In den Nachrichten⁠Wirtschaft⁠Montagsmusik
Pholas Dactylus – Hieros Gamos // Si tacuissent.

Es ist Mon­tag. Ich habe letz­te Woche irgend­wo im Inter­net den Begriff der Kaki­sto­kra­tie auf­ge­schnappt und fin­de ihn sehr schön, emp­feh­le aller­dings auch wei­ter­hin statt Jens Spahn und Mar­kus Söder eine Arma­da an Pan­da­bä­ren oder die Exper­to­kra­tie. Ande­rer­seits: Wo in der Par­tei­po­li­tik fin­det man schon noch Exper­ten?

In Ber­lin schon mal nicht, denn dort kriegt man nicht mal einen Flug­ha­fen ver­nünf­tig geplant. Der neue braucht auch schon wie­der eine klei­ne finan­zi­el­le Hil­fe in Höhe eines neu­en Flug­ha­fens. Vor eini­ger Zeit hat­te ich in die­ser Publi­ka­ti­on vor­ge­schla­gen, Ber­lin den Chi­ne­sen zu schen­ken. Die­sen Vor­schlag bit­te ich künf­tig mit etwas mehr Nach­druck zu lesen. – Eben­falls aus Ber­lin kommt das „Nol­len­dorf­blog“, eine Web­site, in deren Fokus Schwul­sein zu ste­hen scheint. In die­sem Blog fand ich gleich­falls letz­te Woche einen Bei­trag, mit dem auf einen Bei­trag geant­wor­tet wur­de, mit dem auf einen Bei­trag geant­wor­tet wur­de; dass näm­lich 185 Schau­spie­ler jed­wel­chen Geschlechts, deren sexu­el­le Iden­ti­tät mir bis­her so unbe­kannt wie schnup­pe war, for­der­ten und auch wei­ter­hin for­dern, dass man sowohl aner­ken­ne, dass sie schwul, trans­se­xu­ell und/oder rosa Eich­hörn­chen sei­en, als auch, dass man sie jetzt bit­te genau so behand­le wie zuvor – wofür sie eigent­lich gar nichts hät­ten tun müs­sen (künst­li­che Intel­li­genz wird sich mit den gram­ma­ti­ka­li­schen Beson­der­hei­ten der deut­schen Spra­che besie­gen las­sen, falls es mal zum Auf­stand der Maschi­nen kommt; aber wei­ter im Text), aber sie hiel­ten ihre Sexua­li­tät dann doch für hin­rei­chend wich­tig, um das Föje­tong und sogar mich hin­rei­chend lan­ge mit ihr sich befas­sen zu las­sen. Als wäre das eine erwäh­nens­wer­te Eigen­schaft von Schau­spie­lern! So aber erhe­ben sie den Umstand, dass sie gern Her­ren, Damen, bei­dem oder wem ganz anders bei­schla­fen, zum Poli­ti­kum, das ihre Kar­rie­re kei­nes­wegs been­den soll­te, jedoch über­schat­ten wird, was sie vor­aus­sicht­lich zum Anlass neh­men wer­den, sich dar­über zu grä­men, dass der Umstand, dass sie gern Her­ren, Damen, bei­dem oder wem ganz anders bei­schla­fen, plötz­lich wich­ti­ger scheint als ihre Schau­spiel­kün­ste. Ich wünsch­te, mir fie­le dazu nicht bloß Fas­sungs­lo­sig­keit ein.

Apro­pos schlech­te Pla­nung: Joe Biden beginnt schon mal mit den Kriegs­vor­be­rei­tun­gen. Das hat ja weni­ger lan­ge gedau­ert als erhofft. Immer­hin haben die Sol­da­ten auch etwas davon: Sie dür­fen jetzt, äh, Nagel­lack tra­gen. Aber dann nicht jam­mern, wenn er abblät­tert (wg. Krieg)! Danie­la Lud­wig will der­weil durch­set­zen, dass Post­zu­stel­ler Dro­gen­ver­sand unter­bin­den. Kurz war ich in Sor­ge, aber als gute Baye­rin meint sie damit natür­lich nicht den Schnaps­ver­sand. Alko­hol ist immer­hin system­re­le­vant. Viel­leicht war mei­ne Idee, auf Koka­in auch ein­fach eine Steu­er ein­zu­füh­ren, gar nicht so bescheu­ert?

