(Und dann eben doch immer wieder vor allem: Ernüchterung.)
If all is lost none is known,
and how could we lose what we’ve never owned?
Guten Morgen?
(Und dann eben doch immer wieder vor allem: Ernüchterung.)
If all is lost none is known,
and how could we lose what we’ve never owned?
Guten Morgen?
Apropos Fukushima: Im Verlauf des heutigen Abends fanden vielerorts Lichterketten gegen Atomstrom statt, und ich hätte dann nach Begutachtung der eingehenden Erfolgsmitteilungen doch noch mal drei Fragen dazu, die ich, da ich die Drahtzieher gerade nicht ausmachen (nicht „ausmachen“ wie Atomkraftwerke) kann, einfach mal hier reinschreibe.
Frage 1:
Welche konkreten politischen Konsequenzen hat es jetzt, dass Fackeln tragendes Volk die Innenstädte blockiert hat, oder war der ganze Aufwand bloßer Populismus und wird folgenlos bleiben?
Frage 2:
Worin besteht der konkrete Zusammenhang zwischen
Sollen die Fackeln signalisieren, dass die beteiligten Demonstranten auch ohne Atomstrom leben könnten, was ich bezweifle? Stehen sie metaphorisch für einen aufgebrachten Pöbel, der sich mit Gewalt Gehör verschaffen will? Sind sie bloßes Bild ohne tatsächliche politische Aussage dahinter?
Frage 3:
Ich erhielt über Umwege unter anderem folgende Ankündigung:
Wir melden uns dann wieder mit dem Termin zum „Treffen und Feiern danach“ und freuen uns, dann mal bei entspannterer „Tagesordnung“, auf euch.
Was genau soll da gefeiert werden – der Erfolg der Lichterkette? Wenn ja: Worin besteht er?
Ich brenne vor Vorfreude auf eure Antworten.
Seit dem 11. September (2001, A.d.V.) ist die Welt nicht mehr dieselbe. Sogar Datumsangaben werden seitdem solidarisch US-amerikanisiert, selbst dann, wenn sie mit den USA nichts zu tun haben, sondern an besagtem Tag nur irgendein Ärgernis geschah.
Etwa anlässlich des Jahrestages – feiert man das eigentlich? – der Havarie des Kernkraftwerkes Fukushima am 11. März 2011, der das so genannte „Nachrichtenmagazin“ N24 heute dazu verleitete, folgende bescheuerte Überschrift zu wählen:
Japan gedenkt „3/11“
Dass Japan (valider, aber unnötig dramatisierender pars pro toto) „3/11“ gedenkt, halte ich für unwahrscheinlich, denn Datumsangaben werden in der japanischen Sprache nicht in US-amerikanischer Schreibweise getätigt; soll heißen, dass es gut sein kann, dass in den Vereinigten Staaten lebende Japaner „3/11“ gedenken, die in Japan lebenden Japaner aber vermutlich eher so etwas wie „3月11日“ – und weil keiner weiß, wie um alles in der Welt man das aussprechen soll, fasst man es im Deutschen einfach ganz anders zusammen: „Japan gedenkt dem Atomreaktorunglück von Fukushima“, notfalls (gemäß genannter Regel) „Japan gedenkt Fukushima“.
Dass man bei N24 lieber Englisch schwätzt, ist vor dem Hintergrund von Pearl Harbor besonders amüsant. Aber Solidarität geht vor – mit wem, ist ja dann auch egal.
(Mit Dank an L.!)
(Vorbemerkung: Ich greife diesmal gelegentlich auf Fachbegriffe zurück und werde sie nicht immer erläutern, ich bin ja nicht die Wikipedia.)
