In den NachrichtenMontagsmusik
Datas­hock – Her mit dem Kelch, (das) hier muss es sein // They are dif­fi­cult on wire.

Bärig rumhängen

Es is’ Mon­tag. Ich mein­te natür­lich: It eat Mon­day. Alles für das neunt­klas­si­ge Publi­kum.

Apro­pos Dienst am Publi­kum. Da gera­de Staa­ten mit einem sport­li­chen Ver­hält­nis zur indi­vi­du­el­len Lebens­ge­stal­tung das Gros der täg­li­chen Nach­rich­ten beherr­schen, füge ich mal einen hin­zu: In Indo­ne­si­en wird man ein­ge­sperrt, wenn man „elek­tro­ni­sche Infor­ma­ti­ons­ver­brei­tung“ dahin­ge­hend betreibt, dass ein von einem schwei­ne­haut­kri­ti­schen Gott Betrof­fe­ner erfah­ren könn­te, dass man Schwei­ne­haut essen kann. Im Sin­ne eines auf­ge­klär­ten Mit­ein­an­ders sei mir daher an die­ser Stel­le fol­gen­de elek­tro­ni­sche Infor­ma­ti­ons­ver­brei­tung gestat­tet: Man kann Schwei­ne­haut auch dann essen, wenn eine Gott­heit eurer Wahl es gern hät­te, dass ihr das nicht macht. Zu den gesund­heit­li­chen Aspek­ten sol­chen Trei­bens emp­feh­le ich frei­lich eine ande­re Lek­tü­re. Guten Appe­tit.

Die „Ber­li­ner Zei­tung“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) ver­laut­bar­te vor­ge­stern wenig­stens online, der ukrai­ni­sche Des­pot habe Jour­na­li­sten „auf­ge­for­dert“, „bis zum Sieg“ nicht über die Kor­rup­ti­on in sei­nem Land zu berich­ten. Pres­se­frei­heit hilft nur dem Rus­sen. Das ist mit den Guten nicht zu machen. In der Euro­päi­schen Uni­on, deren Kom­mis­si­on neu­er­dings auch vor unsau­be­ren Metho­den nicht zurück­schreckt, um uns alle end­lich mit deut­scher Gründ­lich­keit aus­spio­nie­ren zu dür­fen, sind sol­che Bestre­bun­gen gern will­kom­men.

Apro­pos Pres­se­frei­heit: Trig­ger­war­nun­gen schüt­zen nicht das Publi­kum, son­dern die Pres­se­stel­le (Ste­fan Gärt­ner, „kon­kret“ 10/23), und weil ich kei­ne Pres­se­stel­le habe, muss ich auch nie­man­den war­nen. Es folgt also ein­fach nur: Musik.

Datas­hock – Her mit dem Kelch, (das) hier muss es sein

Guten Mor­gen.

Persönliches
Fla­nie­ren in der Groß­stadt

Man­che mei­ner Freun­de schwär­men von ihrem ent­span­nen­den Dorf­le­ben, doch ich woh­ne („lebe“) gern in der Groß­stadt. Ich brau­che in der Groß­stadt kein Auto, erspa­re mir somit eini­ge Aus­ga­ben eben­so wie Park­platz­sor­gen, und muss sel­ten weit rei­sen, um etwas zu erle­di­gen, was ich erle­di­gen woll­te, oder zu erle­ben, was ich erle­ben woll­te.

Was ich jedoch am Dorf­le­ben schät­ze, wenn ich mal dort zu Besuch bin, ist, dass ich dort den Ver­stand ent­schleu­ni­gen kann. Die oft mise­ra­ble Inter­net­an­bin­dung erschwert das lästi­ge doom­scrol­ling, das sich oft wie von selbst ergibt, wenn man nur mal was nach­schla­gen will und dabei auf Berich­te von täg­li­chem Unge­mach stößt, und zur Bewe­gung in frei­er Natur braucht man sel­ten schall­ge­schütz­te Kopf­hö­rer, denn die Geräu­sche beim Fla­nie­ren durch ein Dorf sind bis­wei­len kaum mehr als Vogel­ge­zwit­scher.

