PolitikNetzfundstückeMir wird geschlecht
Win­ter abschaf­fen!

Zu den inzwi­schen nur mehr als Trep­pen­witz taug­li­chen Per­so­nal­spe­renz­chen in der SPD mit­samt den recht­li­chen und femi­ni­sti­schen Impli­ka­tio­nen („SPD: 16,5 Pro­zent“ ver­kün­de­te neu­lich das INSA; na also, geht doch) fällt selbst mir heu­te nur noch ein müdes Ach­sel­zucken ein, wäh­rend mir zu der Nach­richt, dass der Femi­nis­mus in New York anti­se­mi­ti­sche Moti­ve zur Demü­ti­gung von Män­nern ver­wen­det, zwar durch­aus etwas ein­fie­le, der tref­fen­de Kom­men­tar, der Mann wer­de hier als „Juden­sau der Post­mo­der­ne“ prä­sen­tiert, lei­der aber schon gemacht wur­de.

Statt­des­sen sei mir ein Hin­weis auf Ant­je Kapek gestat­tet. Ant­je Kapek sitzt für die Grü­nen einen Stuhl im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus durch, ret­weetet neben MeToo-Fana­tis­men unter ande­rem auch Anteil­nah­me am Able­ben von Rad­fah­rern, die rück­sichts­los und ohne Helm nah an hal­ten­den Autos vor­bei­zu­ra­sen pfle­gen, und hat am gest­ri­gen 12. Febru­ar zur Ver­an­schau­li­chung der Erklä­rung, war­um man die Grü­nen im Jahr 2018 immer noch unbe­dingt wäh­len soll­te, ein Foto getwit­tert, auf dem der Ber­li­ner Alex­an­der­platz mit­samt ent­laub­ten Bäu­men zu sehen ist. Sie schrieb dazu (mit meh­re­ren Hash­tags, die ich hier zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit weg­las­se):

Was auch immer für den Alex­an­der­platz plant, es braucht mehr grün.

Die auf­fal­lend ent­mensch­li­chen­de Spra­che („was“ und „es“ für den zustän­di­gen Stadt­pla­ner jed­wel­chen Geschlechts) soll­te selbst­er­klä­rend sein, so dass das Wesent­li­che her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den kann: Kein Grün an den Bäu­men! Im Febru­ar! Dan­ke, Mer­kel!

:wallbash:

Die Grü­nen sind in der oben erwähn­ten INSA-Umfra­ge als Bevor­teil­te des Schei­terns der SPD zu erken­nen. Da wächst zusam­men, was zusam­men gehört.

ComputerMir wird geschlechtIn den NachrichtenMontagsmusik
Aqua­ser­ge – Tin­tin on est bien mon Lou­lou

Flauschigkeit als Lösung für die Probleme unserer ZeitEs ist Kar­ne­val Fasching Mon­tag. Hel­au! Auf Twit­ter tren­de­te gestern Pud­ding­haut (das Lebens­mit­tel, nicht das Schön­heits­pro­blem), und das nur kurz, nach­dem bekannt gewor­den war, dass die NSA über Twit­ter ver­schlüs­sel­te Kom­mu­ni­ka­ti­on betreibt. Ver­däch­tig, ver­däch­tig. Über jeden Ver­dacht erha­ben blei­ben Pan­da­bä­ren: Die sit­zen ein­fach nur her­um und essen. Dür­fen Pan­da­bä­ren eigent­lich Mini­ster wer­den?