In einem Anflug von Heiterkeit beschloss ich, zur Abwechslung neben diversen Linuxdistributionen, die ihren Dienst auf den von mir eingesetzten Servern, Desktops und in einer virtuellen Maschine verrichten, auch einmal BSD aus der Nähe zu betrachten. ‘Zwei Tage mit BSD: Andere sind schon mit Debian überfordert.’ weiterlesen »
Zufälle (und Kontakte) ließen mich unlängst die komödiantische Fernsehserie „The Big Bang Theory“, eine Art „IT Crowd“ ohne Informatik mit Physik, ansonsten jedoch sehr ähnlicher Konstellation (mehrere Nerds stehen einer einzigen klischeehaft entworfenen Frau gegenüber), entdecken. Nun ist die Physik keinesfalls eines meiner bevorzugten Fachgebiete, die Rolle des Sheldon Cooper jedoch, einer der Hauptfiguren, ist eine sehr lobenswerte, die beizeiten Barney Stinson und Charlie Harper, derer man eigentlich auch irgendwann einmal überdrüssig sein sollte, als vielfach nachgeahmtes Vorbild zumindest ergänzen sollte, allein schon aufgrund von Szenen wie dieser:
Einige dieser neumodischen blogger würden sich hier womöglich mit einem in mehrfacher Hinsicht simplen „xD“ begnügen; ich meinerseits empfehle gelegentliches Betrachten erwähnter Serie unter der Prämisse, dass die Konservenlacher im off nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass manches eher der Realität entspringt als der bloßen Belustigung dienen sollte.
Und das macht mich traurig.
So ein Weltkrieg bringt ja in der Regel mit steigender Dauer auch immer mehr Leid mit sich; Armut, Zerstörung und soziale Missentwicklungen sind an der Tagesordnung. In direkter Folge des Ersten Weltkrieges etwa wurde der Versailler Vertrag geschlossen, dessen Klauseln unter anderem die Hyperinflation im Deutschen Reich begünstigten und infolgedessen den Aufstieg der NSDAP förderten. Außerdem wurde der Internationale Frauentag neu formiert.
Der Internationale Frauentag ist ein Versuch, die Frau als Individuum weiter zu schwächen und sie aufgrund des Umstands, dass sie meistens Brüste und/oder eine Vorliebe für scheußliche Farben hat, in eine Gruppe einzuteilen, die allein deshalb feiernswert sein möge. Ursprünglich setzte man sich für das Frauenwahlrecht ein, da sich das aber irgendwann quasi von selbst erübrigte, gab man dem Tag einen bedeutungsvolleren Namen, nämlich Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden, was miteinander ja vieles zu tun hat, denn wenn Frauen mehr Rechte hätten, gäbe es auf der ganzen Welt keine Kämpfe mehr, wenn nicht gerade Sommerschlussverkauf ist – das wird’s sein. Dass die Friedenstruppen der Vereinten Nationen zu den Rechten der Frau ihren Teil beitragen, ist da vielleicht nur eine ironische Fußnote:
Einen zusätzlichen Aufschwung des Prostitutionsgeschäfts verursachte zudem die Stationierung von KFOR-Soldaten, UN-Mitarbeitern und diversen westlichen Hilfsorganisationen im Kosovo. Kaum waren diese eingetroffen, schossen Bordelle wie Pilze aus dem Boden!
Friedenskriege bleiben eben genau das, und den Frieden und den ideellen Wert der Frau an sich („und jetzt im Chor, wir sind alle individuell!“) zu sichern geht eben nicht gleichzeitig; die unweigerlich resultierende Entscheidung bedarf keiner weiteren Überlegung. Andererseits: Direkt unangenehm ist es vielen Frauen ja augenscheinlich nicht, auf ihre Möpse reduziert zu werden, verewigen sie selbige doch mitunter aus freien Stücken in Bildform in so genannten „sozialen Netzwerken“ in der Hoffnung, zahlreiches Interesse zu wecken. (Um sachdienliche Hinweise, ob es außerhalb einschlägiger Portale eine ähnlich hohe Prozentzahl von zeigefreudigen Männern gibt, wird gebeten.)
