ihr die berei­nig­ten Datei­en wie­der hoch­la­den:

cd abla­ge
..\ncftpput ‑R ‑u Benut­zer­na­me ‑p Pass­wort meinServer.de /archiv/bilder/ .

Fer­tig!
Wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt alles wie­der löschen. Aber viel­leicht wollt ihr auch noch ein wenig damit spie­len?

In die­sem Fall: Viel Spaß!

Spaß mit Spam
An die elek­tro­ni­sche Adres­se des schö­nen Frem­den

Ah, mein Don­ner­vo­gel mel­de­te sich, ich bekam Post!
Sehen wir mal nach. So ein Betreff sagt ja schon viel aus. Er lau­tet:

hal­lo

Welch herz­li­che Begrü­ßung noch vor Beginn des Mail­tex­tes! Beflü­gelt von so viel Herz­lich­keit klicke ich freu­dig auf die Über­schrift. Zuerst fällt mir die Signa­tur auf, begin­ne also unten zu lesen:

——————————–
ruucsmm iimul­lyg cyltc ptxbja

Ist das die Adres­se oder ein schlau­es Zitat? Ich weiß es nicht. Viel­leicht steht es im Text?

Hal­lo wer­de ich der scho­ne Frem­de, uber unse­re Bekannt­schaft mich froh sein rufen Oks­a­na.

Lieb­ste Oks­a­na, ich der scho­ne Frem­de, wer­de froh sein uber unse­re Bekannt­schaft.

Ich suche die ein­zi­ge und eigen­ar­ti­ge Half­te.

Reicht ja auch für den Anfang. Wo ist mei­ne Schwei­ne­hälf­te, wo ist mei­ne Schwei­ne­hälf­te?, into­nier­ten auch bereits Ton Stei­ne Scher­ben vor Jahr­zehn­ten. Scheint eine drin­gen­de Fra­ge zu sein. Ob die „Scher­ben“ wohl inzwi­schen fün­dig gewor­den sind?

Ich suche nicht ein­fach den Mann ich ich suche den Freund, des gegen­w­ar­ti­gen Freun­des auf lebens­lang.

„Den Freund des Freun­des“, das erin­nert mich ein wenig an die ver­schäm­ten Leser­brie­fe an man­cher­lei Jugend­ma­ga­zin. „Der Freund eines Freun­des von mir hat da ein Pro­blem…“

Ich das war­me, zart­li­che, zar­te Mad­chen. Mir 27 Jah­re.

27 Jah­re Gefäng­nis wür­de ich sogar glau­ben, Spam­mer.

Es ist ein wenig uber mich: ich habe gern, die Gemut­lich­keit zu schaf­fen, mir gefal­le wenn zu Hau­se gut und ruhig, ich nach Ma?gabe (sic!) das ern­ste, ver­ant­wort­li­che, rich­ti­ge Mad­chen.

Ernst ist gut, das gleicht’s viel­leicht aus, dass ich zu lachen begin­ne, wann immer du, Oks­a­na, zu spre­chen anhebst.

… Betreffs der Ein­fach­heit kann ich sagen, dass ich geoff­net wie das Buch. Mich muss man nur lesen.

Tat­säch­lich, Oks­a­na, ich lese in dir wie in einem Buch, und doch bleibst du vol­ler Geheim­nis­se fur mich. Beflu­gelt sind die Gedan­ken!

Wenn es Ihnen inter­es­sant ist, uber mich jenes dann zu erken­nen schrei­ben Sie!

Nun, das tue ich gera­de. Soll ich die Adres­se zurück­mai­len?

Ich war­te mit der rie­si­gen Unge­duld auf die Ant­wort.
Auf die­se elek­tro­ni­sche Adres­se xxxxx at yahoo.de

Ist das ein Ja? Und wie­so soll die Ant­wort an eine selt­sa­me Adres­se bei yahoo.de, nicht jedoch an die Absen­der­adres­se bei aim.com gesen­det wer­den?

War­tet sehn­suchtig auf Ant­wort,
dein unle­ser­lich.

PolitikIn den Nachrichten
Links, Rechts und der Hagel im Saturn (zwei­mal Herr­je)

Die­se par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie ist schon was Fei­nes, hält sie uns doch eini­ge Herr­schafts­for­men vom Hals, auf die die Welt gut und weit­ge­hend gern ver­zich­ten kann. Gera­de des­halb ist es gut, dass unse­re Poli­ti­ker jeden Aspekt der Demo­kra­tie not­falls mit Klau­en und Zäh­nen ver­tei­di­gen, allen vor­an die sich von ihrer fana­tisch anti­de­mo­kra­ti­schen Ver­gan­gen­heit mehr­fach distan­ziert haben­de Lin­ke:

Eine Mehr­heit aus CDU, FDP und Tei­len der Grü­nen stimm­te für einen Antrag der NPD, wonach die Debat­te im Kreis­tag zur Kreis­volks­hoch­schu­le been­det wer­den soll­te – ein Tabu­bruch für ganz Bran­den­burg. Noch am Abend ver­lor das Kom­mu­nal­par­la­ment sein pro­mi­nen­te­stes Mit­glied: Ger­rit Gro­ße (Lin­ke), die Vize-Prä­si­den­tin des Bran­den­bur­ger Land­tags.