Ver­dient hät­ten sie es, zumal die vor­han­de­nen Mini­ster nicht zu klu­gen Ent­schei­dun­gen nei­gen: Die bis­he­ri­ge und mit nur noch wenig Pech auch zukünf­ti­ge Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ste­rin erwägt noch ein paar Sol­da­ten in den Angriffs­krieg gegen „den Ter­ror“ zu schicken. Dass dort außer „dem Ter­ror“ auch zwei ande­re Par­tei­en ein­an­der erbit­tert bekrie­gen, sei nicht so schlimm, sülzt „SPIEGEL ONLINE“, denn Deutsch­land sei „mit bei­den Sei­ten ver­bün­det“. Dann ist ja alles in Ord­nung. – Anders­wo bre­chen Wel­ten zusam­men: MeToo-Wort­füh­re­rin der sexu­el­len Über­grif­fig­keit beschul­digt, das ist ja unge­heu­er­lich; man könn­te mei­nen, Frau­en sei­en gar nicht qua Geschlecht bes­se­re Men­schen. Wenn sich das her­um­sprä­che!

Ein Blick in die Soft­ware­welt: Nach Open­BSD ver­zich­tet nun auch das illu­mos-Pro­jekt dan­kend auf die Patent­trol­le vom Pale-Moon-Brow­ser. Freie Soft­ware mit Stern­chen dran, aber mora­lisch hält man sich auch wei­ter­hin für über­le­gen. Urhe­ber­recht schlägt Frei­heit. Zum Glück kann man heut­zu­ta­ge vie­les per Kauf in sei­nen Besitz über­ge­hen las­sen und es damit zumin­dest weit­ge­hend frem­dem Zugriff ent­zie­hen

Zum Bei­spiel auch Musik.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Alta­re Thot­emico – Sog­no Erran­do

Wer mei­nen bis­he­ri­gen Musik­re­zen­sio­nen ein paar Minu­ten Auf­merk­sam­keit geschenkt hat, dem mag auf­ge­fal­len sein, dass es bei mir sehr sel­ten vor­kommt, dass ich ita­lie­ni­schen Gesang für erträg­lich hal­te. Die Spra­che klingt gesun­gen ein­fach meist schei­ße. Um so erfreu­li­cher ist es, wenn die­se Regel eine Aus­nah­me fin­det. So ist es zum Bei­spiel beim bolo­gne­si­schen Sex­tett Alta­re Thot­emico, des­sen zwei­tes Album namens „Sog­no Erran­do“ (Amazon.de, TIDAL) 2013 ver­öf­fent­licht wor­den ist und so klingt, wie es heißt, näm­lich nach einer Traum­wan­de­rung.

Zwar wird auf „Sog­no Erran­do“ eine Men­ge gesun­gen und in den weni­gen furcht­ba­ren Momen­ten klingt es dann auch nach einer übli­chen ita­lie­ni­schen Ope­ret­te, aber die­ses Ächz wird schnell unter einem gro­ßen Hur­ra bne­gra­ben, denn Sän­ger Gian­ni Ven­tu­ri kann mit der lan­des­ty­pi­schen Knö­de­lei offen­sicht­lich so wenig anfan­gen wie ich und bie­tet statt­des­sen eine gar nicht mal all­zu gewollt wir­ken­de Inter­pre­ta­ti­on Peter Ham­mills dar, was zur hier gehör­ten Musik auch des­halb gut passt, weil das Saxo­phon – mal melo­disch sin­gend, mal avant­gar­de­s­que bro­delnd bis eska­lie­rend – hier zusam­men mit dem Kla­vier eine füh­ren­de Rol­le über­nimmt. Ich höre hier eine Men­ge Jazz, all­ge­gen­wär­tig sind aber eben auch sei­ne Zög­lin­ge von Van der Graaf Gene­ra­tor, auf­fal­lend nah ins­be­son­de­re in „Le Cor­ren­ti Sot­te­ra­nee“ und dem Titel­stück „Sog­no Erran­do“.

