In den Nachrichten
Licht an!

Wäh­rend die Goog­le-Hom­pa­ge heu­te schwarz bleibt, um für den Kli­ma­schutz zu wer­ben, fei­ert Goog­le-Grün­der Lar­ry Page in der Kari­bik eine ener­gie­auf­wän­di­ge Luxus-Hoch­zeit. Hun­der­te Gäste flo­gen in Pri­vat­jets ein, eine Sand­bank wur­de auf­ge­schüt­tet und Bier­zel­te auf­ge­stellt – natür­lich per Kli­ma­an­la­ge gekühlt.

Daher: Licht aus? Licht an!

Genau das rich­ti­ge in der dunk­len Jah­res­zeit. ;)

Politik
Die Lin­ken und das Inter­net

Die Links­par­tei wird wegen der Ver­wen­dung ver­fas­sungs­feind­li­cher Sym­bo­le Straf­an­zei­ge gegen die freie Online-Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia stel­len.

(…)

Laut der Links­par­tei macht die offe­ne Struk­tur der Wiki­pe­dia die Enzy­klo­pä­die zu einem Ein­falls­tor für rechts­extre­me Ideo­lo­gien. Man kri­ti­siert vor allem die sehr umfang­rei­chen Zita­te aus NS-Quel­len sowie zusätz­li­che Mate­ria­li­en und Abbil­dun­gen, die weit über das not­wen­di­ge Maß hin­aus gehen.

Quel­le

Oje, das hät­te ich jetzt nicht gedacht: Rechts­ra­di­ka­le Sym­bo­le in einer Enzy­klo­pä­die! Was wür­den wir nur ohne die Lin­ken tun?

Ich schla­ge vor, zum Dank für die­se, äh, Auf­se­hen erre­gen­de und total über­ra­schen­de Ent­hül­lung mar­schie­ren wir beim näch­sten Rosa-Luxem­burg-Gedenk­tag mit, unter rie­si­gen Pla­ka­ten der bekann­ten Frie­dens­kämp­fer Sta­lin, Mao und Lenin. Die darf man in die­sem Land zum Glück unge­straft anbe­ten.

Mol­lies und Stei­ne?
– euer Frie­dens­pin­gu­in

Politik
„Kin­der­por­no­gra­fie ist welt­weit geäch­tet…“

… heißt es auf heise.de mal wie­der. So weit, so lang­wei­lig, aber oho, oho:
Das BKA plant eine enge­re Zusam­men­ar­beit?

Mit Kin­der­por­no­gra­fie ist es in Deutsch­land wie mit Hit­ler­ver­glei­chen:
Es ist eins die­ser so genann­ten buz­zwords, also Summ­wör­ter, bei denen das Volk laut krei­schend aus dem Zim­mer rennt und stumm alles erdul­det, was Abhil­fe zu schaf­fen ver­spricht. So kann man den Über­wa­chungs­staat natür­lich auch schmack­haft machen!

Bzw. genau genom­men nur dem Bür­ger, denn die Abge­ord­ne­ten kön­nen ihre eige­nen Geset­ze zurecht­le­gen: Das „Land Ber­lin legt Wider­spruch gegen Gesetz zur TK-Über­wa­chung ein“, och joa… doch jetzt schon?

Ich dach­te, die Schat­ten­box­sai­son sei vor­bei.

Pfui bah!
– euer Pin­gu­in


P.S.: „Es spricht für die eige­ne Fern­seh­kom­pe­tenz, wenn man beim Per­fek­ten Pro­mi Din­ner nichts als die Zuta­ten kennt.“ (T. Mau­se­hund)

Politik
Per­so­nal­wech­sel

Seit heu­te ist Olaf Scholz offi­zi­ell „Mün­tes“ Nach­fol­ger als Mini­ster für Arbeit und Sozia­les, kurz „ASo­zia­les“.

Das Tux­Blog dankt dem Fran­z­erl für vie­le schö­ne Jah­re, wich­ti­ge Kom­pro­mis­se (*) und natür­lich all die lusti­gen Ideen (**), die er ein­brach­te. Hof­fent­lich wird’s mit dem Scholz auch so spa­ßig.


ad (*):
Wir erin­nern uns da nur mal an die Mehr­wert­steu­er­erhö­hung: Die CDU for­der­te 2 %, die SPD schloss sie aus, und als Kom­pro­miss haben sie sich auf 3 % geei­nigt. Dan­ke, Franz!

ad (**):
Es sei, so erwähn­te er, „unfair“, die Regie­rungs­par­tei­en an ihren Wahl­kampf­ver­spre­chen zu mes­sen. Damit hat er vie­len von uns die Augen geöff­net; wie ver­blen­det wir doch waren! Wie konn­ten wir nur so dumm sein! Ab sofort wird wie­der mit rea­li­sti­schen Maß­stä­ben gemes­sen: Der Poli­ti­ker mit dem unauf­fäl­lig­sten Fami­li­en­le­ben wird umge­hend gewählt. So muss es sein, das hat selbst die BILD kapiert!


