Bedenkt man den Umstand, dass unter johlender Zustimmung der Guten nunmehr das Recht erfochten wurde, zwecks moralischer Demütigung des Feindes den Krieg Spezialeinsatz verloren habende Panzerüberreste vor der russischen Botschaft in Berlin auszustellen, während deutsche Panzerwracks vor einer deutschen Botschaft 77 Jahre nach dem Sieg der Roten Armee über das Deutsche Reich noch immer fehlen, als wollte man ausdrücken, dass es dringend Zeit wurde, dass endlich mal jemand Stalingrad räche, so dass man als Deutscher letztlich doch noch triumphieren kann, so überrascht es kaum noch, dass vermeintliche „Geschichtsvergessenheit“ in immer mehr Bundesländern die Umfragen anführt.
Künstliche Intelligenz für den neuen Menschen
Der bisher erstaunlichste Durchbruch in der Computertechnik des 21. Jahrhunderts war es, dass der Mensch mittels intensiver gemeinsamer Werbemaßnahmen von Konzernen und Filmemachern („der Hacker im Film hat das doch auch“) dazu konditioniert wurde, freiwillig und ohne technische Notwendigkeit seine Computer – Schreibtisch und Hosentasche gleichermaßen – mittels Aktivierung des „dunklen Modus“ so zu konfigurieren, dass die Akkugesundheit möglichst lange aufrecht erhalten wird und die Augengesundheit nicht.
Zone Six – Touch Down Heidi (live) // Sabahnotage
Es ist Montag. Die Bilanz des Wochenendes: 1 beschädigte Wasserzufuhr, 1 beschädigtes Accessoire, 1 beschädigter Artikelautor, 1 trauriger Kontostand, 2 Tage Kater. Erwachsensein ist super, kann man es irgendwo wieder zurückgeben?
Niedersachsen hat gewählt und Frank denkt nicht darüber nach. Ich wünschte, das bliebe auch mir erspart, aber ich habe ja auch gewählt – natürlich nur Gutes, wie man es von mir kennt – und bin daher künftig schuld. Das Leben eben. Steckt man nicht drin. Der hiesige Bahnverkehr war am Sonnabend kurz ausgefallen. Nicht, dass man bei der Bahn den Unterschied zwischen Sabotage und Normalbetrieb überhaupt merkte, aber der Schuldige ist gesetzt. Verdammter Putin.
Erwachsene Leute, die Superheldenfilme gucken, stellten die Vorstufe zum Faschismus dar oder so, lässt Alan Moore wissen. So harsch würde ich sie jetzt nicht beschimpfen, aber ein bisschen beschimpfen sollte man sie durchaus, sonst hört das nie auf. Im „Atlantic“ ist unterdessen zu lesen, dass reiche Menschen es gern ruhig haben. Ich bin nun nicht sonderlich reich, aber auch ich mag Stille lieber als andauernde Berieselung. Ich bin offensichtlich mit dem falschen Kontostand geboren. Den lasse ich mir morgen beim Amt gleich anders eintragen.
Bis dahin höre ich Musik.
Guten Morgen.
Medienkritik in Kürze: Frauen weg von der Macht!
„taz“, missmutig, 26. Oktober 1994:
Zugleich aber bleibt der Zusammenhang von Frauen und Macht doppelt gespalten. Es wirkt ein modifizierter extensiver und intensiver Ausschlußmechanismus. (…) Wenn Frauen nicht neue Ungleichheit mitproduzieren wollen, müssen sie darauf eine Antwort finden. (…) Nicht nur die klassisch weiblichen Themen, sondern gerade alle politischen Felder sind zu „besetzen“, eben auch die Verteidigungspolitik oder die „Innere Sicherheit“.
„taz“, optimistisch, 18. Juli 2019:
Ob Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen Feministinnen sind – who cares? Es sind drei extrem erfolgreiche Frauen an zentralen politischen Stellen, die den Kindern dieser Gesellschaft zeigen, dass eine Frau Kanzlerin kann, CDU-Chefin, EU-Chefin und, wiederholt, Verteidigungsministerin. (…) Inhaltlich wird diese christliche Damenunion – da darf man sich nichts vormachen – enttäuschen. (…) Und trotzdem: Dieses Trio liefert gerade ein Lehrstück über weibliche Macht.