ALTARE THOTEMICO ‘ LE CORRENTI SOTTERANEE‘

In erst­ge­nann­tem Stück bin ich mir zudem ziem­lich sicher, die frü­hen King Crims­on wie­der­zu­er­ken­nen, und auch Welt­mu­sik und Kam­mer­rock, wie sie unter ande­rem After Cry­ing vor Jahr­zehn­ten schon in Har­mo­nie gebracht haben, sind den Musi­kern nicht fremd. Dass in den Stücken, die einen eng­li­schen Titel tra­gen, näm­lich in „Bro­ken Heart“ und dem ange­mes­sen ver­rück­ten „Neu­ro Psy­cho Kil­ler“, mit für man­che Ohren amü­san­tem Akzent auf Eng­lisch gesun­gen wird, fällt tat­säch­lich auch nicht mehr auf: Erfreut von der jazz­rocki­gen Wucht des Albums bemerkt man die Spra­che schon längst nicht mehr.

ALTARE THOTEMICO “ Bro­ken heart“ Live in stu­dio!

Ita­li­en: War­um nicht gleich so, war­um nicht immer? Per­len wie die­se sind es, die mir die Musik nicht lang­wei­lig wer­den las­sen. Gern mehr davon!

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt: Der Schulz­zug steht sicher im Depot, der SPD zum Trotz.

Das Pro­blem einer anfangs theo­re­tisch sozi­al­de­mo­kra­ti­schen, schon wenig spä­ter in unfei­ne Kriegs­din­ge ein­ge­bun­de­nen und somit seit über ein­hun­dert Jah­ren nicht mehr beson­ders fried­fer­ti­gen Par­tei, in deren Vor­sit­zen­dem es, wie auf „SPIEGEL ONLINE“ heu­te zu lesen ist, seit Mit­te Janu­ar offen­bar pau­sen­los gär­te, was vor allem für schlech­te Ernäh­rung und/oder eine nicht aus­rei­chen­de Haus­apo­the­ke spricht, ist auch und gera­de dann, wenn sie von einer „Erneue­rung“ spricht und damit meint, dass die zweit­äl­te­ste Füh­rungs­ebe­ne nach oben geschwemmt wird, und in deren Ver­lauf wort­reich ankün­digt (hier: Schulz, Mar­tin, neu­lich auf Face­book), dass sie – die SPD – „jün­ger“ und „weib­li­cher“ wer­den soll, und schließ­lich als erstes Ergeb­nis die­ser „Erneue­rung“ den per­so­ni­fi­zier­ten Sozi­al­ab­bau Andrea Nah­les (Jahr­gang 1970) als neu­en Par­tei­ava­tar prä­sen­tiert, als schütz­ten Geschlecht und Erfah­rung im Schei­ße­reden plötz­lich sowohl vor der auri fames (vul­go: der Gier nach dem Fut­ter­trog) als auch davor, dass mög­li­che Wäh­ler nur begrenzt lei­dens­fä­hig sind, was die SPD eigent­lich von u.a. der Pira­ten­par­tei hät­te ler­nen kön­nen, nicht vor allem die Per­son die­ses Vor­sit­zen­den, son­dern außer dem Umstand, dass die Not­wen­dig­keit der Exi­stenz einer wie auch immer defi­nier­ten „klas­si­schen“ Arbei­ter­par­tei im Jahr 2018, in dem selbst die SPD all­mäh­lich zu erken­nen beginnt, dass die kai­ser­rei­chi­sche Defi­ni­ti­on eines Arbei­ters der heu­ti­gen nur noch in Grund­zü­gen ent­spricht, ins­be­son­de­re die offen­siv aus­ge­tra­ge­ne Gleich­gül­tig­keit, was die Inter­es­sen derer angeht, die die­ses Kas­per­le­thea­ter – „SPIEGEL ONLINE“ zitiert selbst­ver­ständ­lich ohne Link eine „Juso“-Frau, die getwit­tert hat, es hand­le sich um einen „Män­nerzir­kus“, als sei ein Frau­en- oder Affen­zir­kus an die­ser Stel­le weni­ger erbärm­lich anzu­se­hen – unab­hän­gig von den Ram­pen­säu­en im Vor­stand (wer kennt schon alle 45 Mit­glie­der des SPD-Vor­stan­des aus­wen­dig?) auch noch wäh­len sol­len.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik CXII: Beschränk­tes Hori­zont.