Im Saar­land wer­de, las ich auf Twit­ter, ein Wer­be­ver­bot für nicht unbe­dingt not­wen­di­ge Din­ge des täg­li­chen Bedarfs ein­ge­führt. Das fin­de ich gut, denn zum Bei­spiel an poli­ti­schen Par­tei­en im Wahl­jahr habe ich gar kei­nen Bedarf. Den frei gewor­de­nen Platz könn­te man ja sinn­voll nut­zen, zum Bei­spiel für Musik.

Pho­las Dac­ty­lus – 01 – Hie­ros Gamos

Guten Mor­gen.

Politik⁠In den Nachrichten
Wolfgang Schäuble endlich einsperren!

„der Frei­tag“, Janu­ar 2000:

Wolf­gang Schäub­le räumt Mit­ver­ant­wor­tung an der Affä­re ein. Er habe 1994 von Schrei­ber 100.000 Mark in bar ent­ge­gen­ge­nom­men und das Geld an die CDU-Schatz­mei­ste­rin wei­ter­ge­ge­ben.

CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on, Febru­ar 2021:

Straf­ta­ten dür­fen sich nicht loh­nen. Die­se kla­re Bot­schaft wird mit der Ver­schär­fung der Geld­wä­sche­vor­schrif­ten jetzt Gesetz. Wir set­zen auf das Prin­zip ‚Fol­low the money‘ und wol­len orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät und kri­mi­nel­le Clans genau da tref­fen, wo es ihnen weh tut, näm­lich beim Geld.

Na end­lich!

Netzfundstücke⁠Nerdkrams
Digitalcourage: Gute USA, böse USA.

Der­zeit wird aber­mals eine Akti­on des schräg­fe­mi­ni­sti­schen Ver­eins digi­tal­cou­ra­ge e.V., des­sen alten Namen „Foe­BuD“ ich auch wei­ter­hin nicht für schlech­ter zu hal­ten wil­lens bin, durch sozia­le Medi­en getrie­ben. Nor­ma­ler­wei­se sind sozia­le Medi­en ja eher dafür bekannt, Idio­ten mehr Auf­merk­sam­keit zu ver­schaf­fen als unbe­dingt nötig, heu­te aber ver­su­chen sie sich im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten an kon­struk­ti­vem Inhalt.

Dass ich den Ver­ein digi­tal­cou­ra­ge e.V. für einen netz­po­li­ti­schen Trep­pen­witz hal­te, habe ich in der Ver­gan­gen­heit gele­gent­lich erwähnt. Man soll­te mei­nen, wenn man jah­re­lang öffent­lich und per Mail dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass etwas weni­ger blin­der Aktio­nis­mus für das Anlie­gen viel­leicht von Vor­teil wäre, setzt irgend­wann auch ein Um- oder wenig­stens Nach­den­ken ein. Die­ses Irgend­wann ist noch nicht gekom­men.

Die heu­te wie­der hoch­ge­spül­te Akti­on näm­lich ist die des „Bil­dungs­pa­kets“, bei dem es sich um eine Art Bro­schü­ren­samm­lung han­delt, die Poli­ti­ker, Eltern, Schü­ler und Leh­rer dar­über auf­klä­ren soll, war­um das Spei­chern von Daten auf frem­den Com­pu­tern kei­ne beson­ders gute Idee ist und dass man sich um freie Soft- und Hard­ware bemü­hen sol­le.

Infor­ma­tio­nen über freie Hard­ware bleibt jeden­falls die von mir in Augen­schein genom­me­ne Kurz­ver­si­on lei­der schul­dig, obwohl mich wirk­lich inter­es­siert hät­te, wel­che Archi­tek­tur neben den pro­prie­tä­ren Platt­for­men ARM und AMD64 dem Publi­kum emp­foh­len wer­den soll. Immer­hin wird aber dar­auf ein­ge­gan­gen, was man statt macOS und Win­dows nut­zen sol­le. Hier­für greift der digi­tal­cou­ra­ge e.V. zu einer so über­ra­schen­den wie die gute Recher­che der Autoren des „Bil­dungs­pa­kets“ bewei­sen­den Emp­feh­lung:

Bedenk­lich ist der Ein­satz von Soft­ware, (…)
die Ser­ver in den USA oder ande­ren Län­dern nutzt, in denen ande­re Daten­schutz­ge­set­ze gel­ten

Daher rät er zu:

Linux Dis­tri­bu­tio­nen: (sic! A.d.V.) (…) Wegen des höhe­ren Sicher­heits­po­ten­zi­als ist Linux vor allem für Ser­ver ide­al. SkoleLinux/DebianEdu bie­tet ein Debi­an-Netz­werk, also linux­ba­siert, für Schu­len. Linux­mu­ster bie­tet eben­falls ein umfas­sen­des Schul­netz­werk, vor allem eine ange­neh­me Kom­plett­lö­sung zum Betrieb schu­li­scher Infra­struk­tu­ren.