„taz“, wütend, 1. Oktober 2022:
Vergangenen Sonntag erlangte das Rechts-Mitte-Bündnis in beiden Parlamentskammern die absolute Mehrheit, (…) die rechtsradikale Giorgia Meloni wird wohl Italiens erste Ministerpräsidentin. (…) Erschreckend deshalb, weil klar ist, dass (…) Italien ein noch schlechterer und gefährlicherer Ort für (…) Frauen wird.
Als Frau zu erfolgreich für die „taz“ zu werden ist ja auch noch eine Lebensleistung.
Kurzkritik: Swans – The Glowing Man
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
1982 gründete Michael Gira, der bis dahin nicht nennenswert musikalisch in Erscheinung getreten war, in New York die Musikgruppe Swans, zu deren kaum zu überhörenden Einflüssen die damals aufkommenden New-Wave-Bands wie New Order zählten. Im Laufe ihres Bestehens gehörten der Gruppe namhafte Musiker wie Thurston Moore (Sonic Youth) und zuletzt auch der 2020 verstorbene Schlagzeuger Bill Rieflin (unter anderem King Crimson und R.E.M.) an, aber den Verkäufen hat das kaum wesentlich genützt. Es dauerte fünfzehn Jahre und eine zweistellige Zahl an aufgenommenen Tonträgern, bis der von Anfang an nur mäßige kommerzielle Erfolg Michael Gira die Motivation ausgetrieben hatte und er die Band auflöste.
2010 reformierte er sie, zum Teil mit früheren Mitmusikern. Unter dem Namen Swans erschienen seitdem fünf Studio- und vier Livealben. „The Glowing Man“, 2016 veröffentlicht (Amazon.de, TIDAL), nimmt dabei eine Sonderrolle ein, denn es ist nicht nur ein Dreifachalbum mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden, wobei die drei längsten Stücke „Cloud of Unknowing“, „Frankie M“ und das Titelstück „The Glowing Man“ zusammen bereits über eine Stunde lang sind (nimm dies, Formatradio!), sondern war auch das letzte Album vor der erneuten Auflösung der Swans, die erst 2019 in schon wieder anderer Besetzung zusammenkamen.
Musikalisch haben wir es hier im weiteren Sinne mit Rockmusik zu tun, die ihre experimentelle Natur manchmal nicht ganz verbergen kann (die unerwarteten Längen im Titelstück, in denen Rhythmusmuster minutenlang stoisch wiederholt werden, gehören dazu) und deren Erschaffer den Noiserock ebenso für sich entdeckt haben wie sie ihre Wurzeln – auch eine Coverversion von Joy Divisions „Love Will Tear Us Apart“ wurde als Teil einer Swans-EP veröffentlicht – nicht vergessen haben.
Wer „The Glowing Man“ mag, mag auch: Sitztanzen, Introversion und Laternenaustreten. Lärm, Rhythmus und unschlimmer Gesang. Schöne Kombination.
a/lpaca – Make it Better // O’gsteckt is!
Es ist Montag. Angeblich ist heute irgendein Feiertag, aber im Kalender steht gar nichts, was eine Feier rechtfertigen würde, sondern nur irgendsoein vermeintlich politischer Unfug. Wie langweilig! – Die schwelende Frage bleibt: Wäre stattdessen ein Beitritt der Bundesrepublik zur DDR wirklich viel schlechter für die Wirtschaft beider Staaten gewesen?
Die jedenfalls hat gerade auch für Arbeitnehmer so ihre Herausforderungen, vor allem die deutlch sinkende Kaufkraft. Die Müllgewerkschaft ver.di nimmt sich ihrer zum Glück liebevoll an und verscherbelt Influencerprodukte, einen Bausparvertrag und ein Gewinnspiel. Wisst ihr noch, damals, als Gewerkschaften noch nicht so eine Verschwendung von Zeit, Geld und Energie waren? Ich auch nicht.