Ach Gott­chen!
– S.

MusikPolitikNetzfundstücke
Hal­lo, Ver­fas­sungs­schutz! 3 – wie iro­nisch…

Einen ent­rü­ste­ten guten Abend, lie­be Leser­schar,

Ach, was muss man oft von bösen
Buben
hören oder lesen?

(W. Busch, „Max und Moritz“)

Ja, mit der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist das so eine Sache. Man ist, scheint’s, so lan­ge ein poten­zi­el­ler Ter­ro­rist, bis das Gegen­teil bewie­sen wur­de – und auch dann steht man unter Beob­ach­tung. Eigent­lich beru­hi­gend, dass es nicht nur uns Nor­mal­men­schen so geht, son­dern dass auch die deut­sche Pro­mi­nenz nicht ver­schont wird:

Zu Unrecht beschat­tet fühlt sich der­weil auch die Band „Mono für Alle!“ (MfA). Die Punk­for­ma­ti­on aus Gie­ßen stand auf­grund von kri­ti­schen Tex­ten etwa beim Lied „Hal­lo Ver­fas­sungs­schutz(jawoll­ja!) schon ein­mal im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit der baye­ri­schen Staats­schüt­zer, wel­che die Löschung der Song­pro­sa von der Home­page der Musik­grup­pe ver­lang­te.

Das Lustig­ste dar­an ist ja eigent­lich die Begrün­dung:

[ Der Staats­schutz ] unter­stellt der Band ein „extrem kon­spi­ra­ti­ves Vor­ge­hen“, da es „kei­ner­lei Anhalts­punk­te zur Iden­ti­fi­zie­rung der Mit­glie­der“ gebe.

Hm, es gibt Vide­os ihrer Auf­trit­te über­all im Inter­net, genügt das nicht? Natür­lich ach­tet man als Künst­ler auch ein wenig auf sei­ne Pri­vat­sphä­re, dafür gibt es ja Künst­ler­na­men. Aber sind die jetzt ein Argu­ment?

Ver­haf­tet Hei­no! – „Schwarz­braun ist die Hasel­nuss, schwarz­braun bin auch ich“; da wür­de ich doch als Staats­schutz die Ohren spit­zen, zumal er sei­nen ech­ten Namen sel­ten preis­gibt. Ver­dachts­mo­men­te schei­nen doch zu genü­gen?
Gera­de auch, wenn man als Staats­schutz, wie es scheint, ohne­hin nicht der Schnell­ste und Hell­ste ist:

Erst acht Mona­te nach dem Beginn der Ermitt­lun­gen kom­men die Staats­schüt­zer laut der Akte auf die Idee, eine Whois-Abfra­ge über die Domain der Band-Web­sei­te zu stel­len.

Staats­kri­ti­ker sind im Gemein­we­sen uner­wünscht, schreibt euch das hin­ter die Ohren, ihr Ben­gel!

Freund­schaft,
– euer DDRin­gu­in.

PolitikIn den Nachrichten
Hal­lo, Ver­fas­sungs­schutz! *freund­lich wink*

Tschüss, Men­schen­rech­te!

Oder, um es mal in die­ser so genann­ten „Kul­tur­spra­che“ aus­zu­drücken: Big Rol­li (S.) is watching us. Und über­haupt, Schäub­le:

Wir hat­ten den ‚größ­ten Feld­herrn aller Zei­ten‘, den GröFaZ, und jetzt kommt die größ­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de aller Zei­ten.

Ein beein­drucken­der Ver­gleich. Hat­te man sich nicht dar­auf geei­nigt, dass Men­schen mit „sol­chen Aus­sa­gen“ nichts in öffent­li­chen Ämtern ver­lo­ren haben? Mal gucken, was Ker­ner dazu meint.

Wird Linux jetzt eigent­lich ver­bo­ten, weil die geheimerSpion.exe nur unter Win­dows gescheit funk­tio­niert? – Das ist schon fast die Anschaf­fung eines PowerPC-Macs wert, da läuft kein Win­dows drauf. Zum Glück!

Wo doch unter Win­dows der­zeit ohne­hin eini­ges schief­läuft:
Das viel geprie­se­ne Vista kann nur mit einem Hot­fix anstän­dig Datei­en kopie­ren, bei jedem zwei­ten Win­dows­up­date fällt das völ­lig über­flüs­si­ge Aero aus, sofern akti­viert, und Micro­soft bie­tet sogar ein Down­gra­de auf Win­dows XP an – natür­lich nur für Käu­fer der teu­ren Vista­ver­sio­nen. Macht ja nichts, Win­dows „7“ steht ja schon wie­der bald vor der Tür. Ob es wohl all die Neue­run­gen bie­tet, die Vista trotz aller Ankün­di­gun­gen doch nicht ent­hält, und viel­leicht sogar eine Schnitt­stel­le für den „Bun­des­tro­ja­ner“?