Nun habe ich mir Debia­nE­du – eine auf Debi­an GNU/Linux basie­ren­de Dis­tri­bu­ti­on – mal kurz ange­guckt. Der Quell­code ist leicht zu fin­den, er besteht im Wesent­li­chen aus ein paar Ergän­zungs­scripts zur Grund­dis­tri­bu­ti­on. Beson­ders inter­es­siert hat mich die Datei sources.list, die fest­legt, woher Debia­nE­du Paket­up­dates bezieht. Mein Erstau­nen hielt sich aber in Gren­zen:

deb http://deb.debian.org/debian/ stable main contrib non-free

deb.debian.org? Das klingt jetzt nicht beson­ders unbe­denk­lich. Es scheint sich um den Last­ver­tei­ler des Debi­an­pro­jekts zu han­deln, ergab eine kur­ze Web­su­che. Und wo steht der?

% dig deb.debian.org
# ... 
deb.debian.org.     1270    IN  CNAME   debian.map.fastlydns.net.
debian.map.fastlydns.net. 21    IN  A   199.232.138.132

Die­ser anschei­nend in Kan­sas her­um­ste­hen­de Ser­ver gehört, wie schon der Name andeu­tet, zu Fast­ly, einem US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men. Der Quell­code von Linux­mu­ster scheint nicht frei im Netz zu fin­den zu sein, aller­dings basiert es eben­falls auf Debi­an GNU/Linux, inso­fern gehe ich davon aus, dass die Situa­ti­on eine ähn­li­che sein dürf­te.

Ich stim­me dem digi­tal­cou­ra­ge e.V. wirk­lich ungern zu, aber: Ganz schön bedenk­lich, der Ein­satz sol­cher Soft­ware.

Nerdkrams
Ironische Datenschutzschulung

Das ist ja sehr nett von der Fir­ma Käm­mer Con­sul­ting GmbH, dass sie auch in Coro­na­zei­ten Daten­schutz­schu­lun­gen anbie­tet, bei denen sie ins­be­son­de­re dar­auf ach­tet, dass ein­schlä­gi­ge Vor­ga­ben ein­ge­hal­ten wer­den …

…, aber ob es unbe­dingt für den Infor­ma­ti­ons­ge­halt der Schu­lung spricht, dass das nach Schrems II kaum mehr ver­tret­bar ein­setz­ba­re, weil zwangs­läu­fig unter US-Daten­schutz fal­len­de (All­er­gi­ker­war­nung: Link zu „t3n“) Video­kon­fe­renz­pro­gramm „GoTo­Mee­ting“ genutzt wird …

…, wage ich bis auf Wei­te­res noch nicht zu beur­tei­len.

In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Unfaire Beteiligung

Was ja bis­her auch nie­mand so recht zu beant­wor­ten wuss­te: In der offen­bar unbe­sieg­ba­ren Dis­kus­si­on über ein Ver­wer­ter­recht, das schritt­wei­se das Urhe­ber­recht abzu­lö­sen droht, ist auch wei­ter­hin von „Lei­stungs­schutz für Pres­se­ver­le­ger“ und „faire[r] Betei­li­gung“ die Rede. Wel­che Lei­stung soll da wovor geschützt wer­den und für wen ist es fair, dem Bäcker die Ein­nah­men für den selbst her­ge­stell­ten Kuchen zugun­sten irgend­wel­cher Anzug­trä­ger antei­lig zu ver­weh­ren?

Netzfundstücke⁠Montagsmusik
J.G. Thirlwell & Simon Steensland – Redbug // Die Wartenzyklopädie.

Superb Owl.Es ist Mon­tag. Stöhnt mei­ne IP-Adres­se! In der jüngst ver­gan­ge­nen Nacht wur­de in den USA der „Super Bowl“ aus­ge­tra­gen, die Welt­mei­ster­schaft der US-ame­ri­ka­ni­schen Ame­ri­can-Foot­ball-Mann­schaf­ten. Ich bin für die­se Mei­ster­schaft sehr dank­bar, denn so kann ich zufrie­den fest­stel­len, dass ich Fuß­ball­gucken gar nicht für die unin­ter­es­san­te­ste Frei­zeit­be­schäf­ti­gung der Deut­schen hal­te. Und die Regeln ver­ste­he ich auch nicht so gut.