(Quel­le via)

Wo kämen wir denn hin, wenn jede poli­ti­sche Strö­mung im Rah­men der Demo­kra­tie zu Wort kom­men dürf­te? Es darf nicht sein, dass sich Par­tei­en in die­sem Land zum Erfül­lungs­ge­hil­fen der NPD machen; und wenn die NPD gutes Wet­ter for­dert, wird ein Gesetz gegen Son­nen­schein erlas­sen, um den Rech­ten mal zu zei­gen, wo der Ham­mer hängt. Herr­je.

Was genau soll mir eigent­lich Saturns nicht mehr all­zu neu­er Unter­ti­tel „stern­ha­gel­gün­stig“ sagen? Ich asso­zi­ie­re „stern­ha­gel­voll“, ergo sturz­be­sof­fen; und der nicht ganz tri­via­le Scha­den eines sol­chen Stern­ha­gels im Wort­sin­ne ist auch kei­ner, der mich zu einem Kauf bei ihm ein­lü­de. Noch­mals: Herr­je.

In den Nachrichten
Ver­dien­ste auf dem Feld der Ehre

Wenn man übri­gens als Fuß­ball-Bun­des­trai­ner mit sei­ner Mann­schaft auf einen fer­nen Kon­ti­nent reist, ein gan­zes Land schon vor dem Eröff­nungs­spiel „Fina­le, Fina­le“ zu brül­len scheint, man dann wie bereits zwei Jah­re zuvor gegen einen tak­tisch bes­se­ren Geg­ner spielt, der nach der glei­chen Metho­de wie zwei Jah­re zuvor eben­so 1:0 gewinnt wie zwei Jah­re zuvor, und dann in einem Spiel um „Platz 3“, also in einem, in dem es nicht ein­mal mehr um irgend­ei­nen Titel geht, es nur knapp schafft, gegen den deut­lich unter­le­ge­nen Geg­ner Uru­gu­ay zu gewin­nen (wir erin­nern uns: zwei Gegen­to­re, weil die Abwehr lie­ber ganz woan­ders her­um­ge­lau­fen ist), bekommt man dafür nicht etwa Teer und Federn über den Kopf und/oder sei­ne Ent­las­sungs­pa­pie­re aus­ge­hän­digt, son­dern im Gegen­teil fei­er­lich Leicht­me­tall ange­pappt.

Wulff lob­te beson­ders den Team­geist der Mann­schaft und ihren Umgang mit Rück­schlä­gen. „Wenn sich da der ein oder ande­re etwas abguckt, wie hier jeder an sei­nem Platz das Opti­ma­le bringt und als Team über­zeugt, dann kann das der Poli­tik Deutsch­lands in kein­ster Wei­se scha­den“, sag­te der Prä­si­dent.

Das trifft zu, aber wel­chen Mehr­wert hat die „Poli­tik Deutsch­lands“ nun von der Vize-Vize­welt­mei­ster­schaft? Nun, die Spie­le selbst lie­ßen ihr aus­rei­chend Zeit, um ein paar unan­ge­neh­me Geset­ze zu ver­ab­schie­den (wäh­rend der Pöbel noch „Schland“ skan­dier­te, wur­de SWIFT ver­ab­schie­det), Joa­chim Löw hat ihr qua­si das Volk vom Leib gehal­ten. Wie umsich­tig von ihm. (Ein­mal ganz abge­se­hen davon, dass „Team­geist“ und ein pri­ma Umgang mit „Rück­schlä­gen“ auch in ganz ande­ren Milieus zu fin­den sind; Wehr­macht, anyo­ne?)

Ja, Herr Löw hat sich um die deut­sche Poli­tik wahr­lich ver­dient gemacht. Er hat die Mann­schaft lan­ge genug im Tur­nier gehal­ten, so dass nie­mand bewusst gemerkt hat, wie sei­ne Bür­ger­rech­te wie­der ein Stück weit ver­hö­kert wur­den. Applaus für Schlaa­and. Zucker­brot und Spie­le für das Volk!

Dies wirft natür­lich vor allem eine Fra­ge auf:
Wenn es für den drit­ten Platz das Bun­des­ver­dienst­kreuz gibt, was wäre ihm ange­tan wor­den, hät­te es gar für einen Titel genügt?

Ande­rer­seits möch­te ich das lie­ber nicht so genau wis­sen.

Sonstiges
Heiß­hier­heu­te, fin­den­sie­nicht?

Apro­pos, Welt­geist!

Wenn man ver­schwitzt durch ein nicht näher benann­tes Ein­kaufs­zen­trum in einer gleich­falls nicht näher benann­ten und höch­stens von bös­wil­li­gen Scherz­bol­den so bezeich­ne­ten „Stadt“ fla­niert und wegen beschränkt­zah­li­gen Publi­kums­ver­kehrs befä­higt ist, der Musik zu lau­schen, die die Gän­ge beschallt, gibt es unge­fähr zwei drei Lie­der auf der Welt, auf die man ver­zich­ten kann.

„Satel­li­te“, „Last Christ­mas“ und, um Him­mels Wil­len, „Heat is on“.

Und jetzt ratet drei­mal, wel­ches heu­te mei­ne Lau­ne ver­dun­kel­te.
Fangt hin­ten an, geht schnel­ler.

(Mei­ne Güte, die­ses Wet­ter.)