Sed quis cus­to­diet ipsos cus­to­des?
Die Tod­ge­weih­ten grü­ßen dich!

- $me

Persönliches
Hal­lo, Wien!

Cer­ve­lat, lie­be Leser,

alle Jah­re wie­der ist’s so weit, da zieht unse­re jun­ge, unschul­di­ge Jugend in, wenn man die All­tags­auf­ma­chung (meter­dick Make­up und was sich noch so Jugend­mo­de schimpft) betrach­tet, ver­gleichs­wei­se hüb­schen Ver­klei­dun­gen im Zei­chen der völ­lig falsch ver­stan­de­nen Soli­da­ri­tät mit ame­ri­ka­ni­schen Tra­di­tio­nen durch die Stra­ßen, neh­men von den Rei­chen (wer immer das ist) und geben den Armen (sich). Im Grun­de also genau das, was ihre Onkels und Tan­ten ihnen das gan­ze Jahr über in Groß­städ­ten vor­le­ben; ich mei­ner­seits nen­ne es Bet­teln.

Und dazu noch so ein „nied­li­cher“ Wahl­spruch, „Süßes oder Sau­res“ (ob man als Bank­räu­ber mit dem Spruch auch Erfolg hät­te?); da gebe ich ihnen doch lie­ber Sau­res, damit sie sehen, dass sich Bet­teln auch und gera­de in jun­gen Jah­ren nicht lohnt. Sozia­le und all­ge­mei­ne Ver­wahr­lo­sung deut­scher „Zukunft“ (oje, oje!) unter­stüt­ze ich nicht, auch nicht mora­lisch.

Oder ich tra­ge ein Made­lei­ne-Kostüm. Dann ent­decken sie mich nicht.

Buh!
– euer Pin­gu­in

KaufbefehleMusikkritik
Musik­tipp: Sto­len Babies

Und weil’s so schön war:

Im ver­gan­ge­nen Jahr trat eine wei­te­re kaput­te Musik­grup­pie­rung aus dem Umfeld der durch­aus durch­ge­knall­ten Avant­rock-Kaba­ret­ti­sten Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um in die „Öffent­lich­keit“ bzw. den Under­ground:
Sie nen­nen sich „Sto­len Babies“ und machen zusam­men­ge­fasst wüsten Pop­krach.

Fix Sad­ler von mei­ner Lieb­lings­mai­ling­li­ste drück­te es so aus:

(…) Sto­len Babies agie­ren wesent­lich song­dien­li­cher, kom­men direkt auf den Punkt (mit der Faust in die Fres­se) und sehen sich ver­mut­lich sel­ber eher dem Hard­core-POP (HARDCORE bit­te wört­lich neh­men) zuge­hö­rig, als dem Avant­gar­de… Da singt so ’ne Dame mit einem Gerülp­se und Gerö­chel, dass einem schlecht wer­den mag… Und die glei­che Dame beweisst auf dem glei­chen Album, dass sie aus dem nichts her­aus zum ALLERFEINSTEN der San­ges­gil­de gehört… Zwi­schen Gwen Ste­fa­ni, Lisa Dal­bel­lo und Kot­zy Kot­zen Kot­zer… (wer es hört; ja, auch die­se krei­schen­de Quiet­sch­röh­re is datt auch noch attrak­ti­ve, klei­ne Mädel…) Dar­über hin­aus haben wir Psy­cho-Kir­mes, Akkor­de­on, Vio­li­ne, Trom­pe­te, Geschep­per, Geklim­per, ver­rück­te Arran­ge­ments und Power bis zum Abwin­ken. Ham­pel­fax könn­te man auch sagen und täte der Mucke damit nicht unrecht. Die gan­ze Geschich­te ist Art­work-tech­nisch abso­lut rund, Digi­pak, spit­zen­stim­mungs­vol­le Bil­der aus dem Hau­se Schat­ten-Schnit­te (…)

Ein maka­bres Musik­vi­deo mit dem Titel „Push but­ton“ gibt’s hier zu bewun­dern. Allein schon die Umset­zung ist künst­le­risch abso­lut wert­voll.

Und bei MySpace sind sie natür­lich auch ver­tre­ten; reich­lich mor­bid, aber beein­druckend!

Viel Ver­gnü­gen…

Sonstiges
Wer hät­te dass gedacht?

Hal­lo, lie­be Leser­meu­te,

da wet­tert man jah­re­lang gegen die täg­li­chen Sprach­ver­ge­wal­ti­gun­gen durch unge­bil­de­te Inter­net­nut­zer, dann liest man abends einen humo­ri­sti­schen Kri­mi­nal­ro­man – natür­lich die Zweit­auf­la­ge (1976 (1976!)), nicht die­ser digi­ta­li­sier­te Unfug von heut­zu­ta­ge mit der als „augen­freund­lich“ bezeich­ne­ten ver­wa­sche­nen Win­zschrift und dem Che­mie­pa­pier – und ver­spürt plötz­lich so ein Krib­beln:

Aua!
– euer Pin­gu­in