Unfall­mel­dun­gen mit Auto­fah­rer­be­tei­li­gung (ca.:) „Ein Schüt­ze ver­lor die Kon­trol­le über sei­ne Pisto­le.“ Der „Postil­lon“ fragt sich ähn­lich sati­risch, ob es viel­leicht doch nicht so klug sei, hier­zu­lan­de geschei­ter­te Poli­ti­ker zu EU-Poli­ti­kern run­ter­zu­be­för­dern. Man muss die Woche ja auch mal mit etwas Witz begin­nen.

Weni­ger wit­zig: Aus­ge­rech­net in der „EMMA“ warnt eine „fran­zö­si­sche Lin­ke“ (ebd.): „[Die] Tyran­nei des Belei­digt­seins erstickt uns.“ Ist es kul­tu­rel­le Aneig­nung, wenn ich die­se Fest­stel­lung als zwei­fel­los alter wei­ßer Mann für unter­stüt­zens­wert hal­te? Lesens­wert ist das dort Gele­se­ne in jedem Fall, denn der „EMMA“ kann man sicher­lich man­ches vor­wer­fen, aber einer Frau, das berich­ten so Akti­vi­sten, wie auch einem Pan­da­bä­ren, das füge stets ich hin­zu, habe man gefäl­ligst schwei­gend zuzu­hö­ren, denn sie habe bei­na­he immer Wert­vol­les zu sagen. Das tra­ge ich doch gern wei­ter.

Im Hau­se Wiki­me­dia freut man sich unter­des­sen dar­über, dass Besu­cher immer län­ger brau­chen, um in der haus­ei­ge­nen Enzy­klo­pä­die „Wiki­pe­dia“ die gesuch­ten Infor­ma­tio­nen zu fin­den. Dabei ist eine lan­ge Dau­er sel­ten eine posi­ti­ve Eigen­schaft, außer zum Bei­spiel in der Musik.

Red­bug

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten⁠Mir wird geschlecht
Die Beschneidung des Patriarchats

Ver­säum­te Gele­gen­heit der Woche: Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) hat eine Men­ge Geld dafür aus­ge­ben las­sen, auf viel gedul­di­ges Papier zu drucken, dass ritu­el­le Beschnei­dung von Mäd­chen nicht gut ist (Archiv­ver­si­on).

Die Bun­des­re­gie­rung will Mäd­chen und Frau­en bes­ser vor Geni­tal­ver­stüm­me­lung schüt­zen. (…) 68.000 Frau­en in Deutsch­land haben laut Gif­fey die­se schwe­re Kör­per­ver­let­zung erlit­ten und lei­den ihr Leben lang dar­un­ter.

Zitiert wird auch eine Fach­frau:

Der Schutz­brief soll in meh­re­re Spra­chen über­setzt und auch in Bera­tungs­stel­len und Arzt­pra­xen ver­teilt wer­den. Für Gwla­dys Awo ist es ein wich­ti­ges Doku­ment. Sie ist Vor­sit­zen­de des Ver­eins Les­san e.V., der sich gegen Geni­tal­ver­stüm­me­lung ein­setzt.

Die dort ver­link­te Web­site wie­der­um zitiert, um zu erklä­ren, woge­gen sich der Ver­ein eigent­lich enga­giert, die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on:

FGM umfasst alle Ver­fah­ren, die die teil­wei­se oder voll­stän­di­ge Ent­fer­nung der weib­li­chen äuße­ren Geni­ta­li­en oder deren Ver­let­zung zum Ziel haben, sei es aus kul­tu­rel­len oder ande­ren nicht­the­ra­peu­ti­schen Grün­den[.]

Ich bin jetzt kein Wirt­schafts­fach­mann, aber es schie­ne mir ins­ge­samt doch gün­sti­ger zu sein, statt die­ser groß ange­leg­ten Akti­on § 1631d BGB um das Wort „männ­li­chen“ zu berei­ni­gen, denn § 1631d Abs. 2 BGB klärt bereits jetzt alles Wei­te­re:

In den ersten sechs Mona­ten nach der Geburt des Kin­des dür­fen auch von einer Reli­gi­ons­ge­sell­schaft dazu vor­ge­se­he­ne Per­so­nen Beschnei­dun­gen gemäß Absatz 1 durch­füh­ren, wenn sie dafür beson­ders aus­ge­bil­det und, ohne Arzt zu sein, für die Durch­füh­rung der Beschnei­dung ver­gleich­bar befä­higt sind.