Der welt­größ­te Ver­mark­ter von Onlinere­kla­me befand nun, dass ein „siche­res Web“ gekom­men sei, um zu blei­ben, was auch immer das nun hei­ßen mag: Dass Wer­bung eine Web­site auch mit Schlöss­chen dran schnell in glü­hen­de Koh­len ver­wan­deln kann, soll­te inzwi­schen bekannt sein.

Dass die Welt der Wer­ber eine ganz eige­ne ist, erfährt man kaum irgend­wo bes­ser als auf „Hori­zont“, einer übri­gens pro­blem­los via klas­si­schem HTT-Pro­to­koll erreich­ba­ren Nach­rich­ten­sei­te für der­lei Gestal­ten, die es offen­bar seit inzwi­schen über drei­ßig Jah­ren auch in einer Druck­aus­ga­be gibt. Wer wür­de nicht auch gern am Früh­stücks­tisch die neue­sten Nach­rich­ten aus der Welt der Wer­bung lesen kön­nen? Eben.

‘Medi­en­kri­tik CXII: Beschränk­tes Hori­zont.’ wei­ter­le­sen »

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 8. Febru­ar 2018

Deutsch­land hat die Tür­kei im Zen­sie­ren über­holt.


Der teu­re „elek­tro­ni­sche Per­so­nal­aus­weis“ ist ein Wahn­sinns­er­folg: 2017 wur­de er allein in Ber­lin gan­ze 516-mal benutzt.


Die geplan­te und offen­sicht­lich sexi­sti­sche „gro­ße Koali­ti­on“ – war­um auch immer die immer noch so hei­ßen darf – wür­de gern ver­hin­dern, dass Frau­en unnö­ti­ger­wei­se danach beur­teilt wer­den, was sie kön­nen.


Unter dem Titel „do not track“ gibt es „eine per­so­na­li­sier­te Web-Serie über das Geschäft mit unse­ren Daten“. Die­se „Web-Serie“ ver­wen­det Goog­le Ana­ly­tics zur Besu­cher­er­fas­sung. :wallbash:


Ein Fire­fo­x­ent­wick­ler ent­schul­digt die inkon­se­quen­te Sicher­heit des neu­en Fire­fox mit den Bedürf­nis­sen der Rekla­m­e­indu­strie.


Es gibt 157 neue Emo­jis, bei der Ver­wen­dung im Umgang mit Chi­ne­sen soll­te man jedoch vor­sich­tig sein.

In den NachrichtenMontagsmusik
Con­stan­ti­nes – Shi­ne A Light // Fri­end­ly Auto-Fire!

Nur noch fünf Minuten!Es ist Mon­tag. Neue Woche, neu­es Ach­du­schreck. Es scheint geschneit zu haben, die paar Son­nen­strah­len waren aber auch wirk­lich genug Som­mer für die­ses Jahr. Wohl dem, der ein dickes, schwarz­wei­ßes Fell hat.

Klin­ge­ling, die Nach­rich­ten. Schlap­pe neun Jah­re, nach­dem im Rah­men einer Ver­an­stal­tung der „taz“ das Anzün­den von teu­ren Autos unter lau­tem Bei­fall als ange­mes­sen bezeich­net wur­de, wor­auf aller­lei Brand­an­schlä­ge gegen „die da oben“ wie auch gegen „rech­te“ Poli­ti­ker folg­ten, wird in Ber­lin die­ser Tage um Soli­da­ri­tät gebe­ten: Sobald Autos von „Lin­ken“ bren­nen, hält sich ihr Jubel doch sehr in Gren­zen. Zu jubeln gibt es auf ande­ren Ebe­nen schon etwas: Chri­sto­pher Lau­er hat sich aus der „Poli­tik“ ver­ab­schie­det, lässt aber eine Rück­kehr offen – lei­der auch, bei wel­cher Par­tei. Fest steht inzwi­schen wenig­stens: Pflan­zen haben mehr Bewusst­sein als die SPD.