Da es vie­le Men­schen als loh­nens­wert erach­ten, von Mon­tag bis Sonn­abend die Stadt­mit­te (neu­lich mit­hil­fe der Anzei­ge­ta­feln in einer U‑Bahn erfah­ren: „City“ ist ein deut­sches Wort, das „Stadt­mit­te“ bedeu­tet, also auf Eng­lisch qua­si „city of the city“) exklu­siv für Einkaufs-„Events“ zu nut­zen, ist Fla­nie­ren im ent­spann­ten Sin­ne nur sonn- und fei­er­tags ver­nünf­tig zu machen, denn wer durchs Gedrän­ge stol­pert, der fla­niert nicht. Sonn- und fei­er­tags beschränkt sich das Gedrän­ge allen­falls auf auf zu schma­len Geh­we­gen neben­ein­an­der gehen­de Paa­re, denen aus­zu­wei­chen meist nicht schwer ist, mir jedoch ohne bei­na­he hör­ba­ren ange­streng­ten Gesichts­aus­druck noch nicht gut gelingt. Das ist in Ord­nung so.

Vög­lein zwit­schern auch in der Groß­stadt, doch wer hier fla­niert, der erfährt es nicht als tschilp-tschilp, son­dern als krah-krah. Melo­di­scher sind da die Stra­ßen­mu­si­ker, die sonn­tags auf­grund des ver­min­der­ten Publi­kums­ver­kehrs selbst nicht zahl­reich auf­tre­ten. Heu­te begeg­ne­te mir etwa ledig­lich ein Akkor­deo­nist. Zwar mag ich Akkor­de­on­spie­ler aus aku­sti­schen Grün­den nicht son­der­lich gern, aber zumin­dest spie­len sie sel­ten „Hal­le­lu­jah“. Was dem Lager­feu­er­sän­ger sei­ne grau­en­haf­te Dar­bie­tung von „Won­der­wall“, ist dem Stra­ßen­mu­si­ker sei­ne grau­en­haf­te Dar­bie­tung von „Hal­le­lu­jah“. Kei­ne Ahnung, womit Leo­nard Cohen das ver­dient hat. Unweit von die­sem Akkor­de­on­spie­ler hat­te ein abge­ris­sen geklei­de­ter, kei­nes­falls aber arm wir­ken­der Herr einen zu gro­ßen Laut­spre­cher auf­ge­stellt und spiel­te dar­auf über sein Smart­phone irgend­wel­che Pop­rock­stücke. Die ande­ren Fla­neu­re nah­men davon kei­ne erkenn­ba­re Notiz. Leben und lär­men las­sen.

Gepaart mit den Geräu­schen von der Stra­ße (denn „auto­freie Innen­städ­te“ sind rar gesät und Moto­ren auch aus der Fer­ne noch nicht stumm) und der fort­wäh­ren­den Beschal­lung aus den weni­gen offe­nen Cafés, denn es scheint Café­be­trei­ber mitt­ler­wei­le zu wur­men, wenn ihre Kun­den sich in nor­ma­ler Laut­stär­ke mit­ein­an­der unter­hal­ten kön­nen, ohne einen Hasch­mich zu bekom­men, bleibt mir als vor­läu­fi­ges Fazit der­zeit zu zie­hen:

Ich wünsch­te, die Groß­stadt könn­te auch mal die Fres­se hal­ten.

Sonstiges
Staats­re­li­gi­on ist das Pro­blem.

Über die aktu­el­len Vor­fäl­le in Isra­el ist von ande­ren, von der DKP Gie­ßen („Die­se Offen­si­ve ist eine unmit­tel­ba­re Fol­ge jahr­zehn­te­lan­ger aggres­si­ver Unter­drückung Isra­els“) bis hin zur Bun­des­tags­frak­ti­on der AfD („Wir ver­ur­tei­len die ter­ro­ri­sti­schen Angrif­fe aufs Scharfs­te“ [sic]), hin­rei­chend viel undif­fe­ren­zier­ter Käse geschrie­ben wor­den. Man ent­schei­de selbst, ob man sich dies­be­züg­lich lie­ber links oder rechts außen soli­da­ri­sie­ren möch­te.