Kann ich die­ses Patri­ar­chat noch mal sehen?

In den Nachrichten⁠Politik
Ob die AfD wohl auch Ministerposten anbieten würde?

Heu­te vor einem Jahr wur­de in Thü­rin­gen vor­über­ge­hend ein Libe­ra­ler zum Mini­ster­prä­si­den­ten gewählt. Olaf Scholz, amtie­ren­der Finanz­mi­ni­ster der Par­tei, die Rosa Luxem­burg und Karl Lieb­knecht umge­bracht hat, in der Koali­ti­on mit der rechts­po­pu­li­sti­schen CDU/CSU, merkt dazu an:

Für eine demo­kra­ti­sche Par­tei muss ohne jeden Zwei­fel gel­ten: mit Rech­ten arbei­tet man nicht zusam­men! Und wäh­len lässt man sich von ihnen auch nicht.

Die­ser Opt­ativ gilt offen­bar aber nur, so lan­ge die Rech­ten kei­ne Regie­rungs­äm­ter anzu­bie­ten haben, denn andern­falls fin­det die Zusam­men­ar­beit schier kein Ende.

Hof­fent­lich nimmt die AfD nie Kennt­nis von die­sem Trick.

In den Nachrichten
Abendländisches Traditiönchen

Gute Nach­rich­ten für die Freun­de empi­ri­scher For­schung, schlech­te Nach­rich­ten für die Ver­tre­ter der erschreckend ver­brei­te­ten Theo­rie, dass es bereits als „Tra­di­ti­on“ zählt, wenn man – wie unse­re Vor­fah­ren im 8. Jahr­hun­dert vor die Wahl gestellt, ob man künf­tig an einen Gott, des­sen Name („PIPI“, wäre mir auch pein­lich) nicht genannt wer­den darf, „glau­ben“ oder einen Kopf kür­zer gemacht wer­den möch­te – sich für besag­ten Gott ent­schei­det: Gera­de ver­liert die „christ­li­che“ Kir­che der­art schnell der­art vie­le Mit­glie­der, dass man in Köln frü­he­stens im Mai raus­kommt.

Das muss die­ser freie Westen sein.

Politik⁠Mir wird geschlecht
Mehr Jans für Deutschland! (6): Wegweiser für die Rolle rückwärts

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (sinng.):

Frei gewähl­te Män­ner dür­fen auch Frau­en ver­tre­ten (und anders­rum). Ein Par­la­ment muss des­we­gen nicht genau so zusam­men­ge­setzt sein wie das Volk.

Die Bre­mer Lan­des­frau­en­be­auf­trag­te (sinng.):

Wohohl!

Ein Weg­wei­ser sei das, froh­locken die ange­schlos­se­nen SPD-nahen Zir­kel, und sie mei­nen damit nicht, dass sie aus­nahms­wei­se mal das Grund­ge­setz ein­hal­ten wol­len. Das wäre ja unfair.

(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5)

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Musik 12/2020 – Favoriten und Analyse

Die­ser Arti­kel ist Teil 24 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Na gut, wenig­stens eine spä­te Musik­rück­schau für das schreck­li­che Jahr 2020 gibt es – nur gering­fü­gig ver­spä­tet – doch noch. Man ver­zei­he mir, dass sie kür­zer ist als sonst – bei eini­gen ande­ren Alben konn­te ich nicht an mich hal­ten und ließ mich zu einer Rezen­si­on prae­cox hin­rei­ßen. Man wüh­le in der Blog­ka­te­go­rie, so’s gefällt: Von Emi­nem über das gar nicht so geschrie­be­ne Kom­by­nat Robo­tron bis hin zu – obwohl deutsch­spra­chi­ger Gesang nach­weis­lich krank macht – den Die Ärz­te war sti­li­stisch alles Not­wen­di­ge dabei, sogar ein biss­chen Post­rock. Mir sei ver­zie­hen, dass ich auf ver­än­der­te Hör­ge­wohn­hei­ten auch dies­mal kei­ne Rück­sicht neh­me: Ist ein Stück län­ger als vier Minu­ten, so wird es hier trotz­dem zum Rein­hö­ren emp­foh­len; nicht (nur), weil ich Sadist bin, son­dern auch, weil ich Musik mag.