In den USA ver­schwin­den gera­de Musik-CDs aus den Läden. Das ist, obwohl auf ein­schlä­gi­gen Kanä­len von einer „Bedro­hung“ gespro­chen wird, gut, denn dann ist mehr Platz für Schall­plat­ten.

Zum Bei­spiel für sol­che von den Con­stan­ti­nes.

Con­stan­ti­nes – Shi­ne A Light (Live)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Wie man Netz­neu­tra­li­tät nicht erklärt

Ein Teil der ver­meint­lich tech­nik­erfreu­ten Blog­ge­ria freut sich: Vor dem Gebäu­de der US-ame­ri­ka­ni­schen Rund­funk­kom­mis­si­on hat ein Akti­vist den Ver­kehr auf­ge­hal­ten und Geld dafür ver­langt, den Weg frei­zu­ge­ben. Die Inten­ti­on dahin­ter sei es gewe­sen, auf­zu­zei­gen, wie­so Netz­neu­tra­li­tät wich­tig sei, wes­halb er feh­len­de Netz­neu­tra­li­tät vom Inter­net- auf den Stra­ßen­ver­kehr abbil­de.

So weit, so lustig, die Reak­tio­nen der Betrof­fe­nen sind auch aus­rei­chend ent­zückend. Das Blö­de an der Sache ist aber, dass sie dem guten und rich­ti­gen Anlie­gen, Netz­neu­tra­li­tät durch­zu­set­zen, im Prin­zip einen Bären­dienst erweist, denn der Ver­gleich, den Rob Bliss hier zu zie­hen ver­sucht, ist ein fal­scher. Feh­len­de Netz­neu­tra­li­tät besagt eben nicht, dass irgend­ein Paket den gan­zen Ver­kehr auf­hält, bis man noch ein paar Gro­schen in den Schlitz wirft: Die ande­ren Pake­te (hier: die Fahr­zeu­ge hin­ter ihm) kämen näm­lich nicht lang­sa­mer, son­dern vor ihm an.

Rea­li­sti­scher wäre es, wür­de statt­des­sen Geld dafür ver­langt, über­ho­len zu dür­fen, denn dar­um geht es bei der Netz­neu­tra­li­tät: Bestimm­te Dien­ste wür­den ohne sie Vor­rang vor ande­ren bekom­men. Mir scheint fast, das Pro­blem der Ver­fech­ter frei­er Kom­mu­ni­ka­ti­on sei ihre feh­len­de Exper­ti­se.

Aber Haupt­sa­che, der Witz funk­tio­niert.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Sonar – Black Light

Cun­ei­form Records ken­nen regel­mä­ßi­ge Leser mei­ner Musik­be­spre­chun­gen mög­li­cher­wei­se als die Plat­ten­fir­ma von Thin­king Pla­gue. Wer – wie ich – auf die­se Anga­be übli­cher­wei­se kaum ach­tet, falls nicht eine bemer­kens­wer­te Ver­packung um den Ton­trä­ger drum­rum ist oder der Ver­lag wie einst Cha­ris­ma Records sein auf­fäl­li­ges Logo raum­grei­fend direkt auf die Plat­ten stem­pelt, dem sei zumin­dest sub­jek­tiv ver­si­chert, dass sich in der bis­he­ri­gen Liste der Künst­ler, die ver­trag­lich an Cun­ei­form gebun­den sind, kein ein­zi­ger Total­aus­fall fin­den lässt, statt­des­sen sieht man dort unter ande­rem Bent Knee, Gil­gamesh, Art Zoyd und Miriodor.

Das lässt das Vor­ur­teil gegen­über Musik aus der Schweiz – außer Monkey3 und Patrick Moraz fie­le mir gera­de kein posi­ti­ves Bei­spiel ein – immer­hin aus­rei­chend schwin­den, dass ich an das eben­falls von Cun­ei­form ver­leg­te Schwei­zer Quar­tett Sonar mit der glei­chen Erwar­tung her­an­ge­hen kann wie an jeden ande­ren act – das heißt doch heu­te noch act, oder? – auch: Haupt­sa­che, klingt geil.