Bezug neh­mend auf immer wei­ter stei­gen­de Opfer­zah­len kirch­li­chen Miss­brauchs und unter Berück­sich­ti­gung christ­li­cher Über­grif­fe auf ver­meint­lich Unchrist­li­ches bei unver­min­dert geneh­mig­ter kirch­li­cher Ruhe­stö­rung („Glocken­ge­läut“) sei mir den­noch die Fra­ge gestat­tet: Ab wie vie­len Opfern wird reli­giö­se Bar­ba­rei zu einem Pro­blem, dem es mit allen zur Ver­fü­gung ste­hen­den poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Mit­teln ent­ge­gen­zu­tre­ten gilt?

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Fauz’t – From the Fro­zen South

Fauz't - From the Frozen South

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Im Dezem­ber 2017 starb Ste­fan Joel Wei­sser, ein US-ame­ri­ka­ni­scher Klang­künst­ler, des­sen Instru­men­te, weiß die Autoren­ge­mein­schaft der Wiki­pe­dia, vor allem „gefun­de­ne Objek­te“ und Per­kus­si­ons­in­stru­men­te waren. Sei­ne Klang­kunst nahm er vor allem unter dem Künst­ler­na­men Z’EV auf, den man sich zumin­dest mer­ken kann.

Im Lau­fe sei­ner unge­fähr 50 Jah­re dau­ern­den Kar­rie­re nahm er nicht nur Musik mit sich selbst, son­dern auch mit ande­ren Musi­kern auf. 2009 ver­öf­fent­lich­te er gemein­sam mit Hans-Joa­chim Irm­ler, dem­je­ni­gen Musi­ker von Faust, der für den für mich inter­es­san­te­ren (näm­lich: den expe­ri­men­tel­len) Teil ihres Wer­kes ver­ant­wort­lich war, unter dem nahe lie­gen­den Pro­jekt­na­men Fauz’t das ein­zi­ge gemein­sa­me Album „From the Fro­zen South“ (Amazon.de, TIDAL), das genau so klingt, wie man es von zwei Musi­kern die­ses Kali­bers erwar­ten wür­de.

Wurst­sa­lat 2

Die Stücke hei­ßen „Wag­ner“ (Teil 1 und 2), „Wurst­sa­lat“ (Teil 1 und 2) und „Zir­ka­de“. Kei­ne Ahnung, was eine Zir­ka­de ist. Auf die Ohren gibt es eine Mischung aus mei­nem – nach wie vor – Lieb­lings­al­bum von Faust, „Rav­vi­van­do“, und per­kus­si­ver Ethno/Weltmusik. Nicht schlecht für so Momen­te, auch wenn’s, wie gewohnt, nur weni­ge Teil­neh­mer mei­nes Publi­kums abho­len mag.

Ich kann will ja nicht immer nur Deprimucke hören.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Pret­ty Reck­less – Death By Rock And Roll // Wäh­len wie bestellt.

Man kann nie genug Pandabären haben.

Es ist Mon­tag. Selt­sa­mes Erleb­nis des Wochen­en­des: Ich wur­de in einem die­ser „sozia­len Netz­wer­ke“ blockiert, weil jemand ver­sucht hat, gegen mich zu argu­men­tie­ren, aller­dings mit einer Tabel­le, die ich – was er nicht wuss­te – selbst erstellt hat­te. Wie vie­le Kon­flik­te ver­hin­dert wer­den könn­ten, wenn es dem Men­schen nur inne­wohn­te, auch mal eine Nie­der­la­ge ein­zu­ge­ste­hen?

Nie­der­la­gen­ana­ly­se ist des Men­schen Sache ohne­hin nicht. In der Nach­be­trach­tung der bei­den gest­ri­gen Land­tags­wah­len stell­te ich fest, dass die „Lin­ken“ sicher­lich etwas dar­aus ler­nen könn­ten, dass die „Rech­ten“ eher bereit sind, ein­an­der zuzu­stim­men. Bereits die zwei­te Ant­wort auf die­sen Hin­weis bestand im Wesent­li­chen dar­aus, dass die (ich zitie­re) „Wagen­knecht-Lin­ke“ näm­lich gar kei­ne rich­ti­ge Lin­ke sei, als wäre das die jetzt ent­schei­den­de Dis­kus­si­on. Ich soll­te ein Trink­spiel dar­aus machen.