Rich­tig uner­träg­lich ist das vor allem, wenn man ver­sucht, das Leben in vol­len Zügen zu genie­ßen (Wort­spiel hier ent­lehnt, Poin­te beach­ten!), gera­de, wenn man in einer Groß­stadt sein Dasein fri­stet und etwa auf die Euro­bahn oder die Ber­li­ner S‑Bahn ange­wie­sen ist. Die mögen auch kei­ne Hit­ze:

Im Füh­rer­stand wird es jetzt aber hei­ßer als vor­ge­se­hen, weil die Fah­rer auf den mei­sten Bahn­hö­fen die Türen öff­nen müs­sen, um den Zug abfer­ti­gen zu kön­nen. Dadurch kommt jedes Mal ein Schwall hei­ßer Luft in den Füh­rer­stand, und die Kli­ma­an­la­ge packt es nicht, die Tem­pe­ra­tur schnell sin­ken zu las­sen.

(via)

Im Win­ter zu kalt, im Som­mer zu warm; man könn­te mei­nen, die Ber­li­ner S‑Bahn wür­de von Apple betrie­ben.
Ich darf mich wie­der­ho­len: Mei­ne Güte.

Musik
Gesang in frem­den Zun­gen

Hal­lo und will­kom­men zurück, lie­be Tages­ord­nung!

Heu­te früh hielt mich eine anre­gen­de Dis­kus­si­on vom Schla­fen ab. Sujet war das Lied­schrei­ben im All­ge­mei­nen und das Betex­ten der Resul­ta­te im Spe­zi­el­len.

War­um näm­lich grei­fen auch nur leid­lich anglog­lot­te Musi­ker oft auf die eng­li­sche Spra­che zurück, wenn es dar­um geht, das Pro­dukt der eige­nen Gei­stes­ar­beit in Wor­te zu fas­sen? Eine Ant­wort des Mit­dis­ku­tan­ten und der Aus­lö­ser für den eigent­li­chen Zwist war, weil die deut­sche Spra­che sich nicht zum Sin­gen eig­ne, weil sie gleich­sam weni­ger melo­disch sei als die eng­li­sche und ein auf Deutsch ver­fass­tes Lied meist Schla­ge­r­as­so­zia­tio­nen wecke.

Nun klin­gen Ramm­stein und Die Toten Hosen wahr­lich nicht nach den Wil­decker Herz­bu­ben, wes­halb zumin­dest letz­te­res Argu­ment beden­ken­los in das Reich der Fik­ti­on abge­scho­ben wer­den darf und hier nicht wei­ter von Belang ist, also keh­re ich erst ein­mal vor der Tür des erste­ren Argu­ments:

Die eng­li­sche Spra­che mag melo­di­scher klin­gen, weil Kon­so­nan­ten bei der Aus­spra­che meist ver­schwim­men, aber ist dies ein Zei­chen dafür, dass ihr Wort­schatz auch bes­ser zu sin­gen ist? Beim Gesang ist vor allem der Vor­trags­stil von Bedeu­tung, anschau­lich wird das klar, wenn man abwech­selnd zum Bei­spiel Peter Ham­mill und Lena Ohnen­ach­na­men lauscht, was auf Dau­er zwar glei­cher­ma­ßen ermü­det, aber bis dahin soll­te man ver­stan­den haben, dass die Spra­che, der der Text ent­stammt, nur so melo­di­ös und sing­bar ist wie das Talent des Inter­pre­ten es zulässt.

Sicher denkt man­cher beim The­ma „deut­sche Lied­tex­te“ pri­mär an Schla­ger, aber wohl kaum jemand ver­mag mir stim­mig zu erklä­ren, was nun ein Lied, des­sen Refrain „Ich lie­be dich, komm zurück zu mich mir“ lau­tet, signi­fi­kant von „I love you, come back to me“ unter­schei­det. War­um mir gera­de die­ses Bei­spiel ein­ge­fal­len ist? Ehr­lich – ich weiß es nicht. Aber hier haben wir doch auch schon den näch­sten wich­ti­gen Punkt: Lied­tex­te haben nicht sel­ten etwas mit Gefüh­len zu tun, ob fik­tiv oder wahr­haf­tig, bleibt hier­bei der Absicht des Ver­fas­sers über­las­sen. In zumin­dest zwei­te­rem Fall wäre es indes reich­lich töricht, das, was die See­le sprach, zuerst in eine ande­re Spra­che zu tran­skri­bie­ren und dabei womög­lich noch in ein Reim- und Vers­sche­ma zu pres­sen. Dass dies im Eng­li­schen oft leich­ter fällt, spricht jeden­falls in mei­nen Augen nicht für den gei­sti­gen Anspruch die­ser Spra­che. (Wer star­ke Ner­ven hat und noch zwei­felt, der möge bit­te den Lied­text von „Satel­li­te“ kon­su­mie­ren und mir anschlie­ßend erläu­tern, wo der Unter­schied zu dem besteht, was bei­spiels­wei­se im Musi­kan­ten­stadl auf­ge­führt wird.)

Wer Musik betreibt, um Koh­le zu schef­feln, der ist mit der Anglo­pho­nie ver­mut­lich gut bedient; Tex­te, die das pri­mä­re Ziel­pu­bli­kum und oft auch man selbst nicht ver­steht, behin­dern den Ver­kauf bekannt­lich nicht. Das Publi­kum will unter­hal­ten wer­den. Scoo­ters Front­mann „H.P.Baxxter“ äußer­te ein­mal, er ver­ste­he selbst nicht so genau, was er da ins Mikro­fon brüllt. Selt­sa­mes wie „Hyper Hyper“, „Fuck The Mill­en­ni­um“ und „How Much Is The Fish?“ jeden­falls ver­kauf­te sich im deutsch­spra­chi­gen Raum bis­lang nicht übel.