Sonar – Black Light

Und das tut es wahr­lich: Auf ihrem 2015 ver­öf­fent­lich­ten drit­ten und bis­her anschei­nend letz­ten Stu­dio­al­bum „Black Light“ (Bandcamp.com) spie­len die vier Musi­ker einen herr­li­chen Math­rock, der küh­le Prä­zi­si­on mit einem gefähr­lich grol­len­den und gera­de des­halb bewe­gen­den Bass.

Sonar fea­turing Andi Pupa­to – Orbit 5.7 Andi Pupa­to Remix (Offi­ci­al Music Video)

Im Inter­net wird das hier zu Hören­de beschrie­ben, es klin­ge, als näh­me man einen Topf immer wie­der kurz vor dem Kochen vom Herd und stell­te ihn anschlie­ßend wie­der auf die hei­ße Plat­te, was ein tref­fen­des Bild ist, denn „Black Light“ bro­delt, ohne jemals unnö­tig aus­zu­bre­chen.

Musik für unten­rum.

In den NachrichtenWirtschaft
Unver­schul­det ver­prasst

28. Janu­ar 2018: Deut­sche Bank zahlt offen­bar mehr als eine Mil­li­ar­de Boni
2. Febru­ar 2018: Deut­sche Bank macht hal­be Mil­li­ar­de Euro Ver­lust

„Hil­fe, wir sind unver­schul­det in Not gera­ten!“

:wallbash:

Fast hät­te ich mich schon dar­über geär­gert, abseh­bar bald aber­mals eine Bank ret­ten zu dür­fen, und das Gesche­hen ent­spre­chend vor­geb­lich kapi­ta­lis­mus­kri­tisch kom­men­tiert, aber zum Glück quak­te Clau­dia Roth heu­te wie­der ein­mal einen der zahl­rei­chen Bele­ge dafür her­aus, war­um man Lin­ken lie­ber kei­ne grö­ße­ren Geld­sum­men anver­traut, son­dern denen mal schön ihre Bit­co­ins lässt:

Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin Clau­dia Roth (Grü­ne) hat die Ein­rich­tung eines staat­li­chen Hilfs­fonds für Flücht­lings­hel­fer gefor­dert, die wegen ihrer Bürg­schaf­ten in Finanz­nö­te gera­ten sind.

Ach, ja, Mensch, Bürg­schaf­ten bedeu­ten, dass man finan­zi­ell in Gän­ze für den Ver­bürg­ten haf­tet?

„Wir bür­gen mit unse­rem Geld für die­sen Herrn.“
„Dann bekom­men wir nun Geld von Ihnen.“
„Hil­fe, wir sind unver­schul­det in Not gera­ten!“

:wallbash:

Hof­fent­lich sind das wenig­stens zum Teil die­sel­ben Leu­te, die auch ihr Haus gegen Bit­co­ins ein­ge­tauscht haben. Sonst wäre ich vom Kar­ma ein biss­chen ent­täuscht.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Kurz ange­merkt: Wie vie­le Krie­ge braucht das Nobel­preis­ko­mi­tee?