Ein wesent­li­cher Unter­schied zwi­schen der Zeit­schrift „jun­gen Welt“ und ihrer Aus­grün­dung „Jungle World“ sei es, teil­te man mir mit, dass die Einen eher pro­ble­ma­tisch anti­im­pe­ria­li­stisch und die Ande­ren eher pro­ble­ma­tisch anti­deutsch sei­en. Hof­fent­lich bringt bald mal jemand ein Links raus, bei dem man sich nicht zwi­schen zwei pro­ble­ma­ti­schen Sei­ten ent­schei­den muss. Das fliegt dann viel­leicht auch nicht dau­ernd aus irgend­wel­chen Par­la­men­ten raus und/oder ist sta­bil genug für eine anstän­di­ge Revo­lu­ti­on.

Apro­pos zer­strit­te­ner Hau­fen: Der poli­ti­sche Geschäfts­füh­rer der Pira­ten­par­tei hat jüngst ver­kün­det (Kopie), die Par­tei sei im Wesent­li­chen erle­digt und man kön­ne den Unsinn ja jetzt auch las­sen. Zum Glück ist Nach­tre­ten jetzt nicht so mei­ne Art, aber ein biss­chen schmun­zeln muss­te ich schon. Mario Six­tus hat der­weil aus­ge­rech­net, dass – falls die CSU nach der Wahl­rechts­re­form als ein­zel­ne Par­tei nicht mehr in den Bun­des­tag kommt – die AfD 2025 die stärk­ste Kraft sein könn­te. Ich bin gespannt auf den Wahl­kampf: CSU wäh­len gegen Rechts.

Das von vie­len als „das neue Twit­ter“ hoch­ge­lob­te Blues­ky läuft übri­gens bereits nach weni­gen Wochen genau wie erwar­tet:

Gelernt: Politik gibt’s hier auch. Und kein bisschen anders als „drüben“. Ich glaub, ich werd langsam Social Media-Müde.

Wenn man Twit­ter in sein Netz­werk holt, dann wird Twit­ter eben nicht zu dem Netz­werk, son­dern das Netz­werk wird zu Twit­ter.

Auch ohne Com­pu­ter ist Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht eben leich­ter gewor­den: Brie­fe sol­len, berich­tet die Tages­schau (via Fefe), dem­nächst spä­ter ankom­men, wenn der Absen­der kein Schutz­geld bezahlt. Dies wäre jetzt die Gele­gen­heit für einen der unge­zähl­ten alter­na­ti­ven Brief­post­an­bie­ter, sich zum ernst­haf­ten Kon­kur­ren­ten auf­zu­schwin­gen. Lei­der lesen die wahr­schein­lich auch mei­ne Tex­te nicht und kom­men daher nicht auf die­se Idee.

Zum Glück kon­kur­renz­los und – wenn man auf Spo­ti­fy ver­zich­tet – nicht mal so teu­er wie die Post: Musik.

The Pret­ty Reck­less – „Death By Rock And Roll – Kato’s Ride“

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Hoff­nung Dexit (14): Was uns schützt.

Zur Vor­be­rei­tung auf die Euro­pa­wahl im kom­men­den Jahr schwal­len die Grü­nen außer gewohnt inko­hä­ren­tem Unsinn („Die Euro­päi­sche Uni­on als Garan­tin für Schutz und Frie­den: Es ist gar nicht lan­ge her, da klang das noch für vie­le wie selbst­ver­ständ­lich. Mit dem rus­si­schen Angriff auf die Ukrai­ne zer­brach die­se Gewiss­heit“, ist ja nicht so, dass einer der betrof­fe­nen Staa­ten in der Euro­päi­schen Uni­on wäre) auch dies:

Vor die­sem Hin­ter­grund wol­len wir Euro­pa schüt­zen, damit es uns schützt. Wir wol­len es stär­ken, weil es uns stark macht. (…) Erfolg­reich ist, was das Leben der Men­schen in Deutsch­land und Euro­pa lebens­wer­ter macht. Was uns stär­ker macht. Was uns schützt.