„Ich verstehe das Konstrukt dieses Tages nicht.“
– Twitter-Nutzer „nutellagangbang“
Wenn der Internationale Frauentag gleichzeitig der Tag für den Weltfrieden ist, ist dann der Internationale Männertag eigentlich der Tag der Weltkriege? Die Vereinten Nationen unterstützen diesen Tag leider noch nicht als einen offiziellen und weltweiten, womit wir wieder bei der Gleichberechtigung wären, somit konnte ich das auf die Schnelle nicht nachschlagen, aber warum sollte man auch wollen, dass die Rechte der Männer und Jungen gestärkt werden?
Die Welt braucht unbedingt diesen „Frauentag“, denn sie werden gesellschaftlich noch nicht genug hofiert, tjaja; und dass viele Frauen sich in einer Umgebung, die sich um so etwas nicht schert, wohler fühlen als mit dem Stigma der gefälligst anzubetenden Göttin, ist der Gesellschaft mal herzlich egal. Fragt man nämlich Frauen danach, ob sie lieber als Mensch oder als Frau wahrgenommen werden, so fällt das Ergebnis in der Regel ziemlich eindeutig aus: Wie soll man die Ressentiments gegenüber dem anderen Geschlecht abbauen, wenn das andere Geschlecht auf seine Besonderheit pocht?
Welchem Zweck genau dient also der Weltfrauentag, wenn nicht allein als Anlass für zwar geschmacklose, aber gerade deshalb gelungene chauvinistische Tweets und anderweitige Scherzchen? Morgen ist er vorüber, und dennoch ist die Gefahr, dass die Rechte der Frauen morgen wieder abgeschafft werden, ungefähr so groß und bedrohlich wie die Aussicht auf nahen Weltfrieden zum Tag des Weltfriedens. Aber pfür den Pfrieden tut man eben allerlei, was rational unerklärlich ist: Lichterketten bilden, Soldaten entsenden und den Internationalen Frauentag begehen. („Begehen“ – sagt man das nicht eigentlich bei Verbrechen?)
Man sollte all das manchmal einfach etwas weniger ernst nehmen.
(Dank auch an L.!)
Es ist schon merkwürdig: Fragt man ansonsten eigentlich weitgehend integre Mitmenschen, warum sie trotz all der Datenschutzbedenken bei Facebook angemeldet sind, so lautet die Antwort meist entweder, weil dort auch die eigenen, weit entfernt wohnenden Freunde angemeldet seien, oder, weil alle dort seien und man sich doch der Gesellschaft nicht verweigern könne. Aus diesen Gründen wird auch ein Wechsel zu Google+, Diaspora oder anderen Netzen stets abgelehnt.
Nun begab es sich, dass Facebook mancherorts für einige Stunden ausfiel, und nun ging alles ganz schnell:
Viele nahmen das Blackout mit Humor oder wechselten zur Konkurrenz Google+.
Denn lieber verzichtet man auf seine Freunde als auf die täglichen Katzenbilder und Frühstücksmemoiren, wenn man ein Mensch 2.0 und vollvernetzt ist.
Man will ja nichts verpassen im Leben.
Ganz toll ist ja auch der Mobildiensteanbieter BASE, Teil der E‑Plus-Gruppe, der zwar ungefähr weiß, wie Werbung und sogar Kundenbindung trotz mittelmäßiger Netzinfrastruktur funktioniert, aber darüber hinaus doch gelegentlich so niedlich unbeholfen wie sonst nur die Bediensteten des rosa Riesen wirkt, etwa, wenn ein Tarifwechsel ansteht.
So etwa im Fall eines Wechsels von dem aus der Werbung bekannten, nicht mehr angebotenen Tarif „Mein BASE“ zu dem Nachfolgetarif „Mein BASE plus“, der SMS- und BASE-Flatrate kombiniert und eine Besonderheit mit sich bringt: Die „Allnet Flat“ (grässliche Terminologie, oder?) für 5 Euro pro Monat beinhaltet 100 statt, wie noch bei „Mein BASE“, 50 Freiminuten.