Überraschend stellt sich heraus, dass sich Krankheitserreger ziemlich gut verbreiten, wenn man eng gedrängt in Hunderten saufend im Zelt sitzt. Gerade ist kein Corona, gerade ist ja noch Oktoberfest. Ich konsumiere die wenigen von mir geschätzten Rauschmittel, Musik ausgenommen, ja bevorzugt in Gruppen von höchstens vier Teilnehmern. Ist auch gesünder dann, wie es scheint. Mahlzeit!
Apropos Musik: Statt Bierzeltgelalle gibt es hier auf Hirnfick 2.0, dem Qualitätsmedium für Dingsbums, auch heute wieder einen akustisch erfreulicheren Wochenbeginn zu hören. Ich habe ja einen (zugegeben: mäßig guten) Ruf zu verlieren und das ist härtere Arbeit, als ihr glaubt.
Guten Morgen.
Mehr Tiger ficken.
Die Stiftung WWF Deutschland freut sich:
Gute Nachricht für den bedrohten Tiger: Nepal hat den Bestand an wildlebenden Tigern verdoppelt.
Aber waren es nicht vielmehr die Tiger selbst, die ihren Bestand verdoppelt haben – oder musste Nepal (d.h.: mussten die Nepalesen) selbst eingreifen beziehungsweise wäre die Population wildlebender Tiere überhaupt noch einer Sorge wert, wenn die Menschen sich komplett aus ihr heraushielten und die wildlebenden Tiere einfach wild leben ließen?
„Vorsicht!“ ist das neue „Pardon!“.
Notiz aus dem Intercity: Menschen, die „Vorsicht!“ rufen, wenn sie eigentlich „Verzeihung, sicherlich könnte ich auch einfach an Ihnen vorbeigehen, aber es wäre dennoch nett, würden Sie noch etwas mehr Platz machen“ sagen wollen sollten, sind nur einer der gravierenden Nachteile des öffentlichen Personenverkehrs gegenüber dem motorisierten Individualverkehr; selbst unter Berücksichtigung der Vorteile der Verkehrswende, die in ihrer real existierenden Ausprägung wenig mehr ist als eine Antriebswende, bleibt festzuhalten, dass es vor allem die Zugpassagiere (bestimmt geht alles schneller, wenn ich einsteige, bevor alle aussteigen, und bestimmt bin ich schneller am Ziel, wenn ich zehn Zugminuten vor der Haltestelle schon den Gang blockiere, jaja) sind, die dem sonstwie finanziell und strukturell (teurer Treibstoff, keine Parkplätze) gebeutelten Individualverkehrer am allerwenigsten fehlen dürften.
Liegengebliebenes vom 29. September 2022
Zwei Nachrichten aus diesem Monat: „Die Krankenhäuser wissen schon jetzt nicht mehr, wie sie im nächsten Jahr noch die Gehälter bezahlen können“, aber immerhin: „Die Topmanager deutscher Börsenschwergewichte haben von der guten Entwicklung ihrer Konzerne nach der Corona-Krise mit einem kräftigen Gehaltssprung von 24 Prozent profitiert.“ Bei der Wahl zwischen Autokonzernen (ein Fünftel der Volkswagen AG gehört „dem Land Niedersachsen“, d.h. den Niedersachsen) und Krankenhäusern finanzieren wir selbstverständlich stärker die Autokonzerne. Mit einem Krankenwagen kann man nicht so gut einkaufen fahren und das ist blöd für die Wirtschaft.
Was gehört denn noch so dem Volk? Klar: Die Bahn. Und was wird vom Volk darum künftig mehr Geld haben wollen? Klar: Die Bahn (Archivversion).
Metal? Metal.
Was passiert eigentlich, wenn man als Journalist die Rechtmäßigkeit eines vermeintlichen „Scheinreferendums“ überprüfen möchte? Nun, zunächst einmal nichts und dann verliert man seinen Lehrauftrag.
Neue Lieblingsanweisung: Nicht im Orchesterraume präludieren!