Mei­nen sie das damit?

Die EU-Staa­ten haben sich auf eine gemein­sa­me Hal­tung zur geplan­ten „Kri­sen­ver­ord­nung“ geei­nigt. (…) Die umstrit­te­ne „Kri­sen­ver­ord­nung“ soll regeln, wie die EU in Aus­nah­me­fäl­len ver­fährt. Bei einem beson­ders star­ken Anstieg der Flucht­mi­gra­ti­on soll etwa der Zeit­raum ver­län­gert wer­den, in dem Men­schen unter haft­ähn­li­chen Bedin­gun­gen fest­ge­hal­ten wer­den kön­nen. Zudem könn­te der Kreis der Men­schen ver­grö­ßert wer­den, der für die geplan­ten stren­gen Grenz­ver­fah­ren infra­ge kommt.

Haha, die­se Bri­ten. Die wis­sen ja gar nicht, was ihnen ent­geht.


Nach­trag: Das Bran­den­bur­ger Tor wur­de zur Frie­dens­ver­hei­ßung israe­lisch ange­strahlt, weil, wäh­rend ich mich hier noch auf­reg­te, anders­wo ande­re Din­ge gescha­hen. Fra­ge: Ist die Ukrai­ne damit jetzt erst mal durch oder wird sie nur kurz unter­bro­chen?

In den Nachrichten
Links­rech­te Grup­pen aus­fin­dig machen mit Madi­ta Oeming

Wäh­rend irgend­wel­che Insti­tu­te mit bana­ni­gen Namen – und ich dach­te, nach der Agen­tur für Diver­si­tät und Trans­kul­tu­ra­li­tät hät­te ich alles gese­hen – in ermü­dend lan­gen Tex­ten noch dar­über fach­fremd­sim­peln, ob Jour­na­lis­mus pro­fi­ta­bel sein müs­se, tritt der pro­fi­ta­ble Qua­li­täts­jour­na­lis­mus („ZEIT ONLINE“) schon mal den Beweis dafür an und schreibt von der dpa unre­di­giert einen Bericht über Madi­ta Oeming ab:

Schon nach Ankün­di­gung eines Semi­nars für die FU Ber­lin 2019 erleb­te Oeming einen Shits­torm mit sexi­sti­schen Anfein­dun­gen und mas­si­ven Dro­hun­gen. «Kon­ser­va­ti­ve und rech­te Grup­pen sind anti-Por­no, sex­feind­lich, lust­feind­lich und frau­en­feind­lich», beob­ach­tet sie.

Zwar schät­ze ich nahe­zu jedes Enga­ge­ment für die Ent­ta­bui­sie­rung von Sexua­li­tät und ver­su­che auch selbst mei­nen Teil dazu bei­zu­tra­gen, indem ich als Pri­vat­mensch wie auch im Berufs­le­ben grund­sätz­lich gar nicht erst ver­su­che, sexu­el­le Aus­schwei­fun­gen mit scham­haf­ten Beschrei­bun­gen zu über­ma­len (ich fin­de Ficken ziem­lich duf­te und hal­te es kei­nes­wegs für ein weni­ger erzäh­lens­wer­tes Hob­by als Fuß­ball­gucken oder Sau­fen, man fin­de sich damit ab oder schlei­che sich stumm von dan­nen), denn das unge­fähr Letz­te, was jetzt noch feh­len wür­de, wäre eine Rück­kehr zur Sexu­al­mo­ral der Vor-68er, doch hät­te ich mir ein paar Bei­spie­le für die „kon­ser­va­ti­ven und rech­ten Grup­pen“ gewünscht, die was gegen Wol­lust haben. Mein­te sie die Nor­di­sche Grü­ne Lin­ke, die 2013 über das Euro­päi­sche Par­la­ment Por­nos ver­bie­ten woll­te, oder doch eher die Arbeits­ge­mein­schaft sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Frau­en, der es zuwi­der ist, dass ich theo­re­tisch – wenn mir das nicht schon men­tal viel zu unin­ter­es­sant wäre – einer belie­bi­gen Pro­sti­tu­ier­ten bei­woh­nen könn­te, ohne dafür gro­ße Pro­ble­me mit der Justiz erwar­ten zu müs­sen?

MusikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 4. Okto­ber 2023

Das bis­wei­len unter­halt­sa­me Maga­zin „KATAPULT“ sei nahe­zu insol­vent, infor­mier­te mich ein cross­me­di­al ver­brei­te­ter news­let­ter Anfang Sep­tem­ber. Wer ver­ste­hen möch­te, wie es dazu kam, dem lege ich den Leit­ar­ti­kel der aktu­el­len Aus­ga­be zum Lesen nahe, in dem die amtie­ren­de Chef­re­dak­teu­rin wort­reich erklärt, ihre Auf­ga­be als Jour­na­li­stin sei es, „die AfD“ zu „ver­hin­dern“. Zwar ist das ein edles Ziel, doch scheint mir der Jour­na­lis­mus hier­für nicht das rich­ti­ge Vehi­kel zu sein.


1987 wur­de ein Film ver­öf­fent­licht, der im Wesent­li­chen davon han­delt, dass der Prot­ago­nist nach sei­nem Tod von der Pri­vat­wirt­schaft gera­de so weit wie­der­be­lebt wird, dass er zwar kei­ne Freu­de mehr am Leben emp­fin­den kann, doch sei­ne Arbeits­kraft nicht ver­lo­ren geht. Ins­ge­samt wird die­ser Aus­gang als „Hap­py End“ gewer­tet. Der Film heißt Robo­Cop und es über­rascht mich nicht im Gering­sten, dass die Titel­fi­gur im Jahr 2023 mit neu­en Fil­men, Seri­en und Video­spie­len noch immer als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur funk­tio­niert.


Deutsch­land-Card. Deutsch­land-Ticket. Die Deutsch­land-Lan­guage ist deutsch­land-weird.


Die „FAZ“ berich­te, berich­tet Ulri­ke Fran­ke, von einem bezau­bern­den Kin­der­gar­ten­wett­streit: dass näm­lich die deut­schen Her­stel­ler von Mord­fahr­zeu­gen („Pan­zern“) nicht mit ihren fran­zö­si­schen Kol­le­gen zusam­men­ar­bei­ten wol­len, weil deut­sche Autos näm­lich viel bes­ser sei­en als ein Peu­geot. Als Fran­zo­se wäre ich jetzt brüs­kiert, aber was soll­te ich auch machen? Ein­mar­schie­ren wird ja eher schwie­rig mit die­sen Pan­zern.


War­um setzt sich „freie Soft­ware“ auf dem Desk­top eigent­lich immer noch nicht durch? „Dedo­i­me­do“ spe­ku­liert: Viel­leicht wür­den mehr Men­schen Libre­Of­fice ver­wen­den, wenn Libre­Of­fice nicht so ein gräss­li­cher Schrott wäre.


Heu­te kam ein neu­es Album vom КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ raus. Mitt­ler­wei­le ist der Punkt erreicht, an dem ich es erst mal emp­feh­le und dann erst selbst höre. Die sind ja immer alle gut. Es heißt „Fro­he Zukunft“. Dem zyni­schen Autor die­ser Zei­len gefällt das.

Politik
Die Gren­ze durch Euro­pa

1990 hat die Treu­hand­ge­sell­schaft ein Land pri­va­ti­siert und die CDU eine Gesell­schaft ihrer Grund­la­ge beraubt. Fröh­li­cher Fei­er­tag und sal­bungs­vol­le Wor­te des Wahl­mon­ar­chen sind gesetzt. Nur kei­ne Fra­gen stel­len. Das spielt denen in die Hän­de.

Rote oder blaue Pil­le?

In Tei­len Finn­lands wird Gästen Kaf­fee mit Käse gereicht. Wo ist Gen­scher, wenn man ihn mal braucht?