Ein Wechsel gestaltet sich also so: Die wechselwillige Kundschaft betätigt in ihrem Kundenprofil den Verweis, um zu „Mein BASE plus“ zu wechseln, und ändert auf Wunsch bei der Gelegenheit gleich die Auswahl der „Allnet Flat 50“ in die der „Allnet Flat 100“. Rechtlich gesehen ist das ein Tarifwechsel, bei dem die einzelnen Komponenten nur namentlich miteinander zusammen hängen.
So weit die Theorie, denn des Umsteigefreudigen Nachrichteneingang kann sich nach erfolgter Umstellung über regen Zuspruch freuen:
Und eigentlich ist man dann doch ganz froh darüber, dass man nur eine Vertragsoption statt derer drei geändert hat.
Im Jahr 2010 sorgte „Aaron“ König, damals Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei, für einen mittelschweren Eklat, als er die Bombardierung des Irans befürwortete – in der Folge nahm er seinen Hut und schloss sich der obskuren Kleinstpartei „Die Freiheit“ an (und sich wenig später wieder aus), was die deutschsprachige Bloggeria sehr begrüßte.
Andere gehen da etwas dezenter vor, immerhin haben sie nicht ohne Grund den Friedensnobelpreis erhalten, und postulieren ähnliches:
Obama verkündete nicht nur, wie sonst üblich, dass selbstverständlich „alle Optionen“ auf dem Tisch bleiben würden, also auch die militärische. Diesmal versprach er zugleich, dass seine Politik nicht auf „Eindämmung“ des Iran ausgerichtet sei, also nicht nur auf die Einhegung einer möglichen Atommacht Iran. (…) Ebenso deutlich aber teilte Amerikas Präsident seinen Zuhörern mit, dass die Zeit für einen Präventivschlag noch nicht gekommen sei.
Denn wenn hier einer Atombomben werfen darf, dann ja wohl die USA, und lieber auf den Iran als auf Israel, weil die US-amerikanischen Juden traditionell zu den Stammwählern der Demokraten gehören und man doch nicht seine Wähler verschrecken kann, obwohl man eigentlich gar keinen Wert auf sie legt: You can’t be Pro-Obama and Pro-Israel.
Damit bleibt der Demokrat indes seiner Linie treu, immerhin hatte er bereits 2009 mit einer militärischen Lösung gedroht. Die Guten schießen immer zuerst.
Warum nun diejenigen, die seinerzeit „Aaron„s Fehlgriff zum Anlass nahmen, wochenlang auf den Piraten herumzureiten, nicht mit ähnlicher Vehemenz den Rücktritt Barack Obamas fordern, erschließt sich mir nicht. Aber in den USA hat man wohl nur die Wahl zwischen hardlinern und hardlinern, die sich eigentlich nur darin unterscheiden, ob sie ihre Kriegslust offen zugeben (Republikaner) oder nicht (die anderen).
Ein scheußlicher Präsident ist Barack Obama allemal.
Dass auch 2012 noch Musik im Geist von Sonic Youth und The Fall stattfindet, ist auch ohne ein angekündigtes neues The-Fall-Album Balsam für die Seele des von Hitparadenscheiße arg gebeutelten Musikfreunds.
Zum Beispiel Disappears, deren neues Album am vorigen Freitag erschien:
Großartige Band.
Der Fußball-Weltverband FIFA hat auf die Forderung der Vereinten Nationen reagiert und erlaubt islamischen Spielerinnen künftig das Tragen von Kopftüchern auf dem Platz.
Sollte diese vorläufige Entscheidung von Dauer sein, sind außer der längst umgesetzten Migrantenquote in der Nationalmannschaft noch weitere Szenarien denkbar, in Konsequenz auch die Erlaubnis, beim Spiel eine Burka zu tragen.
Und das würde ich mir dann wahrscheinlich sogar ansehen.
Was mir „Mr kim wong“, der als E‑Mail-Alias „candygl20“ („Candygirl“, vielleicht die Tochter des Candyman) bei AOL – das sagt schon (fast) alles – verwendet, mit diesem Betreff sagen will, erschließt sich mir ebenso wenig wie die Aussage des kompletten Mailtextes:
The only problem which I have is trust you It will not cost you any amount open the link for more details http://www.speedyshare.com/file/RKaBj/Mr-Kim-Wong.txt
(Den Verweis habe ich hier aus folgenden Gründen nicht gekürzt.)