Wer Musik jedoch allein der Musik wegen betreibt, die Tex­te als Pro­dukt sei­ner grau­en Zel­len und nicht als blo­ßen Zier­rat begreift, gar eine Bot­schaft (nicht unbe­dingt auf das Poli­ti­sche beschränkt) ver­mit­teln will, der soll­te sich dar­über im Kla­ren sein, dass von dem, was er schuf, nach der Trans­la­ti­on ins Eng­li­sche nur mehr wenig erhal­ten bleibt, etwa­ige Meta­pho­rik und fein­sin­ni­ge Iro­nie inbe­grif­fen. Das Herz spricht nur die Mut­ter­spra­che.

Eigent­lich scha­de, dass es mit mei­ner Musi­ker­kar­rie­re bis­lang nicht geklappt hat.

SonstigesNetzfundstückeNerdkrams
Kurz­mel­dung: Fund­stücke von You­Tube und Tho­mann, außer­dem Fuß­ball

Lie­be Fa. Goog­le, Sub­di­vi­si­on YouTube.com:

Es ist ja wirk­lich nett, dass ihr ver­sucht, etwas zur all­ge­mei­nen Inter­net­si­cher­heit bei­zu­tra­gen (auch wenn ich bezweif­le, dass das Stück­werk Ope­ra signi­fi­kant mehr Sicher­heit als Fire­fox zu bie­ten ver­mag), aber ich ver­wen­de bereits Mozil­la Fire­fox in einer aktu­el­len Ver­si­on. Kor­ri­giert mal euren Algo­rith­mus.

Und apro­pos Kor­ri­gie­ren, ein Lek­tor wür­de auch dem Musik­haus Tho­mann gut zu Gesicht ste­hen, in derem aktu­el­len Wer­be­pro­spekt man sich, direkt neben­ein­an­der, zwi­schen InE­ar-Hörern, In-Ear-Hörern und In-Ear Hörern ent­schei­den kann, immer­hin (noch?) nicht für Höh­rer jeg­li­cher Art.

(Fuß­ball-EM-Fina­le 2008: Die Spa­ni­er spie­len sich die Päs­se zu, die Deut­schen ver­su­chen ver­zwei­felt, den Ball zu bekom­men. Das Ergeb­nis ken­nen wir. Fuß­ball-WM-Halb­fi­na­le 2010: Die Spa­ni­er spie­len sich die Päs­se zu, die Deut­schen ver­su­chen ver­zwei­felt, den Ball zu bekom­men. Trööööt … ach, apro­pos deutsch.)

Nach­trag:
Just, als ich dies schrei­be, führt Spa­ni­en ver­dient 1:0.
Der Kra­ke hat­te Recht!

Nach­trag von 22:20 Uhr:
Nun, da Deutsch­land ange­mes­sen ver­lo­ren hat (zu früh gefreut, SPIEGEL Online?), kann ich die Trö­te hier, wie ver­spro­chen, wie­der ent­fer­nen.
Genug des Trö­tens! Zurück zur Tages­ord­nung bit­te.

In den NachrichtenSonstigesNetzfundstücke
Ita­li­en und Bar­ce­lo­na, ey.

Da ich gestern mit dem ÖPNV und ÖPFV durch das Land gurk­te resp. gur­ken ließ, hat­te ich wie­der ein­mal das Ver­gnü­gen, mich in der Gegen­wart einer Hor­de Jung­men­schen auf­hal­ten zu dür­fen; trotz Feri­en: Vol­le Züge.

Und sie, die Jung­men­schen, tru­gen nicht gera­de dazu bei, dass mei­ne oft geschol­te­nen Vor­ur­tei­le gegen­über die­ses Men­schen­schla­ges wichen. Ich stel­le die Situa­ti­on, auch im Inter­es­se der Leser, die mich immer wie­der um Berich­te aus den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln bit­ten, ein­mal ver­kürzt dar:

Von den zahl­rei­chen anwe­sen­den Jung­men­schen im trotz des Zeit­punk­tes (Mon­tag Abend) recht vol­len Regio­nal­zug von Han­no­ver nach Braun­schweig bil­de­ten jeden­falls vier eine Grup­pe, dar­un­ter ein Pär­chen, bestehend aus blon­dier­tem Mau­er­blüm­chen und einem Exem­plar Männ­chen, des­sen kon­si­sten­ter Gesichts­aus­druck zwi­schen gei­sti­ger Über­le­gen­heit und Apa­thie ein­zu­ord­nen war, sowie ein igel­haa­ri­ger Macho­typ, dem nur noch das Gold­kett­chen zum Kli­schee gefehlt hät­te, und ein nicht näher erwäh­nens­wer­tes, unspek­ta­ku­lä­res wei­te­res Weib­chen, das immer­hin sel­ten zu reden begann.

Das Wort „Pär­chen“ habe ich bewusst gewählt; Pär­chen zeich­nen sich gegen­über Paa­ren bekannt­lich durch eine gewis­se Pene­tranz in jeder gemein­sa­men Akti­vi­tät aus, und wenn ein sol­ches Pär­chen fort­wäh­rend der­art geräusch­voll Zärt­lich­kei­ten aus­tauscht, dass ein gan­zes Zug­ab­teil dar­an teil­zu­ha­ben befä­higt wird, und sich anschlie­ßend tri­um­phie­rend umschaut, als wol­le es sagen: Seht her, wir machen rum, ihr nicht, ätsche­bätsch, dann schwelgt der stil­le Beob­ach­ter weni­ger in Neid denn viel­mehr in Abscheu. Die Geräusch­ku­lis­se einer Schwei­ne­füt­te­rung lässt ja auch die wenig­sten Men­schen in ero­ti­sche Ver­zückung gera­ten.