Medienkritik in Kürze: Abstimmung beendet: Brüssel meldet hohe Zustimmung bei „Referenden“
Die Qualitätspresse „informiert“ (Archivversion):
Abstimmung beendet: Russland meldet hohe Zustimmung zu „Referenden“
Die Anführungszeichen sind wichtig, denn sie trennen das schurkenhafte Vorgehen („Referendum“, also wenn ein Volk, das nicht das saarländische ist, gefragt wird, zu welchem Land es künftig gehören möchte) von sauberen demokratischen Vorgängen wie zum Beispiel der Wahl des deutschen Bundespräsidenten und/oder der Wahl des EU-Kommissionspräsidenten.
Ich fände das alles gern weniger bedrückend.
Pharoah Sanders Quintet – The Creator Has a Master Plan // Die Erben der Popkultur
Es ist Montag. „Riesenglück für Säugling: Lkw rammt Kinderwagen“, puh, fast hätte das nicht geklappt!
Kurze Durchsage aus der katholischen Kirche: Frieren ist schlimm, aber wenigstens ist es weniger schlimm als Krieg. Noch zwei bis drei Denkschritte, dann fällt ihnen auf, dass auch das Nageln von Messdienern weniger schlimm ist als Krieg.
Die Umdeutung der Popkultur von dem, was die Jugend von den Erwachsenen trennt, als vermeintlich selbstironischer Anachronismus derer, die in den Neunz’gern noch Zielgruppe der damaligen Popkultur waren, ist einerseits ärgerlich – andererseits bin ich auch in einem ungeeigneten Alter, mich über „die Jugend“ zu ärgern, ohne als uncooler Opa missverstanden zu werden.
Neulich hörte ich jedenfalls in einem dieser neumodischen „Streams“ im Hintergrund eine schlimme Neuabmischung eines von mir geschätzten Liedes, das ich sofort als früheren „Sommerhit“ wiedererkannte. Nun war der zugehörige Sommer, wie die Wikipedia mir netterweise bestätigte, über 20 Jahre her. Die Gastgeberin des „Streams“ war zu dieser Zeit noch nicht auf der Welt.
Der Wegfall der „Popkultur“ in musikalischer Hinsicht ist ein größeres Ärgernis als es zunächst scheint, denn mit ihr fehlt auch das klar umrissene Biotop jeder Altersgruppe. Wäre ich heute Jugendlicher, womit sollte ich gegen die Älteren rebellieren? Sie wählen selbst radikale Pflaumenparteien, hören die gleiche Musik (allerdings zumindest im Original) und ziehen sich zusehends nachlässiger an. Wäre ich ein Punk im Teenageralter und müsste mir überlegen, womit ich der Gesellschaft effizient den Mittelfinger zeigen könnte, ich träte wahrscheinlich in die CDU ein, hörte Musik von Udo Jürgens und Heino und trüge einen anständigen Anzug.
In den Vereinigten Staaten gründen sie jetzt Clubs der toten Dichter, um dem Canceln etwas entgegenzusetzen. Oh Captain, mein Captain!
Apropos Jugendkultur: Vorgestern starb Pharoah Sanders, ein weithin geschätzter Free-Jazz-Saxophonist. Beginnen wir die Woche also mal mit etwas Jazz.
Guten Morgen.
Demoteilnehmer gesucht – jetzt 100% remote!
Das (Archivversion) ist lustig:
Am späten Nachmittag gingen rund 100 Teilnehmer bei der Demonstration in Kaiserslautern gegen die Unterdrückung von Frauen im Iran auf die Straße.
Der Sieg über die „Revolutionswächter“ ist nur noch einen offenen Brief in der „WELT“ entfernt!
Kurzkritik: NǽnøĉÿbbŒrğ VbëřřĦōlökäävsŦ
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Zufällig erfuhr ich, dass es – so will es die Erzählung – zwei Polarforscher gibt, die in einem Forschungszentrum am Südpol festgestellt haben, dass sie einen ähnlichen Musikgeschmack haben, und seitdem gemeinsam unter dem naheliegenden Namen NǽnøĉÿbbŒrğ VbëřřĦōlökäävsŦ (stilisierte Schreibweise von „Nanocyborg Uberholocaust“) Musik aufnehmen, die sie „Post-Noise“ und/oder „Ambient Cosmic Extreme Funeral Drone Doom Metal“ nennen.
Was man am Südpol halt so macht.