„Mr kim wong“ bezeichnet es als sein einziges Problem, dass er mir vertraut, und ich finde allerdings auch, dass das ein Problem ist, denn ansonsten hätte er mir die Lebenszeit, die ich, zusätzlich behindert mittels fehlender Zeichensetzung, mit dem Versuch einer Interpretation seiner E‑Mail verbrachte, zur freien Verwendung überlassen.
Jedenfalls: Es wird mich nichts kosten, dass er mir vertraut. Zu gütig. Aber was will mir „Mr kim wong“ damit sagen? Vielleicht wird das klarer, wenn man die von ihm erwähnte Textdatei aufruft.
Blöd von „Mr kim wong“ war es nun aber, dass er zur Verbreitung dieser Textdatei – womöglich aus Spamfiltergründen – auf die Dienste von Speedy Share zurückgreifen wollte. Die sind solcherlei aber anscheinend schon gewohnt und haben die Datei anscheinend automatisiert entfernt, denn an ihrer Stelle ist derzeit nur noch dieser Hinweistext zu lesen:
Dass „Mr kim wong“ seinen Adressaten vertraut, sorgt eben leider nicht dafür, dass ihm auch Dateihoster ihr Vertrauen schenken. Clever, huh?
Was „Mr kim wong“ nun eigentlich von mir wollte, werde ich jetzt wohl nicht mehr erfahren.
Ich kann so nicht arbeiten.
Nebenbei traf heute der/die/das EP “ZeiDverschwÄndung“ der Die Ärzte – der Artikel ist Teil des Bandnamens – ein, die auch im (brutto) 30. Jahr ihres Bestehens keine große Lust haben, der Ankündigung, es werde nie wieder Die Ärzte geben (getätigt etwa im Beiheft der Kompilation „Das Beste von kurz nach früher bis jetze“, 1994), Taten folgen zu lassen, was mich keinesfalls enttäuscht.
Denn Die Ärzte waren zwar nie musikalisch hochklassig oder wenigstens dissonant-abstrakt, dennoch sind ihre Texte seit Mitte der 1990er Jahre ständige Begleiter meines Lebens, und deshalb lege ich hier andere Maßstäbe an; und ich kann mir das erlauben. Dass viele gerade jüngere Anhänger des Trios musikalisch unerfahren sind (und etwa von The Who noch nie etwas gehört haben), mag ihnen allerdings gelegentlich zugute kommen.
Jetzt also „ZeiDverschwÄndung“. Enthalten sind vier Lieder, wie üblich von jedem der drei Mitglieder überwiegend separat bei‑, nicht aber vorgetragen, und bereits das erste Lied namens, na, so was!, „ZeiDverschwÄndung“ ist gar keine. Die Schummler. Worum es geht?
Hast du nichts Besseres zu tun, als die Die Ärzte zu hör’n?
Im Stil neueren Indie-Poprocks, wie üblich angereichert mit allerlei musikalischen Zitaten, und mit der wohl merkwürdigsten Gesangsmelodie, der Bela B. je gefolgt ist, beschweren sich die Die Ärzte darüber, dass einige ihrer Anhänger im Laufe der seit der Auflösung von Soilent Grün (das war im Frühjahr 1982) vergangenen Jahre einen Personenkult um sie errichtet haben und ihr Leben dem Die-Ärzte-Fantum widmen. Um das zugehörige und auf dem/der/dem EP enthaltene Video zu verstehen, bedarf es allerdings einiger Erfahrung: Es zeigt die drei Protagonisten inmitten ihrer eigenen Geschichte. Gwendoline und die „Bestie in Menschengestalt“ tauchen, nur in Bildform, ebenso auf wie markante Zeilen früherer Ärztelieder, darunter „Geh’n wie ein Ägypter“ und „Rod loves you“.