Die­ses Quar­tett jeden­falls, alle­samt, wie den Gesprä­chen zu ent­neh­men war, etwa 17 Jah­re alt, ließ sei­ne Umwelt unge­fragt, weil laut­stark, an der eige­nen Cool­ness teil­ha­ben und sprach, Jäger­mei­ster „auf Dings“ (sic!) trin­kend, fort­wäh­rend von dem Mehr­wert eines Besäuf­nis­ses für die eige­ne Lebens­qua­li­tät, ob auf Klas­sen­fahrt oder zu ande­ren Gele­gen­hei­ten. Der Igel­haa­ri­ge ließ es sich nicht neh­men, den Jäger­mei­ster­fleck auf sei­ner Hose zum Anlass für ein Erwäh­nen des­sel­ben zu ver­wen­den, als wäre es ein Zei­chen von Männ­lich­keit, sich mit Likör zu besab­bern; wie er es eben auch für einen Mehr­wert hielt, mit 17 allein Auto zu fah­ren, obwohl er das „eigent­lich nicht dürf­te, na und?“.

Natür­lich durf­ten auch die Freu­den des Alko­ho­lis­mus‘ im Urlaub nicht feh­len: „Wir waren Ita­li­en und Bar­ce­lo­na“, Prä­po­si­tio­nen sind voll so 90-er, Ald­ah, „und eigent­lisch durf­ten wir ja nisch sau­fen und so“, und natür­lich haben sie es trotz­dem getan, weil hart. Um Him­mels Wil­len. Das Gespräch über Alko­ho­li­ka ende­te jeden­falls unver­hofft mit einer wei­te­ren Poin­te: Gehüllt in eine Wol­ke aus Jäger­mei­ster­duft saß das Rudel bei­ein­an­der, als plötz­lich Frau­en­par­füm den Raum erfüll­te und den Schnaps­ge­ruch ver­trieb. Und tat­säch­lich nah­men die Trin­ken­den die­se Ände­rung ihrer Umwelt wahr, die den Igel­haa­ri­gen zu der Fra­ge ver­an­lass­te, was denn „hier so schei­ße rie­che“, und das eigent­lich ange­mes­se­ne „dei­ne Mut­ter, Idi­ot“ konn­te ich, von dem unter­pri­vi­le­gier­ten Geschwall der vier Schwal­len­den längst nicht mehr nur amü­siert, mir gera­de noch so ver­knei­fen. Es hät­te mir aus Niveau­grün­den wohl auch Leid getan. Ich brau­che Urlaub.

Apro­pos Spa­ni­en und nach­dem übri­gens min­de­stens „ganz Deutsch­land“ dem Kra­ken­ora­kel treu zu Füßen liegt:
Wisst ihr schon, wem der Okto­pus den Sieg weis­sag­te?

Ein wahr­lich schlau­es Tier.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt XIX: Von Äpfeln, Fuß­ball und der F.D.P.

Zwi­schen­durch spen­die­re ich euch, lie­be Leser, wie­der ein­mal ein paar hüb­sche Fund­stücke aus mei­nem Fun­dus an täg­lich ein­tref­fen­den Nach­rich­ten, unge­ord­net auf­ge­li­stet:

Gui­do Wester­wel­le zum Bei­spiel for­der­te unlängst einen Neu­an­fang ohne Kurs­kor­rek­tur; qua­si vorm Abgrund noch mal umkeh­ren, zurück an den Anfang und noch mal die glei­che Strecke zurück­le­gen. Ele­gan­te Ben­zin­ver­schwen­dung qua­si; muss ja nur noch bis zu den näch­sten Wah­len genü­gen.

Und: Ja, ich gebe zu, ich habe nicht damit gerech­net, dass Deutsch­lands Natio­nal­mann­schaft die argen­ti­ni­sche gewin­nend aus der Welt­mei­ster­schaft ent­fernt. Aller­dings ist der Fuß­ball­sport immer schon ein Sport gewe­sen, in dem für beson­ders männ­lich gehal­te­nes Impo­nier­ge­ha­be den Ton angibt; man kennt das ja: „Mes­si auf Fres­si“, haha und hoho. Und wenn dann die ver­dient beste Mann­schaft des Tur­niers – die spa­ni­sche – den Pokal gewinnt, will kei­ner mehr etwas davon wis­sen. Wehe, einer wagt es dann noch, sei­ne Mit­men­schen mit Auto­kor­so und Getrö­te zu ner­ven, unab­hän­gig von sei­ner Natio­na­li­tät oder davon, wie sehr ihn die Pene­tranz sei­ner grö­len­den sog. „Mit­bür­ger“ gezwickt hat, man hat sich dann zu fügen. Wenn „Schlaaa­and“ drau­ßen ist, ist Fuß­ball plötz­lich wie­der das, was es längst sein soll­te, näm­lich ein Spiel. Nicht mehr, nicht weni­ger. Man wird ja noch träu­men dür­fen.

Den schön­sten Ver­gleich mit Apple-Kun­den seit lan­gem übri­gens zogen die Macher von Futura­ma bzw. eigent­lich, dar­auf auf­bau­end, ZGeek.com:

Instead the zom­bies just began chee­ring, money in hand for no appa­rent rea­son.