Die sich all­zu auf­rei­zend anbie­ten­de Mög­lich­keit, den „#MeToo“-Unsinn, des­sen ein­zi­ge spür­ba­re und lang­fri­sti­ge Aus­wir­kun­gen wei­te­re Ver­lei­hun­gen schwach­sin­ni­ger Medi­en­prei­se für das Erfin­den von Wör­tern mit einer Rau­te vor­ne­dran sind und blei­ben wer­den, lako­nisch zu kom­men­tie­ren, indem ich in gebo­te­ner Kür­ze dar­auf hin­wei­se, wie spre­chend eine der Initia­to­rin­nen die­ser bei­spiel­lo­sen Schmutz­kam­pa­gne dar­auf reagiert hat, dass sie mitt­ler­wei­le von nicht ganz so hit­zi­gen Gemü­tern als Lüg­ne­rin ent­larvt wur­de, hät­te ich heu­te gern zum eigent­li­chen The­ma gemacht, statt­des­sen beschrän­ke ich mich auf einen nicht wei­ter kom­men­tier­ten Ver­weis auf den Arti­kel im Online-„Musikexpress“, den soeben getä­tig­ten näm­lich, und stel­le mit ähn­li­cher Genug­tu­ung fest, dass zum inzwi­schen drit­ten Mal der amtie­ren­de Nach­fol­ger des­je­ni­gen US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten, der allein im Jahr 2016 über 26.000 Bom­ben irgend­wo drauf­wer­fen ließ, auch für eine wei­te­re, wenn auch nicht direk­te Nach­fol­ge, näm­lich die im Tra­gen des Frie­dens­no­bel­prei­ses, vor­ge­schla­gen wur­de, und wäh­rend sich die sozia­len Medi­en und pflau­mi­ge „Qua­li­täts­zei­tun­gen“ dar­über aus­las­sen, dass der Trump doch ein sonst­wie gefähr­li­cher Typ sei, fän­de ich per­sön­lich die Wahl nur ange­mes­sen, denn wie auch der vor­he­ri­ge Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist er mit ver­söhn­li­chen Wor­ten gegen­über dem Feind nicht unge­schickt, wäh­rend in Soma­lia, Liby­en, Syri­en, Paki­stan, Afgha­ni­stan und im Jemen die Frie­den­s­pan­zer unter der Flag­ge sei­nes Lan­des zum Tanz bit­ten; mit dem Unter­schied aller­dings, dass kei­ner die­ser lau­fen­den Frie­dens­ein­sät­ze von ihm befoh­len wur­de – wenn er es also wie­der nicht schafft, dann ist es immer­hin offen­sicht­lich, wor­an es wohl liegt.

Wirtschaft
6 Pro­zent Pro­fit­den­ken

Die IG Metall pla­ka­tiert der­zeit man­che Pla­kat­wand pla­ka­tiv mit ihren Pla­ka­ten voll. Das bie­tet Gele­gen­heit, sich ein­mal kurz anzu­se­hen, wor­um es in ihrer aktu­el­len „Tarif­run­de“ (also: in ihren jähr­li­chen Nöti­gungs­ver­su­chen gegen­über Arbeit­ge­bern) eigent­lich geht; die Ant­wort ist erstaun­lich:

Profitdenken

„Die Arbeit­ge­ber den­ken nur an Pro­fit – wir den­ken an die Men­schen: sechs Pro­zent mehr Geld“ (Satz­zei­chen von mir), die­se sechs Pro­zent hät­ten die Arbeit­ge­ber zwar auch ger­ne zusätz­lich, aber die sind halt nicht in einer zäh ver­han­deln­den Gewerk­schaft. Schön blöd!

PolitikIn den Nachrichten
Das Wesen einer Wahl (2): Jedes Recht des Kan­di­da­ten.

Was dem einen sein Schulz, ist dem ande­ren sein Puig­de­mont, weiß „ZEIT ONLINE“:

In Kata­lo­ni­en ist die Wahl eines neu­en Regie­rungs­chefs im Regio­nal­par­la­ment ver­scho­ben wor­den. Carles Puig­de­mont soll aber der ein­zi­ge Kan­di­dat blei­ben. (…) Der 55-Jäh­ri­ge habe „jedes Recht“, erneut Regio­nal­prä­si­dent zu wer­den.

So will es das Gesetz!

Wor­um genau ging es im ver­gan­ge­nen Jahr bei der Dis­kus­si­on um die kata­la­ni­sche Unab­hän­gig­keit? Dazu stand doch mal was in der „ZEIT“:

Für Kata­lo­ni­en zu ste­hen heißt, für die Demo­kra­tie zu ste­hen.

Wenn nicht gar: zur Sozi­al­de­mo­kra­tie.