Apropos Videos: Jedes der vier Lieder wird zumindest im Internet von einem Video begleitet, das die Die Ärzte als „Stop-Motion“-Animationsfiguren zeigt. Weitere Videos sind, in einer recht rätselhaften Ankündigung, in Aussicht gestellt worden. Moment, vier Lieder? Ja: Neben „ZeiDverschwÄndung“ sind auf dem/der/dem EP auch „Mutig“, „Quadrophenia“ und „Will dich zurück“ zu finden, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Mit „Mutig“ knüpft Farin Urlaub thematisch an seine älteren Lieder „Hart“ und „Gefährlich“ an, dazu gibt es (wenig dezenten) Gitarren-Indierock (sagt man das noch so?) zu hören. „Quadrophenia“ – der Name sagt es schon – ist eine musikalisch treffende Hommage an die Rockmusik der 1970er Jahre und vermag zu gefallen. „Will dich zurück“ schließlich hat zwar einen ziemlich blöden Refrain, ist aber ansonsten ein sehr eingängiges Stück Elektropop.
Fest steht: Die Ärzte haben sich musikalisch gewandelt. Beweisen müssen sie schon lange niemandem mehr etwas. „ZeiDverschwÄndung“ wurde auf den einschlägigen Internetseiten von denen, die ein weiteres „Planet Punk“ oder „13“ erwartet hatten, als ein weiterer Beleg für den unaufhaltsamen Niedergang der einstmals „besten Band der Welt“ gewertet, dabei belegt es eigentlich nur die mangelnde Bereitschaft der Kritiker, sich Neuem zu öffnen. Wenn mir der Stilwandel (und somit die musikalische Weiterentwicklung) einer geschätzten Musikgruppe missfällt, dann laste ich das nicht der Musikgruppe an, die es gewagt hat, meinen Erwartungen nicht mehr zu genügen, sondern höre stattdessen etwas anderes, begleitet allenfalls von einem oder zwei Sätzen der Begründung für meine Abkehr von der Verehrung einer Combo, so etwa im Vorjahr im Fall von Nihiling geschehen.
Viele Rezensenten sind offenbar der Meinung, Künstler, deren Werke sie zu bewerten beabsichtigen, sollten sich allein um ihre Gunst bemühen. Da werden im Vorfeld Erwartungen aufgebaut, deren Erfüllung niemals in Aussicht stand, deren Nichterfüllung aber unweigerlich zu einem Verriss führt. Natürlich sind Rezensionen stets subjektiv geprägt, meine eigenen nehme ich davon keineswegs aus, aber wenn mir eine musikalische Änderung allzu sehr missfällt, dann nehme ich das zwar meist betrübt zur Kenntnis und bringe das gegebenenfalls auch zum Ausdruck, werde jedoch auch von gehässigen Kritiken später veröffentlichter Musikalben absehen und nicht noch das zehnte Album eines Musikers an seinem ersten messen, wenn mir schon das zweite partout nicht mehr gefiel. (Aus diesem Grund habe ich zum Beispiel auch die Geschicke von iLiKETRAiNS nach dem gelungenen Debüt und dem scheußlichen Zweitling kaum mehr weiter verfolgt.)
„Menschen haben keine Ahnung…“
– Die Goldenen Zitronen
Im April jedenfalls folgt voraussichtlich das Album „auch“, Gerüchten zufolge mal wieder das diesmal wirklich letzte vor der endgültigen Auflösung. Diese Stümper: Wenn Michael Jacksons Tod der Welt eines gezeigt hat, dann, dass nicht das letzte Album vor dem Karriereende sich am besten verkauft, sondern das erste nach ihm.
Aber so ist’s natürlich auch Recht.
nach einigem Hin und Her und letztendlich überzeugt von chriszim, der wie DerBastard und einige andere den Wechsel vollzogen hat, läuft tuxproject.de nun auf Uberspace und nicht mehr auf All-Inkl.com. (Gelegentliche Links, die sich noch merkwürdig verhalten, werden nach und nach korrigiert.)
Warum weg?