Wie wahr, wie wahr.

NetzfundstückeNerdkrams
Full paua.

Ein Kur­zer für’s Wochen­en­de:

Im Zug begeg­ne­te ich vor­ge­stern einer Frau, die eine Tasche mit sich her­um­trug, deren Auf­druck für Gegen­stän­de Wer­bung mach­te, die aus Paua, einer See­schnecken­art, gefer­tigt wur­den.

Die Scha­len die­ser See­schnecken wer­den auch in ale­man­ni­schen Spra­chen unter der Bezeich­nung „Shell“ ver­kauft, ins­ge­samt also als Paua Shells.

Und man mag es gern für einen saxo­pho­ben Scherz hal­ten, wenn ich nun asso­zi­ie­re:

Paua Shell?
Power­shell!

Hihi.

Sonstiges
Gast­bei­trag: Archiv für Film­po­ster

Da der letz­te Gast­bei­trag so posi­tiv auf­ge­nom­men wur­de, folgt ein wei­te­rer vom sel­ben Autor, dem ich noch­mals herz­lich dan­ken möch­te. :)


Ich wur­de erneut gebe­ten, einen Gast­bei­trag zu ver­fas­sen. Da der Inha­ber die­ser Site unter nicht ganz uner­heb­li­chem juri­sti­schem Ein­fluss steht, was, wenig­stens dies­mal, jedoch in posi­ti­vem Sin­ne zu ver­ste­hen ist und was man auch an dem Arti­kel In eige­ner Sache: Das mit der Anony­mi­tät“ „recht“ deut­lich erken­nen kann, habe ich einen klei­nen juri­sti­schen Bei­trag gewählt. Natür­lich gibt es aus der Juri­ste­rei viel Fach­spe­zi­fi­sches zu berich­ten. Mir ist aber durch­aus bewusst, dass die Mit­tei­lung die­ses Wis­sens, selbst wenn es ohne die Nen­nung von Vor­schrif­ten dar­ge­bo­ten wird, häu­fig weder ver­ständ­lich noch nach­voll­zieh­bar ist. Denn in der Juri­ste­rei gilt nun mal gera­de nicht 1 + 1 = 2. Hier hängt viel von der Argu­men­ta­ti­on ab. Es gilt eher der Grund­satz „ver­tret­bar“ oder „unver­tret­bar“. Man kann es auch mit „mal so, mal so“ oder „hü oder hott“ aus­drücken. Ich möch­te sagen: Es gibt kaum Rechts­si­cher­heit. Ganz beson­ders deut­lich wird das im Arbeits­recht. Jeder, der viel­leicht ein­mal ein Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­ren „mit­er­le­ben durf­te“, wird dies nach­voll­zie­hen kön­nen: Mei­stens erle­di­gen sich die­se Ver­fah­ren näm­lich nicht durch Urtei­le, son­dern durch Ver­glei­che.

Zur Sache:

Für Film­freun­de möch­te ich an die­ser Stel­le das inter­es­san­te Archiv für Film­po­ster vor­stel­len, das deut­sche Film­pla­ka­te, Teaser­po­ster und teil­wei­se auch inter­na­tio­na­le Poster mit Brei­ten zwi­schen 250 und 500 Pixeln ent­hält.

Unter der Rubrik „Spe­zi­al“ fin­det man Tex­te und Bild­samm­lun­gen rund um Kino­pla­ka­te.

Beson­der­heit: Es besteht die Mög­lich­keit, die Pla­ka­te auf der eige­nen Web­site ein­zu­bet­ten, um die­se auf­zu­pep­pen. Ob das jedoch wirk­lich in Betracht kommt, muss jeder für sich selbst ent­schei­den.

Laut Info heißt es:
„Ihr könnt ger­ne Links auf alle unse­re PHP-Sei­ten set­zen, aller­dings ist das direk­te Refe­ren­zie­ren unse­rer Bil­der in irgend­wel­chen Foren oder sonst wo von uns nicht erwünscht. Falls ihr unse­re Poster auf eurer Sei­te wollt, ein­fach den Embe­ded-Code unter jedem groß ange­zeig­ten Film­po­ster in euren HTML-Code kopie­ren.“

Aller­dings heißt es dort auch: „Die Rech­te ver­blei­ben bei den jewei­li­gen Inha­bern.“ Und: „Wir ver­mit­teln kei­ne Bild­rech­te. Bit­te wen­de dich an den jewei­li­gen Rechteinhaber/Verleih…“

Ob die Inha­ber wirk­lich alle Bil­der zur Ver­wer­tung frei­ge­ge­ben haben, kann man ent­we­der glau­ben, oder eben nicht. Ich unter­stel­le hier ein­fach, dass der Inha­ber die­ser Site nach bestem Wis­sen und Gewis­sen han­delt. Doch auch er kann sich irren. Mög­li­cher­wei­se gibt es doch noch irgend­wo Rechts­in­ha­ber, die ent­we­der nicht oder nur ein­ge­schränkt der Ver­wer­tung zuge­stimmt haben. Wer weiß das schon? Solan­ge ich nicht die defi­ni­ti­ve Bestä­ti­gung des Rechts­in­ha­bers selbst vor­lie­gen habe, las­se ich bei sol­chen Sei­ten äußer­ste Vor­sicht wal­ten. Auf ande­ren Inter­net-Sei­ten, etwa sol­chen, die Bild-/Fo­to­da­tei­en für die „freie“ Ver­wer­tung bereit­stel­len, wird mei­stens aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass immer auch im Ein­zel­fall zu prü­fen ist, ob die ange­streb­te Ver­wer­tung recht­mä­ßig ist oder nicht und man sich des­halb im Zwei­fel an den Urhe­ber zu wen­den habe.