‘Musik 12/2020 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ wei­ter­le­sen »

In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Kurz angemerkt zum Ändere-dein-Passwort-Tag 2021

Wer anstel­le grif­fi­ger Phra­sen – und sei es nur „Dies ist mei­ne Pass­phra­se für tuxproject.de.“ – auf media­len Rat hin Pass­wör­ter ver­wen­det, die für Men­schen schwer zu mer­ken, für Maschi­nen aber leicht zu errech­nen sind, und dar­um auf die Hil­fe eines Pass­wort­ma­na­gers, der neu­zeit­li­chen Ent­spre­chung einer Kle­be­no­tiz unter der Tasta­tur, ange­wie­sen ist, der soll­te in Erwä­gung zie­hen, nicht nur ein ande­res System zur Pass­wort­ver­ga­be, son­dern auch ein ande­res Medi­um zu ver­wen­den.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Holy Mountain – Silent Hawk (live) // Sexklickapp

MontagslächelnEs ist Mon­tag. Die rot-grü­ne Ham­bur­ger Regie­rung hat den Antrag von CDU und Lin­ken auf Unter­brin­gung von Obdach­lo­sen in zur­zeit unge­nutz­ten Hotels abge­lehnt. Ich emp­feh­le das bei der näch­sten Wahl zu berück­sich­ti­gen. Eigent­lich müss­te hier jetzt die wöchent­li­che Über­lei­tung zu Pan­da­bä­ren kom­men, aber Pan­da­bä­ren brau­chen kei­ne Über­lei­tung. Es sind schließ­lich Pan­da­bä­ren.

You­Tube löscht neu­er­dings Däum­chen­run­ters, wenn sie wie Spam aus­se­hen. Ich wünsch­te ja, Spam beschränk­te sich auf Däum­chen auf Video­platt­for­men; ande­rer­seits gehört You­Tube dem welt­größ­ten Rekla­me­ver­mark­ter, inso­fern erüb­rigt sich die­se Über­le­gung. Die Euro­päi­sche Uni­on arbei­tet wäh­rend­des­sen dar­an, künf­tig pri­va­te Chats ent­schlüs­seln zu dür­fen. Haha, die­se Bri­ten. So doof, die­ser EU-Aus­tritt. Haha­ha.

Der­weil bei Twit­ter: Eine Autorin und Pod­ca­ste­rin teilt mit, dass sie dadurch, dass sie nicht hin­rei­chend schwarz sei, Schmerz zufü­ge, und meint damit wahr­schein­lich die­je­ni­gen, die den Quark ver­se­hent­lich lesen. Der Vor­tur­ner des skru­pel­lo­sen Axel-Sprin­ger-Kon­zerns hat­te der­weil eine Epi­pha­nie und sprach ins ZDF hin­ein, „Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus“ wer­de zu einem „gesell­schaft­li­chen Pro­blem“. Heißt das, die auf Bestre­ben des skru­pel­lo­sen Axel-Sprin­ger-Kon­zerns ent­stan­de­nen Inter­net­re­form­ge­set­ze wer­den zurück­ge­zo­gen?

Für den näch­sten James-Bond-Film muss noch mal nach­ge­dreht wer­den, weil der im Film zu sehen­de Cham­pa­gner ver­al­tet ist. So weit, dass ich der „Süd­deut­schen Zei­tung“ (bei Fefe ver­linkt) sogar inhalt­lich zustim­men muss, hät­te es nie­mals kom­men dür­fen. 2021 regt mich jetzt schon auf. Es könn­te frei­lich schlim­mer sein, man könn­te Däne sein: In Däne­mark gibt es jetzt eine app, auf der man rum­drücken soll, bevor man sich dem Bei­schlaf hin­gibt. Nie­mand soll noch behaup­ten kön­nen, die Deut­schen sei­en nicht roman­tisch.

Eine gute Nach­richt gibt es aller­dings doch noch zu ver­mel­den: Schall­plat­ten und Plat­ten­spie­ler erfreu­en sich wei­ter­hin wach­sen­der Beliebt­heit. Das muss gefei­ert wer­den, zum Bei­spiel mit Musik von Plat­te.

HOLY MOUNTAIN – Silent Hawk – Rockpalast/Eurosonic 2013 [HDadv]

Guten Mor­gen.