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Süd­deut­sche Gewis­sens­fra­ge

Auf Twit­ter („X“) mahnt Andri­an Kreye (@akreye) von der „Süd­deut­schen Zei­tung“:

Wäh­rend der Chef von Twit­ter / X immer wei­ter nach rechts abdrif­tet, soll­ten sich die Men­schen, die die­se Platt­form so beden­ken­los nut­zen, eine Gewis­sens­fra­ge stel­len.

Jetzt weiß ich auch nicht so recht: Gewis­sens­fra­ge schon gestellt, „Süd­deut­sche Zei­tung“?

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
God Is An Astro­naut – All is Vio­lent, All is Bright (live) // Vater­tag in Karls­ru­he

Ätsch! (Quelle: https://twitter.com/PDChina/status/1708406408163610742/photo/1)

Es ist Mon­tag. Men­schen, die an den Tod den­ken, sei­en lusti­ger, erfuhr ich neu­lich in einer Mit­tei­lung von 2015. Kei­ne Ahnung, was das jetzt über mich aus­sagt. Schnell zur Anti-Stress-Bana­ne grei­fen. Bevor es zu spät ist.

Neu­es vom Kapi­ta­lis­mus: Bei Tele 5 habe es wenig­stens eine Zeit­lang genau null Mit­ar­bei­ter gege­ben, infor­miert der ein­zi­ge Oli­ver, der in Deutsch­land beruf­lich was mit Wit­zen macht und dem ich trotz­dem nicht pau­sen­los grö­ße­re kör­per­li­che Schmer­zen wün­sche. Dass die Ver­hei­ßun­gen des Kapi­ta­lis­mus auch dem Bil­dungs­sek­tor nicht gut tun, bemer­ken unter­des­sen die­je­ni­gen Lehr­ein­rich­tun­gen, die blöd genug waren, ihre Tafeln und/oder Lein­wän­de durch Goo­gles „smar­te Tafeln“ (im Wesent­li­chen sind es 55 Zoll gro­ße Touch­screens mit einer Vari­an­te von Android drauf) zu erset­zen: Ab Ende 2024 funk­tio­nie­ren die­se „Tafeln“ näm­lich nicht mehr, weil Goog­le die jewei­li­gen Ser­ver abschal­ten wird. Macht ja nix. Kauft man halt neue, weil man nichts dar­aus gelernt hat.

Zu einem ande­ren Ismus: Seit letz­ter Woche bis in vor­aus­sicht­lich eini­gen Mona­ten befasst sich das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit der Fra­ge, ob ein leib­li­cher Vater nach der Tren­nung von der Mut­ter immer noch als Vater betrach­tet wer­den müs­se. Das muss die­ser Femi­nis­mus sein, der sich für alle (d.h. bei­de) Geschlech­ter glei­cher­ma­ßen ein­set­ze, von dem immer alle reden.

Ich kann die „Letz­te Gene­ra­ti­on“ nicht lei­den, doch brach­te mich der „Postil­lon“ hier­mit zum Schmun­zeln: „Akti­vi­sten in Turn­schu­hen blockie­ren 42 Kilo­me­ter Stra­ße in Ber­lin“, stimmt schon. Zum Aus­gleich blockie­ren dem­nächst dann wie­der ein paar Auto­fah­rer Rad- und Geh­we­ge. In Sum­me ist man wahr­schein­lich quitt.

Gut zum (wenig­stens men­ta­len) Aus­gleich auch: Musik.

God Is An Astro­naut – All is Vio­lent, All is Bright (Live)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kin­der weg­sper­ren für das Kapi­tal, Vor­rats­da­ten­spei­che­rung sei Dank

Einen pro­mi­nen­ten Platz auf mei­ner doch nicht eben kur­zen Liste der­je­ni­gen Men­schen, mit denen ich nicht unbe­dingt einen Staa­ten­bund, eigent­lich nicht mal einen Pla­ne­ten, tei­len möch­te, nimmt nun der der pol­ni­sche Gene­ral­an­walt am Euro­päi­schen Gerichts­hof Szpu­nar ein, so viel sei mit­ge­teilt.

Ein EU-Aus­tritt ist digi­ta­le Selbst­ver­tei­di­gung.