Selbst wenn man dem nun ent­ge­gen­hält, man beschrän­ke sich dar­auf, nur die weni­gen ange­bo­te­nen aus­län­di­schen Film­po­ster zu ver­wen­den, kann der Urhe­ber u. U. sei­ne Rech­te auch hier in Deutsch­land gel­tend machen, selbst wenn er aus dem Aus­land stammt. Denn mög­li­cher­wei­se hat er sein Ver­wer­tungs­recht (teil­wei­se) abge­tre­ten. Auch das bleibt vor­lie­gend völ­lig im Dun­keln.

Fazit: Ich selbst sehe rein vor­sichts­hal­ber von der Mög­lich­keit des Ein­bet­tens ab, so ger­ne ich auch von die­ser Mög­lich­keit Gebrauch machen wür­de. Ich stö­be­re in dem Archiv als ewi­ger Kino­gän­ger aber sehr ger­ne und hole mir dort Anre­gun­gen für eige­ne Bil­der.

Internes
In eige­ner Sache: Das mit der Anony­mi­tät.

Lie­be Leser mei­ner­seits, lie­be Leser sei­ner­seits,

wenn ihr die­sen Text hier lest, wur­de die kom­plet­te Inter­net­prä­senz, auf der ihr euch befin­det, an die Anfor­de­run­gen moder­ner Daten­schutz­richt­li­ni­en ange­passt.

Das heißt im Klar­text:
Anstel­le des bis­her ver­wen­de­ten Apa­che-Log-Ver­wer­ters AWStats kommt nun die quell­of­fe­ne Echt­zeit­sta­ti­stik Piwik gemein­sam mit dem Word­Press-Plug­in Stat­Press zum Ein­satz. Das Anle­gen von Log­da­tei­en habe ich ser­ver­sei­tig deak­ti­viert, alle IP-Adres­sen – auch die mei­ner Kom­men­ta­to­ren – wer­den vor der Spei­che­rung von sowohl den Sta­ti­stik­werk­zeu­gen als auch Word­Press selbst unum­kehr­bar anony­mi­siert, mit­hin wer­den sie auch nicht, etwa über die Mail­be­nach­rich­ti­gung, Drit­ten preis­ge­ge­ben. Ana­log habe ich auch mei­ne Kon­ten bei blogoscoop.net und bloggerei.de deak­ti­viert, auf­grund derer ich hier zwei (ver­steck­te) Zähl­ban­ner ein­ge­bun­den hat­te.

Wer den­noch miss­trau­isch ist, der kann die Ana­ly­se durch Piwik auch kom­plett ver­hin­dern, indem er das ana­ly­sie­ren­de Java­script, das sich am Sei­ten­en­de befin­det, schlicht blockiert (Fire­fox-Nut­zer: das ohne­hin emp­feh­lens­wer­te NoScript erfüllt hier die­sen Zweck), aber nötig ist dies nicht.

Das Über­mit­teln der eige­nen Mail­adres­se beim Kom­men­tie­ren erfolgt übri­gens nach wie vor frei­wil­lig.
Ich spei­che­re nicht!

Gern gesche­hen.

(„Drei Wor­te: RTL II – It’s fun.“, na, da zäh­len wir noch mal, lie­be Pro­gramm­ver­ant­wort­li­che.)

ProjekteSonstiges
Medi­en­kri­tik XXXI: Der Reiz des Ver­bo­te­nen (Ghet­to, yo)

Auf der Suche nach Erfri­schung eigent­lich eher kör­per­li­cher Natur ver­harr­te mein Blick heu­te auf dem Titel­blatt der aktu­el­len Aus­ga­be des Klatsch- und Sex­heft­chens BRAVO. Abge­bil­det war ein mir zunächst unbe­kann­ter Zeit­ge­nos­se, der mit „Menowin“ beschrif­tet wor­den war. Menowin, das wuss­te ich aus Erzäh­lun­gen mir lei­der nahe ste­hen­der Per­so­nen, hat­te unlängst an aus­ge­rech­net Die­ter Boh­lens ver­geb­li­cher Talent­su­che teil­ge­nom­men und dabei irgend­ei­nen Platz errun­gen. Genau­er weiß ich es nicht, was letzt­end­lich ver­mut­lich für mich spricht.

Die­ser Menowin jeden­falls war offen­bar min­de­stens ein­mal Insas­se einer Justiz­voll­zugs­an­stalt, und so lau­te­te der beglei­ten­de Text­auf­druck der BRAVO wie folgt:

Mein gehei­mes Knast-Tage­buch: Das ging in Menowins Gefäng­nis wirk­lich ab

(Her­vor­he­bung wie Wort­wahl im Ori­gi­nal eben­so.)

Selbst, wenn man das Non­sens-Adjek­tiv „geheim“ gedank­lich streicht (wie sonst nennt die BRAVO dann etwas, was sie eben nicht Mil­lio­nen von fehl­ge­lei­te­ten Lesern öffent­lich mit­teilt; womög­lich „super­ge­heim“?): Was soll das?