Ich hatte mit All-Inkl nie größere Probleme, für den bloßen Betrieb von WordPress gibt es zweifelsohne keinen besseren shared hoster. Deren Server laufen in der Regel schnell, stabil und ohne nennenswerte Last, und der Support gibt sich manchmal wirklich Mühe. Was mir aber gefehlt hat, war der Shell-Zugang – gelegentliche Arbeiten „unter der Haube“ waren oft recht langwierig, zumal einige WordPress-Plugins an den Verzeichnisrechten herumfummeln wollten und ein regelmäßiger Gang zum „KAS“, dem All-Inkl-Kontrollzentrum, mir nicht erspart blieb. Ich könnte natürlich auch bei All-Inkl Shellzugriff erhalten, jedoch wäre dies mit nicht unerheblichen Mehrkosten verbunden, die ich nicht aufbringen will, wenngleich ich das natürlich könnte.
Auch habe ich im Verlauf der letzten Wochen begonnen, meine Mailkorrespondenz weitgehend auf tuxproject.de zu verlagern. Nun sind die IMAP-Server von All-Inkl merkwürdig konfiguriert, das Anlegen von Unterordnern ist bitteschön per Weboberfläche statt per IMAP zu erledigen, und auch sonst fühlte sich einiges an der Konfiguration doch überaus rückständig an.
Warum hin?
Uberspace ist all das, was ich bei All-Inkl vermisst habe: Zwar ist die Serverlast im Mittel etwas höher, aber es ist vieles möglich, was All-Inkl nicht so gern sieht. Shellzugriff ist ebenso eine Selbstverständlichkeit wie Cronjobs, also wiederkehrende Aufgaben, die bei All-Inkl ebenfalls einen Tarifwechsel erfordern würden. PHP, Perl und MySQL sind gleichbleibend vorhanden, neu sind Ruby, Python und die Möglichkeit, fehlende Module bei Bedarf nachzuinstallieren.
Dabei weist Uberspace die Besonderheit auf, dass es nicht versucht, Konkurrenzkämpfe zu gewinnen (obwohl 1 Euro pro Monat – einsfuffzich mit Domain – ein bemerkenswerter Mindestpreis ist), sondern, dass es sich primär an uns Bastler richtet, die lieber mit der Konsole als mit bunten GUIs den Administrator spielen. Das bedeutet aber auch, dass die Inbetriebnahme keine Sache von wenigen Klicks ist, sondern zunächst einige Handarbeit ansteht: Transferieren der bestehenden Dateien per lftp, Einspielen und Korrigieren der Datenbank (bei dem gesprächigen Piwik ein ziemlich umfangreiches Unterfangen), Setzen der benötigten Rechte für die eingesetzten WordPress-Plugins, die ja immer etwas zu meckern haben.
Die Betreiber stehen per Mail und Twitter allerdings jederzeit zur Seite und bieten Hilfestellung. Diese ist nicht auf bunte Anleitungen beschränkt, sondern auftretende Probleme werden detailliert erläutert und, wo möglich, ein Lösungsweg aufgezeigt. Das geht auch ziemlich schnell; eine kurze Mail etwa genügte, und gerade einmal anderthalb Stunden später (trotz bereits weit fortgeschrittener Uhrzeit) war ein mir fehlendes Perlmodul, das ich aus Gründen nicht unbedingt in meinem Profil installieren wollte, serverweit eingerichtet. Noch nicht einmal eine virtuelle Entblößung ist notwendig: Persönliche Daten werden nicht erhoben. Finde ich gut.
Warum nicht?
Der etwas höhere Aufwand gegenüber Klick-und-fertig-Anbietern wie die zuvor von mir benutzten bplaced und All-Inkl ist sicher eine Einstiegshürde für alle, die nur mal eben eine Webseite einrichten möchten. Ansonsten bleibt der schale Beigeschmack des kleinen Anbieters mit der, konzeptbedingt, ungewissen Zukunft. Aber wer weiß schon, was morgen ist?
Und wenn ich es irgendwann mal bereue, ist All-Inkl ja immer noch da. Hoffentlich.