Die allesamt frei zum Herunterladen verfügbaren Alben erreichen sportliche Laufzeiten von bis zu 22:47:57 Stunden („The Ultimate Fate of the Universe“, 2007), das aktuelle namenlose Werk (aufgenommen seit 2020, veröffentlicht Ende August dieses Jahres) hingegen ist nach nur knapp unter zwei Stunden schon vorbei. Jetzt nur nicht schlappmachen!
Laut den Kommentaren auf YouTube wurde auf dem neuen Album unter anderem ein Musikstück aus Donkey Kong Country 2 verarbeitet. Musikalisch gibt es trotzdem ungefähr die Art von Musik auf die Ohren, die von Menschen zu erwarten ist, die am Südpol leben, wo es sehr lange sehr kalt und sehr dunkel ist. (Über den Ursprung des Humors der Zeichnungen des isländischen Zeichners Hugleikur Dagsson liest man vergleichbare Geschichten.) Es passiert sehr lange nichts und dann möchte man eigentlich auch schon sterben. Es ist großartig.
Wärmstens – hehe, ihr versteht? – empfohlen.
Medienkritik in Kürze: Christian, der Vielsynonyme.
Während die nachweislich kriminelle SPD (wo bleibt eigentlich das Verbotsverfahren?) es aus irgendwelchen Gründen abermals schafft, in der heutigen Berichterstattung darüber, dass ihre illegale Vorratsdatenspeicherung illegal ist, nicht als Täterin genannt zu werden, kann die Presse beim kleinsten Koalitionspartner gar nicht oft genug „FDP“ sagen: In einem kurzen Bericht darüber, dass Christian Lindner dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein „erhebliches Einsparpotenzial“ attestierte, fand und nutzte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ in fünf Sätzen drei verschiedene Möglichkeiten, bloß nicht das Pronomen „er“ zu verwenden, um Christian Lindner als handelndes Subjekt zu beschreiben.
„Der FDP-Vorsitzende“, „der Finanzminister“ und „der FDP-Chef“ können zumindest froh sein, dass der Text nicht noch länger sein musste; „der 43-Jährige“ und „der gebürtige Wuppertaler“ wären immerhin noch frei gewesen. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“, informiert (unter anderem) die deutschsprachige Wikipedia, gehöre zu den meistzitierten Tageszeitungen Deutschlands. Das fürchte ich auch.
black midi – Welcome to Hell // Kein Terrorball zum Bier.
Es ist Montag. Der Energiepartner Deutschlands, der uns aus der Abhängigkeit von den Russen „befreien“ sollte, die einen „brutalen Angriffskrieg“ („Angriffskrieg“ ohne „brutal“ davor scheint inzwischen eine unzulässige Phrase geworden zu sein, als wäre ein nicht brutaler Angriffskrieg nicht auch dann mindestens ziemlich lebensgefährlich) führen, führt einen „brutalen Angriffskrieg“, aber weil ihm niemand beweisen kann, dass er angefangen hat, sagt die SPD lieber nichts dazu. Vielleicht sollte man mal eine Frau regieren lassen, dann wird alles besser.
Überraschende Wortmeldung von Prof. Dr. Katerina Stathi vom germanistischen Institut der WWU Münster, weil man’s von Hochschulen ja schon nicht mehr gewohnt ist: „Sprache hat nicht die Funktion, Gerechtigkeit abzubilden, sie kann nicht das Spielfeld dieser Diskussion sein.“ Das gibt doch wieder ein Cancel.
Ich selbst habe vor vielen Jahren Fußball gecancelt – er erfüllt in meinem Leben keinen Zweck, die Prämisse ist uninteressant und das Bodenpersonal ist mir eine Last. Zumindest das macht Schule: Angekündigt ist, dass viele Bierschankstätten auf die Ausstrahlung des anstehenden Quatschwettbewerbs im Terrorstaat Katar verzichten werden (Archivversion), wenn auch nicht aus dem interessantesten Grund, nämlich, dass das blöde Gegröle Passanten belästigt. Von mir aus darf das trotzdem gern wiederholt werden.
Kann man auch kaum oft genug wiederholen: Musik.
Guten Morgen.