Ist es wie­der im Trend, sich nach der Sei­fe zu bücken, gar ein Sta­tus­sym­bol? Seht her, Kin­der, so ein Knast ist voll doof und so, aber, hey, ich bin voll berühmt des­we­gen weil ich bes­ser sin­gen kann als manch ande­rer, was natür­lich gar nichts mit mei­ner Lebens­ge­schich­te, die seit­dem wöchent­lich die Pre­ka­ri­ats­pres­se ziert, zu tun hat! Ihr wollt doch sicher auch so wer­den wie ich!

Das Gang­statum wird wie­der salon­fä­hig, mit der Ära 50 Cents, in der sich die Anzahl an über­leb­ten Schie­ße­rei­en noch zum Prah­len eig­ne­te, war es noch längst nicht vor­über. Ghet­to, Alter. Yo. Nur für ech­te Schie­ße­rei­en sind sie zu fei­ge, man könn­te ja ver­se­hent­lich ver­lie­ren, und dann steht man da bzw. eben nicht mehr, also bleibt ihnen ihre Vor­ge­schich­te, die ihnen so unglaub­lich pein­lich zu sein scheint, dass sie, wie erwähnt, nahe­zu wöchent­lich immer wie­der dar­auf zu spre­chen kom­men. So rich­tig abschreckend wirkt das ja nun nicht gera­de. „Boah, der war im Knast, cool!“

Mei­ne Jugend­ido­le waren nie so. Gute, alte Zeit.

(Erklä­rung: Auf den Kauf der BRAVO habe ich aus Niveau­grün­den ver­zich­tet, soll­te im inhalt­li­chen Teil also etwas ande­res ste­hen als von mir ange­deu­tet, so bit­te ich um Nach­sicht.)

Apro­pos Niveau: eMu­le beba 2.61 ist da. Holt es euch, so lan­ge es noch frisch ist!

PiratenparteiPolitikIn den Nachrichten
Von Kra­ken und ande­ren Leuch­ten

Ich hat­te es für einen Scherz gehal­ten, als man mir davon erzähl­te, es gebe ein Kra­ken­ora­kel, das bis­lang jedes Ergeb­nis der deut­schen Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft kor­rekt vor­her­ge­sagt habe. Soeben scroll­te jedoch im IRC-Kanal der Pira­ten­par­tei dies an mir vor­bei:

(laromeid) +++++ BREAKING NEWS +++++ DAS KRAKENORAKEL VERSPRICHT SIEG FÜR DEUTSCHLAND! +++++ RTL II TOP-NEWS +++++

Ich folg­te den fol­gen­den Ver­wei­sen und war ent­setzt:
Tat­säch­lich gibt es im Ober­hau­se­ner Aqua­ri­um offen­bar einen Kra­ken, dem man jeweils die ent­spre­chen­den Flag­gen kre­denzt, die er mit­tels Ten­ta­kel­be­we­gun­gen dann als „Sie­ger­flag­ge“ kenn­zeich­net. Das Viech scheint nun­mehr Aner­ken­nung als Ora­kel gefun­den zu haben.

Und jetzt sagt es vor­aus, dass Deutsch­land auch gegen Argen­ti­ni­en gewin­nen wird.

Man muss schon ein ziem­lich ver­quer den­ken­der Mensch sein, um der­lei als einer Fern­seh­nach­richt wür­dig zu erach­ten, was mich neben­bei auch dar­in bekräf­tigt, mich von RTL II, der BILD und ähn­li­chen Idio­ten­me­di­en kon­se­quent fern­zu­hal­ten; aber dass die­ses Tier auch von Leu­ten für halb­wegs ernst genom­men wird, denen ich eigent­lich mehr zuge­traut hät­te, ist erschreckend.

Na, spä­te­stens am Sonn­tag gibt’s Frisch­fleisch im Fisch­ge­schäft. Sel­ber schuld.

Apro­pos Pira­ten­par­tei übri­gens:

„Das Inter­net darf kein rechts­frei­er Raum sein“, sag­te Gauck dem Abend­blatt. „In unse­rem Land mit unse­rer Geschich­te darf all das, was in gedruck­ter Form ver­bo­ten ist, im Netz nicht ohne Wei­te­res erlaubt sein.“

Auf­sta­che­lung zum Ras­sen­hass oder Anstif­tung zum Ter­ro­ris­mus könn­ten nicht außer­halb des Rechts­staa­tes statt­fin­den, for­der­te der ehe­ma­li­ge DDR-Bür­ger­recht­ler. „Des­we­gen müs­sen sol­che Inhal­te aus dem Netz gelöscht wer­den.“ Der Ruf etwa der Pira­ten­par­tei nach unbe­grenz­ter Frei­heit habe „einen Hang zur Ver­mes­sen­heit“, kri­ti­sier­te er.

(Her­vor­he­bung von mir.)

Selt­sam; mir war, als wäre „Löschen statt Sper­ren“ genau das, was die Pira­ten­par­tei bereits seit Jah­ren for­dert. Soll­te ich mich da etwa geirrt haben, oder kann es auch nur sein, dass Joa­chim Gauck, der im Inter­net meist als best­ge­eig­ne­ter Kan­di­dat beschrie­ben wird, schlicht­weg kei­ne Ahnung hat, was für einen Unsinn er sich da zusam­men­fa­bu­liert hat?

Mir graut es bereits vor dem Ergeb­nis der Prä­si­dent­schafts­wahl. Au, weia.
Viel­leicht doch lie­ber ein Knö­del?